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Mehrsprachiger Reisepass?
Slowenien

Ich hatte bereits darauf aufmerksam gemacht, dass der Tiroler Reisepass von anno Schnee (Österreich-Ungarn) zweisprachig war und somit die Mehrsprachigkeit des Landes besser — wenngleich ohne Ladinisch nicht vollständig — widerspiegelte, als unser heutiger im demokratischen und angeblich minderheitenfreundlichen Italien.

Außerdem hatte ich in einer Gegenüberstellung von Reisepässen (Belgien, Schweiz, Italien) den unterschiedlichen Umgang mit Mehrsprachigkeit aufgezeigt, je nachdem, ob sich ein Staat national oder nicht national (bzw. plurinational) definiert.

Doch selbst unter Staaten, die sich national definieren, gibt es unterschiedliche Abstufungen und Nuancen. Manche respektieren ihre sogenannten »nationalen Minderheiten« mehr, andere weniger. Für eine Minderheit in einem Nationalstaat wird Südtirol häufig als eine Vorzeige- oder Modellautonomie bezeichnet, ganz frisch auch von den österreichischen Grünen, die sich während ihres Südtirolbesuchs gegen die Doppelpasslösung und für den »Unionspass« aussprachen.

Reisepässe Slowenien.

Die drei Varianten des slowenischen Reisepasses

Slowenien, wie Italien ein Nationalstaat, stellt Mitgliedern der anerkannten ungarischen und italienischen Minderheit zweisprachige Pässe aus. Die beiden Sprachgemeinschaften zählen je nur rund 6.000 bzw. knapp 2.000 Mitglieder (0,32% bzw. 0,11% der Gesamtbevölkerung).

Anders als konstitutiv mehrsprachige Länder (Belgien, Schweiz, Kanada etc.) sind hier nicht alle Reisedokumente drei- oder mehrsprachig, sondern nur jene, die in den Minderheitengebieten ausgegeben werden. Dies könnte zum Beispiel auch ein Modell für Staaten wie Italien sein, die eine Vielzahl von Minderheiten zählen und nicht alle Sprachen in ein und demselben Dokument berücksichtigen wollen.

Senator Oskar Peterlini (SVP) hatte sich aber in Italien vergeblich für mehrsprachige Reisepässe eingesetzt — letztendlich zeigte Rom keine Sensibilität für dieses Anliegen. Die Arbeit des Senators könnte vielleicht vom grünen Parlamentarier Florian Kronbichler fortgeführt werden, als Zwischenschritt zu einem gemeinsamen europäischen Pass und im Sinne der Vielfalt sozusagen. Aber wahrscheinlich gibt es »wichtigere Probleme«.

Der »Unionspass«, den die Grünen in Südtirol gebastelt haben und der somit wohl ihren Wunschvorstellungen entspricht ist allerdings auch einsprachig: Passport/European Union liest man auf den Fotos.

Siehe auch: 1/

Disclaimer: Ich weiß nicht, wie es um den Minderheitenschutz in Slowenien allgemein bestellt ist. Es soll hier ausdrücklich nur um die Lösung bezüglich der Reisepässe gehen, die deutlich besser ist, als im diesbezüglich einsprachigen Italien.

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Der »grüne« Unionspass.

Während der gestrigen Tagesschau um acht (Rai Südtirol) wurde über ein Treffen zwischen österreichischen und Südtiroler Grünen berichtet, die sich einstimmig gegen den Doppelpass aussprachen (den der grüne Landtagsabgeordnete Riccardo Dello Sbarba mal als Lösung angepriesen hatte). Stattdessen befürworten die grenzüberschreitenden Grünen den »europäischen Pass«, von dem sie auch gleich ein paar Exemplare gebastelt hatten.

Das ist eine Position, die grundsätzlich auch unterstützt.

Die Gründe allerdings, die die Grünen für die Ablehnung des Doppelpasses nennen, sind sehr aufschlussreich und — inakzeptabel.

Mit der Verfassungsreform des (angeblich) autonomiefreundlichen italienischen Ministerpräsidenten Renzi stehe die Südtirolautonomie auf dem Prüfstand, die Verabschiedung der Doppelstaatsbürgerschaftsregelung könnte Italien »irritieren«. Und somit wohl der Autonomie schaden, liest man unschwer zwischen den Zeilen. Es geht in Südtirol also immer mehr nur noch darum, sich ruhig und unauffällig zu verhalten, um den grundsätzlich feindlich gesinnten Staat nicht zu stören. Mit einer derartigen — in einem demokratischen Land bedenklichen — Auffassung hätte man die heutige Autonomie wohl niemals erringen können.

Erstaunlich ist diese Haltung umso mehr, als Italien den Angehörigen »seiner« nationalen Minderheiten im Ausland seit Jahren den italienischen Pass vergibt . Hierzu muss neben der Abstammung sogar nachgewiesen werden, dass Italienisch die »gewohnte Sprache« der Antragsstellerin ist . Auch die Bundesrepublik vergibt übrigens Mitgliedern deutscher Minderheiten in Osteuropa die deutsche Staatsbürgerinnenschaft.

Die Nervosität der österreichischen Grünen in Hinblick auf italienische »Irritationen« nährt den Verdacht, dass sich Italien — wie die Doppelpassbefürworter regelmäßig behaupten — auf diplomatischem Weg dafür einsetzt, den Doppelpass zu verhindern.

Der Kammerabgeordnete Florian Kronbichler sonderte im Tagesschau-Interview einmal mehr eine Gleichsetzung zwischen Doppelpass und Option ab, ein geradezu idiotisches Argument, auf das wir (in anderem Kontext) oft genug geantwortet haben. Dann ist der Verzicht auf den Doppelpass wohl auch mit faschistischer Assimilierung vergleichbar?

Außerdem forderte Kronbichler Österreich — sinngemäß — auf, sich von der Erpressung durch Südtiroler Patriotinnen zu lösen und dem Doppelpass ein für alle mal eine Absage zu erteilen. Zur Erinnerung: Auch die Autonomiepartei SVP spricht sich (zumindest offiziell) für die Doppelpassregelung aus. Und nicht zuletzt ist Kronbichlers antinationalistische Aufforderung für jemanden, der für wohlwollende Berichterstattung von einer Waffengattung des italienischen Militärs ausgezeichnet wurde (und der diese Auszeichnung auch freudig entgegengenommen hat) geradezu… nennen wir es: putzig.

Und nun zum europäischen Pass: Die grüne Bastelarbeit in Ehren, aber es geht nicht nur um ein Stück Papier, um den »Umschlag« eines Reisedokuments. Wenn man so will, haben wir schon alle einen europäischen Pass mit europäischen Rechten, die zusätzlich zu und aufgrund der nationalen Rechte anerkannt werden. Es geht hier nicht vordergründig um den Pass, sondern um die damit verbundene Staatsbürgerschaft! Der europäische Pass ist aber wertlos, wenn ihm nicht eine ungeteilte europäische Staatsbürgerschaft zugrundeliegt. Ein neuer Pass mit einheitlichem Erscheinungsbild, in dem wieder fein säuberlich die nationale Staatsbürgerschaft vermerkt wird (und an die weiterhin unterschiedliche Rechte und Pflichten gekoppelt sind), ist wertlos. Die Grünen sind also daran zu messen, wie ernsthaft sie im italienischen, im österreichischen, im europäischen und den übrigen »nationalen« Parlamenten für die Abschaffung der nationalen Staatsbürgerschaften kämpfen.

Ein einmaliges Lippenbekenntnis zum Unionspass zur Verhinderung des Doppelpasses können wir sonst unter demselben Kapitel verbuchen, wie die unzähligen Sonntagsreden über die Europaregion zur Verhinderung der Selbstbestimmung.

Ähnlichen Unfug haben die österreichischen Grünen erst kürzlich im Nationalrat unterstützt.

Siehe auch: 1/

Nachtrag vom 26.09.2016:

Erhard Busek, ex vicecancelliere austriaco, avanza sulla ff la proposta di una “cittadinanza europea”: cioè non una doppia statualità, ma una cittadinanza continentale da dare a zone simili al Sudtirolo. Una specie di “territorio europeo”. Idea interessante, che recepirebbe il buone [sic] della mia idea togliendo il cattivo (il protagonismo degli stati nazionali), ma purtroppo in questo momento fumosa ed irrealistica: una cittadinanza europea non esiste attualmente e non vorrebbe dire nulla. Potrà esistere solo quando l’Europa avrà più solide fondamenta politiche e democratiche. Oggi un “passaporto europeo” non darebbe alcun diritto in più a chi lo ha, ma molti diritti in meno.

Riccardo Dello Sbarba am 20. Jänner 2010 in seinem Blog.

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Pustertaler Freiheit.

Ein Blogleser hat den Innichner Tourismusverein (TV) auf den -Artikel über die Digitalanzeige am Ortseingang aufmerksam gemacht. Die Antwort, die ihm der Präsident des TV daraufhin geschickt hat, ist derart skandalös, dass er sie mir zur Kenntnisnahme weitergeleitet hat. Es hat aber noch mehrerer Tage und einiger Überredungskünste bedurft, bis sich unser Blogleser einverstanden erklärt hat, dieses Schmankerl zu veröffentlichen. Der Herr — der auch Gemeindereferent unter BM Tschurtschenthaler (SVP) ist — hat in seiner öffentlichen Rolle als TV-Präsident gehandelt. Und wie ich finde hat die Öffentlichkeit das Recht (oder zumindest ein Interesse) zu erfahren, wie manch voll…autonomer »Volksvertreter« tickt:

Sehr geehrter Herr [Blogleser]!

Es wird immer interessanter[,] wie sich die gebildete Klasse Südtirols sich [sic] solcher Probleme annimmt!

Eigentlich müssen wir uns glücklich schätzen, dass das die einzigen Probleme sind [, die] wir in Südtirol haben!

Eines muss ich Ihnen klarstellen, dass was wir in Innichen publizieren geht sie [sic] gar nichts an und vor allem

Interessieren mich Belehrungen in dieser Art gar nicht!!!

Jedenfalls werde ich, als Verantwortlicher[,] anordnen[,] nichts zu ändern!

Zum guten Schluss lade ich Sie gerne zu einem persöhnlichen [sic] Gespräch im TVerein Innichen ein[,] um noch mal

Eindringlich meinen Standpunkt zu überbringen, auch weil ich die schriftlichen Sachen als [sic] unpersöhnlich [sic] finde!

Und eins ist klar, dass wir genüber Ausländern unser Dorf in gewollter Weise immer mit San Candido kommunizieren und dies

Aus folgenden Grüden [sic]:

seit 1920 gehören wir politisch zu Italien

für ausländische Gäste sind wir Italiener

interessieren unsere ausländische [sic] nicht[,] was in Südtirol politisch
abgeht!!

4. haben wir nicht genug Personal[,] um allen Gästen unsere
Vergangenheit zu erklären!

Ganz zum Schluss möchte ich Ihnen sagen[,] dass ich Doppelstaatsbürger bin AUT/ITA[,] deswegen finde ich es als tief beleidigend[,] mir ethische Diskurse über unser Deutschtum zu machen!

Mit freundlchen [sic] Grüssen [sic]

[Name]

Tourismusvereinspräsident

Siehe auch: 1/

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Karfreitagsabkommen.

Das sogenannte Karfreitagsabkommen (Good Friday Agreement) zwischen Vereinigtem Königreich, Irland und den Parteien Nordirlands wurde 1998 als erster Schritt der Befriedung im Ulster unterzeichnet. Nicht sehr bekannt ist, dass das Vereinigte Königreich der Region darin auch ausdrücklich das Recht auf Selbstbestimmung einräumt.

Auszug aus dem Abkommen:

CONSTITUTIONAL ISSUES

1. The participants endorse the commitment made by the British and Irish Governments that, in a new British-Irish Agreement replacing the Anglo-Irish Agreement, they will:

(i) recognise the legitimacy of whatever choice is freely exercised by a majority of the people of Northern Ireland with regard to its status, whether they prefer to continue to support the Union with Great Britain or a sovereign united Ireland;

(ii) recognise that it is for the people of the island of Ireland alone, by agreement between the two parts respectively and without external impediment, to exercise their right of self-determination on the basis of consent, freely and concurrently given, North and South, to bring about a united Ireland, if that is their wish, accepting that this right must be achieved and exercised with and subject to the agreement and consent of a majority of the people of Northern Ireland;

(iii) acknowledge that while a substantial section of the people in Northern Ireland share the legitimate wish of a majority of the people of the island of Ireland for a united Ireland, the present wish of a majority of the people of Northern Ireland, freely exercised and legitimate, is to maintain the Union and, accordingly, that Northern Ireland’s status as part of the United Kingdom reflects and relies upon that wish; and that it would be wrong to make any change in the status of Northern Ireland save with the consent of a majority of its people;

(iv) affirm that if, in the future, the people of the island of Ireland exercise their right of self-determination on the basis set out in sections (i) and (ii) above to bring about a united Ireland, it will be a binding obligation on both Governments to introduce and support in their respective Parliaments legislation to give effect to that wish;

(v) affirm that whatever choice is freely exercised by a majority of the people of Northern Ireland, the power of the sovereign government with jurisdiction there shall be exercised with rigorous impartiality on behalf of all the people in the diversity of their identities and traditions and shall be founded on the principles of full respect for, and equality of, civil, political, social and cultural rights, of freedom from discrimination for all citizens, and of parity of esteem and of just and equal treatment for the identity, ethos, and aspirations of both communities;

(vi) recognise the birthright of all the people of Northern Ireland to identify themselves and be accepted as Irish or British, or both, as they may so choose, and accordingly confirm that their right to hold both British and Irish citizenship is accepted by both Governments and would not be affected by any future change in the status of Northern Ireland.

2. The participants also note that the two Governments have accordingly undertaken in the context of this comprehensive political agreement, to propose and support changes in, respectively, the Constitution of Ireland and in British legislation relating to the constitutional status of Northern

Dieser Abschnitt bestätigt meine Einschätzung über den Umgang des Königreichs mit seinen Teilen, genauso wie die im Film Adéu, Espanya? wiedergegebene Auffassung, dass sich London einem demokratisch zum Ausdruck gebrachten Abspaltungswillen der Schottinnen gegebenenfalls nicht widersetzen würde.

Siehe auch: 1/ 2/

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Wehret der blauen Vereinnahmung!

Die österreichischen Freiheitlichen haben für den 17. Februar eine »Zukunftstagung Südtirol« angekündigt, bei der es unter anderem um die Doppelstaatsbürgerschaft, die Verankerung der Schutzmachtrolle in der österreichischen Verfassung und angeblich auch um einen Zuwanderungsstopp für Südtirol gehen soll.

Gegen Vereinnahmungsversuche durch Rechtsextremisten muss Südtirol mit einer Stimme auftreten: Brennerbasisdemokratie fordert Vertreter aller Sprachgruppen und möglichst vieler Parteien auf, deutlich zu machen, dass weder die Autonomie noch die Unabhängigkeitsbestrebungen unseres Landes sich auf Ausländerfeindlichkeit und Egoismus reimen. Gerade während der letzten Jahre hat Südtirol kleine aber wichtige Schritte in Richtung Zusammenleben gemacht. Selbst das Thema Selbstbestimmung wurde in mühevoller Kleinarbeit zumindest teilweise der Vorherrschaft der rechten Sphäre entzogen.

Wer die ethnische Spaltung fördert — den Blauen fällt zum Stichwort Südtirol nur eine auf Blut und Boden fußende Verbundenheit zum einstigen Vaterland ein — muss dringlichst in die Schranken gewiesen werden! Dieses Land braucht das genaue Gegenteil, nämlich Offenheit, Inklusion und Dialog. Wie selbst die Südtiroler Freiheitlichen verstanden haben, ist eine dynamische Fortentwicklung der Selbstregierung nur unter diesen Vorzeichen erreichbar.

I cosiddetti liberali austriaci (FPÖ) hanno annunciato un convegno sul futuro del Sudtirolo, durante il quale saranno trattati temi quali la doppia cittadinanza, l’iscrizione del ruolo di potenza tutrice nella costituzione austriaca e, a quanto pare, perfino lo stop all’immigrazione.

È di importanza vitale che il Sudtirolo appaia unito contro qualsiasi tentativo di monopolizzazione da parte della destra estrema: Brennerbasisdemokratie fa appello ai rappresentanti di tutti i gruppi linguistici e del maggior numero possibile di partiti di affermare chiaro e forte che né l’autonomia né l’indipendentismo sudtirolesi fanno rima con xenofobia ed egoismo. Proprio durante gli ultimi anni la nostra terra ha fatto piccoli ma importanti passi verso la convivenza. Al contempo perfino l’autodeterminazione è stata sottratta, almeno parzialmente, all’egemonia delle destre.

Chi fomenta la scissione etnica — la FPÖ lega il Sudtirolo alla vecchia madrepatria austriaca tramite il concetto di sangue e suolo — deve trovarsi dinnanzi ad un muro invalicabile. Questa terra infatti necessita dell’esatto contrario — ovvero di apertura, inclusione e dialogo. Come hanno compreso perfino i Freiheitlichen sudtirolesi, un incremento dinamico dell’autogoverno è raggiungibile solamente in tale contesto.

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Autorinnen und Gastbeiträge BBD

Cittadinanza regionale cercasi.

Thomas Benedikter per Brennerbasisdemokratie

1

Senza dubbi una doppia cittadinanza italo-austriaca potrebbe rinsaldare i legami fra le minoranze “austriache” – come si suol dire – con l’Austria. Dall’altra parte anche l’Austria si sentirebbe ancora più responsabile per i suoi nuovi “cittadini all’estero”. I sudtirolesi tedeschi e ladini comunque già oggi godono parità di diritti con i cittadini austriaci in numerosi settori grazie al cosiddetto  “Gleichstellungsgesetz”. Dall’altra parte è l’autonomia della nostra provincia, garantita a livello internazionale, a cui è assegnato il ruolo di colonna portante per la protezione delle minoranze, e che non viene messa in dubbio da nessuno. È l’autonomia che consente a tutti i gruppi che condividono questa terra ad avere pari diritti e poter gestire la politica provinciale e locale di comune accordo, senza dover immaginarsi di essere cittadini di due stati diversi. Al governo di Vienna, infine, non tornerà  facile soddisfare nuovi diritti e richieste anche finanziarie di cittadini residenti all’estero, conoscendo bene la situazione da tanti anni privilegiata del Sudtirolo.

2

Nella nostra provincia la doppia cittadinanza italo-austriaca aggiungerebbe un’altra categoria alla stratificazione di cittadini presenti sul territorio, ma diversi per legge: cittadini appartenenti alle “minoranze austriache”, cittadini italiani “normali”, cittadini UE, extracomunitari e lunga residenza e quelli con permesso di soggiorno a breve scadenza. Per i cittadini già protetti si aprirebbe un nuovo schermo protettivo, mentre nullo o negativo sarebbe l’effetto per i cittadini di lingua italiana, talvolta ancora poco radicati nella realtà  locale nonché per gli immigrati appena arrivati. Tutto questo in un’era in cui l’UE da tempo cerca di superare la doppia cittadinanza sia perché si vuole invitare gli immigrati ad una scelta definitiva della futura appartenenza statale, sia perché la cittadinanza europea comunque apre un’ampia gamma di diritti e possibilità a tutti i cittadini dei paesi membri UE. Inoltre, l’Europa sta costruendo un quadro di diritti fondamentali garantiti a livello internazionale per tutte le minoranze nazionali a cui hanno già  aderito 37 stati.

3

In Sudtirolo non c’è un urgente bisogno di procurare una tutela aggiuntiva a chi è già  protetto tramite l’appartenenza ad un altro stato, ma il bisogno di creare più legami al proprio territorio per tutti coloro che ci vivono. Infatti, è la “cittadinanza provinciale” che non è ancora abbastanza sentita non solo dagli immigrati degli ultimi vent’anni, ma anche da tanti altoatesini di lingua italiana, immigrati generazioni fa. Tanti italiani non parlano ancora sufficientemente tedesco, non si fidano della popolazione tedesca, come evidenziato dal referendum provinciale del 25 ottobre 2009, si aggrappano a simboli di trionfo e alla completa toponomastica tolomeiana, come se fosse elemento irrinunciabile per poter sentirsi a casa. In Sudtirolo, per i nuovi immigrati costruire legami ad una terra come la nostra è pure difficile. Non solo si vedono accolti con diffidenza ed ostilità da una parte della popolazione, ma devono sforzarsi ad imparare ben due lingue. Nella realtà  dell’integrazione in Europa già la rispettiva lingua nazionale pone enormi problemi: tantissimi figli di immigrati in paesi con flussi migratori di periodi più lontani non sono riusciti ad imparare bene né la lingua di origine né la lingua del paese di residenza. Nel sistema di formazione e sul mercato del lavoro regolarmente finiscono sull’ultimo gradino. Dall’altra parte, la nuova immigrazione e le reazioni politiche hanno evidenziato una lacuna nel sistema autonomistico sudtirolese: ci sono pochi strumenti per gestire in modo autonomo i flussi migratori secondo i bisogni della Provincia.

4

Una cittadinanza regionale, invece, non è un concetto astratto, nemmeno una pura utopia. Esiste in altre regioni autonome europee, ed è legata alla durata della residenza, alla conoscenza delle lingue regionali e alla cittadinanza. Questo tipo di “cittadinanza di terzo livello”, oltre quella nazionale e comunitaria, perfettamente in regola con la normativa UE, apre la strada non solo all’autorizzazione di praticare libere professioni, e all’acquisto di immobili, ma anche al diritto al voto attivo e passivo. In Sudtirolo difficilmente è pensabile l’introduzione di una formale cittadinanza regionale riferita alla provincia in questo caso. Ma ciò che conta sono le ragioni di fondo: si tratta di rafforzare il legame delle persone quà­ residenti con la loro regione e di creare un senso di comunità  regionale condivisa. Si tratta di stabilizzare i movimenti migratori e di creare condizioni migliori per l’integrazione. In Sudtirolo, una cittadinanza regionale dovrebbe essere aperta a tutti: stranieri e cittadini, “vecchi” e nuovi immigrati. Potrebbe essere legata agli stessi criteri ora adottati da vari stati per l’acquisto della cittadinanza, ma anche per l’accesso ad alcuni settori del mercato di lavoro: la residenza, la conoscenza delle lingue ufficiali della provincia, l’interesse di stabilirsi a lungo periodo.

Una tale cittadinanza regionale non dovrebbe avere solo una funzione simbolica, ma anche effetti giuridici e quindi vantaggi pratici: potrebbe consentire ai nuovi cittadini regionali di accedere a settori del pubblico impiego, a contributi pubblici di diverso tipo (esempio: l’edilizia agevolata) ed il diritto al voto comunale e provinciale. Stabilizzerebbe la migrazione invitando le famiglie degli immigrati a costruirsi una prospettiva di lungo periodo nella nostra provincia. In due parole: non sarebbe decisiva la cittadinanza italiana ufficiale, che può seguire più tardi, ma una documento di appartenenza assegnato secondo criteri di prestazione personale quali la durata di residenza, la conoscenza delle lingue locali. In due parole: invece di aprire un nuovo ombrello per chi è già  protetto, occorre sostenere l’integrazione di chi non è ancora sufficientemente protetto e legato alla comunità regionale.

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Fra pochi anni in Sudtirolo ci saranno circa 50.000 concittadini stranieri, il 10% della popolazione, che qui ci vivono e vogliono costruirsi un futuro per se e per i loro figli. La nostra provincia non ha bisogno di una massa fluttuante e poco gestibile di migranti che vanno e vengono, ma non riescono ad inserirsi nel tessuto sociale, ma di persone interessate ad essere cittadini nel senso più ampio possibile. La risposta a questo bisogno non è la doppia cittadinanza, ma nuove forme di cittadinanza regionale, aperte a tutti coloro che qui lavorano e intendono restarci. Quindi non urgono nuovi diritti e prestazioni a chi è già  protetto, predisposti nello stato vicino, ma più radicamento e diritti a chi la vita ha costretto all’emigrazione e che hanno trovato nel Sudtirolo la loro seconda Heimat.

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Eine inneritalienische Angelegenheit.

Der italienische Botschafter hat direkt bei den Südtirol-Sprechern von FPÖ und ÖVP, Neubauer und Gahr protestiert, weil diese den Vorschlag in den Nationalrat eingebracht hatten, uns Südtirolerinnen die doppelte — also zusätzlich zur italienischen die österreichische — Staatsbürgerschaft anzubieten. Dieses Ansinnen bezeichnete der Botschafter als einen Affront gegen Italien, denn bei der Südtirolfrage handle es sich um eine rein inneritalienische Angelegenheit.

Zur Erinnerung: Spätestens seit dem Pariser Vertrag ist Südtirol eine internationale Angelegenheit, die in einem Abkommen zwischen Italien und Österreich geregelt ist. Und mit der Behandlung vor der UNO 1960 wurde auch Italien auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, was auch der Grund dafür sein dürfte, dass die Südtirol-Autonomie nicht wie jene der anderen Regionen mit Sonderstatut völlig ausgehöhlt wurde. Doch ein bequemer nationalistischer Reflex wie jener, den ausschließlichen Besitzanspruch über Südtirol zu erheben, stirbt offensichtlich nicht so leicht.

Der Botschafter scheint außerdem zu vergessen, dass Italien ehemaligen Emigranten und ihren Nachkommen auch nach mehreren Generationen den italienischen Reisepass anbietet, selbst wenn sie freiwillig auf die Staatsbürgerschaft verzichtet hatten. So haben hunderttausende Südamerikaner, besonders Argentinier, heute wieder einen italienischen Pass. Die meisten Südtirolerinnen haben hingegen nie aus freien Stücken auf den österreichischen Pass verzichtet.

Übrigens: So neu ist der Vorschlag von Neubauer und Gahr gar nicht — auch Sergio Romano (Bolzano e l’Italia) und Riccardo Dello Sbarba (Sowohl, als auch) hatten sich bereits mit ähnlichen Ideen beschäftigt.

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