Faschokonzert auf Runkelstein abgesagt.

Der Bozner Bürgermeister Renzo Caramaschi, aber auch die gebietsmäßig zuständige Gemeinde Ritten sollen dem für Samstag geplanten Faschokonzert auf Schloss Runkelstein ihre Zustimmung entzogen haben. Für die von Helmuth Rizzolli geleitete Stiftung Bozner Schlösser, die die Veranstaltung zunächst genehmigt hatte, ist das eine Bloßstellung.

Der ehemalige SVP-Gemeinderat will — wie die heutige TAZ berichtet — keinerlei Verdacht geschöpft haben, obschon ihn im Vorfeld eine Delegation mit CPI-Frontmann Andrea Bonazza auf Schloss Runkelstein besucht und Casaitalia die Veranstaltung angemeldet hatte.

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Siegesdenkmal: Ein bisschen Selbstbetrug?

Normalerweise droht dem faschistischen Gebauten der Verlust durch Zerstörung, Wegnahme oder Verhüllung. Der Bozner Weg des dekonstruktiven Umgangs impliziert eine Form demokratisch-aufgeklärter Gelassenheit, die mit “Mut” annähernd beschrieben werden kann.

Hannes Obermair, Bozner Stadtarchivar und Historiker, in einem Interview* über das Siegesdenkmal, an dessen Umgestaltung er beteiligt war.

Könnte man die genannte »Gelassenheit« in einer Stadt, in der

eventuell auch annähernd mit »fehlendem Mut« beschreiben?

Ich denke, dass die Einordnung (Mut/Mutlosigkeit) nur im gesellschaftlichen und politischen Kontext erfolgen kann. Und immerhin war man zumindest der Meinung, den Eingriff im Vorfeld geheimhalten zu müssen, um ihn nicht an politischem Widerstand scheitern zu lassen — was nicht gerade für Courage spricht.

*) Salto in Zusammenarbeit mit der Fachabteilung Museen der Autonomen Provinz Bozen

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Compattezze.
Quotation 379

Nostro buon interlocutore è un socialista del Pd. Su ecologia e ambiente votiamo compatti coi Verdi, dunque con la maggioranza.

Andrea Bonazza (CPI), citato da L’Espresso, edizione odierna («Nazitalia»), nell’articolo «Heil Bozen!».

Certo, votare «compatti» con CasaPound su temi che dovrebbero essere i propri non è una colpa — diversamente dall’essere «buoni interlocutori» delle neofasciste. Infatti nessuna con un minimo di buonsenso chiederà mai alle Verdi di abbandonare l’ecologismo. Tuttavia…

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SS: Bonazza schändet den Gemeinderat.

Der rechtsextremistische Bozner Gemeinderat Andrea Bonazza (CasaPound) trug letzte Woche bei einer offiziellen Sitzung des Stadtparlaments einen Pullover mit der Aufschrift »Charlemagne« und dem (angeblich nachträglich erfundenen) Truppenkennzeichen der gleichnamigen französischen SS-Division. Dies bemerkte die Antifa Meran in einem Internetvideo — während im Gemeinderat offenbar niemand so aufmerksam war, die bestürzende Anspielung wahrzunehmen und darauf angemessen zu reagieren.

»Charlemagne« war eine nach Karl dem Großen benannte, berüchtigte SS-Freiwilligendivision, deren Mitglieder Hitler »bis zum bitteren Ende« treu blieben, auch noch dann, als die Niederlage bereits unausweichlich war. Sie genießt deshalb unter Neonazis großes Ansehen.

Die verbreitete Apathie macht mir Angst. Wir, aber vor allem die demokratischen Kräfte im Gemeinderat der Landeshauptstadt, sollten nicht weiter tatenlos dabei zusehen, wie Leute, die aus ihrer faschistischen Gesinnung kein Hehl machen, unsere demokratischen Institutionen von innen verhöhnen und schänden. Vielleicht sollte man sich dabei auch an anderen Parlamenten orientieren, wo alle anderen Fraktionen geschlossen den Saal verlassen, sobald Antidemokraten das Wort ergreifen.

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‘CasaPound’ feiert Battisti am Siegesdenkmal.

Trotz eines ausdrücklichen Verbots, das Bürgermeister Renzo Caramaschi (parteilos) der rechtsextremistischen Vereinigung und — zur Kenntnis — dem Polizeipräsidenten Lucio Carluccio hatte zukommen lassen, konnte CasaPound am Dienstag offenbar völlig unbehelligt drei Lorbeerkränze am Bozner Siegesdenkmal niederlegen. Dies belegen Fotos, die die Faschisten des dritten Jahrtausends im Internet veröffentlicht haben. Andrea Bonazza trug dabei einen Alpinihut.

Die Ehrung erfolgte in Gedenken an die Hinrichtung des Irredentisten Cesare Battisti am 12. Juli 1916 durch Österreich-Ungarn. Die Kränze wurden jeweils unter den Büsten von Cesare Battisti, Damiano Chiesa und Fabio Filzi platziert.

Daraufhin besichtigte die neofaschistische Delegation noch die Ausstellung im Keller des faschistischen Siegesdenkmals, um die »küntlerische Schönheit« zu bestaunen und »den tief historischen und patriotischen Inhalt« zu feiern. Anlass sei das 90jährige Jubiläum der Grundsteinlegung gewesen. Auf den von der Bewegung veröffentlichten Bildern ist zu sehen, wie die NeofaschistInnen eine offizielle Führung in Anspruch nehmen.

An den Straßenschildern der Battisti, Chiesa und Filzi gewidmeten Straßen in Bozen brachten die Extremistinnen zudem Trikoloreschleifen an.

Was unternehmen Politik und demokratische Institutionen, um das immer ungeniertere Treiben von CasaPound in unserer Landeshauptstadt einzudämmen? Und: Muss man die »Historisierung« des faschistischen Monuments möglicherweise noch einmal überdenken, um ein »bejahendes Gedenken« zu unterbinden?

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Rotes Kreuz rettet Ruf eines Faschisten.

Als Stadtviertelrätin Caterina Foti von A. Adige nel Cuore (AAnC) vor einigen Monaten zur rechtsextremistischen CasaPound wechselte, zögerte die Gewerkschaft SGK (UIL) nicht lange und schloss sie aus ihren Reihen aus. Menschenverachtendes, totalitäres Gedankengut ist mit der Vertretung von Arbeiterinnen, noch dazu bei den Bozner Sozialdiensten, wo Foti nach wie vor tätig ist, nicht vereinbar. Sie muss seitdem mit der UGL, Nachfolgeorganisation der MSI-nahen Gewerkschaft CISNAL, Vorlieb nehmen.

Weit weniger konsequent scheint das Italienische Rote Kreuz (IRK) zu sein. Eigentlich möchte man meinen, dass eine internationale Rettungsorganisation, die allen Menschen ungeachtet ihrer Herkunft helfend zur Seite stehen will, keinen Platz hat für Leute, die in der Politik für Rassismus und Gewalt einstehen. Doch offensichtlich ist das anders: IRK-Sanitäter Sandro Trigolo sitzt seit der Wahl vom 8. Mai für die Faschisten des dritten Jahrtausends im Gemeinderat der Landeshauptstadt. Gemeinsam mit Andrea Bonazza und Maurizio Puglisi Ghizzi nahm er anlässlich ihres Amtsantritts an der Inszenierung eines neuen faschistischen Marsches auf das Bozner Rathaus teil. Mit dabei auch Parteifreund Davide Brancaglion, der beschuldigt wird, einen Jugendlichen aus politischen Gründen krankenhausreif geschlagen zu haben.

Wie all das mit dem Selbstbild und dem gesellschaftlichen Auftrag des Roten Kreuzes vereinbar soll, scheint schleierhaft. Dabei spricht Trigolo immer wieder öffentlich von seiner IRK-Mitgliedschaft, womit ein verharmlosender Eindruck seines autoritären Gedankenguts entsteht.

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