Katalanische Immersion, europäisches Modell.

Katalonien hat ein Schulsystem, welches ich hier schon mehrmals als vorbildlich für den Minderheitenschutz und die Gewährleistung gesellschaftlichen Zusammenhalts bezeichnet und als Ideallösung — auch für Südtirol — vorgeschlagen hatte. Das System wird offiziell »katalanische Immersion« genannt und besteht in einer sehr stark asymmetrischen Sprachverteilung, um den Automatismen und Schieflagen des Nationalstaats entgegenzuwirken (affirmative action): Fast alle Fächer werden in katalanischer Sprache unterrichtet, einige wenige auf Spanisch (Kastilisch). Der Erfolg bei Spracherwerb und Kohäsion gibt den Katalaninnen recht.

Immer wieder versuchen in Katalonien einzelne Eltern mithilfe nationalistischer Vereine einsprachig kastilische Schulen gerichtlich durchzusetzen, obwohl das Verfassungsgericht schon mehrmals die Rechtmäßigkeit der »katalanischen Immersion« festgestellt hat. Die Zahl der Eltern, die ihre Kinder in eine solche einsprachige Schule (wie es sie in Südtirol gibt) einschreiben würden, ist Umfragen zufolge unterhalb der statistischen Relevanz.

Interessant ist, dass die »katalanische Immersion« auf internationaler Ebene regelmäßig als Modell bzw. als best practice ausgezeichnet wird, und dass Vorstöße, das Modell einzuschränken, in ganz Europa Widerspruch ernten. Die Töne, die dabei zur Verteidigung des katalanischen Systems angeschlagen werden, sind auch für uns Südtiroler interessant:

Die europäischen Institutionen würdigen erneut das katalanische Bildungssystem, welches auf die »katalanische Immersion« aufbaut, nachdem sie es mehrmals — vor allem was die Sprachvermittlung betrifft — als Modell bezeichnet hatten. Diesmal ist es die Vorsitzende der Kultur- und Bildungskommission des Europäischen Parlaments, Doris Pack (EVP), welche betont, dass »die Trennung der Schüler nach Muttersprache zu einer Teilung des Landes führen würde.« Für Pack »[ist] es gut, dass Menschen, die nach Katalonien zuwandern, die katalanische Sprache sprechen und verstehen, [nicht nur] aus Respekt«; »wir haben in Deutschland auch keine türkischen Schulen«. Pack hat sich an Eltern gewandt, die von anderen spanischen Regionen oder aus dem Ausland nach Katalonien kommen und ihren Kindern eine kastilische Schulbildung geben möchten, dass »sie sich daran gewöhnen sollten, die Sprache ihres Viertels, ihrer Stadt und des neuen Landes zu sprechen, in dem sie leben«.

Pack, Pädagogin und langjährige Europaparlamentarierin, findet es positiv, dass »Madrider, die nach Katalonien ziehen, Katalanisch lernen« und lobt die Katalanen »für ihre Mehrsprachigkeit«. Die Kommissionsvorsitzende betont, dass »keine der beiden Sprachen fallen gelassen werden darf und beide zu fördern sind, doch das kann man nicht nur durch getrennte Schulen erreichen«. Pack geht noch weiter und ruft außerdem dazu auf, noch eine weitere Sprache, zum Beispiel Englisch oder Französisch, »gut« zu lernen.

Außerdem wendet sich Pack an die jungen Spanier außerhalb Kataloniens, welche (gemäß Statistik) oft keine Fremdsprache gut genug beherrschen, um etwa im Ausland zu arbeiten. »Südamerika ist weit weg; Frankreich, Deutschland und Italien befinden sich hingegen in unmittelbarer Nähe«. »Wir haben einen gemeinsamen Markt, der große Gelegenheiten bietet, doch wenn wir nicht die erforderlichen [sprachlichen] Fähigkeiten ausbauen, ist es schwierig, davon zu profitieren«. In diesem Zusammenhang erwähnt sie die Überraschung, welche in Deutschland herrsche, wo händeringend nach qualifizierten Arbeitskräften gesucht wird, während die arbeitslose Jugend in manchen EU-Ländern nicht angezapft werden könne, da sie über keinerlei Fremdsprachkompetenzen verfügt.

Bereits 2009 hatte das Europaparlament die »katalanische Immersion« als »wirksamstes Modell zur Förderung der Mehrsprachigkeit« bezeichnet. Die bei dieser Gelegenheit verabschiedete Vorlage lehnte das Recht der Eltern, die Schulsprache der Kinder zu wählen, grundsätzlich ab, da dies der Kohäsion schade.

Andere gemeinschaftliche Institutionen haben das katalanische Bildungssystem ebenfalls gewürdigt. Die Europäische Kommission ging sogar so weit, es als »best practice« offensiv für mehrsprachige Gebiete in der EU vorzuschlagen. Im Jahr 2008 teilte die Kommission außerdem mit, es gebe in Katalonien [aufgrund der »katalanischen Immersion«] keine Diskriminierung der kastilischen Sprache. Ein Jahr zuvor hatte auch der Europakommissar für Mehrsprachigkeit, Leonard Orban, das Bildungssystem als vorbildlich und nachahmenswert bezeichnet. Er stützte sich auf ein Gutachten von Sprachexperten der Europäischen Kommission.

Der Europarat, der für die Charta der Regional- und Minderheitensprachen zuständig ist, bezeichnete das katalanische System 2008 als das bestmögliche und empfahl sogar eine noch stärkere Asymmetrie. Zuvor hatte der Rat 2005 bereits València und den Balearen empfohlen, dasselbe Bildungsmodell einzuführen.

Quelle: Racó Català.
Übersetzung:

Siehe auch:

Bildung Kohäsion+Inklusion Minderheitenschutz Plurilinguismo Scola | affirmative action Best Practices CLIL/Immersion Zitać | | Racó Català | Catalunya Europa | EU EVP GENCAT Verfassungsgericht | Deutsch

Ortsnamen · Toponomastica: Catalunya.

Prosegue la piccola serie sulla toponomastica iniziata con l’esempio della Galicia. Il fine di quest’operazione ovviamente non può essere quello di proporre una soluzione da copiare talis qualis in Sudtirolo. Piuttosto si tratta di far conoscere il modo in cui si è affrontato lo stesso problema in altre realtà e di inserire in un più vasto contesto internazionale la discussione in atto qui da noi. Nel migliore dei casi ciò può indurre a una riflessione e far comprendere che l’abolizione di un’imposizione fascista — anche parecchi anni dopo — possa essere un atto legittimo, democratico e liberatorio, e che questo atto, nelle realtà presentate, non ha portato assolutamente allo sfratto di un «gruppo», e anzi è stata raggiunta una coesione sociale ben superiore a quella tra i tre gruppi linguistici in Sudtirolo. Perché l’accettazione e l’integrazione degli individui e della loro cultura non passa per simboli separati, ma per la condivisione di valori comuni.

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[CA] Llei 1/1998, de 7 de gener, de politica lingüí­stica, Capitol II, Article 18: La toponímia.

1. Els topònims de Catalunya tenen com a única forma oficial la catalana, d’acord amb la normativa lingüística de l’Institut d’Estudis Catalans, excepte els de la Vall d’Aran, que tenen l’aranesa.
2. La determinació de la denominació dels municipis i les comarques es regeix per la legislació de règim local.
3. La determinació del nom de les vies urbanes i els nuclis de població de tota mena correspon als ajuntaments, i la dels altres topònims de Catalunya correspon al Govern de la Generalitat, incloses les vies interurbanes, sigui quina en sigui la dependència.
4. Les denominacions a què es refereixen els apartats 2 i 3 són les legals a tots els efectes i la retolació s’hi ha d’acordar. Correspon al Govern de la Generalitat de reglamentar la normalització de la retolació pública, respectant en tots els casos les normes internacionals que han passat a formar part del dret intern.

Gesetz 1/1998, vom 7. Jänner, über die Sprachpolitik, Kapitel II, Artikel 18: Die Ortsnamen.

1. Die einzig offizielle Form der Ortsnamen Kataloniens ist die katalanische, unter Beachtung der Sprachnormen des Institut d’Estudis Catalans [höchste Institution der katalanischen Sprachnormierung], außer die Ortsnamen des Arantals [okzitanische Minderheit], welche die aranesische Form besitzen.
2. Die Festlegung der Gemeinde- und Bezirksbezeichnungen unterliegt den entsprechenden Lokalgesetzen.
3. Die Festlegung der Bezeichnungen von innerörtlichen Straßen und bewohnten Ortschaften jeder Art ist Zuständigkeit der Gemeinden, jene der übrigen Toponyme Kataloniens ist Zuständigkeit der Regierung der Generalitat [=katalanische Regierung], einschließlich der außerörtlichen Straßen, unabhängig davon, wem sie gehören.
4. Die in den Absätzen 2 und 3 genannten Bezeichnungen sind die amtlichen und die Beschilderung muss sich danach richten. Die Regierung der Generalitat [=katalanische Regierung] reglementiert die Anpassung der öffentlichen Beschilderung. Sie hält sich in jedem Fall an die internationalen Normen, die Teil des inneren Rechts geworden sind.

Legge 1/1998, del 7 gennaio, di politica linguistica, Capitolo II, Articolo 18: La toponomastica.

1. L’unica forma ufficiale dei toponimi della Catalogna è quella catalana, nel rispetto della normativa linguistica dell’Institut d’Estudis Catalans [maggiore istituzione linguistica catalana], eccetto quelli della Valle d’Aran [minoranza occitana], che hanno la forma aranese.
2. La determinazione della denominazione dei comuni e delle circoscrizioni è sottomessa alla legislazione locale.
3. La determinazione dei nomi delle strade urbane e dei nuclei abitati di qualsiasi tipo è competenza dei comuni, quella degli altri toponimi della Catalogna è competenza del Governo della Generalitat [=Governo catalano], incluse le strade extraurbane, indipendentemente da chi vengano gestite.
4. Le denominazioni alle quali si riferiscono i capoversi 2 e 3 sono legali a tutti gli effetti e la segnaletica vi si deve adattare. È competenza del Governo della Generalitat [=Governo catalano] regolamentare la normalizzazione della segnaletica pubblica, rispettando in ogni caso le norme internazionali che fanno parte del diritto interno.

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[CA] Decret 78/1991, de 8 d’abril, sobre l’ús de la toponí­mia (i modifiques posteriors).

Article 1. Forma oficial dels topònims
1.1 Els noms de les comarques, dels municipis, de les entitats municipals descentralitzades, dels nuclis de població, dels accidents geogràfics i de qualsevol altra demarcació territorial, i també els noms dels carrers i de les vies urbanes i interurbanes de Catalunya, tenen com a única forma oficial la catalana, excepte els de la Val d’Aran, que tenen com a única forma oficial l’aranesa.
1.2 Les denominacions en català o en aranès que estableixin els organismes competents, d’acord amb el procediment que estableix l’ordenament vigent, són les úniques legals a tots els efectes en el territori català.

Dekret 78/1991, vom 8. April, über den Gebrauch der Ortsnamen (und spätere Abänderungen).

Artikel 1. Offizielle Form der Ortsnamen
1.1 Die Bezeichnungen der Bezirke, der Gemeinden, der dezentralisierten Gemeindeteile, der bewohnten Ortschaften, der geographischen Merkmale und jeder anderen territorialen Einheit, einschließlich der örtlichen und außerörtlichen Straßen Kataloniens haben als einzige offizielle Form die katalanische, außer jene des Arantals, welche als einzige offizielle Form die aranesische haben.
1.2 Die katalanischen oder aranesischen Bezeichnungen welche die zuständigen Organismen unter Beachtung der Prozedur, welche die geltende Ordnung vorschreibt, festlegen, sind die in jeder Hinsicht einzig legalen Bezeichnungen auf katalanischem Territorium.

Decreto 78/1991, dell’8 aprile, sull’uso della toponomastica (e successive modifiche).

Articolo 1. Forma ufficiale dei toponimi
1.1. I nomi delle circoscrizioni, dei comuni, delle entità comunali decentralizzate, dei nuclei abitati, delle forme geografiche e di qualsivoglia altra demarcazione territoriale, incluse le vie e le trade urbane ed extraurbane della Catalogna, hanno come unica forma ufficiale quella catalana, eccetto quelli della Valle d’Aran, che hanno come unica forma ufficiale quella aranese.
1.2. Le denominazioni in catalano o in aranese che definiscono gli organi competenti, in accordo con le procedure stabilite dall’ordinamento vigente, sono le uniche legali a tutti gli effetti in territorio catalano.

[CA] Article 2. Retolació a les vies urbanes i interurbanes
2.1 La retolació a totes les vies urbanes i interurbanes dins el territori de Catalunya ha de fer constar els topònims de Catalunya exclusivament en la seva forma oficial, amb l’única excepció del que disposa l’apartat 3 d’aquest article.
2.2 Quan en la retolació de les vies urbanes o interurbanes s’indiqui la direcció cap a un lloc de fora de Catalunya, el topònim corresponent ha de figurar en català si té una forma tradicional en aquesta llengua, sens perjudici que pugui figurar també en altres llengües. A la Val d’Aran, aquesta norma s’ha d’aplicar referida a l’aranès en el lloc del català.
2.3 Les prescripcions que estableix l’apartat anterior s’han d’aplicar també, dins el territori de Catalunya, als rètols situats fora de la Val d’Aran que designin topònims aranesos i als rètols situats a la Val d’Aran que designin topònims catalans de fora de la vall.

Artikel 2. Beschilderung der inner- und außerörtlichen Straßen
2.1 Auf der Beschilderung aller inner- und außerörtlichen Straßen auf katalanischem Territorium dürfen die Ortsnamen Kataloniens ausschließlich in ihrer offiziellen Form angeführt werden, mit Ausnahme dessen, was der 3. Absatz dieses Artikels festlegt.
2.2 Sofern die Beschilderung von inner- und außerörtlichen Straßen auf einen Ort außerhalb Kataloniens hinweist, muss das entsprechende Toponym in seiner katalanischen Form angeführt werden, unbeschadet der Möglichkeit, dass dieser Ortsname auch in einer anderen Sprache angeführt werden darf. Im Arantal wird diese Vorschrift hinsichtlich des Aranesischen anstatt des Katalanischen angewandt.
2.3 Die Vorschriften des vorangehenden Absatzes gelten auch innerhalb Kataloniens für die Beschilderung außerhalb des Arantals, welche aranesische Toponyme enthält und für die Beschilderung innerhalb des Arantals, welche katalanische Toponyme außerhalb des Arantals enthält.

Articolo 2. Segnaletica sulle strade urbane ed extraurbane
2.1 La segnaletica su tutte le strade urbane ed extraurbane su territorio catalano deve riportare i toponimi della Catalogna esclusivamente nella loro forma ufficiale, con l’unica eccezione di ciò che dispone il terzo capoverso di questo articolo.
2.2 Quando nella segnaletica di strade urbane ed extraurbane si indichi la direzione verso un luogo esterno alla Catalogna, il toponimo corrispondente deve figurare in catalano se ha una forma tradizionale in questa lingua, senza pregiudicare la possibilità di riportare il toponimo anche in altre lingue. Nella Valle d’Aran, questa norma va applicata riferita all’aranese invece che al catalano.
2.3 Le prescrizioni del capoverso anteriore vanno applicare anche all’interno della Catalogna, nella segnaletica situata fuori dalla Valle d’Aran e che si riferisca a toponimi aranesi, e nella segnaletica interna alla Valle d’Aran, che si riferisca a toponimi catalani esterni alla Valle.

[CA] Article 3. Ùs de la toponí­mia oficial en els serveis al públic
3.1 En tots els rètols externs i interns de Catalunya, els topònims de Catalunya han de constar en la seva forma oficial.
3.2 En tots els impresos, les capçaleres impreses de tota classe de papers, els segells i els matasegells, la premsa escrita, els fulletons publicitaris i altres elements anàlegs fabricats o editats a Catalunya per al seu ús a Catalunya, els topònims de Catalunya han de constar en la seva forma oficial.
3.3 Els mapes, les guies i, en general, les publicacions descriptives del territori que s’editin a Catalunya, han de fer constar els topònims de Catalunya en la seva forma oficial.
3.4 En tots els registres públics de Catalunya, inclosos els dependents de l’Administració de l’Estat, s’hi han de fer constar els topònims de Catalunya en la seva forma oficial.

Artikel 3. Gebrauch der Ortsnamen gegenüber der Öffentlichkeit
3.1 Auf allen internen und externen Beschriftungen in Katalonien müssen die Ortsnamen von Katalonien in ihrer offiziellen Form angeführt werden.
3.2 Auf allen Drucksachen, Briefköpfen, Stempeln, Poststempeln, in Presse, Werbung und anderen ähnlichen Elementen, die in Katalonien hergestellt oder verlegt werden und für den Gebrauch innerhalb Kataloniens vorgesehen sind, müssen die Ortsnamen in ihrer offiziellen Form aufscheinen.
3.3 Die Landkarten, die [Reise-]Führer und generell die landschaftsbeschreibenden Publikationen, welche in Katalonien verlegt werden, müssen die Ortsnamen Kataloniens in ihrer offiziellen Form anführen.
3.4 In allen öffentlichen Registern Kataloniens, einschließlich derer die vom Staate geführt werden, müssen die Ortsnamen Kataloniens in ihrer offiziellen Form angeführt werden.

Articolo 3. Uso della toponomastica ufficiale nei servizi destinati al pubblico
3.1 In tutte le scritte interne o esterne apposte in Catalogna, i toponimi della Catalogna devono figurare nella loro forma ufficiale.
3.2 Su tutte le stampe, le intestazioni stampate, i timbri, i timbri postali, la stampa, le pubblicità ed altri elementi analoghi fabbricati o editati in Catalogna per essere utilizzati in Catalogna, i toponimi catalani devono figurare nella loro versione ufficiale.
3.3 Le mappe, le guide e, in generale, le pubblicazioni descrittive del territorio edite in Catalogna devono utilizzare i toponimi della Catalogna nella loro forma ufficiale.
3.4 In tutti i registri pubblici della Catalogna, inclusi quelli dipendenti dall’amministrazione statale, i toponimi della Catalogna devono figurare nella loro forma ufficiale.

[CA] Article 4. Matrí­cules de vehicles
Les matrícules dels automòbils, les naus, les aeronaus i qualsevol altre tipus de vehicle s’han d’ajustar estrictament, si prenen l’origen en un topònim, a la forma oficial dels topònims de Catalunya, tant si aquests són designats completament com abreujadament.

Artikel 4. Fahrzeug-Kennzeichen
Wenn sie von einem Toponym hergeleitet werden, müssen sich die Kennzeichen der Automobile, der Schiffe, der Flugzeuge und jeder anderen Art von Fahrzeugen strikt an die offizielle Form der Toponyme Kataloniens halten, sowohl falls sie ausgeschrieben, als auch falls sie abgekürzt werden.

Articolo 4. Targhe dei veicoli
Le targhe delle automobili, delle navi, le aeronavi e di qualsiasi altro tipo di veicolo devono seguire strettamente, se prendono origine in un toponimo, la forma ufficiale dei toponimi della Catalogna, tanto se sono riportati completamente quanto se vengono abbreviati.

[CA] Article 5. Llibres de text i material escolar
No es pot autoritzar administrativament l’ús de llibres de text i de material didàctic destinat a les escoles de Catalunya si els topònims de Catalunya no consten en la seva forma oficial, sens perjudici que quan la llengua utilitzada en el llibre o el material no sigui la llengua oficial del topònim, aquest pugui fer-se constar també en la forma tradicional de la llengua vehicular, si en té.

Artikel 5. Schulbücher und Lehrmaterial
Schulbücher und Lehrmaterial dürfen nicht zum Gebrauch an katalanischen Schulen zugelassen werden, wenn sie die Toponyme Kataloniens nicht in ihrer offiziellen Form anführen; dessen ungeachtet dürfen die Ortsnamen auch in der traditionellen Form der Unterrichtssprache angeführt sein, falls diese nicht der offiziellen Form des Ortsnamens entspricht.

Articolo 5. Libri di testo e materiale didattico
Non si può autorizzare amministrativamente l’uso di libri di testo e di materiale didattico destinato alle scuole catalane se i toponimi della Catalogna non vi figurano nella loro forma ufficiale, senza pregiudicare la possibilità che quando la lingua utilizzata nel libro o nel materiale non sia la lingua ufficiale del toponimo, questo possa figurare anche nella forma tradizionale della lingua veicolare, se esiste.

[CA] Article 6. Retolació dels nuclis de població
6.1 Queda prohibida la col·locació a la via pública de rètols que continguin topònims de Catalunya inclosos en la denominació d’urbanitzacions privades, d’altres establiments de població disseminada o dels seus vials, si no hi figuren en la forma oficial o, si de cas hi manca, en la forma toponímica tradicional.

Artikel 6. Beschilderung von bewohnten Ortschaften
6.1 Die Anbringung von Schildern entlang der öffentlichen Straßen, auf welchen katalanische Ortsnamen, einschließlich derer von privaten Siedlungen, Streusiedlungen oder Straßen nicht in ihrer offiziellen Form, oder, falls nicht vorhanden, in ihrer traditionellen Form angeführt sind, ist verboten.

Articolo 6. Segnaletica dei nuclei abitati
6.1 È vietata la collocazione lungo la via pubblica di segnaletica che contenga toponimi catalani, inclusa la denominazione di urbanizzazioni private, villaggi sparsi o vie private, se non vi figurano nella loro forma ufficiale o, in assenza, nella forma tradizionale del toponimo.

[CA] Article 7. Foment
L’Administració de la Generalitat i les corporacions locals poden dur a terme accions i destinar fons per adequar els rètols públics de denominació de societats i altres entitats, d’establiments comercials, d’etiquetatge de productes, publicitat i d’altres àmbits socials, a l’ús de la toponí­mia oficial segons el que estableix aquest Decret.

Artikel 7. Förderungen
Die Verwaltung der Generalitat und die Lokalkörperschaften können Aktionen durchführen und Gelder zuweisen, um die öffentliche Beschilderung von Gesellschaften und anderen Körperschaften, Geschäfte, Produktetikettierungen, Werbung und in anderen gesellschaftlichen Bereichen die offiziellen Ortsnamen, wie durch dieses Dekret festgelegt, zu fördern.

Articolo 7. Promozione
L’amministrazione della Generalitat e gli enti locali possono portare a termine azioni e destinare fondi all’adeguamento della segnaletica pubblica di denominazioni societarie e di altre entità, di stabilimenti commerciali, delle etichette dei prodotti, pubblicità e in altri ambiti sociali, per l’uso della toponomastica ufficiale secondo ciò che stabilisce questo decreto.

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[CA] Commissió de toponí­mia

Funcions:

a) Procurar la coordinació entre l’Institut d’Estudis Catalans i el Consell General d’Aran i l’Administració de la Generalitat i els seus organismes autònoms en matèria de toponí­mia.
b) Actuar com a òrgan de coordinació amb altres entitats o institucions amb competències en el camp de la toponí­mia.
c) Proposar criteris i regles d’escriptura per a l’ús dels topònims en rètols, cartografia, publicacions i mitjans de difusió audiovisual, d’acord amb la normativa lingüística de l’Institut d’Estudis Catalans i del Consell General d’Aran.
d) Proposar criteris per a la determinació i fixació de la toponí­mia urbana, dels nuclis de població, de les divisions administratives, de la resta de la toponímia de Catalunya i de les formes catalanes de topònims d’altres llengües, sens perjudici de les competències que la legislació vigent atribueix als ajuntaments i a l’Administració de la Generalitat de Catalunya.
e) Proposar i emprendre mesures per a la difusió de la toponímia oficial i per al foment dels estudis de toponímia en general.
f) Elaborar propostes en relació amb la determinació dels topònims de competència local d’acord amb el que preveu la normativa aplicable en aquesta matèria.

Entitats que formen la Comissió:

Toponomastikkommission

Aufgaben:

a) Die Koordinierung zwischen Institut d’Estudis Catalans [höchste Institution der katalanischen Sprachforschung], dem Consell General d’Aran [der Selbstverwaltung der aranesischen Minderheit] und der Verwaltung der Generalitat und ihrer autonomen Toponomastik-Organismen.
b) Die Koordinierung mit anderen Körperschaften und Institutionen mit Zuständigkeiten im Bereich der Toponomastik.
c) Der Vorschlag von Schreibkriterien und -regeln für den Gebrauch der Ortsnamen auf Schildern, Kartographie, Publikationen und audiovisuellen Medien im Einklang mit den Normen des Institut d’Estudis Catalans und des Consell General d’Aran.
d) Der Vorschlag von Kriterien für die Ermittlung und Festlegung der Toponomastik der Gemeinden, der bewohnten Ortschaften, der Verwaltungseinheiten, der übrigen Ortsnamen Kataloniens und der katalanischen Exonyme für außerkatalanische Ortschaften, unbeschadet der Zuständigkeiten, welche geltende Gesetze den Gemeinden und der Generalitat vorbehalten.
e) Der Vorschlag und die Ergreifung von Maßnahmen zur Verbreitung der offiziellen Ortsnamen und für die Unterstützung von Toponomastikforschung im Allgemeinen.
f) Die Ausarbeitung von Vorschlägen zur Ermittlung von Ortsnamen, die in Gemeindezuständigkeit fallen, im Einklang mit den einschlägigen Normen.

Mitglieder der Kommission:

  • Mehrere Abteilungen der Generalitat de Catalunya:
    • Vizepräsidium,
    • Territorialpolitik und öffentliche Arbeiten,
    • Kabinettangelegenheiten und Öffentliche Verwaltungen,
    • Wirtschaft und Finanzen (Katalanisches Statistikinstitut-IDESCAT)
  • Institut d’Estudis Catalans
  • Katalanisches Kartographisches Institut
  • Konsortium zur Sprachnormierung
  • Vereinigung katalanischer Gemeinden und Bezirke
  • Katalanischer Gemeindenverband
  • Consell General d’Aran, aufgrund seiner Zuständigkeiten für die aranesische Toponomastik.

Quelle/Fonte: [Generalitat de Catalunya: Cartografia i toponímia]

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Sprachvolontariat.

Seit Jahren bewirbt die katalanische Sprachpolitik als vorbildlich und nachahmenswert, zuletzt etwa einmal mehr im Zusammenhang mit dem Konsumentenschutz (Stichwort: MediaWorld).
Nun holt Landesrat Tommasini (PD) mit dem »Voluntariat per les llengües« — das auch hierzulande seine katalanische Bezeichnung behält — erstmals einen kleinen Happen dieser Sprachpolitik nach Südtirol. Es handelt sich um ein Projekt der dortigen Secretaria de Polí­tica Lingüí­stica, bei dem katalanische Muttersprachlerinnen ihre Sprache auf freiwilliger Basis an andere weitergeben. Von der EU wurde es als Best Practice geadelt.

In Südtirol können sich Menschen beim Sprachvolontariat melden, die fließend Deutsch oder Dialekt sprechen. Bei informellen Treffen mit einer Lernerin soll dann für zehn Wochen — einmal wöchentlich — je eine Stunde lang gemeinsam Deutsch gesprochen werden. Das Ziel ist, den Lernerinnen die Gelegenheit zu geben, ihre Angst vor der Sprache abzubauen und sie in alltäglichen Situationen zu sprechen.

Interessierte können sich unter anderem online auf dem eigens eingerichteten Internetportal anmelden, auf welchem auch alle weiteren wichtigen Informationen zum Projekt erhältlich sind. Unklar ist bis dato, ob das Projekt nur italienischen Muttersprachlerinnen zugute kommen wird, oder ob es sich — wie in Katalonien — ausdrücklich auch an Zuwandererinnen und auswärtige Uni-Studentinnen richtet.

Ich hoffe natürlich, dass möglichst viele Südtirolerinnen an dieser Initiative teilnehmen — um die Deutschkenntnisse von Neuankömmlingen und Zweitsprachlerinnen zu verbessern, bestenfalls aber auch, um sprachgruppenübergreifende Freundschaften und somit den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

Nicht zuletzt kann dieses Projekt dazu beitragen, in Hinkunft noch mehr Sprachinitiativen nach katalanischem Vorbild nach Südtirol zu bringen und/oder auch hierzulande eine neue Dimension der Sprachpolitik zu eröffnen. Vielleicht wird der Landesregierung ja endlich bewusst, dass gute Einzelmaßnahmen wie jetzt das Sprachvolontariat nur dann gesamtgesellschaftlich greifen werden, wenn sie in eine einheitliche und zielgerichtete Sprachpolitik gegossen werden.

Bildung Migraziun Plurilinguismo Tech&Com | Best Practices Good News | Christian Tommasini | | Catalunya Südtirol/o | GENCAT Land Südtirol PD&Co. | Deutsch

Gebärdensprachgesetz.

Das katalanische Parlament hat gestern einstimmig ein eigenes Gebärdensprachengesetz (Llei de la Llengua de Signes Catalana – LSC) verabschiedet, das »der katalanischen Gebärdensprache den Wert gibt, der ihr zusteht und ihr den Status einer Sprache mit einem eigenen linguistischen System verleiht«, wie der Vizepräsident der Generalitat, Josep-Lluí­s Carod-Rovira (ERC) betonte. »Die katalanische Gebärdensprache ist eine der Sprachen Kataloniens und heute geben wir ihr in diesem Parlament — durch die institutionelle Anerkennung — jene Würde, die sie verdient.«

Es handelt sich um eine Sprachnorm, weilche den Sprachgebrauch, die Lehrvoraussetzungen, die Erlernung, die Forschung und die Übersetzung dieser Sprache regelt und außerdem einen eigenen Universitätstitel als Simultanübersetzer an katalanischen Fakultäten erschafft. Das Gesetz wird den rund 25.000 katalanischen Tauben und Taubstummen zugute kommen. So haben an der Plenarsitzung des Parlaments rund einhundert Vertreter von Vereinen und betroffenen Berufsgruppen teilgenommen, welche zum Teil auch aktiv an der Ausarbeitung der Norm beteiligt waren.

Laut Carod-Rovira wurde mit diesem Gesetz »soziale Gerechtigkeit geschaffen«. Das Gesetz, das die bereits seit Jahren existierende, benutzte und anerkannte katalanische Gebärdensprache regelt und fördert, mache aus Katalonien »einen Vorreiter neben Ländern wie Finnland und Schweden«.

Es ist immer wieder erstaunlich, in welche Sphären die Katalaninnen mit ihrer ausgezeichneten Sprachpolitik vordringen, während diesbezügliches Interesse in Südtirol häufig noch immer als Chauvinismus oder Spinnerei abgetan wird.

Solange — um ein Beispiel zu nennen — die meisten Post-Vordrucke nur einsprachig abgefasst sind, braucht man sich erst gar nicht zu fragen, in welcher Sprache die Blinden-Informationen in den Postämtern abgefasst sind.

Bildung Kohäsion+Inklusion Plurilinguismo Politik Postdienst Soziales Tech&Com | Best Practices Bilinguismo negato Good News | | | Catalunya Südtirol/o | ERC GENCAT | Deutsch

Sprachgesetz gerichtlich bestätigt.

Dem katalanischen Unternehmer Manuel Nevot war 2006 von der Agència Catalana de Consum (ACC) eine Strafe in Höhe von 400 Euro ausgestellt worden, weil er die Aufschriften seines Immobilienbüros nicht »zumindest auf Katalanisch« angebracht hatte, wie das dortige Sprachgesetz vorschreibt. Außerdem waren die amtlichen Beschwerdehefte* nur auf Spanisch verfügbar. ACC verfügte die sofortige Herstellung der Legalität.

Der Unternehmer argumentierte jedoch, er habe beruflich vor allem mit Spaniern aus anderen Regionen zu tun und weigerte sich, der Aufforderung von ACC nachzukommen. Er ging gerichtlich gegen die Auflagen und gegen das Sprachgesetz insgesamt vor, welches seiner Auffassung nach »die Freiheit der physischen und juristischen Personen einschränkt, sich einer beliebigen Sprache zu bedienen«. Das Gericht jedoch bestätigte jetzt die Auflagen sowie das Sprachgesetz in allen Punkten, indem es ausdrücklich feststellte, dass »mit der Strafe nicht der Gebrauch der spanischen Sprache, sondern das Fehlen des Katalanischen sanktioniert wurde« und dass das Sprachgesetz »die freie Sprachwahl des Einzelnen nicht schwächt, sondern stärkt«. Mit dieser letzten Argumentation bestätigte das Gericht die Generalitat [w], welche die Sprachrechte der Bürger- und der Konsumentinnen stets über die der Unternehmen und Behörden stellt.

Siehe auch:

*) In Spanien ist jeder Betrieb verpflichtet, fortlaufend nummerierte Beschwerdehefte zu führen, die in regelmäßigen Abständen den Behörden vorzuweisen sind. Darin können Konsumentinnen ihre Reklamationen eintragen.

Comparatio Minderheitenschutz Plurilinguismo Recht Verbraucherinnen Wirtschaft+Finanzen | Autonomievergleich Good News | | | Catalunya | GENCAT | Deutsch

Kommt die Landespolizei?

Heli mossos d'esquadra.Wenn es nach den Wünschen der SVP geht, soll das Land jetzt doch eine eigene Polizei erhalten. Die entsprechende Forderung wurde von Parteiobmann Richard Theiner offiziell gegenüber Rom erhoben. Bald vier Jahre sind vergangen, seit sich unsere Plattform erstmals für eine Landespolizei ausgesprochen hat, was damals noch herätisch klang — obwohl schon zahlreiche Autonomien in Europa (Wales, Katalonien, Baskenland…) über diese Zuständigkeit verfügten.

Der Grund für dieses Umdenken ist angeblich, dass zwei Dienstjahre beim Berufsheer zur Voraussetzung erklärt wurden, um in den Polizeidienst aufgenommen zu werden. Durch diese Hürde gibt es bei der Staatspolizei immer weniger Südtirolerinnen, was der Zweisprachigkeit des Dienstes deutlich schadet. Von den Folgen für unser Land einmal abgesehen, ist es eine merkwürdige, eines Polizeistaates würdige Voraussetzung für den zivilen Polizeidienst, zuerst beim Militär gedient zu haben.

Ob es sich bei Theiners jetziger Forderung nur um ein billiges Druckmittel handelt, eigene Stellenausschreibungen für Südtirolerinnen bei der Staatspolizei zu erwirken, oder ob es sich um die ernstgemeinte politische Absicht handelt, diese Schlüsselkompetenz für das Land gewinnen, wird sich erst noch zeigen.

Im Bild: Hubschrauber der katalanischen Landespolizei mossos d’esquadra.

Militär Plurilinguismo Politik Polizei | Autonomievergleich | Richard Theiner | | Südtirol/o | Mossos d'Esquadra Staatspolizei SVP | Deutsch

Trentino: T9 auf Ladinisch.

Die Landesregierung des Trentino hat auf Vorschlag des Comprenjorie Ladin de Fascia einstimmig beschlossen, 28.000 Euro in die Entwicklung eines Kurzmitteilungs-Spracherkennungssystems (sog. T9) für die ladinische Variante jenes Tales zu investieren. Damit soll der alltägliche Gebrauch der Sprache gefördert werden. 76% der Fassaner gaben in einer Umfrage an, Ladinisch bereits jetzt beim Verfassen von SMS regelmäßig zu gebrauchen.

In Zusammenhang mit dieser Initiative verlautbart Mònica Sabata, Direktorin von Linguapax Europe, einer gemeinsamen Initiative von Unesco und Gencat, dass Sprachen, die den Sprung in neue Medien und Technologien verpassen, zum Aussterben prädestiniert sind.

Die Union Generela ist vom Trentiner Projekt begeistert und prüft die Möglichkeit, es auf alle Varianten des Ladinischen auszudehnen.

Siehe auch:

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Studienobjekte.

Die Generalitat de Catalunya hat auf ihrem Webauftritt mehrere Übersetzungen des neuen katalanischen Autonomiestatuts veröffentlicht. Zumal ich schon desöfteren daraus zitiert oder darüber geschrieben habe, möchte ich hier die deutsche und die italienische Version als PDF-Datei zum Download anbieten.

Es lohnt sich, darin zu lesen: [Deutsch] [Italienisch]

Das katalanische Autonomiestatut, eine regelrechte Verfassung, wurde 2006 novelliert, weil das alte (aus dem Jahr 1979) der heutigen Realität nicht mehr Rechnung trug. Unser Autonomiestatut stammt aus dem Jahr 1972 — und ist damit noch sieben Jahre älter.

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