Trentino: T9 auf Ladinisch.

Die Landesregierung des Trentino hat auf Vorschlag des Comprenjorie Ladin de Fascia einstimmig beschlossen, 28.000,- Euro in die Entwicklung eines Kurzmitteilungs-Spracherkennungssystems (sog. T9) für die ladinische Variante jenes Tales zu investieren. Damit soll der alltägliche Gebrauch der Sprache gefördert werden. 76% der Fassaner gaben in einer Umfrage an, Ladinisch bereits jetzt beim Verfassen von SMS regelmäßig zu gebrauchen.

In Zusammenhang mit dieser Initiative verlautbart Monica Sabà ta, Direktorin von Linguapax Europe, einer gemeinsamen Initiative von Unesco und Gencat, dass Sprachen, die den Sprung in neue Medien und Technologien verpassen, zum Aussterben prädestiniert sind.

Die Union Generela ist vom Trentiner Projekt begeistert und prüft die Möglichkeit, es auf alle Varianten des Ladinischen auszudehnen.

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Koalition der Freiwilligen.

Die Initiatorinnen vierer unterschiedlicher Kampagnen zur Erlangung eigener Websuffixe — für die Bretagne, Galicien, das Baskenland und Wales — treffen sich im September in Santiago de Compostela. In der galicischen Hauptstadt soll erörtert werden, inwiefern die Promotorinnen ihre Kräfte bündeln können. Angeregt wurden sie durch den durchschlagenden Erfolg der Endung ».cat« für Katalonien, dem ersten Suffix eines noch nicht souveränen Gebiets. Seit Einführung der neuen Endung wurde ein sprunghafter Anstieg katalanischer Seiten im Internet um satte 33% ermittelt — mit 22.000 neuen ».cat«-Adressen. Der Kopf hinter der einst als chancenlos bezeichneten ».cat«-Kampagne, Amadeu Abril, unterstützt nun mit all seinen Kräften (und seiner Erfahrung) die ähnlichen Forderungen anderer Länder.

Die Kampagnen in der Bretagne, Galicien und Wales haben bereits beachtenswerte Erfolge verzeichnet, nicht nur, weil die Unterstützung durch die Zivilbevölkerung z. T. enorm ist, sondern auch, weil sie es geschafft haben, ihre Initiativen von der Parteipolitik fernzuhalten und sie inklusivistisch zu gestalten. Alle drei haben es geschafft, Kontroversen zu vermeiden, wie sie oft entstehen, wenn Länder ohne offizielle Anerkennung neue Formen der Unabhängigkeit anstreben.

So wurden für die bretonische ».bzh«-Kampagne rund 15.000 Unterschriften gesammelt. Unerwartet hat Nicolas Sarkozy anschließend verkündet, er werde die Forderung mittragen. In Galicien hat sogar die spanische konservative Volkspartei (Partido Popular) ihre Unterstützung für ».gal« angekündigt. Obschon die Kampagnen privat initiiert wurden, sind sie wohl aussichtslos, wenn sie nicht die Unterstützung der jeweiligen Regierung bekommen.

In Wales stimmen alle in der Nationalversammlung vertretenen Parteien der neuen Endung (».cym«) zu; das Handels- und Industriedepartement in London sieht »keinen Grund, das Ansuchen zu beargwöhnen«, solange die Unterbindung von sogenanntem »Cybersquatting« (missbräuchliche, aber nicht illegale Benutzung bekannter Markennamen) gewährleistet ist.

In Wales wurde die gälische Landessprache vor nunmehr 30 Jahren anerkannt, doch die englische Sprache wird nach wie vor als die Sprache der neuen Medien betrachtet — genauso wie früher für Bildung, Rundfunk und Politik. Das neue Suffix soll laut »Welsh Software Association« u.a. dazu beitragen, dass sich Menschen von ».cym«-Seiten automatisch auch gälische Inhalte erwarten.

Quelle: Eurolang, Huw Jones.

Initiativen: [Galicien] [Schottland] [Flandern] [Bretagne] [Wales] | [icann]

Da im Internet unterschiedliche Realitäten nebeneinander bestehen können, sind die neuen Endungen ein zusätzlicher kleiner Beitrag zum »Border Blurring« und zur Dekonstruktion herkömmlicher Nationalgebilde. Staaten und Regionen mit Anspruch auf Eigenregierung werden — gleichzeitig — auf einer Ebene gehandelt, ohne dass dies zu einer Inkompatibilität führt.

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Dreimalgut.

Drei.Ein Preis für 3. Das Unternehmen Hutchinson 3G mit Sitz in Hongkong verdient für seinen Auftritt als Telefongesellschaft (Drei) in unserem Lande besondere Anerkennung. Als einziger Mobilfunkbetreiber bietet es fast all seine Werbedrucksachen sowohl auf Italienisch als auch auf Deutsch an und zeigt somit, dass selbst große Konzerne den Verbraucher durchaus ernstnehmen können.

Sprachschutz ist Konsumentenschutz. Kundinnen werden nicht nur als Goldesel betrachtet, sondern auch als mündige Bürgerinnen, denen man Informationen in ihrer eigenen Sprache anbietet. Damit wird gleichzeitig der speziellen Situation unseres Landes Rechnung getragen und bewiesen: Respekt ist keine Frage des Geldes und schon gar keine Frage von Bevölkerungsanteilen — denn wir Südtirolerinnen machen lediglich 1% der Einwohnerinnen dieses Staates aus. Zur Nachahmung dringend empfohlen.

Hier einige Beispiele aus dem üppigen Angebot an Informations- und Werbematerial von Drei:

Tarifoptionen.
Alle Tarifoptionen in einer übersichtlichen Broschüre.
Angebot.
Werbeprospekt »Die Liebe zu 3 geht weiter…«
Telefon.
Für jedes Mobiltelefon eine spezielle Infokarte.

Über manchmal recht holprige Formulierungen kann man dabei geflissentlich hinwegsehen: Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Die katalanische Regierung bietet übrigens Betrieben, die auf die Landessprache umsteigen möchten, unentgeltliche Hilfe bei der Umsetzung. Auf ähnliche Unterstützung können Unternehmen wie Drei in Südtirol nicht zurückgreifen.

Siehe auch: [Eine Anfrage. Und ihre Antwort?]

Viersprachige Webseiten der Mobilfunkanbieter in der Schweiz:

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Geldinstitute.

Wie bereits beschrieben, sind Geldinstitute in Katalonien — anders als in Südtirol — verpflichtet, im Sinne des Konsumentenschutzes mindestens die dortige Landessprache zu gebrauchen. Verträge und andere Dokumente müssen darüberhinaus in getrennten Exemplaren auf Kastilisch und Katalanisch aufliegen und/oder verfügbar sein. Über diese Pflicht gehen die Bankhäuser weit hinaus, wenn sie beispielsweise auch außerhalb der Minderheitenregionen zahlreiche Dienste in der Sprache der Kundinnen anbieten, so etwa am Bankomaten:

Geldautomat.
Geldautomat von ‘la Caixa’ in Madrid.

 

Diese leider etwas unscharfe Aufnahme wurde in Madrid gemacht. Angezeigt wird vor Durchführung eines Vorgangs standardmäßig eine Sprachwahl, die Katalanisch, Galicisch und Baskisch (Euskera) — samt Landesflaggen — mit berücksichtigt. Dies gilt für so gut wie alle Geldinstitute, sogar für typische Regionalbanken wie die »Caja de Madrid«.

Zum Vergleich: In Südtirol bieten in der Regel nur heimische Banken auch Kundinnen mit inländischer Bankomatkarte die Sprachauswahl überhaupt an. Ladinisch ist nicht dabei. Und selbst die Volksbank bietet am Automaten nur gebrochenes Deutsch. Banken, die nicht in Südtirol sässig sind, hier jedoch Filialen betreiben, bieten eine andere Sprache als Italienisch (siehe) nur bei Benützung ausländischer Karten an. Die freie Wahl der Sprache für eine Südtirolerin in Rom (analog zu Madrid in Spanien) wäre ohnehin undenkbar.

Ähnlich wie in Spanien funktioniert das System übrigens auch in der nahen Eidgenossenschaft. In beiden Ländern nutzen manche Banken auch die Möglichkeit, die bevorzugte Sprache der Kundin in einer Datenbank oder direkt auf der Karte abzuspeichern, sodass bei Nutzung der bankeigenen Automaten die gewünschte Sprache priorisiert wird.

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Verbindungsschwierigkeiten.

Sowohl in Kommentaren als auch via Email wurde mir mitgeteilt, dass es Schwierigkeiten gibt, eine Verbindung zu diesem Blog herzustellen. Das geht so weit, dass manche völlig außerstande sind, die Seite zu laden. Diesbezüglich habe ich bereits vor Tagen meinen Dienstanbieter kontaktiert und am 1. März folgende Antwort erhalten:

Vielen Dank für Ihre Anfrage.Es kam vereinzelt zu Schwierigkeiten bei der Erreichbarkeit mancher Webspace-Pakete im Hause unseres Technologiepartners. Es wird daran gearbeitet, die Erreichbarkeit wieder herzustellen. Mit einer kurzfristigen Lösung wird gerechnet. Möglicherweise ist auch Ihr Paket betroffen.

Aktuell wird der Umzug der Webspace-Pakete geplant. Wir werden diese zukünftig selbst verwalten. Somit sollten sich die bisherigen Schwierigkeiten minimieren.

Der Umzug wird voraussichtlich in diesem Monat abgeschlossen sein.

Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

united-domains.de

Ich hoffe, dass diese Versprechungen eingehalten werden. Andernfalls werde ich mich rasch nach einem neuen Host umsehen, was diesmal auch nicht eine erneute Änderung der URL (Adresse) zur Folge hätte. Ich bitte bis dahin noch um etwas Geduld. Für Rückmeldungen bin ich weiterhin sehr dankbar.

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Hausmitteilung.

Gestern wurde dieses Blog von blogger.com zu WordPress verschoben, was die Interaktivität und den Komfort verbessern sollte. Die Seite ist damit zusammenhängend ab sofort nur noch unter der neuen Adresse http://www.brennerbasisdemokratie.eu zu erreichen.

  • Es ist ratsam, eventuell vorhandene Lesezeichen umgehend zu ersetzen oder zu aktualisieren.
  • Die mit dem Umzug verbundene Arbeit wird einige Tage in Anspruch nehmen. Bis dahin muss ich leider mehrmals die Kommentarfunktion deaktivieren, da andernfalls nicht gewährleistet ist, dass eingegebene Stellungnahmen erhalten bleiben.

Aktuell: Sämtliche Beiträge wurden der neuen Oberfläche bereits angepasst, es folgen die Kommentare, dann ist der Umzug zur Gänze und erfolgreich vollzogen. Die Kommentarfunktion wurde wieder freigeschaltet — Teilnahme erwünscht!

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puntCAT.

puntCAT.Eine Privatinitiative mit öffentlicher Unterstützung hat vor wenigen Monaten internationale Beachtung gefunden: Die Zulassung der Endung .cat für Internetadressen mit Katalonien-Bezug. Damit verzeichnen die Unabhängigkeitsbestrebungen des Landes erneut einen Erfolg. Zum ersten Mal überhaupt wurde nämlich ein Suffix an eine nicht souveräne Region vergeben, Zeichen dafür, dass sich Anstrengungen auch dann lohnen können, wenn das Ziel zunächst unerreichbar scheint.

Die Färöer-Inseln und Grönland, offiziell »gleichberechtigte Nationen« innerhalb des Königreichs Dänemark, haben ebenfalls eigene Suffixe, und zwar .fo und .gl.

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