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Fehlende italienische Etiketten!

Wie Stol berichtet, wurden in Meran und Brixen nach Kontrollen der Carabinieri insgesamt zwei Restaurants geschlossen. In Brixen

konnte der Betreiber keine Genehmigung für den Handel mit Lebensmitteln vorlegen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er diese aber nur verloren hat, „da es unmöglich ist, dass er ohne eine solche Genehmigung ein Restaurant eröffnen konnte.“

Außerdem konnte der Betreiber auch kein HACCP-Konzept (Hygienekonzept zur Selbstkontrolle) vorlegen. An den Lebensmitteln ausländischer Herkunft fehlten italienische Etiketten und die Temperatur des Kühlschrankes wurde nicht registriert. Hygienische Mängel konnten in diesem Lokal aber nicht festgestellt werden.

Interessant, welcher Diskurs hier wieder einmal unkritisch verbreitet und somit legitimiert wird — nämlich, dass es in einem mehrsprachigen Land wie Südtirol normal ist, dass bei der Etikettierung von Produkten nur eine Sprache zählt. Wenn diese eine Sprache fehlt, ist das ein Vergehen, das mit fehlenden Lizenzen in einem Atemzug erwähnt wird, und zwar unerheblich, ob das Produkt auf Urdu, Mandarin, Deutsch oder Ladinisch beschriftet war.

Ich wäre ja neugierig, ob die Kontrolleure, wie vom Gesetz vorgesehen, auch der deutschen Sprache mächtig waren. Die Statistik sagt uns, dass das ziemlich oft nicht der Fall ist. Deswegen muss aber natürlich keine Carabinieri– oder Polizeistation geschlossen werden. Das wird (auch von den Südtiroler Medien) in der Regel mit einem Achselzucken hingenommen.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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Rassistische Attacke an der Teststation.

Am Samstag kam es in der Corona-Teststation bei der Bozner Eiswelle zu einem rassistischen Übergriff. Wie Südtirol Online berichtet, sollen drei Männer, »die offensichtlich zur Szene der Bozner Neufaschisten gehören«, zunächst Mitarbeiterinnen der Teststation lauthals dazu aufgefordert haben, zuerst die Italiener- und erst dann die Einwandererinnen zu testen.

Anschließend hätten sie einen Mann »aus Afghanistan«, der sich testen lassen wollte, dazu aufgefordert, sich trotz Vormerkung hinten anzustellen — und tätlich angegriffen, als er die Polizei verständigen wollte. Auch eine aus Kroatien stammende Frau, die dem Mann helfen wollte, sei von den Faschisten attackiert und beschimpft worden.

Dem Bericht zufolge seien die Angreifer wenig später von der Polizei »in die Schranken« gewiesen worden.

In die Schranken gewiesen!? Im Ernst? Ist das wirklich alles, was Rassistinnen zu befürchten haben, wenn sie in Südtirol Menschen angreifen? Entweder (und das hoffe ich) ist der Bericht unvollständig oder (und das befürchte ich) es ist ein weiteres Beispiel für den laschen Umgang der Polizei mit faschistischen Umtrieben im Lande.

Weiterführende Informationen konnte ich nicht finden — und allein dies schon ist besorgniserregend.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/ 8/

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Absolut die Besten.
Auf Kriegsfuß mit Logik, Mathematik und Verhältnismäßigkeit

Die USA sind das am schwersten vom Coronavirus betroffenen (sic!) Land weltweit.

Stol und viele weitere wie ORF, ZDF …

Rund 90.000 Menschen wurden italienweit bereits geimpft. Europaweit liegt Italien damit an zweiter Stelle nach Deutschland.

RAI Südtirol Tagesschau am 4. 1. 2021

Bei der Zahl der ermittelten Fälle pro 1.000.000 Einwohner (Stand 5. 1. 2021) liegen die USA mit 64.317 Fällen auf Platz vier hinter Montenegro (79.015), Luxemburg und Tschechien (ausgenommen Zwergstaaten mit weniger als 500.000 Einwohnern).

Bezüglich der Todesfälle pro 1.000.000 Einwohner stehen die USA mit 1.091 auf Platz 12. Angeführt wird diese Liste von Belgien mit 1.700 Todesfällen pro 1.000.000 Einwohner.

Bei der Case-Fatality-Rate wiederum liegen die Vereinigten Staaten im Ranking mit 1,7 % sogar jenseits der 80.

Abgesehen davon, dass Italien auch in absoluten Zahlen europaweit nicht an zweiter Stelle hinter Deutschland liegt (im Vereinigten Königreich, das zwar aus der EU, nicht aber aus Europa ausgetreten ist, wurden bereits vor Weihnachten über 500.000 Dosen verimpft), hat ein Vergleich absoluter Werte ungefähr so viel Aussagekraft wie ein Liedtext von Scooter.


Tatsächlich liegt Italien beim Anteil der gegen das Coronavirus geimpften Menschen weit hinter anderen europäischen Ländern. Schlechter läuft es wohl nur in Österreich, wo man nicht einmal weiß, wie viele Menschen bislang geimpft wurden. Der Umstand, dass viele europäische Länder im Moment verhältnismäßig weniger Impfdosen zur Verfügung haben als beispielsweise Israel oder die USA hat wohl auch damit zu tun, dass sich die EU dem COVAX-System (Covid-19 Vaccines Global Access) verpflichtet hat und sich nicht an Bieterwettbewerben zu Lasten ärmerer Länder beteiligen möchte. Das ist löblich.

Jedoch zu behaupten, die USA wären das von der Pandemie am schwersten betroffene Land und Italien läge was Impfungen in Europa anbelangt an zweiter Stelle, ist ungefähr so sinnvoll wie festzustellen, dass China eine viel größere Skination als Österreich ist, da dort rund 13 Millionen Menschen Ski fahren und in der Alpenrepublik nur rund 3 Millionen.

Siehe auch: 1/

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Iceman Ötzi Peak.

Aus Respekt vor den Moneten Gästen werden die Ebners am Schnalstaler Gletscher Natur und Kultur opfern und den Grawandspitz in einen Selfie-Insta-Tiktok-Park verwandeln müssen. Wir wissen alle wie das ist: Wenn es der Respekt gebietet, kann sich die Athesia nicht mehr zügeln.

Und weil die Gäste unisono darum gebeten haben, den Gipfel nicht nur umzugraben, sondern auch -zubenennen, und zwar bitteschön in feinstes Englisch, wird der Iceman Ötzi Peak schon bald das Licht der Welt erblicken. Prehistoric Lives Matter. Südtiroler Tscheggl Lives können das natürlich nicht nachvollziehen. Aber: Auch sie werden begeistert sein, wenn sie erfahren, dass man von dort oben sowohl die Staatsgrenze (wie am Brenner!) als auch den Pfad der Transhumanz (UNESCO!) erblicken kann.

Was von einem Grawandspitz aus unmöglich war, ist am Iceman Ötzi Peak ein Kinderspiel.

Denen, die — wie der Heimatpflegeverband — die respektlose Frage aufwerfen, wem denn die Berggipfel gehören, lässt die Gletscherbahn via Stol eine (ausgesprochen respektvolle) Antwort zukommen:

  • Erstens sei der Gipfel gar nicht umbenannt (sondern lediglich einem Lifting unterzogen und wie nach der Annexion toponomastisch bereichert) worden;
  • Zweitens: Corona (passt einfach immer);
  • Und drittens gehören die Berge natürlich weiterhin allen (Aktionären der Gletscherbahn). Deshalb wurde der Gipfel für alle zugänglich gemacht. Die 50.000, die wegen der Pandemie in Lohnausgleich sind und sich kein Ticket kaufen können, wollen eh nicht hinauf.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/

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Gerechtigkeit für die Identitätskarte.

Unbestätigbaren Informationen zufolge soll es in Rom gelungen sein, nur 23 Jahre nach ihrer gesetzlichen Einführung eine elektronische Identitätskarte zu produzieren, auf der Deutsch und Italienisch (wie es das
Autonomiestatut verlangt) gleichberechtigt angeführt sind. Zweifellos eine unnachahmliche Meisterleistung, denn das Unterfangen war bereits als »unmöglich« eingestuft worden!

Wie Medien der Athesia-Gruppe berichten, soll das neue Dokument — nun, wo es erstmals (Scheck-)Kartenformat annimmt — nicht mehr Identitätskarte heißen, sondern (auch zur Freude von Verschwörungstheoretikerinnen): Personalausweis.

Identitätskarte, so etwa Südtirol Online, sei ein Italianismus. Liegt nahe, stimmt aber nicht: Auch die Schweizerinnen haben eine Identitätskarte »im Sack«, doch vor allem hieß der Ausweis früher auch in Österreich so. Duden docet:

Identitätskarte, die

Wortart: Substantiv, feminin

Gebrauch: österreichisch früher, schweizerisch

Eher ist also Personalausweis ein Piefkesismus als Identitätskarte ein für Südtirol typischer Italianismus.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/ 8/ 9/ 10/

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Lebensqualität, kleine Velwechserungen.
Das mit der Sorgfalt

Die Wirtschaftszeitung “Il sole 24 ore” erhebt einmal im Jahr die Lebensqualität in den Städten. Die Erhebung 2019 ergibt: Mailand ist die attraktivste Stadt, gefolgt von Bozen.

Rai Südtirol

Die renommierte Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ hat am Montag den Index zur Lebensqualität veröffentlicht. Südtirols Landeshauptstadt Bozen liegt auf Platz 2.

Südtirol Online

Qualità della vita, il capoluogo secondo dietro a Milano nella classifica del Sole 24 Ore.

Salto

Die Südtiroler Landeshauptstadt konnte vor allem mit Umwelt und der gesellschaftlichen Struktur Punkte holen.

Südtirol News

Nella classifica del Sole 24 Ore, il capoluogo altoatesino primeggia in «Demografia e società» mentre quello trentino in «Ambiente e servizi»

A. Adige

Alle Hervorhebungen von mir.

Dass sich die nicht unumstrittene Studie mit der Lebensqualität in den Ländern (aka Provinzen) und nicht mit jener in den Städten befasst, scheint den meisten Redaktionen entgangen zu sein.

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Doppelpassbefürworter: jung, hochgebildet und zweisprachig.
Kopierte Interpretationen: Rohdatenanalyse vs. Presseaussendung

Seit das Land Südtirol auf einer Pressekonferenz und in einer Presseaussendung das CLIL-Experiment an deutschen Schulen als Erfolgsgeschichte verkauft hat, die Medien allesamt fast ausschließlich diese Presseaussendung wortwörtlich und ungeprüft übernommen haben, jedoch die dazugehörige Evaluation auch ganz andere, in der medialen Kommunikation unerwähnte, teils widersprüchliche Aspekte zu Tage gefördert hat, habe ich eine Angewohnheit. Immer wenn Studien- oder Umfrageergebnisse publiziert werden, versuche ich, an die Rohdaten zu gelangen, um die in den Aussendungen veröffentlichten Interpretationen überprüfen und gegebenenfalls ergänzen zu können.

Die interessanten aber – zumindest für mich – nicht wirklich überraschenden Umfrageergebnisse der Südtiroler Michael-Gaismair-Gesellschaft zum Thema “Doppelpass” boten wieder einmal einen solchen Anlass. Glücklicherweise sind auf der Webseite der Gesellschaft die Rohdaten einsehbar. Und diese bergen tatsächlich die eine oder andere Überraschung.

Von den Journalistinnen im Lande hat sich offenbar niemand die Mühe gemacht, die Umfrage im Detail anzusehen. Salto und Tageszeitung haben die Aussendung mehr oder weniger 1:1 ohne viel Eigenleistung übernommen. Stol und Südtirolnews beziehen sich auch nur auf Aussagen aus dem Pressetext und machen sich somit die Interpretation der Auftraggeber der Umfrage zu eigen.

Die Presseaussendung der Michael-Gaismair-Gesellschaft halte ich jedoch für tendenziös und selektiv.

Die Südtiroler sind nicht an der österreichischen Staatsbürgerschaft interessiert.

Mehr als ein Drittel der Südtiroler ist an der österreichischen Staatsbürgerschaft interessiert. Ich erachte das schon als eine signifikante Minderheit. Es müsste also heißen “die Mehrheit der Südtiroler/60 Prozent der Südtiroler sind nicht an der österreichischen Staatsbürgerschaft interessiert”. Reißerische Überschriften zu finden ist für gewöhnlich Aufgabe des Boulevard und nicht einer Gesellschaft mit wissenschaftlichem Anspruch.

Der Unterschied zwischen den Sprachgruppen fällt auch bei dieser Frage kaum ins Gewicht: 68% der Südtiroler italienischer und 58% deutscher Muttersprache würden sicher keinen Antrag stellen.

Ist es tatsächlich eine gängige Interpretation, dass ein Unterschied von 10 Prozentpunkten keine relevante statistische Größe ist?

Anders als immer wieder behauptet, hat die überwiegende Mehrheit der Südtiroler Bevölkerung nicht den Wunsch, zusätzlich die österreichische Staatsbürgerschaft zur italienischen verliehen zu bekommen.

Gibt es für diese Feststellung irgendwelche Belege? Ich habe die Debatte um die Doppelstaatsbürgerschaft recht intensiv verfolgt. Mir wäre aber nicht aufgefallen, dass die Verfechter einer doppelten Staatsbürgerschaft immer wieder behauptet hätten, dass die “überwiegende Mehrheit” den Doppelpass wünschte.

Sie steht einer solchen kollektiven Verleihung vielmehr sehr skeptisch gegenüber, nicht zuletzt deshalb, weil sie darin eine Gefahr für das Zusammenleben sieht.

Trotz der großmehrheitlichen Ablehnung des Doppelpassansinnens, sieht laut den Umfragezahlen eben keine Mehrheit darin eine Gefahr für das Zusammenleben – weder eine absolute noch eine relative. Zwar sagen 40 Prozent, dass es das Zusammenleben beeinträchtigen würde. Jedoch erwarten 36 Prozent überhaupt keine Auswirkungen und 10 Prozent erachten das Ansinnen sogar als förderlich. Heißt also, dass mindestens 46 Prozent (relative Mehrheit) keine entsprechende Gefahr für das Zusammenleben im Land befürchten.

Die wirkliche Überraschung

Zum Abschluss habe ich aus den Rohdaten dann einige für mich doch überraschende und im medialen Diskurs unberücksichtigte Informationen herausgekitzelt.

Wenn man sich das Ergebnis nach demographischen Eigenschaften aufgeschlüsselt ansieht, fällt eines auf. Diejenigen, die “auf jeden Fall” und “unter Umständen” um einen österreichischen Pass ansuchen würden (gesamt 34 Prozent) wie auch die geringsten Widerstandswerte aufweisen, sind überproportional jung, hochgebildet und zweisprachig.

Laut der Studie würden ganze 48 Prozent der 18- bis 34-Jährigen einen Antrag zumindest in Erwägung ziehen. Bei den über 65-Jährigen sind es hingegen nur mehr 17 Prozent. Diejenigen, die den Pass bestimmt nicht beantragen würden, sind bei den 18- bis 34-Jährigen mit 44 Prozent in der Minderheit, in der Generation 65+ mit 77 Prozent in der satten Mehrheit.

Ähnlich ist das Gefälle beim Bildungsniveau. Unter den Hochschulabsolventen können weit überdurchschnittliche 42 Prozent sich vorstellen, einen österreichischen Pass zu beantragen. Bei Menschen die nur die Grundschule besucht haben bzw. ohne Schulabschluss sind, sind es gerade einmal 15 Prozent.

Und auch bezüglich der Sprachfertigkeit gibt es signifikante Unterschiede. Umfrageteilnehmer, die sich als (fast) einsprachig geoutet haben, sind nur zu 26 Prozent am österreichischen Pass interessiert, während unter den “gut zweisprachigen” Südtirolern 35 Prozent Sympathien für einen Antrag hegen.*

Könnte es sein, dass diese Zahlen nicht ganz in das oft recht starre, vorgefertigte Weltbild vieler Gegner der Doppelstaatsbürgerschaft (zu denen ich mich übrigens auch zähle) passen? (Vergleiche dazu Demographie der Unabhängigkeitsbefürworter in Katalonien.)

Schmankerl

“Internationale Presse” ist, wenn der österreichische Standard über ein Ereignis berichtet, das in Wien stattfand. (Die Umfrage wurde nämlich ebendort im Café Prückel vorgestellt.)

* Freilich ist zu beachten, dass die Schwankungsbreite bei Detailaspekten höher ist, aber eine Tendenz lässt sich dennoch herauslesen.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

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Ein medialer Sittenverfall.
Schwarze Chronik nördlich und südlich des Brenners

TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern beklagt in einem Leitartikel anlässlich des Fünffach-Mordes in Kitzbühel den Umgang österreichischer und deutscher Medien mit dem Kriminalfall. Auf Social-Media-Kanälen und im Boulevard würde die Praxis der Anonymisierung der Opfer und mutmaßlicher Täter immer öfter nicht mehr geübt.

In Österreich sind nach geltendem Medienrecht Opfer und (mutmaßliche) Täter sowie deren Angehörige gesetzlich davor geschützt, dass ihr Name, Bild oder nähere Angaben zur Person ohne Einwilligung in Medien veröffent­licht werden. Ausgenommen sind, vereinfacht erklärt, lediglich Persönlichkeiten des öffentlichen Interesses bzw. Persönlichkeiten, die selber in der Öffentlichkeit stehen. Während sich viele Medien nach bestem Wissen und Gewissen an diese gesetzliche Regelung halten, wird sie in den sozialen Netzwerken regelmäßig und von deutschen und österreichischen Boulevardzeitungen immer wieder ignoriert, wie die schonungs- und pietätlose Zurschaustellung der Opfer im Fall Kitzbühel zeigt. Diese Form der Berichterstattung ist ein Beweis für den medialen Sittenverfall, der noch dazu in den meisten Fällen sanktionslos bleibt.

Würde Zenhäusern den Blick über den Brenner wagen, würde er hier zuhauf auf die Letztklassigkeit und Niveaulosigkeit treffen, von der er in seinem Kommentar schreibt. Quer durch die Bank werden in Südtirol nämlich Unfall- und Verbrechensopfer wie auch mutmaßliche Täter mit vollem Namen und Bild präsentiert – wie ein Blick auf die Internetseite des Athesia-Blattes A.A. oder die Nachrichtenplattform Stol belegt.

(Schwärzungen von mir)

Ein schwacher Trost ist, dass diese unsägliche Praxis zumindest in Nordtirol noch einige Menschen – Medienleute zumal – schockiert. In Südtirol hat man sich an die unappetitliche und pietätlose Zurschaustellung offenbar schon längst gewöhnt. Denn was sind Persönlichkeitsrechte und die Gefühle Angehöriger schon wert im Vergleich zur Quote, die billiger Sensationsjournalismus bringt?

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/

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