Francesc Homs wegen Ungehorsams verurteilt.

Vor wenigen Tagen wurden der ehemalige Präsident von Katalonien, Artur Mas, seine Stellvertreterin Joana Ortega sowie Bildungsministerin Irene Rigau vom katalanischen Höchstgericht (TSJC) wegen Ungehorsams verurteilt, weil sie das vom Verfassungsgericht verbotene Selbstbestimmungsreferendum vom 9. November 2014 als partizipative Befragung durchgeführt hatten. Sie dürfen für 24, 21 bzw. 18 Monate kein öffentliches Amt mehr bekleiden.

Aus demselben Grund wurde nun — neun Tage später — auch Francesc Homs, damaliger Regierungssprecher im Kabinett von Artur Mas, vom spanischen Höchstgericht (Tribunal Supremo) in Madrid verurteilt. Wie bei Mas, Ortega und Rigau entschieden die Richter auch in diesem Fall, dass der Tatbestand des Amtsmissbrauchs, der wesentlich höhere Strafen impliziert, nicht erfüllt ist.

Francesc Homs wird 13 Monate von sämtlichen öffentlichen Ämtern ausgeschlossen und muss somit seinen Sitz im spanischen Kongress räumen, wo er seit der letzten Wahl der Fraktion von »Democràcia i Llibertat« vorstand. Außerdem wurde ihm eine Strafe in Höhe von 30.000 Euro auferlegt.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Quotation (354): Esasperazioni linguistiche.
Scuola paritetica o nazismo?

Anche la Svp, che per anni ha rimosso il ricordo di un uomo „scomodo“, adesso è favorevole all’intitolazione [a Josef Mayr Nusser, nota] del liceo scientifico di via Fago.
Mi fa molto piacere, perché finalmente ci si confronta con un pezzo della nostra storia. Ma…
Ma?
Mi piacerebbe vedere che alle parole seguono i fatti e non parlo solo dell’intitolazione della scuola.
A cosa si riferisce?
Vorrei che in nome dell’abbattimento di muri e divisioni si provasse anche a superare l’articolo 19 dello Statuto che pervede scuole separate per il gruppo italiano e tedesco. […]

Cornelia Brugger (ex PD, presto nei Verdi?) nell’intervista pubblicata oggi dall’A. Adige. Ora la scuola paritetica e il superamento dell’articolo 19 vengono reinterpretati perfino in chiave «antifascista». Come se la scuola bilingue non fosse, al contrario, nata come reazione ai torti fascisti. E invece qui si insinua che «per dimostrare che davvero non siete dei nazisti dovete abolire l’articolo 19. Un’esasperazione inaccettabile del discorso sull’apprendimento linguistico.

Vorrei inoltre ripetere che già da anni la scuola media di Vintl porta il nome di Mayr-Nusser. Personalmente sono favorevole a dedicare ulteriori scuole e strade a un personaggio che è un grande esempio per noi tutti, specie in questi frangenti. Ma è ben difficile affermare che la Svp o il mondo di lingua tedesca negli ultimi decenni abbiano sistematicamente «rimosso» il ricordo della resistenza. Piuttosto è il capoluogo a dimostrare un forte deficit in tal senso.

Vedi anche: [1] [2] [3] [4]

Was bringt der Mehrsprachigkeitshype?

von Thomas Benedikter

Viel Stimmung wird derzeit für eine zweisprachige Schule gemacht, und zwar als zusätzliches Angebot zum dreigeteilten Schulsystem. Es wird spekuliert, ob zu diesem Zweck der Artikel 19 des Autonomiestatuts abgeändert werden muss oder ob seine „Neuinterpretation“ dafür reichen würde, wie es bei der soeben blockierten DFB der Fall gewesen wäre. In diesem Sinn argumentieren auch die Grünen, die vor einem Jahr einen Gesetzentwurf (Nr. 67/15) „Recht auf Mehrsprachlichkeit im Bildungssystem des Landes“ mehrsprachige Klassenzüge in bestehenden muttersprachlichen Schulen einführen wollten, wenn einige Eltern das wünschen. In dieselbe Richtung zielt der kürzlich von Senator Palermo vorgelegte Vorschlag für zweisprachige Klassen oder Schulabteilungen in den bestehenden Schulen. Statt den Artikel 19 derart überzustrapazieren, wäre es rechtlich schon korrekter, zunächst die übergeordnete Norm abzuändern, sofern sich demokratische Mehrheiten dafür finden. Würde der Südtiroler Gesetzgeber dies von sich aus einführen, wäre nämlich auch mit Klagen auf Statutsverletzung zu rechnen.

Mehrsprachigkeit ist für viele Südtiroler das Leitmotiv für die Bildung ihrer Kinder geworden, so als wäre es das absolute Oberziel der Schulbildung schlechthin, der Schlüssel fürs Leben und den beruflichen Erfolg. In diesem Sinn ist in der Bozner Pascoli-Oberschule ein dreisprachiger Schulversuch im Gang mit Deutsch, Italienisch und Englisch als Unterrichtssprachen. Es hat den Anschein, dass bei der italienischen Sprachgruppe heute das Pendel ins andere Extrem ausschlägt, nachdem die erste Generation, die mit dem Autonomiestatut aufgewachsen ist, die zweite Landessprache leider vernachlässigt hat. Wenn das die Motivation zum Deutschlernen stärkt (laut Kolipsi-Studie von 2012 waren 2009 gut 75% der italienischsprachigen Oberschüler erst auf Niveau B1 bei der deutschen Sprache), ist das nur zu begrüßen. Doch muss es in Südtirol aus Gründen der Konkurrenzfähigkeit zweisprachige Schulen für alle geben?

So argumentiert Sprachwissenschaftler Siegfried Baur in der ff 11/2017 und plädiert für ein dreisprachiges Triennium vor der Matura: „Da müsste die erste Sprache allen Anfechtungen standhalten und die Jugendlichen wären international konkurrenzfähig.“ Müssen Südtirols Schüler aus einem wirtschaftlichen Grund (Konkurrenzfähigkeit) auf eine muttersprachliche Schule verzichten, die die allermeisten europäischen Altersgenossen in Anspruch nehmen? Solange nicht der gesamte deutsch- und italienischsprachige Raum von Flensburg bis Catania ein dreisprachiges Schulsystem einführt, brauchen sich Südtirols Schüler eigentlich keine Sorgen um ihre Konkurrenzfähigkeit in der EU zu machen, geschweige denn in Südtirol. Etwas CLIL, moderne Sprachendidaktik und Zusatzangebote, damit schaffen sie L2 und L3 locker. Etwas mehr Selbstbewusstsein wäre angesagt.

Die Bildungswelt Europas sieht anders aus. In Europa ist immer noch die einsprachige Schule mit 1-2 weiteren Sprachen absoluter Standard. Millionen europäischer Abiturienten erreichen Jahr für Jahr ein Niveau in einer Zweitsprache, das ihnen ein Hochschulstudium in dieser Sprache erlaubt. In Südtirol liegen mehr als die Hälfte der deutschsprachigen Oberschüler auf B2-Niveau der Zweitsprache (Kolipsi 2012), über 70% der Deutschsprachigen beherrschen fließend Italienisch (Astat). Gibt es ein Unternehmen, das Südtirol wegen mangelnder Zweisprachigkeit der Mitarbeiter wieder verlassen hat?

Ganz ohne Zweifel ist Mehrsprachigkeit im heutigen Europa ein wichtiges Bildungsziel (vgl. Barcelona-Erklärung des EU-Rats 2002: Muttersprache+2) und die Beherrschung der zweiten Landessprache ist zu Recht ein hoher Wert in der Südtiroler Gesellschaft. Doch weder hat die EU den 27 Mitgliedsländern aufgetragen, ihr Schulsystem in ein zwei- oder mehrsprachiges umzubauen, noch ist davon abzuleiten, dass Sprachminderheiten zwecks Konkurrenzfähigkeit auf Staats- und Unionsebene — also aus wirtschaftlichen Gründen — von muttersprachlichen Schulen abzugehen haben.

Dazu nochmals ein knapper Einschub aus einem Land, das von Mehrsprachigkeit etwas versteht, die Schweiz, die seit jeher den Erwerb der anderen Landessprachen in den Schulen groß schreibt (vgl. diese Analyse). In der ganzen Schweiz gibt es nicht mehr als zwei zweisprachige öffentliche Schulen, und zwar zwei englisch-deutsche Gymnasien in Zürich, die vor allem von Kindern von Business-Nomaden und gut gestellten Ausländern besucht werden. Die Einführung von zweisprachigen Oberschulen ist nicht einmal im Tessin ein Thema, das wohl am meisten befürchten müsste, auf Bundesebene sprachlich abgehängt zu werden, und auch nicht in den zweisprachigen Kantonen (eine zweisprachige Unterstufe gibt es allenfalls für die Romanen in Graubünden).

Somit könnten auch einige Missverständnisse vorliegen, die den heutigen Hype für mehrsprachige Schulen befeuern, wie etwa folgende:

  • das Missverständnis, dass die gute Kenntnis weiterer Sprachen nur über gemischte Schulen zu erreichen ist (das Standardschulmodell Europas beweist das Gegenteil);
  • das Missverständnis, dass die italienische und deutsche Sprachgruppe in Südtirol beim Sprachenerwerb denselben Bedarf haben;
  • das Missverständnis, dass es nur mit einer zweisprachigen Schule gelingt, gut Italienisch oder Deutsch zu lernen;
  • das Missverständnis, dass Sprachenlernen ein und alles für Wettbewerbsfähigkeit sei (wäre dem so, wären Exportnationen wie die Schweiz, Deutschland und die Niederlande längst abgehängt);
  • das Missverständnis, dass ein öffentliches Bildungssystem auf den Geschmack eines Teils der Eltern mit besonderen Wünschen zugeschnitten werden muss (Schule á la carte);
  • das Missverständnis, dass gerade eine Sprachminderheit aus Konkurrenzgründen eine gut funktionierende muttersprachliche Schule aufgeben solle.

Bei letzterem würden die Befürworter der zweisprachigen Schule einwenden, dass es ihnen um einen zusätzlichen zweisprachigen Klassenzug oder ein Zusatzangebot einer zweisprachigen Schule geht, doch Simon Constantini hat schon mehrfach (vgl. Gastbeitrag in „Mehr Eigenständigkeit wagen“, POLITiS 2016) treffend aufgezeigt, wohin diese Art von Konkurrenz bei den Schulmodellen unweigerlich führen würde. Fazit: Etwas mehr Bewusstsein bezüglich unserer Rechte und Fähigkeiten wäre angesagt. Warum sollten gerade die Südtiroler aus Gründen wirtschaftlicher Konkurrenz die muttersprachliche Schule einschränken, wenn das weder die übrige EU und nicht einmal die mehrsprachige Schweiz tut?

Gli antifascisti degli altri.

Il quotidiano A. Adige ha iniziato una campagna (con tanto di raccolta firme) per intitolare a Josef Mayr-Nusser il liceo di lingua tedesca ex «von Klebelsberg». Ottima idea, da sostenere!

Ma mi viene da dire che all‘A. Adige e al suo direttore piace molto l’antifascismo «per interposta persona.» Alberto Faustini si era già speso per la condivisibilissima causa della cancellazione di Wenter come intitolazione di una scuola a Merano, mentre sembra assente un analogo impegno contro la toponomastica del Tolomei, l’odonomastica e i monumenti fascisti a Bolzano o contro i «fascisti del terzo millennio» attivi nel capoluogo (e regolarmente «pubblicizzati» dallo stesso quotidiano).

A Mayr-Nusser è dedicata anche la scuola media di Vintl.

Non di rado sull‘A. Adige si legge che ogni gruppo linguistico dovrebbe decidere per se, ad esempio sulla toponomastica. Una posizione che non condivido, ma cui lo stesso quotidiano sembra non attenersi. Più comodo limitarsi a fare gli altrui antifascisti.

I tempi che ancora ci umiliano.

Arnaldo Di Benedetto* per BBD

Nel novembre del 2016, sul «Dolomiten» l’antropologo e ex presidente del CAI Annibale Salsa è intervenuto sulla polemica di alcuni professori e politici sull’eventuale cancellazione d’una serie di nomi italianizzati di località sudtirolesi. Condivido la posizione di Salsa. L’eventuale cancellazione di quelli che sono, per lo più (non tutti), microtoponimi già ignorati a suo tempo dal «boia del Tirolo» (come lo definì l’antifascista Gaetano Salvemini) Ettore Tolomei – il quale peraltro, per evitare al territorio il nome «Tirolo», non seppe che ricorrere al banale e fasullo francesismo «Alto Adige» risalente all’età napoleonica e modellato sugli usi appunto francesi –, ha messo in attività la geniale politica bolzanina M. Biancofiore e altri destrorsi.

Quanto a Tirol, il fatto che già Dante e Giovanni Villani italianizzassero il nome con Tiralli non equivale certo a dire che la sede originaria dei signori del Tirolo fosse italiana; erano italianizzazioni non diverse da quelle tuttora in uso di Lione, Parigi o Londra. Anche Francesco Vettori, l’amico di Machiavelli, nel suo Viaggio in Alamagna elogia gli osti di Marano (così scrive), cioè di Merano; ma la città era parte dell’«Alamagna». Ma c’è chi non la pensa così, anche quando si tratti di pseudotoponomastica imposta neanche un secolo fa, o addirittura pochi decenni fa.

Tolomei, si sa, ebbe e ha, tra i linguisti italiani, prosecutori. Certo è assurdo rispolverare vecchi nazionalismi polemizzando contro l’eventuale sparizione di certa irrilevante e a volte comica toponomastica pseudoitalica. Giustamente dopo la seconda guerra mondiale in Valle d’Aosta l’incredibile Cormaiore, ad esempio, fu ricondotto all’autentico Courmayeur. Vogliamo regredire a tempi che ancora ci umiliano?

L’8 marzo 2017 il quotidiano «La Repubblica» ha pubblicato un articolo dal titolo Se tocca al giudice difendere l’italiano, dove tra l’altro l’autore se la prende, oltre che con le richieste di usare l’inglese come lingua della didattica in alcune università italiane, anche col progetto di eliminazione di una serie di nomi italiani nel territorio sudtirolese. Le questioni in realtà sono diverse. La «Vetta d’Italia», scrive il pubblicista fingendo di scandalizzarsi, «il punto più a nord della penisola, d’ora in poi si chiamerebbe Glockenkarkopf». D’ora in poi? A chi risale il nome Vetta d’Italia? Al fanatico, al «boia» Tolomei, che infatti nel 1937 si guadagnò il buffo titolo di «conte della Vetta» conferitogli da quell’altro genio di Vittorio Emanuele III. Ben più antico è il nome tedesco Glockenkarkopf. Per di più la cosiddetta «Vetta d’Italia» non è affatto «il punto più a nord della penisola»; così si credeva un tempo – e così evidentemente vuol continuare a credere l’autore dell’articolo. Nel quale tra l’altro la lingua “nazionale” è elencata tra i «beni culturali» dello Stato, come «le sinfonie di Verdi» e «la Pietà di Michelangelo». La lingua “nazionale” è infatti posta dalla normativa generale tra il «beni culturali immateriali». Ma proprio il concetto di «beni culturali», quale è attualmente in prevalenza inteso, è stato di recente messo in discussione. La «Pietà di Michelangelo» e le sinfonie verdiane sono appiattibili sul pur legittimo affarismo del turismo e del made in Italy?  

Non solo. A quale Pietà allude l’attivo pubblicista di «Repubblica», visto che di Pietà michelangiolesche ce n’è più d’una? (E una è proprietà dello Stato del Vaticano). E perché citare «le sinfonie di Verdi» come se in esse fosse l’esclusivo vertice dell’arte del musicista di Busseto? Legga il recente Verdi ritrovato di Paolo Gallarati.

*) Arnaldo Di Benedetto, nato in Sudtirolo nel 1940, critico letterario, è professore emerito dell’Università degli Studi di Torino, ha insegnato presso le università di Berna, Parigi (Sorbona), Chambéry, Lione (École Normale Supérieure) e all’Indiana University. Fra gli altri, è membro del centro italo-tedesco «Villa Vigoni», dell’Accademia di studi italo-tedeschi di Merano ed è direttore responsabile del «Giornale storico della letteratura italiana».

Una brutta figura, davvero!
Lettera aperta a Christian Pfeifer

Naturalmente rispetto la sua opinione secondo cui in Sudtirolo ogni cumulo di talpa oltre a un esonimo abbia bisogno di un secondo nome, anche se inventato. E sono contento di vivere in una terra in cui la sua e la mia opinione possono confrontarsi pacificamente. Perché devo ammettere che il suo punto di vista — e anche il suo modo di agire con la sua lettera aperta — per molti aspetti mi ha sommamente irritato.

Della sua lettera mi disturba l’aspetto postfattuale, che purtroppo però sembra essere abbastanza in voga (vedasi Trump, Erdogan ecc.). Mi disturba che con la sua opinione lei incarni lo stereotipo del Sudtirolo arretrato e concentrato sul proprio ombelico senza la capacità di guardare oltre il proprio naso. Mi disturba che in quanto alla soluzione di questioni di toponomastica lei metta da parte tendenze e prassi all’avanguardia a livello internazionale, come le direttive delle Nazioni Unite (ovvero l’United Nations Group of Experts on Geographical Names, UNGEGN), dipingendo invece la sua propria opinione come un’opinione maggioritaria (citazione: „[…] perché cerca di spiegare come la pensiamo veramente, noi altoatesini di lingua tedesca“), se non già come se si trattasse della verità assoluta. E infine mi disturbano il dilettantismo e l’etnocentrismo delle sue affermazioni.

Mi permetto di corroborare quanto finora affermato.

Col suo testo vuol far credere che la sua sia un’opinione largamente condivisa, anche e soprattutto fra la popolazione di lingua tedesca. Esistono però dati statistici — gli unici a riguardo, se non erro — che contraddicono questa sua pretesa e ne smascherano l’inesattezza, lontana dalla realtà dei fatti. Secondo il barometro linguistico del 2014, infatti, il 71,4% delle cittadine e dei cittadini di lingua tedesca sono dell’avviso che le località in Sudtirolo non debbano avere, capillarmente, due/tre nomi. E pur sempre un quarto degli italofoni è dell’opinione che i nomi di Tolomei non siano necessari sempre e ovunque. Recentemente poi alcuni esponenti in vista della comunità italiana del Sudtirolo (tra gli altri Carlo Bertorelle, Enzo Nicolodi e anche Alberto Stenico) hanno espresso le loro perplessità nei confronti del prontuario di Tolomei, che lei invece difende. In tutto, il 58,1% delle e dei sudtirolesi non sono d’accordo con lei. Inoltre il barometro linguistico evidenzia una chiara tendenza: il numero di coloro che non pretendono il mantenimento dei toponimi del Tolomei, nel corso di 10 anni (rispetto al barometro linguistico del 2004) è aumentato fra i 3 e i 7 punti percentuali, in tutti i gruppi linguistici.

Se guardiamo un po’ oltre i confini della nostra terra vediamo che tale opinione maggioritaria non è appannaggio di un’eventuale arretratezza sudtirolese, bensì corrisponde alla prassi internazionale per dirimere le questioni di toponomastica ispirata alle specifiche direttive dell’ONU. Se dunque lei, per il Sudtirolo, vuol proporre una soluzione anacronistica e fuori dal mondo questo è suo pieno diritto, ma deve accettare la resistenza che si formerà nei confronti della logica nazionalistica intrinseca alle sue idee. In molti paesi del mondo — imprimis, naturalmente, quelli in cui governano o hanno governato forze socialdemocratiche e liberali — si osserva una tendenza a rielaborare il proprio passato colonialista e totalitario, non solo per quanto concerne la toponomastica. Barack Obama ha restituito il nome originale — Denali — al monte più alto dell’America settentrionale, conosciuto per decenni come Mt. McKinley. Non penso che con tale passo abbia sminuito il diritto di sentirsi a casa degli abitanti di provenienza europea in Alaska. Il monolite sito nell’Australia centrale dopo un breve episodio (150 anni) è tornato a chiamarsi Uluru (e non più Ayers Rock). In Groenlandia, Sudafrica, Spagna, Francia, Canada e perfino in Cina si è dato il giusto peso agli endonimi, togliendo lo status di ufficialità ai nomi di dubbia storicità — cosa che ovviamente non vieta a nessuno di continuare a usare tali denominazioni. Così come, senza alcun problema, possiamo usare l’esonimo Mt. Everest per quello che in Cina ufficialmente ha il nome tibetano (!) di Qomolangma e sul lato meridionale porta il nome nepalese di Sagarmatha.

Solo qui da noi evidentemente l’ufficialità della Vetta d’Italia è sacrosanta. Secondo l’ONU le condizioni che hanno portato all’introduzione di un nome sono da tenere in considerazione quando decidiamo quali toponimi debbano essere ufficiali, un aspetto che indubbiamente va a sfavore del mantenimento delle invenzioni del protofascista Ettore Tolomei. Ancor più significativo però è l’effettivo utilizzo locale di un nome e il suo status di endonimo o di esonimo. Ragione per cui ad esempio non capisco perché gli esonimi di St. Ulrich/Ortisei o Stern/La Villa debbano essere ufficiali, nonostante si tratti, se vogliamo, di nomi stratificatisi storicamente. Va da se che gli italofoni potranno comunque continuare a chiamare Ortisei il paese di Urtijëi e La Villa il paese di La Ila.

Il fatto che ci si ostini a parlare quasi esclusivamente di toponimi tedeschi e italiani e solo raramente ci si riferisca agli endonimi e agli esonimi dimostra il basso livello e l’etnocentrismo di un dibattito poco scientifico e poco oggettivo. Kastelbell, Tscherms, Naturns ecc. non sono nomi „tedeschi“. Così come gran parte dei toponimi in Sudtirolo sono di origine retica, celtica o romana. Al contempo quasi mai si distingue fra bilinguismo e binomismo.

Evidentemente non si possono nemmeno „abolire“ dei nomi. Gli si può solo togliere lo status di ufficialità, e questo a sua volta può ma non deve per forza influenzarne l’utilizzo. Altrimenti non esisterebbero Flazpis (Latzfons), Fochina (Ahornach), Mailand (Milano) o Monaco (München).

E mentre molti nella nostra terra, anche e soprattutto sudtirolesi di lingua italiana, si battono per un’identità comune lontana dai gruppi linguistici (scuola plurilingue) dovremmo davvero percepire il nostro territorio come un’entità etnicamente separata? Non vorrà mica questo?

Questa lettera (versione originale in tedesco) è la risposta a un articolo di Pfeifer apparso su Südtiroler Wirtschaftszeitung.

Vedi anche: [1] [2] [3]

Brutta figura, wie wahr!
Offener Brief an Christian Pfeifer

Ich respektiere selbstverständlich, dass Sie der Meinung sind, jeder Maulwurfshügel in Südtirol solle neben der endonymen Bezeichnung auch die tolomeische tragen und ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem Ihre und meine Meinung in einen friedlichen Diskurs treten können. Denn ich muss Ihnen sagen, dass mich Ihre Ansicht — wie auch Ihr Vorgehen mit dem offenen Brief — in vielen Aspekten ungemein irritiert haben.

Mich stört an Ihrem Brief das Postfaktische, das im Moment leider en vogue zu sein scheint (siehe Trump, Erdogan und Co.). Mich stört, dass Sie mit Ihrer Meinung das gängige Stereotyp verkörpern, dass Südtirol hinterwäldlerisch sei und immer nur Nabelschau betreibe ohne über den Tellerrand zu blicken. Mich stört, dass Sie progressive internationale Tendenzen und Gepflogenheiten in Toponomastikfragen wie auch die diesbezüglichen Richtlinien der Vereinten Nationen respektive der United Nations Group of Experts on Geographical Names (UNGEGN) ausblenden und stattdessen Ihre davon abweichende Meinung, wenn schon nicht zur unumstößlichen Wahrheit, dann doch zur Mehrheitsmeinung, hochstilisieren (Zitat: „[…] perché cerca di spiegare come la pensiamo veramente, noi altoatesini di lingua tedesca“). Und zu guter Letzt stören mich auch der Dilettantismus und die Ethnozentriertheit Ihrer Aussagen.

Ich erlaube mir jetzt, all diese Vorwürfe argumentativ zu untermauern.

Ihr Text suggeriert, dass Ihre die — gerade auch unter Deutschsprachigen — vorherrschende Meinung sei. Es gibt jedoch statistische Daten — meines Wissens die einzigen diesbezüglich — die Ihren Anspruch widerlegen und als reines Bauchgefühl fernab von Realität und Fakten entlarven. Laut Sprachbarometer 2014 sind 71,4 Prozent der deutschsprachigen Bürgerinnen und Bürger der Meinung, dass es in Südtirol nicht flächendeckend zwei bzw. drei offizielle Bezeichnungen für Ortschaften und Fluren braucht. Und immerhin mehr als ein Viertel der Italienischsprachigen meint, dass die tolomeischen Namen nicht überall notwendig sind. Erst unlängst haben sich bekannte Vertreter des italienischsprachigen Kosmos in Südtirol (unter ihnen Carlo Bertorelle, Enzo Nicolodi oder auch Alberto Stenico) gegen den Prontuario ausgesprochen, den Sie verteidigen. Insgesamt sind demnach 58,1 Prozent der Südtirolerinnen und Südtiroler aller Sprachgruppen nicht Ihrer Meinung. Zudem lässt das Sprachbarometer eine klare Tendenz erkennen. Die Anzahl derer, die nicht auf den tolomeischen Bezeichnungen beharren, ist innerhalb von zehn Jahren (Sprachbarometer 2004) in allen Sprachgruppen zwischen drei und sieben Prozentpunkte gestiegen.

Wenn man nun ein wenig über den Tellerrand blickt, erkennt man, dass obige Mehrheitsmeinung kein „rückwärtsgewandtes“ Südtiroler Spezifikum ist, sondern vielmehr internationalen Gepflogenheiten und von der UNO bezüglich der Lösung von Toponomastikproblemen publizierten Richtlinien entspricht. Wenn Sie nun für Südtirol einen von der Außenwelt isolierten anachronistischen Sonderweg vorschlagen, ist das Ihr gutes Recht. Sie müssen dann aber auch akzeptieren, dass es Widerstand gegen die, diesem Ansinnen innewohnende, nationalistische Logik gibt. In vielen Ländern weltweit — vor allem natürlich in solchen, wo linke, sozialdemokratische und liberale Regierungen an der Macht sind bzw. waren — ist der Trend zu einer offensiven Aufarbeitung von kolonialistischem und totalitärem Erbe, was nicht nur Orts- und Flurnamen betrifft, zu beobachten. So hat Barack Obama dem über Jahrzehnte als Mt. McKinley bekannten höchsten Berg Nordamerikas wieder offiziell seinen ursprünglichen Namen Denali zuerkannt. Ich denke nicht, dass er durch diesen Schritt den europäischstämmigen Menschen das Recht, sich in Alaska heimisch zu fühlen, verwirkt hat. Der Monolith im Zentrum Australiens heißt ebenfalls nach einer kurzen 150-jährigen Episode wieder Uluru (und nicht mehr Ayers Rock). In Grönland, Südafrika, Spanien, Frankreich, Kanada, ja sogar in China wurde Endonymen der ihnen zustehende Stellenwert zuerkannt und im Gegenzug historisch zweifelhaften Bezeichnungen der offizielle Status aberkannt — was natürlich niemanden daran hindert, diese Bezeichnungen weiter zu verwenden. So wie wir den höchsten Berg der Welt exonym Mt. Everest nennen können, obwohl er in China offiziell die tibetische (!) endonyme Bezeichnung Qomolangma und auf der Südseite das in Nepal gängige Endonym Sagarmatha trägt.

Nur bei uns ist eine offizielle Vetta d’Italia offenbar sakrosankt. Für die UNO sind die Umstände, unter denen Namen zustandegekommen sind, ein Aspekt, der bei der Erstellung offizieller Namenslisten von Bedeutung ist und der gegen die Beibehaltung der Erfindungen des Protofaschisten Ettore Tolomei spricht. Bedeutender jedoch ist der lokale Gebrauch und ob es sich um endonyme oder exonyme Bezeichnungen handelt. Daher ist es für mich beispielsweise auch nicht nachvollziehbar, wieso exonyme Bezeichnungen wie St. Ulrich bzw. Ortisei oder Stern bzw. La Villa — obschon diese, wenn man so will, „historisch gewachsen“ sind — Offizialität genießen sollen. Deutschsprachige werden natürlich weiterhin St. Ulrich sagen, aber offiziell sollte der Ort ausschließlich Urtijëi heißen, und Stern La Ila.

Die Tatsache, dass bei uns in der Toponomastikdiskussion meist ausnahmslos von deutschen und italienischen Ortsnamen und sehr selten von Endonymen und Exonymen die Rede ist, zeugt von der niveaulosen Ethnozentriertheit der Debatte fernab jeglicher Sachlichkeit und Wissenschaftlichkeit. Kastelbell, Tscherms, Naturns usw. sind nicht „deutsch“. So wie ein Großteil der Namen in Südtirol auf rätische, keltische und romanische Bezeichnungen zurückgeht. Auch wird kaum zwischen Zweisprachigkeit und Zweinamigkeit unterschieden.

Man kann Namen auch nicht „abschaffen“. Man kann ihnen nur den offiziellen Status aberkennen. Den Gebrauch kann, muss das aber nicht beeinflussen. Andernfalls dürfte es ja auch kein Flazpis (Latzfons) und kein Fochina (Ahornach), kein Mailand (Milano) und kein Monaco (München) geben.

Und während viele im Lande, auch und gerade italienischsprachige Südtiroler, für eine gemeinsame Südtiroler Identität losgelöst von den Sprachgruppen kämpfen (Stichwort: gemeinsame Schule), sollen wir um jeden Preis das Gebiet, in dem wir leben, in ethnisch getrennten Realitäten wahrnehmen? Das kann doch nicht Ihr Ernst sein?

Dieser Brief (italienische Fassung) ist eine Replik auf einen Artikel Pfeifers, der in der SWZ erschienen ist.

Siehe auch: [1] [2] [3]

Mayr-Nusser selig.

Der Südtiroler NS-Widerstandskämpfer und Märtyrer Josef Mayr-Nusser wird heute in der Pfarrkirche Bozen seliggesprochen.

Er war Dableiber und Mitglied des Andreas-Hofer-Bundes, einer Widerstandsorganisation. Als er 1944 eingezogen und der Waffen-SS zugeteilt wurde, verweigerte er den Eid und wurde dafür zum Tode verurteilt.

Sein Vorbild ist gerade heute, wo weltweit (und auch hierzulande) menschenverachtende Ideologien und Extremismen wieder auf dem Vormarsch sind, weiterhin von besonderer Aktualität.

Im Vorfeld der Seligsprechung kursierte auch der schöne Vorschlag, Mayr-Nusser das Bozner Realgymnasium zu widmen, das bis zur Jahrtausendwende den Namen eines Nazis trug.

Seit 2010 ist er Ehrenbürger der Landeshauptstadt, außerdem ist die Mittelschule von Vintl nach ihm benannt.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]