Häufige Fragen und Einwände. [Italiano]
Hinweis: Die Fragen sind nicht logisch gereiht, sondern nach der Reihenfolge ihres Aufkommens.
1. Sind Sie für die Selbstbestimmung oder für die Unabhängigkeit? ⇥
2. Was sind Ihrer Meinung nach die konkreten Vorteile/Folgen der Selbständigkeit? ⇥
3. Sind Sie italienerfeindlich? ⇥
4. Sind Sie italienfeindlich? ⇥
5. Sind Sie fremdenfeindlich? ⇥
6. Südtirol ist doch zu klein, um als eigenständiges Land zu überleben. ⇥
7. Südtirols Wirtschaftskraft reicht nicht aus, um als unabhängiges Land zu überleben. ⇥
8. Italien hat uns auch viel Positives gebracht, z.B. unsere Esskultur bereichert. ⇥
9. Was bedeutet Unabhängigkeit im heutigen Europa? ⇥
10. Würde Südtirol nicht aus der EU fliegen? ⇥
11. Unabhängigkeit = Egoismus? ⇥
12. Müsste ein unabhängiges Südtirol nicht die Eurozone verlassen? ⇥
13. In Europa kann man keine neuen Grenzen ziehen. Es gibt keine Grenzen mehr. ⇥
14. Glauben Sie wirklich, dass die Unabhängigkeit automatisch zur Überwindung der Nationalismen führen kann? ⇥
15. Sie wollen eine »Nation ohne Nation«? Das wäre doch nichts weniger als die Quadratur des Kreises! ⇥
16. Südtirol müsste anteilsmäßig die italienischen Staatsschulden übernehmen, könnte diese aber niemals abzahlen. ⇥
17. Warum braucht es zur Umsetzung des von BBD vorgeschlagenen Modells die Unabhängigkeit? Wäre es nicht auch mit der Autonomie realisierbar? ⇥
18. Das BBD-Projekt ist wunderbar — es setzt aber eine sehr aufgeklärte Gesellschaft voraus und wird deshalb eine Utopie bleiben. ⇥
19. Ich glaube nicht, dass die Trennung nach Sprachgruppen in einem unabhängigen Südtirol überwunden werden kann. Es wäre besser, wenn wir hier und jetzt daran arbeiten. ⇥
20. Sind Sie »unbedingt« für die Unabhängigkeit? ⇥
21. Was ist eine postethnische Gesellschaft? Setzt sie den postethnischen Menschen voraus? ⇥
22. Was geschieht im unabhängigen Südtirol mit der italienischen und der ladinischen Minderheit? ⇥
23. Ich möchte nicht in einem unabhängigen Land leben, in dem eine einzige Partei so viel Macht hat. ⇥
24. ‘Postethnisch’ gibt es nicht. Die Ethnie ist eine der am tiefsten verwurzelten menschlichen Eigenschaften. ⇥
25. Was will BBD eigentlich? ⇥
26. Ich will mich doch nicht von Freiheitlichen und Süd-Tiroler Freiheit regieren lassen. ⇥
27. Die Selbstbestimmung ist ein zweischneidiges Schwert: Wenn sich die Bevölkerung in einer Abstimmung gegen die Unabhängigkeit entscheidet, wird uns Italien auch noch die Autonomie wegnehmen. ⇥
28. BBD vergleicht Südtirol manchmal mit der Schweiz, doch in der Schweiz leben die Sprachgemeinschaften in jeweils einsprachigen Kantonen. ⇥
29. Laut Völkerrecht steht die Selbstbestimmung nur Kolonien und unterdrückten Minderheiten zu. ⇥
30. Ihr habt ein fertiges, starres und unverhandelbares Modell entwickelt, womit es unmöglich ist, sich auf Diskussionen einzulassen. ⇥
Domande e obiezioni frequenti.
Avviso: Le domande non sono elencate secondo criteri logici, bensì secondo la cronologia del loro inserimento.
1. Brennerbasisdemokratie si batte per l’autodeterminazione o per l’indipendenza? ⇥
2. Quali, secondo voi, sono i vantaggi e le conseguenze concreti dell’indipendenza? ⇥
3. Siete antiitaliani? ⇥
4. Siete contro l’Italia? ⇥
5. Siete xenofobi? ⇥
6. Il Sudtirolo è troppo piccolo per sopravvivere come entità indipendente. ⇥
7. La forza economica del Sudtirolo non è sufficiente a garantirci la sopravvivenza come stato indipendente. ⇥
8. L’Italia ci ha portato cose positive, ad esempio ha arricchito la nostra cucina. ⇥
9. Che significato può avere l’indipendenza nell’Europa odierna? ⇥
10. Ma il Sudtirolo non sarebbe espulso dall’UE? ⇥
11. Indipendenza = egoismo? ⇥
12. Il Sudtirolo indipendente dovrebbe lasciare la zona Euro? ⇥
13. In Europa non si possono creare nuovi confini. I confini non esistono più. ⇥
14. Davvero siete convinti che l’indipendenza metta in moto un automatismo in grado di superare i nazionalismi? ⇥
15. Una nazione senza nazione? Ma sarebbe la quadratura del cerchio! ⇥
16. Il Sudtirolo dovrebbe accollarsi la sua parte del debito sovrano italiano, ma non sarebbe in grado di estinguerlo. ⇥
17. Per quale ragione pensate che la realizzazione del modello di BBD necessiti dell’indipendenza? Non sarebbe attuabile anche all’interno dell’autonomia? ⇥
18. Il progetto di BBD è ottimo — ma presuppone una società molto illuminata ed è quindi destinato a rimanere un’utopia. ⇥
19. Non credo che la separazione fra i gruppi linguistici possa venire superata in un Sudtirolo indipendente. Sarebbe meglio perseguire questo fine qui e ora. ⇥
20. Siete favorevoli all’indipendenza ad ogni costo? ⇥
21. Che cos’è una società postetnica? Presuppone l’uomo postetnico? ⇥
22. Che cosa accadrebbe con le minoranze italiana e ladina nel Sudtirolo indipendente? ⇥
23. Non voglio vivere in una terra indipendente nella quale un unico partito ha un tale potere. ⇥
24. Il concetto di postetnico non è realizzabile. L’etnia è una delle caratteristiche umane più profondamente radicate. ⇥
25. Qual’è il fine di BBD? ⇥
26. Non voglio farmi governare da Freiheitliche e Süd-Tiroler Freiheit. ⇥
1. Sind Sie für die Selbstbestimmung oder für die Unabhängigkeit? ↺
BBD spricht sich in erster Linie für die Selbstbestimmung aus. Das heißt, die Bevölkerung soll die Möglichkeit bekommen, in einer Abstimmung frei über ihre Zukunft zu befinden (Unabhängigkeit/Verbleib bei Italien/anderes Szenario). Sollte es jedoch zu einer Abstimmung kommen, wird sich die Brennerbasisdemokratie für die Unabhängigkeit vom Nationalstaat Italien einsetzen, weil wir davon überzeugt sind, dass diese Lösung mit Abstand die bessere für unser Land wäre. Wir könnten dann frei und im Konsens darüber entscheiden, wie wir uns ein tatsächlich friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben der Menschen in Südtirol vorstellen. Rom und Wien können unsere Probleme nicht lösen, weil sie sehr spezifisch sind und in einem nationalstaatlichen Rahmen, selbst mit einer Teilautonomie, gar nicht dauerhaft lösbar sind. Vergleiche auch Frage Nr. 20.
2. Was sind Ihrer Meinung nach die konkreten Vorteile/Folgen der Selbständigkeit? ↺
- Die Unabhängigkeit (Gegenteil von Abhängigkeit) hätte die Aufhebung des seit Jahrzehnten künstlich aufrecht erhaltenen Ausnahmezustandes zur Folge: Dieser Ausnahmezustand ist im starren, unbeweglichen Autonomiestatut festgeschrieben und durch gegenseitiges Misstrauen sowie Trennung zwischen den Sprachgruppen gekennzeichnet. Er ist das politische Kapital ganzer Politikerscharen und innerhalb eines Nationalstaates kaum und nur unter großem Risiko zu überwinden.
- Der politische Ausnahmezustand ist außerdem durch das Wahlverhalten nach Sprachgruppen gekennzeichnet. Eine Sammelpartei wäre in einem unabhängigen Südtirol nicht mehr rechtfertigbar, Ideale und politische Projekte hätten Vorrang vor dem ethnischen Zusammenhalt, eine lange überfällige Normalisierung der politischen Landschaft wäre die Folge.
- Es bestünde endlich die Chance und die Notwendigkeit, unsere Probleme vor Ort zu lösen, die Verantwortung könnte nicht länger nach Rom und Wien abgeschoben werden.
- Die Südtiroler Politik wäre voll verantwortlich für ihr Handeln. Heute wird die Verantwortung für negative Entwicklungen auf äußere Umstände und Akteure abgeschoben.
- Die Schaffung eines sozialen Paktes (Konsens-, Vertrauensbildung) zwischen den Sprachgruppen wäre nötig.
- Der besonderen Situation Südtirols könnte in jeder Hinsicht Rechnung getragen werden, da es sich um einen konstitutiv mehrsprachigen Willensstaat (ähnlich der Schweiz) und nicht mehr um den äußersten Zipfel eines Nationalstaates handeln würde: Südtirol braucht die Zentralität seiner spezifischen Bedürfnisse – die außerlandes nur sehr schwer nachvollziehbar und vermittelbar sind – in sämtlichen Lebensbereichen.
- Der angebliche oder reale äußere Feind käme Abhanden und damit die Rechtfertigung für zahlreiche anachronistische Schutzmaßnahmen, die für eine Minderheit unverzichtbar sind, aber die freie Entfaltung der Menschen einschränken.
- Der sogenannte Service Public (öffentlicher Dienst) wäre wesentlich effizienter; Südtirol könnte sich von Italiens Justiz, Post, Bahn, Bürokratie u.v.m. endgültig und mit großem Vorteil für alle endgültig verabschieden.
3. Sind Sie italienerfeindlich? ↺
Nein. BBD anerkennt ausdrücklich die mehrsprachige Vergangenheit und Gegenwart Tirols und betrachtet sie als einen für die Zukunft zu bewahrenden und auszubauenden Wert.
4. Sind Sie italienfeindlich? ↺
Nein. Die Ansicht, dass eine Zukunft ohne Zugehörigkeit zu einem Nationalstaat unserem Land wesentlich bessere Entfaltungsmöglichkeiten bieten würde, hat nichts mit einer wie auch immer gearteten Italienfeindlichkeit zu tun. Die Kontakte und den Austausch mit Italien könnte ein unabhängiges Südtirol jedoch anders als jetzt unvoreingenommen und unbelastet führen und nach Möglichkeit eher ausbauen als einschränken, und zwar als gleichberechtigter Partner – wie im Übrigen mit allen anderen Nachbarregionen und -staaten.
5. Sind Sie fremdenfeindlich? ↺
Nein. Das BBD-Manifest spricht ausdrücklich von einer territorialen Lösung, die jeden hier lebenden Menschen als Südtiroler definiert, und zwar ungeachtet seiner Herkunft, Sprache, Hautfarbe und Religion.
6. Südtirol ist doch zu klein, um als eigenständiges Land zu überleben. ↺
Dies ist falsch. Es gibt weltweit – und auch in Europa – zahlreiche Staaten, die fast genauso klein oder noch kleiner sind als Südtirol. Die allermeisten davon haben damit kein Problem, im Gegenteil. Wäre dies nicht so, würden sie eine Eingliederung in größere Staaten anstreben, doch sie tun dies nicht.
Ferner sind Kleinstaaten durchschnittlich wirtschaftlich erfolgreicher und erzielen bessere Governance-Ergebnisse, als große Staaten. Es besteht auch keine Notwendigkeit, dass Kleinstaaten sämtliche Aufgaben selbst übernehmen: Es ist gängige Praxis, dass manche sekundäre Bereiche (wie die diplomatische Vertretung im Ausland) befreundeten Nachbarländern anvertraut werden.
7. Südtirols Wirtschaftskraft reicht nicht aus, um als unabhängiges Land zu überleben. ↺
Das stimmt nicht. Südtirol wird vom Europäischen Statistikamt Eurostat regelmäßig als eine der reichsten Regionen des gesamten Kontinents eingestuft. Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum sich dies nach Vollzug der Unabhängigkeit ändern sollte. Im Gegenteil hätte die Loslösung voraussichtlich sehr positive Folgen, weil wir eine schlankere Gesetzgebung, effizientere Dienstleistungen (Bürokratie, Justiz, Post, Bahn etc.) und eine auf Südtirols Bedürfnisse zugeschnittene Wirtschafts- und Steuerpolitik hätten. Zusätzlich hätte die Unabhängigkeit die Ansiedlung eigener Niederlassungen von ausländischen Unternehmen zur Folge. All dies würde die Ökonomie eher ankurbeln als beschädigen.
8. Italien hat uns auch viel Positives gebracht, z.B. unsere Esskultur bereichert. ↺
Das ist richtig. Doch bei einer Loslösung von Italien würden Nudeln, Pizza, italienischer Kaffee u.v.m. nicht automatisch verschwinden. Diese Bereicherung hat bereits im Habsburgerreich begonnen, ist im Laufe der letzten Jahrzehnte weitergegangen und würde im Rahmen der EU bestimmt nicht unterbrochen. Der italienische Kanton Tessin in der Schweiz ist wesentlich italienischer als Südtirol, obwohl er nicht zu Italien, ja nicht einmal zur EU gehört. Der kulturelle Austausch benötigt keine formale Zugehörigkeit zu einem Staat.
9. Was bedeutet Unabhängigkeit im heutigen Europa? ↺
Unabhängigkeit im Rahmen der EU bedeutet, keinen Schritt in die Ungewissheit zu tun. Und es bedeutet, dass wir über unsere Zukunft selbst entscheiden, es sei denn in jenen Bereichen, die wir freiwillg mit anderen teilen wollen. Nicht zuletzt bedeutet es aber auch, in der Union mehr zu zählen und anderen Regionen ein Vorbild zu sein – wodurch ein föderalistisches und solidarisches Entwicklungsmodell Auftrieb erlangen könnte.
10. Würde Südtirol nicht aus der EU fliegen? ↺
Rechtsexperten aus Katalonien oder Schottland sind zum Schluss gekommen, dass dies nicht der Fall wäre — es käme vielmehr zu einer »internen Erweiterung«. Diese Ansicht ist jedoch nicht unumstritten. Gewissheit hätte man letztendlich nur, sobald es soweit ist. Im Augenblick sieht es danach aus, als könnte Schottland zum Präzedenzfall werden; sollten sich die schottischen Bürger jedoch gegen die Unabhängigkeit von Großbritannien entscheiden, spräche das nicht dagegen, dass Südtirol den ersten Schritt macht. Falls Südtirol unabhängig würde, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Italien zusätzlich zum Gotthardpass mit dem Brenner eine weitere wichtige Alpenquerung außerhalb der EU lassen möchte. Rom würde demnach sicherlich kein Veto gegen einen Verbleib bzw. einen Beitritt Südtirols zur Union einlegen, sondern vielmehr jede diesbezügliche Absicht tatkräftig unterstützen.
11. Unabhängigkeit = Egoismus? ↺
Nein. Der Unabhängigkeitswunsch kann Synonym von Egoismus sein, doch unsere Motive sind völlig andere und diesem Ziel entgegengesetzt. Wir wollen nicht mehr Geld, sondern mehr Verantwortung übernehmen: Das BBD-Manifest spricht ausdrücklich die innere und äußere Solidarität an, wobei letzteres bedeutet, dass wir auch in Zukunft — nach Möglichkeit in deutlich größerem Umfang als heute — ärmeren Regionen unter die Arme greifen müssen. In der EU geschieht dies automatisch über den europäischen Finanzausgleich, in der restlichen Welt über Kooperation und Entwicklungshilfe. Zudem könnte Südtirol u.U. — wie die Schweiz und andere neutrale Länder — zusätzlich eine internationale und interregionale Vermittlerrolle wahrnehmen.
12. Müsste ein unabhängiges Südtirol nicht die Eurozone verlassen? ↺
Es wäre denkbar, dass Südtirol nicht von Anfang an aktives Mitglied der Eurozone wäre. Es gibt aber die Möglichkeit einer vorübergehenden passiven Nutzung der Gemeinschaftswährung — ohne Mitgliedschaft in der Europäischen Zentralbank, wo wir schon heute nicht bzw. nur über Italien vertreten sind. Die Kleinstaaten Andorra und Monaco oder die jungen Staaten Kosovo und Montenegro sind schon heute Beispiele für Länder, welche den Euro passiv nutzen (sogar ohne EU-Mitglieder zu sein).
Sollte sich Südtirol gegen die passive Euronutzung entscheiden, bestehen mindestens zwei weitere (allerdings weniger attraktive) Optionen, wie man die Zeit bis zum offiziellen Eintritt in den Euro überbrücken könnte: 1. Passive oder aktive Nutzung einer anderen Währung (z.B. Schweizer Franken); 2. Einführung einer eigenen Übergangswährung.
13. In Europa kann man keine neuen Grenzen ziehen. Es gibt keine Grenzen mehr. ↺
Dass es in Europa keine Grenzen mehr gibt, ist eine stark verkürzende Darstellung. Vielmehr wurden die Grenzkontrollen großteils abgeschafft und auch sonst die Auswirkungen von Grenzen abgemildert. Trotzdem sind die Auswirkungen, welche Staatsgrenzen auf unser tägliches Leben haben, weiterhin groß: Wesentliche Rechte und Pflichten, Steuern und Tarife, die Schulsysteme u.v.m. werden von den Staaten nach wie vor unterschiedlich geregelt.
Selbst wenn es jemals zu einem europäischen Bundesstaat kommen sollte, wären Grenzen zwischen den Gebieten (Länder oder Regionen…), aus denen dieser Staat besteht, erforderlich; schließlich ist undenkbar, dass für das gesamte Gebiet von Lappland bis Sizilien und von der Algarve bis zum Schwarzen Meer eine einzige Zentralregierung zuständig ist. Das heißt: Wie durchlässig und überwindbar die Grenzen in Zukunft auch werden mögen, wir werden sie (zum Zwecke der Verwaltung) immer brauchen. Die Verschiebung einer innereuropäischen Verwaltungsgrenze wird jedoch wahrscheinlich umso einfacher und problemloser, je mehr Europa zusammenwächst. So gesehen ist der »Abbau« von Grenzen ein Argument, das nicht gegen, sondern für eine flexiblere Handhabung von Grenzanpassungen spricht.
14. Glauben Sie wirklich, dass die Unabhängigkeit automatisch zur Überwindung der Nationalismen führen kann? ↺
Das glauben wir selbstverständlich nicht. Die Unabhängigkeit kann dieses Potenzial nur dann entfalten, wenn wir es schaffen, Regeln und Mechanismen für das eigenständige Südtirol festzulegen, die es uns erlauben, das Land außerhalb des nationalistischen (oder nationalstaatlichen) Rahmens zu positionieren. Das ist freilich kein leichtes Unterfangen, da das Konstrukt der »Nation«, so jung es auch ist, die Denkweise der Menschen durchdrungen hat. Ein Schritt in diese Richtung ist die Formulierung eines BBD-Verfassungsvorschlags, welcher mögliche rechtliche Rahmenbedingungen für ein »postethnisches« Land aufzeigt. Doch nur, wenn die Bevölkerung sich in einem Volksentscheid zur Unabhängigkeit frei und vor allem bewusst für einen derartigen Weg entscheidet und ihn auch großmehrheitlich aktiv mitträgt, kann die Entwicklung gelingen. Selbst der BBD-Verfassungsvorschlag muss mit dem Einbau gewisser Fristen der Tatsache Rechnung tragen, dass sich die Gesellschaft erst allmählich daran gewöhnen wird, dass ethnische (bzw. nationale) Merkmale in rechtlichen Belangen und im öffentlichen Leben in den Hintergrund treten.
15. Sie wollen eine »Nation ohne Nation«? Das wäre doch nichts weniger als die Quadratur des Kreises! ↺
Die »Nation ohne Nation« ist nichts anderes als ein Wortspiel, um das Ziel zu beschreiben, das BBD verfolgt. Es ist jedoch weit weniger paradox, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Schließlich spielt der Satz mit zwei völlig unterschiedlichen Bedeutungen des Begriffs »Nation«: Im ersten Fall ist Nation ein Synonym für »Staat«, während es im zweiten Fall eine Gemeinschaft von Personen, die von Geburt an natürliche und kulturelle Eigenschaften gemeinsam haben beschreibt. Wenn man also sagt, dass BBD eine »Nation ohne Nation« vorschlägt, heißt dies in Wirklichkeit nichts anderes, als dass dieses Projekt auf einen »Staat« hinarbeitet, welchem nicht der philosophische »Nationenbegriff« zugrunde liegt. Es gibt übrigens bereits zahlreiche Beispiele für Staaten, die keine Nationen im eigentlichen Sinne sind — und die sind so unterschiedlich wie die Schweiz, Luxemburg oder die Vereinigten Staaten von Amerika. Südtirol müsste natürlich keines dieser Modelle kopieren, sondern wäre ein weiteres, völlig eigenständiges Beispiel eines nicht national definierten Staates.
16. Südtirol müsste anteilsmäßig die italienischen Staatsschulden übernehmen, könnte diese aber niemals abzahlen. ↺
Welchen Anteil der italienischen Staatsschulden Südtirol übernehmen müsste bzw. ab welchem Zeitpunkt Südtirol für die Schulden mitverantwortlich ist, müsste erst ausgehandelt werden. Auch die Berücksichtigung der jahrzehntelangen Abschöpfung der einheimischen Wasserkraft durch den Staat wäre einzufordern.
Selbst wenn Südtirol seinen Anteil an den italienischen Staatsschulden in vollem Umfang übernehmen müsste, würde das keine Verschlechterung der Istsituation darstellen: Auch als Teil Italiens hat Südtirol diese Schulden nämlich bereits. Da Südtirol jedoch ein höheres BIP als das restliche Staatsgebiet, zudem traditionell eine bessere Haushaltsdisziplin aufweist, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Südtirol diese Schulden abtragen kann, als dass sie Italien jemals abtragen wird können.
Da ausgeglichene öffentliche Haushalte die aktive Gestaltung eines Staates wesentlich erleichtern, birgt die Unabhängigkeit diesbezüglich wesentlich mehr Chancen als Risiken.
17. Warum braucht es zur Umsetzung des von BBD vorgeschlagenen Modells die Unabhängigkeit? Wäre es nicht auch mit der Autonomie realisierbar? ↺
Wenn wir vom BBD-Modell sprechen, schwingt natürlich immer auch eine Zukunftsvision für Europa mit: Wir wünschen uns ein Europa der Regionen, das nach dem Subsidiaritätsprinzip aufgebaut ist und den heutigen Club der Nationalstaaten ablöst. Natürlich entscheiden nicht wir hier in Südtirol, wie das Europa von morgen aussieht, aber wir entscheiden mit, wie alle anderen.
Darüberhinaus gibt es auch sehr konkrete Gründe, warum unserer Auffassung nach die Unabhängigkeit erforderlich ist: Minderheiten werden in einem Nationalstaat nie ohne Risiken auf Schutzmechanismen verzichten können, die jedoch ihrerseits die Trennung zwischen den Sprachgruppen perpetuieren und reproduzieren.
Die Autonomie steht uns Südtirolern zu, weil wir uns vom übrigen Staatsvolk unterscheiden, also, weil wir »national« nicht dazugehören. Dies ist also ein dauernder Ansporn dafür, dass sich »Deutsche« und »Ladiner« möglichst von ihren Mitbürgern italienischer Sprache abgrenzen. Schließlich wird die Legitimierung für diese Autonomie hinfällig, sobald wir uns nicht mehr hinreichend vom Staatsvolk unterscheiden. Diese Tatsache ist freilich keine gute Voraussetzung für ein entkrampftes Miteinander.
Um ein neues Gesellschaftsmodell umzusetzen, brauchen wir zudem den nötigen Handlungsspielraum direkt vor Ort — doch die Autonomie benötigt immer eine übergeordnete Absicherung. Absicherung bedeutet im Gegenzug Starrheit, und das kennen wir schon heute: Wenn wir auch alle im Lande einverstanden sind, wir können nichts selbst ändern, wir können auch nicht die nötige Feinjustierung (an unserer »Verfassung« oder am Schulsystem) vornehmen, wenn nicht Rom und Wien zustimmen.
18. Das BBD-Projekt ist wunderbar — es setzt aber eine sehr aufgeklärte Gesellschaft voraus und wird deshalb eine Utopie bleiben. ↺
Vor wenigen Jahrzehnten gab es europaweit ähnliche (tatsächliche oder vorgeschobene) Einwände gegen die Einführung des allgemeinen Wahlrechts. Schon kurz darauf waren das allgemeine und das Frauenwahlrecht aus den westlichen Demokratien nicht mehr wegzudenken. Die Gesellschaften haben sich als reifer erwiesen, als die damaligen Zweifler je vermutet hätten.
19. Ich glaube nicht, dass die Trennung nach Sprachgruppen in einem unabhängigen Südtirol überwunden werden kann. Es wäre besser, wenn wir hier und jetzt daran arbeiten. ↺
Der Wille, hier und jetzt für ein besseres Zusammenleben zu arbeiten, steht nicht im Widerspruch zu Bestrebungen, durch die Absage an das nationalstaatliche Modell bessere Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Beide Ziele können, ja sollen sogar, parallel verfolgt werden.
Allerdings schafft die Autonomie durch ihre — in einem Nationalstaat erforderlichen — Schutzbestimmungen (getrennte Schulen, Sprachgruppenzugehörigkeit, Proporz etc.) Anreize, die einer ethnisch ungeteilten Gesellschaft letztendlich im Wege stehen; während ein unabhängiges, nach den Vorstellungen von BBD konstruiertes Südtirol Anreize für die Überwindung der Trennungen schaffen würde. Wer glaubt, dass diese Anreize nicht ausreichen, um das Zusammenleben drastisch zu verbessern, kann auch nicht glauben, dieses Ziel im Rahmen der derzeitigen Autonomie — also mit Anreizen, die dem Ziel zuwiderlaufen — zu erreichen. Vergleiche auch Frage Nr. 17.
20. Sind Sie »unbedingt« für die Unabhängigkeit? ↺
Nein, die Unabhängigkeit ist sehr wohl an Bedingungen geknüpft. Sie ist unserer Auffassung nach in jenem Maße gerechtfertigt, wie sie die Grundlage für ein besseres Zusammenleben, die Mehrsprachigkeit und ein funktionierendes, solidarisches Gemeinwesen darstellen kann. Einen Sprung in die Ungewissheit lehnen wir ab: Zur Loslösung vom Nationalstaat Italien muss über einen verbindlichen Verfassungsentwurf abgestimmt werden, der sicherstellt, dass die Entwicklung in die erwünschte Richtung geht. Dass die Südtiroler »die Katze im Sack kaufen« und blind einem völlig planlosen oder dem Zusammenleben abträglichen Unabhängigkeitsmodell zustimmen, ist ohnehin schwer vorstellbar, da die Mehrheit eine Verschlechterung des Istzustandes (in gesellschaftlicher, wirtschaftlicher Hinsicht) wohl nicht mittragen würde. Vergleiche auch Frage Nr. 14.
21. Was ist eine postethnische Gesellschaft? Setzt sie den postethnischen Menschen voraus? ↺
In einer postethnischen Gesellschaft ist die Zugehörigkeit zu einer Ethnie oder Sprachgruppe — anders als in der heutigen Autonomie, welche die Sprachgruppe zu ihrem Kern hat — kein relevantes Merkmal mehr; sie tritt, ähnlich wie die Religion, in den Hintergrund und wird weitgehend Teil der Privatsphäre. Genauso, wie der laizistische Staat nicht voraussetzt, dass seine Bürger Atheisten sind, setzt ein postethnisch ausgerichteter Staat nicht einen utopischen, ethniefreien neuen Menschentypus voraus. Vergleiche auch Frage Nr. 24.
22. Was geschieht im unabhängigen Südtirol mit der italienischen und der ladinischen Minderheit? ↺
Grundsätzlich soll es laut BBD in einem unabhängigen Südtirol gar keine Minderheiten als solche mehr geben: Selbstverständlich sind die Bürger italienischer und ladinischer Sprache zunächst zahlenmäßig in der Minderheit; es handelt sich dabei jedoch nicht um »nationale« Minderheiten, da sich der neue Staat nicht national (z.B. aufgrund der deutschen Sprache) definiert. Beim unabhängigen Südtirol sollte es sich nicht um einen neuen Nationalstaat handeln, sondern um den Staat einer dezidiert mehrsprachigen Willensgemeinschaft, dessen Quellcode wenigstens alle drei autochtonen Sprachen in sich trägt. Dieses Ziel kann durch eine Verfassung erreicht werden, die diesem Wunsch Rechnung trägt.
In der Schweiz etwa würden sich die Romands (französischsprachige Schweizer) oder die italienischen Schweizer, obwohl anteilsmäßig in der Unterzahl, niemals als Minderheit bezeichnen, weil sie gleichberechtigt Teil des Staatsvolkes sind und keine Assimilierung befürchten müssen. Ähnlich ist es in Luxemburg, ein Land, das sich ebenfalls nicht »national« definiert.
Laut BBD-Manifest bleibt darüberhinaus das Selbstbestimmungsrecht der Ladiner mit ihrem geschlossenen Siedlungsgebiet ausdrücklich aufrecht. Sie sollten also jederzeit frei entscheiden dürfen, ob sie Teil Südtirols bleiben möchten oder nicht.
23. Ich möchte nicht in einem unabhängigen Land leben, in dem eine einzige Partei so viel Macht hat. ↺
Die Stärke einer einzigen Partei, wie wir sie heute in Südtirol erleben, ist im Wesentlichen auf die Situation der deutsch- und ladinischsprachigen Südtiroler als Minderheiten in einem Nationalstaat zurückzuführen. Diese Situation bedingt die — tatsächliche oder gefühlte — Notwendigkeit, »zusammenzuhalten«, eine Notwendigkeit, die die Sammelpartei regelmäßig beschwört. In einem unabhängigen, nicht national definierten Südtirol käme die Rechtfertigung für einen derartigen ethnischen Zusammenhalt in Gesellschaft und Politik abhanden. Die wahrscheinlichste Folge: Eine Normalisierung der politischen Landschaft (Ausrichtung nach ideologischen und nicht nach ethnischen Grundsätzen) und die Aufspaltung der Sammelpartei in ihre konservativen und sozialdemokratischen Bestandteile.
24. ‘Postethnisch’ gibt es nicht. Die Ethnie ist eine der am tiefsten verwurzelten menschlichen Eigenschaften. ↺
BBD hat sich nicht zum Ziel gesetzt, eine menschliche Eigenschaft (besser gesagt: ein gesellschaftliches Konstrukt) wie die Ethnie abzuschaffen. Vielmehr schlagen wir die Einführung eines institutionellen Modells vor, das — anders als unsere heutige Autonomie — die Ethnie nicht zu einer der wichtigsten Eigenschaften erhebt, um Arbeitsplätze zu vergeben, Kulturfördergelder zu verteilen, Sozialwohnungen zuzuweisen und vieles mehr. Noch präziser (aber umständlicher) könnte man also von »Post-Ethnozentrismus« oder einem »nicht ethnozentrischen Modell« sprechen, und solche Modelle existieren weltweit. Um nicht zu sagen: Ethnozentrische Modelle, wie jenes, das in Südtirol vorherrscht, sind die absolute Ausnahme. Vergleiche auch Frage Nr. 21.
25. Was will BBD eigentlich? ↺
Ganz kurz zusammengefasst: Wir wünschen uns ein mehrsprachiges, nicht mehr ethnozentrisch ausgerichtetes Südtirol, dem europäischen Einigungsprozess verpflichtet und losgelöst von jeglichem Nationalstaat. Vergleiche hierzu unter anderem das BBD-Manifest und Frage Nr. 17.
26. Ich will mich doch nicht von Freiheitlichen und Süd-Tiroler Freiheit regieren lassen. ↺
Auch im unabhängigen Südtirol wird der Landtag (bzw. das Parlament) von allen Bürgern gewählt und nicht nur von jenen, die die Unabhängigkeit befürwortet haben. Die Befürchtung, dass dann Parteien, die sich heute für die Unabhängigkeit einsetzen, stärker im Landtag vertreten sein werden, als dies jetzt der Fall ist, ist unbegründet. Eher im Gegenteil: Ihnen kommt eines ihrer wichtigsten Wahlkampfthemen, die Loslösung Südtirols von Italien, abhanden.
27. Die Selbstbestimmung ist ein zweischneidiges Schwert: Wenn sich die Bevölkerung in einer Abstimmung gegen die Unabhängigkeit entscheidet, wird uns Italien auch noch die Autonomie wegnehmen. ↺
Obwohl dies einige Politiker in Südtirol behaupten, gibt es keine rechtlichen oder politischen Anhaltspunkte für eine solche »Bestrafung«. Im Bundesstaat Québec, wo im Laufe der letzten Jahrzehnte schon zweimal erfolglos über die Unabhängigkeit von Kanada abgestimmt wurde, ist nichts derartiges eingetreten. Ganz im Gegenteil: Québec konnte seine Zuständigkeiten seitdem sogar ausbauen. In Schottland ist davon die Rede, dass im Falle eines Verbleibs beim Vereinigten Königsreich die sogenannte devolution max (maximale Autonomie) umgesetzt werden könnte, während Spanien den Unabhängigkeitswillen der Katalanen schon jetzt u. a. damit zu brechen versucht, dass der Zentralstaat für den Fall eines Verbleibs neue Zuständigkeiten anbietet.
Eine etwaige Drohung des Mutterstaates, bei Scheitern der Sezessionsbestrebungen die Autonomie zu streichen, wäre nichts anderes als Wahlwerbung für die Unabhängigkeit — und somit aus Sicht des Mutterstaates völlig kontraproduktiv.
28. BBD vergleicht Südtirol manchmal mit der Schweiz, doch in der Schweiz leben die Sprachgemeinschaften in jeweils einsprachigen Kantonen. ↺
Wir nennen die Schweiz als »naheliegendes« Beispiel für einen nicht national (also nicht aufgrund einer einheitlichen Sprache und Kultur) definierten Staat, in dem sich niemand als Sprachminderheit fühlen muss. Dies um aufzuzeigen, dass es dafür schon heute funktionierende Beispiele gibt. Selbstverständlich wäre das Schweizer Modell nicht einfach auf Südtirol übertragbar, vielmehr müssten wir mittels einer Verfassung ein auf Südtirol maßgeschneidertes Modell entwickeln und etablieren. Einige mögliche, aber keineswegs unverhandelbare Grundzüge für ein solches Modell will BBD aufzeigen.
Über die Schweiz hinaus gibt es noch weitere, völlig unterschiedliche und ebenfalls nicht direkt auf Südtirol übertragbare Modelle für nicht national definierte Staaten, wie etwa Luxemburg oder Kanada.
Im Übrigen stimmt es jedoch nicht, dass die Sprachgemeinschaften in der Schweiz grundsätzlich getrennt und in unterschiedlichen Kantonen leben. Es gibt in der Eidgenossenschaft weitgehend einsprachige Kantone wie St. Gallen, Neuchâtel oder Tessin, aber auch mehrsprachige Kantone wie Freiburg/Fribourg, Bern/Berne oder das an Südtirol angrenzende Graubünden/Grischun/Grigioni. Zudem funktionieren Legislative, Exekutive und Judikative auf Bundesebene mehrsprachig.
29. Laut Völkerrecht steht die Selbstbestimmung nur Kolonien und unterdrückten Minderheiten zu. ↺
Das Völkerrecht selbst macht dazu keine konkreten Aussagen, vielmehr ist dies die am weitesten verbreitete, aber nicht unumstrittene Auslegung.
Trotzdem beruft sich BBD nicht in erster Linie auf das Völkerrecht, um die Selbstbestimmung für Südtirol zu verlangen, dies wäre in der Tat verwegen. Vielmehr sieht BBD die Legitimierung eines solchen Prozesses in demokratischen und basisdemokratischen Grundsätzen, die sich darin äußern, dass ein demokratischer Rechtsstaat den Willen einer breiten — und im Falle Südtirols sprachgruppenübergreifenden — territorialen Bevölkerungsmehrheit nicht dauerhaft ignorieren/unterdrücken kann. Selbst wenn es zunächst juristische Schranken (wie die in der italienischen Verfassung verankerte »nationale Einheit«) zu geben scheint, muss auf dem Verhandlungswege eine Lösung gefunden werden. Verfassungen und Gesetze sind (anders als physikalische Gesetze) menschgemacht und veränderlich; sie müssen sich in Demokratien dem Bevölkerungswillen unterordnen. Der erste Schritt muss in jedem Fall eine breite Konsens- und Willensbildung sein.
30. Ihr habt ein fertiges, starres und unverhandelbares Modell entwickelt, womit es unmöglich ist, sich auf Diskussionen einzulassen. ↺
Das BBD-Modell ist alles andere als fertig, starr und unverhandelbar. Vielmehr stellt es ein mögliches, in sich schlüssiges Modell dar, anhand dessen aufgezeigt werden kann, welche Entwicklung ein unabhängiges Südtirol unserer Auffassung nach nehmen könnte. Es wurde als Diskussionsgrundlage konkretisiert, um glaubhaft kommunizieren zu können, dass es zumindest einen Lösungsweg für eine nicht mehr von ethnischen Grundsätzen geleitete Entwicklung gibt, bei der keine der heutigen Sprachgemeinschaften Benachteiligungen zu befürchten hat.
Die Ausarbeitung einer konkreten Verfassung muss unserer Auffassung nach in einem partizipativen, direktdemokratischen Prozess stattfinden und sollte in ihren wesentlichen Grundzügen bereits vor einem etwaigen Selbstbestimmungsreferendum abgeschlossen sein.
Einziges für BBD nicht verhandelbares Prinzip ist, dass die Unabhängigkeit, um unsere Zustimmung zu erlangen, auf nicht ethnozentrischer Grundlage erfolgen und für alle der heutigen Sprachgemeinschaften von Vorteil sein muss.
1. Brennerbasisdemokratie si batte per l’autodeterminazione o per l’indipendenza? ↺
In primo luogo BBD difende il diritto ad autodeterminarsi. Ciò significa che la popolazione deve avere la possibilità di decidere il proprio futuro in modo libero, attraverso una votazione democratica.
Una volta raggiunto tale scopo, BBD si schiererà a favore di una soluzione di indipendenza dallo stato nazionale italiano (e da qualsiasi altro stato nazionale). Siamo convinti che tale opzione sia quella di gran lunga migliore per la nostra terra plurilingue. Potremmo decidere liberamente e consensualmente come sviluppare e realizzare un modello di convivenza pacifica e di pari diritti per tutti. Roma e Vienna, lo hanno dimostrato, non sono in grado di risolvere i nostri problemi, perché molto specifici e difficilmente comprensibile a chi non li ha mai vissuti. Inoltre, difficilmente potremo trovare una soluzione soddisfacente in seno ad uno stato nazionale. Cfr. domanda nr. 20.
2. Quali, secondo voi, sono le conseguenze e i vantaggi concreti dell’indipendenza? ↺
- L’indipendenza (contrario di dipendenza) avrebbe come prima conseguenza il superamento dell’attuale stato d’emergenza perpetua, che viene artificialmente mantenuto in essere da decenni: questo stato d’emergenza è conseguenza di uno statuto d’autonomia poco flessibile e difficilmente modificabile, ma anche dalla diffidenza reciproca e dalla separazione tra i gruppi linguistici. Rappresenta il capitale politico di intere generazioni di politici, ma è difficilmente superabile all’interno di uno stato nazionale, senza rinunciare a essenziali strumenti di tutela.
- Ne consegue un’anomalia politica caratterizzata da un comportamento elettorale etnicizzato. Un partito di raccolta di tipo «etnico» non sarebbe più giustificabile in un Sudtirolo indipendente; ideali e progetti politici avrebbero finalmente la precedenza sull’appartenenza etnico-linguistica. La prima conseguenza sarebbe dunque innanzitutto una normalizzazione della vita politica.
- L’indipendenza ci fornirebbe tutti gli strumenti per risolvere i nostri problemi in loco, e allo stesso tempo renderebbe queste soluzioni ineludibili ed improrogabili. Eventuali responsabilità o ritardi non sarebbero più attribuibili a Roma e a Vienna.
- La politica sudtirolese risponderebbe pienamente delle sue azioni. Oggi la colpa degli sviluppi negativi viene sovente addossata a eventi e attori esterni.
- Si renderebbe necessario un patto sociale (creazione di una base di consenso e di fiducia) tra i gruppi linguistici.
- I temi specifici della nostra terra troverebbero considerazione in qualsiasi atto pubblico. Infatti, il Sudtirolo sarebbe una «collettività volontaria» costitutivamente plurilingue come la Svizzera e non più la periferia estrema di uno stato nazionale: il Sudtirolo ha bisogno di una maggiore centralità per le sue necessità specifiche in tutti gli ambiti della vita, e queste sono difficilmente comunicabili, comprensibili e risolvibili al di fuori del contesto locale.
- Verrebbe a mancare il presunto o reale «nemico esterno», e con ciò la giustificazione per numerose misure protettive – anacronistiche ancorché irrinunciabili per una minoranza, ma d’ostacolo al libero sviluppo della società e delle persone.
- Il servizio pubblico farebbe un salto d’efficienza; il Sudtirolo potrebbe liberarsi definitivamente e a vantaggio di tutti i suoi cittadini, della giustizia, della posta, delle ferrovie, della burocrazia (ecc.) italiane.
3. Siete antiitaliani? ↺
No. Brennerbasisdemokratie riconosce espressamente il passato ed il presente plurilingue (tedesco, italiano e ladino) del Tirolo e lo considera un valore importante da preservare ed incentivare nel futuro, tenendo presente anche l’afflusso di persone da altri ambiti linguistici e culturali.
4. Siete contro l’Italia? ↺
No. La convinzione che un futuro indipendente da qualsiasi stato nazionale possa offrire opportunità di sviluppo di gran lunga migliori alla nostra terra non ha nulla a che vedere con un’ipotetica riserva nei confronti dell’Italia. Un Sudtirolo libero ed indipendente potrebbe portare avanti senza pregiudizi contatti e scambi di ogni natura con l’Italia, e anzi intensificarli ulterioremente in veste di partner con pari dignità.
5. Siete xenofobi? ↺
No. Anzi, il manifesto di BBD si riferisce espressamente ad una soluzione territoriale e inclusiva che definisca come sudtirolese chiunque abiti questa terra, a prescindere dalla provenienza, lingua, religione ecc.
6. Il Sudtirolo è troppo piccolo per sopravvivere come entità indipendente. ↺
Ciò è falso. Ci sono al mondo (e anche in Europa) numerosi stati di dimensioni paragonabili o minori del Sudtirolo. Quasi nessuno ne ricava degli svantaggi, al contrario. Se così non fosse potrebbero puntare all’unione con uno stato maggiore. Il fatto che ciò non avvenga conferma l’assoluta validità del modello di «piccolo stato». Vedi anche i diagrammi di Zahlen.Spielchen.
7. La forza economica del Sudtirolo non è sufficiente a garantirci la sopravvivenza come stato indipendente. ↺
Non è vero. Dalle classifiche dell’Ufficio Statistico europeo (Eurostat) risulta che il Sudtirolo è una delle regioni più ricche dell’intero continente. Non esiste una ragione per la quale ciò dovrebbe cambiare dopo l’eventuale proclamazione dell’indipendenza. Al contrario, la secessione avrebbe, con ogni probabilità, conseguenze molto positive, perché disporremmo prevedibilmente di una legislazione più agile, di servizi più efficienti (burocrazia, giustizia, posta, ferrovie…) e di una politica economica e fiscale adeguata alle esigenze della nostra terra. Inoltre, l’indipendenza renderebbe probabile l’insediamento di sedi distaccate di aziende internazionali. Tutto ciò avrebbe effetti positivi piuttosto che negativi sull’economia sudtirolese.
8. L’Italia ci ha portato cose positive, ad esempio ha arricchito la nostra cucina. ↺
Questo è vero. Ma con la dichiarazione dell’indipendenza pasta, pizza e caffè italiano non sparirebbero dalle nostre tavole. L’arricchimento è iniziato in epoca absburgica, si è intensificato negli ultimi decenni e all’interno della cornice europea non sarebbe certamente destinato a interrompersi. Il Cantone del Ticino in Svizzera è molto più italiano del Sudtirolo, benché non appartenga all’Italia e nemmeno all’Unione Europea. Gli scambi culturali non necessitano dell’appartenenza formale ad uno stato.
9. Che significato può avere l’indipendenza nell’Europa odierna? ↺
L’indipendenza nella cornice europea significa innanzitutto non fare passi verso l’incertezza. E significa che possiamo decidere noi stessi quale sarà il nostro futuro, eccetto negli ambiti che noi stessi decidiamo di delegare ad altri. Non ultimo però significa anche contare di più nell’Unione e fungere da esempio ad altre regioni promuovendo un modello federale e solidale di Europa unita.
10. Ma il Sudtirolo non sarebbe espulso dall’UE? ↺
Giuristi catalani e scozzesi sono giunti alla conclusione che questo non avverrebbe — piuttosto si andrebbe incontro a un cosiddetto «allargamento interno». È vero, però, che quest’opinione non è condivisa da tutti gli esperti. La certezza, dunque, si avrebbe solamente nel momento in cui l’indipendenza si realizzasse. Attualmente parrebbe che la Scozia possa assumersi l’onere di sperimentare per prima che cosa avverrebbe in una tale eventualità; ma anche se i cittadini scozzesi decidessero di non separarsi dalla Gran Bretagna, non sarebbe una ragione perché il Sudtirolo non debba fare questo passo. Nel caso in cui il Sudtirolo diventasse uno stato sovrano, sarebbe altamente improbabile che l’Italia abbia un interesse a lasciare il Brennero, asse viario di prim’ordine, al di fuori dell’Unione, assieme al Gottardo (Svizzera). Perciò non solo Roma non interporrebbe alcun veto alla permanenza o all’entrata del Sudtirolo nella UE, ma probabilmente si farebbe promotrice di un tale proposito.
11. Indipendenza = egoismo? ↺
L’indipendenza può certamente essere sinonimo di egoismo, ma le motivazioni di BBD sono tutt’altre. Il nostro manifesto, infatti, parla chiaramente di solidarietà interna ed esterna. Ciò significa che pensiamo di contribuire anche in futuro, possibilmente in forma più consistente rispetto al presente, allo sviluppo di regioni meno abbienti, in Europa e nel mondo. Lo faremmo però in maniera più libera, decidendo le priorità e le condizioni, e magari prestandoci anche al ruolo di forza di mediazione alla stregua della Svizzera o di altri paesi neutrali.
12. Il Sudtirolo indipendente dovrebbe lasciare la zona Euro? ↺
È possibile che il Sudtirolo non possa diventare, sin dall’inizio, membro attivo della zona Euro. Tuttavia esiste la possibilità di utilizzare la moneta unica in modo passivo — quindi senza essere membri ufficiali della Banca Centrale Europea, dove però già oggi non siamo rappresentati direttamente, se non tramite l’Italia. Stati di dimensioni ridotte come Andorra e Monaco, assieme a stati di recente fondazione, come il Kosovo e il Montenegro già oggi sono esempi di paesi che utilizzano l’Euro passivamente (perfino senza essere membri dell’Unione Europea).
Se invece il Sudtirolo decidesse di non voler utilizzare l’Euro in maniera passiva, vi sono, inoltre, almeno altre due opzioni (tuttavia, a nostro avviso, meno attraenti) per il tempo tra l’indipendenza e l’eventuale reinserimento attivo nell’Euro: 1. Utilizzo passivo o attivo di un’altra valuta (es. Franco Svizzero); 2. Istituzione di una moneta propria.
13. In Europa non si possono creare nuovi confini. I confini non esistono più. ↺
Che in Europa oggi non ci siano più confini è una forte semplificazione della realtà. Piuttosto sono stati in gran parte aboliti i controlli alle frontiere e attenuate le ripercussioni dei confini. Tuttavia l’impatto che i confini hanno sulla nostra vita quotidiana rimangono tuttora rilevanti: gli stati continuano a definire diritti e doveri, tasse e tariffe, l’istruzione e molte altre cose in maniera indipendente l’uno dall’altro.
Perfino se un giorno venisse fondato uno stato unico europeo, sarebbe necessario disporre di confini amministrativi tra i vari territori (regioni o Länder…) che lo compongono; infatti è impensabile che tutto il territorio, dalla Lapponia alla Sicilia, dall’Algarve al Mar Nero, possa venire amministrato centralmente da un unico governo. Dunque, per quanto i nostri confini potranno diventare permeabili, ne avremo sempre bisogno. E più l’Europa si unirà, più semplice diventerà lo spostamento di un confine amministrativo all’interno dell’Unione. Quindi, il cosiddetto «abbattimento» dei confini non va contro, ma a favore di una maggiore flessibilità nel loro adeguamento.
14. Davvero siete convinti che l’indipendenza metta in moto un automatismo in grado di superare i nazionalismi? ↺
Ovviamente non c’è nessun automatismo. L’indipendenza può dispiegare questo suo potenziale solamente se per il Sudtirolo indipendente saremo in grado di mettere in campo regole e meccanismi che ci permettano di posizionarci al di fuori delle logiche nazionaliste. Chiaramente non si tratta di un’impresa facile, perché il costrutto della «nazione», per quanto giovane, ha permeato il nostro modo di pensare. Un passo nella direzione auspicata è la formulazione di una proposta costituzionale che illustri la possibile cornice giuridica per uno stato «postetnico». Ma solo se la popolazione, tramite votazione, darà il proprio consenso in maniera libera e consapevole a un iter di questo tipo, impegnandosi a sostenerlo attivamente, questo sviluppo potrà avere successo. Financo la proposta costituzionale di BBD deve tener conto delle tempistiche di una tale evoluzione, prevedendo scadenze chiare per decostruire in modo graduale le caratteristiche etniche (o nazionali) dal punto di vista giuridico e sociale.
15. Una nazione senza nazione? Ma sarebbe la quadratura del cerchio! ↺
La «nazione senza nazione» è un abile gioco di parole per indicare quello che propone BBD, ma non è così paradossale come sembrerebbe a prima vista. Infatti, contiene due accezioni completamente differenti del sostantivo «nazione», che di volta in volta viene usato come sinonimo di «stato» o per descrivere una comunità di persone che per nascita condividono caratteristiche naturali e culturali e per questo sarebbero destinate a vivere insieme. Ecco, quando si dice che BBD propone una «nazione senza nazione», in realtà si sottintende che questo progetto caldeggia la creazione di uno «stato» che non si basi sul concetto filosofico della «nazione». Tra l’altro, esistono già molti stati che non sono delle vere e proprie nazioni, con esempi così differenti tra di loro come la Svizzera, il Lussemburgo o gli Stati Uniti. Il Sudtirolo non sarebbe costretto a seguire nessuno di questi modelli, ma rappresenterebbe un’ulteriore esempio di uno stato non-nazionale.
16. Il Sudtirolo dovrebbe accollarsi la sua parte del debito sovrano italiano, ma non sarebbe in grado di estinguerlo. ↺
L’entità del debito che il Sudtirolo dovrebbe assumersi e da quale momento storico in poi il Sudtirolo ne è corresponsabile, dovrà essere oggetto di trattativa. Andrebbe tenuto in considerazione anche lo sfruttamento pluridecennale del nostro territorio, da parte dello stato, per la generazione d’energia idroelettrica.
Anche se il Sudtirolo fosse costretto ad accollarsi la sua parte di debito sovrano in maniera strettamente proporzionale, ciò non rappresenterebbe un peggioramento dello stato di fatto: come parte dello stato italiano, infatti, questo debito lo abbiamo già. Avendo però un PIL superiore e una disciplina finanziaria migliore rispetto al resto dello stato, le probabilità di riuscire a far diminuire il debito sono maggiori in Sudtirolo che in Italia.
Considerando che un bilancio pubblico equilibrato facilita l’azione di uno stato, l’indipendenza in questo senso comporta più opportunità che rischi.
17. Per quale ragione pensate che la realizzazione del modello di BBD necessiti dell’indipendenza? Non sarebbe attuabile anche all’interno dell’autonomia? ↺
Il modello di BBD contiene, ovviamente, anche una visione per il futuro dell’Europa: Desideriamo un’Europa delle regioni, costruita secondo le regole della sussidiarietà e alternativa all’odierno club degli stati nazionali. Ovviamente non saremo noi sudtirolesi a decidere quale sarà l’Europa di domani, ma contribuiremo a decidere, alla pari di tutti gli altri cittadini europei.
Oltre a ciò ci sono anche ragioni molto concrete per le quali, a nostro avviso, è necessaria l’indipendenza: le minoranze non potranno mai fare a meno di meccanismi di tutela finché fanno parte di uno stato nazionale, ma proprio questi meccanismi «necessari» contribuiscono attivamente al perpetuamento e alla riproduzione della separazione fra i gruppi linguistici.
I sudtirolesi di lingua tedesca e ladina hanno diritto all’autonomia perché si distinguono dalla restante popolazione dello stato, ossia, perché diversi dal punto di vista «nazionale». Questo fatto rappresenta uno stimolo costante alla separazione fra le minoranze tedesca e ladina da un lato e i loro concittadini di lingua italiana. Qualora infatti le differenze fra le minoranze e la maggioranza statale diminuissero sensibilmente, verrebbe a mancare la legittimazione per l’autonomia. Questo condizionamento, ovviamente, non rappresenta una buona premessa per una buona convivenza.
Per attuare un nuovo modello di società, inoltre, avremo bisogno di margini d’azione più ampi direttamente sul territorio, che l’autonomia non concede perché necessita di una protezione sovraordinata. La protezione (ancoraggio costituzionale e internazionale), come sappiamo, implica rigidità: anche se tutti quanti ci mettessimo d’accordo su una determinata soluzione, non avremmo il diritto di intervenire o di operare i necessari aggiustamenti (alla nostra «costituzione» o al sistema scolastico, ad esempio) senza il consenso di Roma e di Vienna.
18. Il progetto di BBD è ottimo — ma presuppone una società molto illuminata ed è quindi destinato a rimanere un’utopia. ↺
Pochi decenni or sono in Europa si udivano obiezioni simili (sincere o interessate) contro l’introduzione del suffragio universale, il diritto al voto per tutti i cittadini maggiorenni. Pochi anni dopo, invece, il diritto di voto delle donne era ormai parte integrante di quasi tutte le democrazie occidentali. Le società si sono rivelate molto più mature di quanto gli scettici di allora potessero immaginare.
19. Non credo che la separazione fra i gruppi linguistici possa venire superata in un Sudtirolo indipendente. Sarebbe meglio perseguire questo fine qui e ora. ↺
La volontà di lavorare fin da subito per migliorare la convivenza non è in contrasto con la volontà di predisporre una cornice più favorevole grazie al superamento del modello nazionale. Entrambi i fini possono e anzi devono venire perseguiti parallelamente.
Tuttavia, l’autonomia con i suoi meccanismi di tutela (scuole separate, appartenenza linguistica, proporzionale ecc.) — necessari all’interno di uno stato nazionale per assicurare la sopravvivenza delle minoranze — crea degli stimoli che sono d’ostacolo a una società etnicamente indivisa; un Sudtirolo indipendente costruito secondo le proposte di BBD, al contrario, creerebbe degli stimoli per il superamento delle divisioni. Chi non ritenesse questi stimoli sufficienti a ottenere un drastico miglioramento della convivenza, non potrà pensare seriamente di poter raggiungere questo traguardo all’interno dell’attuale cornice autonomistica — con i suoi stimoli diametralmente opposti. Cfr. domanda nr. 17.
20. Siete favorevoli all’indipendenza ad ogni costo? ↺
No, l’indipendenza è chiaramente legata a determinate e chiare condizioni. A nostro avviso è giustificato perseguirla nella misura in cui ci si possano attendere miglioramenti per la convivenza, il plurilinguismo e una vera società solidale. Rifiuteremmo un salto nel buio: Nel caso di un addio allo stato nazionale è necessario disporre di una costituzione vincolante e che assicuri uno sviluppo nella direzione auspicata.
D’altronde è difficilmente immaginabile che i sudtirolesi «comprino a scatola chiusa» un modello indefinito o perfino avverso alla pacifica convivenza, in quanto la maggioranza certamente non sarebbe disposta ad accettare un peggioramento della situazione attuale (in senso sociale, ma anche economico ecc.). Cfr. domanda nr. 14.
21. Che cos’è una società postetnica? Presuppone l’uomo postetnico? ↺
Diversamente da quanto accade nell’odierna autonomia, che è costruita attorno ai gruppi linguistici, in una società postetnica l’appartenenza a un’etnia o a un gruppo linguistico non è una caratteristica rilevante, ma destinata a tornare alla sfera privata, analogamente all’appartenenza religiosa. Esattamente come lo stato laico non presuppone che i suoi cittadini siano atei, lo stato postetnico non presuppone un utopico homo novus privo di etnia.
22. Che cosa accadrebbe con le minoranze italiana e ladina nel Sudtirolo indipendente? ↺
Fondamentalmente, secondo la proposta di BBD, in un Sudtirolo indipendente non esiste alcuna minoranza: ovviamente i cittadini di lingua italiana e ladina rappresenterebbero, inizialmente, delle minoranze numeriche, ma non si tratterebbe più di minoranze «nazionali», in quanto il nuovo stato non si definirebbe in modo nazionale (ad esempio in base alla lingua tedesca). Il Sudtirolo indipendente non sarebbe uno stato nazionale, bensì lo stato di una collettività volontaria e costitutivamente plurilingue, il cui codice genetico porta in se almeno le tre lingue autoctone. Questo fine può venir raggiunto tramite una costituzione adeguata.
In Svizzera i romandi (svizzeri francesi) o gli svizzeri italiani non si definirebbero mai come minoranze linguistiche, pur rappresentando delle minoranze numeriche. La ragione è che sono parte integrante della cittadinanza, con pari diritti rispetto a tutti gli altri e non devono temere alcuna assimilazione. Una situazione simile si trova in Lussemburgo, che parimenti non si definisce in maniera «nazionale».
Inoltre, secondo il manifesto di BBD rimane intatto il diritto all’autodeterminazione dei ladini. Potrebbero decidere in qualsiasi momento di abbandonare il Sudtirolo.
23. Non voglio vivere in una terra indipendente nella quale un unico partito ha un tale potere. ↺
La forza di un unico partito, come lo conosciamo nel Sudtirolo attuale, è riconducibile fondamentalmente alla situazione di minoranza dei concittadini tedeschi e ladini all’interno dello stato nazionale italiano. Questa situazione comporta la necessità — reale o sentita — di «tenere assieme», una necessità che il partito di raccolta ripete regolarmente. Nel Sudtirolo indipendente e non definito in base ad alcuna nazione la giustificazione per una tale unità politica sarebbe superata. La conseguenza più probabile: una normalizzazione del paesaggio politico (secondo principi ideologici e non più etnici) e la suddivisione del partito di raccolta nelle sue componenti conservatrici e socialdemocratiche.
24. Il concetto di postetnico non è realizzabile. L’etnia è una delle caratteristiche umane più profondamente radicate. ↺
BBD non si prefigge l’abolizione di una caratteristica umana (o meglio: un costrutto sociale) come l’etnia. Piuttosto proponiamo un modello statuale che — differentemente dall’attuale autonomia — non contempli più l’etnia come una delle caratteristiche più importanti per assegnare posti di lavoro, sovvenzioni culturali, abitazioni sociali e via discorrendo. Più precisamente potremmo dunque parlare di un «modello post-etnocentrico» o di un «modello non etnocentrico» e modelli di questo tipo esistono già in tutto il mondo. Anzi, potremmo dire che è il nostro attuale modello etnocentrico a essere peculiare ed eccezionale. Cfr. domanda nr. 21.
25. Qual’è il fine di BBD? ↺
In breve: perseguiamo un Sudtirolo plurilingue e non più organizzato in modo etnocentrico, impegnato per l’unificazione europea e indipendente rispetto a qualsiasi stato nazionale. Cfr. il manifesto di BBD e la domanda nr. 17.
26. Non voglio farmi governare da Freiheitliche e Süd-Tiroler Freiheit. ↺
Ovviamente anche nel Sudtirolo indipendente il consiglio (cioè il parlamento) verrà eletto da tutti i cittadini e non solo da chi ha sostenuto l’indipendenza. Il timore che i Freiheitlichen e Süd-Tiroler Freiheit possano avere un peso maggiore dopo l’indipendenza è infondato. Al contrario, perderanno uno dei loro punti programmatici più importanti e attrattivi, la secessione.