Häufige Fragen und Einwände.
[TESTO IN ITALIANO PIÙ IN BASSO]
1. Sind Sie für Selbstbestimmung oder für Unabhängigkeit?
Die Brennerbasisdemokratie spricht sich in erster Linie für die Selbstbestimmung aus. Das heißt, die Bevölkerung soll die Möglichkeit bekommen, in einer Abstimmung frei über ihre Zukunft zu befinden. Sollte es jedoch dazu kommen, wird sich die Plattform für Selbstbestimmung für die Unabhängigkeit vom Nationalstaat Italien einsetzen, weil wir davon überzeugt sind, dass diese Lösung mit Abstand die bessere für unser Land wäre. Wir könnten dann frei und im Konsens darüber entscheiden, wie wir uns ein tatsächlich friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben der Menschen in Südtirol vorstellen. Rom und Wien können unsere Probleme nicht lösen, weil sie sehr spezifisch sind und im Rahmen einer von oben gegebenen Autonomie kaum Berücksichtigung finden können.
2. Was sind Ihrer Meinung nach die konkreten Vorteile/Folgen der Selbständigkeit?
- Die Unabhängigkeit (Gegenteil von Abhängigkeit) hätte die Aufhebung des seit Jahrzehnten künstlich aufrecht erhaltenen Ausnahmezustandes zur Folge: Dieser Ausnahmezustand ist im starren, unbeweglichen Autonomiestatut festgeschrieben und durch gegenseitiges Misstrauen zwischen den Sprachgruppen gekennzeichnet. Er ist das politische Kapital ganzer Politikerscharen und innerhalb eines Nationalstaates kaum zu überwinden.
- Der politische Ausnahmezustand ist durch das Wahlverhalten nach Sprachgruppen gekennzeichnet. Eine Sammelpartei wäre in einem unabhängigen Südtirol nicht mehr rechtfertigbar, Ideale und politische Projekte hätten Vorrang vor dem ethnischen Zusammenhalt, eine lange überfällige Normalisierung der politischen Landschaft wäre die Folge.
- Es bestünde endlich die Chance und die Notwendigkeit, unsere Probleme vor Ort zu lösen, die Verantwortung könnte nicht länger nach Rom und Wien abgeschoben werden.
- Die Südtiroler Politik wäre voll verantwortlich für ihr Handeln. Heute wird die Verantwortung für negative Entwicklungen auf äußere Umstände und Akteure abgeschoben.
- Die Schaffung eines sozialen Paktes (Konsens-, Vertrauensbildung) zwischen den Sprachgruppen wäre nötig.
- Der besonderen Situation Südtirols könnte in jeder Hinsicht Rechnung getragen werden, da es sich um eine konstitutiv mehrsprachige Willensnation (Vorbild: Schweiz) und nicht mehr um den äußersten Zipfel eines Nationalstaates handeln würde: Südtirol braucht die Zentralität seiner spezifischen Bedürfnisse – die außerlandes nur sehr schwer nachvollziehbar und vermittelbar sind – in sämtlichen Lebensbereichen.
- Der angebliche oder reale äußere Feind käme Abhanden und damit die Rechtfertigung für zahlreiche anachronistische Schutzmaßnahmen, die für eine Minderheit unverzichtbar sind aber die freie Entfaltung der Menschen einschränken.
- Der sogenannte Service Public (öffentlicher Dienst) wäre wesentlich effizienter; Südtirol könnte sich von Italiens Justiz, Post, Bahn, Bürokratie u.v.m. endgültig und mit großem Vorteil für alle endgültig verabschieden.
3. Sind Sie italienerfeindlich?
Nein. Die Brennerbasisdemokratie anerkennt ausdrücklich die mehrsprachige Vergangenheit und Gegenwart Tirols und betrachtet sie als einen für die Zukunft zu bewahrenden und auszubauenden Mehrwert.
4. Sind Sie italienfeindlich?
Nein. Die Ansicht, dass eine Zukunft ohne Zugehörigkeit zu einem Nationalstaat unserem Land wesentlich bessere Entfaltungsmöglichkeiten bieten würde, hat nichts mit einer wie auch immer gearteten Italienfeindlichkeit zu tun. Die Kontakte und den Austausch mit Italien könnte ein unabhängiges Südtirol jedoch anders als jetzt unvoreingenommen und unbelastet führen und nach Möglichkeit eher ausbauen als einschränken, und zwar als gleichberechtigter Partner – wie im Übrigen mit allen anderen Nachbarregionen.
5. Sind Sie ausländerfeindlich?
Nein. Das Manifest der Plattform für Selbstbestimmung spricht ausdrücklich von einer territorialen Lösung, die jeden hier lebenden Menschen als Südtiroler definiert und akzeptiert, und zwar ungeachtet seiner Herkunft, Sprache, Hautfarbe und Religion.
6. Südtirol ist zu klein, um als eigenständiges Land zu überleben.
Dies ist falsch. Es gibt weltweit – und auch in Europa – zahlreiche Staaten, die fast genauso klein oder noch kleiner sind als Südtirol. Die allermeisten davon haben damit kein Problem, im Gegenteil. Wäre dies nicht so, würden sie eine Eingliederung in größere Staaten anstreben, doch sie tun dies nicht. Siehe auch: Zahlen.Spielchen.
7. Südtirols Wirtschaftskraft reicht nicht aus, um als unabhängiges Land zu überleben.
Das stimmt nicht. Südtirol wird vom Europäischen Statistikamt Eurostat regelmäßig als eine der reichsten Regionen des gesamten Kontinents eingestuft. Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum sich dies nach Vollzug der Unabhängigkeit ändern sollte. Im Gegenteil hätte die Loslösung voraussichtlich sehr positive Folgen, weil wir eine schlankere Gesetzgebung, effizientere Dienstleistungen (Bürokratie, Justiz, Post, Bahn etc.) und eine auf Südtirols Bedürfnisse zugeschnittene Wirtschafts- und Steuerpolitik hätten. Zusätzlich hätte die Unabhängigkeit die Ansiedlung eigener Niederlassungen von ausländischen Unternehmen zur Folge. All dies würde die Ökonomie eher ankurbeln als beschädigen.
8. Italien hat uns auch viel Positives gebracht, z.B. unsere Esskultur erweitert.
Das ist richtig. Doch bei einer Loslösung von Italien würden Nudeln, Pizza, italienischer Kaffee nicht automatisch verschwinden. Diese Bereicherung hat bereits im Habsburgerreich begonnen, ist im Laufe der letzten Jahrzehnte weitergegangen und würde im Rahmen der EU bestimmt nicht unterbrochen. Der italienische Kanton Tessin in der Schweiz ist wesentlich italienischer als Südtirol, obwohl er nicht zu Italien, ja nicht einmal zur EU gehört. Der kulturelle Austausch benötigt keine formale Zugehörigkeit zu einem Staat.
9. Was bedeutet Unabhängigkeit im heutigen Europa?
Unabhängigkeit im Rahmen der EU bedeutet, keinen Schritt in die Ungewissheit zu tun. Und es bedeutet, dass wir über unsere Zukunft selbst entscheiden, es sei denn in jenen Bereichen, die wir freiwillg mit anderen teilen wollen. Nicht zuletzt bedeutet es aber auch, in der Union mehr zu zählen und anderen Regionen ein Vorbild zu sein – wodurch ein regionales und solidarisches Entwicklungsmodell Auftrieb erlangen könnte.
10. Unabhängigkeit = Egoismus?
Nein. Unabhängigkeit kann Synonim von Egoismus sein, doch unsere Motive sind völlig andere und diesem Ziel entgegengesetzt. Das Manifest der Plattform spricht ausdrücklich eine innere und äußere Solidarität an. Letzteres bedeutet, dass wir auch in Zukunft – nach Möglichkeit in größerem Umfang als heute – ärmeren Regionen unter die Arme greifen müssen, in Europa und der restlichen Welt. Wir würden dies jedoch auf einer freieren Grundlage tun, weil wir die Prioritäten dafür selbst festlegen könnten. Und womöglich könnte Südtirol – wie die Schweiz und andere neutrale Länder – zusätzlich eine internationale Vermittlerrolle wahrnehmen.
Weitere Fragen bitte an: fragen@brennerbasisdemokratie.eu
______________________________________________________
1. La Piattaforma si batte per l’autodeterminazione o per l’indipendenza?
In primo luogo la Brennerbasisdemokratie difende il diritto ad autodeterminarsi. Ciò significa che la popolazione deve avere la possibilità di decidere il proprio futuro in modo libero, attraverso una votazione. Una volta raggiunto tale scopo, la Piattaforma per l’autodeterminazione propugnerà una soluzione indipendente dalla Repubblica Italiana in quanto stato nazionale. Infatti, siamo convinti che tale opzione sia quella di gran lunga migliore per la nostra terra. Potremmo decidere liberamente e consensualmente come sviluppare e realizzare un modello di convivenza pacifica e di pari diritti per tutti. Roma e Vienna, lo hanno dimostrato, non possono risolvere i nostri problemi, perché molto specifici. Inoltre, tali problemi difficilmente trovano sufficiente riscontro in un’autonomia venuta dall’alto.
2. Quali, secondo voi, sono i vantaggi e le conseguenze concreti dell’indipendenza?
- L’indipendenza, contrario di dipendenza, avrebbe come prima conseguenza il superamento dell’attuale stato d’emergenza perpetua, che da decenni viene artificialmente mantenuto in essere: Questo stato d’emergenza risulta da uno statuto d’autonomia poco flessibile e difficilmente modificabile, ma anche dalla diffidenza reciproca tra i gruppi linguistici. Rappresenta il capitale politico di intere generazioni di politici ed è difficilmente superabile all’interno di uno stato nazionale.
- L’emergenza politica è caratterizzata da un comportamento elettorale etnicizzato. Un partito di raccolta non sarebbe più giustificabile in un Sudtirolo indipendente; ideali e progetti politici avrebbero finalmente la precedenza nei confronti del collante etnico. La conseguenza sarebbe dunque innanzitutto una normalizzazione della vita politico.
- L’indipendenza ci fornirebbe tutti gli strumenti per risolvere i nostri problemi in loco, ed allo stesso tempo renderebbe queste soluzioni ineludibili ed improrogabili. Eventuali responsabilità o ritardi non sarebbero più attribuibili a Roma e Vienna.
- La politica sudtirolese risponderebbe pienamente delle sue azioni. Oggi la colpa degli sviluppi negativi viene addossata ad eventi ed attori esterni;
- Si renderebbe necessario un patto sociale (creazione di una base di consenso e di fiducia) tra i gruppi linguistici;
- I problemi specifici della nostra terra troverebbero risposte in qualsiasi atto pubblico. Infatti, il Sudtirolo sarebbe una »nazione volontaria« costitutivamente plurilingue come la Svizzera e non più la periferia estrema di uno stato nazionale: Il Sudtirolo ha bisogno di una maggiore centralità per le sue necessità specifiche in tutti gli ambiti della vita, e queste sono difficilmente comunicabili, comprensibili e risolvibili al di fuori del contesto locale.
- Il presunto o reale nemico esterno verrebbe eliminato, e con ciò la giustificazione per numerose misure protettive – anacronistiche ancorché irrinunciabili per una minoranza, ma d’ostacolo al libero sviluppo della società e delle persone;
- Il servizio pubblico farebbe un salto d’efficienza; il Sudtirolo potrebbe liberarsi definitivamente e con vantaggio generale della giustizia, della posta, delle ferrovie, della burocrazia (ecc.) italiane.
3. Siete antiitaliani?
No. La Brennerbasisdemokratie riconosce espressamente il passato ed il presente plurilingue del Tirolo e lo considera un valore importante da preservare ed incentivare nel futuro.
4. Siete contro l’Italia?
No. L’avviso che un futuro indipendente da qualsiasi stato nazionale darebbe possibilità di sviluppo di gran lunga migliori alla nostra terra non ha nulla a che vedere con una contrarietà all’Italia. Un Sudtirolo libero ed indipendente potrebbe portare avanti senza pregiudizi contatti e scambi di ogni natura con l’Italia, ed anzi intensificarli piuttosto che limitarli; questo in veste di partner con pari dignità – come d’altronde nei confronti di tutte le altre regioni vicine.
5. Siete xenofobi?
No. Il manifesto della Piattaforma per l’autodeterminazione si riferisce espressamente ad una soluzione territoriale che definisca come Sudtirolese chiunque abiti in questa terra, e ciò a prescindere dalla provenienza, lingua, religione e dal colore della pelle.
6. Il Sudtirolo è troppo piccolo per sopravvivere come entità indipendente.
Ciò è falso. Ci sono al mondo ed anche in Europa numerosi stati di dimensioni paragonabili o minori del Sudtirolo. Quasi nessuno ne ricava degli svantaggi, al contrario. Se così non fosse potrebbero liberamente decidere di perseguire l’annessione ad uno stato maggiore, ma non lo fanno. Vedi anche i diagrammi di Zahlen.Spielchen.
7. La forza economica del Sudtirolo non è sufficiente a garantirci la sopravvivenza come stato indipendente.
Non è vero. Dalle classifiche dell’Ufficio Statistico europeo (Eurostat) risulta che il Sudtirolo è una delle regioni più ricche dell’intero continente. Non esiste una ragione per la quale ciò dovrebbe cambiare dopo la proclamazione di un’eventuale indipendenza. Al contrario, la secessione avrebbe, con ogni probabilità, conseguenze molto positive, perché disporremmo prevedibilmente di una legislazione più agile, di servizi più efficienti (burocrazia, giustizia, posta, ferrovie…) e di una politica economica e fiscale davvero pertinente alle esigenze del Sudtirolo. Inoltre, l’indipendenza renderebbe probabile la creazione di alcune sedi distaccate di aziende internazionali. Tutto ciò avrebbe effetti più positivi che negativi sull’economia sudtirolese.
8. L’Italia ci ha portato cose positive, ad esempio ha ampliato la nostra cultura culinaria.
Questo è vero. Ma con la dichiarazione dell’indipendenza spaghetti, pizza, caffè italiano non sparirebbero da un giorno all’altro. L’arricchimento è iniziato in epoca absburgica, è proseguita negli ultimi decenni ed all’interno della cornice europea non sarebbe certamente destinata ad interrompersi. Il Cantone del Ticino in Svizzera è molto più italiano del Sudtirolo, benché non appartenga all’Italia e nemmeno all’Unione Europea. Gli scambi culturali non esigono l’appartenenza formale ad uno stato.
9. Che significato può avere l’indipendenza nell’Europa odierna?
L’indipendenza nella cornice europea significa innanzitutto non fare passi verso l’incertezza. E significa, che possiamo decidere noi stessi quale sarà il nostro futuro, eccetto in quegli ambiti che noi stessi decidiamo di compartire con altri. Non ultimo però significa anche contare di più nell’Unione e fungere da esempio ad altre regioni propulsando un modello regionale e solidale di Europa.
10. Indipendenza = egoismo?
No. L’indipendenza può essere sinonimo di egoismo, ma le motivazioni della Piattaforma sono tutt’altre. Il manifesto, infatti, parla chiaramente di solidarietà interna ed esterna. Ciò significa che pensiamo di contribuire anche in futuro, possibilmente in forma più consistente che nel presente, allo sviluppo di regioni meno abbienti, in Europa e nel mondo. Lo faremmo però in maniera libera, decidendo le priorità e magari presentandoci come forza di mediazione alla stregua della Svizzera o di altri paesi neutrali.
Inviate ulteriori domande a: domande@brennerbasisdemokratie.eu








