Fratelli d’Italia und der düstere Wald.

Am morgigen Mittwoch findet in der Nähe von Padua eine Veranstaltung mit dem klingenden Titel La dottrina del fascismo (Die faschistische Doktrin) statt, an der Mussolini-Enkel Caio Giulio Cesare (FdI) als Spezialgast teilnimmt.

Als Veranstalterinnen scheinen die Partei von Alessandro Urzì, Fratelli d’Italia (FdI), der Verlag Passaggio al Bosco und die rechtsradikale Studentinnenvereinigung Azione Studentesca auf.

Passaggio al Bosco, deren Name sich ausdrücklich auf den Waldgang von Ernst Jünger bezieht, führt nicht nur Publikationen wie White Guilt — Il razzismo contro i bianchi al tempo della società multietnica im Programm, sondern auch ein Buch mit dem Titel La dottrina del fascismo. Wie die morgige Veranstaltung. Autoren des Werks sind keine Geringeren als Benito Mussolini und Giovanni Gentile.

Doch damit nicht genug: Als Konferenzteilnehmer scheinen neben Vertretern von Azione Studentesca (Moderation), FdI und dem »Waldgängerverlag« auch Vertreter von Ordine Futuro (Forza Nuova), des »Kulturvereins« VFS (Veneto Fronte Skinhead) und Continuità ideale RSI (Repubblica Sociale Italiana) auf.

Haben Sie uns etwas zu sagen, Herr Urzì?

Siehe auch:

Faschismen Politik Publikationen Racism Termin | | Alessandro Urzì | | Italy Venetien-Vèneto | PDL&Co. | Deutsch

Bozen: Faschistinnen im Festsaal.

Am morgigen 28. März findet um 20.30 Uhr im Festsaal der Gemeinde Bozen (Gumergasse 7) ein Vortrag der Autorin Francesca Totolo statt. Zuvor wird sie (ab 18.30 Uhr) in der kürzlich am Siegesplatz eröffneten Buchhandlung des CasaPound-Verlags Altaforte ihr dort erschienenes Buch Inferno SpA – Viaggio tra i protagonisti del business dell’accoglienza vorstellen.

Totolo schreibt auch für das neofaschistische Kampfblatt Il Primato Nazionale.

Die Landeshauptstadt unternimmt nicht bloß zu wenig, um den Faschistinnen Einhalt zu gebieten, sie rollt ihnen auch noch den roten Teppich zum amtlichen Festsaal aus, wo sie ihre menschenverachtende Hetze unter dem Siegel des Bozner Stadtwappens verbreiten können.

(In Meran wäre Derartiges nur noch schwer möglich.)

Siehe auch:

Faschismen Migraziun Nationalismus Politik Publikationen Racism Termin | | | | Südtirol/o | CPI | Deutsch

Hilfe, die wirklich hilft.
Veranstaltungshinweis

Zum kommenden Mittwoch, den 27. März, laden die Stiftung Südtiroler Sparkasse und das Kuratorium Marienberger Kulturgespräche zum Vortrag des Schriftstellers Ilja Trojanow mit dem Thema

Welche Hilfe macht künftige Hilfe überflüssig?

in den Tagungssaal der Sparkasse-Academy in der Bozner Sparkassenstraße. Trojanow wurde 1965 in Sofia geboren, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland. Doch schon 1972 zogen die Trojanows nach Kenia, wo auch Ilija mit einer Unterbrechung bis 1984 lebte. Von 1984 bis 1989 studierte er in München Jura und Ethnologie, lebte später in Mumbai, Kapstadt, Mainz und — derzeit — in Wien.

Was Hilfe sein und wie sie funktionieren kann, recherchierte [Ilija Trojanow] im Rahmen einer einjährigen Reise durch acht Länder in vier Kontinenten, durch intensive Gespräche mit Bauern und Aktivistinnen, Menschenrechtlern und Ärztinnen, Minenarbeitern und Lehrerinnen.

aus der Einladung

Eine Anmeldung unter der Telefonnummer 0471 316 017 ist erforderlich.
Veranstaltungsbeginn ist 19.00 Uhr.

Kohäsion+Inklusion Solidarieté Soziales und Arbeit Termin Wirtschaft+Finanzen | Zitać | | | Südtirol/o | | Deutsch

Neofaschistischer Bücherladen.

Die schwarze Krake breitet sich weiter ungehindert über Bozen aus: neben den Vereinssitzen, dem zweimaligen Einzug ins Rathaus, der Gründung eines eigenen Onlinemediums oder der Eröffnung eines einschlägigen Klamottenladens möchte nun auch die neofaschistische Altaforte edizioni in der Landeshauptstadt Fuß fassen.

Altaforte ist aus dem Verlagshaus des CasaPound-Blatts Il Primato Nazionale entstanden und wird am 23. Februar in Piacenza ihre erste Buchhandlung eröffnen. Wenige Tage später, am 2. März, soll bereits der zweite Standort folgen — am Bozner sogenannten Siegesplatz, der wieder seine Rolle als Gravitationsfeld der Rechtsextremen wahrnimmt.

Bei Altaforte sind mit Titeln wie La morte della Repubblica (Der Tod der Republik) oder La nazione fatidica (Die schicksalhafte Nation) bislang ein halbes Dutzend Bücher erschienen.

Siehe auch:

Faschismen Termin Wirtschaft+Finanzen | Faschistische Relikte | | | Südtirol/o | CPI | Deutsch

Minderheitensituation in Israel.
Vortrag heute in Bozen

Im Anschluss an die Generalversammlung der Südtiroler Gesellschaft für Politikwissenschaft | politika findet heute Freitag, 2. Februar 2019, ab 19.30 Uhr im Alten Rathaus in Bozen ein Vortrag von Cecilia Gialdini zu Bildungs- und Identitätspolitik von Minderheiten am Beispiel der Palästinenser in Israel statt. Der Vortrag ist in italienischer Sprache.

Bildung Minderheitenschutz Politik Termin Wissenschaft | | | | Südtirol/o | politika | Deutsch

»Die Hauptstadt« in Bozen.

Von heute bis zum 27. Jänner spielen die Vereinigten Bühnen Bozen (VBB) im Stadttheater (Studio) Die Hauptstadt von Robert Menasse, und zwar jeweils donnerstags, freitags und samstags um 20.00 Uhr sowie am Sonntag, den 27. Jänner um 18.00 Uhr. Am 17. und am 24. Jänner gibt es jeweils ab 19.15 Uhr eine Stückeinführung.

Am Sonntag, den 13. Jänner ab 18.00 Uhr liest Robert Menasse aus dem gleichnamigen Roman und spricht mit dem ORF-Journalisten Andreas Pfeifer über die Zukunft Europas.

Am Mittwoch, den 23. Jänner um 20.00 Uhr findet — in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Bildungszentrum (SBZ) und dem Netzwerk für PartizipationAlles kann passieren! Ein Polittheater statt, ein Projekt von Florian Klenk und Doron Rabinovici.

An der Sprache könnt ihr sie erkennen: Matteo Salvini, Herbert Kickl, Viktor Orbán, Jarosław Kaczyński, Mateusz Morawiecki, Heinz-Christian Strache, Norbert Hofer und Miloš Zeman. — Der Schriftsteller Doron Rabinovici montierte Reden von Europas neuen starken Männern zu einem Polittheater, das die Gegenwart einer illiberalen Wende deutlich macht.

Es lesen unter anderem Helene Christanell, Cornelia Dell’Eva, Katharina Erlacher,
Sabina Frei, Irene Heufler, Olivia Kieser und Waltraud Staudacher.

Siehe auch:

Politik Publikationen Termin | Zitać | Doron Rabinovici Robert Menasse | ORF | Südtirol/o | EU Freiheitliche Lega VBB | Deutsch

Protest gegen unmenschliche Politik.

Der Verein Bozen Solidale ruft für heute Abend um 18.00 Uhr am Bozner Rathausplatz zum Protest gegen das sogenannte Sicherheitsdekret des rechtsradikalen Innenministers Salvini (Lega) und der gelb-blauen Regierung auf. Die gesetzliche Maßnahme sei diskriminierend, produziere Illegalität und benutze Migrantinnen als wahltaktische Tauschware.

Viele Städte und Gemeinden haben sich bereits zu zivilem Ungehorsam gegen das Gesetz entschieden oder überlegen entsprechende Schritte — zum Beispiel Meran. Darüberhinaus erklärten sich Bürgermeisterinnen europaweit dazu bereit, aus der Seenot gerettete Geflüchtete auch gegen den Willen der jeweiligen staatlichen Regierungen aufzunehmen.

Der von einer Mittelinkskoalition getragene Bozner Bürgermeister Renzo Caramaschi ließ jedoch mit der Aussage aufhorchen, dass ein Staatsgesetz wie Salvinis Sicherheitsdekret ohne Wenn und Aber anzuwenden sei. Die Verwaltung der Landeshauptstadt war während der letzten Tage wieder in die Kritik geraten, weil Ortspolizei und Umweltdienste (SEAB) Obdachlosen aus vorgeblichen »Hygienegründen« ihre Habseligkeiten, einschließlich Decken weggenommen haben sollen.

Gegen diese unmenschliche Politik wird heute in Bozen protestiert.

Siehe auch:

Grundrechte Kohäsion+Inklusion Migraziun Politik Racism Recht Termin Ungehorsam+Widerstand | Good News | Renzo Caramaschi | | Südtirol/o | 5SB/M5S Lega Ortspolizei | Deutsch

DiscoverEU: Bis morgen bewerben.
Gratis-Travelpass für 18-Jährige

Seit Donnerstag, dem 29. November und noch bis morgen Dienstag, den 11. Dezember (12.00 Uhr MEZ) können sich 18 Jahre alte EU-Bürgerinnen* für die zweite Runde von DiscoverEU bewerben. Mindestens 12.000 junge Menschen erhalten einen EU-Travelpass, mit dem sie zwischen dem 15. April und dem 31. Oktober per Zug, Bus und Fähre andere EU-Mitgliedsstaaten bereisen können.

Anwärterinnen können sich im Jugendportal der EU bewerben, dabei einige Personendaten ausfüllen, Angaben zur geplanten Reise machen und fünf Quizfragen beantworten. Eine weitere Stichfrage dient — für den Fall, dass es mehr Bewerbungen mit richtigen Antworten als Travelpässe gibt — der Erstellung einer Rangfolge.

An der ersten Runde von DiscoverEU hatten sich gut 100.000 junge Menschen beteiligt, wovon mindestens 15.000 einen Pass erhielten.

Die Gewinnerinnen verpflichten sich, als Botschafterinnen über DiscoverEU zu berichten.

All jene, die bereits im Rahmen der ersten Runde verreist sind, sind diesmal von der Teilnahme ausgeschlossen.

Siehe auch:

*) Stichtag ist der 31. Dezember: wer an diesem Datum 18 Jahre alt sein wird, ist teilnahmeberechtigt

Angaben ohne Gewähr. Es gelten die offiziellen Ausschreibungsbedingungen.

Mobilität Termin | Good News | | | | EU |