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Lawinenbericht auf Okzitanisch, aber nicht auf Ladinisch.

Seit dem Winter 2018/19 gibt es den gemeinsamen Lawinenbericht für die Euregio Tirol — von Anfang an dreisprachig Deutsch, Italienisch und Englisch.

Inzwischen sind vier weitere Sprachen dazugekommen: Okzitanisch (Aranesisch), Katalanisch, Französisch und Spanisch.

Ausschnitt: Lawinenbericht auf Katalanisch

Laut einer Auskunft des Landesmeteorologen Dieter Peterlin (auf Twitter) wird der Bericht nicht täglich manuell übersetzt. Vielmehr besteht er aus vorgefertigten Textbausteinen und wird somit automatisch in allen verfügbaren Sprachen veröffentlicht.

Ausschnitt: Projektbeschreibung auf Aranesisch

In alle sieben Sprachen übersetzt wurde aber nicht nur der Report an sich, sondern weite Teile des Webauftritts, einschließlich der Projektbeschreibung.

Noch immer nicht dabei ist die Landessprache Ladinisch, obwohl dies mit dem Textbausteinsystem kein gr0ßer Aufwand sein dürfte.

Übrigens: Dolomitenladinisch wird von rund 30.000 Menschen gesprochen, Aranesisch von knapp 5.000.

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Mamma Tirol: Harte Kritik aus Nord-Ost.

Der Nord-/Osttiroler Bund der Schützenkompanien (BTSK) distanziert sich mit einer ungewöhnlich harten Stellungnahme vom diskriminierenden Mamma-Tirol-Schwachsinn des Südtiroler Landeskommandanten.

In einer heute publizierten Medieninformation wird darauf hingewiesen, dass die Inhalte des Videos auch auf die Schützen Ost- und Nordtirols reflektieren. In den Grundsätzen des BTSK seien fünf Werte bzw. Kernaussagen enthalten, denen sich die Schützen dort verpflichtet fühlten:

  • Treue zu Gott und dem Erbe der Vorfahren
  • Schutz von Heimat und Vaterland
  • Größtmögliche Einheit des ganzen Landes
  • Freiheit und Würde des Menschen
  • Pflege des Tiroler Schützenbrauchs

Man positioniere sich als positive, überparteiliche und unpolitische Kraft, als Traditionsverband mit klaren Werten und starker Moral.

Dann kommt die schallende Watschn von Landeskommandant Thomas Saurer:

Der Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes hat in seiner Eigenständigkeit diesen Weg der Kommunikation gewählt. Als Landeskommandant im Bund der Tiroler Schützenkompanien ist es jedoch nicht meine Art der Verständigung. Ich setze auf Dialog, Einbindung und Bewusstseinsbildung, nicht auf Provokation. Und ich versuche als Landeskommandant eine Vorbildrolle gegenüber unseren Schützenkameraden, Marktenderinnen und Jungschützen einzunehmen. Projekte, die als Ziel zum Nachdenken anregen, sollen für die Stärkung unserer gemeinsamen Landesidentität nützlich sein, verletzen, spalten und ausgrenzen dürfen sie jedoch nicht. Auch die Schützen und Marketenderinnen Ost- und Nordtirols verteidigen ihre Grundsätze, Kernwerte und Leitmotive, immer dann, wenn es erforderlich ist und nicht der Inszenierung wegen. Besonders in der aktuellen Situation, die viel Ungewissheit mit sich bringt, gilt es Weitblick, Zuversicht und Besonnenheit zu bewahren und das Verbindende zu stärken.

Hervorhebungen von mir.

Recht viel klarer hätte er es nicht zum Ausdruck bringen können — jedenfalls nicht unter Wahrung der Contenance.

Siehe auch:

Kohäsion+Inklusion Politik | Good News | | | Nord-/Osttirol Südtirol/o | Schützen | Deutsch

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Grenzregionen in Pandemiezeiten.

Ende November genehmigte das EU-Parlament einen Entschließungsantrag , der auf maßgebliches Betreiben des ostbelgischen Abgeordneten Pascal Arimont (CSP/EVP) zustandegekommen war. Darin wird ein voll funktionsfähiger Schengenraum ohne Grenzkontrollen verlangt, außerdem die besondere Berücksichtigung von Grenzregionen.

Diese Grenzregionen, die rund 40% der Fläche der Union ausmachten und wo rund 30% der EU-Bevölkerung lebe, müssten von Reisebeschränkungen — auch und gerade im Rahmen von Covid-19 — ausgenommen werden.

Grenzgängerinnen, Studentinnen und Ehepartnerinnen unterschiedlicher Staatsangehörigkeit seien von Reisebeschränkungen ganz besonders betroffen.

Nicht zuletzt wird in dem Antrag einmal mehr betont,

wie wichtig eine mehrsprachige Kommunikation über die Pandemie mit einem besondere[n] Augenmerk auf den in den Grenzregionen verwendeten Sprachen ist[.]

Zitat aus dem Antrag

Noch am 30. Oktober hatten auch die Landeshauptleute der Europaregion Tirol für offene Grenzen plädiert:

Die drei Landeshauptleute unterstrichen, dass gerade in schwierigen Zeiten die Solidarität untereinander einen wichtigen Eckpfeiler der Zusammenarbeit in der Euregio darstellt. Deshalb bekräftigte man auch den Beschluss von Anfang Oktober, dass die grenzüberschreitende Mobilität für den Warenverkehr und den Personenverkehr aufrechterhalten werden soll.

— LPA

Es ist schon nahezu eine Tradition, dass auf solche Beteuerungen kurzfristig Grenzschließungen folgen. Auch diesmal war es so — und daran hat die Verabschiedung des Antrags im EU-Parlament wenig geändert.

Siehe auch:

Gesundheit Grenze Grundrechte Plurilinguismo Politik | Coronavirus Zitać | Arno Kompatscher Günther Platter Pascal Arimont | | Europa Nord-/Osttirol Ostbelgien Südtirol/o Trentino | EU-Parlament Euregio EVP | Deutsch

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Alles auf?

Nach der durchaus sehr erfolgreichen Massentestung am soeben vergangenen Wochenende wird aufgrund der geringen Anzahl an asymptomatischen Infizierten schon der Ruf laut, wieder alles zu öffnen. Warum die Schlussfolgerung, die dieser Forderung zugrundeliegt, sinnbefreit ist, hat Harald bereits aufgezeigt.

Vielleicht sollten wir uns aber auch noch einmal die düstere Ausgangslage konkret vor Augen führen.

Ich habe mir angeschaut, wie viele Menschen (je 100.000 Einwohnerinnen) in Südtirol mit oder an Covid-19 gestorben sind — und zwar bis zum Sonntag des Testwochenendes im Vergleich zu benachbarten Staaten und Regionen. Zudem habe ich europäische Länder in meine Betrachtung einbezogen, die laut medialer Berichterstattung besonders schwer von der Pandemie getroffen wurden: Belgien, Frankreich und Spanien.

Die folgenden drei Diagramme zeigen die Todesfälle pro 100.000 Einwohnerinnen

  • seit Pandemiebeginn im Frühling
  • im bisherigen Verlauf des Monats November und
  • in der letzten Kalenderwoche (KW47)

Nach Betrachtung dieser Daten wird klar, dass Südtirol im überregionalen und internationalen Vergleich besonders schlecht dasteht. In der letzten Woche verstarben hierzulande — verhältnismäßig — mehr Menschen, als in allen Vergleichsgebieten, und zwar deutlich. Zwischen der Situation bei uns und etwa in Deutschland liegen Welten.

Der Massentest war ein Versuch, die bereits außer Kontrolle geratene Situation wieder etwas in die »Normalität« der Nachbarregionen zurückzuholen — nicht ein absoluter Befreiungsschlag. Bevor das Ziel einer gewissen Normalisierung nicht erreicht ist, kann er meiner Ansicht nach nur schwer die Grundlage für allgemeine Lockerungen (Hotels, Geschäfte, Skigebiete…) sein.

Sollte die Absonderung von mehreren tausend Asymptomatischen (im Zusammenspiel mit der weiteren Einhaltung der AHA-Regeln) tatsächlich zur Unterbrechung von Infektionsketten und zu einer drastischen Verbesserung führen, sollten wir frühestens in einigen Wochen über allgemeine Öffnungen nachdenken. Bis dahin gilt es meiner Meinung nach äußerst behutsam vorzugehen, statt sich dem Übermut hinzugeben.

Siehe auch:

Gesundheit Tourismus Umfrage+Statistik Wirtschaft+Finanzen | Covid-Stats | | | Bayern Belgien Deutschland France Grischun Italy Nord-/Osttirol Österreich Spanien Südtirol/o Svizra Trentino | | Deutsch

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Medien, Zahlenkünstler und Fehlerkultur.
Zwei Episoden aus der Coronakrise

Gestern publizierte RAI Südtirol auf seinem Newsportal einen Artikel über die hohe 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bezüglich Coronafälle in Südtirol. Unser Land läge mit einem Wert von 798 an der Spitze Italiens und das Virus verbreite sich hierzulande zehnmal schneller als im benachbarten Bundesland Tirol, wo die Inzidenz bei 65 liege.

65? Really? Ein kurzer Blick auf das österreichische AGES-Dashboard zeigt, dass die 7-Tage-Inzidenz im Bundesland Tirol bei 680,8 pro 100.000 Einwohner liegt, also fast genauso schlecht wie in Südtirol. Am besten schneidet noch der Bezirk Reute mit 298,4 ab. Im Bezirk Schwaz liegt die Inzidenz bei satten 1248,7!

Heute ist der Hinweis auf den Euregio-Partner im Norden gänzlich aus dem Artikel verschwunden.

Fehler können natürlich passieren, wenngleich das RAI-Portal was die Orthographie anbelangt das “Kann-passieren-Maß” regelmäßig maßlos überschreitet. Gerade in Sachen Corona-Pandemie sollte aber ganz besonderes Augenmerk auf die Richtigkeit der Zahlen gelegt werden, da ohnehin schon sehr viel Verwirrung gestiftet und auch Schindluder damit getrieben wird.

Auch hat sich die Redaktion der RAI nicht im Sinne einer professionellen und transparenten Fehlerkultur dazu entschieden, den Fauxpas offen zu korrigieren, wie das in vielen Qualitätsmedien üblich ist. (“In einer früheren Version dieses Artikels wurde fälschlicherweise …”). Stattdessen hat man den korrigierten Artikel wie auch die dazugehörigen Social-Media-Verweise einfach neu hochgeladen und die alten inklusive User-Diskussion gelöscht.


Einen viel abenteuerlicheren Fauxpas hat sich allerdings der österreichische Privatsender des Red-Bull-Magnaten Dietrich Mateschitz, Servus TV, vor kurzem geleistet. Inhalt des dreiminütigen Beitrages war ebenfalls die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner.

In dem Bericht heißt es wörtlich:

Die offizielle Coronaseite des Bundes zeigt für den Salzburger Bezirk einen Wert von gut 455 Fällen (Anm.: 455 ist keine Fallzahl, sondern die Inzidenz). Diese Fälle gibt es aber zum großen Teil in Wirklichkeit gar nicht. Tatsächlich hat es im Tennengau in den letzten sieben Tagen nämlich nur 275 positive Tests gegeben. Der Rest der ausgewiesenen Fälle existiert nur in der Statistik.

Der Sprecher fährt dann fort, wie absurd und irreführend diese Berechnungen seien. Dies gipfelt in der Aussage über die 900-Seelen-Gemeinde Hüttschlag, wo zur Zeit der Ausstrahlung des Beitrags sieben Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet waren:

In der 7-Tages-Inzidenz (sic) ergibt das einen Horrorwert von 770 Fällen, von denen es 763 gar nicht gibt.

Wie es möglich ist, dass so ein hirnverbrannter Schwachsinn durch die Qualitätskontrolle des Senders kommt und somit auf Sendung gehen kann, bleibt wohl das Geheimnis der Redaktion. Vielleicht steckt hinter diesem Bericht aber auch gezielte Manipulation und Propaganda, denn es ist kaum vorstellbar, dass niemand im Umfeld dieses Beitrages den Unterschied zwischen relativen Bezügen und absoluten Werten (Mathematiklehrstoff der 5. oder 6. Schulstufe) versteht. Servus TV hat sich nämlich in der Vergangenheit als Sprachrohr der sogenannten “Coronaleugner” (furchtbares Wort) hervorgetan.

Jedenfalls ging der Beitrag innerhalb kurzer Zeit in den sozialen Medien viral. Der Grundtenor der hunderten Kommentare auf einschlägigen Facebookseiten war: “Wahnsinn, mit welch dreckigen Tricks die Regierenden manipulieren und die ‘Plandemie’ pushen”. Die wenigen, die vorsichtig bemerkten, dass die 7-Tage-Inzidenz ein relativer Wert ähnlich einer Prozentzahl zum Zwecke der Vergleichbarkeit sei, nur halt mit einer anderen Grundzahl und dass man die Werte nicht losgelöst von eben dieser als absolute Zahlen sehen dürfe, wurden sofort als “Kurz-Wähler” oder “nicht selbst denkend” enttarnt. Die “Nicht-Kurz-Wähler” und “Selbstdenkenden” hingegen zelebrierten in Überlegenheitsmanier munter weiter ihre eigene Dummheit. Eine Diskutantin antwortete mir auf meinen Hinweis, dass es sich um relative und nicht absolute Zahlen handle, dass sie den Unterschied zwischen diesen durchaus verstünde:

danke aber ich kenne den unterschied […] denkst du es ist richtig aufgrund relativer zahlen maßnahmen zu erlassen?

Meine Antwort darauf:

aufgrund welcher zahlen denn sonst? aufgrund der absoluten?
natürlich müssen die maßnahmen aufgrund relativer zahlen erlassen werden. alles andere ist schwachsinn, wie eben der obige bericht.
beispiel: ein dorf mit 1000 einwohnern hat 500 positive fälle (50 % oder 50.000 pro 100.000 einwohner). und nehmen wir an, wien (1,9 mio. ew.) hätte 2000 positive fälle. dann wäre wien in absoluten zahlen stärker betroffen als das dorf, da vier mal so viele positive. doch die lage in besagtem dorf ist zig mal dramatischer, weil dort 50.000 pro 100.000 infiziert sind (also die halbe bevölkerung) und in meinem hypothetischen fall in wien nur 105 pro 100.000 einwohner (also nur rund 0,1 % der bevölkerung).

Sie entgegnete wiederum:

ich befürchte wirklich das (sic) du das ernst meinst…

Exkurs: Verwunderlicherweise witterte niemand von den Schlaumeiern einen Skandal in der Tatsache, dass die Inzidenz im Tennengau damals eigentlich 455,5 und nicht 455 Fälle (pro 100.000 Einwohner) betrug und es ja halbe Coronafälle gar nicht geben dürfte. Vielleicht sollte jemand Servus TV diesbezüglich einen Hinweis geben, dass sie da etwas ganz Großes aufdecken könnten.

In jenen Journalistenkreisen, die der Grundrechnungsarten fähig sind, und bei Factcheckern löste der Bericht heftige Kritik aus. Es dauerte aber ganze acht Tage bis Servus TV den Beitrag heimlich, still und leise aus der Mediathek nahm. Entschuldigung? Richtigstellung? Fehlanzeige.

Siehe auch:    

Faktencheck Gesundheit Medien Wissenschaft | Coronavirus Medienkritik Zitać | | Rai Social Media | Nord-/Osttirol Österreich Südtirol/o Tirol | Euregio Land Südtirol Sabes | Deutsch

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Der Cluster in Sexten und die SVP.

In Südtirol gibt es jetzt zwei bedeutende Corona-Cluster. Der erste und bislang auch größere liegt in Sexten, wo eine der wesentlichen Ursachen die Nachbesprechung der Gemeindewahlen durch die SVP gewesen sein soll. Der neugewählte Bürgermeister Thomas Summerer räumte ein, dass dabei die empfohlenen und die vorgeschriebenen Vorsichtsmaßnahmen nicht eingehalten worden seien. Angesichts schwerer Krankheitsverläufe mit mindestens einem Todesfall frage ich mich, was die Volkspartei dazu zu sagen hat und ob es nicht besser wäre, wenn Summerer zumindest sein Amt wieder niederlegen würde. Das Vorgefallene ist an Fahrlässigkeit und Verantwortungslosigkeit wohl kaum zu überbieten. Von einer Vorbildrolle der Politik ganz zu schweigen.

Die Folgen dieses Fehlverhaltens sind übrigens auch in Osttirol spürbar.

Siehe auch:  

Gesundheit Politik | Coronavirus Gemeindewahl 2020 | | | Nord-/Osttirol Südtirol/o | SVP | Deutsch

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Euregio Connect: Rom entscheidet.
Aber bitte nicht verraten!

Kürzlich wurde der Gründungsantrag für einen neuen Europäischen Verbund Territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) namens Euregio Connect unterzeichnet, der die Kooperation zwischen Tirol Werbung, Trentino Marketing und IDM Südtirol erleichtern soll.

Warum das vermutlich nicht an die ganz große Glocke gehängt wurde, erklärt die ff in ihrer aktuellen Ausgabe: Während den Antrag für Nord-/Osttirol die Landesregierung in Innsbruck genehmigen kann, müssen Südtirol und Trentino — die autonomsten Länder des Erdballs — auf die Zustimmung der römischen Regierung warten. Schon bei der Gründung des EVTZ der Europaregion Tirol habe sich Rom aber alles andere als kooperativ gezeigt, weshalb man diesmal »keine schlafenden Hunde wecken« möchte.

Die These von der »Geheimautonomie« bestätigt sich also erneut.

Siehe auch:

Grenze Tourismus Vorzeigeautonomie Zentralismus | | | ff | Italy Nord-/Osttirol Österreich Südtirol/o Trentino | | Deutsch

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Sudtirolo: Treccani… colonialista.

Negli ultimi giorni, come in svariate altre occasioni nel corso degli anni, sono tornato a meravigliarmi della poca conoscenza che si ha in Italia della situazione linguistica e culturale e della storia del Sudtirolo. In riferimento alla questione dei «medici tedeschi» alcune posizioni (ed è il caso di chi, vivendo qui, la situazione dovrebbe conoscerla) sembrano dettate dalla malafede, altre però mi paiono imputabili piuttosto a una scarsa e/o errata conoscenza.

In questo contesto mi è tornato in mente quel che sul «Süd-Tirol» avevo letto, recentemente, sul sito della Treccani, probabilmente ritenuta la più autorevole, completa e affidabile enciclopedia italiana.

Ho scelto alcune brevi citazioni tratte dalla voce dedicata alla nostra terra e che secondo me bene illustrano (se non addirittura: spiegano) l’ignoranza, strutturale e diffusa, sul Sudtirolo:

I rapporti linguistici ed economici che collegano questa provincia con il Tirolo austriaco spiegano il nome di Süd-Tirol. (nonché quello di Tiroler Etschland, con cui, fino al 1971, era indicata dallo statuto della Regione Trentino-A.).

Dopo la fallita rivolta antifrancese guidata da A. Hofer, nel 1815 l’A. passò alle dirette dipendenze dell’Austria, la quale soprattutto dopo la perdita, avvenuta nel 1866, degli altri domini italiani, vi iniziò un’intensa opera di germanizzazione.

Al termine della Prima guerra mondiale l’A. passò all’Italia, e costituì, dal 1927 in poi, la provincia di Bolzano. Il regime fascista attuò una politica di italianizzazione della popolazione di lingua tedesca favorendo altresì una massiccia immigrazione di italiani, ciò che provocò una forte reazione locale di stampo nazionalistico.

La svolta verso un’intesa si ebbe soltanto quando l’Austria si rese conto che il suo sforzo di internazionalizzare il problema dell’A. e di farsi riconoscere il ruolo di garante dell’applicazione delle nuove concessioni che il governo italiano si apprestava a concedere alla popolazione di lingua tedesca non trovava eco né in Europa né all’ONU.

Riassumendo:

  • Il nome Süd-Tirol è dovuto non già al fatto che questa terra fosse, almeno fino alla sua annessione da parte dell’Italia, parte costitutiva e integrante del Tirolo, tanto da albergare il castello da cui prende il nome e da averne per anni ospitato la capitale (Merano), ma solamente ai rapporti — linguistici ed economici — che la collegano al Tirolo austriaco.
  • Soprattutto dopo la perdita «degli altri domini italiani» (e dunque implicitamente anche il Sudtirolo viene definito tale) l’Austria iniziò una «intensa opera di germanizzazione». Questo si può, forse, affermare relativamente al Trentino, ma anche lì furono primariamente associazioni nazionalistiche ad operare in tal senso e in misura molto minore lo stato.
    Tanto che, per fare solo un esempio, un passaporto emesso nel 1915 nella parte germanofona del Tirolo era perfettamente bilingue (tedesco-italiano), a differenza di quelli emessi qui — oggi, non durante il fascismo! — dallo stato italiano.
  • La «politica di italianizzazione della popolazione di lingua tedesca» e la «massiccia immigrazione di italiani» sono descritte senza battere ciglio (ovvero senza interpretazione alcuna), mentre è la «forte reazione locale» a venir definita «di stampo nazionalistico». Inoltre, se l’opera di germanizzazione portata avanti dall’Austria (in Trentino, non in Sudtirolo) viene definita «intensa», quella del regime fascista sarebbe dunque stata più blanda?
  • Che, infine, l’Austria non si sia fatta riconoscere il ruolo di garante dell’applicazione delle nuove concessioni che il governo italiano si apprestava a concedere fare alla popolazione di lingua tedesca risulta essere totalmente falso. Su che base altrimenti l’Italia nel 1992 si è fatta emettere la cosiddetta quietanza liberatoria dall’Austria, una volta applicate (seppure in maniera insufficiente, a mio personale avviso) le misure previste dal pacchetto?

Se questa è la qualità delle enciclopedie (e dei libri scolastici?) italiani, c’è ben poco di cui meravigliarsi. A scanso di equivoci: non sono dell’avviso che sia il Governo sudtirolese o chi per lui a dover (e poter) contrastare questa diffusissima disinformazione*. Penso invece che sarebbe il compito delle istituzioni di ricerca, universitarie, educative, culturali italiane quello di rivedere e superare questo nazionalismo e colonialismo intrinseco.

*) È e sarà prima di tutto compito dei sudtirolesi, invece, rielaborare la loro storia e cercare di superare i propri stereotipi, pregiudizi ed errori.

Vedi anche:

Bildung Colonialismi Cultura Faktencheck Faschismen Geschichte Nationalismus Wissenschaft | Geschichtsaufarbeitung Italianizzazione Zitać | | | Italy Nord-/Osttirol Österreich Südtirol/o Trentino | EU UNO | Italiano