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Kulturerbe Ladinisch.

Die ladinische Sprache soll von der UNESCO den Status eines immateriellen Weltkulturerbes erhalten. Dafür setzt sich ein 13köpfiges Komitee Lingaz Ladin – Bëgn imaterial UNESCO ein, dessen Mitglieder aus sämtlichen Sprachregionen des Dolomitenladinischen stammen und unter anderen den ladinischen Landesrat Südtirols, Florian Mussner (SVP), umfassen. Dieser war in Vergangenheit dadurch aufgefallen, dass er sich sowohl gegen eine gemeinsame Dachsprache, als auch gegen die territoriale Wiedervereinigung Ladiniens ausgesprochen hatte — laut Europäischer Charta für Regional- oder Minderheitensprachen eine wichtige Maßnahme zum Schutz gefährdeter Sprachen. Trotzdem birgt die gemeinsame Bewerbung die Chance, das Bewusstsein aller Ladinerinnen für ihre Sprache und die kulturelle Zusammengehörigkeit zu stärken. Gemeinsam mit dem Weltnaturerbe der Dolomiten, mit dem die ladinische Sprache eng verwoben ist, besteht außerdem die Hoffnung auf eine Aufwertung im Sinne der Authentizität und eines gestärkten Selbstbewusstseins, sodass der Sprache auch in der Öffentlichkeit eine neue Aufmerksamkeit zuteil wird. Dabei gilt es jedoch zu verhindern, dass die Anerkennung eine Musealisierung und Folklorisierung bewirkt und der Sprache  somit die heutige Lebendigkeit abhanden kommt.

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Naturerbe grenzenlos.

Heute macht das UNESCO-Weltnaturerbe der Dolomiten an der Staatsgrenze halt und schließt somit die Lienzer Dolomiten aus. Dass sich Natur und Landschaft nicht um politische Grenzen scheren — eine Binsenweisheit. Umso unverständlicher ist die heutige Eingrenzung des Naturerbes jedoch im Kontext der europäischen Einigung im Allgemeinen und der Euregio im Besonderen.

Wie nun der zuständige Landesrat, Elmar Pichler-Rolle (SVP), gegenüber schriftlich bestätigte, will er den Südtiroler Vorsitz in der Welterbe-Stiftung unter anderem nutzen, um die Erweiterung nach Osttirol ins Rollen zu bringen. Mit erbittertem Widerstand kurzfristig denkender einheimischer Touristiker wird er wohl rechnen müssen.

jedenfalls wünscht dem Landesrat viel Erfolg bei der Umsetzung seines Vorhabens!

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

Ecologia Grenze | Good News | Elmar Pichler Rolle | | Nord-/Osttirol Südtirol/o | EU Euregio SVP UNESCO | Deutsch

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Canigou? Canigó!

Canigó.

Im angeblich so minderheitenfeindlichen Frankreich tut sich Unverhofftes: Der Canigó, wichtigster und symbolträchtiger Berg des zu Frankreich gehörenden Teils von Katalonien, wurde neulich in den Rang eines staatlichen Naturerbes erhoben. Es handelt sich dabei um eine Auszeichnung, die mit dem Weltnaturerbe der UNESCO verglichen werden kann. Gleichzeitig wurde er vom französisierten — und touristisch weithin bekannten — Canigou in katalanisch Canigó zurückbenannt, da dies der historisch korrekte Name ist. Zu diesem Anlass hat der zuständige Generalrat des zu Frankreich gehörenden Teils Kataloniens die nebenstehende Informationskampagne gestartet.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/

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Alles erfunden.

Der italienische UNESCO-Vorsitzende Puglisi stellt sich in der Toponomastikfrage auf die Seite des Landeshauptmanns — allerdings mit einem sehr kuriosen Vergleich, wie im gestrigen Dolomiten-Kommentar aufgedeckt wurde:

Giovanni Puglisi, Italiens UNESCO-Präsident mag Vergleiche. Beim Festakt zur Ernennung der Dolomiten zum Weltnaturerbe ortete er Ähnlichkeiten zwischen Landeshauptmann Durnwalder und dem libyschen Revolutionsführer Gaddafi. Später kam er für seinen Ausrutscher im Palais Widmann zu Kreuze gekrochen. Wer jetzt denkt, Puglisi habe einen Riecher für Fettnäpfchen, der irrt. Unlängst ließ er nämlich den Landes-Luis gekonnt auflaufen, wie man in der Fußballersprache sagt. Bezüglich Toponomastik-Streit zog der pfiffige Präsident nämlich folgenden Vergleich: “Der Everest heißt auf der ganzen Welt Everest, ohne dass dessen Name in alle Sprachen der Welt übersetzt werden müsste.” Warum sollte es also in Südtirol anders sein. Durnwalder freute sich über Puglisis Aussagen — wohl zu früh. Mount Everest ist doch ein Paradebeispiel für Sprachimperialismus, wie ihn Tolomei betrieben hat. Es heißt sogar, George Everest, jener englische Ingenieur, nach dem der Berg 1865 benannt wurde, war genau aus diesem Grund mit der Namensgebung nie einverstanden. Auf nepalesischer Seite wird der höchste Berg der Welt Sagarmatha (“Stirn des Himmels”) genannt, während ihn die Tibeter als Chomolungma (“Mutter des Universums”) bezeichnen. Beides Beispiele dafür wie viel schöner angestammte als erfundene Namen sind.

Der Kilimandscharo wäre wohl ein besseres Beispiel gewesen, als der Everest. Trotzdem sieht man sich gezwungen zu begrüßen, dass nicht auch noch der UNESCO-Präsident einen Tolomei-Persilschein ausstellt — angesichts Puglisis bisheriger Aussagen wäre ich diesbezüglich keine Wette eingegangen.

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Tollerare l’intolleranza.

Ecco una selezione di alcune vere perle tra ciò che viene pubblicato sul forum dell’A. Adige, quotidiano «impegnatissimo» per la convivenza ed il rispetto reciproco. Il tema proposto sono i fischi riservati al presidente Durnwalder ad Auronzo di Cadore per aver pronunciato alcune parole in tedesco:

Forum Alto Adige.

Da notare anche le «stelle» distribuite dagli altri lettori.

Inoltre sarebbe interessante sapere se davvero Durnwalder è tornato all’italiano quando ha notato che la gente «non gradiva», come affermano alcune fonti. Sarebbe un insopportabile atto di sottomissione.

Faschismen Kohäsion+Inklusion Medien Plurilinguismo Politik | Medienkritik | Luis Durnwalder | AA | Südtirol/o | UNESCO | Italiano

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Durnwalder ausgepfiffen.

Gestern wurde den Dolomiten bei einem Staatsakt in Auronzo di Cadore (Venetien) der Titel »Weltnaturerbe« offiziell übertragen. Als er nach einer ersten Ansprache in italienischer Sprache auch einige Grußworte auf Deutsch und Ladinisch überbringen wollte, wurde der Südtiroler Landeshauptmann von lauten Pfiffen unterbrochen.

Nachtrag vom 27.08.09. Das darf doch wohl nicht wahr sein: In einem Interview mit dem Corriere dell’A. Adige rechtfertigt der italienische Unesco-Delegierte Giovanni Puglisi die Pfiffe auch noch und kritisiert, dass Durnwalder auf Deutsch gesprochen hat. Die Unverfrorenheit hat damit ein bisher ungekanntes Ausmaß erreicht.

Auszug aus dem Interview:

[…] qualcuno del pubblico ha fischiato il saluto in tedesco di Durnwalder…
Beh, li posso quasi capire.
Scusi?

Emotivamente, li posso capire, anche se ovviamente non giustificare.
In che senso?

Vada per il saluto in ladino, lingua tipica e da tutelare, ma il tedesco… Durnwalder mi ha ricordato Gheddafi [!!!!!!] che arriva in visita a Roma con sul petto le foto dei patrioti morti che hanno lottato per liberarsi dagli italiani.

Die deutsche Sprache ist also ein Affront. Das sagt ein Unesco-Delegierter, kein Ungebildeter. Vielleicht wäre endlich ein geharnischter, offizieller Protest gegen die sich ausbreitende Südtirolfeindlichkeit angebracht, die mittlerweile zum italienischen Grundkonsens geworden zu sein scheint.

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Arpejon naturala dla umanité.

Dolomites.

Ai 26 de jugn à la UNESCO nominé la Dolomites arpejon naturala dla umanité tla sentada de Sevilla. Am 26. Juni wurden die Dolomiten zum Weltnaturerbe der UNESCO ernannt. Il 26 giugno l’UNESCO ha nominato le Dolomiti patrimonio naturale dell’umanità.

Es gibt weltweit nur 176 UNESCO-Naturerbestätten, an einer davon hat jetzt auch Südtirol Anteil. Diese Auszeichnung, welche die besondere Schönheit und die Einzigartigkeit der Dolomiten unterstreicht, muss Auftrag sein, besonders behutsam damit umzugehen — und nicht, sie wirtschaftlich auszuschlachten.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

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Trentino: T9 auf Ladinisch.

Die Landesregierung des Trentino hat auf Vorschlag des Comprenjorie Ladin de Fascia einstimmig beschlossen, 28.000 Euro in die Entwicklung eines Kurzmitteilungs-Spracherkennungssystems (sog. T9) für die ladinische Variante jenes Tales zu investieren. Damit soll der alltägliche Gebrauch der Sprache gefördert werden. 76% der Fassaner gaben in einer Umfrage an, Ladinisch bereits jetzt beim Verfassen von SMS regelmäßig zu gebrauchen.

In Zusammenhang mit dieser Initiative verlautbart Mònica Sabata, Direktorin von Linguapax Europe, einer gemeinsamen Initiative von Unesco und Gencat, dass Sprachen, die den Sprung in neue Medien und Technologien verpassen, zum Aussterben prädestiniert sind.

Die Union Generela ist vom Trentiner Projekt begeistert und prüft die Möglichkeit, es auf alle Varianten des Ladinischen auszudehnen.

Siehe auch: 1/ 2/

Minderheitenschutz Plurilinguismo Tech&Com | Best Practices Good News | | | Ladinia Trentino | GENCAT UNESCO | Deutsch