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Einige Erwägungen zur Süd-Tiroler Freiheit.

von Fabio Rigali

Im Leben eines jungen Südtiroler Selbstbestimmungsbefürworters passiert es immer wieder, in einer Art Reductio ad Hitlerum (Beispiel: Hitler sagt x, du sagst x, du bist Hitler), mit den Positionen der Süd-Tiroler Freiheit (fortan STF) verglichen zu werden. Dabei geht es meistens darum, dass die eigene politische Meinung mit der vermeintlicher “Bösewichte” wie Frau Klotz u.a. gleichgesetzt wird, nur um klar zu beweisen, dass man auch nicht besser ist. Trägt man gern eine Tracht oder gehört man zu irgendeinem Traditionsverein, dann scheint das ganze noch zusätzlich an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Mag diese Taktik der politischen Argumentation im ersten Augenblick auch nicht unklug scheinen, muss man aber bald gestehen, dass deren Anwendbarkeit meistens mit sehr groben Vereinfachungen der jeweiligen Positionen verbunden ist. Auch die voreingenommene Meinung, dass die STF der Teufel der Südtiroler Politik sei, zeugt im Grunde von nichts als Oberflächlichkeit. Umgekehrt kann auch passieren, dass man, wenn man eine konstruktive Kritik aufwirft, sofort als Gegner empfunden wird: Diese Logik lehne ich ebenso ab, denn dadurch wird eine Vertiefung der Diskussion über die Selbstbestimmung schlichtweg unmöglich.
Ich bin politisch nicht aktiv, aber aufmerksam und teile gern meine Meinung mit anderen: Deshalb habe ich in der Vergangenheit gelegentlich Initiativen der STF gutgeheißen und habe sogar meine Symphatie für einige Persönlichkeiten der Bewegung nicht versteckt; nichtsdestotrotz sehe ich einen klaren Unterschied zwischen meiner Vision und ihrer. Aus diesem Grund habe ich mich verpflichtet gefühlt, mich einmal gründlich mit den Positionen der STF zu konfrontieren: Ich habe ihr Programm online gefunden und kommentiert. Das gesamte Programm ist in 11 Punkte gegliedert, wobei ich mich jetzt aber nur auf die ersten zwei, namentlich “Selbstbestimmung” und “Heimat” konzentriere. Erstens, weil es die umstrittensten und die prägendsten für die Bewegung sind. Zweitens, weil es scheint, dass man zu nicht unwichtigeren Themen wie Umwelt oder Chanchegleichheit in Südtirol eher einer Meinung ist.

1. Selbstbestimmung
Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist in Artikel 1 der Menschenrechtspakte verankert und somit Ausdruck der Freiheit, den ein Volk beanspruchen kann. Die Teilung Tirols und die damit verbundene Annexion Südtirols durch Italien erfolgten gegen die Prinzipien der Vernunft und Rechtschaffenheit, vor allem aber gegen den Willen des Volkes. Seit jener Zeit hat Südtirol immer wieder um seine Existenz bangen müssen und kann sich auch heute noch nicht der Bewahrung der sprachlich- kulturellen Identität sicher sein. Als Minderheit in einem fremden Staat kann auch die Autonomie unser Volk nicht dauerhaft vor Assimilierung und gezielter Italienisierung bewahren. Die Durchführung der Volksabstimmung über die politische Zukunft Südtirols ist daher das einzig gerechte Mittel zur Lösung des Südtirolproblems.

Im Großen und Ganzen, finde ich, haben sie nicht unrecht. Dabei fügen sie aber, wahrscheinlich unbewusst, auch eines der besten Argumente gegen die Angliederung an Österreich an: Wenn bereits die eigene Erfahrung gezeigt hat, dass man sich als Minderheit in einem Nationalstaat auf Dauer nicht bewahren kann, wie kann man es wagen, den Ladinern und den Italienern im Lande eine Zukunft als Minderheit in Österreich vorzuschlagen? Ist der Selbstmord einer oder mehrerer Sprachgruppen als Lösung “fair”? Dazu sollte die STF selbst eine überzeugende Antwort finden…

2. Heimat – Recht auf die Muttersprache: Die Muttersprache ist das wichtigste Element der kulturellen Identität, das Recht auf deren Gebrauch daher unverzichtbar. Allzu oft wird man in Südtirol mit einer Staatsmacht konfrontiert, die nicht deutsch sprechen kann oder will. Die Bestimmungen des Autonomiestatutes sind jedoch eindeutig. Strengere Kontrollen der Sprachkenntnisse bei Vergabe öffentlicher Posten und restriktive Maßnahmen und Sanktionen bei Missachtung dieses Rechtes sind daher dringend nötig. Das Recht auf Gebrauch der Muttersprache ist keine Provokation, sondern muss Selbstverständlichkeit sein. Dasselbe Recht muss auch für die ladinische Volksgruppe gelten.

Ob die Muttersprache wirklich das wesentlichste unter den Elementen der kulturellen Identität ist, obwohl dies selbstverständlich scheint, sollte vielleicht besser jeder für sich selbst und durch die eigene Erfahrung entscheiden. Ob man sich dem eigenen Nachbarn kulturell näher fühlt als einem Sizilianer oder einem Preußen sollte sich jeder zumindest einmal fragen. Ich fühle mich persönlich nicht besser und gar nicht so anders als ein Palermitaner, der Italienisch spricht wie ich, fühle mich aber z.B. meinen Musi-Kollegen noch ähnlicher: Gemeinsam haben wir Lebensvorstellungen, Gewohnheiten, Lebensstil, Heimat, Bräuche und ja, auch Werte. Ob man Dante oder Goethe in der Schule gelernt hat und so weiter, hat meiner Erfahrung nach nie eine bedeutende Rolle im Gemeinschaftsleben gespielt.
Ganz abgesehen davon ist es aber lobenswert, wenn man sich für das Recht auf Muttersprache einsetzt. Vielleicht wäre es sogar besser, sich allgemein und nicht ausschließlich für die zwei genannten Volksgruppen einzusetzen, obwohl es leider wahr ist, dass in der Praxis viel seltener vorkommt, dass ein Beamter nicht gut Italienisch beherrscht.

– Toponomastik: In Südtirol sind noch immer allein die größtenteils erfundenen pseudoitalienischen Ortsnamen amtlich gültig, welche zum Zwecke der Italienisierung eingeführt wurden. Durch diesen Frevel wird nicht nur die geschichtsfälschende Absicht des Faschismus fortgeführt, sondern die nachkommenden Generationen auch ihres historischen Erbes beraubt. Dieser unwürdige Zustand ist weder kulturell noch politisch vertretbar und widerspricht auch internationalen Empfehlungen, die sich für die alleinige Verwendung der historischen Namen aussprechen. Die erfundenen Falschnamen müssen daher umgehend abgeschafft und die historisch gewachsenen Orts- und Flurnamen wieder eingeführt werden.

Die STF hat hier ins Schwarze getroffen. Als offizielle Bezeichnungen sollten lediglich die historischen Ortsnamen dienen: Wo mehrere überliefert sind, soll man alle verwenden (Bolzano-Bozen-Bulsan); wo nur eine Bezeichnung überliefert ist, soll die notwendige Zweisprachigkeit durch funktionelle Übersetzungen (in der Form: Pfandler Alm-Malga Pfandler ) erreicht werden.

– Faschistische Relikte: Mehr als 60 Jahre nach Ende des Faschismus findet man in Südtirol noch immer in fast jeder Gemeinde Relikte aus dieser Zeit. Das Siegesdenkmal in Bozen, das Mussolinirelief am Gerichtsplatz, die Beinhäuser und Alpini- Denkmäler sind einige Beispiele. Diese Relikte dürfen bis heute nicht einmal dokumentiert werden und können daher auch nicht als Mahnmale interpretiert werden. Sie erfüllen noch immer ihren propagandistischen Zweck und stellen eine Beleidigung für die Südtiroler dar. Die Entfernung dieser faschistischen Relikte, sowie umfassende Aufarbeitung der Geschichte ist längst fällig. Auch die Wiedergutmachung des faschistischen Unrechts, welches durch die Enteignung von privaten Grundstücken erfolgte, ist anzustreben.

Damit bin ich ebenfalls einverstanden und noch dazu sage ich, dass Relikte, die den Faschismus verherrlichen nicht nur eine Beleidigung für die Südtiroler sind, sondern auch für jene Italiener (und das waren doch sehr viele) die unter dem Duce gelitten haben — und für ihre Nachkommenschaft. Eine substantielle Entschärfung ist notwendig, wobei dies in einzelnen Fällen nicht unbedingt die Verschrottung des ganzen Gebäudes erfordert, aber sicher die Entfernung der faschistischen Symbolik.

– Italienisierung stoppen: Trotz Autonomie läuft Südtirol Gefahr, assimiliert und zu einer normalen italienischen Provinz zu werden. Besonders der Schule kommt die Aufgabe zu, den Kindern das Wissen über die eigene Geschichte und Tradition zu vermitteln. Die Kinder dürfen nicht in der “Siamo-in-Italia”- Mentalität erzogen werden. Ausländerkinder sollen nicht in italienische Schulen abgeschoben, sondern es soll ihnen die Eingliederung in die deutsche Sprachgemeinschaft ermöglicht werden. Sportwettkämpfe vermitteln nicht nur Leistungen, sondern auch Emotionen. Die Südtiroler Athleten sollen nicht für den italienischen Staat antreten und die eigene Identität verleugnen müssen. Fahnen und Hymnen wecken Emotionen, die wir zur Stärkung unserer Identität nützen sollten. Langfristig sollen unsere Athleten für Südtirol oder ein Gesamttiroler Team antreten können.

Da habe ich leider immer noch den Eindruck, dass die Verbreitung der italienischen Kultur als etwas höchst Schändliches für Südtirol betrachtet wird, etwa nach der Maxime “weniger ist mehr”. Ich kann mich mit diesem Punkt beim besten Willen nicht einverstanden erklären. Ich schätze beide Kulturen gleich hoch und glaube man sollte jedem die Möglichkeit bieten, sie besser kennenzulernen. Also sollte man auch den italienischen Schülern die Tiroler Geschichte und Traditionen vermitteln und das ist ein seit Jahren bekanntes Problem: Man lernt in den italienischen Schulen sehr wenig bis gar nichts über die eigene Heimat, so habe ich selbst in Bozen mehrmals gehört, dass Andreas Hofer ein Bumser war. Peinlicher geht es kaum und doch ist das die Realität! Nicht einzig die italienische Schule ist aber daran schuld: Auch Traditionsvereine, die vielfach ihren Nachwuchs in den deutschen Schulen suchen, werben in den italienischen gar nicht und auch die Aufnahme italienischer Mitglieder wird manchmal noch fast mehr mit Verdacht als mit Freude begrüßt.
Die “Siamo in Italia” Mentalität brauchen wir in Südtirol definitiv nicht, aber gerade auch beim Sport wäre ein bisschen mehr “Fair-Play” von allen Seiten gefragt. Man ist nicht automatisch ein Nationalist nur weil man zu Italien, Österreich oder Deutschland hält; die ganzen italo- oder deutschnationalen Provokationen, die man regelmäßig dabei aufführt, die könnte man sich aber oft ersparen.

– Gemeinsame Heimat Tirol: Nord-, Ost- und Südtirol bilden nicht nur eine geschichtliche, sondern auch eine kulturelle Einheit. Dieser Einheitsgedanke ist zu fördern, und die Landesteile sollen einander näher gebracht werden. Bereits heute ließen sich in vielen Bereichen der Wirtschaft, Politik und Kultur Gemeinsamkeiten nutzen. Konkurrenzdenken der einzelnen Landesteile sollte dem “Wir-Gefühl” Platz machen. Als kleine Region in einem wachsenden Europa kann Tirol nur gemeinsam seine Interessen durchsetzen.

Da kommt wieder der “weniger ist mehr” Gedanke in den Vordergrund: Man denkt immer wieder an ein Tirol ohne Trentino. Dabei redet man von “nicht nur geschichtlicher sondern auch kultureller Einheit” und meint es habe eine solche Einheit mit dem Trentino nie gegeben. Mann sollte aber zwei Tatsachen berücksichtigen: Die heutige Sprachgrenze entspricht nur einer Kristallisierung der sprachlichen Situation der Vergangenheit. Im Trentino gab es sehr lang das friedliche Nebeneinander der italienischen und deutschen Kultur auch viel südlicher als Salurn; vor langer Zeit war es ein Continuum von abwechselnden sprachlichen Mehr- und Minderheiten in den Dörfern zwischen Trient und Bozen. Kirchlich war es noch anders: Das Bistum Trient reichte vor 1964 bis ins Passeier und dies führte zu einem regen Ausstausch.
Zweite Tatsache: Man ist heute sehr unbarmherzig mit den Identitätsproblemen der Trientiner; besonders aufgrund des Irredentismus einiger bürgerlichen Kreise und einiger stark umstrittener Figuren wie Degasperi, Battisti und Tolomei, aber nicht nur. So behauptet man manchmal, sie sollen endlich mal selber entscheiden wohin sie gehören. Man müsste aber gleichzeitig berücksichtigen, dass was den Faschisten in Südtirol wegen der Sprache nicht gelungen ist, im Trentino vollkommen geklappt hat: Man hat die Trientiner von der Schule aus, als Tiroler “entnationalisisert” und in der “siamo in Italia” Mentalität erzogen. Die Folgen waren so tiefgreifend, dass sie selbst bis in die letzten Jahrzehnte mit der eigenen Vergangenheit nicht vorurteilsfrei umgehen konnten: Ich glaube so etwas sollte seinem Nächsten niemand wünschen. Gerade deshalb und aufgrund der eigenen Geschichte, kann man vonseiten der Süd-Tiroler Patrioten in und ausserhalb der STF, ein bisschen mehr Verständnis und Feingefühl gegenüber den Identitätsproblemen der Welsch-Tiroler verlangen.

Das wars. Ich hoffe in Zukunft wird mir niemand mehr vorwerfen gleich wie oder auch gegen STF zu sein: Ich denke nur mal anders.

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(Un) punto della situazione.

di fabivS

Qualche tempo fa mi è stato chiesto di scrivere un articolo sulla questione della Selbstbestimmung nella sua visione tradizionale. Questo mi ha dato lo spunto, dopo qualche anno che mi interesso al tema, per fare un personalissimo punto della situazione, stimando sforzi, risultati e suggerendo cambiamenti. Come prima cosa devo dire che, se ci accordiamo sul fatto che raggiungere un obbiettivo è il 100% e l’inizio del cammino corrispondente è lo 0%, dobbiamo purtroppo riconoscere che con la Selbstbestimmung noi siamo addirittura sotto lo 0%. Non è uno scherzo: non solo non abbiamo, infatti, idea della strada da prendere, ma non abbiamo stabilito nemmeno l’obbiettivo. A volte capita che la stessa Selbstbestimmung, intesa come possibilità  di scelta, venga ritenuta un fine; ma in verità  non può essere considerata tale, perché ogni scelta si fa in vista del futuro e non per il gusto di farla. E’ invece proprio l’obbiettivo finale il punto dolente.

Oggi, infatti, come parlando di “veicoli” si può intendere moto, auto o camion, parlando di “Selbstbestimmung” si intendono le cose più diverse: ad esempio un nuovo Bundesland Suedtirol o l’unificazione al Tirolo del Nord in Austria, un Freistaat Suedtirol indipendente, la ricostituzione del Tirolo storico, l’annessione alla Germania o, ultimamente, addirittura alla Svizzera. E se queste ipotesi sembrano ancora poche, si consideri che finora abbiamo parlato solo dei confini: mettendo sul piatto anche le altre questioni spinose e vitali sul futuro assetto del Sudtirolo e sui rapporti tra gruppi linguistici (proporzionale, divisione linguistica, scuola mista…), allora ognuno ha oggi una propria idea. Come sia stato possibile che in mezzo a questo caos non siano ancora mai nati grossi litigi tra i sostenitori tradizionali dell’autodeterminazione è presto detto: finora la politica si è sempre preoccupata di spiegare i motivi per cui si vuole la Selbstbestimmung, ma quasi mai ha affrontato seriamente le modalità  e la questione del dopo. Per questo oggi, a parte quella di e quella di restare dove siamo, sul tappeto non esistono delle proposte articolate sul futuro su cui confrontarsi e attorno alle quali creare consenso; eppure, senza proposte concrete, senza sapere di preciso di che cosa si parla, come si pretende di poter imboccare una nuova strada? Per questo dico che siamo sotto lo 0%.

In passato era diverso: spesso è bastato essere d’accordo sul “andarsene da Roma” ed il resto non era così importante. Oggi nessuno, grazie al cielo, se la passa male come 50 anni fa e a chiunque abbia buonsenso e qualcosa da perdere non basta “andarsene da Roma” senza risposte credibili sul futuro. Non è tanto una questione di perdita d’identità , come si sente: è che nessuno, a parte i teenagers esaltati e chi abbia motivi di risentimento verso l’Italia, affronterebbe volentieri un salto nel buio. In Sudtirolo non siamo tutti “eroi del 1809”, ci sono anche mamme preoccupate per il futuro dei loro figli e piccoli artigiani o imprenditori, che chiedono certezze dal punto di vista economico. Ma senza una proposta autorevole, anche i voti di quelli che se ne andrebbero in ogni caso finirebbero dispersi qua e là .

D’altra parte in passato era in parte accettabile l’impronta “etnica” dell’autodeterminazione; oggi invece è un grande ostacolo, perché su questo nodo dovranno necessariamente confrontarsi le proposte future credibili, se ce ne saranno. Appare chiaro che la situazione sociale è profondamente migliorata rispetto agli anni ’60: oggi la salvaguardia della cultura tedesca in Sudtirolo non può perciò più essere l’unica molla dell’autodeterminazione, anche perché escluderebbe dal dibattito, nello stato di cose presente, gli altri 3 gruppi linguistici. Chi a Bolzano potrebbe, infatti, interessarsi alla salvaguardia di una cultura che (quasi) nessuno gli ha mai portato vicino? E chi potrebbe volere l’autodeterminazione se questa è presentata come l’arma migliore per limitare la diffusione della propria cultura? E’ lodevole che gli Schuetzen, ad esempio, come associazione privata siano favorevoli alla Selbstbestimmung per la salvaguardia della cultura tirolese. Ma la politica non può limitarsi a questo, pronunciando nel Landtag discorsi che avrebbe potuto tenere un Hauptmann ad una Gedenkfeier; non finché chiederà  un cambiamento che interessi l’INTERA popolazione. Così facendo i politici si sottraggono al loro compito, che è quello della mediazione e della ricerca di quei compromessi, che costano ad un partito sempre grande dibattito e sacrificio. Quando oggi si sostiene che non si ha un modello perché si vuole lasciare al popolo l’incombenza della scelta tra le molte proposte per il futuro significa, in sostanza, che non si è stati capaci di compiere questo lavoro di sintesi; non si è, cioè, stati in grado di formulare una proposta sul futuro che potesse mettere d’accordo sia lo “Schildhoefler aus Sonk Liard” che il “Bolzanino di via Resia”, o forse non ci si è nemmeno provato. Si tratta di un fallimento, che riceve un suo fascino solo grazie a belle parole come “Volk”, “Heimat”, “Freiheit”, che sottolineano la presunta libertà  di scelta. Nel contempo, però, sappiamo anche che una scelta è davvero libera quando c’è sufficiente informazione. Invece ancora oggi capita troppo spesso di sentire qualche “Bierbudl-Patriot” che vuole tornare in Austria perchè vorrebbe guidare la sua Golf modificata con 2,5 promille senza che i Carabinieri lo fermino, oppure perchè non vuole più studiare italiano a scuola. In città , invece, ci sono persone che dicono di non volere assolutamente la Selbstbestimmung, perché poi i “tedeschi” li costringerebbero a tornarsene in Italia o cose del genere. Sono tutte opinioni molto fantasiose, ma purtroppo ancora diffuse ed indicano che c’è ancora molto lavoro da fare anche da questo punto di vista.

Per cominciare non c’è che l’imbarazzo della scelta: ricerca, informazione, creazione del dibattito, coinvolgimento dei media e di tutti i gruppi linguistici, chiarimento dei dubbi e delle paure. Tutto questo però deve prima affrontare uno scoglio: la formulazione di una proposta concreta, articolata e condivisibile dalla maggior gente possibile; altrimenti tutti gli sforzi saranno vani: non esistono, infatti, strade giuste per chi non sa dove andare

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Errori di calcolo.

di fabivS

Ad ascoltare solo i «patrioti da osteria» con l’aquila sulla maglietta, ed i loro rappresentanti politici, si rischia di far l’abitudine all’idea che il gruppo linguistico italiano non c’entri nulla con la questione della Selbstbestimmung. D’altronde i tradizionalisti sembrano, nel migliore dei casi, non curarsene affatto; in realtà il loro comportamento è fortemente autolesionista ed è spiegabile solo grazie al fatto che nessuno si è ancora reso sufficientemente conto che senza l’apporto di tutti i gruppi presenti sul territorio l’autodeterminazione è impossibile. La loro logica dello scontro è superata, fortunatamente sempre meno accetta, e concretamente non porta a nulla: rallegrarsi oggi per l’ultima iniziativa degli avversari che «farà drizzare le orecchie ai nostri», come capita di udire, significa non considerare il fatto che nemmeno nei periodi di scontro più aspro si è mai raggiunto lo scopo. Detta ancora più grezza, neanche gli anni delle bombe hanno portato alla Selbstbestimmung ed oggi non sarebbe affatto diverso; non è questo che serve, anzi, lo scontro aiuta solo a mantenere la situazione attuale, oltre a farci vivere tutti peggio.

Un altro errore diffuso è quello di mettere la «pacifica convivenza» sul piatto della bilancia: dire cioè da parte italiana, che essa sia possibile solo in Italia o dire, dall’altra parte, che sarà possibile solo dopo il «Los von Rom». Quest’opinione è irresponsabile e nessuno che abbia davvero a cuore il futuro del Tirolo meridionale la può accettare: coloro che vincolano il comportamento civile ad una determinata appartenenza statale non sono veri patrioti, ma solo ricattatori. Non si rendono infatti conto che la «convivenza» ed un clima di fiducia reciproca sono una condizione indispensabile per un futuro di benessere; e nemmeno che esse sono l’unica base possibile su cui svolgere un referendum sul futuro del Sudtirolo. Ma ecco ai «patrioti da osteria» alcune altre buone ragioni per far loro desiderare di includere in futuro anche il gruppo italiano nella discussione:

  • La prima è numerica: per ottenere una maggioranza appena sufficiente occorrerebbe che al referendum circa il 72,5% dei Sudtirolesi tedeschi votasse compatto la stessa proposta. Questa è oggi pura fantascienza; ma contro la matematica non si può nulla: l’impostazione «etnica» del tema Selbstbestimmung è semplicemente un binario morto e bisogna solo prenderne atto.
  • Moltissimi Sudtirolesi tedeschi, ladini ed italiani, poi, sarebbero oggi fondamentalmente favorevoli all’indipendenza, ma finché questa verrà percepita come la rivincita dei Kaiserjäger sugli «Alpini invasori» non ne vorranno sapere. A molti il Sudtirolo piace infatti proprio com’è adesso: non vorrebbero mai tornare al passato e neanche trovarsi a votare «contro» qualcuno; questo qualcuno sono oggi proprio gli italiani. Se la discussione fosse posta in maniera diversa e l’autogoverno divenisse un obbiettivo condiviso da tutti, molti non avrebbero problemi ad accettarlo con entusiasmo.
  • La forte connotazione etnica, inoltre, porterebbe oggi inevitabilmente a spaccature e scontri, anche violenti. Se anche il referendum dovesse passare, mancherebbe la legittimazione, molti non lo accetterebbero e protesterebbero duramente, in piena sintonia con la logica dello scontro tra culture. In più si aprirebbe un solco anche tra Bezirke diversi e tra città e Land, proprio in virtù della loro diversa composizione demografica.
  • C’è infine da chiedersi chi, in Europa, accetterebbe una richiesta di indipendenza dai connotati etnico-nazionalisti, che poggi su un consenso necessariamente risicato e venga inoltre percepita come atto unilaterale di un gruppo contro un altro. L’Italia non l’accetterebbe, ma di sicuro nemmeno tutti quegli stati che hanno problemi con le loro minoranze interne.

Questi son semplici calcoli strategici. Il buonsenso dovrebbe dire ai «patrioti» anche che nessuno può ragionevolmente fregarsene dell’opinione di quasi un quarto del capitale umano sudtirolese. Il compito della politica, è perciò oggi quello di sottrarre il tema della Selbstbestimmung alla logica dello scontro culturale e di riportarlo nell’alveo della discussione pacata e ragionevole, libera da pregiudizi e facili slogan. Mai prima d’ora il clima generale è stato tanto favorevole, ma d’altra parte ci troveremo presto di fronte ad un bivio: o l’autogoverno diverrà un valore condiviso in piena fiducia da tutti ed ognuno, indipendentemente dalla lingua, verrà trattato e si sentirà parte integrante dello stesso magnifico territorio; oppure il salto di qualità non avverrà: a quel punto le magliette con il «Los von Rom» diverranno sempre più oggetto di culto per i giovanotti della NPD e per tutti noi sarà sfumata una grande occasione.

fabivS, Gargazzone

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