Hochqualifizierte? Nein, danke.

Das Pew Research Center hat am 22. Jänner die Ergebnisse einer neuen Studie zum Thema Immigration veröffentlicht. Dabei wurde in zwölf Staaten erhoben, wie die jeweilige Bevölkerung zur Einwanderung hochqualifizierter Migrantinnen steht.

Mit 88% sprach sich in Schweden der größte Anteil der Befragten dafür aus, Menschen mit hoher Qualifikation zur Einwanderung zu ermutigen. Nur 11% würden sich dort diesem Ansinnen widersetzen.

Nur in Israel (42%) und Italien (35%) kann sich weniger als die Hälfte der Bevölkerung für die Einwanderung von qualifizierten Fachkräften erwärmen. Rund die Hälfte der Befragten sprach sich sogar explizit dagegen aus.

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Einwanderung: Gut oder schlecht?

Zwischen dem 4. und dem 17. Jänner 2019 wurde für das World Economic Forum in 29 größeren Staaten (fast) aller Weltregionen eine Umfrage zum Thema der Globalisierung durchgeführt.

Ich will hier die Frage zur Einwanderung unter die Lupe nehmen. Diesbezüglich sticht nämlich Europa (aufgeteilt in »West« und »Ost mit Zentralasien«) als die einzige Weltregion heraus, in der eine negative Einstellung vorherrscht.

Weltweit stimmen durchschnittlich 57% aller Befragten der Aussage zu, dass Immigrantinnen für das eigene Land eher gut sind.

Unter diesem Durchschnitt befinden sich nur Lateinamerika und Karibik (55%), Westeuropa (46%) sowie Osteuropa und Zentralasien (40%). Im asiatischen Süden haben hingegen fast drei Viertel der Menschen eine positive Einstellung zur Immigration.

Sieht man sich die nach einzelnen Staaten aufgeschlüsselten Ergebnisse an, herrscht in Saudi Arabien bei fast 80% der Menschen die Auffassung vor, dass Immigrantinnen für das eigene Land positiv seien. Es folgen Ägypten und Indien (beide 78%), Kanada (72%) und China (70%).

Von den fünf westeuropäischen Ländern, in denen die Umfrage durchgeführt wurde, sind die Menschen nur im Vereinigten Königreich (60%) und Spanien (58%) mehrheitlich der Meinung, dass Immigration für ihr Land gut sei. Damit liegen sie auch über dem weltweiten Durchschnitt von 57%.

Was Osteuropa und Mittelasien betrifft, halten sich positive und negative Einstellungen in Rumänien und in der Ukraine (beide 49%) die Waage, während in Polen (33%) und Russland (32%) nur ein Drittel der Menschen überzeugt sind, dass sich Immigration eher positiv auswirkt.

Schlusslicht ist Italien (30%), wo die Auffassung vorherrscht, dass die Zugewanderten für das Land eher schlecht seien.

Es gilt zwar zu berücksichtigen, dass es sich hier um eine ziemliche utilitaristische Betrachtung von Zuwanderung handelt. Doch die Werte dürften auch ein guter Indikator für die grundsätzliche Einstellung zur Migration sein.

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Brexit? Meglio l’indipendenza.

Secondo una nuova inchiesta a cura dell’istituto Panelbase per The Sunday Times Scotland e l’emittente radiofonica LBC, quasi il 59% di scozzesi pensa che l’indipendenza sarebbe un’alternativa migliore rispetto a una cosiddetta Hard Brexit, ovvero la fuoriuscita del Regno Unito dall’Unione Europea senza intesa fra le parti.

Il 53% però rimane dello stesso avviso anche se la Brexit fosse negoziata.

L’abbandono dell’Unione Europea — contro il chiaro voto di Scozia e Irlanda del Nord, favorevoli al Remain — mette dunque a dura prova l’unità del Regno Unito.

Se si votasse in questo momento, tuttavia, solo il 47% di scozzesi sosterrebbe l’indipendenza, contro un 53% che preferirebbe continuare a far parte del Regno Unito. Evidentemente una fetta di scozzesi spera ancora che la Brexit non si avveri.

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Brexit-Minister zurückgetreten.
Abspaltung Nordirlands befürchtet

Dominic Raab ist heute als britischer Minister für den Austritt aus der Europäischen Union zurückgetreten. Er ist damit nicht das einzige, aber wohl das bislang signifikanteste Mitglied der Regierung von Theresa May, das im Zusammenhang mit dem bekannt gewordenen Vorvertrag zwischen Vereinigtem Königreich und EU zum Brexit den Hut genommen hat. Signifikant auch deshalb, weil der EU-Austritt sein ureigenster Kernbereich war. Das Rücktrittschreiben an die Premierministerin machte Raab persönlich in den sozialen Netzwerken publik, und darin werden zwei Hauptgründe für seine Entscheidung genannt. Der erste und wichtigste ist, dass der nunmehrige Ex-Minister um die Einheit des Königreichs fürchtet: Der in der Einigung enthaltene Lösungsansatz für das künftige Verhältnis zwischen Belfast und Dublin sei eine reale Gefahr für die territoriale Integrität.

Anders als Schottland oder Wales hat Nordirland in dieser Frage eine starke Verbündete: die Geographie.

Siehe auch:

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Der Umgang mit öffentlichen Mitteln.

Aus dem Global Competitiveness Report 2017-2018 des World Economic Forum (WEF): die Bewertung der Effizienz öffentlicher Ausgaben.

Weltweit schneiden die Vereinigten Arabischen Emirate am besten ab, europaweit ist Deutschland führend. Ebenfalls gut behaupten sich kleine Länder wie Luxemburg, Island oder Malta. Österreich befindet sich im unteren Drittel der 136 Staaten umfassenden Wertung, Italien und Griechenland sind europäische Schlusslichter.

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Schock: Englischer Postkasten in Schottland.

Royal Mail hat sich entschuldigt, weil im schottischen Dunoon versehentlich ein Postkasten aufgestellt wurde, auf dem die Insignien von Königin Elisabeth mit dem Monogramm »EIIR« aufscheinen. Das hatte nicht nur in der rund 8.500 Einwohnerinnen zählenden Stadt, sondern in ganz Schottland für Irritationen gesorgt.

Symbolbild

Grund ist die Tatsache, dass Elisabeth I. zwischen 1558 und 1603 regiert hatte, als die Königreiche von England und Schottland noch nicht vereinigt worden waren. Das geschah erst 1707.

Aus diesem Grund wird die derzeitige Monarchin nördlich des Hadrianswalls auch nicht als Elisabeth die Zweite anerkannt. Kurz nach ihrer Thronbesteigung 1952 wurde denn auch — nach Protesten und Sabotageakten im Norden — ein eigenes Postkastenmodell für Schottland ohne »EIIR«-Monogramm entwickelt.

Die Säule in Dunoon wird laut Royal Mail natürlich umgehend ausgetauscht.

»Haben wir denn keine wichtigeren Probleme?«

Über soviel Rücksichtnahme wird man in Südtirol vermutlich schmunzeln. Hierzulande wäre ja nur ein Hundertstel davon nötig, um Jahrzehnte währende Sprachverhunzungen zu beseitigen. Doch dafür reichen bei der italienischen Post auch zehn Millionen aus dem Landessäckel offenbar nicht.

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Der Nationalismus- und Intoleranz-Index.

Das Pew Research Center, ein unparteiischer Fact Tank mit Sitz in Washington D.C., hat Ende Mai die Studie Being Christian in Western Europe veröffentlicht, in deren Rahmen auf der Grundlage von 22 relevanten Fragen auch ein 15 Westeuropäische Länder umfassender Nationalismus- und Intoleranzindex erstellt wurde. Dieser sogenannte NIM-Score (mit Werten von 0 bis 10) umfasst dabei den Nationalismus sowie die Feindseligkeit gegenüber Immigration und religiösen Minderheiten.

Südtirol befindet sich dabei am Schnittpunkt zweier Staaten, deren Bevölkerung in Westeuropa besonders schlecht abschneidet: Fast vier von zehn Italienerinnen und — mit einigem Abstand — knapp drei von zehn Österreicherinnen erzielen einen kombinierten NIM-Wert von über fünf von zehn Punkten.

Einen ähnlich großen Sprung wie zwischen dem erstplatzierten Italien und dem zweitplatzierten Österreich (neun Prozentpunkte) finden wir nur am Ende der Skala noch einmal, zwischen dem besonders toleranten Schweden und den Niederlanden (acht Prozentpunkte).

Betrachten wir den Medianwert (0-10), fallen einige signifikante Unterschiede auf: Während es etwa in der portugiesischen Bevölkerung relativ wenige »intolerante Nationalistinnen« (mit mehr als fünf Punkten) gibt, liegt Portugal (3,5) hier hinter Italien (4,1) an zweiter Stelle.

Zu einigen speziellen Fragestellungen*:

  • 93% der Portugiesinnen (AT: 85% – IT: 84% – CH: 84% – ES: 79% – DE: 78%) sind stolze Mitglieder ihrer Nation.
  • 87% der Finninnen (AT: 69% – DE: 66% – IT: 64% – CH: 64% – UK: 62%) sind stolz, Europäerinnen zu sein.
  • 93% der Christinnen in Portugal (IT: 78% – AT: 66% – CH: 64% – DE: 62% – UK: 61%) sind stolz, Christinnen zu sein.
  • 12% der Italienerinnen (AT: 8% – DE: 8% – CH: 8% – NL: 1%) würden keine jüdischen Nachbarinnen akzeptieren.
  • 21% der Italienerinnen (AT: 13% – DE: 13% – CH: 13% – NL: 3%) würden keine muslimischen Nachbarinnen akzeptieren.
  • 62% der Finninnen (IT: 53% – AT: 48% – DE: 44% – CH: 42% – PT: 31%) glauben, dass der Islam mit der Kultur und den Werten ihres Landes fundamental inkompatibel sei.
  • 30% der Italienerinnen (AT: 24% – DE: 24% – CH: 23% – PT: 12%) sagen, muslimische Frauen sollten gar keine religiöse Kleidung tragen dürfen.
  • 26% der Italienerinnen (AT: 23% – CH: 21% – DE: 17% – SE: 8%) sagen, dass die Lehren mancher Religionen Gewalt fördern.
  • 37% der Belgierinnen (IT: 32% – AT: 25% – DE: 25% – CH: 23% – FI: 8%) fühlen sich aufgrund der Anzahl an Musliminnen wie Fremde im eigenen Land.
  • 36% der Portugiesinnen (IT: 31% – CH: 24% – AT: 22% – DE: 19% – SE: 13%) stimmen der Aussage zu, dass Jüdinnen immer ihre eigenen Interessen und nicht jene des Landes, in dem sie leben, verfolgen.
  • 36% der Italienerinnen (AT: 22% – CH: 21% – DE: 18% – SE: 11%) stimmen der Aussage zu, dass die Jüdinnen ihr historisches Leid überschätzen.

Interessant ist abschließend, dass bei Christinnen (praktizierend oder nicht) in allen Ländern** die Wahrscheinlichkeit teils deutlich höher ist, einen kombinierten NIM-Wert von über fünf (von zehn) zu erreichen, als bei Menschen, die sich religiös nicht zuordnen.

Siehe auch:

*) nicht alle fließen in den NIM-Score ein
**) eine Ausnahme bilden praktizierende Christinnen in Norwegen

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