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Pinzger will Sozialstaat schleifen.

HGV-Präsident Manfred Pinzger (SVP) sagt, das sogenannte italienische »Grundeinkommen« — das keines ist, sondern eher der in Südtirol schon lange existierenden Mindestsicherung entspricht — sei »zu überdenken, wenn nicht ganz abzuschaffen«. Weil die Touristikerinnen keine Saisonarbeitskräfte mehr finden.

Ultralinke Subversive wie Joe Biden würden vielleicht sagen: »Pay them more!«

Doch es ist einfach nur frech: Da feiern sich die Arbeit Gebenden jetzt so schön selbst, und dann wollen viele ihre tolle Arbeit gar nicht nehmen — weil die Konditionen nicht einmal mit einer Mindestsicherung konkurrieren können.

Was aber laut Pinzger sinngemäß an den »faulen Süditalienerinnen« liegt. Da sind Streichungen die einzige gerechte Lösung.

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Dugin, Rosmini und der Heilige Krieg.
Überfall auf die Ukraine

Im italienischen Privatfernsehen, genauer gesagt in der Sendung Fuori dal Coro von Silvio Berlusconis Rete 4, durfte gestern der russische Vordenker Alexander Dugin seine wahnsinnigen Thesen verbreiten und den Überfall auf die Ukraine rechtfertigen und verharmlosen.

Dabei bezeichnete der Neofaschist die westliche Zivilisation als »den Antichristen« und den von Putin begonnenen Angriffskrieg als letzte Schlacht, um dagegen anzukämpfen. Es sei kein Religionskrieg, sondern ein »Heiliger Krieg« der Religion gegen die Antireligion und den »modernen liberalen Satanismus«. Liberalismus und Demokratie seien »wertlos«, weil sie die heiligen Werte der Hierarchien, der Spiritualität, der religiösen Ordnung zerstörten. Russlands Vorgehen sei als eine Reaktion auf diese kulturelle Hegemonie zu verstehen.

Es gebe einen Kampf gegen die Normalisierung der Sünde, zum Beispiel der Homosexualität und der angeblich damit einhergehenden Zerstörung der Familien. Wer die Sünde verteidige, sei der Teufel.

Der Vormarsch des russischen Heeres in der Ukraine gehe nur deshalb so langsam vonstatten, weil penibelst darauf geachtet werde, keine zivilen Objekte zu treffen. Während die Russen natürlich nur militärische Ziele zerstören würden, seien allein die Ukrainer für die Zerstörung ziviler Infrastruktur und die Tötung von Zivilistinnen verantwortlich.

Wenn es zum Einsatz von Atomwaffen kommen werde, sei das einzig die Schuld der Vereinigten Staaten von Amerika. Ein direkter Eingriff der USA in die Kriegshandlungen wäre gleichbedeutend mit dem Beginn des Dritten Weltkriegs.

Überhaupt sei Europa heute nur noch eine Militärbasis der USA und könne ausschließlich von Russland und dem Orient gerettet werden. Die Erde sei in den Händen eines wahnsinnigen Kriegstreibers — und der heißt laut Dugin nicht Wladimir Putin, sondern Joe Biden.


Auf hatten wir 2019 aufgedeckt, dass Dugin auf Einladung des Rosmini-Instituts — in Zusammenarbeit mit der Uni Bozen, mit freundlicher Unterstützung von Region Südtirol-Trentino und Sparkassenstiftung sowie unter der Schirmherrschaft von Region, Land Südtirol und Stadt Bozen — hätte in Bozen referieren sollen. Schlussendlich kam es nicht dazu. Allerdings vertritt auch das Rosmini-Institut mit seinen dubiosen Mitgliedern, wenngleich auf weniger offensichtliche und aggressive Art und Weise, die Forderung nach einem religiösen Staat. Demnach war die Einladung von Dugin wohl kein Versehen, sondern mit den Zielen dieses Vereins völlig konform.

Noch heute prangen auf der Homepage des Instituts mit Sitz in Bozen die Logos der Region und der Sparkassenstiftung. »Mit freundlicher Unterstützung«.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

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Autorinnen und Gastbeiträge

Wir und der Rest.

Auch anderswo in den kleinen Ecken und abgelegenen Enden der Welt ringen indigene Völker und Minderheiten ums Überleben, um Anerkennung und Autonomie. Die Eurac stellt ab morgen im Filmclub in Bozen eine Filmreihe zum Thema vor. Anlass ist der 50. Geburtstag der Paket-Autonomie.

Den Auftakt macht Regisseurin Chloé Zhao mit The Rider. Die Geschichte des Lakota-Rodeo-Reiters Brady Blackburn vom Pine Ridge-Reservat im US-Bundesstaat South Dakota, der nach einem verhängnisvollen Sturz das Reiten aufgeben muss. Schauspieler Brady Jandreau spielt mit anderen Laiendarstellern vom Pine-Ridge-Reservat seine Lebensgeschichte. Zhao lernte den Lakota Jandreau 2014 beim Dreh ihres Debütfilms Songs My Brother Taught Me im Reservat kennen.

Als Gast mit dabei ist der Münchner Journalist Claus Biegert, seit den 1970er Jahren Chronist des indian country, Beirat der Gesellschaft für bedrohte Völker und Mitbegründer des World Uranium Hearings.

10. Februar 20 Uhr, Filmclub Bozen – The Rider, Gast ist Claus Biegert

In den USA appellieren Solidaritätskomitees an Präsident Biden, den seit fast einem halben Jahrhundert einsitzenden Leonard Peltier vom American Indian Movement zu begnadigen. Peltier zählte in den 1970er Jahren zu den führenden Köpfen der indianischen Bürgerrechtsbewegung. Bei einem Schusswechsel zwischen AIM-AktivistInnen und dem FBI im Pine-Ridge-Reservat wurden zwei FBI-Agenten getötet. Peltier wird als Mörder ausgemacht und zu zweimal lebenslänglich verurteilt. Der ehemalige ermittelnde Staatsanwalt wandte sich an Präsident Biden, Peltier aus der Haft zu entlassen. Er war nicht der Mörder, begründete der ehemalige Staatsanwalt seine Forderung.

Claus Biegert stellt den Fall Peltier vor, die manipulierten Prozesse gegen Peltier und die bisher ergebnislosen Versuche, eine Amnestierung zu erreichen.

Auf dem Blog Voices, dessen Herausgeber er ist, gestaltete Claus Biegert eine sechsteile Podcast-Serie über Leonard Peltier und über das American Indian Movement.

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US-Pass wird geschlechtsneutral.

Die von Präsident Joe Biden ernannte LGBTQI-Sondergesandte der Vereinigten Staaten, Jessica Stern, gab bekannt, dass die USA mit der Ausstellung geschlechtsneutraler Reisepässe begonnen haben. Neben den beiden Kürzeln M für männlich und F für weiblich wurde nun eine dritte Option (X) eingeführt, um Menschen mit nichtbinärer Geschlechtsidentität zu berücksichtigen.

Um diese Möglichkeit flächendeckend anbieten zu können, seien aber noch einige technische Schritte erforderlich, die bis Anfang 2022 abgeschlossen sein sollen. In jedem Fall, so Stern, handle es sich um einen historischen Schritt.

Wenn eine Person Ausweisdokumente erlangt, die deren wahre Identität reflektieren, lebt sie mit größerer Würde und Achtung.

— Jessica Stern, LGBTQI-Beauftragte

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

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