Il curioso bilinguismo dell’ANPAL.

L’Agenzia Nazionale Politiche Attive del Lavoro (ANPAL) si è dotata di un portale per l’espletamento dei servizi digitali. In ossequio allo Statuto di autonomia la pagina prevede anche l’opzione linguistica tedesca, vedi le bandierine in alto a destra:

cliccare per ingrandire

Tuttavia, salvo il pié di pagina, la traduzione si risolve nella frase «Die [Z]ugangstür zu den digitalen [D]iensten von ANPAL», contenente ben due errori di ortografia. Inoltre sono stati tradotti — correttamente! — i pulsanti «Einloggen» (Accedi) e «Registrieren» (Registrati), che però conducono ad altrettante pagine monolingui italiane.

Se in Sudtirolo un qualsiasi sito istituzionale fosse «tradotto» in italiano in questo modo, probabilmente Roma farebbe intervenire l’esercito. Ma essendo il tedesco una lingua minoritaria, di serie B, va tutto bene.

Anzi, probabilmente dobbiamo anche essere contenti di non venir dimenticati (o ignorati) completamente come avviene con le minoranze sarda, friulana, slovena, francese/francoprovenzale, ladina e tutte le altre.

Ancora una volta, lo Stato nazionale si rivela completamente incapace a rispettare, se non già valorizzare, il plurilinguismo — e perfino le proprie leggi.

Vedi anche:

Arbeit Discriminaziun Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Recht Service Public Sprachpfusch Tech&Com Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato Italianizzazione | | | Italy Südtirol/o | | Italiano

‘Unmögliches’ Coronagesetz: keine Anfechtung.
Falsche Prophezeiungen

Der autonome Weg aus dem Lockdown hat sich also gelohnt: trotz lauten und wiederholten Säbelrasselns hat nun die römische Regierung um Ministerpräsident Conte (und Regionenminister Boccia (PD)) beschlossen, das Südtiroler Corona-Gesetz nicht vor dem Verfassungsgericht anzufechten.

Es war Anfang Mai mit 28 Ja bei nur einer Gegenstimme und sechs Enthaltungen vom Landtag genehmigt worden und bildet nach wie vor die rechtliche Grundlage für den eigenständigen Umgang mit der Pandemie im Land.

Im Vorfeld war das Gesetz nach beliebter Südtiroler Façon als utopisch und unmöglich bezeichnet worden. Stichwort »Corona-Selbstbestimmung«.

Einige Beispiele:

Insgeheim wissen Philipp Achammer & Co. ganz genau, dass Südtirol in Sachen Corona nie einen Sonderweg einschlagen kann (das erklärt am Dienstag in der TAGESZEITUNG auch der Verfassungsrechtler Karl Zeller ganz klar).

Die Corona-Selbstbestimmung, erschienen in der TAZ am 28. April

[D]ie Autonomie Südtirols gründet sich auf der Geschichte und der besonderen Situation der Sprachgruppen im Lande. Die Autonomie steht in keinem Zusammenhang mit der Coronakrise. Im Gegenteil.

Pressemitteilung der Südtiroler Grünen vom selben Tag, mit der die Autonomie auf den Minderheitenschutz begrenzt wird

Im Grunde weiß jeder halbwegs politisch Gebildete in Südtirol, dass der von der SVP am Montagabend angekündigte Südtiroler Sonderweg in Sachen Corona – also eine Corona-Selbstbestimmung – schlicht und ergreifend nicht möglich ist.

Spiel mit dem Feuer, ebenfalls am 28. April in der TAZ erschienen

Verfassungsrechtler und ehemalige Abgeordnete, die er gehört habe, stuften diesen Entwurf als verfassungswidrig ein. Er habe den Eindruck, dass die Landesregierung dies wisse, aber mit diesem Gesetz Zeit gewinnen wolle. Dieses Gesetz greife in die Öffnungszeiten im Handel ein, also in eine staatliche Zuständigkeit. Der Landeshauptmann sei laut Statut für die öffentliche Sicherheit nur in genau aufgezählten Bereichen zuständig. Es gehe bei der Verabschiedung dieses Gesetzes auch um die rechtliche Verantwortung; bei Verordnungen liege sie beim Landeshauptmann, bei Landesgesetzen beim Landtag, und jeder Landtagsabgeordnete habe seinen Eid auf die Verfassung abgelegt.

Hanspeter Staffler, Abgeordneter der Grünen, am 7. Mai im Landtag

Wenn sich diese konservative und defätistische Sichtweise durchgesetzt hätte, hätte Südtirol vorauseilend auf wesentlichen autonomen Handlungsspielraum verzichtet. Jetzt sofort, aber auch als Präzedenzfall für die Zukunft.

Wieder einmal hat sich gezeigt, wie unbedacht Wörter wie »unmöglich«, »utopisch« oder »unrealistisch« in den Mund genommen werden. In vielen Fällen sind es Totschlagargumente, die wichtige gesellschaftliche und politische Entwicklungen im Keim ersticken können.

Siehe auch:

Democrazia Gesundheit Medien Politik Recht Staat vs Land Vorzeigeautonomie Zentralismus Zuständigkeiten | Coronavirus Good News Medienkritik Zitać | Francesco Boccia Giuseppe Conte Hanspeter Staffler Karl Zeller Philipp Achammer | LPA TAZ | Italy Südtirol/o | Land Südtirol Südtiroler Landtag Vërc Verfassungsgericht | Deutsch

Covid: Schienennetzbetreiber bessert nach.

Neulich hatten wir die illegalen, einsprachigen Hinweise auf die Covid-Sicherheitsvorschriften an Südtirols Bahnhöfen thematisiert . Jetzt hat der italienische Schienennetzbetreiber RFI nachgebessert, wie diese Bilder zeigen, die uns wiederum Lokführer Andreas Thanei zugeschickt hat:

Zusammenfassend kann man sagen: Deutsch kommt später, Deutsch kommt schlampig, Deutsch kommt zweitgereiht und Deutsch kommt teils mit deutlich kleinerem Schriftbild. Das ist noch immer illegal, doch im Vergleich zu vorher ist es eine klare Verbesserung. Auch so wird man als Minderheit dazu erzogen, sich zu begnügen.

Siehe auch:

Discriminaziun Gesundheit Minderheitenschutz Mobilität Nationalismus Plurilinguismo Service Public Sicherheit Vorzeigeautonomie | Coronavirus Good News Italianizzazione | | | Italy Südtirol/o | RFI | Deutsch

Lohnausgleich beim NISF – dank SVP.

Landesrat Philipp Achammer (SVP) kritisiert einer Pressemitteilung des Landes zufolge das NISF, weil die Auszahlung des außerordentlichen Lohnausgleichs langsam und umständlich verlaufe. Die Berechtigten gerieten aus diesem Grund in wirtschaftliche Schwierigkeiten — Achammer spricht von einem »unhaltbaren Zustand«.

Lustig: Ende November noch hatte die SVP einen Antrag der Grünen versenkt, dessen Ziel es war, die Abwicklung von Arbeitslosengeld und Lohnausgleichskasse vom NISF in die Verantwortung des Landes zu übernehmen. Dafür gäbe es sogar bereits die rechtlichen Voraussetzungen (DFBGvD 28/2013).

Sinngemäße Begründung von Fraktionssprecher Gert Lanz gegen das Ansinnen: mit dem NISF funktioniere alles wunderprächtig. Die Zuständigkeit für die Vergabe der Leistungen wolle man nur übernehmen, wenn man auch inhaltlich mitbestimmen kann.

Wir wissen also, wer für den »unhaltbaren Zustand« (mit-)verantwortlich ist. Doch leider können sich die, die jetzt vergeblich auf ihr Geld warten, davon nichts kaufen.

Siehe auch:

Arbeit Bürokratismus Faktencheck Gesundheit Politik Service Public Vorzeigeautonomie Wirtschaft+Finanzen Zuständigkeiten | | Philipp Achammer | LPA | Italy Südtirol/o | NISF SVP Vërc | Deutsch

Die 6 monantigen Lagerbedienungen dieses Akte lufen ab.
Psote Italianico Vi ifformanoano

Bevor hier jetzt wieder einmal auf Poste Italiane eingedroschen wird, sei gesagt, dass sämtliche Bedienstete des Postamtes in Brixen (von wo die folgende Mitteilung stammt), mit denen ich bislang zu tun hatte, ausgesprochen zuvorkommend waren und perfekt zweisprachig sind.

Der Niveauunterschied zu den schriftlichen Mitteilungen, die aller Wahrscheinlichkeit nach zentral gesteuert sind und für die die Brixner Mitarbeiterinnen wohl nichts können, ist jedoch frappierend. Die deutschsprachige Version ist einfach nur ein (schlechter) Witz, der keines weiteren Kommentars Bedarf.

POSTE ITALIANE INFORMIERT IHNEN, DASS AB DEM 30. 04. 2020 DIE ZUSTELLUNG VON RECHTSAKTEN AG DURCH DIE HINTERLEGUNG BEIM POSTAMT UND EINWURF DER BENACHRICHTIGUNG IN BRIEFKASTEN GEMACHT WIRD, GEMÄß ARTIKEL 108 1 BIS DES GESETZESDEKRETS DI. 18/20.

Die Postsendung mit dem zuzustellenden Dokument wird daher bei Poste Italiane hinterlegt und kann in der auf der Vorderseite dieser Mitteilung angegebenen Dienstelle, ab 20/05/2020 _zu den üblichen Öffnungszeiten, ab Uhr 08:20 die hinterlegte Sendung hinterlegt, die Sendung an folgendem Postamt abzuholen.

Postamt: UP Bressanone

Adresse: Via San Cassiano 4, 39042, Bressanone

Öffnungszeiten:

  • Aus MO. zu FR. aus 08:20 zu 19:05
  • SA. aus 08:20 zu 12:35

Die 6 monantigen Lagerbedienungen dieses Akte lufen ab dem Ausstellungsdatum dieser Mitteilung

Weitere Informationen finden Sie auf der Website poste.it

Am 01/06/2020 bleibt dieses das Postamt UP BRESSANONE geschlossen wegen Santo Patrono.

In der Zeit von 18/05/2020 bis 31/05/2020 ist dieses das Postamt UP BRESSANONE zu folgenden Uhrzeiten geöffnet:

  • Aus MO. zu FR. aus 08:20 zu 13:35
  • SA. aus 08:20 zu 12:35

In der Zeit von 01/06/2020 bis 07/06/2020 ist dieses das Postamt UP BRESSANONE zu folgenden Uhrzeiten geöffnet:

  • Aus MO. zu FR. aus 08:20 zu 13:35
  • SA. aus 08:20 zu 12:35

Hervorhebungen von mir.

Siehe auch:        

Lingaz Minderheitenschutz Postdienst Recht Service Public Sprachpfusch Tag+Nacht Verbraucherinnen Vorzeigeautonomie Zentralismus | Bilinguismo negato Italianizzazione | | | Südtirol/o | | Deutsch

Quarantena discriminatoria.

Su Salto un cittadino elvetico narra la sua storia di ordinaria discriminazione linguistica in Sudtirolo: sposato con una sudtirolese e domiciliato a Merano, qualche giorno fa si reca nella vicina Confederazione per una visita medica; non prima di essersi informato circa i requisiti per il rientro.

Per evitare la quarantena, come previsto dalla normativa vigente, si sottopone a un test con cui dimostra di non aver contratto il Covid-19. L’analisi viene effettuata dal laboratorio universitario di Zurigo.

Al confine di Müstair-Taufers i. M. però le autorità italiane gli rifiutano l’ingresso sul territorio statale perché l’attestato è redatto in tedesco e non in italiano. Poco importa se le due lingue in Sudtirolo sono equiparate. In quel momento — assicura il malcapitato — sono passate meno di 48 ore dall’analisi, come prescritto.

Finalmente, dopo quasi un’ora di discussione con gli agenti di confine, la decisione di farlo procedere fino a Merano, ma gli si intima di informare tempestivamente l’autorità sanitaria. Che però lo sottopone alla quarantena obbligatoria: due settimane di arresti domiciliari in regime di isolamento.

Vedi anche:

Bürokratismus Discriminaziun Gesundheit Grenze Minderheitenschutz Polizei Recht Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato Coronavirus | | Salto | Italy Südtirol/o Svizra | Sabes | Italiano

RFI: Niente tedesco – anche a Bolzano.
Covid / Stazione di Bolzano

Avevamo già segnalato il bilinguismo «illegale», in assenza del tedesco, presso la stazione di Merano. Ora lo stesso informante, Andreas Thanei, macchinista ferroviario, ci ha fatto pervenire ulteriori foto a dimostrazione che la stessa situazione si presenta anche nella stazione del capoluogo, a pochi passi dai palazzi del Governo provinciale:

Anche in questo caso le informazioni sul comportamento da seguire per prevenire il contagio col Corona virus sono state apposte solo in italiano (grassetto) e — solo parzialmente — anche in inglese.

Niente tedesco, come previsto in ogni caso dal DPR 574/88, né tantomeno qualche informazione anche in ladino, terza lingua ufficiale del Sudtirolo.

Come non mi stancherò di ricordare, in occasione dell’attuale pandemia il Consiglio d’Europa ha recentemente emesso un appello alle amministrazioni pubbliche di ogni grado perché garantiscano il più ampio plurilinguismo — anche oltre il livello normale — per informare tutti evitando le discriminazioni.

In Italia invece (e al contrario) non viene rispettato nemmeno il livello minimo previsto per legge. Assurdo e vergognoso.

Vedi anche:

Discriminaziun Gesundheit Mobilität Nationalismus Plurilinguismo Service Public Sicherheit Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato Coronavirus Italianizzazione | | | Italy Südtirol/o | Europarat RFI | Italiano

Los von Rom? Aber nicht im Rückwärtsgang.

Wiewohl auch das Land keineswegs brilliert hat, zeigen sowohl die strukturellen Schwächen als auch der politische Umgang mit der Coronakrise in meinen Augen wieder einmal deutlich, wie uns die Zugehörigkeit zu diesem Staat und eine zu schwache Autonomie im Zweifelsfall schaden können. Zu unterschiedlich ist die Sensibilität, zu verschieden sind vielfach auch die grundsätzlichen Prioritäten.

Tatsächlich scheinen sich einige Menschen, die bislang nicht für eine Loslösung von Italien zu haben gewesen wären, in Anbetracht der jüngsten Erfahrungen konkrete Gedanken über die Eigenstaatlichkeit zu machen. Sie wären also bereit für eine ergebnisoffene Diskussion, die — um erfolgreich zu sein — behutsam, pragmatisch, möglichst faktenbasiert geführt werden und auf größtmögliche Inklusion bedacht sein müsste.

Geradezu kontraproduktiv scheinen Rezepte aus der Vergangenheit, die lediglich verschrecken, alte Beißreflexe auslösen und Menschen in ihre altbewährten Positionen zurückjagen. Dazu zähle ich, obwohl per se nichts Außergewöhnliches, auch Feuer und Spruchbänder der Schützen. Jedem seine Ausdrucksmittel, aber einige Gedanken an die Wirkung — über die eigene Klientel hinaus — hätte man durchaus verschwenden können.

Von einer ganz anderen Qualität, die energischen Widerspruch erforderlich macht, sind aber Töne wie die, die in einer gestern vom Schützenbund veröffentlichten Mitteilung angeschlagen werden. Dort heißt es unter anderem:

Allein durch die Sprache, die Geschichte, die Kultur, die Bräuche und Traditionen haben ein Tiroler und ein Italiener wenig gemeinsam. Es sind wohl zwei verschiedene Völker…

Woher würden die Tiroler südlich des Brenners ihre Forderung nach Selbstbestimmung also nehmen, wenn sie nicht Teil eines abgetrennten Volkes, nämlich des Tiroler Volkes wären? Darauf – und auf nichts anderes – stützt sich der moralische Anspruch auf die Selbstbestimmung Südtirols.

Die (eine) Sprache? Die (eine) Kultur? Tiroler und Italiener haben wenig gemeinsam, sind zwei verschiedene »Völker«? Was diese Leugnung der für Tirol — historisch und gegenwärtig — geradezu typischen sprachlich-kulturellen Vielfalt bezwecken soll, wenn nicht Exklusion, Diskriminierung und letztlich Entzug der Existenzberechtigung, wissen wohl nur die Autorinnen selbst. Wer soll mit einer völkischen Interpretation, die derart an der Realität unseres Landes vorbeigeht, angesprochen werden?

Natürlich gibt es (gerade aus »moralischer« Sicht, wenn das schon sein muss) eine andere Rechtfertigung für die Selbstbestimmung, als die völkisch-nationale: die der demokratischen Willensbildung. Stichwort Schottland.

Im Verspielen von Chancen macht Schützen und vielen anderen »Patriotinnen« bekanntlich kaum jemand etwas vor. Wenn wir noch tausend Jahre bei Italien bleiben wollen, ist das vermutlich genau der richtige Weg

Doch Aussagen wie diese, die die Gesellschaft spalten und den gesellschaftlichen Frieden gefährden, können wir in keinem Fall stillschweigend hinnehmen. Sie sind ein Angriff auf uns alle.

Siehe auch:

Hinweis: In einer früheren Fassung dieses Beitrags war die Mitteilung der Schützen (aufgrund des Titels: »Selbstbestimmung für Südtirol – IATZ!«) der Gruppe Iatz! zugeschrieben worden. Mitglieder von Iatz! legen Wert auf die Feststellung, dass sie den Text nicht verfasst haben. Ich bitte um Entschuldigung.

Democrazia Kohäsion+Inklusion Nationalismus Selbstbestimmung Vorzeigeautonomie | Coronavirus Zitać | | | Südtirol/o Tirol | Schützen | Deutsch