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Auch online keine Packungsbeilagen auf Deutsch.
Medikamente

Muss man eine sehr große Region oder ein unabhängiger Staat sein, um von Pharmakonzernen so weit ernstgenommen zu werden, dass die eigene Sprache auf den Packungsbeilagen berücksichtigt wird? Zu diesem Schluss könnte man gelangen, wenn man die Antwort von Gesundheitslandesrat Thomas Widmann (SVP) auf eine Anfrage der STF liest.

Demnach habe zwar Unifarm eine App entwickelt, über die sich deutschsprachige Arzneimittelinformationen abrufen lassen — doch die Inhaber und rechtlich Verantwortlichen, Farmaindustria und Assogenerici, geben die Inhalte der Beipackzettel für eine solche App nicht frei.

Natürlich bräuchte es die Zustimmung und Freigabe aller und nicht nur einzelner Pharmakonzerne.

Da es sich hierbei vor allem um multinationale amerikanische Großkonzerne handelt, ist es schwierig, diese für eine kleine Realität wie unsere zu interessieren bzw. zu motivieren, ihr Einverständnis zu geben.

– Landesrat Thomas Widmann

Sind wir also wirklich zu klein? Der Blick ins Ausland zeigt uns etwas anderes: In Finnland sind die Packungsbeilagen für rund 250.000 Schwedischsprachige auf Schwedisch, in Belgien für knapp 80.000 Deutschsprachige auf Deutsch und in der Schweiz für 350.000 Einwohnerinnen der Svizzera italiana auf Italienisch.

Kleinstaaten wie Island oder Luxemburg haben garantiert auch keine Schwierigkeiten, ihre Rechte durchzusetzen.

Nein, um die Größe geht es also definitiv nicht. Es geht darum, dass Italien nie ernsthaft an der Umsetzung dieses Grundrechts für die deutschsprachigen Südtirolerinnen interessiert war, weshalb wir nunmehr seit Jahrzehnten an der Nase herumgeführt werden. Deshalb brauchen wir womöglich doch einen eigenen Staat, um von den Pharma- und anderen Konzernen ernstgenommen zu werden.

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Digitalianisierung – Digitalianizzazione.
Pressemitteilung - Comunicato stampa

Die Plattform Brennerbasisdemokratie (BBD) zeigt sich aufgrund des rapiden Abbaus zwei- und dreisprachiger öffentlicher Dienste tief besorgt. Eigentlich böte die Digitalisierung hervorragende Voraussetzungen für eine deutliche Aufwertung der Mehrsprachigkeit sowie der Bürgerfreundlichkeit im Allgemeinen. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall: Immer häufiger sind öffentliche Onlinedienste auch in Südtirol nur noch in italienischer Sprache verfügbar. Dadurch ist nicht nur der Minderheitenschutz in Gefahr, sondern unser Gesellschafts- und Autonomiemodell insgesamt.

Um nur einige Beispiele zu nennen, ist die Berücksichtigung der deutschen Sprache bei Onlinediensten wie SPID, Digitaler Unterschrift, Zertifizierter E-Mail, Elektronischer Fakturierung, IO-App bzw. bei Webauftritten und Services von NISF, Agentur der Einnahmen, Digitalem Meldeamt, Arbeitsamt ANPAL, KfZ-Register (PRA) und vielen anderen gar nicht oder nicht in ausreichendem Maße gewährleistet.

Obschon Europarat und OSZE ihre Mitgliedstaaten dazu aufgerufen hatten, gerade in Krisenzeiten mehrsprachige Angebote auszubauen, um Bürgerinnen und Bürger niederschwellig zu erreichen, gibt es etwa auch kaum Möglichkeiten, den Online-Antrag für den Green-Pass in deutscher oder ladinischer Sprache zu stellen.

All diese nicht hinnehmbaren Missstände gesellen sich zu strukturellen, historischen Defiziten wie etwa den einsprachigen Packungsbeilagen von Medikamenten, einsprachiger Lebensmittel- und Gefahrstoffkennzeichnung oder der vom Astat ermittelten unzureichenden Mehrsprachigkeit von Polizei und Gesundheitsbetrieb.

Dass es auch anders geht, zeigen viele Staaten, in denen ebenfalls Sprachminderheiten oder mehrsprachige Gemeinschaften beheimatet sind: Belgien, Spanien, Finnland, Slowenien, Vereinigtes Königreich, Kanada, die Schweiz. In vielen Bereichen machen sie deutlich größere und vor allem erfolgreichere Anstrengungen, um Mehrsprachigkeit auch im digitalen Umfeld sicherzustellen.

In Südtirol muss endlich wieder die Erkenntnis einkehren, dass eine mehrsprachige Verwaltung und ein mehrsprachiger öffentlicher Dienst zu den Grundversprechen der Autonomie gehören. Sie sind für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unerlässlich und nicht verhandelbar.

◊ ◊ ◊

La piattaforma BBD si dice preoccupata e indignata per la rapida riduzione del bi e trilinguismo nell’erogazione dei servizi pubblici. In teoria la digitalizzazione offrirebbe possibilità eccellenti per estendere il plurilinguismo, tuttavia sta accadendo l’esatto opposto e molti servizi online sono ormai disponibili solamente in lingua italiana. Ciò non mette in pericolo solamente la tutela delle minoranze, ma il patto sociale e autonomistico in se.

A titolo esemplificativo, la presenza della lingua tedesca non è garantita — o non lo è comunque in maniera sufficiente — da SPID, firma digitale, posta elettronica certificata (PEC), fatturazione elettronica, app IO e dai servizi online di importanti enti e amministrazioni come INPS, Agenzia delle Entrate, Anagrafe digitale, ANPAL, PRA e molti, moltissimi altri che purtroppo sono in costante aumento.

Nonostante il Consiglio d’Europa e l’OSCE avessero raccomandato ai paesi membri di ampliare l’offerta plurilingue proprio in tempi di crisi pandemica, in modo da raggiungere più facilmente la popolazione, anche la procedura di richiesta online del Green pass non tiene adeguatamente conto delle lingue tedesca e ladina.

Tutte queste carenze inaccettabili si aggiungono a deficit strutturali e storici come il monolinguismo dei foglietti illustrativi dei farmaci, dell’etichettatura dei prodotti alimentari o pericolosi oppure il plurilinguismo insufficiente di forze dell’ordine e servizi sanitari rilevato dall’Astat.

Altri paesi con presenza di minoranze linguistiche o comunità plurlingui come Belgio, Spagna, Finlandia, Slovenia, Regno Unito, Canada o Svizzera in molti di questi ambiti fanno sforzi maggiori e soprattutto più efficaci per garantire l’inclusione linguistica anche nel digitale.

Per quanto riguarda il Sudtirolo bisogna ribadire che la presenza di un’amministrazione e di un servizio pubblico pienamente plurilingui è una promessa essenziale dell’autonomia. Essa è necessaria per garantire la coesione sociale e quindi risulta innegoziabile e irrinunciabile.

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ApoFarmBZ.

Die Südtiroler Apotheken haben unter einfallsreichem Namen eine eigene App entwickeln lassen, mit der man unter anderem die geöffneten Standorte sowie ihre Adressen und Telefonnumern suchen kann. Nach und nach sollen auch weitere Dienste angeboten werden.

Schon heute können über die App zum Beispiel auch Corona-Tests gebucht werden. Bei manchen Apotheken — so etwa bei der, wo ich mich testen lassen wollte — ist es sogar Pflicht, die Vormerkung über ApoFarm vorzunehmen.

Leider ist es offenbar nicht gelungen, die App, wiewohl sehr spartanisch, in vollem Umfang zweisprachig zu machen. So gibt es beispielsweise die Seite mit den Benachrichtigungen nur auf Italienisch:

Bildschirmausschnitte ApoFarmBZ

Negativ fällt aber auch auf, dass die meisten Apotheken nur mit ihrer italienischen Bezeichnung und Adresse in den Verzeichnissen aufscheinen. So findet man zum Beispiel unter Brixen keinen einzigen Standort, wenn man nicht den italienischen Ortsnamen eingibt:

Bildschirmausschnitte ApoFarmBZ

Spätestens wenn die App von manchen Apotheken als einzige Vormerkungsmöglichkeit für einen wesentlichen Dienst wie die Corona-Tests akzeptiert wird, sind solche Missstände inakzeptabel.

Ich frage mich aber grundsätzlich, ob vielen Apothekerinnen die ganz besondere Verantwortung bewusst ist, die sie in einem mehrsprachigen Land tragen, wo die meistgesprochene Sprache gleichzeitig weitgehend schutzlos dasteht. So wurde mir zum Beispiel noch nie irgendwo aktiv der Ausdruck einer deutschsprachigen Packungsbeilage angeboten, ganz egal ob eine Apotheke rappelvoll oder ob ich der einzige Kunde war.

Nicht selten sind — besonders in der Landeshauptstadt — selbst noch die Aushänge und Infos in den Apotheken (Abstand einhalten, Angebot …, Wir bieten folgende Zusatzleistungen an etc.) nur einsprachig italienisch. Und auch bei den Webseiten zahlreicher Apotheken hapert es mit der Zweisprachigkeit gewaltig. Das Problem ist also strukturell.

Dass Apothekerinnen in Südtirol einen Zwei-/Dreisprachigkeitsnachweis benötigen, ist nicht nur eine einmalige Zugangshürde und wurde auch nicht aus Jux eingeführt, sondern ist auf die verantwortungsvolle, hochsensible Aufgabe zurückzuführen, die dieser Beruf mit sich bringt.

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Ritten: Anklage wegen einsprachigen Schildes.

Ende Mai hat die Staatsanwaltschaft Bozen Anklage gegen den Präsidenten der Liftgesellschaft am Rittner Horn, Siegfried Wolfsgruber, erhoben. Bei einem Rodelunfall auf einer schwarzen Piste waren im Jänner 2019 eine 38-jährige Frau und ihre 8-jährige Tochter ums Leben gekommen. Piktogramme wiesen auf ein Rodelverbot auf der entsprechenden Piste hin, der Hinweis »rodeln verboten« stand aber nur auf Deutsch auf dem Schild — und genau deshalb wird Wolfsgruber nun fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Wir haben es in Südtirol tagein tagaus mit tausenden einsprachigen Gefahrenhinweisen zu tun, von den Angaben zu Allergenen auf Produktetiketten über Sicherheitshinweise auf gefährlichen Chemikalien und Giften bis hin zu illegal einsprachigen Packungsbeilagen von Medikamenten. In den meisten Fällen gibt es da auch keine eindeutigen Piktogramme, die die Gefahren erklären.

Trotzdem ist mir nicht bekannt, dass jemals gegen irgendwen wegen eines einsprachigen Hinweises ermittelt oder gar Anklage erhoben wurde. Mag das vielleicht damit zusammenhängen, dass wohl 99% der unübersetzten Gefahrenhinweise, mit denen wir es täglich zu tun haben, einsprachig italienisch sind?

Ich würde ja gern an einen Zufall glauben, doch leider scheint es auch in diesem Fall nur darum zu gehen, dass die falsche Sprache gefehlt hat — und nicht, dass der Hinweis einsprachig war.

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Corona: Kanada erhebt Sprachmissstände.

Im Zuge der Corona-Pandemie war es in Kanada zu Missachtungen der Sprachrechte gekommen — in einem Ausmaß, das in Südtirol noch niemanden hinter dem Ofen hervorlocken würde. So wurden etwa aus den USA Desinfektionsmittel importiert, die nur auf Englisch (und nicht wie vorgeschrieben auch auf Französisch) etikettiert waren. Premier Justin Trudeau hatte sich für diesen Missstand bereits entschuldigt.

Dennoch — oder gerade deshalb — hat das Büro des kanadischen Sprachgaranten (Commissioner of Official Languages) nun eine Untersuchung eingeleitet, um das reale Ausmaß der Missstände zu erfassen, aufzuarbeiten und Lösungen für künftige Krisenfälle vorzubereiten.

Die Unverzichtbarkeit von mehrsprachiger Kommunikation auch und gerade in Notsituationen hatte der Garant schon im März betont.

Der nun freigeschaltete Online-Fragebogen, der Teil der Untersuchung ist, glänzt durch Prägnanz:

In wenigen Schritten können Bürgerinnen ihre wichtigsten Anliegen sowie Kritik zum Ausdruck bringen.  Schon ganz am Anfang wird zudem auf die Möglichkeit hingewiesen, eine förmliche Beschwerde einzulegen.

So sieht zeitgemäße Sprachpolitik aus, die die Grundrechte und Sorgen der Bevölkerung ernstnimmt und auf sie eingeht. In Südtirol wird auf wesentlich größere Missstände leider noch zu oft mit einem gleichgültigen Schulterzucken reagiert.

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Monolinguismo, Trudeau chiede scusa.

Il primo ministro canadese si è rivolto alla comunità francofona del paese nordamericano, scusandosi dell’insufficiente attenzione che è stata data, in alcuni frangenti della crisi, alla lingua francese. In particolare si è soffermato sulla necessità, limitata nel tempo, a importare materiale sanitario e disinfettanti dagli Stati Uniti, privi dell’obbligatoria etichettatura bilingue. Fatto che non solo aveva mandato su tutte le furie i rappresentanti delle varie realtà francofone, ma aveva anche provocato l’intervento del Commissario alle lingue ufficiali.

Nel porgere le sue scuse alla popolazione, Trudeau ha sì giustificato la necessità di importare materiale in deroga alla legislazione in materia linguistica, ma ha aggiunto che «preferiremmo che non fosse stato necessario» in quanto si tratta di «una questione di identità [e] di sicurezza per i consumatori».

E in Sudtirolo? Niente. L’obbligo al bilinguismo in campo sanitario esiste, ma spesso — anche in tempi normali — è come se non ci fosse. Non solo nessuno si aspetta le scuse dello Stato italiano: è già tanto se chi chiede il rispetto delle norme vigenti non viene deriso. Un altro mondo.

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I 5S e la disuguaglianza fra cittadini.

Scrive Diego Nicolini (M5S), membro della Dieta sudtirolese, in merito alla lettera dei 51diventata dei 46 — per la doppia cittadinanza:

Come è possibile immaginare di concedere il doppio passaporto ad una parte sola degli altoatesini, nella fattispecie alla popolazione tedesca e ladina, ed escludere quella italiana? Creerebbe disuguaglianza fra i cittadini della stessa Provincia. Sarebbe una discriminazione gravissima e la tomba dei principi su cui si basa la convivenza.

È la solita provocazione fine a sé stessa, a cui non varrebbe la pena replicare, non fosse altro che anche certe sciocche provocazioni riescono sempre a deteriorare così profondamente la convivenza fra i gruppi linguistici.

Fonte: Facebook.

D’accordo nel merito. Ma ancora una volta la questione funge anche da cartina di tornasole. Infatti la «disuguaglianza fra i cittadini della stessa Provincia» e quindi «tomba dei principi su cui si basa la convivenza» esiste già, senza che Nicolini o chi per lui nel Movimento abbia nulla da eccepire. Anzi.

Ci sono quelli che con l’amministrazione statale possono comunicare nella loro lingua e coloro che no. Quelli che hanno i bugiardini dei medicinali nella loro lingua e quelli che possono provare a chiedere una stampa al farmacista (ma spesso non esiste). Coloro per i quali ci si inventano improbabili etichette posticce e coloro la cui lingua, considerata inferiore, da quelle stesse etichette viene coperta. Quelli i cui medici, se monolingui, hanno anni per imparare l’altra lingua (e i pazienti si arrangeranno) e quelli i cui medici, se monolingui, vengono radiati dall’ordine. Quelli i cui toponimi, pur trattandosi in gran parte di pure invenzioni, vengono imposti e difesi fino all’ultima malga e quelli i cui toponimi, nel 2019, non sono ufficiali. Potrei continuare.

Anch’io sono contrario a un passaporto che venga offerto solo ai cittadini sudtirolesi di lingua tedesca o ladina. Ma non mi si venga a parlare di eguaglianza, che quella ad oggi non c’è. Chi la invoca si impegni credibilmente per la sua effettiva realizzazione, sicuramente contribuirebbe a evitare future provocazioni.

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5SB: Italienisch vom Brenner bis Lampedusa.
Absurde Auffassung von Minderheitenschutz

Ein Südtirolfreund und — ehemaliger? — Berater des italienischen Gesundheitsministeriums hat gestern auf seinem Twitter-Profil den Auszug (Video) einer Rede des 5S-Senators Giovanni Endrizzi aus Agordo gepostet, den ich hier wiedergebe:

La tutela delle minoranze linguistiche in Italia va giustamente in difesa dei cittadini di lingua tedesca. Ma in Trentino-Alto Adige le minoranze linguistiche da tutelare sono due: l’italiano [sic] e il ladino [sic]. Chiediamo quindi che sul territorio italiano, dal Brennero a Lampedusa, l’accesso alle informazioni, tantopiù se riferite ad atti rilevanti come l’andamento scolastico di un figlio o le condizioni di salute di un famigliare, debbano essere garantite sempre anche in lingua italiana… fermo restando sicuramente la tutela del bilinguismo come recita la nostra costituzione.

Transkription:

Der Schutz von Sprachminderheiten in Italien geht richtigerweise zugunsten der deutschsprachigen Bürger. Doch in Trentino-Südtirol sind die zu schützenden Minderheiten zwei: die italienische und die ladinische. Wir fordern also, dass auf dem italienischen [Staats-]Gebiet, vom Brenner bis Lampedusa, der Zugang zu Informationen, umso mehr, wenn sie sich auf relevante Akte wie den schulischen Werdegang eines Sohnes oder den Gesundheitszustand eines Familienangehörigen beziehen, stets auch in italienischer Sprache zugesichert werden müssen. Dies natürlich unter Einhaltung des Schutzes der Zweisprachigkeit, wie unsere Verfassung es vorsieht.

Übersetzung:

Nun liegt diese Rede zwar schon etwas zurück (sie ist, wie ich inzwischen herausgefunden habe, vom 19.09.2017), doch Endrizzi sitzt nach wie vor im Senat und ist sogar Mitglied des ständigen Ausschusses Nr. 12 für Hygiene und Gesundheit.

Folgendes sei angemerkt:

  • Der Senator scheint keine Ahnung zu haben, was eine zu schützende Sprachminderheit nach gängiger Definition ist.
  • Ebensowenig scheint der Senator zu wissen, dass die Deutschsprachigen im von ihm genannten Trentino-Südtirol nicht einmal zahlenmäßig eine Mehrheit darstellen. Dies trifft bekanntlich nur aufs nördliche Teilgebiet (Südtirol) zu.
  • Laut Endrizzi bedarf die deutsche Sprachgruppe (numerische Mehrheit in Südtirol) hierzulande keines Schutzes. Einsprachig italienische Packungsbeilagen von Medikamenten, einsprachig italienische Produktetiketten oder der Kammerausschluss eines Arztes, der nicht ausreichend Italienisch beherrscht (während fehlende Deutschkenntnisse kein Problem darstellen), sind wohl Indizien für die zu brechenden Privilegien der deutschen Sprache in Südtirol.
  • Dafür fordert er, dass auch Schulen mit deutscher Unterrichtssprache dazu verpflichtet werden, Eltern über den schulischen Werdegang ihrer Kinder in italienischer Sprache zu informieren. Mit dem chauvinistischen, gleichmacherischen Hinweis auf »Italien vom Brenner bis Lampedusa« schafft er auch gleich die Rechtfertigung dafür, dass ähnliches (mit umgekehrten Vorzeichen) nicht auch für die italienische Schule in Südtirol zu gelten hätte. Es gibt ja dann nur eine lingua nazionale, die von Nord bis Süd vorzuherrschen hat.
  • Das andere Recht, das Endrizzi fordert, nämlich jenes auf Zugang zur Information über den Gesundheitszustand eines Familienangehörigen in italienischer Sprache, existiert bereits. Sollte es im Einzelfall missachtet worden sein, gibt es Stellen, an die man eine Beschwerde richten kann.
  • Warum der Senator, der neben den Italienerinnen auch die Ladinerinnen zu den schutzbedürftigen Minderheiten zählt, dann doch nur die italienische Sprache im Sinn zu haben scheint, ist mir schleierhaft. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Mir bleibt nur erneut festzustellen, dass Endrizzi zur derzeitigen — angeblich »progressiven« — Regierungsmehrheit in Rom gehört, der die SVP nach Ansicht vieler Südtirolerinnen das Vertrauen hätte aussprechen müssen.

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