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  • SVP wählen, Putin helfen.

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    Mit ihrem Bündnis zur Europawahl ermöglicht die SVP allen in Südtirol und noch darüber hinaus, gleichzeitig eine Stimme für die Unterwanderung der EU durch dem Kreml (und für die Eroberung der Ukraine durch Russland) abzugeben. Wer nämlich am zweiten Juniwochenende ein Kreuz auf dem Edelweißsymbol macht, setzt einen nicht offensichtlichen Mechanismus in Gang, der neben Herbert Dorfmann einem weiteren Südtiroler Kandidaten, Matteo Gazzini, dienen kann, wieder ins EU-Parlament zu gelangen.

    Das funktioniert so: Da Südtirol (anders als etwa die erheblich kleinere Deutsche Gemeinschaft in Belgien) über keinen eigenen EU-Wahlkreis verfügt und da es in Italien zudem eine staatsweite 4%-Sperrklausel gibt, nimmt die SVP auf der Grundlage einer Minderheitenregelung über eine Listenverbindung mit Forza Italia (FI) an der Wahl teil. Bei der Auszählung werden die Stimmen der SVP (bzw. der Minderheitenliste) mit denen von FI summiert. Schafft es der Meistgewählte der Minderheitenliste, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Herbert Dorfmann heißen wird, nicht aus eigener Kraft, ein Mandat zu erringen, gilt er aufgrund der Sonderklausel trotzdem als gewählt, sofern er mindestens 50.000 Vorzugsstimmen erhält — und ersetzt damit die letztgewählte Kandidatin des Bündnispartners Forza Italia.

    Anders als bei Brigitte Foppa (Grüne) und Paul Köllensperger (TK), die auf der Liste der italienischen Grünen und Linken bzw. auf jener von Azione zur EU-Wahl antreten werden, weist beim SVP-Logo auf dem Wahlzettel nichts darauf hin, wen man da mitwählt. Zum Vergleich etwa der Wahlzettel von 2019, als die Volkspartei erstmals ein Bündnis mit Forza Italia eingegangen war:

    Specimen EU-Wahlzettel 2019 (Wahlkreis Nordostitalien)

    Lediglich unmittelbar nacheinander gereiht müssen die Wahlsymbole von Forza Italia und Südtiroler Volkspartei auf den Unterlagen sein. Wer das nicht weiß, könnte aber auch glauben, dass es sich dabei um einen Zufall handelt.

    Viele werden gar nicht erfahren (und manchen, die es eigentlich wissen, wird vielleicht nicht ganz bewusst sein), was da am Ende des Tages geschehen wird: Um zu ermitteln, wie viele Abgeordnete FI und SVP gemeinsam im Wahlkreis Nordost nach Straßburg und Brüssel entsenden, werden zunächst die Stimmen beider Listen summiert, als handelte es sich um dieselbe Partei. In einem zweiten Schritt wird geschaut, ob Herbert Dorfmann aufgrund der erhaltenen Vorzugsstimmen so gereiht ist, dass er zu den allfälligen Gewählten zählt. Ist dies nicht der Fall, kann er der Letztgewählten von FI den Platz wegschnappen, sofern er mindestens 50.000 Vorzugsstimmen erhalten hat.

    Bei der Europawahl 2019 konnten FI und SVP im Wahlkreis gemeinsam nur einen Kandidaten entsenden. Dabei hatte die Partei von Silvio Berlusconi 339.016 Stimmen (5,82%) erlangt, die SVP 142.185 (2,44%); doch während Dorfmann 100.446 Vorzugsstimmen erhielt, hatte der Medienmogul als Spitzenkandidat von FI nur 96.344 Präferenzen auf sich vereinen können. Eine Umreihung aufgrund der Minderheitenregel war gar nicht notwendig und FI ging im Wahlkreis Nordost leer aus.

    Doch diesmal wird Forza Italia ein besseres Ergebnis zugetraut.

    Der Leiferer Matteo Gazzini (15.028 Vorzugsstimmen) ging 2019 auf der Lega-Liste als Zehntgereihter aus der Wahl hervor und rückte 2022 ins EU-Parlament nach, weil Parteikollege Marco Dreosto in den italienischen Senat gewählt worden war. Dem seitdem zu FI übergetretenen Unterlandler wird vorgeworfen, Teil einer Einfluss- und Destabilisierungskampagne des Kremls auf die EU zu sein, die maßgeblich über das Propagandamedium Voice of Europe ausgeführt wurde. Anstatt das Ergebnis der Ermittlungen abzuwarten, hat die Partei von Außenminister (und Mussoliniversteher) Antonio Tajani beschlossen, Gazzini bei der anstehenden EU-Wahl eine erneute Kandidatur zu ermöglichen. Das ist durchaus konsequent, wenn man bedenkt, welche Positionen Parteigründer Berlusconi vor seinem Tod zu Wladimir Putins Überfall auf die Ukraine eingenommen hatte (01 02) — und dass zur Südtiroler Landtagswahl 2023 auch Putins Ex-Konsul Bernhard Kiem auf der FI-Liste stand.

    Wer also am 8. und 9. Juni das jüngfräulich wirkende Symbol der SVP ankreuzt soll wissen, dass damit auch die Wiederwahl von Herrn Gazzini wahrscheinlicher wird.

    Siehe auch: 01 02 03 04



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  • Kann Südtirol Staat?
    Neuerscheinung

    Buchvorstellungen

    • Celovec: Če 25. april – 18.00 uri – Knjigarna Mohorjeva-Hermagoras
    • Toblach: Mi 15. Mai – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Montan: Do 23. Mai – 20.00 Uhr – Haus der Vereine
    • Marling: Mi 29. Mai – 20.00 Uhr – Vereinshaus

     

    Zurückliegende Termine (Aufstellung)
    • Wien: Mi 17. April – 20.00 Uhr –  sh.asus.wien, Schwarzspanierstr. 15
    • Wien: Di 16. April – 17.30 Uhr – Österreichisches Parlament (Anmeldung unter info@noiland.org)
    • Mölten: Do 11. April – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Glurns: Mo 25. März – 20.00 Uhr – Gemeindehaus (3. Stock)
    • Laas: Do 21. März – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Ahrntal: Fr 15. März – 20.00 Uhr – Mittelschule St. Johann
    • Tirol: Di 12. März – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Kastelruth: Do 7. März – 20.00 Uhr – Bibliothek Seis
    • Leifers: Do 29. Februar – 20.00 Uhr – Deutsche Bibliothek
    • Vintl: Di 27. Februar – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Schenna: Fr 23. Februar – 20.00 Uhr – Vereinshaus
    • Eppan: Do 1. Februar – 20.00 Uhr – Bibliothek St. Pauls
    • Freienfeld: Fr 19. Jänner – 18.00 Uhr – Gasthaus Post Maria Trens
    • Innsbruck: Di 9. Jänner 2024 – 20.00 Uhr – Geiwi-Turm
    • Villnöß: Di 12. Dezember 2023 – 20.00 Uhr – Feuerwehr St. Peter
    • Auer: Do 7. Dezember 2023 – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Sëlva: Ju 23. nuvëmber 2023 – 20.00 ëures – Tublà da Nives
    • Margreid: Di 21. November 2023 – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Kaltern: Mi 15. November 2023 – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Latsch: Di 14. November 2023 – 20.00 Uhr – Bildungshaus Schloss Goldrain
    • Karneid: Do 9. November 2023 – 20.00 Uhr – Vereinshaus Steinegg
    • Völs: Do 26. Oktober 2023 – 20.30 Uhr – Stanglerhof
    • Salurn: Do 19. Oktober 2023 – 20.00 Uhr – Bibliothek Herrenhof
    • Brixen: Di 17. Oktober 2023 – 19.30 Uhr – Cusanus-Akademie
    • Andrian: Fr. 6. Oktober 2023 – 20.00 Uhr – Pfarrsaal
    • Tramin: Do 28. September 2023 – 20.00 Uhr – Bürgerhaus
    • St. Pankraz: Di 19. September 2023 – 20.00 Uhr – Bürgersaal
    • Sarntal: Mi 30. August 2023 – 20.00 Uhr – Turm Kränzelstein
    • Gais: Do 3. August – 20.00 Uhr 2023 – Feuerwehrhalle
    • Meran: Mi 2. August – 19.30 Uhr 2023 – OstWestCountryClub
    • St. Leonhard i. P.: Sa 15. Juli 2023 – 19.30 Uhr – Jaufenburg
    • Weißenbach/Ahrntal: Do 6. Juli 2023 – 19.30 Uhr – Vereinshaus
    • Eppan: Di 4. Juli 2023 – 19.30 Uhr – Tannerhof, Girlan
    • Schlanders: Mo 12. Juni 2023 – 20.00 Uhr – Bibliothek Schlandersburg
    • Bozen: Fr 9. Juni 2023 – 14.30 Uhr – Palais Widmann (Gedenken an Silvius Magnago)
    • Nals: Do 8. Juni 2023 – 20.00 Uhr – Kulturtreff Sonne
    • Partschins: Mo 5. Juni 2023 – 19.30 Uhr – Bibliothek
    • Vahrn: Mi 31. Mai 2023 – 19.30 Uhr – Bibliothek
    • Bozen: Di 23. Mai 2023 – 19.30 Uhr – Bibliothek Haslach
    • Eppan: Mo 8. Mai 2023 – 20.00 Uhr – Bibliothek St. Michael
    • Kurtatsch: Mi 19. April 2023 – 20.00 Uhr – Kulturhaus
    • Bozen: Do 13. April 2023 – 14.00 Uhr – Filmsaal des Landtags

    Angaben ohne Gewähr · Infos: noiland.org

    Der Verein Noiland Südtirol – Sudtirolo hat am 23. März im Rahmen einer Pressekonferenz bei der Eurac in Bozen sein Weißbuch zur Südtiroler Eigenstaatlichkeit vorgestellt.

    Kann Südtirol Staat? — so der Titel der umfangreichen Publikation — entstand in Zusammenarbeit mit zahlreichen Expertinnen und unter der Aufsicht eines wissenschaftlichen Beirats. Die Autorinnen der insgesamt 40 Kapitel gingen der Frage nach, ob Südtirol als eigenständiger Staat bestehen kann und gelangten zum Schluss, dass das Land die politisch-demokratischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen hat, als unabhängiger Staat erfolgreich zu sein, so wie Luxemburg, Malta, Island oder die drei baltischen Staaten.

    Beitrag zur Versachlichung

    Der europäische Einigungsprozess spielt dabei eine wichtige Rolle, da sich im Zuge dieser Entwicklung für die europäischen Regionen neue Spielräume eröffnen. Im Buch wird nachvollziehbar aufgezeigt, welche Schritte erforderlich wären, um einen unabhängigen Staat zu gründen. Dargelegt werden Chancen, aber auch Risiken, Bedingungen und mögliche Strategien.

    Noiland bekennt sich ausdrücklich zur Rechtsstaatlichkeit und gibt an, dass ein Prozess zur Erlangung der Unabhängigkeit bevorzugt in Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem italienischen Staat erfolgen sollte. Dadurch wäre ein rechtlich und politisch unstrittiges Ergebnis gewährleistet.

    Die Autorinnen — mit unterschiedlicher Haltung zur Eigenstaatlichkeit — beschäftigten sich eingehend mit der Frage, wie weit die politische Mitbestimmung gehen kann und was Demokratie darf. Soll es in einem geeinten Europa möglich sein, einen neuen Staat zu gründen, wenn die Mehrheit der betroffenen Bevölkerung es wünscht?

    Das Autorenteam unterstreicht, dass ein Südtiroler Staat nur als gemeinsame Anstrengung aller hier lebenden Sprachgruppen gelingen kann. Ein unabhängiges Südtirol soll und muss allen offenstehen und zur Heimat werden.

    Kann Südtirol Staat? ist ein Blick in eine vielleicht gar nicht so entfernte Zukunft. Die Idee zu dieser Publikation entstand vor fast zehn Jahren, als die Regionalregierungen in Schottland und Katalonien in Weißbüchern wichtige Fragen zur Unabhängigkeit einfach und verständlich erklärten.

    Kann Südtirol Staat?
    Noiland (Hrsg.)
    Bozen, 2023 – UVP € 19,90
    ISBN 979-12-210-0918-7
    www.noiland.org

    Siehe auch: 01 02 03 04 05 06 07 08 09



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  • AfLB – Il 100% delle denunce riguarda il tedesco.
    Minorizzazione

    Nella scorsa legislatura su proposta di Andreas Leiter Reber (allora F) era stato istituito l’Amt für Landessprachen und Bürgerrechte / Ufficio per le lingue ufficiali e i diritti civici (AfLB), dei cui servizi in alcune occasioni mi sono già avvalso anch’io e che ho avuto modo di elogiare. Ora un’interrogazione di STF1interrogazione numero 105/24 relativa alle denunce pervenute all’AfLB dalla sua fondazione ad oggi ha portato alla luce alcuni dati che ritengo molto eloquenti. Eccoli.

    Le segnalazioni sul mancato rispetto dei diritti linguistici che hanno raggiunto gli uffici AfLB dal 2020 al 2023 sono state 125, con ulteriori 9 pervenute entro i primi mesi del 2024. In particolare, c’è stato un continuo aumento negli anni, con un raddoppio secco tra le 27 denunce del 2022 e le 54 del 2023. Ovviamente c’è da scommettere che questi dati rivelano solamente la punta dell’iceberg, in quanto è plausibile che moltissime situazioni in cui il bilinguismo viene rifiutato non saranno mai oggetto di denuncia. Inoltre, molte persone verosimilmente non conoscono nemmeno l’AfLB, la cui esistenza non è stata pubblicizzata su ampia scala e che come si diceva esiste solo da pochi anni.

    Ad ogni modo colpisce che il 100% delle segnalazioni — tutte e 134 — riguarda situazioni in cui la lingua a non essere stata garantita è quella tedesca, numericamente maggioritaria in Sudtirolo ma soggetta a una sempre maggiore minorizzazione, come dimostrano anche i pochi dati statistici rappresentativi di cui disponiamo (cfr. 01 02).

    Particolarmente significativi anche i dati relativi agli ambiti a cui le singole denunce (2020-2024) si riferiscono, con in testa l’Azienda sanitaria sudtirolese (Sabes), oggetto di ben 23 segnalazioni sul mancato rispetto dell’obbligo a garantire il servizio in lingua tedesca. Complessivamente però sono i servizi direttamente o indirettamente riferibili allo Stato centrale ad aver generato il maggior numero di lamentele: ministeri, ferrovie, carabinieri e poste. Non sono rappresentate nel secondo grafico le segnalazioni inerenti i comuni, che sono state complessivamente 7 — di cui quasi la metà, tre, riguardano il capoluogo e due Meran. Ve ne sono poi altre che riguardano la Handelskammer (5), l’autostrada (3), l’Ordine degli avvocati (2), quello delle giornaliste (1) o la sanità privata (2). In tutto, aggiungendo anche le quattro denunce relative al Ministero della salute, l’ambito sanitario è certamente quello che attira il maggior numero di lamentele relative al monolinguismo italiano o mancato rispetto del bilinguiso che dir si voglia.

    Sarebbe ovviamente interessante sapere anche quante delle procedure iniziate si sono concluse e con quale esito.


    Per chi ne avesse bisogno, i contatti di AfLB sono landessprachen.buergerrechte[at]provinz.bz.it per quanto riguarda l’e-mail convenzionale e lb-ld[at]pec.prov.bz.it per quella certificata.

    Vedi anche: 01 02 03 04 05 06 07 08

    • 1
      interrogazione numero 105/24


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  • Die Landesregierung im Eckart.

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    Großer Erfolg und wichtige Anerkennung für die neue Südtiroler Landesregierung: Das Vorstandsmitglied einer Regierungspartei durfte in der Monatszeitschrift der vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) als rechtsextremistisch eingestuften Österreichischen Landsmannschaft über das Zustandekommen der neuen Mehrheit berichten, die Gegnerinnen süffisant als Berufsantifaschistinnen abkanzeln und die eigenen Regierungspartner italienischer Zunge als postenversessen und glücklicherweise inhaltsleer darstellen. Inhaltlich viel erfolgreicher soll demnach die Verhandlungsdelegation einer anderen Partei gewesen sein, der ganz zufällig der Autor des Beitrags, Florian von Ach (F), angehörte und die somit stolz verkünden darf, dem Regierungsprogramm ihren Stempel aufgedrückt (und der Wokeness Einhalt geboten) zu haben.

    Querbalken von mir

    Keinen Berufsantifaschismus erkennt von Ach übrigens beim Südtiroler Schützenbund, der angeblich nicht vergessen hatte, »daß (sic) die „Fratelli“ die Erben der italienischen Faschisten sind, die den Südtirolern mit brutaler Gewalt ihr Deutschtum austreiben wollten.« Aber wird schon alles gut gehen, solange an der Regierung auch die Erbinnen der Gegenseite beteiligt sind.

    Kürzlich hatte ich den Eckart in Zusammenhang mit der STF erwähnt, da dort vor Jahren ein Beitrag von Sven Knoll erschienen war. Dies nahm ein aufmerksamer Leser zum Anlass, mich auf den Bericht hinzuweisen, der Gegenstand dieser Zeilen ist.

    Abgerundet wird die Stellungnahme von Achs übrigens nicht nur von einem Zitat seines Kameraden Michael Demanega (Burschenschaft Teutonia), der zur rechten Hand von Landesrätin Ulli Mair (F) aufgestiegen ist, sondern auch von einer Wortspende des völkisch-nationalistischen Rassisten (pardon: »Vordenkers«!) Maximilian Krah (AfD).

    Dass all das im Jahr 2024 im Namen einer Südtiroler Regierungspartei erfolgen kann, verdanken wir natürlich der unnachahmlichen Weitsicht der SVP. Danke — für nichts.

    Siehe auch: 01 02 03



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  • Hausarzt: Einsprachige Terminvereinbarung.

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    Auf Salto berichtet Christoph Franceschini vom absurden Vormerkungssystem seines Hausarztes. Wer die offizielle Nummer der Praxis wählt, wird demnach (zunächst auf Italienisch und dann auf Deutsch, wie die veröffentlichte Tonspur zeigt) auf eine andere Telefonnummer verwiesen, hinter der sich das Unternehmen 3SMB verbirgt:

    Es handelt sich um ein Callcenter in San Piero a Sieve bei Florenz, das professionell Sekretariatsdienste für Ärzte anbietet. Dort müssen Sie dann zuerst den Namen des Arztes angeben und dann jenen des Patienten. Das Callcenter vermittelt mir dann den Termin bei meinem Hausarzt, der 2.000 Meter von meinem Wohnsitz seine Praxis hat. Terminvereinbarungen mit dem Arzt sind ausschließlich so gestattet. Wer direkt in die Praxis geht, wird weggeschickt.
    Der Vertrag meines Arztes mit dem Sanitätsbetrieb und auch die Dienstcharta sehen zwar vor, dass er „Sekretariatskräfte hat, welche die Büro- und Verwaltungsarbeit in der Praxis erledigen“. Doch es steht weder geschrieben, dass sie physisch in der Praxis anwesend sein, noch, dass sie zweisprachig sein müssen.

    – Christoph Franceschini auf Salto

    Hervorhebung im Original

    Dass sie zweisprachig sein müssen, braucht jedoch nicht in der Dienstcharta zu stehen, das schreiben bereits das Autonomiestatut und die einschlägige Durchführungsbestimmung (DPR 574/88) vor.

    Um einen Einzelfall handelt es sich bei dem Hausarzt jedenfalls nicht. Allein in Brixen gibt es mehrere Berufskolleginnen, die die weitgehend einsprachigen Dienste von 3SMB nutzen. Ein niederschwelliger, patientenfreundlicher Zugang zum Gesundheitssystem scheint ihnen kein Anliegen zu sein.

    Siehe auch: 01 02 03 04 || 01



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  • Puigdemont esclude alleanze con l’ultradestra.

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    0 Comentârs → on Puigdemont esclude alleanze con l’ultradestra.

    Il prossimo 12 maggio in Catalogna si terranno elezioni anticipate per definire la nuova composizione del Parlament de Catalunya. In tale contesto il leader indipendentista Carles Puigdemont (Junts), che ha deciso di riproporsi come candidato a presidente della Generalitat e di non ripresentarsi alle elezioni europee, lunedì è stato intervistato dalla televisione pubblica catalana nel formato Més 324.

    Tra le altre cose gli è stata chiesta anche un’opinione sul partito di estrema destra Aliança Catalana che secondo alcuni sondaggi potrebbe fare eleggere qualche rappresentante, ma che la maggioranza delle inchieste vede rimanere fuori dal parlamento.

    Nella sua risposta Puigdemont è stato molto chiaro, affermando che non parlerà mai con nessun partito di destra estrema o di ultradestra. Inoltre però ha detto che non intende partecipare a un gioco che ad esempio in Francia sarebbe stato portato avanti da François Mitterand e che — secondo lui — ha sortito effetti disastrosi: quello di gonfiare ad arte un fenomeno extraparlamentare come il Front National di Jean-Marie Le Pen per cercare di dividere i propri avversari, facendo intendere che Aliança Catalana starebbe ricevendo troppa attenzione mediatica e politica (in particolare da parte dei socialisti spagnoli) e che questo potrebbe in definitiva dare un peso alla formazione estremista che finora non ha.

    Il suo intento sarebbe invece quello di costruire un’alternativa per ottenere l’indipendenza della Catalogna muovendosi esclusivamente nel contesto dello stato di diritto, europeo e nel rispetto dei diritti umani — e certamente non parlerà con chi non condivide questi punti fondamentali.

    In Catalogna oggi il partito dell’estrema destra spagnola Vox, l’unica formazione di destra estrema con presenza nel parlamento di Barcellona (10/135 = 7,4% dei seggi), è largamente isolato in base a un accordo a cui hanno aderito tutti gli altri partiti meno il PP e Cs. Al contrario in Sudtirolo gli amici di Vox, FdI, nonostante un peso minore (2/35 = 5,7% dei seggi), siedono al governo.

    La differenza, purtroppo, è lampante.

    Vedi anche: 01 02 03 04 05 06



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  • Szenische Lesung kommt nach Brixen.
    Veranstaltungshinweis

    Nach der Veranstaltung von Anfang April in Meran kommt die Projektion einer szenischen Lesung von Berliner Ensemble, Volkstheater Wien und Correctiv mit dem Titel

    Correctiv enthüllt:
    Rechtsextremer Geheimplan gegen Deutschland

    auch nach Brixen, wo sie am Dienstag, den 23. April um 20.00 Uhr im Astra stattfindet.

    Eintritt frei

    Es organisieren Spazio 77, No Excuses, Filmclub Brixen sowie OEW mit Zebra. Lesung in deutscher Sprache mit anschließender Diskussion auf Deutsch und Italienisch.

    Von diesem Treffen sollte niemand erfahren: Hochrangige AfD-Politiker, Neonazis und finanzstarke Unternehmer kamen im November 2023 in einem Hotel bei Potsdam zusammen.

    Sie planten nichts Geringeres als die Vertreibung von Millionen von Menschen aus Deutschland. Ziel ist es, die demokratische Grundstruktur der Bundesrepublik Deutschland zu untergraben. Erste Schritte sind bereits getan.

    Auch Südtirol ist Einflussgebiet dieser menschenverachtenden Personen, die die Grundsätze jeder europäischen Verfassung missachten.

    Landesabgeordnete haben diese Ziele bereits publik gemacht und diese Ideologie öffentlich unterstützt.

    Was ein solches »Gedankenschlecht« mit sich bringt, haben Europa und auch Südtirol bereits erlebt: Leid und Zerstörung.

    – aus der Veranstaltungsankündigung

    Spenden für die gemeinnützige Organisation Correctiv sind hier möglich.

    Siehe auch: 01 02 03 04



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  • Landespolizei oder die Spielzeugautonomie.

    Autor:a

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    Mit Beschlussantrag Nr. 61/24 hatte die Süd-Tiroler Freiheit (STF) gefordert, der Südtiroler Landtag möge sich für die Gründung einer Landespolizei aussprechen. Die Landesregierung solle eine detaillierte Studie in Auftrag geben und anhand eines einschlägigen Konzepts einen Gesetzentwurf über die Gründung der Landespolizei vorlegen. Nun bin ich zwar darüber entsetzt, dass die inzwischen immer extremistischer auftretende STF ihren Vorschlag mit einem AfD-Landtagsabgeordneten aus Bayern vorgestellt hat. Doch an sich ist die Forderung weder neu noch subversiv — ganz im Gegenteil. Es handelt sich um eine normale Zuständigkeit, die andere Regionen und Autonomien weltweit längst haben. Um nur ein paar Beispiele zu nennen:

    • Euskadi mit der Ertzaintza (seit 1982), Katalonien mit den Mossos d’Esquadra (seit 1984), Nafarroa mit der Foruzaingoa (seit 1982) und die Kanaren mit der Policía Canaria (seit 2010).
    • Québec mit der Sûreté du Québec.
    • Alle 16 deutschen Bundesländer, einschließlich Bremen mit 685.000 und das Saarland mit knapp 1 Million Einwohnerinnen.
    • Alle 26 Schweizer Kantone, einschließlich Appenzell Innerrhoden mit weniger als 20.000 Einwohnerinnen — oder unser Nachbar Graubünden mit rund 200.000 Einwohnerinnen, wo die Polizei ganz besonders auf die Mehrsprachigkeit achtet.
    • Sämtliche 50 Staaten der USA, einschließlich Wyoming mit rund 575.000 und Vermont mit rund 650.000 Einwohnerinnen. (Die Staaten verfügen übrigens mit der Nationalgarde sogar über Militäreinheiten, die i. d. R. den Gouverneurinnen unterstehen.)
    • Schottland mit Poileas Alba / Scottish Police, die vom schottischen Parlament 2013 aus der Zusammenlegung von acht Regionalpolizeien geschaffen wurde.
    • Nordirland mit Seirbhís Póilíneachta / Police of Northern Ireland, die seit 2002 ein solides Kooperations- und Beamtenaustauschprogramm mit der irischen Polizei (Garda Síochána) hat.
    • Åland mit rund 30.000 Einwohnerinnen (zuständig seit 1991).

    In Spanien verfügen zudem Andalusien, Aragonien, Balearen, Galicien, Kastilien-León und País Valencià über die Zuständigkeit, eine eigene autonome Polizei zu gründen, ohne diese Möglichkeit bislang (vollständig) wahrgenommen zu haben. Andalusien, Aragonien und Galicien üben ihre Zuständigkeit aus, indem sie Einheiten der Staatspolizei den Regionalregierungen haben unterstellen lassen.

    In Südtirol lautet eines der Totschlagargumente gegen eine Landespolizei häufig, dass es mit Staatspolizei, Carabinieri, Finanzwache und Ortspolizei schon zu viele unterschiedliche Korps gebe. Doch auch in Spanien existieren mit Nationalpolizei, Guardia Civíl und Polícia Local bzw. Guàrdia Urbana eine große Vielfalt an Organisationen, was die Schaffung von Ertzaintza, Mossos d’Esquadra und Foruzaingoa nicht verhindert hat. Dabei sind etwa die Zuständigkeiten der staatlichen Polizeien in Katalonien auf wenige Bereiche (wie Gerichtspolizei und Terrorismusbekämpfung) beschränkt, die sie sich mit den Mossos teilen, während letztere alle weiteren Aufgaben alleine wahrnehmen. In Québec ist die föderale kanadische Polizei fast ausschließlich für den Schutz von Gebäuden zuständig, die dem Bund gehören, in anderen Autonomien üben die Landespolizeien alle Zuständigkeiten uneingeschränkt selbst aus.

    Cymru (Wales) ist nicht selbst für die Polizei zuständig. Wie ich jedoch bereits aufgezeigt hatte, gehen dort die Ordnungskräfte etwa aus sprachlicher Sicht äußerst respektvoll mit den Eigenheiten des Landes um. Ähnliches kann man in Südtirol, wo die Polizeien seit Jahrzehnten verpflichtet wären, einen vollständig zweisprachigen Dienst anzubieten, leider ganz und gar nicht behaupten (vgl. 01 02 03). Dennoch fordert Cymru (und nicht Südtirol) nun die Übernahme dieser zusätzlichen Kompetenz vom Zentralstaat, ohne dass dies übrigens einen Skandal darstellen würde.

    Andere Autonomien werden ausgebaut. Ich kann mich sogar noch an Zeiten erinnern, als das auch in Südtirol noch der Fall war. Doch hierzulande — wo der Vorschlag der STF natürlich niedergestimmt wurde — treten wir nunmehr seit zwei bis drei Jahrzehnten nahezu auf der Stelle. Es sagt doch einiges über den Zustand unserer einst dynamischen, nunmehr erstarrten Autonomie aus, dass aktuell die Rückkehr in die Vergangenheit, also die Wiederherstellung der autonomen Befugnisse, die wir 1992 schon hatten, das höchste aller Gefühle zu sein scheint.

    Es ist inzwischen auch gar nicht nötig, dass Rom weitere Zuständigkeiten ablehnt, da die angeblich autonomistischen Kräfte in Südtirol davor zurückschrecken, überhaupt Forderungen zu artikulieren. Die Katalaninnen würden sowas »autonomia de firetes« nennen. Spielzeugautonomie. — Habt ihr mal schön Spaß damit, während richtige Politik woanders gemacht wird.


    Ich hätte übrigens vollstes Verständnis, wenn die Ablehnung des STF-Vorschlags damit begründet würde, dass man sich nicht mit einer Partei gemein machen will, die inzwischen dem Rechtsextremismus zugewandt ist (vgl.). Doch leider war das nicht der Grund, warum der Beschlussantrag gescheitert ist — wie auch, wenn die Rechtsextremen hierzulande sogar in der Regierungsmehrheit sitzen?

    Siehe auch: 01 02 03 04 05 06



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