Kundgebung in Madrid floppt.

Nach nur einer Stunde war der Spuk zu Ende — die gemeinsame Veranstaltung von PP, Ciudadanos (Cs) und rechtsradikaler Vox hatte heute nur rund 45.000 auf die Straßen von Madrid gelockt. Ein Fiasko für die ganz große Kundgebung gegen die Regierung von Pedro Sánchez (PSOE), für die nationale Einheit und gegen den Dialog mit der katalanischen Regierung, deren Mitglieder Vox-Chef Santiago Abascal lieber heute als morgen hinter Gittern sehen möchte. Ein Fiasko für diejenigen, die die alljährlichen Großveranstaltungen in Katalonien im Rahmen der Diada mit Verweis auf schweigende Mehrheiten kleinreden.

Außer der Rechtskoalition, die seit kurzem in Andalusien gemeinsame Sache macht, war auch Manuel Valls zugegen. Der ehemalige französische Ministerpräsident der Parti Socialiste will im Mai für eine Plattform von Unabhängigkeitsgegnerinnen für die Nachfolge von Ada Colau als Bürgermeister von Barcelona antreten.

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Barcelona verurteilt spanischen König.

Kürzlich hatte das katalanische Parlament auf Initiative von CatComú Podem das Vorgehen des spanischen Königs in Zusammenhang mit dem Referendum vom 1. Oktober 2017 verurteilt. Während die sozialistische Zentralregierung von Pedro Sánchez (PSOE) — trotz negativen Gutachtens des Staatsrats — darauf beharrt, die betreffende Resolution vor dem Verfassungsgericht anzufechten, zog nun der Gemeinderat von Barcelona nach.

Auf Vorschlag der radikal linken CUP unterzeichneten 29 von 41 Gemeinderätinnen (70,7%) eine »institutionelle Erklärung«, mit der der König ebenfalls verurteilt und die Monarchie als »dekadent und antidemokratisch« bezeichnet wird. Darüberhinaus werden die Repression vom 1. Oktober und die Gleichschaltung der Generalitat verurteilt. Sowohl ERC und PDeCAT, als auch Barcelona en Comú von Bürgermeisterin Ada Colau unterstützten die Vorlage. Ciutadans (Cs) verließ aus Protest das Plenum.

Abgelehnt wurde hingegen ein Antrag der rechten Volkspartei PP, mit dem die Unabhängigkeitserklärung vom 27. Oktober 2017 hätte verurteilt werden sollen. BComú enthielt sich, PP, PSC und Cs stimmten dafür und CUP, ERC und PDeCAT dagegen. Der stellvertretende Bürgermeister, Gerardo Pissarello BComú rief die PP auf, einen politischen Ausweg für die Wünsche der Katalaninnen zu finden.

Angenommen wurde hingegen wiederum ein Text von ERC zur Unterstützung des diplomatischen Diensts von Katalonien Diplocat.

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‘Aquarius’ auf dem Weg nach València.
Der Bürgermeister der Metropole bot Hilfe an

Nachdem der italienische Innenminister Matteo Salvini (Lega) am Wochenende entschieden hatte, dem Rettungsschiff Aquarius — mit 629 Migrantinnen an Bord, darunter 123 Minderjährige und sieben schwangere Frauen — die Nutzung italienischer Häfen zu untersagen, hat die neue spanische Regierung von Pedro Sánchez (PSOE) heute den Hafen von València zur Verfügung gestellt. Das Schiff von Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranée befindet sich bereits auf dem Weg dorthin.

Vorangegangen war dem Angebot der spanischen Regierung eine entsprechende Aufforderung des Bürgermeisters von València, Joan Ribó, der der linken valencianistischen Koalition Compromís pel País Valencià (CPV) angehört. Die Vizepräsidentin der Generalitat Valenciana, Monica Oltra (ebenfalls CPV) hatte sich Ribó angeschlossen und die Unterstützung der Regionalregierung zugesichert.

Auch Bürgermeisterinnen italienischer Hafenstädte hatten sich in den letzten Stunden dazu bereit erklärt, das Rettungsschiff im offenen Dissens zur Lega-5SB-Regierung einlaufen zu lassen.

Nachtrag (1): Analog zu Ribó und Oltra hatten sich auch die Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau (BenC), und der katalanische Präsident Quim Torra (JxC) um die Aufnahme der Migrantinnen beworben.

Nachtrag (2): Auch das von autonomistischen und separatistischen Kräften regierte Korsika bot an, die Insassinnen der Aquarius aufzunehmen.

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Ada Colau ospite di ‘Propaganda Live’.

La sindaca di Barcellona, Ada Colau (Barcelona en Comú) a Propaganda Live, ieri sera su LA7, ha parlato del caso Open Arms e del nuovo attacco della «giustizia» spagnola all’indipendentismo catalano. Presente anche Erri De Luca.

Alternativamente vedi su BBD o sul sito de LA7.

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Ada Colau boicotta il ricevimento del re.

Riproponiamo qui una dichiarazione della sindaca di Barcellona, Ada Colau (Barcelona en Comú), pubblicata in occasione del Mobile World Congress con sede nella capitale catalana:

Ieri [sabato 24 febbraio] ho dichiarato che non avrei partecipato al ricevimento ufficiale del Re, quello che colloquialmente si conosce come «il baciamani». Invece parteciperò alla cena e all’inaugurazione del Mobile World Congress, dove converrò col Re e altre istituzioni. Lì entreremo in contatto con rispetto fra rappresentanti di diverse istituzioni che hanno lavorato intensamente perché questa edizione del Mobile diventi un successo. Però una cosa è il rispetto istituzionale e un’altra l’adorazione. Ancor più coi tempi che corrono.

Dopo le cariche della polizia del primo ottobre (a Barcellona città ci sono state cariche in 27 scuole), il Re non ha avuto neanche un minimo gesto d’empatia verso la gente che ne ha sofferto, mentre ha fatto un discorso durissimo con cui ha avallato la linea repressiva — invece di tentare di calmare il conflitto e apportare serenità, che è ciò che in principio ci si aspetterebbe da un capo di stato.

Inoltre, negli ultimi tempi abbiamo visto come la libertà d’espressione si limita a un ritmo preoccupante. Nella cornice di questa limitazione si cerca di rendere intoccabile la figura del Re e di ottenere che qualsiasi critica sia accompagnata dalla paura.

Questa settimana un rapper è stato condannato a tre anni e mezzo di reclusione per le sue canzoni. E anche se alcuni dei suoi testi mi causano un profondo dispiacere e mi provocano avversione, trovo un’aberrazione che gli si infligga un anno [di reclusione] per ingiurie alla corona.

In una democrazia avanzata qualsiasi carica pubblica, anche il Re, deve poter essere criticata e messa in forse. A maggior ragione se non si tratta di una carica elettiva ma ereditaria. Per tutto questo, oggi e domani avrò un incontro cordiale col Re, ma non parteciperò al baciamani che, come indica la denominazione stessa, è un atto di adorazione e di vassallaggio improprio per una democrazia del XXI secolo.

Traduzione:

Vedi anche:

Democrazia Kunst+Cultura Polizei Recht Ungehorsam+Widerstand | Zitać | Ada Colau | | Catalunya | | Italiano

Provinzielle Aufregung.
Quotation 401

Die Aufregung über das spanische Vorgehen sei eher ein Ausdruck des Südtiroler Provinzialismus. “Jeder will sich aufgrund der Probleme anderer profilieren. Und sieht dabei nur, was ihn interessiert.”

Senator Francesco Palermo (SVP/PD) über die Lage in Katalonien, zitiert in ff 39/2017

Man muss vermutlich äußerst weltgewandt sein, um die Durchsuchung von Zeitungsredaktionen, die Beschlagnahme von Urnen und Stimmzetteln, die Festnahme von Politiker- und Funktionärinnen, die Anklage von Bürgermeisterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft mitten im Europa des 21. Jahrhunderts zu verstehen. Ich muss zum Beispiel gestehen, dass ich leider den Provinzialismus und die Aufregung mehrerer dänischer, britischer, Schweizer und EU-Abgeordneter, von Amnesty International, Fundació Miró, den Bürgermeisterinnen von Barcelona und Dublin, mehrerer italienischer Persönlichkeiten oder des gesamten sardischen und aostanischen Regionalrats teile. In Zukunft werde ich mich aber anstrengen, auch nur ein wenig vom Niveau derer zu erhaschen, die der Einsatz der Polizei gegen einen demokratischen Wunsch der eigenen Bevölkerung kalt lässt — es scheint mir notwendig.

Siehe auch:

Democrazia Grundrechte Medien Politik Polizei Recht Satire Selbstbestimmung | Zitać | Ada Colau Francesco Palermo | ff | Catalunya Sardigna Svizra | Amnesty International EU PD&Co. SVP | Deutsch