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CAI hat Eigenkreation Adesc Alt aufgegeben.

Vor bald zehn Jahren hatte ich den Bergrettungsdienst des CAI kritisiert, weil er im Ladinischen statt Südtirol/Sudtirol oder Tirol dl Sud konsequent die — laut Istitut Ladin Micurà de Rü — »sprachwissenschaftlich nicht akzeptable« Neuerfindung Adesc Alt verwendete.

Inzwischen scheint der CAI zwar noch immer nicht von A. Adige Abstand genommen zu haben, Adesc Alt ist aber aus dem Logo und vom Internetauftritt seiner Bergrettung verschwunden. Auf den Webseiten in ladinischer Sprache wird nun die Landesbezeichnung Südtirol verwendet.

Übrigens: Die Homepage des Bergrettungsdiensts (BRD) im AVS gibt es zwar auf Deutsch, Italienisch, Französisch und Englisch — nicht aber auf Ladinisch. Im Italienischen werden dort — einschließlich der Landesbezeichnung — konsequent die tolomeischen Erfindungen benutzt. Nix mit Sudtirolo. Dabei war der AVS doch Teil der Arbeitsgruppe für [die] Ortsnamensregelung.

Und während der CAI die URL bergrettung.org nutzt, ist es beim AVS bergrettung.it.

Siehe auch:
Minderheitenschutz Ortsnamen Plurilinguismo Tech&Com | Good News | Ettore Tolomei | | Ladinia Südtirol/o | AVS CAI | Deutsch

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Die »einsprachige« Zsigmondy.

Neulich waren wir bei der Zsigmondyhütte in den Sextner Dolomiten, die 1999 mit anderen im Faschismus vom Staat geraubten Schutzhütten in den Besitz des Landes Südtirol übergegangen war. Sie wurde noch bis 2010 vom CAI geführt, seit 2015 steht sie unter der Verwaltung einer paritätischen Kommission aus Land, AVS und CAI.

Nach wie vor prangt das Wappen des CAI (Sektion Padua) auf der Fassade. Was ich jedoch erstaunlicher finde, ist die einsprachige Beschriftung als »Rifugio«. Während für »Hütte« offenbar kein Platz war, musste unbedingt der Name des Bergsteigers und faschistischen Amtsbürgermeisters von Sëlva, Emilio Comici, dazugepappt werden.

Ich frage mich auch, auf welche Zeit die Beschriftung zurückgeht. Auf die Führung durch den CAI vielleicht? Das kann eigentlich nicht sein, so sensibel und… ähm… vorbildlich der Verein doch beim Thema Zweisprachigkeit (und Zweinamigkeit) ist. Oder wurde die Hüttenbezeichnung nach 2010 neu aufgemalt, als sie längst in Landesbesitz war und auch der AVS schon mit im Boot saß? Erstaunlich ist es allemal!

Wie dem auch sei: Im Notfall müssen Deutschsprachige schon mit Italienisch oder Englisch Vorlieb nehmen. Obwohl laut CAI im Gegenzug ein deutsch klingender Ortsname nicht zumutbar wäre. Zweierlei Maß, wie gehabt.

P.S.: Aber — dem aktuell so beliebten Motto (»lieber eine einsprachige Ärztin, als gar keine!«) folgend — natürlich lieber eine einsprachig beschriftete Schutzhütte, als gar keine!

Siehe auch:
Discriminaziun Faschismen Nationalismus Ortsnamen Plurilinguismo Tourismus | Bilinguismo negato Italianizzazione | | | Südtirol/o | AVS CAI Land Südtirol | Deutsch

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Toponimi, colpa dell’SVP?

In seguito alla provocazione, insulsa, degli Schützen sulla toponomastica storicamente stratificata — ma mai più ufficializzata dopo il 1922 — qua e là si torna a leggere: colpa dell‘SVP, che non ha mai fatto nulla per centrare l’obiettivo. Ora posso anche capire che certi riflessi siano difficili da eradicare, ma se il refrain fino a pochi anni fa poteva essere almeno in parte pertinente, ormai è superato.

È vero che a un certo punto il partito di raccolta sembrava avere abdicato, ma poi (svegliato dagli attacchi del CAI) aveva cercato il compromesso, sino a raccogliere, nel 2012, il consenso del PD e l’astensione dei Verdi su una legge certamente superficiale e perfettibile, semmai troppo annacquata, ma che avrebbe sicuramente portato al riconoscimento della toponomastica soppressa.

Sono stati i governi centrali di Mario Monti prima, di Letta-Renzi-Gentiloni poi a sabotare il compromesso interetnico sudtirolese, facendo proprie le posizioni massimaliste (o forse dovremmo dire minimaliste? nichiliste?) dell’estrema destra italiana. Presentando ricorso alla Consulta (Monti) e rifiutando ostinatamente di ritirarlo (Letta, Renzi, Gentiloni), fino all‘abolizione della legge.
Nel frattempo c’era anche stato il tentativo di risolvere — annacquando ulteriormente quanto previsto dalla legge provinciale — in commissione dei sei, abilmente affossato dal duo Francesco Palermo e Roberto Bizzo — quest’ultimo per un evidente calcolo politico, poi clamorosamente fallito in fase d’incasso, a ottobre 2018.

Victim blaming

Solo chi è in malafede o chi ritiene sacro il prontuario di Tolomei — ma: ex iniuria ius non oritur — può ancora sentenziare che la «colpa» della mancata reintroduzione della toponomastica «tedesca» e «ladina» sia dell’SVP. Lo era forse fino al 2012, ma ora certo non lo è più.

Vedi anche:
Kohäsion+Inklusion Ortsnamen Politik | Italianizzazione | Enrico Letta Ettore Tolomei Mario Monti Matteo Renzi Paolo Gentiloni | | Südtirol/o | CAI PD&Co. Schützen Sechser-/Zwölferkommission SVP Verfassungsgericht | Italiano

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Südtirol ist ‘Sentiero Italia’.

Der national(istisch)e Wanderweg Sentiero Italia, der Südtirol seit seiner Errichtung in den 1980er und 1990er Jahren nur am äußersten Rande tangierte, soll nun auf Initiative des CAI von Südtirol — und gegen den Widerstand der Società Alpinisti Tridentini (SAT-CAI) — 13 neue Südtiroler Etappen erhalten. Mit im Boot angeblich: Die Handelskammer Bozen, das Land Südtirol und der AVS. Schilder mit wunderschönen grünweißroten Logos sollen demnach übers Land verteilt werden, in einer neuen symbolischen Landnahme derer, die noch vor wenigen Jahren die Reitalianisierung der Berge bis zum hintersten Joch und Weiler mit erfundenen Tolomei-Ortsbezeichnungen erzwungen hatten.
Es handle sich, so der italienweite CAI-Vorsitzende Vicenzo Torti, um eine Route, die »nicht die Gipfel, sondern Herz und Seele unseres Italien« berühre. Wir wissen also, wo die Reise wieder einmal hingeht.

Kaum verwunderlich auch, dass die Verstrickungen mit dem Militär in üblicher CAI-Manier nicht weit weg sind: Die letzte vollständige Begehung der Route hatte 1999 in Zusammenarbeit mit der Alpini-Vereinigung ANA stattgefunden.

Siehe auch:
Militär Nationalismus Ortsnamen | Italianizzazione | Ettore Tolomei | | Italy Südtirol/o Trentino | Alpini AVS CAI Handelskammer Land Südtirol | Deutsch

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Beschmierte Wanderschilder.

Die Tageszeitung (TAZ) widmet sich dem Umstand, dass in Südtirol — konkret: in der Umgebung von Brixen — Wanderschilder beschmiert und immer wieder die großteils vom Faschismus eingeführten Übersetzungen von Ortsnamen durchgestrichen werden.

Bild: TAZ.

Dazu wird neben dem für Wanderwege zuständigen Brixner Stadtrat Josef Unterrainer (SVP) auch Georg Lezuo aus Bozen zitiert, der den Gegnerinnen der Ortsnamenübersetzungen zwar zubilligt, demokratisch ihren Standpunkt darzulegen, das »Geschmiere« jedoch scharf als

klägliche, bemitleidenswerte Unfähigkeit, Argumente zu vertreten und andere davon zu überzeugen

verurteilt. Eine Auffassung, die Unterrainer laut TAZ teilt.

Hierzu sollte aber vielleicht daran erinnert werden, dass im Landtag, dem Hort der Südtiroler Demokratie, vor nunmehr sechs Jahren ein Gesetz beschlossen wurde, das wenigstens die Überprüfung faschistischer Ortsnamenerfindungen gestattet und in Teilen ihre Abschaffung in Aussicht gestellt hätte. Es wurde von der Regierung Monti auf Zuruf aus dem faschistischen Eck angefochten und harrt seitdem einer Entscheidung vor dem Verfassungsgericht. Selbst angeblich »autonomiefreundliche« Regierungen haben sich geweigert, den Rekurs zurückzuziehen.

Man kann also getrost behaupten, dass die von Lezuo geforderte demokratische Auseinandersetzung im Lande bereits stattgefunden hatte und deren Ergebnis von außen »sabotiert« wurde.

Dass die mit dieser Demokratieverweigerung zusammenhängende Frustration sich Wege bahnt, um Widerstand sichtbar zu machen, ist eigentlich nicht erstaunlich. Selbstverständlich muss sie friedlich sein — und natürlich haben die »Schmierfinken« mit den rechtlichen Konsequenzen ihrer Taten (hier wohl: Sachbeschädigung) zu rechnen.

Unterrainers Feststellung

Wir leben alle direkt oder indirekt von den Touristen, daher muss die zweisprachige Beschilderung akzeptiert werden.

ist in seiner Position als Stadtrat zwar verständlich, muss aber meiner Meinung nach zurückgewiesen werden. Ein Tourismusland zu sein, darf niemals dazu führen, Konflikte (hier: Widerstand gegen ein faschistisches Unrecht, aber auch gegen die Aushebelung eines überparteilich demokratisch beschlossenen Ortsnamengesetzes) unter den Teppich zu kehren oder aber Überzeugungen zu verleugnen.

Wenn der ausufernde Tourismus nicht bald auf ein verträgliches Maß reduziert — oder zumindest zeitlich und geographisch besser verteilt und schonender gestaltet — wird, könnte es außerdem wohl schon bald zu expliziten Protesten auch dagegen kommen, wie das in anderen europäischen Regionen schon der Fall ist.

Denn: Auch den Gästen unseres Landes darf man die Auseinandersetzung mit den hiesigen politischen Gegebenheiten durchaus zumuten. Man sollte sich davor hüten, ein reines Friede-Freude-Eierkuchen-Image zu konstruieren.

Im Übrigen konnte man während der letzten Jahre eine entscheidende »Verbesserung« in der Zielsicherheit solcher Aktionen feststellen: Vielfach wird nicht mehr pauschal alles »Italienische« durchgestrichen, was tatsächlich als ethnische Intoleranz gewertet werden könnte, sondern die faschistischen Ortsnamen, während Hinweise wie »parcheggio«, »passeggiata« oder »malga« außen vor bleiben.

Ein Nachtrag: Auch die Tourismustreibenden selbst sind mitunter für die Demokratieverweigerung verantwortlich.

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Democrazia Engagement Faschismen Medien Ortsnamen Politik Recht Staat vs Land Tourismus Ungehorsam+Widerstand Vorzeigeautonomie Zentralismus | Zitać | | TAZ | Südtirol/o | CAI SVP Verfassungsgericht | Deutsch

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Toponomastica, Annibale Salsa si schiera.
Il plurilinguismo e la traduzione dei nomi non sono la stessa cosa

Annibale Salsa — professore emerito di Antropologia filosofica e di Antropologia culturale presso l’Università di Genova, presidente del CAI dal 2004 al 2010, membro del comitato scientifico Dolomiti UNESCO, presidente del comitato scientifico di Accademia della Montagna del Trentino, collaboratore del «Bureau Régional d’Ethnologie et Linguistique» della Val d’Aostanon per la prima volta ha preso posizione sulla toponomastica sudtirolese, sostenendo l’abolizione dei decreti che in epoca fascista portarono alla traduzione-storpiatura dei toponimi preesistenti.

In quest’occasione lo ha fatto al fianco di Süd-Tiroler Freiheit, che a tal fine sta portando avanti una raccolta firme e che in questi giorni ha presentato un opuscolo informativo in lingua italiana (che il quotidiano A. Adige si è rifiutato di distribuire).

Salsa ha fatto notare quanto lui sia un sostenitore del plurilinguismo, ricchezza di molte regioni alpine — facendo al contempo notare che la traduzione dei toponimi non ne è una logica conseguenza.

Cambiare i nomi dei luoghi e delle persone per decreto costituisce un atto di violenza morale, psicologica e culturale. La questione della toponomastica sudtirolese, a distanza di quasi cento anni, va affrontata con serenità ed obiettività scientifica al di fuori da strumentalizzazioni ideologiche che qui hanno accecato le menti ed avvelenato gli animi.

— Annibale Salsa

Vedi anche:    
Cultura Discriminaziun Faschismen Medien Ortsnamen Wissenschaft | Zitać | | AA | Südtirol/o | CAI STF UNESCO | Italiano

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Autorinnen und Gastbeiträge

I tempi che ancora ci umiliano.

Arnaldo Di Benedetto* per

Nel novembre del 2016, sul Dolomiten l’antropologo e ex presidente del CAI Annibale Salsa è intervenuto sulla polemica di alcuni professori e politici sull’eventuale cancellazione d’una serie di nomi italianizzati di località sudtirolesi. Condivido la posizione di Salsa. L’eventuale cancellazione di quelli che sono, per lo più (non tutti), microtoponimi già ignorati a suo tempo dal «boia del Tirolo» (come lo definì l’antifascista Gaetano Salvemini) Ettore Tolomei – il quale peraltro, per evitare al territorio il nome «Tirolo», non seppe che ricorrere al banale e fasullo francesismo «Alto Adige» risalente all’età napoleonica e modellato sugli usi appunto francesi –, ha messo in attività la geniale politica bolzanina M. Biancofiore e altri destrorsi.

Quanto a Tirol, il fatto che già Dante e Giovanni Villani italianizzassero il nome con Tiralli non equivale certo a dire che la sede originaria dei signori del Tirolo fosse italiana; erano italianizzazioni non diverse da quelle tuttora in uso di Lione, Parigi o Londra. Anche Francesco Vettori, l’amico di Machiavelli, nel suo Viaggio in Alamagna elogia gli osti di Marano (così scrive), cioè di Merano; ma la città era parte dell’«Alamagna». Ma c’è chi non la pensa così, anche quando si tratti di pseudotoponomastica imposta neanche un secolo fa, o addirittura pochi decenni fa.

Tolomei, si sa, ebbe e ha, tra i linguisti italiani, prosecutori. Certo è assurdo rispolverare vecchi nazionalismi polemizzando contro l’eventuale sparizione di certa irrilevante e a volte comica toponomastica pseudoitalica. Giustamente dopo la seconda guerra mondiale in Valle d’Aosta l’incredibile Cormaiore, ad esempio, fu ricondotto all’autentico Courmayeur. Vogliamo regredire a tempi che ancora ci umiliano?

L’8 marzo 2017 il quotidiano La Repubblica ha pubblicato un articolo dal titolo Se tocca al giudice difendere l’italiano, dove tra l’altro l’autore se la prende, oltre che con le richieste di usare l’inglese come lingua della didattica in alcune università  italiane, anche col progetto di eliminazione di una serie di nomi italiani nel territorio sudtirolese. Le questioni in realtà sono diverse. La «Vetta d’Italia», scrive il pubblicista fingendo di scandalizzarsi, «il punto più a nord della penisola, d’ora in poi si chiamerebbe Glockenkarkopf». D’ora in poi? A chi risale il nome Vetta d’Italia? Al fanatico, al «boia» Tolomei, che infatti nel 1937 si guadagnò il buffo titolo di «conte della Vetta» conferitogli da quell’altro genio di Vittorio Emanuele III. Ben più antico è il nome tedesco Glockenkarkopf. Per di più la cosiddetta «Vetta d’Italia» non è affatto «il punto più a nord della penisola»; così si credeva un tempo – e così evidentemente vuol continuare a credere l’autore dell’articolo. Nel quale tra l’altro la lingua “nazionale” è elencata tra i «beni culturali» dello Stato, come «le sinfonie di Verdi» e «la Pietà  di Michelangelo». La lingua “nazionale” è infatti posta dalla normativa generale tra il «beni culturali immateriali». Ma proprio il concetto di «beni culturali», quale è attualmente in prevalenza inteso, è stato di recente messo in discussione. La «Pietà di Michelangelo» e le sinfonie verdiane sono appiattibili sul pur legittimo affarismo del turismo e del made in Italy?

Non solo. A quale Pietà allude l’attivo pubblicista di Repubblica, visto che di Pietà michelangiolesche ce n’è più d’una? (E una è proprietà dello Stato del Vaticano). E perché citare «le sinfonie di Verdi» come se in esse fosse l’esclusivo vertice dell’arte del musicista di Busseto? Legga il recente Verdi ritrovato di Paolo Gallarati.

*) Arnaldo Di Benedetto, nato in Sudtirolo nel 1940, critico letterario, è professore emerito dell’Università degli Studi di Torino, ha insegnato presso le università di Berna, Parigi (Sorbona), Chambéry, Lione (École Normale Supérieure) e all’Indiana University. Fra gli altri, è membro del centro italo-tedesco «Villa Vigoni», dell’Accademia di studi italo-tedeschi di Merano ed è direttore responsabile del «Giornale storico della letteratura italiana».
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Sechserkommission: Einigung bei Ortsnamenfrage.

Gestern hat sich die Sechserkommission endlich auf die Durchführungsbestimmung (DFB) zur Toponomastik geeinigt und nach all dem was bislang durchgesickert ist, kann man getrost wiederholen, was hier gestern schon zu einem anderen Thema geschrieben wurde:

Der Berg kreißte und gebar eine Maus.

Es ist ein Kompromiss vom Kompromiss vom Kompromiss vom Kompromiss vom Kompromiss — ohne eine wie auch immer geartete wissenschaftliche oder technische Grundlage.

Die Historie der vorangegangenen Kompromisse hatte ich schon vor einigen Wochen ausführlich nachgezeichnet: Von der ursprünglichen Forderung nach einer Abschaffung der faschistischen Dekrete kam es zunächst zu zwei Staat-Land-Kommissionen, die jeweils eine Ortsnamenliste erstellten. Daraufhin wurde ein Landtagskompromiss erzielt — in Form eines Gesetzes, das von SVP und PD gutgeheißen wurde. Doch dieses Gesetz wurde vom Zentralstaat auf Wunsch italienischer Post- und Neofaschisten vor dem Verfassungsgericht angefochten.

Nach langem Hin und Her wurde schließlich die Sechserkommission mit der Angelegenheit betraut, wo ein weiterer »Kompromiss« (zwischen dem Landesgesetz und der Position der italienischen Rechten) erzielt wurde. Daraufhin baute der rechte Landtagsabgeordnete Alessandro Urzì aber noch einmal politischen Druck auf, was einen erneuten »Kompromiss« zur Folge hatte: Im paritätisch besetzten Gremium, das über die Ortsnamen zu befinden haben wird, müssen die Vertreterinnen der Sprachgruppen jeweils getrennte Mehrheiten erzielen, um eine faschistische Namenserfindung abzuschaffen: Zwei von drei »deutschen« und zwei von drei »italienischen« Expertinnen müssen zustimmen.

Der letzte »Kompromiss« wurde gestern erzielt: Nachdem Landtagspräsident und Mitglied der Sechserkomission Roberto Bizzo (PD) während der letzten Tage mit seiner Gegenstimme gedroht hatte (sein Argument war plötzlich jenes der Neofaschistinnen, nämlich, dass das Land nur die Existenz der deutschen und ladinischen Ortsnamen feststellen, aber keine Bezeichnungen aus Tolomeis Fälschungswerk abschaffen dürfe) wurden die — der DFB beigefügten — Namenslisten noch einmal überarbeitet, und zwar genau nach den Wünschen des italienischen, eng mit dem Militär verbandelten Alpinclub CAI, der in Südtirol für seine gestrige Position bekannt ist. Der Südtiroler Alpenverein (AVS), der ein Vielfaches an Mitgliedern zählt, wurde nicht einbezogen.

Nun also der Durchbruch: Mit den vom CAI geforderten Änderungen (die dem Vernehmen nach auch den Erhalt der absurden Vetta d’Italia umfassen) wurde gestern eine »historische« Einigung erzielt. Die DFB muss nun noch formell beschlossen und vom Ministerrat genehmigt werden.

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Faschismen Militär Minderheitenschutz Nationalismus Ortsnamen Politik Recht Staat vs Land Vorzeigeautonomie Zentralismus | | Alessandro Urzì Ettore Tolomei Roberto Bizzo | | Südtirol/o | AVS CAI PD&Co. PDL&Co. Sechser-/Zwölferkommission SVP Verfassungsgericht | Deutsch