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4M: Parlamentswahlergebnis 2018…
…und andere Entscheidungen.

  • In Südtirol:
    • Anders als im benachbarten Trentino ist die Wahlbeteiligung hierzulande im Vergleich zu 2013 drastisch eingebrochen — von 82,6% auf 70,3% (Senat) und von 82,1% auf 69,0% (Kammer). Das ist ein absoluter Negativrekord.
    • Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus (und zum Senat) wurden 5,6% (5,3%) weiße und 3,2% (3,7%) ungültige Wahlzettel gezählt. Im Vergleich zur letzten Parlamentswahl — 1,8% (1,8%) bzw. 2,4% (1,9%) — ist das eine deutliche Zunahme.
    • Die gesunkene Wahlbeteiligung und die gestiegene Anzahl weißer und ungültiger Wahlzettel sind Hinweise, dass die Wahlberechtigten das auf PD und Volkspartei maßgeschneiderte Wahlgesetz und/oder die Bündnispolitik der Sammelpartei nicht goutiert haben.
    • Was den Stimmenanteil betrifft, könnte die SVP von der steigenden Enthaltung profitieren. In absoluten Zahlen zeichnet sich jedoch ein deutlicher Rückgang ab.
    • Landet der PD — wie es wahrscheinlich erscheint — in der Opposition, können die (angeblichen) Südtirolfreunde und Autonomieexpertinnen Gianclaudio Bressa und Maria Elena Boschi, die dank SVP in Kammer und Senat gewählt wurden, nichts ausrichten. Die Sammelpartei läge auf verlorenem Posten.
    • Das Bündnis der heimischen Grünen mit Frei und Sozial (LeU) ist kein Erfolg.
    • Im Kammerwahlkreis Bozen-Unterland fährt CasaPound (mit über 4%) ein fünfmal besseres Ergebnis ein, als im staatsweiten Durchschnitt.
    • Senat:
      • Im Wahlkreis Bozen-Unterland wurde Gianclaudio Bressa (PD) mit 36.615 Stimmen (43,0%) gewählt. Das ist eine deutliche Verschlechterung, wenn man berücksichtigt, dass Francesco Palermo vor fünf Jahren 47.623 Stimmen (51,8%) erhalten hatte.
      • Im Wahlkreis Meran-Vinschgau schafft Julia Unterberger (SVP) mit 37.806 Stimmen (61,1%) den Einzug in den Senat. Ihr Ex-Mann Karl Zeller hatte 2013 42.667 Stimmen (53,5%) erhalten.
      • Der Bezirk Brixen-Pustertal geht mit 51.670 Stimmen (66,5%) an Meinhard Durnwalder (SVP). Hans Berger hatte bei der letzten Wahl 54.474 Stimmen (55,4%) erhalten.
      • Ein weiterer Sitz ging an Dieter Steger (SVP).
    • Kammer:
      • Maria Elena Boschi (PD) wurde in Bozen-Unterland mit 37.793 Stimmen (41,2%) gewählt.
      • Im Wahlkreis Meran-Vinschgau schaffte Albrecht Plangger (SVP) bei 41.643 Stimmen (61,2%) den Einzug ins Abgeordnetenhaus.
      • Renate Gebhard (SVP) errang den Sitz im Wahlkreis Brixen-Bruneck mit 54.665 Stimmen (65,0%).
      • Jenseits der Wahlkreise schaffte auch Manfred Schullian (SVP) den Sprung ins Parlament.
      • Ein direkter Vergleich mit 2013 ist bezüglich der Kammer nicht möglich, da sich die Regeln seitdem grundlegend geändert haben (es existierten keine Einerwahlkreise).
  • In Italien:
    • Auf Staatsebene setzen sich mit 5SB und der fremdenfeindlichen Lega vor allem die EU-skeptischen Kräfte durch, die sich auch als Anti-Establishment-Bewegungen inszenieren konnten.
    • Das rechte Bündnis von Lega, Forza Italia und FdI führt insgesamt vor der 5SB.
    • Linke und Mittelinks erleben ein regelrechtes Wahldesaster, einstmals linke Bastionen wie Umbrien und die Emilia Romagna wurden von den Rechten erobert.
    • Die offen faschistischen und antidemokratischen Kräfte, insbesondere CasaPound und Forza Nuova, verfehlen den Einzug ins Parlament dank Sperrklausel.

→ Alle Beiträge zur Parlamentswahl.


  • Die Südtiroler Onlineplattform zur Parlamentswahl, erstellt von der Südtiroler Informatik AG, hat diesmal versagt.
  • Während auf den Seiten des römischen Innenministeriums Wahlbeteiligung und -ergebnisse live mitverfolgt werden konnten, war auf www.wahlen.bz.it bis kurz vor Montag Mittag noch kein einziges Auszählungsergebnis abrufbar.
  • Die (natürlich nicht auf Deutsch verfügbare) zentralstaatliche Plattform Eligendo berücksichtigt Südtirol jedoch nicht gesondert, weil es keine eigenständige Region ist. Neben dem Resultat in den Wahlkreisen sind nur die Gesamtergebnisse für Südtirol und Trentino abrufbar.

Am gestrigen Sonntag fielen noch weitere Entscheidungen:

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La semplicità di un voto.
Quotation 449

Sicuramente la nuova procedura rallenterà le operazioni di voto, dato che prima di consegnare la scheda all’elettore identificato bisogna dettare il codice alfanumerico di 14 cifre agli scrutatori che lo annoteranno sulla lista elettorale, poi

  • all’uscita dell’elettore dalla cabina, bisogna verificare che la scheda sia piegata bene (con tanti simboli e candidati il formato sarà sicuramente quello di un piccolo lenzuolo da piegare come un origami), altrimenti non si riesce a staccare il codice
  • rimandare eventualmente il votante dentro a ripiegare la scheda
  • verificare all’uscita che il codice sia lo stesso di prima
  • strappare lungo la linea tratteggiata avendo cura di non rovinare la scheda
  • inserire i due tagliandi delle due schede (C+S) con l’adesivo nelle due rispettive buste
  • imbucare la scheda elettorale nell’urna prevista

Da un commento di ‘Sandro BX’ su ‘Salto’.

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Lega. Really, Pöder?

Der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder von der BürgerUnion (BU) empfiehlt also nicht wie die Freiheitlichen und die Süd-Tiroler Freiheit, am Sonntag weiß oder ungültig zu wählen, sondern: die Lega.

Dass der Südtiroler Pegida-Fan mit Salvinis Partei an sich kein Problem hat — geschenkt! Doch wer die Lega ankreuzt, wählt eine Koalition mit Silvio Berlusconi (Michaela Biancofiore) und dem Postfaschismus (Alessandro Urzì) gleich mit, die Südtirol immer schon an den Kragen wollte.

Mit Sovranità – prima gli italiani gab es sogar schon ein Bündnis zwischen Lega und der offen faschistischen CasaPound, dessen Wiederbelebung Salvini eigenen Aussagen zufolge nicht ausschließt, wenn sie ihm hilft, an die Macht zu kommen.

Wer das Symbol mit Alberto da Giussano ankreuzt, stimmt also nicht »nur« für die Eindämmung von Migration — was zumindest aus BU-Sicht noch verständlich erscheint —, sondern je nach Bündnispolitik auch für all das, wogegen einst die Südtirolautonomie erkämpft und umgesetzt wurde. Und nicht zuletzt für Renationalisierung,  EU- und Euro-Austritt.

Gewissermaßen ein Schuss ins eigene Knie.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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Vaccini, Sudtirolo arretrato?

A Bolzano abbiamo un grosso problema perché la realtà — più rurale che altrove — mantiene una grandissima diffidenza nei confronti delle vaccinazioni e, in generale, rispetto alla medicina. Abbiamo lavorato con l’Asl per aiutare realtà più chiuse ad accettare il metodo scientifico. Purtroppo in contesti come questi si confonde una scelta identitaria di tipo politico con una scelta sulle vaccinazioni che di politico non ha nulla, si tratta solo di salute pubblica.

È ancora una volta un Sudtirolo arretrato quello disegnato dalla ministra della salute, Beatrice Lorenzin, citata sull’edizione odierna del quotidiano A. Adige.

Quello stesso Sudtirolo che però ha una speranza di vita nettamente superiore alla media italiana e il cui sistema sanitario — ormai qualche anno addietro, è vero — era «il primo della classe», almeno se paragonato a quello delle regioni italiane.

È veramente assodato che un metodo, «solo» perché scientifico, sia sempre e comunque il migliore e non possa venir discusso? Non è mia intenzione mettere in forse la scienza — ma anch’essa in una democrazia non può semplicemente venire imposta.

Lorenzin, con la sua propria lista, è alleata del PD (e quindi indirettamente anche dell’SVP) per le elezioni politiche del 4 marzo.

Vedi anche: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/

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The outside view.
John Oliver on the Italian election

The British-American comedian John Oliver dedicated the latest episode of his “Last Week Tonight” show to Italy and its upcoming elections. It is an astonishing – yet satirical – account of how Italian politics is perceived from the outside. Oliver talks about fascist threats, sexist horndogs and poisonous politicians. The only solution to the Italian crisis he could come up with is to run for prime minister himself.

Yes Italy, my candidacy for prime minister may be a complete and total farce, but be honest — incredibly, I am far from your worst option.

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Fraccaros zentralistischer »Föderalismus«.

Im gemeinsamen Salto-Interview mit Manfred Schullian (SVP) — der erst neulich dem A. Adige bestätigt hatte, dass die Sammelpartei nicht die Abschaffung des Regierungskommissariats will — hat der Trentiner 5SB-Abgeordnete Riccardo Fraccaro unter Beweis gestellt, wie wenig offenbar hinter der angeblich pro-föderalistischen Grundhaltung seiner Bewegung steckt: Sowohl der Forderung nach Übertragung von Zuständigkeiten im Bereich der öffentlichen Sicherheit von der Präfektur an die Landesregierung, als auch der Übernahme der Einnahmenagenturen erteilte er eine klare Absage.

In der Bundesrepublik Deutschland sind sowohl die öffentliche Sicherheit und Ordnung (einschließlich Polizei), als auch die Finanzbehörden Ländersache. Im »föderalen« Italien der 5SB hingegen hätten solche Zuständigkeiten — wenigstens laut Riccardo Fraccaro — nicht einmal Sonderautonomien wie Südtirol und das Trentino.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/

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Nicht wählen ist keine Lösung.
Demokratie muss wehrhaft sein

Zwei rechtspopulistische Parteien, die Süd-Tiroler Freiheit und die Freiheitlichen, rufen also dazu auf, der Parlamentswahl vom 4. März fernzubleiben — oder aber hinzugehen und niemanden (also weiß/ungültig) zu wählen. Das wäre aber genau diesmal so falsch wie lange nicht.

Sicher, das auf die SVP und den PD maßgeschneiderte Südtiroler Wahlrecht, der dadurch maue Wahlkampf, mitunter kaum wählbare Kandidatinnen vieler Parteien und Listen werden vielen den Urnengang erschweren.

Doch erstmals seit langem hat am 4. März auch eine offen demokratiefeindliche und menschenverachtende, gewaltbereite Bewegung wie CasaPound die konkrete Chance, ins italienische Parlament einzuziehen. Sie würde ihre Sitze nutzen, um gegen Minderheiten, alles Nichtitalienische und die Demokratie zu agitieren. Ihr erstes und oberstes Ziel wäre es, den ohnehin brüchigen antifaschistischen Konsens zu sabotieren und die rechtsstaatlichen Institutionen lächerlich zu machen.

Deshalb muss zu den obersten Prioritäten dieser Wahl gezählt werden, den Einzug der Faschistinnen ins Parlament zu verhindern — unerheblich, wie enttäuscht wir von dieser oder jener Partei im Einzelnen sind.

Jede Enthaltung, egal in welcher Form, ist nicht nur eine Watsche für die SVP (den PD, die Grünen oder wen sonst), sondern gleichermaßen ein Beitrag dazu, dass CasaPound die 3-Prozent-Hürde schaffen könnte. Deshalb ist es in jedem Fall besser, eine schlechte — meinetwegen auch eine chancenlose — Kandidatur zu unterstützen, als den Demokratiefeinden durch unsere »Nichtwahl« zum Durchbruch zu verhelfen.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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SVP will Präfektur nicht abschaffen.

Obschon sich der Südtiroler Landtag 2014 mit einer Mehrheit von 90% (27 von 30 abstimmenden Abgeordneten) für die Abschaffung des Bozner Regierungskommissariats ausgesprochen hatte, will die Volkspartei diese Forderung nicht umsetzen. Schwarz auf weiß steht dies im Wahlprogramm von SVP und PATT, das ich im Internet nur in der italienischen Sprachfassung finden konnte: Die beiden autonomistischen Parteien beschränken sich auf den Wunsch, Zuständigkeiten im Sicherheitsbereich von der Präfektur an das Land zu übertragen.

Kandidat Manfred Schullian (SVP) bestätigte dies gestern im Interview mit dem A. Adige so:

Nessuno parla di soppressione del Commissariato.

Fern scheinen die Zeiten, in denen die SVP von »Vollautonomie« wenigstens noch schwafelte. Selbst von der Zuständigkeit zur Ahndung von Zweisprachigkeitsverstößen ist im Wahlabkommen nichts zu lesen.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

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