2016-19: 8.329 Einbürgerungen.

Wie das Landesstatistikinstitut (Astat) bekannt gibt, haben im Zeitraum 2016-2019 über 8.300 in Südtirol ansässige Bürgerinnen, die zuvor eine andere (oder gar keine) Staatsbürgerschaft hatten, die italienische Staatsbürgerschaft angenommen.

Fast die Hälfte von ihnen (48% oder knapp 4.000) hatte zuvor bereits die Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Mitgliedslandes. Die restlichen Einbürgerungen verteilen sich auf Asien (18,9%), Afrika (18,1%), Resteuropa (8,9%) und Amerika (6,4%), während Australier-, Ozeanierinnen und Staatenlose (gemeinsam 0,1%) kaum ins Gewicht fallen.

Wie viele neben der neuen, italienischen, auch ihre alte Staatsbürgerschaft beibehalten haben — und somit Doppelstaatsbürgerinnen sind — geht aus den veröffentlichten Daten nicht hervor.

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Postcolonial Italy – Mapping Colonial Heritage.

Die Forscherinnen Markus Wurzer (Universität Graz) und Daphné Budasz (European University Institute) haben es sich mit weiteren Mitwirkenden zur Aufgabe gemacht, Spuren der »verschwiegenen Kolonialgeschichte Italiens« im öffentlichen Raum aufzuspüren und in einem sogenannten Digital-Public-History-Projekt der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Unter den vier bislang unter die Lupe genommenen Städten befindet sich auch die Südtiroler Landeshauptstadt, in der — nach Florenz, aber vor Rom und Venedig — die zweitgrößte Anzahl an Spuren gefunden und in eine interaktive Karte eingezeichnet wurde:

Ausschnitt aus Postcolonial Italy – Mapping Colonial Heritage

Darunter befinden sich acht Straßen- und Plätzenamen, fünf Denkmäler (einschließlich eines Exkurses zum Alpinidenkmal in Bruneck) und eine Institution:

  • Die erst 1953 und auf Vorschlag des neofaschistischen MSI so getaufte Amba-Alagi-Straße, die an den Verlust des Kolonialimperiums erinnern (und vor dem möglichen Verlust Südtirols) warnen sollte.
  • Die Antonio-Locatelli-Straße, die 1936 nach dem Piloten und »glühenden Faschisten« benannt, nach dem Krieg in Giuseppe-Craffonara-Straße umbenannt und 1949 wieder in Antonio-Locatelli-Straße rückbenannt wurde. Locatelli war als Freiwilliger im Abessinienkrieg gewesen.
  • Die Drususstraße und die Drususbrücke, deren Namen (nach dem angeblichen Romanisierer germanischer Gebiete) die kolonialistische und expansionistische Ideologie vorwegnahmen, die später auch in Libyen und Eritrea zum Zuge kam. Stellvertretend für andere imperialistische Bezeichnungen wie Julius-Cäsar-Straße, Hadriansplatz und Claudia-Augusta-Straße.
  • Die ursprünglich 1936 eingeführte via Duca D’Aosta (nach dem »Kriegshelden« und »letzten Verteidiger« des Kolonialreichs Amedeo di Savoia-Aosta), 1946 in Spitalgasse umbenannt, 1953 auf Druck von Veteranenorganisationen als Bezeichnung einer anderen Straße, der heutigen Duca-D’Aosta-Allee, wiedereingeführt.
  • Die Padre-Reginaldo-Giuliani-Straße, wie die Locatellistraße nach einem »Märtyrer« des Abessinienkrieges benannt, 1946 in Andreas-Hofer-Straße um- und 1949 in Giulianistraße rückbenannt.
  • Die Rhodosstraße, die an die Eroberung der Dodekanesinseln erinnert, die von 1912 bis 1943 zum italienischen Kolonialreich gehörten.
  • Die 1936 so benannte Tripolisstraße, deren Name 1949 auf Vorschlag eines sozialistischen Gemeinderatsmitglieds bestätigt wurde, weil sie auf den ersten Italienisch-Türkischen Krieg und nicht auf den Faschismus Bezug nehme. Bei dieser Entscheidung seien jedoch die faschistischen Kriegsverbrechen in Libyen unberücksicht geblieben.
  • Der Mazziniplatz zu Ehren des italienischen Risorgimento und somit eines vereinigten italienischen Nationalstaats. Der Platz wurde 1939 in Piazza dell’Impero und 1946 in Mazziniplatz umbenannt.
  • Das Alpinidenkmal in Bruneck.
  • Die Siegessäule am gleichnamigen Platz (hinter dem gleichnamigen Denkmal).
  • Ein Flachrelief am Siegesplatz, das unter anderem die Befreiung versklavter Völker als ein »Geschenk« der faschistischen »Zivilisation« am Höhepunkt des faschistischen Expansionismus darstellt.
  • Die Flachreliefs und Inschriften (Verse von Virgil und Horaz) an den ehemaligen INA- und INFPS-Gebäuden am Siegesplatz.
  • Das Piffraderrelief am Gerichtsplatz.

Und schließlich die Otto-Huber-Kaserne, die nach einem faschistischen »Kriegshelden« aus Südtirol benannt ist und auf die der Befreiungsausschuss Südtirol (BAS) 1956 einen Bombenanschlag verübt hat. Huber ist auch in Meran eine Straße gewidmet. Einer ähnlichen Logik der Ehrung einheimischer Faschisten folgt die Benennung der Wackernellkaserne in Mals, die noch heute unter diesem Namen (teilweise) als Carabinieri-Kaserne dient.

Alle Südtirol betreffenden Texte und Bilder auf dem Portal stammen vom Schweizer Historiker Sebastian De Pretto (Universität Luzern).

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Faschistische Fleckenbekämpfung.

Vor wenigen Tagen wurden in Bozen dem Rassismus und Kolonialismus gewidmete Symbole mit Farbe bekleckst. Darunter die wunderschöne imperialistische Säule, die am sogenannten Siegesplatz an die Gefallenen erinnert, die Libyen, Ostafrika und Spanien Giftgas und Gewalt Sprache und Kultur gebracht hatten.

Schon am Sonntag sind aber dankenswerterweise die faschistischen Fleckenbekämpfer (nur Männer) von CasaPound angerückt, um den Müll vom Dreck zu säubern. Ich finde: Putzen können sie so gut, dass man ihnen viel öfter Anlass dazu geben sollte.

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Leo fällt, Wastl hält.

Mehrere Statuen und Büsten von König Leopold II, der während der Kolonialära in Belgien regierte, wurden im Laufe der letzten Tage beschmiert oder beschädigt. Die Stadt Antwerpen reagierte auf die Proteste, die im Rahmen der weltweiten BLM-Kundgebungen stattfanden, mit der Entfernung einer großen Statue des Monarchen aus dem öffentlichen Raum. Sie soll ins Depot eines Museums verbracht worden sein.

In Bruneck steht eine Statue, die ursprünglich dem Sieg des faschistischen Italien über Abessinien in einem völkerrechtswidrigen Angriffs- und Eroberungskrieg gewidmet war. Obschon mehrmals beschädigt, wurde sie jedes Mal wiedererrichtet.

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Der Zweite Weltkrieg in Afrika.
Quotation 608 // Rolle Italiens

[S]chon die zeitliche Begrenzung [des Zweiten Weltkriegs] auf die Jahre 1939 bis 1945 [ist] eurozentristisch. In Afrika begann [er] 1935 mit dem Einmarsch der Italiener in Äthiopien. 1937 hatte Japan neben Korea bereits die Mandschurei besetzt und dehnte seinen Krieg gegen China nach Süden aus.Als die Achsenmächte 1945 endlich kapitulierten, war der Krieg in vielen Länder der Dritten Welt auch noch nicht zu Ende. In Algerien massakrierten französische Truppen am 8. Mai 1945, der als »Jahrestag der Befreiung« bis heute in Frankreich gefeiert wird, Zehntausende Demonstranten, die für die Unabhängigkeit des Landes demonstrierten.

Am 2. Oktober 1935 erschien Benito Mussolini auf der Piazza Venezia in Rom und schrie mit seiner einpeitschenden Stimme den Versammelten zu: »Schwarzhemden der Revolution; Männer und Frauen von Italien! (…) 20 Millionen Italiener sind in diesem Moment im ganzen Land vereint. Zwanzig Millionen: ein Herz, ein Wille, eine Entscheidung. Diese Manifestation zeigt, dass die Identität zwischen Italien und dem Faschismus perfekt ist, absolut und unveränderbar. (…) Ich weigere mich zu glauben, dass die Franzosen und die Briten Blut vergießen und Europa an den Rand einer Katastrophe treiben wollen, um ein afrikanisches Land zu verteidigen, das in den Augen der ganzen Welt nicht wert ist, zu den zivilisierten Völkern zu gehören.« Beifall brandete auf. Am nächsten Morgen um fünf Uhr überschritten italienische Truppen ohne Kriegserklärung die äthiopische Grenze: mit über 300.000 Soldaten, 7.000 Offizieren, 6.000 Maschinengewehren, 700 Kanonen unterschiedlichen Kalibers, 150 Panzern und 150 Flugzeugen. Damit begann der Zweite Weltkrieg in Afrika.

Der äthiopische Historiker Richard Pankhurst kommt wie andere Wissenschaftler zu dem Schluss: »Das war der größte koloniale Krieg, der jemals in Afrika geführt wurde. Die Italiener kamen mit einer riesigen Anzahl Soldaten, dazu hatten sie die komplette Überlegenheit in der Luft. Sie setzten Giftgas ein, schwere Artillerie und überzogen die Rebellen mit Massenbombardements. Sie haben das Land förmlich überwältigt.

»Wir waren noch Kinder, als die Italiener hier in Eritrea waren«, erinnert sich der 65-jährige Arbeiter Ibrahim in der eritreischen Hafenstadt Massawa. »Wir dachten, alle Weißen seien Italiener. Im Alltagsleben existierte eine strenge Rassentrennung zwischen Schwarzen und Weißen. Diskriminierung war allgegenwärtig. Zum Beispiel durften wir in den Bussen und in den Restaurants nicht die gleichen Sitze benutzen wie die Weißen.« Italienische Siedler und Einheimische lebten in getrennten Wohngebieten; die einen in luxuriösen Stadtteilen, die Eritreer in native towns, »in Drecklöchern ohne fließendes Wasser oder öffentliche Toiletten«, wie Richard Pankhurst schreibt. Mischehen waren verboten, und die Eritreer durften nur die niedersten und härtesten Arbeiten verrichten.

Während sich in der Regenzeit im Sommer 1936 überall im Land Partisanen sammelten, forderte der Duce seinen Statthalter per Telgramm auf, »Rebellen und ihre Unterstützer systematisch zu terrorisieren und zu vernichten«. Graziani befahl, die Äthiopier in den italienisch kontrollierten Gebieten zu entwaffnen und den widerständigen Klerus der orthodoxen Kirche zu ermorden. Im Krieg gegen die Aufständischen gingen die Italiener stets nach dem gleichen Muster vor: Zuerst bombardierten sie ein Gebiet flächendeckend, dann warfen sie Gasbomben und anschließend ließen sie ihre Soldaten einmarschieren. Immer wieder verübten sie dabei Massaker an der Zivilbevölkerung. Richard Pankhurst schreibt: »Diese Operationen waren von barbarischen Repressalien begleitet. Ein äthiopischer Richter berichtete, dass die italienische Armee zum Beispiel in Gorro alle unbewaffneten Zivilisten in einer Höhle zusammentrieb, auch Frauen mit Kindern auf dem Rücken sowie ein paar Schäfer, und sie mit Maschinengewehren niedermachte.«
Ein Blutbad richteten die Besatzer auch unter den Einwohnern der Hauptstadt Addis Abeba an. Als Mussolinis Statthalter Graziani nach Art des äthiopischen Kaisers im Februar 1937 Almosen an Arme im Palast verteilte, warfen zwei Eritreer zehn Handgranaten auf den verhassten Despoten. Graziani wurde verwundet, und seine faschistische Garde mähte daraufhin alle 300 im Palast anwesenden Äthiopier, darunter Blinde und Bettler, kaltblütig nieder. In den folgenden Tagen durchkämmten die Schwarzhemden sengend und mordend die ganze Stadt. Sie steckten Häuser in Brand und überrollten mit ihren Militärfahrzeugen alles und jeden, der sich ihnen in den Weg stellte. Mit Eisenstangen und Knüppeln schlugen sie Menschen wahllos zu Tode. Sie verfolgten Intellektuelle, exekutierten sie oder warfen sie ins Gefängnis. Insgesamt massakrierten die Italiener in wenigen Wochen 30.000 Äthiopier. In Addis Abeba standen zehn Galgen, an denen bis Ende März 1937 1.500 Äthiopier erhängt wurden.

Schon bei ihrem Einmarsch hatte die italienische Luftwaffe Bomben mit Yperit- und Senfgas über Seen und Flüssen, auf Äcker und Vieh abgeworfen. Kaiser Haile Selassie, der das miterlebt hatte, prangerte in seinem Exil die italienische Kriegsführung an: »Von all den Massakern dieses schrecklichen und erbarmungslosen Krieges war die Gaseinsätze am schlimmsten. Männer, Frauen und Lasttiere wurden in Stücke gerissen und kamen in den Flammen um. Die Sterbenden und Verwundeten schrieen in ihrer Qual. Die Flüchtenden wurden Opfer des tödlichen Regens. Das Gas beendete das Blutbad, das die Bomben begonnen hatten. Auch in anderer Hinsicht seien die Italiener barbarisch und grausam gewesen, sagen die Veteranen. »Sie haben Patriots umgebracht, die schon kapituliert oder die sie gefangen genommen hatten; sie haben Zivilisten, darunter viele Bauern, ermordet. Bekannte Anführer der Patriots haben sie liquidiert und noch ihre Leichen geschändet. Sie haben ihnen das Genick gebrochen und mit ihnen vor aller Augen wie mit Puppen gespielt. Sie waren wirklich bestialisch.«

Auszüge aus »Unsere Opfer zählen nicht« – Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg , Rheinisches JournalistInnen Büro / Recherche International e. V. (Hg.)

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Society is a Contract.
Quotation 607 // Black lives matter

I saw so many people online saying: “These riots are disgusting, this is not how a society should be run. You do not loot and you do not burn and you do not… this is not how our society is built.” And that actually triggered something in me, where I was like: man, okay… society, but what is society?

And fundamentally, when you boil it down, society is a contract. It’s a contract that we sign as human beings amongst each other. We sign a contract with each other as people, whether it’s spoken or unspoken, and we say: “Amongst this group of us, we agree in common rules, common ideals and common practices that are going to define us as a group.” That’s what I think a society is, it’s a contract. And, as with most contracts, the contract is only as strong as the people who are abiding by it.

But if you think of being a black person in America, who is living in Minneapolis or Minnesota or any place where you’re not having a good time — ask yourself this question when you watch those people: What vested interest do they have in maintaining the contract?

Why don’t we all loot? Why doesn’t everybody take…? Because we’ve agreed on things. There are so many people who are starving out there, there are so many people who don’t have. There are people who are destitute, there are people who, when the [Corona] virus hit, and they don’t have a second paycheck, are already broke, which is insane, but that’s the reality.

But still, think about […] the have-nots say: “You know what, I’m still gonna play by the rules, even though I have nothing, because I still wish for the society to work and exist.” And then, some members of that society, namely black American people, watch time and time again how the contract they have signed with society is not being honored by the society that has forced to sign it with them.

When you watch Ahmad Aubery being shot and you hear that those men have been released and, were it not for the video and the outrage, those people would be living their lives, what part of the contract is that in society?

When you see George Floyd on the ground and you see a man losing his life in a way that no person should ever have to lose their life at the hands of someone who is supposed to enforce the law, what part of the contract is that?

And a lot of people say: “Well, what good does this do?” Yeah, but what good doesn’t it do? That’s the question people don’t ask the other way around. What good does it do to loot Target [shops]? What does it, how does it help you to loot Target? Yeah, but how does it help you to not loot Target? Answer that question. Beacause the only reason you didn’t loot Target before was because you were upholding society’s contract. There is no contract if law and people in power don’t uphold their end of it.

It’s the same way we tell parents to set an example for their kids, the same way we tell captains or coaches to set an example for their players, the same way you tell teachers to set an example for their students. The reason we do that is because we understand in society that if you lead by example, there is a good chance that people will follow that example that you have set. And so, if the example law enforcement is setting is that they do not adhere to the laws, then why should the citizens of that society adhere to the laws when, in fact, the law enforcers themselves don’t?

When Colin Kaepernick kneels, they say: “This is not the right way to protest.” When Martin Luther King had children as part of his protests in Birmingham, Alabama, people said: “Having children at your protest is not the right way to do things.” When he marched in Selma people said: “This is not the right way to do things.” When people marched through the streets in South Africa during apartheid they said: “This is not the right way to do things.” When people burn things, they say it’s not… it’s never the right way because there’s never a right way to protest, and I’ve said this before, there is no right way to protest because that’s what protest is. It cannot be right because you are protesting against a thing that is stopping you.

Trevor Noah (excerpted from here)

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Globales linkes Bündnis.

Eine gemeinsame Front der progressiven Kräfte auf dem ganzen Planeten zu bilden, das waren Ende 2018 die Vision und der Aufruf von Demokratie in Europa (DiEM25) um Yanis Varoufakis und Sanders Institut um den linken US-Politiker Bernie Sanders. Dass die aus dieser Idee hervorgegangene Progressive Internationale (PI) genau jetzt — am 11. Mai inmitten einer weltweiten Pandemie — gegründet wurde, ist weder ein Betriebsunfall, noch Zufall. Die beteiligten Kräfte wollten gerade in dieser schwierigen Zeit ein starkes Zeichen gegen das Wiedererstarken nationalistischer Tendenzen setzen.

Bereits 41 Organisationen — NROs, Medien und Parteien — führt der Webauftritt von PI bereits als Teilnehmerinnen auf. Sie stammen aus Afrika, Nord- und Südamerika, Europa und Asien. Mit im Boot sind als Mitglieder des Rates, der für die strategische Ausrichtung der Internationale verantwortlich zeichnet, unter anderen Noam Chomsky, Katrín Jakobsdóttir, Fernando Haddad, Naomi Klein, Carola Rackete oder Vanessa Nakate.

Der eigenen Vision zufolge strebt PI nach einer Welt, die dieser Beschreibung entspricht:

  • Demokratisch. Alle Menschen haben die Macht, ihre Gesellschaft und deren Institutionen zu gestalten.
  • Dekolonisiert. Alle Nationen bestimmen, frei von Unterdrückung, ihre gemeinsame Zukunft.
  • Gerecht. Gesellschaftliche Ungleichheiten werden beseitigt und unsere gemeinsame Vergangenheit aufgearbeitet.
  • Egalitär. Die Gesellschaft dient den Vielen, nicht bloß den Wenigen.
  • Befreit. Alle Menschen genießen gleiche Rechte, Anerkennung und Macht.
  • Solidarisch. Der Kampf eines jeden ist der Kampf aller Anderen.
  • Nachhaltig. Die planetarischen Grenzen werden respektiert und gefährdete Gruppen beschützt.
  • Ökologisch. Die Gesellschaft wird mit ihrer Umwelt in Einklang gebracht.
  • Friedlich. An die Stelle der Kriegsgewalt tritt die Diplomatie.
  • Postkapitalistisch. Jede Form der Arbeit erhält ihre angemessene Anerkennung. Der Arbeitsfetisch wird abgeschafft.
  • Wohlhabend. Armut wird beseitigt und eine Zukunft des gemeinsamen Wohlstands investiert.
  • Vielfältig. Wir feiern Verschiedenheit als Stärke.

Da deckt sich vieles auch mit den Prinzipien von .

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