FAQ zur Immersion.

① What is the difference between a 90:10 and a 50:50 model?
The first number refers to the amount of instructional time initially spent for instruction in the target or non-English language in kindergarten. The second number refers to English. In a 90:10 model the amount of the target language decreases yearly as English increases until there is a 50:50 balance of the languages generally in grades four through six. A 50:50 model uses English and the target language for 50 percent of the time throughout the duration of the program.

② Why is it okay to immerse English speakers in a language, but not Spanish speakers?
The English speaker is not at risk of losing the English language. English is spoken at home, in the community, and in the media. Dual-language immersion programs are not replacing English with another language, but provide the students the opportunity to acquire a second language. Dual-language immersion programs are additive programs in that a second language is acquired while maintaining the first language of the students.

③ Can you implement a dual-language immersion program with a school population of 96 percent Spanish speakers?
No, the ideal ratio of English learners to English speakers is 50:50, but to stay within the program design, the recommendation of many practitioners is that the ratio should never go below 33 percent for either language group. A school may however, under certain circumstances, choose to select a developmental bilingual (maintenance) or heritage language model for developing bilingualism for this population.

④ Can you include English learners of a language other than Spanish in a Spanish/English dual-language immersion program?
English learners in a Spanish/English dual-language immersion program should be Spanish speakers. However, speakers of other languages who are proficient in either Spanish or English could be eligible for enrollment in the program.

⑤ Do English learners get enough English instruction in a 90:10 model?
English time must be carefully defined and implemented. High quality curriculum and instruction are essential. Research shows that when programs are fully implemented according to the program design, English learners in 90:10 models score as well as or better than their peers in other programs in English tests. (Lindholm-Leary, (2001) Dual Language Education, Multilingual Matters LTD)

Auszug aus den FAQ des California Department of Education zur mehrsprachigen Schule (Englisch/Spanisch) – Nummerierung:

Natürlich ist die Situation in Kalifornien nicht 1:1 mit jener in Südtirol zu vergleichen. Trotzdem beinhalten diese Antworten einige interessante Indizien und Erkenntnisse:

  • Es ist vom Risiko des Sprachverlusts die Rede (Frage ②), weshalb es nicht dasselbe sei, englischsprachige Schülerinnen in die spanische und spanische Schüler in die englische Sprache zu tauchen.
    Ergo: Mehr- und Minderheitensprachen können nicht gleich behandelt werden, wenn wir sie gleichstellen und vor dem Verlust bewahren wollen.
  • Der sprachliche Kontext (z.B. Amtssprachen, Medien, Gesellschaft…) ist für eine mehrsprachige Schule von enormer Relevanz (Frage ②).
  • Es gibt unterschiedliche (symmetrische und asymmetrische) Immersionsmodelle, die je nach Schulstufe variieren können (Frage ①). Anders etwa als in Katalonien (wo die Minderheitensprache konsequent höher gewichtet wird), gibt es in Südtirol keine Auseinandersetzung mit diesem fundamentalen Aspekt. Der aktuell debattierte Gesetzentwurf der Grünen sieht starre Symmetrie vor.
  • Laut Frage ⑤ kann auch eine 90:10-Asymmetrie ausreichen, um eine andere Sprache gut zu lernen.
  • Das ideale Verhältnis von Sprecherinnen der einen und der anderen Sprache in einem mehrsprachigen Immersionsschulmodell liegt allerdings bei 50:50 und sollte laut vorliegender Empfehlung niemals unter 33:66 sinken (Frage ③). Das von den Grünen vorgeschlagene Modell sieht Klassen an deutschen und italienischen Schulen vor, ohne Quoten auch nur anzudenken. In vielen Gemeinden Südtirols wären die Klassen vermutlich — auf die Erstsprache der Kinder bezogen — (fast) einsprachig.
  • Kinder, die nicht entweder Deutsch oder Italienisch auf ausreichendem Niveau sprechen, wären (den vorliegenden Empfehlungen folgend) nicht für den paritätischen Immersionsunterricht geeignet (Frage ④). Auch diesem äußerst heiklen Thema wird mit dem Gesetzentwurf der Grünen nicht Rechnung getragen.

Siehe auch:

Minderheitenschutz Plurilinguismo Politik Recherche Scola Wissenschaft | CLIL/Immersion Zitać | | | Südtirol/o USA | Vërc | Deutsch English

Schule: Die Delegitimierung der Gegnerinnen.

Die Forderung der Grünen nach einer mehrsprachigen Schule (bzw. nach paritätischen Schulklassen) schlägt — wie bei einem so heiklen Thema nicht anders zu erwarten — hohe Wellen. Cristian Kollmann von der STF schreibt etwa folgenden Schmårrn Folgendes:

Die Kritik der Süd-Tiroler Freiheit an der Forderung der Grünen nach einer mehrsprachigen Schule in Südtirol reißt nicht ab.

Cristian Kollmann, selbst Sprachwissenschaftler, ortet bei den Grünen aufgrund ihres neuerlichen Vorstoßes „ideologisch motivierten Fanatismus, der darauf abzielt, Minderheitensprachen im fremdnationalen Staat Italien an den Rand zu drängen und damit den Minderheitenschutz obsolet zu machen.“

Für Kollmann ist klar: Die von den Verdi-Grünen-Vërc beschworene Freiwilligkeit des Besuchs von mehrsprachigen Schulen ist lediglich ein pseudowissenschaftlicher Deckmantel. Worum es den Grünen langfristig geht, ist die Etablierung und gesetzliche Festschreibung einer vierten – gemischtsprachigen – Sprachgruppe in Südtirol, die in Zukunft das Idealbild des Südtiroler Bürgers repräsentieren soll: mehrsprachig-altoatesinisch, unter klarer Vorherrschaft der Italianität. Auf Schüler, die nur rein deutsche Schulen werden besuchen wollen, soll unterschwellig Druck ausgeübt werden, indem man versucht ihnen einzureden, dass einsprachige Schulen nicht mehr zeitgemäß seien.

Der Hang der Grünen zum Mehrsprachigkeitsimperialismus und muttersprachlichen Raubbau wird regelrecht pathologisch und nimmt fast schon sektenartige Züge an. Der Südtiroler Autonomie wollen die Grünen ausgerechnet das Herz, das ist die muttersprachliche Schule, herausreißen. Davor muss eindringlich gewarnt werden!

Cristian Kollmann
Süd-Tiroler Freiheit

Eigentlich müsste man diesen Schwachsinn nur wiedergeben, um den Autor zu disqualifizieren — er tut es also ganz von selbst. Im Zusammenspiel mit der parallel dazu veröffentlichten Grafik, eine hässliche und furchteinflößende grüne Hand, die nach dem Herzen der Südtirolautonomie (»Deutsche Schule«) greift, müssen sich viele aufgeklärte Menschen schon fast reflexhaft dazu verleitet fühlen, der Forderung der Grünen zuzustimmen. Quasi aus Solidarität. Das sind nämlich Stilmittel, die an dunkle Zeiten erinnern (Stichwort: Entmenschlichung der Gegnerinnen) und mit einer demokratischen Auseinandersetzung nicht mehr viel gemein haben.

Wir von setzen uns beharrlich dafür ein, dass — im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung — alle politischen Themen (Stichwort: Selbstbestimmung) ergebnisoffen diskutiert werden können und dürfen. Alle heißt alle und darf bestimmt nicht vor den Säulen der Autonomie haltmachen.

Siehe auch:

Democrazia Minderheitenschutz Plurilinguismo Politik Recht Scola Selbstbestimmung Service Public Vorzeigeautonomie | CLIL/Immersion Zitać | Cristian Kollmann | | Südtirol/o | STF Vërc | Deutsch

Mehrsprachige Schule, Wunsch vs. Gesetzentwurf.

Ich komme nochmal auf den grünen Gesetzentwurf (Nr. 2/18) zur sogenannten mehrsprachigen Schule* zurück, weil ich mir nun den Wortlaut angesehen habe. In ihrer einschlägigen Pressemitteilung schreiben die Grünen:

Der Fachunterricht erfolgt in einer der beiden Landessprachen Deutsch bzw. Italienisch. Um einen ausreichenden Fachwortschatz zu garantieren, wird die Sprache im Laufe der Schulkarriere gewechselt. Wann und wie oft dieser Wechsel stattfindet, wird von den autonomen Schulen festgelegt.

— Pressemitteilung

Wiewohl ich die Einrichtung paritätischer Schulen oder Klassen in Südtirol aus Gründen nicht befürworte, ist das mit dem Fachwortschatz ja grundsätzlich eine gute Idee.

Schade, dass davon im Gesetz gar nix steht. Dort findet sich nur dieser Satz:

Die Schulen legen fest, wie der Wechsel der Fachsprachen nach Schulstufen bzw. innerhalb derselben geregelt wird.

— Gesetzentwurf

Weder steht ausdrücklich drin, dass der Sprachwechsel stattfinden, noch, dass er alle Fächer betreffen muss. Und das Ziel, dass Schulabgängerinnen einen ausreichenden Fachwortschatz in beiden Sprachen erwerben sollen (»garantieren«!), wird leider auch nicht definiert.

Ferner steht in der Pressemitteilung:

Die Einschreibung in zweisprachige Abteilungen basiert auf Freiwilligkeit und ersetzt nicht das bestehende Kindergarten- und Schulangebot. Dieses ist in jedem Fall gesichert.

— Pressemitteilung

In jedem Fall gesichert? Das finde ich schwierig. Was passiert, wenn in einer Schul(stuf)e nur noch ein, zwei oder fünf Kinder das klassische Angebot wahrnehmen wollen? Aus dem Gesetzentwurf geht es nicht klar hervor:

Eine mehrsprachige Klasse wird dann errichtet [sic], wenn die Anzahl der Schülerinnen und Schüler pro Jahrgang an dieser Schulstelle für die Errichtung [sic] von Parallelklassen ausreicht und mindestens 15 Einschreibungen für diese Klasse vorliegen.

— Gesetzentwurf

Wie ist das zu verstehen? Es muss mindestens zwei Klassen derselben Schulstufe geben, wovon aber eine in jedem Fall nach heutigem, nicht-paritätischem Modell unterrichtet werden muss? Was ist, wenn bei 30 Schülerinnen 28 in die paritätische Klasse eingeschrieben werden? Werden dann einige dieser 28 auf ihren Wunsch verzichten müssen? Nach welchen Kriterien? Oder werden die zwei (mehr oder minder subtil) unter Druck gesetzt, damit sie einlenken?

Die Einschreibung in Klassen, in denen der Unterricht nach dem muttersprachlichen Prinzip laut Art. 19 des Autonomiestatuts erteilt wird, muss an jedem Schulstandort in jedem Fall gewährleistet bleiben.

— Gesetzentwurf

Die Einschreibung muss gewährleistet bleiben? Oder auch die Klassen als solche? Das ist ein ziemlich großer Unterschied. Zudem ist beispielsweise unklar, ob sich dieser Passus auf alle Kinder bezieht — oder nur auf die, die eine paritätische Klasse besuchen möchten (falls diese Klasse also nicht zustande kommt).

Ich hätte da zwar noch ein paar weitere Zweifel, aber das hier sind die wichtigsten. Also höre ich auf. In jedem Fall vermisse ich die Sorgfalt, die in einem so zentralen Bereich der Autonomie unbedingt notwendig wäre, wenn überhaupt ein so massiver Eingriff vorgenommen werden soll.

Siehe auch:

*) Die Bezeichnung ist eigentlich irreführend, weil sie suggeriert, dass wir heute einsprachige Schulen haben — was aber nicht stimmt.

Faktencheck Minderheitenschutz Plurilinguismo Politik Scola Service Public | CLIL/Immersion Zitać | | | Südtirol/o | Vërc | Deutsch

Gesetzentwurf 2/18: Mehrsprachige Schule.
Sonderbare Argumente

Die Grünen haben ihren Gesetzentwurf zur mehrsprachigen (ehemals: mehrsprachlichen) Schule überarbeitet und neu im Landtag eingereicht, wo er dieser Tage behandelt wird. Wie ich lese, berufen sie sich mit ihrem Wunsch ausdrücklich auf Artikel 3 des Rahmenabkommens zum Schutz nationaler Minderheiten (Europarat, 1995), der da lautet:

Jede Person, die einer nationalen Minderheit angehört, hat das Recht, frei zu entscheiden, ob sie als solche behandelt werden möchte oder nicht; aus dieser Entscheidung oder der Ausübung der mit dieser Entscheidung verbundenen Rechte dürfen ihr keine Nachteile erwachsen.

Diese Bezugnahme ist gleich aus mehreren Gründen ein No Go:

  • Das Rahmenabkommen ist (im Gegensatz zur Charta) für seine Schwäche und für unverbindliche Formulierungen bekannt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es so gestaltet wurde, dass es den nationalen Mehrheiten möglichst wenig weh tut — damit es im Gegenzug von möglichst vielen Staaten unterzeichnet und ratifiziert wird. Es in Südtirol als Maßstab für irgendwas zu sehen, ist absurd.
  • Umso absurder, ja geradezu peinlich ist es, dass eine Partei in Südtirol sich aus einem Abkommen zum Schutz von Minderheiten ausschließlich jenen Passus herauspickt, der die Nichtdiskriminierung jener sichert, die bewusst nicht zur Minderheit gezählt werden wollen. Ein Passus, der zudem mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so formuliert wurde, um den Nationalstaaten entgegenzukommen. Es ist, als würde man aus einem Gesetz zur Gleichstellung sexueller Minderheiten nur das herausfischen, was die Heteronormativität stärkt.
  • Haben die Südtiroler Grünen dieses Abkommen jemals zitiert, um mehr Minderheitenschutz zu fordern? Haben sie jemals gefordert, Italien möge die viel weiter reichende Charta ratifizieren? Mir wäre das nicht bekannt.
  • Selbst wenn man über den äußerst schlechten politischen Stil hinwegsieht, dass hier ein Minderheitenschutzabkommen für sein Gegenteil missbraucht wird, wird nur schwer argumentierbar sein, dass die Abwesenheit gemischter Schulen oder Klassen eine faktische Benachteiligung derer darstellt, die nicht zur Minderheit gezählt werden wollen. Dass etwas nicht umgesetzt wird, was ich mir wünsche, ist in einer Demokratie noch lange keine Diskriminierung.
  • Und nicht zuletzt: Wo bleiben die Grünen, wenn etwa der Staat die Ordnungskräfte schickt um einseitig (!) zu Lasten der Minderheit Einsprachigkeit auszumerzen, während er dies umgekehrt nicht tut? Da wo es handfeste Diskriminierungen gibt, hört man von den Grünen leider viel zu wenig. So ist auch der Einsatz für mehrsprachige Schulen und Mehrsprachigkeit im allgemeinen unglaubwürdig.

Siehe auch:

Democrazia Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Politik Polizei Recht Scola Service Public | CLIL/Immersion Zitać | | Salto | Südtirol/o | Europarat Vërc | Deutsch

Secessione, cittadinanza, scuola unica.
Quotation 513

Sì, l’annessione del Sudtirolo è stata un errore, non c’è il minimo dubbio. […] Cent’anni fa la politica italiana era vittima dell’idea dello spartiacque come divisione e frontiera tra nazioni. Nella storia delle Alpi lo spartiacque non era mai stato un confine. […] Sicuramente l’Italia nel 1918 aveva occupato una terra che non le spettava. […] L’Italia non ha saputo relazionarsi in modo rispettoso con i suoi nuovi cittadini – né a Gorizia e Trieste né in Sudtirolo.

Guardi che io non ho paura dei secessionisti. L’importante è che l’Europa stia in piedi. Anziché parlare di nuove secessioni dovremmo ritornare alla grande voglia di Europa di 40 anni fa. Lasciamo i confini così come sono adesso. Un buon confine con la sua ritualità è antidoto ai muri. Per quanto riguarda il doppio passaporto vorrei calmare gli animi: noi abbiamo gli istriani che hanno il passaporto italiano. L’Italia non ha nulla da ridire su questo campo. Non capisco lo scandalo. Non cambia nulla. Il doppio passaporto non toglie nulla agli altri.

Io sono dell’idea che sia importante non demonizzare il suolo. Questo è stato un errore madornale della Sinistra. Per me Heimat non è il sangue, è solo il suolo! È il dolce canto dei ruscelli, è il vento che accarezza la montagna, è il profumo delle mele, è la vigna, il mare. […] L’integrazione riesce se diciamo alle persone che vengono da noi che devono diventare garanti rispettosi della terra che li accoglie. La cittadinanza viene conferita a chi coltiva e ama un luogo. Il sangue non ha alcuna importanza. Questa è la mia visione.

Non so se la panacea sia l’introduzione di una scuola bilingue. Sono dell’avviso che le scuole altoatesine debbano avere dei grandi momenti in comune, ma che debbano comunque restare separate. Questo è importante per coltivare e tutelare la lingua e cultura di tutti, italiani, tedeschi e ladini. È come in un matrimonio: la simbiosi è una formidabile illusione. Non esiste che il marito si identifichi nella moglie e la moglie nel marito. No, ognuno coltiva il suo giardino, ma c’è uno spazio comune dove ci si incontra. Qual è la mia frontiera? La mia pelle – sento quello che mi sta vicino. Il fatto di essere diversi aumenta l’interesse reciproco. Quando incominciamo a somigliarci tutti l’un l’altro diventiamo un brodo comune immangiabile.

dall’intervista — pubblicata integralmente su Salto.bz — con Paolo Rumiz, scrittore e giornalista, apparsa nel volume ‘18/18 Alto Adige – Südtirol 1918-2018’, edito da ‘La Fabbrica del Tempo – Die Zeitfabrik’, a cura di Patrick Rina, Ulrike Kindl e Tiziano Rosani

Vedi anche:

Geschichte Grenze Kohäsion+Inklusion Kunst+Cultura Medien Migraziun Minderheitenschutz Politik Publikationen Scola Selbstbestimmung | CLIL/Immersion Doppia Cittadinanza Zitać | | Salto | Friaul-Friûl Südtirol/o | EU | Italiano

La soluzione non è il modello ladino.
Quotation 509

Negli ultimi anni la scuola italiana [in Sudtirolo] ha fatto enormi progressi. L’immersione, gli scambi, gli aumenti di ore di lezione. Una situazione non paragonabile col passato. Ma, lo dico con sincerità, la soluzione non è il “modello ladino”. Non ora.

Il nostro modello rispecchia la necessità di una intera popolazione. Come ho detto, un ladino non si basta perché la sua è una lingua minoritaria. È naturalmente portato a conoscere i codici degli altri, della maggioranza. Anche per vivere.

dall’intervista col filologo ladino Paul Videsott apparsa oggi sul quotidiano ‘A. Adige’. Videsott è decano della facoltà di scienze formative della LUB ed è stato insignito del ‘Premio scientifico’ 2018 del Sudtirolo.

Vedi anche:

Bildung Medien Plurilinguismo Scola Wissenschaft | CLIL/Immersion Zitać | Paul Videsott | AA | Ladinia Südtirol/o | Freie Universität Bozen | Italiano

Der neue Landtag nach Themen.

Nach der Landtagswahl vom 21-O habe ich mir — in Erwartung einer Regierungsbildung — angesehen, wie viele Mandate die Parteien und Listen (nach vorläufigem amtlichen Endergebnis) nach Themen aufgeschlüsselt errungen haben.

Anders ausgedrückt: Wie viele Abgeordnete stellen Parteien, die laut eigenen Angaben ein bestimmtes Anliegen unterstützen?

Als Vorlage hat mir auch diesmal (auszugsweise) der Fragenkatalog gedient, den der Jugendring den Wahlberbenden fürs Wahllokal vorgelegt hat.

Der Vergleich mit 2013 zeigt, wie viele Abgeordnete die jeweiligen Parteien und Listen bei der letzten Landtagswahl errungen hatten*.

Zum Ergebnis: Es ist zu erkennen, dass die Aufwertung der Landeshauptstadt im neuen Landtag die meisten Unterstützerinnen (31) hat, die Abhaltung eines Selbstbestimmungsreferendums, das BGE und der Flughafenausbau hingegen am wenigsten.

Zumindest auf dem Papier eine Mehrheit hätten neben der Aufwertung von Bozen auch die Möglichkeit, Problemwölfe und -bären zu erlegen, die Schaffung einer eigenen Region Südtirol, die Schaffung einer Landespolizei und die doppelte Staatsbürgerschaft.

Die Parteien und Listen, die die Beibehaltung der flächendeckenden Zweinamigkeit, die Einführung der mehrsprachichen Schule und die Senkung der Politikerinnengehälter wünschen, stellen heute doppelt soviele Abgeordnete, wie bis vor wenigen Tagen — auch wenn diese Positionen im Landesparlament (noch) nicht mehrheitsfähig zu sein scheinen.

Parteien, die den Tourismus einschränken wollen, haben die Anzahl ihrer Abgeordneten mehr als vervierfacht; solche, die eine darauf ausgerichtete Politik unterstützen, dass Nicht-EU-Bürgerinnen möglichst bald das Land verlassen, sind von acht auf sechs Mandatarinnen geschrumpft.

Von zehn auf vier Sitze zusammengeschrumpft sind wie bereits angedeutet jene Parteien, die eine Abstimmung über die Loslösung Südtirols von Italien wollen.

Für die genauen Fragestellungen und für die detaillierten Antworten: siehe Fragenkatalog des ‘Jugendrings’.

*) Elena Artioli habe ich nach bestem Wissen und Gewissen den jeweiligen Positionen zugewiesen. Das war ein kleiner, aber nötiger Handgriff, um die Vergleichbarkeit mit 2013 zu retten, wenngleich das Ergebnis dadurch leicht verfälscht sein könnte.

Democrazia Ecologia Medien Migraziun Minderheitenschutz Mitbestimmung Mobilität Nationalismus Ortsnamen Politik Polizei Selbstbestimmung Transparenz Umfrage+Statistik Wirtschaft+Finanzen Zuständigkeiten | CLIL/Immersion Doppia Cittadinanza Landtagswahl 2018 Sprachgruppenproporz | | | Südtirol/o | 5SB/M5S BürgerUnion Freiheitliche Lega PD&Co. PDL&Co. Region Südtirol-Trentino STF Südtiroler Landtag SVP Team K. Vërc | Deutsch

‘Wahllokal’: Mehrsprachige Schule.

Ich setze hiermit meine Beschäftigung mit der Positionierung der wahlwerbenden Parteien und Listen in Hinblick auf die baldige Landtagswahl fort, wie sie aus dem Wahllokal des Jugendrings hervorgeht.

Bezüglich der Frage, ob in Südtirol neben den drei bestehenden Schulmodellen zusätzlich mehrsprachige Schulen eingeführt werden sollen, signalisieren neun Kandidaturen eine zustimmende und vier Kandidaturen eine ablehnende Haltung.

Wobei mir unklar ist, warum hier drei Schulmodelle erwähnt werden, nachdem das ladinische bereits paritätisch gestaltet ist und eine Erhaltung neben einer neuen, zusätzlichen mehrsprachigen Schule wohl kaum Sinn ergäbe.

Abgelehnt wird das »vierte Schulmodell« von der STF, den Freiheitlichen und der SVP (»sehr wichtig«) sowie von der BürgerUnion (»wichtig«). In der zu Ende gehenden Legislaturperiode stellten diese Parteien 27 von 35 Mandatarinnen.

Im Sinne der Mehrsprachigkeit als »Wettbewerbsvorteil« befürwortet das Team Köllensperger (TK) ein zusätzliches Schulmodell (»sehr wichtig«), von dem man sich auch eine Entlastung der deutschen Schulen und Kindergärten verspricht.

Ebenfalls dafür (»sehr wichtig«) sprechen sich — ohne nähere Kommentare — Grüne, PD und die Vereinte Linke aus.

Lega Nord und Fünfsternebewegung (5SB) beziehen sich bewusst auf das ladinische Schulmodell als Vorbild, wobei der 5SB ein paritätisches Schulmodell in englischer, italienischer und deutscher Sprache vorschwebt. Beiden ist dieses Ziel genauso wie Noi A. A. Südtirol »sehr wichtig«.

Ohne weiteren Kommentar (»wichtig«) ist auch Forza Italia dafür.

Zum Thema: Die -Position zur mehrsprachigen Schule kann unter anderem hier nachgelesen werden.

Siehe auch: |

Bildung Democrazia Minderheitenschutz Plurilinguismo Politik Scola Umfrage+Statistik | CLIL/Immersion Landtagswahl 2018 | | | Südtirol/o | 5SB/M5S BürgerUnion Freiheitliche Lega PD&Co. PDL&Co. STF SVP Team K. Vërc | Deutsch