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València: multe salate a chi esalta il franchismo.

La Generalitat Valenciana ha recentemente inflitto le prime due multe (di € 4.000,– ciascuna) a due manifestanti che lo scorso 12 ottobre, festa nazionale spagnola, hanno partecipato a una marcia pubblica con torce e simbologia franchista. E vi sarebbero già ulteriori atti al vaglio delle autorità regionali competenti.

Si tratta di sanzioni amministrative introdotte dalla legge valenciana di memoria democratica, che possono raggiungere un massimo di € 12.000,- per infrazione.

Tale legge regionale stabilisce, tra le altre cose, che le amministrazioni pubbliche debbano prevenire ed evitare gli eventi pubblici che disprezzino o umilino le vittime del franchismo o i loro famigliari.

Purtroppo il Sudtirolo non solo non ha una simile legge, ma con ogni probabilità non avrebbe nemmeno le competenze necessarie a introdurre sanzioni a danno di chi esalta il fascismo. L’Italia ha sì una legislazione che sanzionerebbe atti di questo tipo, ma è applicata in modo estremamente blando.

Vedi anche: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/

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Ritten: Anklage wegen einsprachigen Schildes.

Ende Mai hat die Staatsanwaltschaft Bozen Anklage gegen den Präsidenten der Liftgesellschaft am Rittner Horn, Siegfried Wolfsgruber, erhoben. Bei einem Rodelunfall auf einer schwarzen Piste waren im Jänner 2019 eine 38-jährige Frau und ihre 8-jährige Tochter ums Leben gekommen. Piktogramme wiesen auf ein Rodelverbot auf der entsprechenden Piste hin, der Hinweis »rodeln verboten« stand aber nur auf Deutsch auf dem Schild — und genau deshalb wird Wolfsgruber nun fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Wir haben es in Südtirol tagein tagaus mit tausenden einsprachigen Gefahrenhinweisen zu tun, von den Angaben zu Allergenen auf Produktetiketten über Sicherheitshinweise auf gefährlichen Chemikalien und Giften bis hin zu illegal einsprachigen Packungsbeilagen von Medikamenten. In den meisten Fällen gibt es da auch keine eindeutigen Piktogramme, die die Gefahren erklären.

Trotzdem ist mir nicht bekannt, dass jemals gegen irgendwen wegen eines einsprachigen Hinweises ermittelt oder gar Anklage erhoben wurde. Mag das vielleicht damit zusammenhängen, dass wohl 99% der unübersetzten Gefahrenhinweise, mit denen wir es täglich zu tun haben, einsprachig italienisch sind?

Ich würde ja gern an einen Zufall glauben, doch leider scheint es auch in diesem Fall nur darum zu gehen, dass die falsche Sprache gefehlt hat — und nicht, dass der Hinweis einsprachig war.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

Discriminaziun Gesundheit Plurilinguismo Recht Sport | Bilinguismo negato Packungsbeilagen Produktetikettierung | | | Südtirol/o | | Deutsch

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Der angebliche Schutz der deutschen Sprache.
Genderverbot

Mir ist die Gefahr bewusst, dass wir bald nur noch als Ortographieblog wahrgenommen werden.

Allerdings fordern die Blauen, öffentlichen Verwaltungen zum Schutz der deutschen Sprache in Südtirol »sämtliche Formen des Genderns« zu untersagen — hiermit:

BESCHLUSSANTRAG

Generisches Maskulinum als Richtschnur für die öffentliche Verwaltung

Der deutsche Sprachraum ist seit Jahren mit der Debatte rund um eine sogenannte „geschlechtergerechte Sprache“ konfrontiert, die maßgeblich auf der Genderideologie basiert. Dabei wird versucht, dass bisher allgemein anerkannte generische Maskulinum durch massive Eingriffe in die Sprache und das geschriebene Wort, wie zum Beispiel mit dem BinnenI oder dem Gendersternchen, zu verdrängen. Das generische Maskulinum bezeichnet den geschlechtsneutralen Gebrauch des Maskulinums. Dabei werden sowohl Personen- oder als auch Berufsbezeichnungen, für die auch durch eine feminine Wortform gebildet werden können [?], in einem allgemeinen, generischen Sinn verwendet. Dieser inklusive Gebrauch des generischen Maskulinums gehört zur deutschen Sprache und zu deren Verständnis [?]. Künstliche Eingriffe, die allesamt Kopfgeburten sind und im krassen Widerspruch zur gültigen Rechtsschreibung stehen, basieren auf der Genderideologie, deren Konstruktion des sozialen Geschlechts, der empirischen Wissenschaft entbehrt [??].

Aus diesem Grund kommt auch Widerstand aus der Wissenschaft und von führenden Linguisten, welche die Sinnhaftigkeit des „Genderns“ in Frage stellen. In diesem Zusammenhang sei auch auf das Interview mit der Linguistin Ewa Trutkowski, welche unter anderem als Forscherin an der Freien Universität Bozen tätig ist, verwiesen, welches in der Tageszeitung „Dolomiten“ vom 10. Februar 2021 auf Seite 11 unter dem Titel „Maskulin ist nicht gleich männlich“ erschienen ist.
So wird Trutkowski im genannten Interview mit der Tageszeitung „Dolomiten“ wie folgt zitiert:
„Für mich ist Gendern eine Art „sprachliche Tätowierung“, mit der man unter Beweis stellen möchte, dass man beispielsweise alternativ denkt, grün wählt und insgesamt ein aufgeklärter Geist ist. Doch solche ideologischen Zuschreibungen würde ich gerne aufbrechen.“ Darüber hinaus kommt sie mit Blick auf Umfragen zu Ffolgendem Schluss: „[…] schaut man sich Umfragen an, in denen breitere Bevölkerungsschichten befragt wurden, stellt man fest, dass nicht der Gebrauch des generischen Maskulinums, sondern das Gendern umstritten ist.“

Angesichts der Tatsache, dass sich sämtliche Dokumente der öffentlichen Verwaltung, welche veröffentlicht werden, sowie die Kommunikation auf breitere Bevölkerungsschichten ausgerichtet ist sind, ist die Verwendung des generischen Maskulinums als allgemein verständliche Praxis anzusehen [?]. Das Gendern hingegen führt zur einer Unleserlichkeit von Texten, unterbricht den Lesefluss und wird vielfach auch als bewusst herbeigeführte Distanz zwischen der Verwaltung und den Bürgern verstanden.

Darüber hinaus trägt das Gendern in keiner Weise zu einer tatsächlichen Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern bei. Auch die Linguistin Trutkowski wird im angeführten Interview wie folgt zitiert: „Ein stärkeres Sichtbarmachen von Frauen und nicht-binären Personen sollte in den Positionen, innerhalb der Gesellschaft selbst, passieren. Durch sprachliche Sichtbarmachung kann man die soziale Realität nicht umspülen.“

Aus diesen Gründen gilt es d Diese wissenschaftlichen Einsichten gilt es zu würdigen.

Dies vorausgeschickt

f o r d e r t

  1. der Südtiroler Landtag die Landesregierung auf, sämtliche verwaltungstechnischen Schritte in die Wege zu leiten, damit bei allen Dokumenten, Akten und der Kommunikation der öffentlichen Verwaltung in Südtirol weiterhin das generische Maskulinum als Richtschnur gilt und sämtliche Formen des Genderns untersagt werden;
  2. der Südtiroler Landtag, zum Schutz der deutschen Sprache in Südtirol und den der damit verbundenen Minderheitenrechte, den anderen öffentlichen Körperschaften und Gesellschaften die Verwendung des generischen Maskulinums nahezulegen;
  3. der Südtiroler Landtag den Widerruf des genehmigten Beschlussantrages vom 15.09.2016, Nr. 637/16 mit dem Titel „Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache“.

Beschlussantrag Nr. 457/21

Ob hiermit dem Schutz der deutschen Sprache gedient ist, weiß ich nicht so recht.

Doch zur Sache:

  • Es gibt meines Wissens keinen wissenschaftlichen Konsens zum Gendern, weshalb ein Verweis auf die Wissenschaft fragwürdig erscheint. Schon gar nicht kann meiner Meinung nach ein Zeitungsinterview mit einer Wissenschafterin als Grundlage für eine so weitreichende Entscheidung dienen.
  • Die militanten Gegnerinnen des Genderns echauffieren sich regelmäßig darüber, dass ihnen mit dem Gendern angeblich ein gewisser Sprachgebrauch vorgeschrieben bzw. aufgezwungen würde. Und jetzt fordern die Freiheitlichen ein ausdrückliches Genderverbot?
  • Was das Gendern mit den Minderheitenrechten (gemeint ist ja die sprachliche Minderheit) zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.

Feminæ Kohäsion+Inklusion Lingaz Minderheitenschutz Politik Sprachpfusch Wissenschaft | Zitać | | | Südtirol/o | Freie Universität Bozen Freiheitliche | Deutsch

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Gehegtes Faschistenwerk.
Beinhaus Gossensaß

Neulich war ich im Wipptal unterwegs, da ist mir auf der Rückfahrt beim Beinhaus in Gossensaß ein Fahrzeug des italienischen Heeres aufgefallen.

Unkenntlichmachung des Militärkennzeichens von mir

Da ich für meinen darauffolgenden Termin sowieso zu früh dran war, habe ich kurz angehalten — und bemerkt, dass gerade der Rasen gemäht wird. Das offizielle Heer des italienischen Staates hegt und pflegt die faschistischen Relikte in Südtirol also nach wie vor.

Dagegen ist von einer kritischen Erinnerungskultur keine Spur. Selbst die vom Land (!) angebrachten Erklärungstafeln dürfen nicht auf Staatsgrund stehen, da eine Interpretation unerwünscht ist.

Erstaunt war ich aber auch über die beiden Gefahrenschilder, die just neben den Erklärungstafeln aufgetaucht sind — und zwar schön auf beiden Seiten, wie man auf dem ersten Bild erkennen kann. Die Botschaft scheint zu sein: Wenn ihr das lest, trifft euch was von oben.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

Arch+Raum Faschismen Geschichte Militär | Faschistische Relikte Geschichtsaufarbeitung | | | Italy Südtirol/o | Alpini Staat Italien | Deutsch

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Verstümmelte Mitbestimmung.

Der Landtag hat sich wieder einmal mit den demokratischen Mitbestimmungsrechten in Südtirol befasst und das entsprechende Gesetz (Nr. 22) von 2018 geändert. Dabei hat sich die um Forza Italia erweiterte Regierungsmehrheit von SVP und Lega nicht um einen Konsens mit der Opposition bemüht, wie man es sich bei einer grundlegenden Materie wie dieser erhoffen und erwarten würde. Im Gegenteil.

Änderungen wurden unter anderem am Büro für politische Bildung und Beteiligung, an den inhaltlichen Schranken (Minderheitenschutz), an der Sammlung und Hinterlegung der Unterschriften und am Bürgerinnenrat genehmigt.

Vor allem jedoch wurde im Handstreich das bestätigende Referendum abgeschafft, das die Initiative für mehr Demokratie (IfmD) in einer Stellungnahme als Herzstück der direkten Demokratie bezeichnet. Seit seiner Einführung ist es kein einziges Mal zur Anwendung gekommen — trotzdem soll der Landeshauptmann in der Landtagsdebatte gesagt haben, dass es die Gesetzgebung behindere.

Das Referendum stehe wie nichts anderes für politische Zusammenarbeit, so die IfmD. Die Mehrheit wolle aber die Alleinherrschaft.

Achttausend Bürgerinnen oder sieben Landtagsabgeordnete können gegen diese Änderungen das Referendum ergreifen. Es gilt als sicher, dass es dazu kommen wird.

Schon in Vergangenheit war die SVP mit einseitigen Änderungen am Willen der Bürgerinnen gescheitert. Es ist schade, dass wir so oft zu Abstimmungen gerufen werden, um die Mitbestimmungsrechte vor der politischen Mehrheit zu verteidigen, anstatt uns mit sinnvollen Initiativen befassen zu können.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

Democrazia Mitbestimmung Politik | | | | Südtirol/o | Dirdem-Initiative Lega PDL&Co. Südtiroler Landtag SVP | Deutsch

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7 Tage vs. 7 Jahre.
Steuerrückzahlungen nördlich und südlich des Brenners

2013 habe ich meine letzte Steuererklärung in Österreich (selber, kostenfrei, online in 15 Minuten) gemacht. Glücklicherweise ergab sich ein für meine Verhältnisse beträchtliches Steuerguthaben, dessen Auszahlung ich sogleich online beantragt habe. Innerhalb einer Woche war das Geld auf meinem Konto.

Seit 2014 mache ich meine Erklärungen – mit ungleich größerem Aufwand – in Italien. Zumindest gab es einen erfreulichen Einstand. Auch meine erste Steuererklärung im Stiefelstaat wies ein Guthaben aus. Vor lauter Freude habe ich die Auszahlung beantragt und mir vorgenommen, mit dem Geld gut Essen zu gehen.

Vor wenigen Tagen (wir schreiben mittlerweile Juni 2021) klingelte der Briefträger und übergab mir ein einsprachig italienisches Schreiben mit einem Scheck über den Betrag meines Steuerguthabens aus dem Jahr 2014, den ich wiederum bei der Post einlösen kann.

*Schwärzungen von mir

Ich wiederhole das jetzt noch einmal, damit man die Monstrosität dieser Prozedur voll und ganz genießen kann: Die Post bringt mir ein einsprachiges amtliches Schreiben mit einem Scheck, mit dem ich zur Post gehen muss, um mir im Juni 2021 eine Steuerrückzahlung auszahlen zu lassen, die mir 2014 zugesprochen wurde.

Mahlzeit!

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/

Bürokratismus Comparatio Grenze Lingaz Plurilinguismo Postdienst Service Public Tag+Nacht Verbraucherinnen Wirtschaft+Finanzen | Best Practices Bilinguismo negato Italianizzazione | | | Italy Nord-/Osttirol Österreich Südtirol/o | Staat Italien | Deutsch

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Tod durch Folter.
Quotation 659

Die Folter, von der ich ja aus meiner eigenen Familiengeschichte weiß. Sven Knoll [STF] weiß es ja, dass mein Vater damals als junger Gemeindearzt hinzugerufen wurde, der die Folter und den Tod durch Folter feststellen konnte — er wurde natürlich gleich ausgetauscht durch einen anderen Gemeindearzt, der so wie gewünscht den natürlichen Tod dann festgestellt hat.

Transkription von mir

Aus dem Redebeitrag von Paul Köllensperger (TK) zum schlussendlich abgelehnten Begehrensantrag Nr. 1/18, mit dem der Landtag den Justizminister und den Staatspräsidenten zur Begnadigung der sogenannten Bumser hätte auffordern sollen.

Köllensperger wies in seiner Stellungnahme auch auf die Rolle von Rechtsextremen und Nazis auf Südtiroler Seite hin — sowie auf die Tatsache, dass einige der Aktivisten nicht mit den Rechtsextremen in einen Topf geworfen werden wollen.

Vor wenigen Tagen hatte Bundespräsident Alexander van der Bellen (Grüne) nach einem Besuch mit dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella darauf hingewiesen, dass die Begnadigung auf einem guten Weg sei.

Siehe auch: 1/ 2/

Faschismen Geschichte Politik Repression Ungehorsam+Widerstand | Geschichtsaufarbeitung Quote | Alexander Van der Bellen Paul Köllensperger Sergio Mattarella Sven Knoll | | Italy Südtirol/o | STF Südtiroler Landtag Team K. Vërc | Deutsch

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Steurer e la Feuernacht.
Quotation 658

Intervistato da Fabio Gobbato per Salto, lo storico Leopold Steurer afferma tra le altre cose:

Se i terroristi con la Feuernacht volevano arrivare a una guerra di liberazione partigiana che portasse a un plebiscito e non volevano in alcun modo il dialogo con lo stato coloniale italiano, come può essere dato a loro il merito della nascita di un organismo non paritario [la Commissione dei 19] che ufficializzava la questione sudtirolese come una questione interna all’Italia?

Fortunatamente il piano fallì perché altrimenti avremmo avuto una situazione come quella di Cipro e dell’Algeria.

Bisogna ricordare che il 1960 è stato l’anno in cui in Africa 18 Stati hanno raggiunto l’indipendenza.

Ovvio che il 95% dei sudtirolesi avrebbe votato a favore del ritorno all’Austria se ci fosse stato un plebiscito.

La prima affermazione mi pare illogica. Si può benissimo fallire nell’intento principale e, anche involontariamente, contribuire a qualcos’altro, no? Una cosa non mi pare affatto che escluda l’altra.

Del resto mi piacerebbe sapere se Steurer ritenga una sfortuna che l’Algeria e gli altri Stati africani abbiano ottenuto l’indipendenza — e in caso contrario perché la liberazione dal colonialismo sia da ritenere positiva in Algeria e in Sudtirolo no. A maggior ragione se è convinto che praticamente la totalità dei sudtirolesi avrebbe voluto il «ritorno all’Austria».

Vedi anche: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/

Colonialismi Geschichte Medien Politik Selbstbestimmung | Geschichtsaufarbeitung Quote | | Salto | Afrika Österreich Südtirol/o | | Italiano