Die Trikolorisierung von fast allem.

Am Freitag ist diese Zuschrift im A. Adige erschienen:

Un costume altoatesino con il tricolore

Sono una turista romana. Amo il vostro costume e le vostre usanze e le rispetto. Quando trascorro le mie vacanze in Alto Adige (San Candido) mi piace indossare l’abito tradizionale. Ne ho più d’uno. Non disdegnerei di indossarne uno tricolore… anzi unirebbe le cose che amo. L’Italia e l’Alto Adige che ne fa parte con la sua gente amabilissima, la sua natura e i paesaggi.
Viviana Giacò

Jemand sollte diesen genialen Vorschlag dringendst an Herrn Gutweniger weiterleiten. Für Olympia!

Siehe auch:

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Blaue gegen Benachteiligung von Zugewanderten?
Quotation 542

Die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair fordert eine Anpassung der Kriterien beim Familiengeld, um einen gerechteren Verteilungsschlüssel zu etablieren und die Übervorteilung der Nicht-EU-Bürger einzudämmen.

Das Familiengeld bedarf einer Reform, welche die Übervorteilung der Nicht-EU-Bürger ausschließt.

aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung der Freiheitlichen

Haben sich die politischen Prioritäten von Ulli Mair über Ostern radikal verändert? Oder hat sie einfach nur Probleme mit der deutschen Sprache (übervorteilen ≠ übermäßig bevorteilen)?

Migraziun Politik Satire Soziales und Arbeit Sprachpfusch | Zitać | Ulli Mair | | Südtirol/o | Freiheitliche | Deutsch

All humour is critical.
Quotation 530

The idea that you have to be protected from any kind of uncomfortable emotion is one I absolutely do not subscribe to. […] If people cannot control their own emotions then they have to start trying to control other people’s behaviour.

John Cleese, Gründungsmitglied von Monty Python

Zwei Vorfälle bei deutschen Karnevalssitzungen erhitzten unlängst die Gemüter. Zunächst war es ein Redner, der sich über Annegret Kramp-Karrenbauers Doppelnamen lustig machte, was eine Frau dazu bewog, den Redner auf offener Bühne wegen Frauenfeindlichkeit zur Rede zu stellen. Und dann war es die neue CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer selbst, die in einer Büttenrede mit einem Witz über das dritte Geschlecht für Empörung sorgte.

Es sei festgehalten, dass beides grottenschlechte Witze waren, was eigentlich ja wiederum karnevalstypisch ist. Zum einen aber finde ich, dass es auch ein Recht gibt, niveaulose Witze zu machen. Und zum anderen bin ich der Überzeugung, dass Humor und die Maßgabe einer strikten Political Correctness nicht kompatibel sind. Humor lebt von Stereotypen und vom Bruch der Erwartungshaltung. Oder wie John Cleese es ausdrückt: “All humour is critical”. Es gibt keine Witze, die nicht auf Kosten von irgendjemandem gehen.

Und wenn ich mich zwischen den zwei menschlichen Errungenschaften Humor und Political Correctness entscheiden müsste, dann würde ich im Zweifel immer den Humor als Ausdruck geistiger Schaffenskraft wählen. Man stelle sich nur vor, wie ein Film wie “Life of Brian” aussehen würde, würde man alle politisch unkorrekten Witze über Minderheiten oder Menschen mit Behinderungen bzw. besonderen Neigungen streichen. Es wäre eine traurige und intellektuell trostlose Welt.

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Online-Anmeldung zur Oberschule.
Ein wenig Spaß muss sein

Nach der Grundschulanmeldung wurde nun auch die Einschreibung in die erste Klasse der Südtiroler Oberschulen digitalisiert. Was schon nach einem kurzen Blick ins Netz auffällt: Es wurde auch diesmal wieder mit größter Sorgfalt gearbeitet.

Ich habe hier einmal die Liste der »Gemeinden des Geburtsortes« herausgegriffen, um auf ein paar kleinere Tücken aufmerksam zu machen:

  • Die Gemeinden Afers, Ahornach, Albeins, Allitz, Antholz, Aufhofen und einige mehr dürften noch nicht allen Eltern geläufig sein, hier ist also etwas Aufmerksamkeit gefragt.
  • Bitte verwechseln Sie niemals Brenner mit Brenner, Dietenheim mit Dietenheim und Ehrenburg mit Ehrenburg.
  • Die Gemeinden Colfuschg und Favogna di Sotto sollten mit Calfosch/Kolfuschg und Unterfennberg nicht durcheinandergebracht werden.

  • Ebenso sind natürlich die Gemeindepaare Getzenberg/Getzenberg, Goeflan/Goeflan, Goldrain/Goldrain, Gratsch/Gratsch und Graun/Graun auseinanderzuhalten.
  • Margreid ist nicht Margreid An Der Weinstrasse oder gar Margreid an der Weinstraße. Doch wer weiß das nicht?
  • Etwas tückischer wird es bei Mittewald und Mittewald am Eisa[c]k. Seien Sie vorsichtig.

    • Vorsicht ist auch bei Schalder[s]/Schalders und bei Wolkenstein/Wolkenstein (keinesfalls mit Wolkenstein in Gröden zu verwechseln) geboten.
    • Vahlen ist nicht mit Wahlen, Vezzan nicht mit Vetzan zu verwechseln.
    • Doch insgesamt — und das ist beruhigend — sind alle 320 Gemeinden Südtirols in der Liste.

Siehe auch:

Ortsnamen Satire Scola Service Public Sprachpfusch Tech&Com | | | | Südtirol/o | Land Südtirol | Deutsch

Kruzifix! Trentiner Krippenpflicht.

Endlich sind vielerorts Parteien an der Macht, die sich um die wahren Probleme der Menschen kümmern. Denn während vielen Mitbürgerinnen am Ende des Geldes zu viel Monat übrig bleibt, hatten sich die Altparteien stets um irgendwelche lebensfremden Luxusprobleme gekümmert.

Maurizio Fugatti (Lega), seines Zeichens neuer Trentiner Landeshauptmann, hat nun endlich angekündigt, neben einem Kruzifixerlass für Klassenräume auch die seit langem sehnlichst erwartete Krippenpflicht einführen zu wollen.

Damit ist nicht der pflichtmäßige Besuch einer Kinderkrippe gemeint, sondern natürlich die zwingende Errichtung einer Weihnachtskrippe in jeder Schule.

Das Nähere — Ochs- und Esel-, Marien- und Josefspflicht, Erscheinungsfristen für Jesukind, Morgenstern und Holy Kings*, mögliches Kamelverbot — wird hoffentlich schon bald ein Rundschreiben der Schullandesrätin regeln.

Siehe auch:

*) von denen mindestens einer mit problematischem Pigmentanteil

Politik Religiun Satire | | | | | Euregio Lega |

Einheimische Beete zuerst.

Mit 34 Stimmen gegen 32 bei einer Enthaltung hat der Regionalrat der Lombardei gestern einen Antrag der Lega gegen den Einsatz von Asylwerbenden zur Pflege öffentlicher Grünanlagen genehmigt. Ihr wichtiges Ansinnen verpackten die Einbringenden und deren Unterstützerinnen von Forza Italia und Fratelli d’Italia als Maßnahme zum Schutz der — natürlich einheimischen — Gärtnereibetriebe. Kommunen, die Asylwerbenden einen Rechen zur Hand geben, sollen künftig finanziell benachteiligt werden. Autochtonen Arbeitslosen sei Vorrang zu gewähren.

Die Hoffnung ist groß, dass es derart weitsichtige Politik demnächst auch in Südtirol in die Regierung schafft.

Siehe auch:

Ecologia Migraziun Politik Racism Satire Service Public Wirtschaft+Finanzen | | | | Lombardia | Lega PDL&Co. | Deutsch