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Der gescheiterte Südtiroler Weg?
Halb Italien ist rote Zone

Groß war die Häme vor rund einem Monat inner- und außerhalb unserer “Speck-und-Knedl-Republik”, nachdem sich die Südtiroler Landesregierung erdreistet hatte, Verantwortung zu übernehmen, indem sie ihre autonomen Spielräume ausreizte und nach einer Phase weitgehender Öffnung sich wiederum gezwungen sah, einen sanften Lockdown auszurufen, während andernorts Lockerungen angekündigt wurden. Arrogant sei es gewesen, zu glauben, man wisse alles besser. In einer Pandemie wären auf regionale Bedürfnisse abgestimmte Alleingänge der falsche Weg, tönte es von überall her. Ach hätten wir uns doch nur an die zentralen römischen Vorgaben gehalten, dann wär jetzt alles super, wie ein Blick auf die aktuelle Corona-Landkarte zeigt.

Quelle: Il Sole 24

Es gibt freilich vieles, was man an den Entscheidungen und Handlungen der Südtiroler Landesregierung und des Santitätsbetriebes kritisieren kann und muss. Bezüglich des so genannten “Südtiroler Weges” konzentrierte sich die Kritik aber meist allein auf das Faktum, dass Südtirol autonome Möglichkeiten genutzt hat und nicht auf die inhaltlichen Aspekte dieser Entscheidungen. Dass ein bedingungsloses Folgen des “römischen Weges” nicht notwendigerweise zu einem besseren Ergebnis geführt hätte, ist aber evident.

Am Ende geht es in dieser Krisenreaktion darum, die Todeszahlen so gering wie möglich zu halten, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, sodass es zu keinen Triage-Situationen kommt und gleichzeitig das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben so gut es geht am Laufen zu halten, da dieses die Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Gesundheitssystem und vieles andere mehr ist. In der Zusammenschau dieser drei Parameter stehen unzweifelhaft viele andere Regionen Europas – und vor allem auch in anderen Teilen der Welt – um Welten besser da als Südtirol. An diesen Best-Practice-Beispielen hätte sich der “Südtiroler Weg” orientieren sollen, aber nicht am zentralstaatlichen Vorbild. Die Tatsache, dass große Teile Italiens eine noch schlechtere Performance als Südtirol aufweisen, belegt, dass das Problem eben nicht die von der römischen Regierung abweichenden Regeln waren.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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Lebensqualität, kleine Velwechserungen.
Das mit der Sorgfalt

Die Wirtschaftszeitung “Il sole 24 ore” erhebt einmal im Jahr die Lebensqualität in den Städten. Die Erhebung 2019 ergibt: Mailand ist die attraktivste Stadt, gefolgt von Bozen.

Rai Südtirol

Die renommierte Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ hat am Montag den Index zur Lebensqualität veröffentlicht. Südtirols Landeshauptstadt Bozen liegt auf Platz 2.

Südtirol Online

Qualità della vita, il capoluogo secondo dietro a Milano nella classifica del Sole 24 Ore.

Salto

Die Südtiroler Landeshauptstadt konnte vor allem mit Umwelt und der gesellschaftlichen Struktur Punkte holen.

Südtirol News

Nella classifica del Sole 24 Ore, il capoluogo altoatesino primeggia in «Demografia e società» mentre quello trentino in «Ambiente e servizi»

A. Adige

Alle Hervorhebungen von mir.

Dass sich die nicht unumstrittene Studie mit der Lebensqualität in den Ländern (aka Provinzen) und nicht mit jener in den Städten befasst, scheint den meisten Redaktionen entgangen zu sein.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/

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Il dato sui laureati.
Quotation 570

[Il] dato sui laureati […] colloca quasi sempre la Provincia di Bolzano in fondo alla classifica. La verifica l’ho fatta personalmente qualche tempo fa, in occasione della apposita graduatoria stilata dal Sole 24 ore: “I dati – mi hanno spiegato – provengono dal Ministero dell’Università e Ricerca e considerano solo i laureati negli atenei italiani”. Cifre che, quindi, penalizzano pesantemente la provincia di Bolzano dove, come noto, quasi il 40% delle lauree è ottenuto presso le università austriache.

Massimiliano Boschi per AAI

Vedi anche: 1/

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Kollabierendes Gesundheitssystem.

Im Fatto Quotidiano ist vorgestern ein höchst lesenswerter Beitrag erschienen, in dem rekonstruiert wird, wie das italienische Gesundheitssystem — ausdrücklich auch in Südtirol — zerstört wird und bereichsweise längst eine Zweiklassenmedizin Einzug gehalten hat. Zutaten sind unter anderem die mangelnde Umsetzung von EU-Richtlinien zum Schutz vor Ausbeutung, die Senkung der Bettenanzahl und die umstrittene freiberufliche Intramoenia-Tätigkeit von Krankenhausärztinnen. Ferner: zu wenige Plätze für die Ausbildung von Fachärztinnen* sowie der auch hierzulande zunehmend nötig werdende Zukauf von Personal und Leistungen, während immer mehr Ärztinnen ins Ausland — oder in die Privatwirtschaft — abwandern. Was in Südtirol auch negative Auswirkungen auf die Einhaltung der Zweisprachigkeitspflicht hat.

In einigen italienischen Regionen gibt es zwar Versuche, diesem verhängnisvollen Trend entgegenzuwirken — bis dato jedoch ohne einen echten Durchbruch verzeichnen zu können.

Einem Bericht des Sole24Ore vom 7. März zufolge gehört Südtirol immerhin zu den nur elf von 21 Regionen und autonomen Ländern, die die Intramoenia-Tätigkeit von einem Überwachungsgremium kontrollieren lassen. Doch nur in den Abruzzen, Latium, Apulien und Venetien beteiligen sich angeblich auch Patientinnenvertretungen an der Überwachung. Positiv: Mit 39% ist der Anteil ihres Intramoenia-Umsatzes, den Ärztinnen an den Gesundheitsbetrieb abgeben müssen, hierzulande mit am höchsten.

Denke nur ich, dass — auch angesichts dieser höchst bedenklichen Entwicklungen — endlich die Primärzuständigkeit fürs Gesundheitswesen her muss?

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/

*) hierzulande noch aktiv aus Rom torpediert, indem die Ausbildung nach österreichischem Modell unterbunden wurde (siehe)

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Lebensqualität: Südtirol staatsweit vorn.
Die mehrjährige Entwicklung gleicht einer Achterbahnfahrt

Die Wirtschaftszeitung ItaliaOggi hat wieder ihr jährliches Ranking zur Lebensqualität in den Provinzen des italienischen Staates veröffentlicht, das sie in Zusammenarbeit mit der römischen Sapienza-Universität ausarbeitet.

Derselben Untersuchung zufolge war Südtirol 2016 vom zweiten auf den staatsweit achten Platz abgerutscht, um nunmehr wieder — wie zuletzt vor genau zehn Jahren — die Führung zu übernehmen.

Auf Südtirol folgen in der diesjährigen Wertung Trient und Belluno, die ihre Vorjahresplätze behalten, während Vorjahressieger Mantua mit Südtirol den Platz tauscht und nunmehr an achter Stelle liegt.

In den einzelnen berücksichtigten Bereichen belegt Südtirol:

  • Handel und Arbeit: Rang 1 von 110 (Vorjahr: 1)
  • Umwelt: Rang 4 (4)
  • Kriminalität: Rang 46 (15)
  • Soziale Not: Rang 14 (93)
  • Demographie: Rang 1 (1)
  • Dienstleistungen (Finanz und Schule): Rang 18 (18)
  • Gesundheitssystem: Rang 27 (25)
  • Freizeit: Rang 11 (8)
  • Lebensstandard: Rang 98 (106)

Die Wissenschaftlichkeit und Aussagekraft solcher Rankings, wie sie zum Beispiel auch die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore erstellt, ist sehr umstritten.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

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Il tedesco? Lo parli «a casa tua».
Quotation 335

Ecco le belle cosucce che dice Giuseppe Cruciani, conduttore della trasmissione La Zanzara (l’attualità senza tabù) su Radio24 (appartenente al Sole 24 Ore e dunque a Confindustria) sul fatto che il senatore Hans Berger (SVP), dopo le consultazioni con Mattarella, si sia permesso di pronunciare anche qualche parola in tedesco:

C’è un tizio della Südtiroler Volkspartei, che dà un contributo fondamentale, devo dire, alla formazione del nuovo governo, beh certo… il quale parla in tedesco. Parla in te-des-co! Davanti alle telecamere. Parla in tedesco, sono diventato pazzo. Ma come in tedesco? Beh sì, perché dice… si rivolge alla minoranza. No! Esci dal quirinale, parli davanti agli italiani. Poi a casa tua, a Bolzano parli quella minchia di tedesco di merda. Ma non puoi, cioè… non puoi parlare in tedesco davanti al quirinale. Parli in i-ta-lia-no, non in tedesco. Queste cose mi fanno impazzire.

Trascrizione:

Dopo aver fatto ascoltare due frasi in tedesco di Berger, il conduttore (parliamo della puntata del 9 dicembre) si associa alla proposta del suo interlocutore telefonico di mandare Berger a fare le consultazioni con Angela Merkel. Eh sì, perché l’equazione semplice semplice dei nazionalisti (chiamiamolo acume) è questa: Italia=italiano, per cui lingua tedesca=Germania.

Viva l’Europa. Mancanza di rispetto assoluta per la diversità — il (qui da noi) tanto decantato plurilinguismo e la multiculturalità — che puntualmente si ripresenta non appena una minoranza si permette di non rimanere folcloristicamente rinchiusa nei suoi quattro muri («a casa tua, a Bolzano»). Uniformazione «nazionale», profondamente radicata nel concetto di stato-nazione (appunto), che ha peraltro fatto sì che — mentre ad esempio in Spagna è normale che i rappresentanti politici catalani, baschi, galiziani si rivolgano in «lingua propria» agli abitanti delle loro comunità, anche da Madrid — in Italia sia impossibile sentire un rappresentante sardo, friulano, francoprovenzale o sloveno esprimersi in pubblico nella sua lingua.

Manteniamo la parvenza, auto-avverante, dell’uniformità assoluta della sacrissima (e, manco a dirlo, indissolubile) Nazione. Una schifezza.

Vedi anche: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/ 8/ 9/ 10/ 11/

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»Sole« veröffentlicht neue Studie zur Lebensqualität.

Nach der Wirtschaftszeitung ItaliaOggi hat nun auch Il Sole 24 Ore seine jährliche Wertung der Lebensqualität in den Provinzen Italiens veröffentlicht. Südtirol rutscht demnach vom ersten auf den nunmehr siebten Rang ab.

Abschneiden Südtirols in den jeweiligen Erhebungen.

Die ersten drei Plätze belegen die Provinzen Aosta, Mailand und Trient.

Von Widersprüchlichkeit kann im Falle Südtirols nun nicht mehr die Rede sein. Doch während der diesjährige achte Platz von ItaliaOggi im Zehnjahresvergleich einen Negativrekord darstellt, ist der siebte Platz des Sole »nur« der drittschlechteste seit 2007.

Die Südtiroler Landesregierung hat heute in einer Pressemitteilung auf mehrere Mängel der Studie hingewiesen.

Siehe auch: 1/

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Widersprüchliche Einstufung der Lebensqualität.

Unbeständig — so muss man das Abschneiden Südtirols in den italienischen Wertungen zur Lebensqualität während der letzten Jahre nennen: Alljährlich veröffentlichen die Wirtschaftszeitungen Il Sole 24 Ore und ItaliaOggi Ranglisten nach Provinzen, wobei unser Land traditionellerweise weit oben liegt.

Lebensqualität 2016 (ItaliaOggi).

 

Doch in der Statistik des Sole rangierte Südtirol 2013 noch auf dem zweiten Platz, stürzte 2014 auf den zehnten ab und lag 2015 schon wieder auf Rang eins. Für das laufende Jahr liegen noch keine Daten vor.

ItaliaOggi veröffentlichte seine neue, wie gewohnt in Zusammenarbeit mit der römischen Sapienza-Universität durchgeführte Analyse vor wenigen Stunden.

Demnach lebt es sich in der Provinz Mantua am besten, das Trentino rutscht auf den zweiten Platz. Südtirol erlebt hingegen einen Absturz um sechs Positionen auf den nunmehr achten Rang (von 110 Provinzen).

In den einzelnen berücksichtigten Bereichen belegt Südtirol:

  • Handel und Arbeit: Rang 1 (von 110)
  • Umwelt: Rang 4
  • Kriminalität: Rang 15
  • Soziale Not: Rang 93
  • Demographie: Rang 1
  • Dienstleistungen (Finanz und Schule): Rang 18
  • Gesundheitssystem: Rang 25
  • Freizeit: Rang 8
  • Lebensstandard: Rang 106
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