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Lawinenbericht auf Okzitanisch, aber nicht auf Ladinisch.

Seit dem Winter 2018/19 gibt es den gemeinsamen Lawinenbericht für die Euregio Tirol — von Anfang an dreisprachig Deutsch, Italienisch und Englisch.

Inzwischen sind vier weitere Sprachen dazugekommen: Okzitanisch (Aranesisch), Katalanisch, Französisch und Spanisch.

Ausschnitt: Lawinenbericht auf Katalanisch

Laut einer Auskunft des Landesmeteorologen Dieter Peterlin (auf Twitter) wird der Bericht nicht täglich manuell übersetzt. Vielmehr besteht er aus vorgefertigten Textbausteinen und wird somit automatisch in allen verfügbaren Sprachen veröffentlicht.

Ausschnitt: Projektbeschreibung auf Aranesisch

In alle sieben Sprachen übersetzt wurde aber nicht nur der Report (also die Bausteine) an sich, sondern weite Teile des Webauftritts, einschließlich der Projektbeschreibung.

Noch immer nicht dabei ist die Landessprache Ladinisch, obwohl dies mit dem Textbausteinsystem kein gr0ßer Aufwand sein dürfte.

Übrigens: Dolomitenladinisch wird von rund 30.000 Menschen gesprochen, Aranesisch von knapp 5.000.

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Grenzregionen in Pandemiezeiten.

Ende November genehmigte das EU-Parlament einen Entschließungsantrag , der auf maßgebliches Betreiben des ostbelgischen Abgeordneten Pascal Arimont (CSP/EVP) zustandegekommen war. Darin wird ein voll funktionsfähiger Schengenraum ohne Grenzkontrollen verlangt, außerdem die besondere Berücksichtigung von Grenzregionen.

Diese Grenzregionen, die rund 40% der Fläche der Union ausmachten und wo rund 30% der EU-Bevölkerung lebe, müssten von Reisebeschränkungen — auch und gerade im Rahmen von Covid-19 — ausgenommen werden.

Grenzgängerinnen, Studentinnen und Ehepartnerinnen unterschiedlicher Staatsangehörigkeit seien von Reisebeschränkungen ganz besonders betroffen.

Nicht zuletzt wird in dem Antrag einmal mehr betont,

wie wichtig eine mehrsprachige Kommunikation über die Pandemie mit einem besondere[n] Augenmerk auf den in den Grenzregionen verwendeten Sprachen ist[.]

Zitat aus dem Antrag

Noch am 30. Oktober hatten auch die Landeshauptleute der Europaregion Tirol für offene Grenzen plädiert:

Die drei Landeshauptleute unterstrichen, dass gerade in schwierigen Zeiten die Solidarität untereinander einen wichtigen Eckpfeiler der Zusammenarbeit in der Euregio darstellt. Deshalb bekräftigte man auch den Beschluss von Anfang Oktober, dass die grenzüberschreitende Mobilität für den Warenverkehr und den Personenverkehr aufrechterhalten werden soll.

— LPA

Es ist schon nahezu eine Tradition, dass auf solche Beteuerungen kurzfristig Grenzschließungen folgen. Auch diesmal war es so — und daran hat die Verabschiedung des Antrags im EU-Parlament wenig geändert.

Siehe auch:

Gesundheit Grenze Grundrechte Plurilinguismo Politik | Coronavirus Zitać | Arno Kompatscher Günther Platter Pascal Arimont | | Europa Nord-/Osttirol Ostbelgien Südtirol/o Trentino | EU-Parlament Euregio EVP | Deutsch

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Medien, Zahlenkünstler und Fehlerkultur.
Zwei Episoden aus der Coronakrise

Gestern publizierte RAI Südtirol auf seinem Newsportal einen Artikel über die hohe 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bezüglich Coronafälle in Südtirol. Unser Land läge mit einem Wert von 798 an der Spitze Italiens und das Virus verbreite sich hierzulande zehnmal schneller als im benachbarten Bundesland Tirol, wo die Inzidenz bei 65 liege.

65? Really? Ein kurzer Blick auf das österreichische AGES-Dashboard zeigt, dass die 7-Tage-Inzidenz im Bundesland Tirol bei 680,8 pro 100.000 Einwohner liegt, also fast genauso schlecht wie in Südtirol. Am besten schneidet noch der Bezirk Reute mit 298,4 ab. Im Bezirk Schwaz liegt die Inzidenz bei satten 1248,7!

Heute ist der Hinweis auf den Euregio-Partner im Norden gänzlich aus dem Artikel verschwunden.

Fehler können natürlich passieren, wenngleich das RAI-Portal was die Orthographie anbelangt das “Kann-passieren-Maß” regelmäßig maßlos überschreitet. Gerade in Sachen Corona-Pandemie sollte aber ganz besonderes Augenmerk auf die Richtigkeit der Zahlen gelegt werden, da ohnehin schon sehr viel Verwirrung gestiftet und auch Schindluder damit getrieben wird.

Auch hat sich die Redaktion der RAI nicht im Sinne einer professionellen und transparenten Fehlerkultur dazu entschieden, den Fauxpas offen zu korrigieren, wie das in vielen Qualitätsmedien üblich ist. (“In einer früheren Version dieses Artikels wurde fälschlicherweise …”). Stattdessen hat man den korrigierten Artikel wie auch die dazugehörigen Social-Media-Verweise einfach neu hochgeladen und die alten inklusive User-Diskussion gelöscht.


Einen viel abenteuerlicheren Fauxpas hat sich allerdings der österreichische Privatsender des Red-Bull-Magnaten Dietrich Mateschitz, Servus TV, vor kurzem geleistet. Inhalt des dreiminütigen Beitrages war ebenfalls die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner.

In dem Bericht heißt es wörtlich:

Die offizielle Coronaseite des Bundes zeigt für den Salzburger Bezirk einen Wert von gut 455 Fällen (Anm.: 455 ist keine Fallzahl, sondern die Inzidenz). Diese Fälle gibt es aber zum großen Teil in Wirklichkeit gar nicht. Tatsächlich hat es im Tennengau in den letzten sieben Tagen nämlich nur 275 positive Tests gegeben. Der Rest der ausgewiesenen Fälle existiert nur in der Statistik.

Der Sprecher fährt dann fort, wie absurd und irreführend diese Berechnungen seien. Dies gipfelt in der Aussage über die 900-Seelen-Gemeinde Hüttschlag, wo zur Zeit der Ausstrahlung des Beitrags sieben Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet waren:

In der 7-Tages-Inzidenz (sic) ergibt das einen Horrorwert von 770 Fällen, von denen es 763 gar nicht gibt.

Wie es möglich ist, dass so ein hirnverbrannter Schwachsinn durch die Qualitätskontrolle des Senders kommt und somit auf Sendung gehen kann, bleibt wohl das Geheimnis der Redaktion. Vielleicht steckt hinter diesem Bericht aber auch gezielte Manipulation und Propaganda, denn es ist kaum vorstellbar, dass niemand im Umfeld dieses Beitrages den Unterschied zwischen relativen Bezügen und absoluten Werten (Mathematiklehrstoff der 5. oder 6. Schulstufe) versteht. Servus TV hat sich nämlich in der Vergangenheit als Sprachrohr der sogenannten “Coronaleugner” (furchtbares Wort) hervorgetan.

Jedenfalls ging der Beitrag innerhalb kurzer Zeit in den sozialen Medien viral. Der Grundtenor der hunderten Kommentare auf einschlägigen Facebookseiten war: “Wahnsinn, mit welch dreckigen Tricks die Regierenden manipulieren und die ‘Plandemie’ pushen”. Die wenigen, die vorsichtig bemerkten, dass die 7-Tage-Inzidenz ein relativer Wert ähnlich einer Prozentzahl zum Zwecke der Vergleichbarkeit sei, nur halt mit einer anderen Grundzahl und dass man die Werte nicht losgelöst von eben dieser als absolute Zahlen sehen dürfe, wurden sofort als “Kurz-Wähler” oder “nicht selbst denkend” enttarnt. Die “Nicht-Kurz-Wähler” und “Selbstdenkenden” hingegen zelebrierten in Überlegenheitsmanier munter weiter ihre eigene Dummheit. Eine Diskutantin antwortete mir auf meinen Hinweis, dass es sich um relative und nicht absolute Zahlen handle, dass sie den Unterschied zwischen diesen durchaus verstünde:

danke aber ich kenne den unterschied […] denkst du es ist richtig aufgrund relativer zahlen maßnahmen zu erlassen?

Meine Antwort darauf:

aufgrund welcher zahlen denn sonst? aufgrund der absoluten?
natürlich müssen die maßnahmen aufgrund relativer zahlen erlassen werden. alles andere ist schwachsinn, wie eben der obige bericht.
beispiel: ein dorf mit 1000 einwohnern hat 500 positive fälle (50 % oder 50.000 pro 100.000 einwohner). und nehmen wir an, wien (1,9 mio. ew.) hätte 2000 positive fälle. dann wäre wien in absoluten zahlen stärker betroffen als das dorf, da vier mal so viele positive. doch die lage in besagtem dorf ist zig mal dramatischer, weil dort 50.000 pro 100.000 infiziert sind (also die halbe bevölkerung) und in meinem hypothetischen fall in wien nur 105 pro 100.000 einwohner (also nur rund 0,1 % der bevölkerung).

Sie entgegnete wiederum:

ich befürchte wirklich das (sic) du das ernst meinst…

Exkurs: Verwunderlicherweise witterte niemand von den Schlaumeiern einen Skandal in der Tatsache, dass die Inzidenz im Tennengau damals eigentlich 455,5 und nicht 455 Fälle (pro 100.000 Einwohner) betrug und es ja halbe Coronafälle gar nicht geben dürfte. Vielleicht sollte jemand Servus TV diesbezüglich einen Hinweis geben, dass sie da etwas ganz Großes aufdecken könnten.

In jenen Journalistenkreisen, die der Grundrechnungsarten fähig sind, und bei Factcheckern löste der Bericht heftige Kritik aus. Es dauerte aber ganze acht Tage bis Servus TV den Beitrag heimlich, still und leise aus der Mediathek nahm. Entschuldigung? Richtigstellung? Fehlanzeige.

Siehe auch:    

Faktencheck Gesundheit Medien Wissenschaft | Coronavirus Medienkritik Zitać | | Rai Social Media | Nord-/Osttirol Österreich Südtirol/o Tirol | Euregio Land Südtirol Sabes | Deutsch

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Cerdanya: Das grenz­über­schreitende Spital.

Knapp anderthalb Jahre bevor der EVTZ namens Euregio Tirol Tirolo – Alto Adige – Trentino mit Sitz in Bozen Bolzano aus der Taufe gehoben wurde, gründeten die Generalitat de Catalunya und die französische Zentralregierung im April 2010 den EVTZ Hospital de la Cerdanya mit Sitz in Puigcerdà (Katalonien).

Quelle: Offizielles EVTZ-Verzeichnis der EU (Auszüge)

Gut vier Jahre später öffnete dann im Pyrenäen-Tal Cerdanya das erste grenzüberschreitende Krankenhaus Europas seine Tore: das Hospital de Cerdanya (Katalanisch) bzw. Hôpital de Cerdagne (Französisch). An der Grenze zwischen dem zu Spanien gehördenden Südkatalonien und dem zu Frankreich gehörenden Nordkatalonien gelegen, bedient es rund 32.000 Ansässige sowie — saisonal — rund dreimal so viele Urlaubsgäste in der Bergregion.

Betrieben wird das öffentliche Hospital de la Cerdanya vom Gesundheitsministerium der Generalitat de Catalunya und der Gesundheitsbehörde der Region Lengadòc-Rosselló (Languedoc-Roussillon) — ebenfalls grenzüberschreitend. Im Sinn der Bürgernähe streben sie eine immer engere Vernetzung mit und Zusammenarbeit zwischen den beiden Gesundheitssystemen an.

Fünf Jahre nach Eröffnung konnte denn 2019 bereits festgestellt werden, dass das Verhältnis von Patientinnen beider Staatsbürgerschaften immer ausgewogener (und somit das Krankenhaus auf beiden Seiten der Grenze immer besser angenommen) wird.

Dass hier bezüglich der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Geschichte geschrieben wird, anerkannte die EU schon im Jahr 2016 mit dem Building Europe across Borders award.

In Südtirol, wo einfachste grenzüberschreitende Kooperationsprojekte wie die Facharztausbildung immer wieder von der Zentralregierung und nicht minder zentralistisch tickenden Gewerkschaften mit Verweis auf die nationale Einheit(lichkeit) sabotiert werden, klingt das Projekt eines grenzüberschreitenden Spitals, wo Personal und Patientinnen aus zwei Staaten aufeinandertreffen, fast wie von einem anderen Stern.

Siehe auch:

Comparatio Gesundheit Gewerkschaften Grenze Service Public Zentralismus | Best Practices Good News | | | Catalunya France Italy Südtirol/o | EU Euregio GENCAT | Deutsch

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Euregio Connect.

Im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach haben die Geschäftsführer der Landestourismusorganisationen (LTO) von Nord-/Osttirol, Südtirol und Trentino am Tiroltag den Gründungsantrag für einen neuen Europäischen Verbund Territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) unterzeichnet. Tirol Werbung, Trentino Marketing und IDM Südtirol wollen so ihre Kooperation in den Bereichen Tourismus, Kultur und Sport vertiefen.

Während der vergangenen Jahre hat man bereits mit dem 2017 zur Tour of the Alps umfunktionierten ehemaligen Giro del Trentino Erfahrungen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gesammelt.

Bevor er nach spätestens einem halben Jahr tatsächlich tätig werden kann, muss der als Euregio Connect getaufte EVTZ noch von den zuständigen Institutionen in Österreich und Italien überprüft und genehmigt werden.

Siehe auch:

Außendarstellung Cultura Service Public Sport Tourismus | Good News | | | Italy Nord-/Osttirol Österreich Südtirol/o Trentino | Euregio | Deutsch

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Euregio-Tagesfahrschein.
ÖPNV

Mit Euregio2Plus wird die Europaregion Tirol ab sofort spür- und erlebbarer: Für € 39,— kann das neue Ticket von bis zu zwei Erwachsenen einen ganzen Tag lang  im ÖPNV von Nord-, Ost- und Südtirol sowie Trentino genutzt werden. Außerdem können bis zu drei Kinder (unter 15 J.) mitgenommen werden. Derselben Familie müssen die Fahrgäste nicht angehören.

LH Kompatscher (SVP) bezeichnete das Ticket als eine Maßnahme zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls.

Inbegriffen sind Regionalzüge, Stadt-/ Überlandbusse und auch Seilbahnen. Fernverkehrszüge dürfen mit dem Ticket nicht genutzt werden, für einzelne Verbindungen gelten weitere Einschränkungen.

Euregio2Plus ist nur ein erster Schritt. Demnächst sollen auch Abonnements eingeführt werden, die im gesamten Tarifgebiet der Europaregion Tirol gelten.

Keine Gewähr. Es gelten die offiziellen Tarifbestimmungen.

Siehe auch:

Mobilität Politik Service Public | Good News | Arno Kompatscher | | Nord-/Osttirol Südtirol/o Trentino | Euregio SVP | Deutsch

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Bahn: Stark spürbare Staatsgrenze.

Wie neulich bekanntgegeben, wird in der Euregio an einem gemeinsamen ÖV-Ticket gearbeitet. Das halte ich für eine sehr gute Idee.

Ich habe das nun zum Anlass genommen, die bestehenden Verbindungen von der Südtiroler Landeshauptstadt in die Euregio und darüber hinaus unter die Lupe zu nehmen. Als Stichtag habe ich — ohne besondere Hintergedanken — den kommenden Montag (13. Juli) gewählt.

Tabelle zum Vergrößern anklicken

Das Ergebnis finde ich mehr als verblüffend:

  • Trient ist ganz eindeutig das Ziel, das pro Tag am häufigsten angefahren wird: 47 Mal.
  • In die größte Landeshauptstadt der Euregio, Innsbruck, kann hingegen nur sechsmal am Tag umstiegsfrei gefahren werden.
  • Es gibt überhaupt nur mickrige sieben (ausgehende) Verbindungen am Tag, die umstiegsfrei über die Staatsgrenze führen — davon sechs über den Brenner und eine nach Lienz.
  • Nach München, dem nächstgelegenen wichtigen Fernverkehrsknoten im Norden, gibt es nur drei Verbindungen. Keine davon ist am Tagesrand.
  • Die wichtigen Fernverkehrsknoten in Italien, Verona und Bologna, werden 33 respektive 13 Mal angefahren.
  • Immerhin fünfmal täglich fährt ein Zug direkt nach Rom. Das ist fast so oft, wie nach Innsbruck.
  • Bevor überhaupt der erste Zug startet, der über die Staatsgrenze nach Norden fährt, gibt es schon zehn Verbindungen nach Trient und acht nach Verona.
  • Meran (30 Mal) und der Brenner (29 Mal) sind am Tag weniger häufig zu erreichen, als Verona (33 Mal).
  • Eine umstiegsfreie Verbindung nach Mals gibt es nicht. Das wird sich voraussichtlich mit der Elektrifizierung der Vinschger Bahn ändern.
  • Allerdings gibt es auch nur eine einzige umstiegsfreie Fahrt ins Pustertal (Bruneck, Innichen, Lienz). Das ist gleich oft — oder selten — wie nach Neapel, Venedig, Mailand oder Wien.

Die Aussagen beziehen sich auf umstiegsfreie Verbindungen am gewählten Stichtag (13. Juli 2020) ohne Berücksichtigung von z. B. coronabedingten Fahrplanänderungen. Es wurde nicht zwischen unterschiedlichen Zug- und Tarifarten unterschieden.

Für ein auch nur annäherndes Gleichgewicht in der Euregio — und grundsätzlich im internationalen Verkehr — gibt es in dieser Hinsicht also noch sehr viel zu tun, wenn wir die grenzüberschreitenden Verbindungen nicht Flixbus und dem Auto überlassen wollen. Von einer Brücke zwischen Nord und Süd kann zumindest im ÖV nicht die Rede sein.

Siehe auch:

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“Die Einstufung Südtirols als Risikogebiet entbehrt jeglicher Grundlage.”
Südtirol auf Platz 3 weltweit was COVID-19-Todesopfer betrifft

Im vollen Bewusstsein, dass COVID-19-Vergleichszahlen zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit großer Vorsicht zu genießen sind, sticht die hohe Zahl der Toten in Südtirol dennoch ins Auge. Wäre Südtirol ein unabhängiger Staat, läge es weltweit (!) hinter Belgien und Spanien und noch vor Italien auf Platz drei jener Länder mit den meisten Todesopfern relativ zur Einwohnerzahl gesehen. Von diesem Ranking ausgenommen sind Zwergstaaten mit weniger als 200.000 Einwohnern.

Grafik zum Vergrößern anklicken.

Während in Südtirol 560 COVID-19-Todesfälle pro 1.000.000 Einwohner zu beklagen sind, sind es im österreichischen “Hotspot” Tirol “nur” 143. Und das bei einer annähernd gleich hohen Rate an bestätigten Infektionen pro 1.000.000 Einwohner (ST 4975, N/OT 4712). Das dritte Euregio-Land Trentino ist mit 843 Todesfällen pro 1.000.000 Einwohnern noch einmal stärker betroffen als Südtirol.

Nachdem die Entrüstung groß war, als das Robert-Koch-Institut Südtirol am 5. März 2020 zum Risikogebiet erklärte (Zitat Handelskammerpräsident Michl Ebner: “Diese Einstufung Südtirols als Risikogebiet entbehrt jeglicher Grundlage, wir fordern eine Neubewertung und haben bereits in diesem Sinne beim RKI interveniert.“) und auch Contes zentralistisch verordneter “Lockdown” für Südtirol kritisch beäugt wurde, muss man mittlerweile fast froh sein, dass sozusagen von außen interveniert wurde, denn sonst wäre es wohl noch viel schlimmer gekommen.

Der Südtiroler Politik wie auch den Verantwortlichen des Sanitätsbetriebes müssen obige Zahlen schwer zu denken geben. Während zu den Vorfällen rund um Ischgl eine Untersuchungskommission eingerichtet wurde, scheint es in Südtirol abgesehen von dem von Salto aufgedeckten Schutzausrüstungsskandal kaum Diskussionen über ein möglicherweise tödliches Missmanagement zu geben.

Update 10. 12. 2020

Die Lage hat sich nicht verbessert, sondern im Vergleich gesehen sogar verschlimmert. Viel schlechter kann man diese Gesundheitskrise wohl kaum managen. Eine “Angemessene Performance”, wie sie Sanitätsdirektor Pierpaolo Bertoli diagnostizierte, ist überhaupt nicht erkennbar, auch wenn das jüngste Massenscreening mit großer Beteiligung aufwarten konnte. Die Verantwortlichen liefern vielmehr eine katastrophale Performance ab, angesichts der Tatsache, dass Südtirol – wäre es ein unabhängiger Staat – weltweit auf Platz 2 bei den Corona-Todesfällen pro 1.000.000 Einwohner läge (Zwergstaaten mit unter 500.000 Einwohnern ausgenommen).

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