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Cadorna: Welch unwürdiges Schauspiel!
Quotation 621

Welch peinliche Vorstellung im und für den Meraner Gemeinderat! Welch unwürdiges Schauspiel! Ratsmitglieder, die irgendwelche fadenscheinigen Rechtfertigungen faseln, nur um nicht ihrem Kollegen Augscheller von der — oh Schreck — Ökosozialen Linken einen kleinen Triumph vor den Wahlen zu gönnen oder — noch schlimmer — der amtierenden Stadtregierung unter dem Grünen Bürgermeister Rösch in die Karten zu spielen. Der Wahlkampf scheint vielen Hirnen leider den letzten Rest von Anstand zu rauben.

Klaus Innerhofer in Fremdschämen für den Gemeinderat, Dolomiten (24. Juli 2020) über die abgelehnte Umbenennung der Cadornastraße in Meran

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Autorinnen und Gastbeiträge

Offener Brief zum Iceman Ötzi Peak.

Offener Brief des Heimatpflegeverbands an die Schnalstaler Gletscherbahnen AG.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Pflege einer zeitgemäßen authentischen Volkskultur und der Schutz der gewachsenen Kultur- und Naturlandschaft sind Kernanliegen des Heimatpflegeverbands Südtirol. Ihre in den „Dolomiten“ von Samstag, 4. Juli 2020 geäußerte Replik auf unsere Presseaussendung vom 28. Juni 2020 wird von uns zurückgewiesen.

Die Aussichtsplattform auf der Grawand ist Ausdruck einer seit Jahren grassierenden Berg-Bespaßung und Inszenierung der Alpen, deren Ergebnis Funparks oder über Abgründe hinauskragende Plattformen (z.B. Martell, Naturnser Sonnenberg) sind – geradezu eine Verkehrung des echten Naturerlebnisses! Ihre Aussichtsplattform verunziert den Gipfel der Grawand, das Gipfelkreuz wirkt nun beinahe deplaziert. Ihrem Hinweis, dass durch die Aussichtsplattform „alle Menschen – und nicht nur wenige bergerfahrene – das Bergerlebnis leben können“, möchten wir entgegnen, dass die zehn Minuten von der Bergstation bis zur Grawand von einigermaßen kreislaufstabilen Menschen durchaus bewältigbar sind.

Zur Benennung der Plattform: Sie weisen darauf hin, dass nicht der Grawandspitz, sondern nur der Kunstbau den Namen „Iceman Ötzi Peak“ tragen würde. Die englische Bezeichnung (auf Deutsch „Eismann-Ötzi-Spitze“) bezieht sich jedoch eindeutig auf den Gipfel. Dies erinnert frappierend an die 2007 erfolgte Umbenennung des Osttiroler Mullwitzkogels in „Wiesbauerspitze“ (nach einem Wiener Wurstfabrikanten). Die Arbeitsgemeinschaft für Kartographische Ortsnamenkunde (AKO), das Koordinationsgremium aller in Österreich mit geografischen Namen befassten Dienststellen, verfasste dazu eine Stellungnahme: Darin heißt es, dass Neu- oder Umbenennungen von geografischen Objekten nach dem ortsüblichen Gebrauch zu erfolgen hätten, dass Bergnamen eine wichtige Orientierungsfunktion aufweisen würden (im Falle eines Rettungseinsatzes lebenswichtig!) und dass geografische Namen allgemein ein wertvolles Kulturgut einer Talschaft darstellten, welches – wie Gerüche (Heumahd) oder vertraute Laute (Kuh-/Kirchenglocken) – einen Teil der Identität der Lokalbevölkerung bildeten. Namen reflektieren die Wahrnehmung der Bevölkerung, die Grawand erschien den Kurzrasern eben als eine „graue Felswand“. Das Englische nun als Sprache des Respektes in Südtirol zu bezeichnen, ist in unseren Augen unverständlich. Verstehen Sie uns nicht falsch – wie alle Sprachen verdient auch das Englische größten Respekt. Wir sind aber der Überzeugung, dass das dreisprachige Südtirol mit seinen vielen dialektalen Abstufungen gerade die Besonderheit als zentralalpine Region ausmacht. Gerade in anglophonen Ländern wie Australien und den USA wurden in letzter Zeit berühmte Berge umbenannt. Mit den Namen Uluru (statt Ayers Rock) und Denali (statt Mount McKinley) hat man ein Zeichen der Wiedergutmachung gegenüber der indigenen Bevölkerung gesetzt. Namenlandschaft ist geistige Kulturlandschaft. Geografische Namen, so Egon Kühebacher, sind Denkmäler der Sprachgeschichte. Die Schnalstaler Glestscherbahnen schlagen mit dem Terminus „Iceman Ötzi Peak“ einen unzeitgemäßen Weg ein – weg von Authentizität, hin zu billiger Anbiederung an den internationalen Seilbahn- und Halbschuhtouristen.

Wenn Sie dann auch den Heimatpfleger/innen „rückwärtsgewandte Romantik“ vorwerfen und Sie die Covid-Krise als Vorwand für eine weitere technische Erschließung des Schnalser Talschlusses hernehmen, möchten wir an dieser Stelle die Südtiroler Bevölkerung fragen, wer hier rückwärtsgewandt handelt: jene die sich für den Erhalt gewachsener Landschaften einsetzen oder jene, die vor zwei Jahren den Weidegang der Schafe planierten (ein Tälchen!), in eine weitere Skipiste verwandelten und anschließend die Unverfrorenheit besaßen diese Piste „Transhumanz“ zu nennen? Für die Schnalserinnen und Schnalser wird der Skibetrieb gewiss wirtschaftliche Vorteile bringen – aber welcher Preis wurde bis heute dafür bezahlt? Ich darf Sie daran erinnern, dass sich Josef Rampold, der frühere Chefredakteur der Dolomiten, in den 1970er und 1980er Jahren vehement gegen die Verschandelung des Schnalser Talschlusses eingesetzt hat. Dies scheint heute weitgehend vergessen.

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Plaikner, Obfrau Heimatpflegeverband Südtirol
Johannes Ortner, Vorstand Heimatpflegeverband Südtirol

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Corona und Übersterblichkeit im Vergleich.

Um die Auswirkungen von Covid-19 jenseits amtlicher Zählungen zu beurteilen, wird unter anderem die sogenannte Übersterblichkeit untersucht: Wie viele Todesfälle hat es in einem bestimmten Zeitraum 2020 im Vergleich zu anderen Jahren gegeben?

Am Mittwoch war in der NZZ über eine Studie* der beiden Ökonomen Giuseppe Sorrenti und Fabrizio Zilibotti berichtet worden, die sich die Differenz zwischen der Übersterblichkeit und den offiziell gemeldeten Covid-Todeszahlen in mehreren norditalienischen Provinzen angeschaut haben. Südtirol und das Trentino sind nicht dabei.

Das Ergebnis ist erstaunlich: So gab es in der Provinz Rovigo (Venetien) zwischen 1. Jänner und 4. April 75 Todesfälle mehr, als aus der Betrachtung der Vorjahre (2015-19) zu erwarten gewesen wäre. Laut Statistik des italienischen Zivilschutzes gab es in der Provinz jedoch nur vier Covid-Tote. Die reale Übersterblichkeit ist also 1.775% höher.

In anderen Provinzen ist die Differenz geringer, zum Beispiel Vicenza: Während offiziell 77 Covid-Opfer gemeldet wurden, gab es 213 Todesfälle mehr als 2015-19 nahegelegt hätten. Die Übersterblichkeit ist hier um 177% höher.

Grafik zum Vergrößern anklicken.

Die Zahlen**, die ich für Südtirol errechnet habe, sind nicht völlig mit denen der Studie von Sorrenti und Zilibotti vergleichbar, da sie sich nur auf den Monat März beziehen. Um die Übersterblichkeit (242) zu ermitteln, habe ich die Todesfälle von März 2020 (623) mit dem Durchschnitt des Monats März 2015-19 (381) verglichen.

Am 31. März 2020 gab es in Südtirol laut Daten des Zivilschutzes 76 offizielle Covid-Opfer, doch genau am 1. April wurde die Panne mit den Daten aus den Seniorenwohnheimen bekannt: die 32 bis dahin »vergessenen« Todesfälle habe ich deshalb noch dazuaddiert — das ergibt dann 108 offiziell gezählte Covid-Tote.

Zwischen der Übersterblichkeit (242) und den offiziellen Corona-Todeszahlen klafft aber damit noch immer eine große Lücke von 134 Fällen (124%).

Anders gesagt: In Südtirol war die Übersterblichkeit im März 2020 mehr als doppelt so hoch, wie es die gemeldeten Covid-Sterbefälle vermuten ließen.

Es gilt jedoch darauf hinzuweisen, dass diese Abweichung nur ein Indiz (aber kein Beweis) für die Untererfassung der Covid-Todesfälle sein können. Die Differenz umfasst nämlich auch etwaige Kollateralfolgen der Pandemie: Menschen, die aufgrund der hohen Belegung der Krankenhäuser und der Aussetzung von bestimmten Eingriffen oder zum Beispiel aus Angst und Einsamkeit verstorben sind. Ferner können sich darin aber auch normale Schwankungen in der Sterblichkeit verbergen.

Nichtsdestoweniger machen die Abweichungen auch darauf aufmerksam, dass die amtlichen Zahlen nicht notwendigerweise so präzise sind, dass wir sie blind zur Begründung von Maßnahmen und Lockerungen heranziehen können. Und in jedem Fall wird es nötig sein, die Statistiken spätestens am Ende der Pandemie unter verschiedenen Gesichtspunkten zu analysieren und aufzuarbeiten.

Siehe auch:

*) Zilibotti, Sorrenti: Methodologische Hinweise und Daten.
**) Daten des Südtiroler Gesundheitsbetriebs
(Sabes), veröffentlicht in der Dolomiten-Ausgabe vom 29. April 2020 (S. 14).

Gesundheit Umfrage+Statistik | Covid-Stats | | Dolo NZZ | Italy Lombardia Südtirol/o Venetien-Vèneto | Sabes | Deutsch

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Schutzausrüstungsverhinderungsbürokratie.

Wenn es um die dringend nötige Schutzausrüstung geht, ist auf den Zentralstaat Verlass: er tut alles, um ihre Verfügbarkeit schnell und bürokratisch zu torpedieren. Zuerst etwa durch das absurde INAIL-Bewertungsverfahren, das noch immer auf die CE-Kennzeichnung besteht — obschon diese Pflicht laut EU-Empfehlung 403/2020 vom 13. März angesichts der Pandemie ausdrücklich aufgehoben wurde. Und jetzt noch durch eine Preisobergrenze, die an Absurdität kaum zu überbieten ist: Höchstens 50 Cent dürfen Schutzmasken nach der letzten Verfügung von Ministerpräsident Giuseppe Conte kosten. Dies wird aber nicht etwa durch staatliche Subventionen erleichtert, sondern einfach befohlen. Mit welchen (selbst für ein Kleinkind leicht vorhersehbaren) Folgen?

  • Erstens, dass die Maskenhersteller ihre Produkte lieber anderswo verkaufen, wo sie höhere Preise erzielen können oder — falls dies durch Exportbeschränkungen verunmöglicht wird — lieber nicht mehr produzieren, weil es sich nicht lohnt.
  • Zweitens, dass zum Beispiel Apotheken in Südtirol keine Masken mehr vertreiben können, wie die Dolomiten heute berichten, selbst wenn sie möchten: Der Verkauf unterm Einkaufspreis ist gesetzlich nicht gestattet, jener überm Einkaufspreis durch die neue Preisgrenze verboten.

So sieht Effizienz aus. Effizienz im Verhindern von fast allem, was sinnvoll wäre.

Siehe auch:

Bürokratismus Gesundheit Medien Politik Wirtschaft+Finanzen Zentralismus | Coronavirus | Giuseppe Conte | Dolo | Italy Südtirol/o | | Deutsch

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Tre pazienti verso il Vorarlberg.

Dopo il Tirolo del Nord (Innsbruck) e dell’Est (Lienz), che hanno già preso in carico cinque pazienti delle terapie intensive dal Sudtirolo, anche il Vorarlberg ha fatto un’offerta analoga. Secondo quanto riferisce il quotidiano Dolomiten nella sua edizione di ieri, 27 marzo, se e quando ce ne fosse bisogno altri tre pazienti Covid potranno dunque venir trasferiti in riva al Lago di Costanza. L’accordo sarebbe nato da un contatto diretto tra il Landeshauptmann sudtirolese Arno Kompatscher (SVP) e il suo omologo del Vorarlberg, Markus Wallner (ÖVP).

Nel frattempo, vari Länder della Germania si sono detti disponbili ad accogliere nelle loro strutture ospedaliere una cinquantina di pazienti italiani.

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Autorinnen und Gastbeiträge

Europäisch oder englisch?
»European school« gefordert

von Thomas Benedikter

»Mehr Europa in der Schule« titelt die Dolomiten am 19.2.2020 zur Tagung des Unternehmerverbands über eine European School in Bozen. Konkret schlägt der *UVS* die Schaffung einer English School vor, in erster Linie für die Kinder der aus aller Welt kommenden Mitarbeiter der Mitgliedsunternehmen des UVS, aber auch für Südtiroler Kinder, die einen »internationaleren Weg einschlagen wollen« (Heiner Oberrauch). Da ist viel die Rede von der »Öffnung für andere Kulturen, die für Südtirols Zukunft unabdingbar ist«, als wäre dieses Land bisher ein Teil Nordkoreas gewesen. Doch rasch wird klar: es geht einfach um eine Schule mit viel Englisch, die Kinder für englischsprachige Studiengänge im Ausland fit macht und eine Karriere in irgendeinem global tätigen Multi befördert. Was ist das »Europäische« an diesem Bildungskonzept? Kann man eine englischsprachige Ausbildung kurzerhand mit einer »Europäischen Schule« gleichsetzen?

Wenn heute überall (zu Recht) das Bildungsziel Mehrsprachigkeit propagiert wird, muss auch gefragt werden: Welche Mehrsprachigkeit? Und: Was ist europäisch? Die EU selbst hat als Bildungsziel für den Spracherwerb die Devise »Muttersprache+2« ausgegeben, was die Mitgliedstaaten insofern übernommen haben, als dass in den staatssprachlichen Standardschulen der Fremdsprachenunterricht verstärkt wurde. Die EU hat von den Mitgliedsländern nie verlangt, überall Englisch als Unterrichtssprache einzuführen. Flächendeckend Englisch als Unterrichtssprache einzuführen geht zu Lasten von europäisch verstandener Mehrsprachigkeit.

Doch hinter der European School, wie sie jetzt auch der UVS verlangt, verbirgt sich nichts weiter als das Anliegen, noch mehr Englisch in den Schulunterricht zu bringen. Die European School ist im Klartext eine English School mit den lokalen Sprachen als schmückendes Beiwerk. Dabei wird heute schon der zweiten Landessprache und dem Englischunterricht in Südtirols Schulsystem viel Platz eingeräumt. Weitere Fragen drängen sich auf:

  • Warum sollte sich die Südtiroler Schule aller drei Sprachgruppen den Interessen einer mobilen auswärtigen Elite an globaler Verwertbarkeit von Bildung unterwerfen?
  • Warum sollte das in zwei großen europäischen Sprachen und einer lokalen Minderheitensprache gut funktionierende Bildungssystem durch englische Schulen ergänzt werden und sich dadurch einer unnötigen Konkurrenz aussetzen?
  • Kann man einigen für einige Zeit in Südtirol beschäftigten Businessleuten abverlangen, sich den kulturellen Rahmenbedingungen einer Region anzupassen, oder muss sich auch das öffentliche Bildungssystem den Zwängen der Globalisierung unterwerfen?
  • Wo gibt es in Italien oder im deutschen Sprachraum öffentliche oder öffentlich subventionierte Schulen in englischer Sprache?

Wenn Spracherhalt ein kulturpolitisches Grundanliegen ist, Schulen in der Muttersprache ein Grundrecht und jede Sprache ein kulturelles Vermächtnis in sich trägt, muss die von der EU propagierte Mehrsprachigkeit als Bildungsziel anders verstanden werden, als nur die wohlfeile Forderung nach mehr Englisch. Europäisch bedeutet zum einen, dass die 24 Amtssprachen der EU (Staatssprachen) ihre Rolle und Bedeutung behalten können, nämlich als Standardsprache der öffentlichen Schulen verwendet zu werden. Zum anderen, dass die EU und die Mitgliedstaaten auch für den Erhalt und die Förderung der Regional- und Minderheitensprachen mitverantwortlich sind, denn um den Unterricht in den Regional- und Minderheitensprachen in der EU steht es heute gar nicht so gut. Nichts gegen Ausbau und Verbesserung des Englischunterrichts, um die globale lingua franca kommt bald niemand mehr herum. Doch in welchem Maß und auf Kosten aller übrigen Sprachen? »Einheit in der Vielfalt« lautet das Motto der EU, nicht Englisch über alles. Wer Vielfalt begrüßt, muss sie auch erhalten.

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Wein: Ehrlicher ohne »Made in Italy«.
Quotation 581

Südtirol mit seinen fruchtigen, frischen und alterungsfähigen Weinen, die qualitativ sehr gut sind, hat […] durchaus noch Potenzial, international bekannter zu werden. Allerdings würde ich dabei eher auf die alpine Karte setzen, weniger auf das “Made in Italy”.

Südtirol ist außerhalb der Kernmärkte Italien, Deutschland, Österreich, Schweiz weitgehend unbekannt. Auch wenn man von Trendregionen im Weinbau spricht, fällt der Name Südtirol selten. Da ist es verständlich, dass man sich in der Vermarktung an Italien dranhängen will, das über ein hohes Renommee verfügt. Aber, und ich denke das ist der springende Punkt, haben die Südtiroler Weine meist wenig mit den großen Italienern aus dem Piemont oder der Toskana gemeinsam. Es stiftet eher Verwirrung. Viel eher sollte sich Südtirol mittel- bis langfristig als den Teil der Alpen begreifen, in dem die Zitronen blühen.

Südtirol ist in erster Linie eine Bergregion. Die mediterrane Komponente spielt zwar in manchen Gegenden Südtirols ein wenig mit hinein, in einigen aber so gut wie gar nicht: beispielsweise im Eisacktal. Die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, die langen Vegetationsphasen — das sind alles typische Merkmale einer Bergregion, wie man sie auch andernorts in den Alpen findet. Es wäre aus der Sicht der Südtiroler Weinwirtschaft ehrlicher und auch authentischer, verstärkt auf ihr alpines Element zu setzen. Noch dazu, weil Bergregionen in Zeiten des Klimawandels immer mehr Aufmerksamkeit genießen.

aus dem Interview von Rainer Hilpold mit dem Weinexperten Stephan Reinhardt, der für den renommierten Wine Advocate Weine bewertet; erschienen in den Dolomiten vom 6. November 2019

Siehe auch:

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Rechnungshof beharrt auf Einsprachigkeit.
Recht auf nutzloses Labern in der Muttersprache

Bürgerin: Guten Tag! Buongiorno! Ich möchte mir eine Bescheinigung ausstellen lassen. Vorrei richiedere un certificato.

Beamte: Ma certo, venga. Mi dica di che cosa ha bisogno.

So könnte in Zukunft das Recht auf Gebrauch der Muttersprache aussehen, wenn sich die Auffassung des Rechnungshofs durchsetzt. Dort wurde einem Angeklagten das Recht auf einen Prozess in deutscher Sprache verwehrt. Via Tagblatt D. meldete sich der Richter zu Wort, nicht etwa um sich für sein Verhalten zu entschuldigen, sondern um es als völlig normal darzustellen. Der Anwalt der Verteidigung, Felix von Wohlgemuth, hätte seine Reden ja zuerst auf Deutsch (für die Fische) und dann auf Italienisch (fürs Gericht) halten können. Dann kann man den Autonomie-Laden auch gleich dichtmachen.

Schon liest man in den Kommentarbereichen, es sei besser einen kompetenten Richter zu haben, als einen zweisprachigen. Ich warte dann schon gespannt auf die erste einsprachig deutsche Richterin. Die flöge dann in hohem Bogen aus dem Gericht — so wie Herr Dr. Müller aus dem Krankenhaus, obwohl der gar keinen Publikumskontakt hatte.

In Zukunft brauchen dann die Bürgerinnen den Zweisprachigkeitsnachweis, während die öffentlichen Bediensteten einsprachig sind.

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