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Die großen Macher.
Quotation

Maulen wir nicht über die großen Macher, wenn wir es sind, die diesen Machern die Stadt überlassen.

der zurückgetretene Bozner Vize-BM Christoph Baur (SVP) in ff 25/2019

Siehe auch ‹1 ‹2

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CasaPound darf Park benennen.
Neuer Tiefpunkt in der Landeshauptstadt

Augen zu. Im Stadtrat von Bautzen schlägt die NPD vor, einen Stadtpark in »Park der Dresdner Märtyrer« umzubenennen. Den Bombardements der Alliierten seien Hunderttausende Deutsche zum Opfer gefallen. Seriöse Schätzungen sprechen jedoch von 20.000-25.000. Bei Enthaltung der CDU nimmt die rot-grüne Ratsmehrheit den NPD-Vorschlag an, auch die AfD stimmt dafür.

Augen auf — es war ein klein wenig anders. Im Stadtrat von Bozen schlägt CasaPound (CPI) vor, einen Stadtpark in »Park der Karsthöhlen-Märtyrer« umzubenennen. Den Partisaninnen seien 20.000 Italienerinnen zum Opfer gefallen. Seriöse Schätzungen sprechen jedoch von 5.000-10.000. Bei Enthaltung der SVP nimmt die rot-grüne Ratsmehrheit den CPI-Vorschlag an, auch die übrigen Rechtsparteien stimmen dafür.

Erst vor wenigen Jahren wurde in der Landeshauptstadt ein Denkmal für Norma Cossetto errichtet. Auch eine Straße ist nach ihr benannt.

Währenddessen wurden in anderen Südtiroler Städten — etwa Meran und Sterzing — umstrittene Namen gestrichen (wofür Bozen angeblich nicht bereit ist).

Nachtrag: Von 41 anwesenden Gemeinderatsmitgliedern haben 32 für den Vorschlag gestimmt. Vizebürgermeister Christoph Baur, Judith Kofler Peintner, Stephan Konder (alle SVP) und Claudio Volanti (PD) haben sich enthalten. Dagegen gestimmt haben Sylvia Hofer, Johanna Ramoser, Sebastian Seehauser, Luis Walcher und Peter Warasin (alle SVP).

Siehe auch ‹1 ‹2 ‹3 ‹4 ‹5 ‹6

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Christoph Baur für Zusammenarbeit mit CPI.

Es ist echt unfassbar: In der Südtiroler Landeshauptstadt reichen knapp 7% der Stimmen auf Gemeindeebene, um jeglichen antifaschistischen Konsens, so er jemals existiert hat, zum Einsturz zu bringen.

Kurz nach der Gemeinderatswahl wollte ein angeblich erschütterter Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) den Erfolg der faschistischen CasaPound Italia (CPI) als Auftrag an Gesellschaft und Politik verstanden wissen, »solche Tendenzen […] zu bekämpfen«.

Wenig später konterkarierte seine eigene Partei auf Gemeindeebene diesen Wunsch mit dem Angebot an Mario Tagnins Rechtsbündnis Uniti per Bolzano (UxB), Teil der Regierungskoalition zu werden. Für UxB sitzt unter anderem CPI-Mitglied Marco Caruso im Stadtparlament.

Doch nun kommt es noch dicker: Wenige Tage, nachdem gegen CPI Ermittlungen aufgenommen wurden, weil ihre Mitglieder eine Neuauflage des Marsches auf Bozen (»Bozner Blutsonntag«) inszeniert hatten, macht SVP-Vizebürgermeister Christoph Baur den Faschisten des dritten Jahrtausends via Tagblatt A. Adige sogar ein Angebot zur Zusammenarbeit jenseits »ideologischer Unterschiede«:

Ma la loro azione è stata ultimamente molto votata al concreto. Insomma meno ideologia e più lavoro sul terreno e nei quartieri intorno ai problemi concreti, anche ai piccoli. […] Che proprio su questo terreno c’è spazio per la collaborazione. Dico di più: anch’io magari avrò da imparare rispetto alla loro esperienza sulle strade, potrò trarre spunti interessanti per alcune azioni nei quartieri, ad esempio. […] Se sono stati bravi nel fare, ecco, proprio nel fare potremmo trovare spazio per un qualche dialogo.

— Christoph Baur (SVP), A. Adige, 20. Juni 2016

Ein führender SVPler, dessen Partei (bei aller Widersprüchlichkeit) aus dem Widerstand gegen Faschismus und Nationalsozialismus hervorgegangen war, kann sich heute also vorstellen, bei »konkreten Themen« mit den Erben derer zusammenzuarbeiten, die im 20. Jahrhundert unsägliches Leid über den gesamten Kontinent gebracht, die Rassismus, Menschenverachtung und Vernichtung von »Anderen« zur Staatsdoktrin gemacht, ein totalitäres und kriegstreiberisches Regime installiert und in Südtirol eine ethnische Säuberung begonnen hatten.

Was soll man da anderes sagen, als dass all das zum Kotzen ist? Vielleicht, dass man darauf hinarbeiten muss, dass die letzten verbliebenen genuin antifaschistischen Kräfte in diesem Land endlich zusammenfinden und eine Strategie gegen diesen Relativismus und diese unerträgliche Beliebigkeit entwickeln.

Siehe auch ‹1 ‹2 ‹3

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