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Avversario quotidiano.
Quotation 652

In tutti questi anni qual è stato l’avversario politico che le ha dato più filo da torcere?

Il giornale Alto Adige, senza dubbio.

Ma l’Alto Adige non è un avversario politico, è un giornale: sicuro di non esagerare? Non è che soffre di manie di persecuzione?

Guardi, un esempio: il Dolomiten, quando cita un amministratore pubblico, usa sempre la stessa foto sorridente, generando fiducia. L’Alto Adige invece non vede l’ora di metterti sempre in pagina con un mezzo sorriso storto, o con in mano un bicchiere di vino, non perde occasione per ridicolizzare ogni cosa che fai invece di raccontarla: in questo modo, nel contrasto col Dolomiten – perché ricordiamoci che viviamo in questa terra, dove esiste, inevitabilmente, il dualismo etnico – ti denigra e diventa un avversario politico. L’ho detto anche al direttore, lui dice che parlo da uomo ferito.

Luigi Spagnolli, ex sindaco di Bolzano (2005-15) per il centrosinistra, intervistato da Giuseppe Musumarra per Salto

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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Italien schafft Filmzensur ab.

Der italienische Kulturminister, Dario Franceschini (PD), hat endlich die seit 1914 bestehende Filmzensur in Italien abgeschafft und stattdessen eine Klassifizierungskommission eingesetzt, die über die Altersfreigaben befinden wird. Der Zensur waren in Vergangenheit Streifen so renommierter Regisseure wie Werner Fassbinder, Pier Paolo Pasolini, Alfred Hitchcock oder Stanley Kubrick zum Opfer gefallen.

In Berufung auf Filmclub-Gründer Martin Kaufmann berichtet Rai Südtirol, dass früher deutschsprachige Filme in Südtirol ebenfalls einer Kommission vorgelegt werden mussten. Diese Praxis habe Staatsanwalt Cuno Tarfusser schon vor längerer Zeit beendet.

In diesem Kontext ist auch interessant, was Maurizio Ferrandi im Februar auf Salto zu berichten wusste: Um Filmen, die bereits durch die Zensur gekommen waren, wenigstens nachträglich vor einer Beschlagnahme zu schützen, ließen italienische Verteiler »riskante« Produktionen in den 70er Jahren häufig in Südtirol erstaufführen, da dann im Falle von Beanstandungen die hiesigen Richter zuständig gewesen wären. Diese galten als besonders liberal im Umgang mit Kinofilmen — nicht etwa jene in irgendeiner Metropole, sondern die in unserer ach so hinterwäldlerischen Bergregion.

Bezüglich der nun von Franceschini eingesetzten Klassifizierungskommission wurde indes aus Fachkreisen schon Kritik laut: von immerhin 49 Mitgliedern sind nur vier Filmfachleute.

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Bei Anfrage Politik.
Dorfmann / Puigdemont

Auf Salto thematisierte Christoph Franceschini kürzlich das Schweigen des EU-Abgeordneten Herbert Dorfmann (SVP) zur Immunität von Carles Puigdemont, Clara Ponsatí und Toni Comín (alle JxC) — und zum eigenen Abstimmungsverhalten.

Tatsache aber ist, dass Madrid Dutzende frei gewählte Abgeordnete wenige Tage nach ihrer Wahl verhaftet und ins Gefängnis gesteckt hat. Dass man politische Ideen mit dem Strafgesetz und der Justiz bekämpft und Volksvertreter zu drastischen Gefängnisstrafen verurteilt hat.
Wir Südtirolerinnen und Südtiroler sollten das eigentlich kennen. War es nicht die Südtiroler Volkspartei, die über ein halbes Jahrhundert lang überall auf der Welt die Solidarität für die eigene bedrohte Minderheit eingefordert und auch bekommen hat­?

— Christoph Franceschini

F-Obmann Andreas Leiter Reber machte Dorfmanns Verhalten daraufhin auch zum Thema eines Facebookeintrags, den der EU-Abgeordnete als »peinlich« bezeichnete. Er habe

allen Journalisten, die mich bisher gefragt haben, erklärt wie ich abgestimmt habe […]

— Herbert Dorfmann (SVP)

Aha. Als EU-Parlamentarier gibt man seine politische Meinung zu einem so wichtigen Thema nicht von sich aus und von vornherein preis. Man will gefragt werden. Und setzt sich mit der Materie offenbar nicht einmal auseinander, denn die von Franceschini wiedergegebe Aussage

„Juristisch ist die Sache klar“, sagt Dorfmann zu Salto.bz, „die Immunität gilt ausschließlich für die politische Arbeit im Parlament und sie ist auch zeitlich an das Mandat gebunden.

ist — zumindest in ihrer Absolutheit — wohl falsch, wie wir hier anhand von offiziellen Dokumenten des EU-Parlaments dargelegt haben.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

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Olympia und die Vielfalt.

Der rührige Hotelier Michil Costa zeigt sich in einem Communitybeitrag auf Salto entsetzt: Wenn die Eröffnungszeremonie der Ski-WM in Anpezo (Cortina) ein Vorgeschmack auf die Winterspiele 2026 ist

dann bestätigt das leider unsere Zweifel an dieser olympischen Veranstaltung[.]

Als Ladiner (ähm) habe er sich betrogen gefühlt: alle Ansprachen nur auf Italienisch, die Dolomiten nicht wahrnehmbar.

Enttäuschend, banal, deprimierend und beleidigend habe er ferner gefunden

wie wenig Raum unserer ladinischen Kultur eingeräumt wurde, mit Tänzen und einer Musik, die nichts mit uns und unserer Heimat zu tun haben[.]

Wer sich aber von nationalistischen Festspielen wie einer WM oder Olympia etwas anderes erwarten würde, als die Negierung von Diversität über das Allernötigste hinaus, müsste sich als naiv bezeichnen lassen. Da zählt billige Folklorisierung schon zum höchsten der Gefühle. Um etwas anderes zu erzielen, müsste man schon einen Plan haben — sowie den Willen, die Kraft und die Beharrlichkeit, ihn umzusetzen. Barcelona ’92 ist Legende, doch viel wahrscheinlicher ist, es geht schief.

Am weitgehenden Verschwinden des Ladinischen aus dem öffentlichen Leben von Anpezo haben die Olympischen Spiele von 1956 ihren gewichtigen Anteil. Warum sollte gerade eine Wiederholung desselben Fehlers, noch dazu im Schlepptau einer italienischen Großstadt, daran etwas ändern?

Wohl nur eine Erzählung, die das Nationale stark konterkariert (z.B. die Austragung der Spiele als grenzüberschreitende Euregio) könnte dem gleichmacherischen Automatismus substanziell etwas anhaben.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/

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Red Land: Doch keine Einsicht?
Meran

Die TAZ schrieb am Mittwoch, der revisionistische Film Red Land sei »nach Kritik von mehreren Seiten« von der Homepage der Gemeinde Meran »wieder entfernt« worden. Unserem Screenshot der — nach wie vor abrufbaren — ursprünglichen Presseaussendung ist jedoch zu entnehmen, dass der Film von Anfang an nur vom 8. bis zum 11. Februar hätte verfügbar sein sollen. Also im zeitlichen Umfeld des sogenannten Tages der Erinnerung.

Dass nicht etwa Einsicht hinter der angeblichen Entfernung des Films steckt, legen auch die Aussagen von Elisabetta Rizzi (Abteilung Bildung und Kultur der Gemeinde Meran) nahe, die von Salto wie folgt zitiert wird:

Wir verstehen diese unnötigen Polemiken nicht. Wir haben den Film gesehen, der in verschiedenen italienischen Gemeinden vorgeführt wurde. Wir haben die Rezensionen der Seite MyMovies angeschaut, die sagen, dass der Film das Gefühl der Orientierungslosigkeit des 8. September der verschiedenen beteiligten Parteien ausgewogen wiedergibt. Natürlich handelt es sich um einen Film, ein fiktionales Werk und nicht um ein Lexikon, doch wir bezeichnen es nicht als nazifaschistische Propaganda. Wir fühlen uns durch die Schirmherrschaften bestätigt, die von den Institutionen vergeben wurden und von der positiven Kritik, die wir auf der Webseite gelesen haben. Ich anerkenne, dass es ein heikles Thema ist und dass es sich für politische Spekulationen eignet, wenn man möchte.

Übersetzung von mir. Originaler Wortlaut: Non capiamo queste polemiche inutili. Abbiamo visto questo film, che è stato presentato in diversi comuni italiani. Abbiamo guardato le recensioni del sito di MyMovies e dicono che rappresenta con equilibrio la sensazione di smarrimento dell’8 settembre delle varie parti in causa. Ovviamente è un film, un’opera di fantasia non un’enciclopedia, ma non lo definiamo un’opera di propaganda nazifascista. Noi ci siamo sentiti rassicurati dai patrocini elargiti dalle istituzioni e dalle critiche positive che abbiamo letto sul sito. Riconosco che è un tema delicato e che se si vuole fare speculazione politica la si può fare.

Übrigens ist jetzt auch klar, wer den Beschluss gefasst hat, den Film auf Kosten der Gemeinde anzumieten: Barbara Nesticò, Direktorin der Abteilung Bildung, Kultur und Sozialwesen. Dies ist der entsprechenden Verfügung zu entnehmen.

Siehe auch: 1/

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Der obrigkeitshörige Widerstand der Tiroler gegen die Obrigkeit.
Von der Problematik der Stereotypisierungen

Verallgemeinerungen und Stereotypisierungen helfen uns, Dinge überschaubar und begreifbar zu machen. Pauschal und undifferenziert umgelegt auf ganze Gesellschaften oder Gruppen empfinden wir sie aber zurecht meist als sehr problematisch, da sie oft diffamierende und diskriminierende bis rassistische Züge haben. Der arbeitsfaule Italiener, der diebische Pole, der geldgierige Jude, der rückständige Afrikaner sind Assoziationen, die an die dunkelsten Kapitel unserer Geschichte erinnern.

Wie absurd solche Zuschreibungen sind und wie vorsichtig wir deshalb mit diesen umgehen sollten, zeigt folgendes Beispiel. Es ist eines von vielen, das belegt, dass derartige Stereotypisierungen – sofern sie nicht tatsächlich auf fundiertem Zahlenmaterial beruhen – meist arbiträr hervorgekramte Bauchgefühle sind, die situationselastisch als “Beleg” strapaziert werden, um ein persönliches Vorurteil zu untermauern.

Herr Peterlini, die Südtiroler Landesregierung wehrt sich gegen Rom, gegen Maßnahmen in der Coronapolitik. Die Tiroler Landesregierung wehrt sich gegen die Bundesregierung in Wien. Was hat denn da der Tiroler für eine Sturköpfigkeit.
Sie können es Sturköpfigkeit nennen. Oder eine Tradition der Widerständigkeit gegenüber Obrigkeiten.

– Hans Karl Peterlini im RAI-Südtirol-Interview

Wir haben all die Unzulänglichkeiten der Provinz verdrängt, und wir freuen uns auf zu Hause – so lange, bis uns neben den Erinnerungen an unbeschwerte Zeiten auch alles andere wieder in den Sinn kommt: die Engstirnigkeit, die Selbstzufriedenheit, die Obrigkeitshörigkeit und die so schwer zu ertragende Lust an der Mittelmäßigkeit.

– Christoph Prantner auf Salto

Leider scheinen speziell während dieser Corona-Krise überholt geglaubte gesellschaftliche Stereotypisierungen – sogar dann, wenn sie der gegenwärtigen Datenlage widersprechen – in Berichten und Kommentaren verschiedenster (Qualtitäts)Medien 1/ 2/ 3/ einen neuen Aufschwung zu erleben. Anstatt Tendenzen, die ganzen Gruppen von Menschen irgendwelche negativen Eigenschaften zuzuschreiben versuchen, mit Fakten entgegenzuwirken, werden sie befeuert und die Vorurteile perpetuiert. Sollte dieser Trend tatsächlich Fahrt aufnehmen, ist das eine gesellschafts- und medienpolitisch bedenkliche Entwicklung.

Siehe auch: 1/ 2/

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Covid: Abgelehntes Verwaltungspersonal.

Sabes-Sanitätsdirektor Pierpaolo Bertoli hat Salto eine Stellungnahme zum Beitrag Die 2-Tages Quarantäne geschickt. In seiner Replik schildert Christoph Franceschini, dass LH Arno Kompatscher (SVP) bereits im Frühsommer angeboten hatte, das Personal für die Kontaktverfolgung und die Verwaltung der Quarantänemaßnahmen aufzustocken. Der Generaldirektor der Landesverwaltung, Alexander Steiner, habe — so Franceschini — eine Liste von 100 Landesbeamtinnen erstellt, die dem Gesundheitsbetrieb zu diesem Zweck für einen bestimmten Zeitraum hätten zur Verfügung gestellt werden können. Zudem war ein Amtsdirektor zur Koordinierung dieses Teams vorgesehen.

Dieser Vorschlag wurde – nach meinen Informationen – von den zuständigen Stellen in der Sanität abgelehnt. Von den 100 Personen wurden am Ende genau 5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen.

— Christoph Franceschini

Sollte diese Darstellung zutreffen, wäre das immer wieder — auch hier: 1/ 2/ 3/ — dokumentierte Desaster bei der Verwaltung von Infektionen und Quarantänen unentschuldbar.

Siehe auch: 1/ 2/

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Verlust von Verständigung und Bereicherung.
Quotation 642

Dem Majorisierungs- und Entnationalisierungsdruck, dem die Nachkriegsminoritäten seitens nationaler Mehrheiten ausgesetzt waren, entsprachen rasch die ethnozentrische Verhärtung der Minderheiten selbst und der damit einhergehende Verlust interkultureller Verständigung und Bereicherung. So auch in Südtirol, das sich nach Kriegsniederlage und Abtrennungserfahrung — zumindest in der Perspektive von deutsch- und ladinischsprachiger Landesbevölkerung — zunächst um ein geeignetes, identitäres Narrativ bemühen musste und sich gewissermaßen kollektiv neu zu erfinden hatte.

aus Kafka in Meran – »Unser Städtchen liegt…«, Patrick Rina, Veronika Rieder (Hg.), Edition Raetia, Bozen 2020; zitiert auf Salto von Hannes Obermair (26. Dezember 2020)

Siehe auch: 1/

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