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  • Deutsch auf dem Abstellgleis.


    Über die Missachtung der Sprachbestimmungen durch Trenitalia und RFI

    Oft merke ich wenig von den Sprachbestimmungen, die in Südtirol angeblich gelten und Dienstleister im öffentlichen Sektor dazu verpflichten, jegliche Interaktionen mit Bürger:innen sowohl auf Deutsch wie auch auf Italienisch zu garantieren. Zu diesen Dienstleistern gehören in Südtirol das Bahnunternehmen Trenitalia und der Schienennetzbetreiber RFI, die beide den italienischen Staatsbahnen angehören. Um diese zwei Unternehmen soll es in diesem Artikel gehen. Die zuvor angesprochenen Interaktionen, wie ich sie nenne, umfassen im Bahnverkehr jegliche akustischen Ansagen im Zug und alle für Bürger:innen relevanten Beschilderungen in und am Zug (z.B. Sicherheitsbestimmungen, Bildschirmanzeigen usw.). Auch umfassen diese Interaktionen das Zugpersonal, das sowohl Deutsch als auch Italienisch sprechen können sollte. All diese Vorgaben für den Bahnverkehr gelten genauso für die Bahnhöfe in Südtirol, die größtenteils von RFI betrieben werden.  Im folgenden Beitrag möchte ich am Beispiel von Trenitalia und RFI zeigen, dass diese Sprachbestimmungen von beiden Unternehmen systematisch missachtet werden. Nachfolgend werde ich einige jüngste Negativbeispiele anführen, die mir bei der Mitfahrt in Trenitalia-Zügen oder auch von RFI betriebenen Bahnhöfen in Südtirol aufgefallen sind. Dabei erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Repräsentativität, obwohl ich glaube, dass jedes einzelne Beispiel einen empirisch feststellbaren Zustand der Marginalisierung aufzeigen lässt und es noch viel mehr zu zeigen gäbe. Deshalb fordere ich die Leser:innen dieses Artikels auf, gerne selbst eigene diesbezügliche Erfahrungen im Bahnverkehr in den Kommentaren zu teilen.

    Die deutschen Ortsnamen

    Am 3. April dieses Jahres bin ich mit einem Trenitalia-Zug von Sterzing nach Meran gefahren. Dabei haben mich einige deutschsprachige Ansagen im Zug irritiert, bei denen die Bahnhofsnamen falsch ausgesprochen wurden. Drei Tage darauf bin ich mit einem Regionalzug von Trenitalia – oder wie von der automatisierten Begrüßungsdurchsage vorgeschlagen – «Zug-regionale » (vgl. weiter unten) die gleiche Strecke zurückgefahren. Wieder wurden fast alle Bahnhofsnamen von der automatischen Durchsage im Zug falsch ausgesprochen. Ich füge in diesem Zusammenhang eine von mir am 6. April aufgenommene und zusammengeschnittene Audiodatei an, die einige der falsch ausgesprochenen Bahnhofsnamen dokumentiert:

    In der etwas verrauschten Audioaufnahme von den automatisierten Durchsagen der Bahnhofsnamen hört man, dass Ortsnamen völlig falsch ausgesprochen werden. Aus Gargazon wird »Gargasn« oder so ähnlich, anstatt Bozen hört man eher »Bossen«. Dies ging dann mehr oder weniger so weiter bis Sterzing, fast alle noch anstehenden Bahnhofsnamen wurden bei der deutschen Ansage falsch und wie bereits im Audio oben hörbar, gleichzeitig auf lächerliche Weise ausgesprochen, während die italienischen Ansagen immer fehlerfrei waren. Hinzu kommt, dass die italienischen Durchsagen immer vor den deutschen gereiht waren und somit eine Hierarchie begünstigen: Zuerst Italienisch dann Deutsch – und in diesem Fall fehlerhaftes Deutsch noch dazu an wirklich sehr sensiblen Stellen, wie den Ortsnamen. In den Landeszügen gibt es eine umgekehrte Reihung, zuerst Deutsch, dann Italienisch, zusätzlich an zwei Bahnhöfen Ladinisch, dazu aber später mehr. Mittlerweile, auch vielleicht wegen meiner Meldung an das Landesamt für Bürgerrechte, scheint diese Störung nun behoben – ein fehlerhaftes Update war schuld, hieß es.  

    Jedoch scheint auch RFI – und dieses Mal in Zusammenarbeit SAD – Probleme mit den Südtiroler Ortsnamen zu haben, wie aus Abb. 1 hervorgeht. Aus Laas und Mals wird Lasa und Malles.

    Abbildung 1: Hinweis Vinschgerbahn mit fehlerhaften Ortsnamen, Aufnahme am 6. Juni 2026, Bahnhof Meran; Hervorhebungen von mir

    Auch online bei den Ankunfts- und Abfahrtsinformationen von RFI, wie am Beispiel des Brixner Bahnhofs in Abb. 2, wird nur der jeweilige Bahnhofsname mit dem deutschsprachigen Toponym angegeben (sofern man die deutsche Variante der Seite auswählt), alle anderen Haltestellen nur auf Italienisch. Zudem sind die deutschen Übersetzungen teilweise fehlerhaft und scheinen teilweise 1:1 aus dem Italienischen übersetzt.

    Abbildung 2: Screenshot digitale Abfahrtstafel Bahnhof Brixen, von https://www.rfi.it/it/stazioni/bressanone–brixen.html

    Die ladinischsprachigen Durchsagen

    Seit 2023 werden manche Bahnhofsnamen in Zügen auch auf Grödnerisch oder Gadertalerisch durchgesagt, wobei nur fünf Bahnhöfe unter diese Initiative fallen und alle anderen nicht, wie z.B. der Bahnhof Bozen. Die ladinischsprachigen Durchsagen gibt es aber nur in den Zuggarnituren des Landes. Bei den Garnituren von Trenitalia selbst hört man keine ladinischen Ansagen. Trenitalia zeigt somit auch hier, dass Minderheitenrechte oder Initiativen für Minderheiten ein Extra sind, das beliebig ignoriert werden kann. Liej inant / Weiterlesen / Continua →


    I cuntribuc esterns ne spidlea nia for la minonga o la posizion de BBD, nsci coche i/la autëures ne sustën nia for i fins de BBD. · Autor:innen- und Gastbeiträge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterstützen. · I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. — ©


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  • In Rio hat Deutsch fertig.

    Vor gut einem Monat hatte mich bereits ein Leser darauf hingewiesen, heute konnte ich mich mit eigenen Augen davon überzeugen: Im Zuge kürzlich durchgeführter Bodenmarkierungsarbeiten in Mühlbach wurde auf die deutsche Sprache gepfiffen.

    Mehrere »reservierte« Parkplätze hat man einfach mit dem einsprachig italienischen Hinweis riservato versehen:

    Zu verantworten hat diese — wohl illegale — Marginalisierung der Minderheitensprache nicht der Podestà, sondern die Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Heinrich Seppi (SVP). Laut Sprachgruppenerhebung von 2024 machen die deutschsprachigen Einwohnerinnen von Mühlbach 93,54 Prozent aus.

    Das ist übrigens jene Gemeinde, wo man sich so (pseudo-)sprachsensibel gibt, dass man der Tourismusbezeichnung Gitschberg-Jochtal unbedingt ein einnamig italienisches tolomeisches Rio Pusteria hinzufügen musste.

    Seit die einsprachige Bodenmarkierung angebracht wurde, ist über ein Monat vergangen. Für eine Korrektur wäre also Zeit genug gewesen.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08 09



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  • La Ikastola tl Paesc Basch.
    3a pert


    de Sofia Stuflesser

    “Ikasi” uel dì “mparé” per basch. La Ikastola ie na scola ulache n possa mparé basch. Truep genitores manda si mutons tla Ikastolak (l plurel fejen cun -ak), na scola ulache l vën nsenià dut per basch, ora che puecia ëura de spanuel y nglëisc al’ena. A chësc ti dijen sistem imersif, sciche nce la scola tudëscia y taliana te Südtirol. L travert dl sistem imersif ie chël de sustenì la rujeneda basca, ajache l spanuel o franzëus mperen pa bën feter da sëui tres i cuntac soziei y tres i media. Nfati ne à la sculées y i sculeies majera pert degun problem a studië per spanuel o per franzëus do avëi fat na scola cun sistem imersif basch.

    La Ikastola a Uztaritz.

    La prima Ikastola fova unida metuda su tl 1914, ma la majera pert de Ikastolak ie nasciudes danter l 1957 y l 1975 sota la ditatura de Franco, n pue’ sciche la “Katakombenschulen” da nëus, cun l fin de nsenië basch. La Ikastolak ie dantaldut unides finanziedes tres mesuns privac y ie donca privates. Al didancuei vën la Ikastolak tl Paesc Basc sustenides per l za. 90% da scioldi publics, tres la Cumunità Autonoma Basca. L rest vën paià da genitores, ntëur a n 100 euro al mëns.

    Na tlas tla Ikastola de Angelu.

    Ncueicundì iel 150 Ikastolak te dut l Paesc Basch, tla pert spanuela y franzëusa, ma plu da giut nen fovel mo scialdi deplù. Ti ani ’90 à truepa Ikastolak, dantaldut pitles, messù deventé publiches pervia de na lege che ulova, aldò dl pont d’ududa de chëi che lëura tla Ikastola, avëi plu sota cuntrol chël che la scoles fej. Chësta scoles publiches à for mo inuem Ikastolak, scebën che les ne n’ie nia plu de “drë” Ikastolak. Te cër luesc, p. ej. a Azpeitia, iel propi pervia de chësta lege doi Ikastolak, na privata y na publica. Ntan l Erasmus ei pudù ti cialé a tramedoi. N con’ dla pedagogia ie tramedoi sortes de scola scialdi inuvatives, ma ie ove la mprescion che la Ikastolak privates à mo na majera lidëza de sperimenté cun cunzec didatics plu inuvatifs.

    Ulësse śën ve cunté dl’esperienza che é fat tla cater Ikastolak cun sistem imersif basch ulache son stata. Trëi de chëstes ie tla pert spanuela dl Paesc Basch: la Ikastola privata de Orio, la Urola Ikastola, che ie na scola publica a Azpeitia, y la Ikastola privata a Azpeitia. Tl Paesc Basch dl nord, donca tla pert franzëusa, sons stata tla Kimua Ikastola a Angelu, che ie daujin a Bayona. Te duta chësta Ikastolak ei pudù usservé na maniera de nseniamënt scialdi davierta y inuvativa dal pont d’ududa didatich.

    Tla Ikastola de Orio iel duc i salamënc bëndebò davierc. La scolina ie nce davierta per genitores. Nce ëi possa unì ite y acumpanië i mutons y la mutans n struf, vivan pea per euskara. Per i genitores che ne rejona nia euskara ai tacà su sun usc la paroles y frases plu mpurtantes per euskara. Te scolina y nce te scola vëniel laurà te na maniera scialdi davierta, n pue’ aldò dl sistem Montessori. L ie truep lauratueresc, ulache i sculeies y la sculées possa n pue’ crì ora cie che n fej dant o do, co che n fej a ruvé al travert, cun chi o ulache n lëura. Tla tlasses plu autes ie l material didatich scialdi cunzentrà sun proiec. Pra uni unità dëssel unì fat velch de pratich. I sculeies y la sculées à nce ëures de lauratuere sun l prugram dl’ena, trajan adum plu materies.

    Nteressant me savovel che l vën nce fat mes’ ëura de meditazion al’ena, metan ora madroc sutii te tlas. Uni tant giapa la sculées y i sculeies plates de lëur da pensé do n con’ de sé nstësc, si emozions, si relazions cun d’autri y truep deplù. Nscila vëniel promuet la sanità psichica.

    Scialdi blòta me savova nce la mascotte dla Ikastola, Argitxo, n pitl zberdl cun na lintierna. Ai mutons y ala mutans ti vëniel dit che la flama tla lintierna de Argitxo muessa for luné. Sce n ne rejona nia plu euskara, pona se destuda la flama te si lintierna. La majera pert dla Ikastolak à n pitl Argitxo de stof che conta, cianta, bala y nsci inant. Uni fin dl’ena possa zachei d’autri tò pea Argitxo a cësa y pona cunté n lunesc a scola cie che Argitxo à fat y udù. Regularmënter fej Argitxo nce ndevins, ulache i sculeies y la sculées possa pona mandé ite si resposta. L ie nce mumënc ulache Argitxo vën coche persona vëira cun mascra te tlas a i crì. Pona iel sambën nce cianties y video d’uni sort cun chësta mascotte.

    La mascotte dla Ikastolak, Argitxo, cun si lintierna.1https://zubimusuikastola.eus/es/noticias/2023-10-20-visita-de-argitxo

    Argitxo ne n’ie nia lià a na lijënda, ma l ie unì nventà dala rë de Ikastolak, tlamà Ikastola Elkartea, che fej nce dut l material didatich per euskara. I libri de scola per la Ikastolak vën propi fac da jënt basca, nia ciancei da libri spanuei. L ie mpurtant che i mutons y la mutans giape libri cun l pont d’ududa basch, cis pra i libri de storia. Liej inant / Weiterlesen / Continua →

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      https://zubimusuikastola.eus/es/noticias/2023-10-20-visita-de-argitxo

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  • Der falsche ›Walsche‹.


    Alessandro Urzì von den Fratelli will Senator Luigi Spagnolli loswerden

    Senator Spagnolli nervt nicht nur die SVP, noch viel mehr ärgern sich die italienischen Überpatrioten von den Fratelli. Spagnolli stimmt im Senat — als Mitglied der Autonomiegruppe — mit SVP-Senatorin Julia Unterberger, ist keine erklärte nationalistisch-italienische Stimme aus der Provinz Bozen. Er positioniert sich für die Autonomie, für den Dialog auf Augenhöhe.

    Bei den letzten Parlamentswahlen schaffte es der ehemalige Bozner Bürgermeister, seine italienische rechte Konkurrenz und den SVP-Kandidaten abzuhängen. Die Volkspartei hantierte wieder einmal mit der angeblichen Blockfreiheit. Meist steht die »Blockfreiheit« für einen Schmusekurs der SVP mit der italienischen Rechten. Offensichtlich pfiffen SVP-Wählende auf die Order aus der Brennerstraße und stimmten für Spagnolli.

    Spagnolli schaffte es, die rechten Planspiele zu durchkreuzen. Dafür nun offensichtlich die Revanche von Alessandro Urzì, Kammerabgeordneter der Fratelli aus Vicenza. Urzì, bei den beiden letzten Südtirol-Wahlen schaffte er nur mehr knapp den Einzug in den Landtag, sicher kein italienisches Sprachrohr. Deshalb auch seine Kandidatur in Vicenza, auf einem sicheren Listenplatz der Meloni-Partei.

    Urzì scheiterte auch bei den Gemeindewahlen 2015 an Spagnolli. Spagnolli, ein antirechtes Bollwerk, das es künftig zu verhindern gilt. Mit einer »Reform« des Senatswahlkreises Bozen-Unterland, mit einem Zuschnitt, der den Sieg rechter Kandidaten garantieren soll. Das wäre dann das Ende der ethnischen Zusammenschau in diesem diversen Bezirk. Eine sanfte Art des ethnischen Reinemachens des Südtiroler Donbas, des Unterlandes.

    Aber auch die SVP ist sauer auf ihren ehemaligen Partner. Gemeinsam verwaltete die Spagnolli-Koalition mit der SVP — zehn Jahre lang — die Landeshauptstadt. Dann die Abkühlung. War Spagnolli zu wenig Hampelmann?

    Spagnolli wirft der SVP vor, stark nach rechts abgedriftet zu sein, hin zur Nähe der Fratelli. Außerdem entwickelte sich die SVP zu »einer opportunistischen Partei, die sich wie die Wölfe die leichteste Beute aussucht«. Spagnolli plädiert für eine Zusammenarbeit der deutschen und italienischen Mittelinks-Kräfte, um die SVP als Regierungspartei abzulösen. Die einstige Liebe zwischen Spagnolli und der SVP scheint deutlich abgekühlt zu sein.

    Ist die SVP aber auch deshalb auf Distanz zu Spagnolli gegangen, weil er eine gesicherte starke Militärpräsenz in Südtirol fordert? Es kann vermutet werden, dass dem so nicht sein wird.

    Die SVP zeigte Spagnolli ihre kalter Schulter im Unterland, bei den letzten Gemeindewahlen in Bozen wurde die Blockfreiheit als Losung ausgegeben. Auch hier verweigerte ein Teil der SVP-Wähler:innenschaft der Partei die Gefolgschaft und stimmte für den blassen Mittelinks-Kandidaten. Trotzdem darf die SVP in der Landeshauptstadt mitregieren, als Juniorpartner an der Seite der rechten italienischen Wahlkoalition.

    Luigi Spagnolli ist irgendwie aus der Zeit gefallen. Die SVP zieht die Zusammenarbeit mit der italienischen Rechten vor, in der Landesregierung, mit der italienischen Regierung. Ein italienischer Oppositioneller aus Südtirol, ausgerechnet aus einem italienisch geprägten und dominierten Wahlkreis, stört die Eintracht. Er ist der falsche »walsche« Senator aus Südtirol.

    Das Unterland ist für Überraschungen gut. So wie italienische Wählende den SVP-Kandidaten Oskar Peterlini wählten, so stimmten SVP-Wähler:innen – und nicht nur sie – für Francesco Palermo. Ein interethnisches Wahlverhalten, die Folge des Zusammenschauens, über Sprachgrenzen hinweg.

    Offensichtlich praktizierten einige SVP-Wähler:innen, Grüne, Team-K-Anhänger:innen bei den Parlamentswahlen 2022 weiterhin die Zusammenschau und hievten damit Spagnolli in den Senat.

    Kommt Urzì mit seinen Trennungsplänen durch, ist mit diesem Zusammenschauen Schluss. Und Urzì wird als Senator endlich sein Alto Adige in Rom vertreten können.


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  • Südtirol als Personalagentur des italienischen Staates.

    Das Land stellt der Staatspolizei bekanntlich Personal zur Verfügung, um sie bei der Ausstellung von Reisepässen zu unterstützen. Erst kürzlich hatte ich darüber hinaus darauf hingewiesen, dass nun auch dem Regierungskommissariat Landesbedienstete angeboten wurden, um die teils monatelangen Verzögerungen bei der Rückgabe entzogener Führerscheine zu verkürzen.

    Der offiziellen Pressemitteilung über ein Treffen zwischen LH Arno Kompatscher (SVP) und dem italienischen Wirtschafts- und Finanzminister Giancarlo Giorgetti (Lega) vom 16. Juli, die ich bereits aus sprachlichen Gründen thematisiert hatte, ist zu entnehmen, dass dieses Schauspiel munter weitergeht:

    Darüber hinaus schlug Kompatscher ein Abkommen mit dem Staat über die Zuweisung von weiterem Landespersonal an die Quästur vor.

    – LPA

    Hervorhebungen aus dem Original

    Der Staatspolizei soll also noch mehr Landespersonal zur Verfügung gestellt werden.

    Südtirol finanziert den italienischen Staat bereits in erheblichem Ausmaß mit. Gleichzeitig sieht sich das Land immer häufiger gezwungen, staatliche Behörden auch noch personell zu stützen, damit diese ihre gesetzlichen Aufgaben überhaupt erfüllen können.

    Das im EU-Recht verankerte Subsidiaritätsprinzip besagt, dass öffentliche Aufgaben möglichst auf der niedrigsten Verwaltungsebene wahrgenommen werden sollen, die sie wirksam erfüllen kann. Wenn der italienische Staat immer wieder darauf angewiesen ist, dass das Land ihm eigenes Personal — oder zusätzliches Geld — zur Verfügung stellt, um grundlegende Verwaltungsaufgaben bewältigen zu können, wäre es im Sinne von Autonomie und Subsidiarität nur folgerichtig, diese Zuständigkeiten direkt dem Land zu übertragen. Anstatt kostspielige Doppelgleisigkeiten aufrechtzuerhalten, die vor allem dem Zweck dienen, den Anschein eines handlungsfähigen Staates zu wahren und dessen Kompetenzegoismus zu bedienen.



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  • ›Absolute Nebensächlichkeit‹.
    Podcast


    In der europäischen Minderheitenpolitik gibt es nur Rückschritte

    Die EU kauft russisches Flüssiggas und finanziert damit auch den russischen Krieg in der Ukraine. Die EU scharwenzelt um das islamistische Regime in Syrien herum, genauso um Serbien und die Türkei. Die EU geht vor der MAGA-USA in die Knie. Intern cancelt die EU die eigenen Ökoprogramme, der Europäische Gerichtshof favorisiert den »freien Warenverkehr« auf Kosten der Gesundheit der Bürger:innen. Der EuGH und die Kommission verwarfen die Minority Safepack-Initiative. Dagegen wehren sich Abgeordnete aus Minderheitenregionen, für sie arbeite der Wissenschaftler Paul Videsott ein Memorandum aus.

    Ein Podcast von Wolfgang Mayr:

    Cëla enghe:


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  • Sprachen jonglieren mit Alperia.

    Im Mai hatte ich auf die Marginalisierung der deutschen Sprache auf der Website der Landesenergiegesellschaft Alperia hingewiesen. Einige der dokumentierten Missstände sind inzwischen verschwunden. Wie mir zugetragen wurde, soll dies tatsächlich aufgrund meines damaligen Beitrags geschehen sein.

    Das ist erfreulich. Vollständig gelöst sind die Probleme allerdings noch lange nicht.

    Nach wie vor

    • öffnet sich die Website selbst bei deutsch eingestelltem Browser standardmäßig auf Italienisch;
    • ist die Länderauswahl auch in der deutschen Sprachversion ausschließlich auf Italienisch verfügbar;
    • wird Brixen nur mit dem italienischen Ortsnamen gefunden.

    Wer sich etwas länger auf der Alperia-Website aufhält, stößt aber immer wieder auf sogenannte Easter Eggs — kleine sprachliche Schmankerl, die die Seitenprogrammiererinnen liebevoll für die Kundinnen versteckt haben:

    Ausschnitt Seitenfuß

    So hat man die Überschriften im Seitenfuß — »Area Legale«, »Dalla parte del consumatore« und »Seguici su« — nicht etwa ins Deutsche übersetzt. Stattdessen hat man sie auf Italienisch belassen und ihnen einfach ein »DE« angehängt. Was habe ich gelacht. Es sind solche sorgfältig eingebauten Überraschungen, die das Surfen zu einem ganz besonderen Erlebnis werden lassen.

    A propos Seitenfuß: In der mobilen Version wurde die Sprachwahl ganz unten versteckt. Wer von Italienisch auf Deutsch wechseln möchte, wird so jedes Mal auf die Probe gestellt. Aber auch zwischendurch bleibt es spannend: Beim Antippen interner Verweise landet man immer wieder mal auf der italienischen Seitenversion und muss sich erneut auf die Suche nach der Sprachwahl begeben. Abenteuer pur!

    Ausschnitt Tarifsuche

    Ebenfalls sehr kurzweilig ist die Tarifsuche: Zunächst ist man vielleicht etwas verdutzt, weil es »Bozen« oder »Südtirol« in der Provinzauswahl gar nicht gibt. Doch nach kurzem Nachdenken versteht man das Konzept: Vorwärts in die Vergangenheit! Hier haben sich die Gestalterinnen vom schwarzen Geist der 1920er Jahre anstecken lassen, weshalb konsequenterweise nur »Bolzano« existieren kann.

    In dem Formular wird außerdem abgefragt, ob man an seinem Wohnort »residente« oder »non residente« sei und ob man einen Tarif mit »prezzo fisso« oder »prezzo variabile« sucht. In der mobilen Version kommt noch die Auswahl zwischen »monoraria« und »bioraria« hinzu. Wer kein Italienisch kann, hat so die Möglichkeit, sich entweder an einem kleinen Rate- oder an einem Wörterbuchspiel zu beteiligen.

    Am ulkigsten fand ich persönlich aber diese Überraschung in der Alperia-App:

    Bildausschnitte Alperia-App (iOS) – Schwärzung von mir

    Wählt man unter »Hilfe & Kontakt« den Punkt »Schreiben Sie uns«, wird der nächste Punkt »Richiedi assistenza« einfach auf Italienisch aufgerufen. Da es in der App — anders als auf der Website — jedoch gar keine Möglichkeit mehr gibt, die Sprache umzuschalten (sie ist ja bereits auf Deutsch eingestellt), bleibt man in der italienischen Sprachversion gefangen. Eine Art sprachlicher Escape Room, allerdings ohne Ausgang. Hihi.

    Ich finde, all das hat eine besondere Anerkennung verdient: So viele unterschiedliche Spiele quer durch alle digitalen Angebote unterzubringen, und zwar als besonderes Feature ausschließlich für die gehätschelten deutschsprachigen Kundinnen, verlangt Unternehmen und Entwicklerinnen sicher großes Feingefühl und viel Kreativität ab. Bravo!

    Genau für solche Amüsements haben wir die Zuständigkeit für die Energie heimgeholt und eine Landesenergiegesellschaft ins Leben gerufen.

    Allerdings hoffe ich, dass sich die Kundinnen italienischer Sprache durch dieses Angebot nicht diskriminiert fühlen. Ihnen steht schließlich nur eine langweilige, einsprachige Standardversion zur Verfügung. Vielleicht sollte Alperia auch hier noch etwas mehr Abwechslung bieten.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08



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