Medici, la (non) parificazione secondo Palermo.

Sull’inserto locale del Corriere di sabato (5 settembre) è apparsa un’intervista a Francesco Palermo (ex senatore PD/SVP) sulla questione dei «medici tedeschi», in cui definisce l’emendamento dell’SVP «una risposta sbagliata a una richiesta legittima»:

Serve una specifica norme [sic] di attuazione, non una modifica della legge ordinaria.

aggiungendo che

deve essere posto in modo inequivocabile che la deroga per l’iscrizione all’albo, concedibile ribadisco solo con una specifica norma di attuazione, vale esclusivamente per la Provincia di Bolzano, specificando che il professionista in questione non avrebbe contatti con l’utenza del settore pubblico.

Ma che cosa c’è di così difficile nel concetto di parificazione tra le due lingue?

Anch’io sono dell’avviso che idealmente tutto il personale del sistema sanitario pubblico debba essere bilingue. Tuttavia, per il personale di madrelingua italiana già anni fa si è deciso di introdurre il limite dei tre anni (poi diventati cinque) per imparare il tedesco. Inoltre, i cosiddetti «gettonisti» di lingua italiana sono completamente esonerati dall’obbligo di bilinguismo.

Se le due lingue sono parificate, queste eccezioni devono valere per entrambe, altrimenti che si aboliscano — ma questo significherebbe dover licenziare in tronco un quarto dei medici in organico.

Una deroga, poi, necessariamente deve essere limitata nel tempo. I medici che parlano la sola lingua italiana, hanno tempo cinque anni per mettersi in pari con il tedesco. Sarebbe ragionavole una norma analoga a parti invertite.

Giusto, ma questo riguarda il settore pubblico (nel quale Palermo non vorrebbe nemmeno far lavorare i monolingui tedeschi). Per quanto riguarda l’iscrizione all’Ordine i medici che parlano la sola lingua italiana non hanno alcun obbligo di mettersi in pari con il tedesco. Anche in questo caso deve valere che la limitazione nel tempo deve valere per entrambi i gruppi linguistici o per nessuno. Altrimenti avremmo — come attualmente infatti abbiamo — una situazione discriminatoria.

È stato detto che la deroga varrebbe solo per i servizi sanitari privati non convenzionati con il pubblico

In tal caso, non servirebbe alcun intervento. È già previsto dalle normative europee in vigore che valgono per tutte le regioni dell’Unione, Alto Adige incluso. Per paradosso, se io fossi un medico e volessi aprirmi uno studio in Danimarca, senza sapere una parola di danese, nessuno me lo potrebbe vietare. Sarebbero poi gli utenti a scegliere se rivolgersi a me, magari accettando di confrontarsi in inglese.

Questo me la sentirei proprio di escluderlo, perché i monolingui tedeschi non sono stati espulsi solo dal sistema sanitario pubblico, bensì principalmente dall’Ordine, al quale bisogna essere iscritti per poter esercitare la professione. D’altronde la direttiva europea 2005/36/CE, al terzo comma dell’articolo 53 recita:

I controlli [sulla conoscenza delle lingue] possono essere imposti se la professione da praticarsi ha ripercussioni sulla sicurezza dei pazienti. […]

Ciò vale per «l’esercizio della professione» in generale e non solo per poter lavorare nel sistema sanitario pubblico.

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Erbitterter Widerstand gegen deutsche Ärztinnen.

Rund ein Viertel der im öffentlichen Südtiroler Gesundheitswesen beschäftigten Ärztinnen (257 an der Zahl) sind — laut dem zuständigem Landesrat, Thomas Widmann (SVP) — zum heutigen Tag der deutschen Sprache nicht mächtig. Personal mit dem öffentlichen Gesundheitssystem konventionierter Privatkliniken ist hier noch gar nicht berücksichtigt.

Während einsprachig italienische Ärztinnen privat und (aufgrund von Ausnahmeregelungen) auch im öffentlichen Bereich in Südtirol arbeiten dürfen, ist dies umgekehrt — für deutschsprachige Ärztinnen — seit über einem Jahr nicht mehr möglich. Damals wurde die entsprechende Praxis der zuständigen Kammer abrupt beendet, Mitglieder ohne Nachweis von Italienischkenntnissen mussten vor die Tür gestellt werden.

Sämtliche Versuche, die Gleichstellung der Sprachen wiederherzustellen, sind seitdem gescheitert. Gegen eine entsprechende Abänderung des vor seiner Verabschiedung stehenden Vereinfachungsgesetzes leistet nun eine Gruppe nationalistisch gesinnter Parlamentarierinnen der 5SB um die ehemalige Gesundheitsministerin Giulia Grillo erbitterten Widerstand. Auf ihrer Linie sind aber etwa auch der Verband der Ärztekammern und Luca Crisafulli, der auf Vorschlag der populistischen Bewegung in der Sechserkommission sitzt.

Seiner fragwürdigen Interpretation, dass einsprachig deutsche (im Unterschied zu einsprachig italienischen) Ärztinnen gar EU-Recht widersprächen, steht jene des EU-Rechtsexperten Walter Obwexer (Uni Innsbruck) diametral entgegen, der schon im Vorjahr konstatiert hatte, dass die Gleichstellung nicht nur mit Unionsrecht konform sei, sondern von diesem geradezu vorgeschrieben werde. Laut einschlägiger Richtlinie (2005/36/EG, Art. 53, Abs. 2) wäre es nämlich im Sinne der Niederlassungsfreiheit und Arbeitsnehmerfreizügigkeit sogar diskriminierend, zur Einschreibung in die Berufskammern die Kenntnis von mehr als einer Amts- oder Verwaltungssprache abzufragen.

Für die Einstellung im öffentlichen Sektor darf natürlich auch weiterhin der Zweisprachigkeitsnachweis verlangt werden.

Aufs EU-Recht nimmt auch Senator Meinhard Durnwalder (SVP) in einer Stellungnahme für Salto Bezug. Kollegin Julia Unterberger sieht es ähnlich. Ex-Senator Karl Zeller (SVP) kündigt in einem gestern im Corriere erschienenen Interview gar an, die Ärztekammer verklagen zu wollen, wenn sie Anwärterinnen ohne Italienischkenntnisse auch weiterhin die Aufnahme verweigert.

Lega-Chef Matteo Salvini (hallo Südtiroler Lega-Fans!) erteilte der Gleichberechtigung bei seinem gestrigen Wahlkampfauftritt in Bozen hingegen eine klare Absage — mit dem sonderbaren Argument, dass das Recht der Patientinnen gewahrt bleiben müsse, sich mit den Ärztinnen verständigen zu können. Offensichtlich gilt seine Sorge aber (prima gli italiani!) nur den italienischsprachigen Patientinnen, denn eine sofortige Entlassung der 257 Einsprachigen forderte er nicht.

Indes erklärte Senatspräsidentin und — eh — Südtirolfreundin Elisabetta Casellati (FI) die bereits genehmigte (!) Abänderung zum Vereinfachungsgesetz, die die Gleichstellung hätte durchsetzen sollen, einfach für unzulässig und strich sie wieder aus dem Gesetz.

In der Vorzeigeautonomie werden die verbrieften Rechte von rund 70% der Bevölkerung im wohl sensibelsten Bereich auch weiterhin systematisch behindert.

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Gesundheitswesen: Stellen ohne Proporz.

Am 11. Juni hat der Südtiroler Gesundheitsbetrieb (Sabes) die Landesregierung wieder einmal um eine Aufweichung des Stellenproporzes ersucht, und zwar für:

  • 10 Vollzeitstellen als biomedizinische Labortechnikerin;
  • 10 Vollzeitstellen als medizinisch-röntgentechnische Assistentin;
  • 1 Vollzeitstelle als Technikerin für Neurophysiopathologie;
  • 2 Vollzeitstellen als Orthoptistin/Ophthalmologie-Assistentin;
  • 2 Vollzeitstellen als Disponentin der Notrufzentrale;
  • 15 Vollzeitstellen als Pflegehelferin;
  • 20 Vollzeitstellen als Fachkraft;
  • 15 Vollzeitstellen als spezialisierte Hilfskraft;
  • 15 Vollzeitstellen als qualifizierte Sekretariatsassistentin;
  • 50 Vollzeitstellen als Krankenpflegerin.

Am 11. August stimmte die Landesregierung dieser Abweichung zu . Alle 140 Stellen würden der deutschen oder der ladinischen Sprachgruppe zustehen, gehen nun jedoch an Bewerberinnen der italienischen Sprachgruppe.

Wie ist es möglich, dass so viele Stellen, die den Sprachminderheiten zustehen würden, an die nationale Mehrheit vergeben werden müssen? Woher rührt der Mangel an Bewerberinnen? Dabei hat Südtirol im staatsweiten Vergleich doch eigentlich die günstigste demographische Entwicklung.

Fortwährend Ausnahmen vom Proporz zu beschließen, ohne dieser besorgniserregenden Entwicklung parallel durch strukturelle Maßnahmen entgegenzuwirken, kann nicht die Lösung sein. Dies umso mehr, als im Gesundheitswesen bereits Ausnahmen aus der Zweisprachigkeitspflicht gelten. So stehen die ausgewogene Vertretung der Sprachgemeinschaften und das Recht auf Gebrauch der Muttersprache auf der Kippe.

Siehe auch:

Arbeit Gesundheit Minderheitenschutz Plurilinguismo Politik Service Public Vorzeigeautonomie | Bilinguismo negato Italianizzazione Sprachgruppenproporz | | | Südtirol/o | Land Südtirol Sabes | Deutsch

Arbeit: Kostenlose Sprachkurse.

Unzulänglichkeiten bei den Zweitsprachkenntnissen zählen laut LPA zu den größten Hürden, um in Südtirol eine Arbeit zu finden. Deshalb haben die Ämter für Weiterbildung, für Zweisprachigkeit und Fremdsprachen sowie das Arbeitsservice eine Maßnahme zur Förderung der Zweitsprachkenntnisse entwickelt. Über Gutscheine, die von den Arbeitsvermittlungszentren vergeben werden, kommen Arbeitslose mit ungenügenden Sprachkenntnissen fortan in den Genuss von kostenlosen Zweitsprachlehrgängen. Gerade in der aktuellen Phase der durch Corona stark angestiegenen Arbeitslosigkeit kann das ein nützlicher Beitrag zur rascheren Wiedereingliederung in die Arbeitswelt sein.

(Warum heißt das Amt aber nicht »für Dreisprachigkeit und Fremdsprachen« und warum werden nicht auch die Drittsprachkenntnisse gefördert?)

Siehe auch:

Arbeit Bildung Plurilinguismo Service Public | Coronavirus Good News | | LPA | Südtirol/o | Land Südtirol | Deutsch

Ärztekammer, Durchführungsbestimmung vertagt.

Neben der umstrittenen Durchführungsbestimmung zum Rechnungshof hätte heute in der Sechserkommission unter anderem auch jene zur Eintragung von deutschsprachigen Ärztinnen in die zuständige Berufskammer behandelt werden sollen. Beide wurden jedoch vertagt.

Schon über ein Jahr ist es her, dass ein österreichischer Arzt mutmaßlich von der italienischen Gewerkschaft der Krankenpflegerinnen Nursing Up denunziert und in der Folge von der Ärztekammer ausgeschlossen worden war, weil er nicht über den Zweisprachigkeitsnachweis verfügte. Umgekehrt ist und war es nie ein Problem, Ärztinnen einzuschreiben, die ausschließlich die italienische Sprache beherrschen.

In der Folge kommen sie — anders als ihre deutschsprachigen Kolleginnen — in den Genuss einer Fristenregelung, um die zweite Sprache zu lernen, während sie längst im öffentlichen Gesundheitsbetrieb arbeiten.

Seit jenem Vorfall vor einem Jahr versucht die Südtiroler Politik wieder einmal in mühevoller Kleinarbeit — bis dato erfolglos —, das Problem zu lösen, das eine klare Diskriminierung der Minderheiten- im Vergleich zur offiziellen Staatssprache darstellt. Dabei spielt die Zeit wie so oft zugunsten der ohnehin bevorzugten lingua franca nazionale, die im Südtiroler Gesundheitswesen längst die Überhand gewonnen hat.

Siehe auch:

Arbeit Discriminaziun Gesundheit Gewerkschaften Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Politik Recht Service Public Staat vs Land Vorzeigeautonomie Zentralismus | Bilinguismo negato Italianizzazione | | | Italy Südtirol/o | Sabes Sechser-/Zwölferkommission | Deutsch

Il curioso bilinguismo dell’ANPAL.

L’Agenzia Nazionale Politiche Attive del Lavoro (ANPAL) si è dotata di un portale per l’espletamento dei servizi digitali. In ossequio allo Statuto di autonomia la pagina prevede anche l’opzione linguistica tedesca, vedi le bandierine in alto a destra:

cliccare per ingrandire

Tuttavia, salvo il pié di pagina, la traduzione si risolve nella frase «Die [Z]ugangstür zu den digitalen [D]iensten von ANPAL», contenente ben due errori di ortografia. Inoltre sono stati tradotti — correttamente! — i pulsanti «Einloggen» (Accedi) e «Registrieren» (Registrati), che però conducono ad altrettante pagine monolingui italiane.

Se in Sudtirolo un qualsiasi sito istituzionale fosse «tradotto» in italiano in questo modo, probabilmente Roma farebbe intervenire l’esercito. Ma essendo il tedesco una lingua minoritaria, di serie B, va tutto bene.

Anzi, probabilmente dobbiamo anche essere contenti di non venir dimenticati (o ignorati) completamente come avviene con le minoranze sarda, friulana, slovena, francese/francoprovenzale, ladina e tutte le altre.

Ancora una volta, lo Stato nazionale si rivela completamente incapace a rispettare, se non già valorizzare, il plurilinguismo — e perfino le proprie leggi.

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Lohnausgleich beim NISF – dank SVP.

Landesrat Philipp Achammer (SVP) kritisiert einer Pressemitteilung des Landes zufolge das NISF, weil die Auszahlung des außerordentlichen Lohnausgleichs langsam und umständlich verlaufe. Die Berechtigten gerieten aus diesem Grund in wirtschaftliche Schwierigkeiten — Achammer spricht von einem »unhaltbaren Zustand«.

Lustig: Ende November noch hatte die SVP einen Antrag der Grünen versenkt, dessen Ziel es war, die Abwicklung von Arbeitslosengeld und Lohnausgleichskasse vom NISF in die Verantwortung des Landes zu übernehmen. Dafür gäbe es sogar bereits die rechtlichen Voraussetzungen (DFBGvD 28/2013).

Sinngemäße Begründung von Fraktionssprecher Gert Lanz gegen das Ansinnen: mit dem NISF funktioniere alles wunderprächtig. Die Zuständigkeit für die Vergabe der Leistungen wolle man nur übernehmen, wenn man auch inhaltlich mitbestimmen kann.

Wir wissen also, wer für den »unhaltbaren Zustand« (mit-)verantwortlich ist. Doch leider können sich die, die jetzt vergeblich auf ihr Geld warten, davon nichts kaufen.

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