Autorinnen und Gastbeiträge →
  • Können wir Albert Pürgstaller allein lassen?

    Autor:a

    ai

    |

    0 Comentârs → on Können wir Albert Pürgstaller allein lassen?

    Aus Protest gegen die grausige Koalition, die sich die geschrumpfte SVP mit den Neofaschistinnen einzugehen anschickt, hat der ehemalige Brixner Bürgermeister, Vorsitzende der Arbeitnehmerinnen und WOBI-Präsident Albert Pürgstaller seinen Parteiaustritt mitgeteilt. Rai Südtirol zitiert ihn folgendermaßen:

    Fratelli d’Italia vertritt Werte, die nicht mit Menschenrechten vereinbar sind. Das lässt sich nicht einfach durch tagespolitische Erfolge wegradieren. Unter Silvius Magnago wäre so eine Entscheidung der SVP nicht denkbar gewesen. Ich bin von der Volkspartei zutiefst enttäuscht.

    – Albert Pürgstaller

    Für diesen entschlossenen Schritt gebühren ihm Dank und Ehre. Doch wird er der einzige bleiben, der noch die nötige Würde und Unbestechlichkeit an den Tag legt, bei dieser Schweinerei nicht mitzumachen? Was ist zum Beispiel mit Andreas Unterkircher? Dieter Mayr? Julia Unterberger? Tragen sie die Koalition ihrer eigenen mit einer faschistoiden Partei — direkt oder indirekt — mit? Was macht Hubert Messner? Gibt er sich als Landesrat für eine Regierung unter neofaschistischer Beteiligung her? Jede dieser Persönlichkeiten hätte vielleicht alleine nicht das Gewicht, die Volkspartei von ihrem verhängnisvollen Vorhaben abzubringen, doch gemeinsam wäre es vielleicht zu schaffen. Und selbst wenn es letztendlich nicht reichen sollte, wäre es aus meiner Sicht wichtig, ein starkes Zeichen zu setzen.

    Was wird die Zivilgesellschaft tun? Wenigstens aus den — selbstverständlich nicht repräsentativen — Kommentarspalten im Netz lässt sich erahnen, dass die Unzufriedenheit (ja die Bestürzung) über die Koalitionsabsichten der SVP weit verbreitet ist. Schaffen wir es, wenigstens in einem derart wichtigen Moment auf die Straße zu gehen und unseren Unmut zu zeigen? Die Donnerstagsdemonstrationen könnten da etwa als Vorbild dienen.

    Es geht um Menschenrechte. Es geht um die Demokratie. Und es geht um unsere Autonomie.

    Siehe auch: 01 02

  • Kann Südtirol Staat?
    Neuerscheinung

    Buchvorstellungen

    • Auer: Do 7. Dezember – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Villnöß: Di 12. Dezember – 20:00 Uhr – Feuerwehr St. Peter
    • Innsbruck: Di 9. Jänner – 20:00 Uhr – Geiwi-Turm
    • Eppan: Do 1. Februar – 20.00 Uhr – Bibliothek St. Pauls
    • Schenna: Fr 23. Februar – 20.00 Uhr – Vereinshaus
    • Sëlva: Ju 23. nuvëmber – 20.00 ëures – Tublà da Nives
    • Margreid: Di 21. November – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Kaltern: Mi 15. November – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Latsch: Di 14. November – 20.00 Uhr – Bildungshaus Schloss Goldrain
    • Karneid: Do 9. November – 20.00 Uhr – Vereinshaus Steinegg
    • Völs: Do 26. Oktober – 20.30 Uhr – Stanglerhof
    • Salurn: Do 19. Oktober – 20.00 Uhr – Bibliothek Herrenhof
    • Brixen: Di 17. Oktober – 19.30 Uhr – Cusanus-Akademie
    • Andrian: Fr. 6. Oktober – 20.00 Uhr – Pfarrsaal
    • Tramin: Do 28. September – 20.00 Uhr – Bürgerhaus
    • St. Pankraz: Di 19. September – 20.00 Uhr – Bürgersaal
    • Sarntal: Mi 30. August – 20.00 Uhr – Turm Kränzelstein
    • Gais: Do 3. August – 20.00 Uhr – Feuerwehrhalle
    • Meran: Mi 2. August – 19.30 Uhr – OstWestCountryClub
    • St. Leonhard i. P.: Sa 15. Juli – 19.30 Uhr – Jaufenburg
    • Weißenbach/Ahrntal: Do 6. Juli – 19.30 Uhr – Vereinshaus
    • Eppan: Di 4. Juli – 19.30 Uhr – Tannerhof, Girlan
    • Schlanders: Mo 12. Juni – 20.00 Uhr – Bibliothek Schlandersburg
    • Bozen: Fr 9. Juni – 14.30 Uhr – Palais Widmann (Gedenken an Silvius Magnago)
    • Nals: Do 8. Juni – 20.00 Uhr – Kulturtreff Sonne
    • Partschins: Mo 5. Juni – 19.30 Uhr – Bibliothek
    • Vahrn: Mi 31. Mai – 19.30 Uhr – Bibliothek
    • Bozen: Di 23. Mai – 19.30 Uhr – Bibliothek Haslach
    • Eppan: Mo 8. Mai – 20.00 Uhr – Bibliothek St. Michael
    • Kurtatsch: Mi 19. April – 20.00 Uhr – Kulturhaus
    • Bozen: Do 13. April – 14.00 Uhr – Filmsaal des Landtags

    Angaben ohne Gewähr · Infos: noiland.org

    Der Verein Noiland Südtirol – Sudtirolo hat am 23. März im Rahmen einer Pressekonferenz bei der Eurac in Bozen sein Weißbuch zur Südtiroler Eigenstaatlichkeit vorgestellt.

    Kann Südtirol Staat? — so der Titel der umfangreichen Publikation — entstand in Zusammenarbeit mit zahlreichen Expertinnen und unter der Aufsicht eines wissenschaftlichen Beirats. Die Autorinnen der insgesamt 40 Kapitel gingen der Frage nach, ob Südtirol als eigenständiger Staat bestehen kann und gelangten zum Schluss, dass das Land die politisch-demokratischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen hat, als unabhängiger Staat erfolgreich zu sein, so wie Luxemburg, Malta, Island oder die drei baltischen Staaten.

    Beitrag zur Versachlichung

    Der europäische Einigungsprozess spielt dabei eine wichtige Rolle, da sich im Zuge dieser Entwicklung für die europäischen Regionen neue Spielräume eröffnen. Im Buch wird nachvollziehbar aufgezeigt, welche Schritte erforderlich wären, um einen unabhängigen Staat zu gründen. Dargelegt werden Chancen, aber auch Risiken, Bedingungen und mögliche Strategien.

    Noiland bekennt sich ausdrücklich zur Rechtsstaatlichkeit und gibt an, dass ein Prozess zur Erlangung der Unabhängigkeit bevorzugt in Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem italienischen Staat erfolgen sollte. Dadurch wäre ein rechtlich und politisch unstrittiges Ergebnis gewährleistet.

    Die Autorinnen — mit unterschiedlicher Haltung zur Eigenstaatlichkeit — beschäftigten sich eingehend mit der Frage, wie weit die politische Mitbestimmung gehen kann und was Demokratie darf. Soll es in einem geeinten Europa möglich sein, einen neuen Staat zu gründen, wenn die Mehrheit der betroffenen Bevölkerung es wünscht?

    Das Autorenteam unterstreicht, dass ein Südtiroler Staat nur als gemeinsame Anstrengung aller hier lebenden Sprachgruppen gelingen kann. Ein unabhängiges Südtirol soll und muss allen offenstehen und zur Heimat werden.

    Kann Südtirol Staat? ist ein Blick in eine vielleicht gar nicht so entfernte Zukunft. Die Idee zu dieser Publikation entstand vor fast zehn Jahren, als die Regionalregierungen in Schottland und Katalonien in Weißbüchern wichtige Fragen zur Unabhängigkeit einfach und verständlich erklärten.

    Kann Südtirol Staat?
    Noiland (Hrsg.)
    Bozen, 2023 – UVP € 19,90
    ISBN 979-12-210-0918-7
    www.noiland.org

    Siehe auch: 01 02 03 04 05 06

  • Es ist zum Grausen.

    Autor:a

    ai

    |

    1 Comentâr → on Es ist zum Grausen.

    Ein Horror, diese neue Landesregierung aus SVP und Fratelli d’Italia.

    Die gerupfte Volkspartei, ihr zerzauster Spitzenkandidat Arno Kompatscher und der durchgerüttelte Obmann Philipp Achammer wagen ein Experiment. Sie holen die neofaschistischen Fratelli d’Italia in die neue Landesregierung. Für Kompatscher ist das keine Liebes-, sondern eine Vernunftehe.

    Die Entscheidung des Parteiausschusses war unmissverständlich, eine übergroße Mehrheit stimmte für Verhandlungen mit den Fratelli d’Italia. Die Partei von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist nicht irgendeine Rechtspartei, die Fratelli stammen von der Alleanza Nazionale von Gianfranco Fini ab, diese wiederum vom neofaschistischen MSI, gegründet von ehemaligen faschistischen »Hierarchen« der Repubblica di Salò.

    Die Enkelin dieser Typen, Giorgia Meloni, soll plötzlich die Autonomie begrüßen, sie gar »ausbauen«? Meloni empfahl Südtirolerinnen und Südtirolern, die sich »österreichisch fühlen«, auszuwandern.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt

    Es kam wie es kommen musste. Vor den Parlamentswahlen vor einem Jahr stellte die Tageszeitung Dolomiten, das »Tagblatt der Südtiroler«, Giorgia Meloni eine ganze Seite zur Verfügung. Der Athesia-Partner im Kampf gegen Wolf und Bär, der Bauernbund, warf sich dem neuen Landwirtschaftsminister Lollobrigida an den Hals. Ein Hardliner, die Speerspitze der Kameradschaft.

    Bauernbund und Athesia gaben schon vor fünf Jahren den Koalitionstakt vor, damals mit der Lega. Jetzt mit den Fratelli d’Italia. Arno Kompatscher begründet sein Agieren mit dem Wählerwillen. Damit liegt er zweifelsohne nicht falsch. Eine Mehrheit der deutschsprachigen Südtirolerinnen und Südtiroler ist mit der Regierung Meloni zufrieden. Der Klagenfurter Professor Hans Karl Peterlini begründet die Meloni-Zustimmung mit der konservativen und rechten Grundhaltung im Land. Also ist eine Koalition mit den Neofaschisten die logische Schlussfolgerung. Grauenhaft!

    Bianchi Tricolore

    Grauenhaft sind auch die rechts-rechten Akteure, die neuen Partner der SVP. Christian Bianchi, Bürgermeister in Leifers in einer rechten Koalition mit der SVP, konnte in seinem kommunalen Labor diese Koalition reichlich testen. Sie funktionierte, wohl auch deshalb, weil die Rechten sich gefunden haben, weil es keine sprachlich-ethnischen Konflikte gibt, sprechen doch auch die deutschsprachigen Leiferer meist italienisch. Bianchi steht für italienische Einsprachigkeit.

    In einem Facebook-Post, als Antwort auf einen Kommentar der Grünen Brigitte Foppa, stellte Bianchi fest, dass die deutschsprachigen Südtirolerinnen und Südtiroler keine sprachliche Minderheit sind. Für Bianchi sind es die »Altoatesini«. Die Angehörigen der Staatsnation eine Minderheit? Die »Philosophie« der alten italienischen Rechten. Früher wäre die SVP dagegen Sturm gelaufen.

    Bianchi entpuppte sich auch als Fan der Frecce Tricolori, die vor einigen Wochen eindrucksvoll manifestierten, wer die Herren im Hause sind. Kritik und Proteste gegen die Frecce disqualifizierte Bianchi als extremistisch, der Applaus seiner rechten Freunde war gesichert: »Quello che mi fa GODERE […] loro hanno dovuto RESPIRARE IL SACRO TRICOLORE«, kommentierte ein Bianchi-Anhänger eindrucksvoll. Die neuen Partner werden wohl die SVP zum nächsten Rundflug der Frecce einladen. Hoffentlich!

    Noch mehr nationalistischen Tiefgang pflegen die beiden Abgeordneten der Fratelli d’Italia. Marco Galateo, für die Fratelli im Bozner Gemeinderat, rückte nach der Wahl des Langzeitabgeordneten Alessandro Urzì ins italienische Parlament in den Landtag nach. Bei den Landtagswahlen Ende Oktober holte er für seine Partei 6,1 Prozent. Überraschend wenig, obwohl der stramme Kämpfer Giorgia Meloni und ihre Regierung im Rücken hat.

    Weil ein nicht unbeträchtlicher Teil der italienischen Wählenden bei der Wahl zu Haus blieb, schrumpfte der italienischen Anteil im Landtag. Von acht auf fünf Abgeordneten. Galateo und seine rechte Formation richteten eine klare Forderung an die SVP, ihnen stünden in der neuen Landesregierung trotz Schrumpfens zwei Landesräte zu. Er empfahl großzügig, das nervige Autonomiestatut dahingehend abzuändern. Das lässt erahnen, dass die Autonomiepolitik der rechts-rechten Landesregierung mit dem Autonomieerbe nichts mehr zu tun hat.

    Das furchterregende Duo Scarafoni/Galateo

    Galateo verstand sich gut mit den »Faschisten des dritten Jahrtausends«, so definierten sich die Anhänger von CasaPound. Der mögliche Landeshauptmann-Vize betätigte sich als Reiniger der faschistischen Stele hinter dem faschistischen Siegesdenkmal in Erinnerung an die Beteiligung des faschistischen Italiens im spanischen Bürgerkrieg auf der Seite des putschenden Generals Franco.

    Seine Mitkameradin, Anna Scarafoni, outete sich als radikale Schwulen- und Lesben-Feindin, verortet den Klimawandel als alarmistische Propaganda. Die homophobe Klimaleugnerin wirbt auch für eine völlig andere Bildungspolitik, sie plädiert für die »mehrsprachige Schule« wie in der autonomen Region Aosta. Fakt ist, dass dort aus der angedachten mehrsprachigen inzwischen eine einsprachige italienische Schule wurde.

    Wie werden die SVP und die »deutschen« Partner, die Freiheitlichen, mit diesen gegensätzlichen Positionen der italienischen Rechten umgehen? Alessandro Urzì, Präsident der Sechserkommission für die Südtirolautonomie, sagte der Neuen Südtiroler Tageszeitung: »Widersprüchlichkeit ist ein Kennzeichen der SVP. Die SVP ist eine bequeme und opportunistische Partei. Sie sucht sich jenen Partner aus, der ihr am meisten weiterhilft.«

    Ob das so sein wird? Ministerpräsidentin Meloni kündigte die »Reparatur« der beschädigten Autonomie an. Eine fragwürdige Ankündigung, folgt man den Überlegungen von Sigmund Kripp auf Salto. Noch fragwürdiger findet Kripp die Begründung der SVP, mit den Fratelli eine Koalition zu bilden, weil diese ja in Rom an der Macht sind:

    Das ist autonomiepoltisch ein neuer, höchst interessanter Ansatz: Wir bilden nicht jene Regierungskoalition, die uns am besten im Land passt, (z.B. eine mit Kräften, denen Nachhaltigkeit und sozialer Friede ein Anliegen ist), sondern kopieren die jeweils in Rom sich an der Macht befindliche! Das ist für mich die komplette Aufgabe aller Autonomie! […] Also totaler politischer Autonomieverzicht, um irgendwelche Artikelchen durchzubringen?

    – Sigmund Kripp

    Mit dieser Koalition bricht die SVP ein Tabu. Niemals mit Faschisten. Noch vor einem Jahr konnte sich Parteiobmann Achammer keine Landesregierung mit den Fratelli vorstellen. Auch deshalb nicht, weil Ministerpräsidentin Meloni die Südtirolautonomie in das Gesamtspektrum der nationalen Einheit einordnen will. Aber »was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?«

    Diebische FPÖ-Freude

    Platz in diesem toxischen Mix haben auch die Freiheitlichen. Nach dem Wahlsieg von Meloni vor einem Jahr tönte die freiheitliche Ulli Mair auf Salto:

    Das große Schreckgespenst sehe ich allerdings nicht in ihr, (…) ich kann mir durchaus vorstellen, dass man auch unter Meloni Positives für Südtirol erreicht.

    – Ulli Mair (F)

    Die ehemaligen Kameradinnen und Kameraden der Freiheitlichen, die FPÖler, zählten nach den Parlamentswahlen in Italien zu den ersten Gratulanten von Giorgia Meloni. So twitterte der FPÖ-Europaparlamentarier Harald Vilimsky: »Italiener holen sich ihr Land zurück, bravissimo!«

    Die Landesparteiobfrau der FPÖ Salzburg und Stellvertreterin von Parteichef Herbert Kickl, Marlene Svazek, freute sich riesig über den Wahlerfolg von Meloni:

    Eine starke Frau an der Spitze Italiens. Ganz ohne Quote und mit der Unterstützung von Männern wie Matteo Salvini im Rücken. In Italien hat man trotz mehrerer rechter Parteien erkannt, dass dieses Lager geeint auftreten und die Beste an die Spitze muss. Dann ist offenbar alles möglich.

    – Marlene Svazek (FPÖ)

    Südtirol reiht sich ohne Not rechts ein. Die kleine Schwester im Trentino, der PATT, ist Teil der rechts-rechten Allianz von Landeshauptmann Fugatti. Der traditionsreiche Partito Sardo d’Azione schloss sich vor Jahren schon ebenfalls dem rechten Bündnis an.

    Wer wird wohl in der SVP für Druck in Richtung Fratelli gesorgt haben? Europaparlamentarier Herbert Dorfmann? Darf er bei den Europawahlen im nächsten Jahr mit den Fratelli kandidieren? Die europäische Rechte formiert sich neu, sie möchte Manfred Weber von der Fraktion der Volksparteien im Europaparlament ins Boot holen. Der spanische Versuch, die Volkspartei PP und Vox-Faschisten zu pushen, scheiterte. Schrecklich diese Vorstellung, dass die nicht weniger traditionsreiche SVP Teil eines Bündnisses wird, in dem Faschisten und Putin-Anhänger den Ton angeben.

    »Ich bin mir bewusst, dass es in der SVP konservative Kräfte gibt, die mit den Positionen der Regierungschefin übereinstimmen. Vom linken Flügel der Partei erwarte ich mir jedoch einen konsequenten Antifaschismus und eine grundsätzliche Ablehnung eines Bündnisses mit Fratelli d’Italia«, hoffte Andreas Unterkircher, SVP-Mitglied und LGBTQIA-Aktivist laut der Neuen Südtiroler Tageszeitung.

    Ob diese noch auszuhandelnde rechts-rechte Landesregierung zum Sargnagel der SVP wird? Die SVP nach 78 Jahren im Todeskampf?

  • Le solite critiche al censimento linguistico.

    Autor:a

    ai

    |

    0 Comentârs → on Le solite critiche al censimento linguistico.

    La proporzionale tra gruppi linguistici, strumento fondamentale di tutela delle minoranze in questa terra, è regolarmente sotto attacco, salvo forse quando può essere utile alla maggioranza nazionale. Nelle ultime settimane ad esempio abbiamo assistito a un teatrino indegno per costringere l’SVP a imbarcare un secondo italiano nel prossimo Governo, quando senza proporzionale il partito di maggioranza avrebbe benissimo potuto formare una coalizione monoetnica. Non sono peraltro mancate le voci di chi — invece che ai rapporti tra gruppi linguistici nel Landtag — vorrebbe ancorare la rappresentanza degli italiani in giunta alla consistenza complessiva dei gruppi nella popolazione.

    Ma oltre a quelli rivolti contro la proporzionale sono ormai all’ordine del giorno gli attacchi a praticamente tutte le misure di tutela, come la clausola di residenza, il sistema scolastico e perfino l’obbligo di bilinguismo. E adesso che sta per iniziare il rilevamento della consistenza dei gruppi linguistici, da distinguere peraltro dalla dichiarazione di appartenenza individuale, si addensano nuovamente anche le critiche al censimento linguistico, che della proporzionale è la base.

    Ovviamente nulla di male in sé, ma va constatato che a una forte e convinta pars destruens non corrisponde di norma alcuna proposta alternativa per tutelare le minoranze tedesca e ladina. Vale ricordare che tuttavia l’autonomia e gli strumenti di tutela che la caratterizzano non galleggiano nel vuoto cosmico, ma rispondono puntualmente al sistema (mono-)nazionale nel quale volenti o nolenti ci troviamo. Se sono brutti gli strumenti di tutela, ed alcuni effettivamente lo sono, almeno altrettanto brutto è il sistema che li rende necessari. Se proporzionale, clausola di residenza e scuole divise sono superate, superato è anche lo stato (mono-)nazionale. Voler abolire le tutele senza prima abolire le minacce — o perlomeno proporre alternative altrettanto efficaci — significa semplicemente voler decimare le minoranze, null’altro. Basta dirlo.

    Vedi anche: 01 02 03

  • Drei Richter und das spanische Amnestiegesetz.
    Polònia

    Autor:a

    ai

    |

    0 Comentârs → on Drei Richter und das spanische Amnestiegesetz.
    Polònia

    Im öffentlich-rechtlichen katalanischen Fernsehen gibt es mit Polònia eines der inhaltlich und handwerklich besten Satireprogramme, die ich kenne. Und das von einer »regionalen« Anstalt. Hoffentlich im Einklang mit den Richtlinien des Senders, der die Wiedergabe von Eigenproduktionen auf Blogs und Webseiten ausdrücklich gestattet1solange sie nicht verfälscht werden und niemand über die Urheberschaft in die Irre geleitet wird, habe ich einen kurzen Sketch aus der Folge vom 16. November, in dem es um das Amnestiegesetz geht, mit deutschen Untertiteln versehen:

     

    Was mir gefällt — und woraus wir durchaus lernen könnten — ist das gewählte Framing, demzufolge das, was von höheren staatlichen Gerichten kommt, nicht per se auch von höheren Prinzipien geleitet, also unpolitisch, objektiv und quasi »gottgegeben« ist, wie es in Südtirol allzuoft (unhinterfragt und obrigkeitshörig) dargestellt wird.

    Und falls hier jemand daran zweifeln sollte: Polònia geht natürlich katalanische Politikerinnen und die Regionalregierung mit genau demselben Biss an, wie in diesem Fall die spanische Gerichtsbarkeit.

    Siehe auch: 01 02 03 04 05 | 06

    • 1
      solange sie nicht verfälscht werden und niemand über die Urheberschaft in die Irre geleitet wird
  • La Coppa Davis e «l’adoption du colonisé».
    Jannik Sinner

    La Gazzetta — o forse meglio la Ca**ata dello Sport, come ama chiamarla un mio conoscente? — poche settimane fa aveva fatto del tennista sudtirolese Jannik Sinner un vero e proprio «Caso Nazionale», per la sua decisione di non partecipare alla fase iniziale della Coppa Davis, che, assieme alle Olimpiadi, è uno dei pochissimi eventi del tennis che si giocano «in nazionale». Venne criticato aspramente anche da molti veterani del tennis italiano, come Nicola Pietrangeli o Adriano Panatta.

    Ora che ha raggiunto la squadra nella fase finale e ha avuto un ruolo decisivo nella vittoria del torneo, gli stessi che lo avevano schiaffeggiato ora tornano sui loro passi — non certo scusandosi, ma ricalibrando (un po’). Come Giancarlo Dotto sulla Gazzetta del 21 novembre:

    La seduzione di Jannik è diventata giorno dopo giorno micidiale nel suo essere nostro, nel suo scoprirsi definitivamente «italiano», senza esserlo davvero completamente, nostro e italiano.

    – Giancarlo Dotto, Gazzetta dello Sport

    Quando ha sottolineato di quanto era stato bello avere conquistato «i tifosi italiani», quando dire «italiani» per un italiano scontato sarebbe un pleonasmo. Quando ha fatto sua una bandiera, non per dovere anagrafico ma per convinzione, senza l’essere completamente un apostolo delle virtù, dei vizi e della storia di quella bandiera. Insomma, noi abbiamo imparato ad amare Jannik anche perché non ci appartiene sino in fondo. Perché non ci somiglia. Per il suo essere così diverso e così distante dalla nostra anima latina, quando (non) esulta, quando (forse) si deprime, quando (appena) sorride. Quando parla una lingua e forse pensa in un’altra.

    Se siamo diventati in una settimana milioni di euforici Carota boys, possiamo rovesciare il concetto e dire che lui, nella stessa settimana, è diventato un non meno euforico Maccarone boy. Uno dei nostri. Una bella storia. Tra un passante e un rovescio incrociato, tra un boato e un coro, Jannik ha scoperto la bellezza torrida di essere nostro e di ritrovarsi italiano. Sentirsi italiani per adozione avvenuta, conclamata e plebiscitaria. Cosa di più bello? Cosa di più illuminante per un Paese che ancora dibatte il dubbio, nella sua pancia più triviale, se abbia diritto di sentirsi e dirsi italiano chi lo ha dimostrato con l’appartenenza, la dedizione, l’amore svelato, e non per un mero fatto di sangue o di etnia.

    – Giancarlo Dotto, Gazzetta dello Sport

    E insomma, tutto è bene quel che finisce bene: il colonizzato — secondo Dotto «più apolide che altro» — è stato adottato per acclamazione, avendo avuto la decenza di corrispondere alle aspettative e di accrescere il prestigio del padrone.

    Lui capisce in fretta e le belle parole alla fine di ogni match non sono mai state confetti di circostanza. Sono state le parole di un ragazzo finalmente pronto a «sentirsi» oltre che dirsi italiano. […] Da qui in poi, statene certi, la finalmente e definitivamente «nostra» Volpe Rossa giocherà per la «sua» Nazionale anche con un braccio ingessato.

    – Giancarlo Dotto, Gazzetta dello Sport

    Per chi scrive vaccate del genere si potrebbe anche provare compassione e basta, se non fosse che sono rappresentative, le vaccate, del «pensiero nazional-nazionalista» e che le stesse discussioni si ripropongono ogni singola volta che atleti sudtirolesi di lingua tedesca hanno (o non hanno) successo. Anzi, peggio ancora: l’editoriale della Gazzetta è sì stato oggetto di critiche diffuse da parte di molte altre testate giornalistiche, ma quasi sempre relativamente al punto che Dotto si è permesso di dubitare dell’italianità di Sinner.

    Insomma: finché non interverrà la totale assimilazione, le uniche opzioni concesse a chi appartiene a una minoranza nazionale sono quelle di dover professare la propria italianità (vera o finta) a ogni piè sospinto o di vedersi rinfacciare l’insufficiente identificazione con la nazione. E nella maggior parte dei casi tali opzioni non sono nemmeno alternative tra di loro, ma, come nel caso di Sinner, si sovrappongono facendo a gara tra di loro. Lo stato (mono)nazionale è questo e i riflessi che ne conseguono non spariranno mai.

    Vedi anche: 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14

  • Die Rechnung ohne das Zuteilungsverfahren.
    Zusammensetzung der Landesregierung

    Die Staatsadvokatur schreibt in ihrem Gutachten zum Gutachten des Landtags in Bezug auf den Proporz in der kommenden Landesregierung, dass die Anzahl der jeder Sprachgruppe zustehenden Regierungsmitglieder ihrer Meinung nach auf der Grundlage von 35 und nicht 34 Abgeordneten zu ermitteln sei. Recht viel mehr steht ihm Gutachten nicht — insbesondere nicht, wie viele Landesrätinnen der deutschen und italienischen Sprachgruppe konkret zustehen.

    Nun behaupten einige, dass die von der Staatsadvokatur präferierte Berechnungsmethode automatisch zur Folge hätte, dass in einer Landesregierung mit elf Mitgliedern zwei der italienischen Sprachgruppe angehören müssten. Doch stimmt das?

    Eine einfache mathematische Betrachtung führt zu folgendem Ergebnis:

    • 29 deutschsprachige Abgeordnete geteilt durch die Gesamtzahl 35 = 0,829
    • 5 italienischsprachige Abgeordnete geteilt durch die Gesamtzahl 35 = 0,143

    Bei zehn zu vergebenden Posten stehen also 8,29 der deutschen und 1,43 der italienischen Sprachgruppe zu. Nach Adam Riese ist bei beiden Werten die Nachkommastelle für eine Aufrundung zu niedrig. Da jedoch 0,43 größer als 0,29 ist, behaupten einige, dass der zusätzliche Sitz der italienischen Sprachgruppe zustehe.

    Sitzzuteilungsverfahren

    Mag sein. Vielleicht aber auch nicht, denn genau um solche Probleme möglichst gut zu lösen, wurden Sitzzuteilungsverfahren entwickelt. Sie sollen dafür sorgen, dass alle Parteien oder Gruppierungen möglichst gemäß ihrer tatsächlichen Stärke in einem Gremium vertreten sein können, obwohl das Ergebnis jeweils nur ganze Zahlen (= Anzahl verfügbarer Sitze) berücksichtigen kann. Dies wird durch Rundung und Anpassung erreicht. Sitzzuteilungsverfahren kommen sowohl bei der Übersetzung von Wahlergebnissen in Parlaments- oder Landtagssitze zur Anwendung, als etwa auch bei der Besetzung von Ausschüssen und Kommissionen nach Fraktionsstärke in einem Parlament.

    Im Grunde ist die Südtiroler Landesregierung nach dieser Betrachtungsweise nichts anderes als ein Ausschuss, der nach der Stärke der Sprachgruppen (= drei Fraktionen) im Landtag zusammengesetzt werden soll:

    • Fraktion Nr. 1 hat 29 Mitglieder (Deutsche)
    • Fraktion Nr. 2 hat 5 Mitglieder (Italienerinnen)
    • Fraktion Nr. 3 hat 1 Mitglied (Ladiner)

    Zu vergeben sind zehn Sitze. Dem Gutachten des Landtags zufolge müsste man den Ladiner bei der Berechnung außen vor lassen, da er schon den elften Sitz erhält. Das finde ich persönlich logischer, als ihn weiterhin mit einzubeziehen, wie es die Staatsadvokatur bevorzugt. Folgen wir trotzdem der Präferenz der Staatsadvokatur und rechnen nach den gängigen Sitzzuteilungsmethoden, erhalten wir folgende Ergebnisse:

    • Hare-Niemeyer-Verfahren: Fraktion Nr. 1 erhält 8 Sitze, Fraktion Nr. 2 erhält 2 Sitze, Fraktion Nr. 3 erhält 0 Sitze
    • D’Hondt-Verfahren: Fraktion Nr. 1 erhält 9 Sitze, Fraktion Nr. 2 erhält 1 Sitz, Fraktion Nr. 3 erhält 0 Sitze
    • Sainte-Laguë-/Schepers-Verfahren: Fraktion Nr. 1 erhält 9 Sitze, Fraktion Nr. 2 erhält 1 Sitz, Fraktion Nr. 3 erhält 0 Sitze

    Mit zwei von drei gängigen Sitzzuteilungsverfahren stehen also der deutschen Sprachgruppe neun von zehn Landesrätinnen zu, wenn der elfte Sitz an den Ladiner vergeben wird — selbst wenn man der Berechnung 35 statt 34 Landtagssitze zugrunde legt, wie von der Staatsadvokatur bevorzugt.1Legt man 34 Sitze zugrunde, erhält man mit allen drei Verfahren neun deutsche und eine italienische Landesrätin. Keine Ahnung, nach welchem Kriterium man entscheiden sollte, welches der drei Verfahren (wenn überhaupt) zur Anwendung kommt. Doch einfach nur zu sagen, der italienischen Sprachgruppe stehen zwei Posten zu, weil 0,43 größer als 0,29 ist, dürfte zu kurz greifen.

    Am besten wäre es wohl ohnehin nach wie vor, eine Landesregierung mit weniger als elf Mitgliedern zu bilden. Nicht nur, weil dann kein Zweifel über den Sprachgruppenproporz besteht, sondern auch, weil eine Vergrößerung von acht (2013) und neun (2018)2seit dem Ausscheiden von Thomas Widmann wieder acht auf elf kaum begründbar wäre.

    Siehe auch: 01 02 03

    • 1
      Legt man 34 Sitze zugrunde, erhält man mit allen drei Verfahren neun deutsche und eine italienische Landesrätin.
    • 2
      seit dem Ausscheiden von Thomas Widmann wieder acht
  • Landesregierung: Gutachten gegen Gutachten.
    Proporz

    Autor:a

    ai

    |

    1 Comentâr → on Landesregierung: Gutachten gegen Gutachten.
    Proporz

    Über das Gutachten der Rechtsexpertinnen des Landtags, demzufolge auch bei einer Landesregierung mit elf Mitgliedern nur eine italienische Landesrätin möglich sein sollte, hat nun die Staatsadvokatur ein (einsprachig italienisches) Gutachten veröffentlicht.

    Südtiroler Medien berichten darüber folgendermaßen:

    Staatsadvokatur: 2 italienische Landesräte ohne Verzicht auf Ladiner möglich

    Südtirol Online

    L’avvocatura dello Stato dà il via libera ai due assessori italiani

    Rai

    Laut Staatsadvokatur gehen sich zwei italienische Landesräte aus

    Südtirol News

    Stamattina, 29 novembre, l’Avvocatura di Stato di Trento ha espresso il parere chiesto dal Consiglio provinciale di Bolzano, confermando la possibilità di una giunta provinciale a 11 con due assessori italiani.

    AA

    L’Avvocatura: “Due assessori italiani”

    Salto

    Die Staatsadvokatur in Trient hat entschieden: In der neuen Südtiroler Landesregierung können acht deutsche, zwei italienische und ein ladinischer Landesrat sitzen.

    TAZ

    Dazu ist zu sagen:

    • Anders als diese Medien behaupten, steht im Gutachten der Staatsadvokatur nichts Konkretes über die Anzahl der Landesrätinnen.
    • Die Staatsadvokatur schreibt noch nicht einmal ausdrücklich, dass das Gutachten der Landtagsdienste falsch sei.
    • Sehr wohl gibt die Staatsadvokatur jedoch an, über die vom Landtag gewählte Berechnungsmethode »perplex« zu sein, da der Proporz ihrer Interpretation zufolge auf der Grundlage von 35 Abgeordneten (einschließlich des Ladiners) und nicht auf der Grundlage von 34 Abgeordneten (nach Abzug des Ladiners) berechnet werden müsse.
    • Die von der Staatsadvokatur favorisierte und für richtig gehaltene Berechnungsmethode führt bekanntlich zum Ergebnis, dass der deutschen Sprachgruppe 8,29 Regierungsmitglieder zustehen und der italienischen Sprachgruppe 1,43. Beide Werte müsste man den Regeln der Mathematik folgend abrunden. Wie damit ihrer Meinung nach umzugehen sei, sagt die Staatsadvokatur nicht.
    • Grundsätzlich haben wir jetzt also zwei offizielle Gutachten — bzw. ein Gutachten und ein Gutachten über ein Gutachten — die sich widersprechen. Keines von beiden ist rechtlich bindend.
    • Zudem haben wir noch eine Reihe von juristischen Einschätzungen (Eleonora Maines, Luca Crisafulli, Daniele Simonato, Francesco Palermo, Karl Zeller), die sich ebenfalls nicht einig sind.

    Unabhängig von der Besetzung nach Sprachgruppen wäre also eine allfällige Elferregierung für Einsprüche geradezu prädestiniert.

    Siehe auch: 01 02 03 || 01

You are now leaving BBD

BBD provides links to web sites of other organizations in order to provide visitors with certain information. A link does not constitute an endorsement of content, viewpoint, policies, products or services of that web site. Once you link to another web site not maintained by BBD, you are subject to the terms and conditions of that web site, including but not limited to its privacy policy.

You will be redirected to

Click the link above to continue or CANCEL