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Puigdemont auf Sardinien festgenommen.
Repression

Der ehemalige katalanische Präsident und jetzige EU-Abgeordnete Carles Puigdemont (JxC) wurde gestern von der italienischen Polizei auf Sardinien verhaftet, kurz nachdem er am Flughafen von L’Alguer (Alghero) angekommen war. Er hätte in der katalanischen Stadt der Insel an einer Kulturveranstaltung teilnehmen sollen — geplant waren außerdem ein Treffen mit dem Bürgermeister und eines mit dem sardischen Präsidenten.

Erst kürzlich hatte der EuGH klargestellt, dass die Haftbefehle gegen Puigdemont, der von Spanien wegen des Unabhängigkeitsreferendums von 2017 gesucht wird, aufgehoben seien. Seitdem war der ehemalige Präsident unbehelligt in mehrere EU-Länder gereist.

In Italien aber ticken die Uhren wieder einmal anders. Puigdemont verbrachte die Nacht im Gefängnis, voraussichtlich heute wird er einer Richterin zur Haftprüfung vorgeführt. Sein Verteidiger, Menschenrechtsanwalt Gonzalo Boye, bezeichnete das Vorgehen der italienischen Behörden als illegal und besorgniserregend.

Nachtrag vom 24.09.2021: Puigdemont konnte das Gefängnis inzwischen wieder verlassen, muss aber am 4. Oktober vor Gericht erscheinen. Entgegen ersten Verlautbarungen muss er in der Zwischenzeit nicht auf Sardinien bleiben, sondern darf sich in der gesamten EU frei bewegen.
Bei seiner Haftentlassung waren der sardische Präsident und der Regionalratspräsident anwesend, die ihm so ihre Unterstützung zeigen wollten.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/

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Modello linguistico e scolastico in crisi.
Catalogna

Da anni su questa piattaforma scriviamo che la scuola plurilingue, specie se il modello è «paritetico» rischia, suo malgrado, di diventare uno strumento di assimilazione. Dopo l’era franchista, sin dall’inizio, in Catalogna si è invece deciso di puntare tutto sull’inclusione, su una scuola plurilingue asimmetrica con forte prevalenza della lingua catalana. In teoria, il peso della lingua minoritaria nelle scuole sarebbe dovuto essere maggiore proprio nelle zone in cui il suo uso sociale era più flebile.

Già da anni giravano voci secondo cui molte scuole, e molti maestri, non sarebbero in grado (o non avrebbero la volontà) di garantire l’assimetria prevista e che anzi in realtà il rapporto tra castigliano e catalano sarebbe capovolto. In un numero di cortili scolastici crescente, inoltre, la lingua franca tra gli alunni sarebbe ormai il castigliano. Non proprio quello che la politica catalana aveva immaginato quando con la rinuncia alla cosiddetta «segregazione» degli alunni per lingua aveva anche dichiarato di voler fare del catalano la lingua di coesione comune.

Fin qui le chiacchiere. A far molto discutere però è la recente elaborazione del quotidiano El Punt Avui (del 13 dicembre) sulla base di dati ufficiali e certificati: tra il 2005 e il 2020 la quota di chi dichiara che il catalano è la sua «lingua abituale» sarebbe sceso dal 46,0% al 36,1%. Un calo oltre ogni aspettativa, quando anzi la speranza era che le cifre fossero in aumento.

Certo, la situazione non cambia osservando le altre realtà di lingua catalana, dove i modelli linguistici e scolastici sono molto differenti: nel País Valencià il catalano era «lingua abituale» del 32,8% della popolazione nel 2005, del 28,1% oggi. Stessa storia per Isole Baleari (45,0% → 36,8%), Alguer/Alghero (13,9% → 9,1%) o Catalogna del Nord (3,5% → 1,3%).

Se è vero che le ragioni di questa débâcle non vanno ricercate solamente nella scuola, sembra anche certo che il sistema istruzione non sia comunque riuscito a fermare un declino che ormai ha assunto dimensioni allarmanti. E ne è conferma il fatto che tutte le statistiche dimostrano come l’uso sociale della lingua minoritaria è maggiormente in calo nei giovani.

Per decenni la scuola unica plurilingue ed assimetrica catalana sembrava un modello vincente, in grado di promuovere la coesione sociale, di formare persone plurilingui e di salvaguardare la lingua catalana, facendola diventare una sorta di bene comune.

E invece. Invece, se per ora non ci sono voci ufficiali che mettono in forse il modello scolastico, è anche vero che per la prima volta — da quando seguo media e politica catalani — la rivendicazione di scuole separate per lingua sta assumendo connotazioni più che aneddotiche. Altrimenti, dicono alcuni, la lingua potrebbe sparire definitivamente.

Non è detto (e anzi sembra improbabile) che queste voci possano prendere il sopravvento. Il modello attuale sta però attraversando una forte crisi.

E se la scuola è certamente un tassello fondamentale della politica linguistica, urge interrogarsi se non sia prima di tutto il modello di stato, quello nazionale, a mal conciliarsi con la pluralità linguistica. A lungo andare infatti, a prescindere dal tipo di tutela linguistica, sembra che tutte le minoranze tendano verso zero.

Quel che cambia è solo la velocità con cui avanza l’assimilazione.

Vedi anche: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/ 8/ 9/ 10/ 11/

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Sprachpolitik für l’Alguer (Alghero).

Kürzlich wurde auf Sardinien erstmals ein einheitliches Sprachpolitikgesetz verabschiedet, das das Sardische und das in l’Alguer (Alghero) gesprochene Katalanische in den Rang von Amtssprachen erhebt. Die katalanische Plataforma per la Llengua (Plattform für die Sprache) war maßgeblich an der Ausarbeitung des Gesetzes beteiligt, was den l’Alguer betreffenden Teil angeht.

Fast zeitgleich erschien in der Biblioteca Tècnica de Política Lingüística (BTPL) der Generalitat de Catalunya eine dreisprachige Publikation (Katalanisch, Sardisch*, Italienisch) über den Sprachgebrauch in L’Alguer.

Schon seit langem hat Katalonien seine hochprofessionelle Sprachpolitik auch auf Gebiete außerhalb des unmittelbaren Zuständigkeitsbereichs der Generalitat ausgedehnt. Neben den Auslandsvertretungen in Berlin, Brüssel, Wien oder Rom betreibt das Land aus diesem Grund auch Delegationen in Perpinyà (Perpignan) und l’Alguer**.

Immerhin gilt zu berücksichtigen, dass die sardisch-katalanische Stadt nicht mehr Einwohnerinnen zählt, als unsere Ladinia.

Über Inhalt und Ergebnisse der Studie hinaus finde ich aus Südtiroler Sicht zum Beispiel auch interessant, dass die Interviewenden nicht nur die Aufgabe hatten, zu befragen, sondern auch zu beobachten. Dies geht aus dem im Anhang veröffentlichten Fragebogen hervor, der einen Abschnitt beinhaltet, wo die Interviewenden unter anderem

  • gesondert die vor und nach dem Gespräch gebrauchte(n) Sprache(n)
  • die Evolution des Sprachgebrauchs während des Interviews und
  • die von der interviewten Person mit anderen ggf. im Haushalt Anwesenden verwendete(n) Sprache(n)

vermerken sollten. Dies gehört zu jener Art der Sprachforschung, die in Südtirol meines Wissens völlig vernachlässigt wird. So wird in Katalonien und dem Baskenland regelmäßig analysiert, welche Sprachen in welchem Umfang »auf der Straße« zu hören sind.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/

*) selbst die sardische Sprache betreffende Publikationen erscheinen meist nur auf Italienisch, weshalb hier vermutlich auch eine Signalwirkung beabsichtigt war
**) wiewohl derzeit — in Erwartung einer Wiederinbetriebnahme — nicht aktiv

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L’Alguer für mehrsprachige Etikettierung.

In Alguer/Alghero (Sardinien) haben die Region Sardinien, die Generalitat de Catalunya und die Gemeindeverwaltung gemeinsam ein Projekt — namens MenjAlguerés — initiiert, um den Lebensmittelhandel für die Produktauszeichnung und -etikettierung auf Katalanisch zu sensibilisieren. Begonnen wurde mit der Obst- und Gemüsesparte, doch die Initiative soll nach und nach auf sämtliche Bereiche ausgeweitet werden.

Am Projekt beteiligen sich neben den amtlichen Trägern auch der Handwerkerverband (Confartigianato), der Handelsverband (Confcommercio), die Landwirtschaftsvereinigung CIA, die beiden Märkte von Alguer sowie die Supermarktketten Eurospin und Conad.

In Südtirol wird die einsprachige Etikettierung in der Staatssprache dagegen schon mal im protektionistischen Sinn als Wettbewerbsvorteil angesehen.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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Sprache: Daten als Grundlage für Politik.

Immer und immer wieder haben wir bemängelt, dass in Südtirol Sprach- und Bildungspolitik ohne oder zumindest ohne ausreichende Daten gemacht wird. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Entscheidungen in diesen für ein mehrsprachiges Gebiet hochsensiblen Bereichen aufgrund von Launen, Bauchgefühlen und Mythen getroffen werden, ohne tatsächlich und umfassend erhoben zu haben, wie die aktuelle Situation ist, wie die Entwicklung über mehrere Jahr(zehnt)e aussieht und was die Bevölkerung — eine möglichst gut informierte Bevölkerung — tatsächlich wünscht. Bestenfalls kann von Schlamperei und Stümperhaftigkeit, schlimmstenfalls muss von vorsätzlicher Schädigung der sprachlichen Besonderheit dieses Landes die Rede sein.

Oft haben wir in diesem Blog auch darauf hingewiesen, dass Sprachsituation und -entwicklung in anderen mehrsprachigen Ländern und Regionen systematisch und akribisch erhoben werden, als Grundlage für eine seriöse, wissenschaftlich fundierte Sprachpolitik.

In Südtirol hat das Landesstatistikinstitut (Astat) im Jahr 2004 das erste Sprachbarometer erstellt, was fortan im Zehnjahresrhythmus wiederholt werden soll. Die zweite, auf 2014 bezogene Ausgabe wird in diesem Jahr erwartet.

Zum Vergleich: Katalonien erhebt und veröffentlicht jedes Jahr einen umfassenden Sprachbericht, in dem die Sprachsituation, die Entwicklung und die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen aufgezählt und evaluiert werden. Jedes Jahr. Die Daten reichen zum Teil bis in die 70er Jahre zurück, als Diktator Franco noch am Leben und an der Macht war. Spätestens seit Beginn der Demokratie wurden wichtige Sprachdaten im Jahresrhythmus erhoben.

So enthält beispielsweise der letzte Sprachbericht, der sich auf 2013 bezieht, auf 110 Seiten unter anderem folgende Informationen:

  • Die Sprachsituation und -entwicklung:
    • Sprachkenntnisse der Bevölkerung von 1981 bis 2013, getrennt nach Kompetenzen (Verstehen/Sprechen/Lesen/Schreiben) und meistbeherrschten Sprachen (Katalanisch/Spanisch/Englisch/Französisch);
    • Herkunfts-, Identifikations- und gewöhnlich benutzte Sprache(n);
    • Sprachkenntnisse nach Altersgruppen und Kompetenzen;
    • Analyse nach Geburtsort (Katalonien/Spanien/Ausland);
    • Analyse nach katalanischen Regierungsbezirken;
    • Sprache(n) im Umgang mit der Familie (Großeltern/Mutter/Vater/Partner/Kinder);
    • Sprachgebrauch im Umgang mit Handel und privaten/öffentlichen Dienstleistern (Großhandel/Nahversorgung/Staatsverwaltung/Arzt/Bank/Regionalverwaltung/Gemeinden) und Entwicklung seit 2008;
    • Sprachgebrauch am Arbeitsplatz (mit Arbeitskollegen/Kunden), getrennt nach Größe des arbeitsgebenden Unternehmens und katalanischem Regierungsbezirk;
    • Sprache(n) im Medienkonsum, einschließlich Internet;
    • Sprache(n) im Kulturbereich (Kino, Musik, Theater, Videospiele, Bücher) und Entwicklung seit 2009;
    • Sprachgebrauch in der (Aus-)Bildung, Evolution der ausländischen Schülerinnenschaft;
    • Sprachgebrauch an den Universitäten, getrennt nach Universität und Regelstudium/Master;
    • Sprache(n) in der Justiz, Anteil der Urteile auf Katalanisch und Spanisch, Entwicklung seit 2009;
    • Sprache(n) der Einträge im Besitzurkundenregister, Merkantilregister, Register beweglicher Güter;
    • Sprachgebrauch in notariellen Akten;
  • Maßnahmen der Regierung:
    • Anzahl und Sprachniveau (Katalanisch/Spanisch/Englisch/Französisch) der Schülerinnen an öffentlichen Schulen;
    • Sprachliche Evaluierung der Schülerinnen;
    • Universitäre Maßnahmen und Sprachprogramme für Studentinnen, Teilnehmerzahlen;
    • Spezielle Sprachprogramme für Austauschstudentinnen, Teilnehmerzahlen;
    • Erwachsenensprachkurse der Generalitat de Catalunya und anderer öffentlicher Körperschaften (Anwesenheitskurse, Fernstudium, via Internet…);
    • Parla.cat, Onlineplattform zum Erlernen der katalanischen Sprache, Teilnehmerzahlen;
    • Online-Fortbildungskurse für Katalanischlehrer- und -professorinnen weltweit;
    • Katalanischkurse für Zugewanderte, Teilnehmerzahlen;
    • Berufsaus- und Weiterbildung für Private und öffentliche Angestellte;
    • Spezielle Sprachfortbildung für Justizmitarbeitende, einschließlich Richterinnen, Staatsanwältinnen aufgrund von Abkommen zwischen Generalitat, Berufskammern und Gerichten, 1.628 Teilnehmerinnen im Jahr 2013;
    • Sprachzertifizierung durch die Generalitat de Catalunya (offizielle katalanische Sprachzertifikate), aufgeschlüsselt nach Sprachniveau und Entwicklung seit 2002;
    • Angebote zur Steigerung der Sprachqualität (Onlinedienste, Übersetzungsdienste, öffentliches Büro für Sprachfragen), zugänglich für Privatpersonen, Firmen, öffentliche Verwaltungen;
    • Termcat, Kommission zur Normalisierung und Weiterentwicklung von katalanischer Terminologie (363 neue Wörter und Anpassungen in 14 Sitzungen 2013);
    • Voluntariat per la llengua;
    • Kinoförderung, Synchronisierungen, Untertitel, Fernsehsendungen;
    • Zusammenarbeit mit Unternehmerverbänden zur Verbesserung der Präsenz der katalanischen Sprache in der Wirtschaft;
    • Stützung der Präsenz der katalanischen Sprache im digitalen Bereich;
    • Sensibilisierung kleiner und mittelständischer Unternehmen für die Sprache(n);
    • Zusammenarbeit mit dem Handel zur Förderung der katalanischen Sprache;
    • Praktische Unterstützungsprogramme für Firmen zur Berücksichtigung der katalanischen Sprache;
    • Förderung der katalanischen Sprache im Sport und in der Freizeit, Sensibilisierung von Vereinen;
    • Fortbildung von Gesundheitspersonal, Herausgabe von Terminologiehandbüchern, Onlinedatenbanken; Anpassung des Voluntariat per la llengua an die speziellen Erfordernisse des Gesundheitspersonals;
    • Zusammenarbeit mit Vereinen, die den Gebrauch und die Förderung der katalanischen Sprache zum Ziel haben;
    • Ausschreibung von Preisen für Firmen, Vereine, Kinos u.v.m., die sich um die Förderung der katalanischen Sprache verdient machen;
    • Ahndung von Verstößen gegen die Sprachgesetzgebung (in 187 Fällen) und Entwicklung seit 2011;
  • Internationale Projektion:
    • Katalanischkurse und Katalanischstudien im Ausland;
    • Tätigkeit des internationalen katalanischen Kulturinstituts Ramon Llull und Zusammenarbeit mit internationalen Vereinen;
    • Teilnahme an europäischen Organismen (Europäisches Netzwerk zur Förderung der sprachlichen Diversität, Linguanet, Europäische Terminologievereinigung), Zusammenkünften, Kongressen;
    • Zusammenarbeit mit anderen Gebieten mit katalanischer (Amts-)Sprache, einschließlich der Förderung der katalanischen Sprache in Nordkatalonien (Frankreich) und L’Alguer (Sardinien);
    • Tätigkeit im restlichen spanischen Staatsgebiet;
  • Förderung der katalanischen Gebärdensprache;
  • Situationserhebung und Maßnahmen zugunsten der okzitanischen Sprache;

Zur Vertiefung: Vollständige Fassung des Sprachberichts von 2013 (Katalanisch) und vollständige Fassung des Sprachberichts von 2012 (Englisch) .

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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Mehrsprachige Schule in Sardinien.

Francesco Pigliaru, Listenführer des sardischen PD, der am Sonntag, 16.02.2014 die Regionalwahlen in Sardinien mit über 42% gewonnen hat kündigt eine massive Aufwertung des Sardischen an. Das Sardische spielt heute im Schulsystem der zweitgrößten Mittelmeerinsel nur eine untergeordnete Rolle. Pigliaru gab auch zu verstehen, dass das von der Schriftstellerin Michela Murgia angeführte Bündnis, deshalb bei den BürgerInnen nicht angekommen sei, da diese verstanden hätten, dass der PD das eigentliche Herz der Autonomie sei.

Im sardischen Schulsystem plant man eine kleine Revolution. Das Sardische soll dem Italienischen völlig gleichgestellt werden und zumindest 50% der Fächer sollen in der Sprache der Minderheit unterrichtet werden. Wie dies bewerkstelligt werden soll konnte die Schulbeauftragte des sardischen PD, Frau Cornelu Prugu nicht erläutern. Tatsächlich findet die Lehrerausbildung der sardischen LehrerInnen, die morgen auf Sardisch unterrrichten sollen, auf Italienisch statt. Ein katalanisches Medium unterstrich vor etlichen Monaten, dass es für eine wirksame Kehrtwende zugunsten des Sardischen mittlerweile zu spät sei.

Trotzdem ist man beim sardischen PD optimistisch. Unterstützt wird man auch vom PD aus Südtirol, der sich in der Vergangenheit regelmäßig für mehrsprachige Schulen in verschiedenen italienischen Regionen eingesetzt hat. So forderte der PD aus Bozen die massive Aufwertung des Sizilianischen auf Sizilien, des Friulanischen im Friaul und des Okzitanischen im Piemont. In Sardinien möchte der PD aus Bozen seiner Schwesterpartei, so wie in Südtirol, ein assymetrisches Schulmodell vorschlagen. Jahrzehntelange zentralstaatlich ausgerichtete Schulpolitik seien verheerend für das Sardische gewesen. Um dies zu korrigieren solle man sich am katalanischen Schulmodell orientieren. Als Brücke könne die kleine katalanische Sprachgemeinschaft in Alghero auf Sardinien dienen. In Zukunft sollen mindestens zwei Drittel aller Fächer auf Sardisch unterrichtet werden. Zudem möchte der PD aus Bozen den Sarden auch im Konsumentenschutz neue Wege schmackhaft machen. Auf Sardinien ist es gängige Praxis, dass Produkte nur auf Italienisch, der Sprache des Nationalstaates, etikettiert werden. Gegen diese Praxis kämpfe man schließlich auch in Bozen. In Zukunft sollte es in Sardinien auch möglich sein Produkte nur auf Sardisch zu etikettieren. Das Ziel solle aber eine flächendeckende mehrsprachige Etikettierung sein.

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