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… from either end of separate tennis courts.
Quotation 661

Most of society’s arguments are kept alive by a failure to acknowledge nuance. We tend to generate false dichotomies and then try to argue one point using two entirely different sets of assumptions. Like two tennis players trying to win a match by hitting beautifully executed shots from either end of separate tennis courts.

Tim Minchin, Australian comedian, actor, writer and musician, in his commencement speech 9 Life Lessons given at the University of Western Australia

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Reisepass: Māori first.
Aotearoa/Neuseeland

Der neuseeländische Reisepass wird einer sicherheitstechnischen — und damit einhergehend einer sprachlichen — Überarbeitung unterzogen. Wie das Te Tari Taiwhenua Department of Internal Affairs von Aotearoa mitteilt, wird der neue Reisepass nicht nur fälschungssicherer gemacht, sondern auch eine deutliche Aufwertung der Landessprache Māori mit sich bringen.

Datenseite des neuen neuseeländischen Reisepasses

Im gesamten Dokument wird die Minderheitensprache nicht nur gleichwertig mit Englisch angeführt, sondern — dem Prinzip der positiven Diskriminierung folgend — sogar erstgereiht sein, wie auch den bereits in Umlauf gebrachten Bildern zu entnehmen ist. Dies obschon (oder gerade weil) rund 95% der Bevölkerung von Neuseeland Englisch und etwa 4% Māori sprechen.

Zum Vergleich: Im italienischen Reisepass sind Minderheitensprachen, sofern sie nicht gleichzeitig Amtssprachen eines EU-Landes sind, gar kein Thema.

Datenseite des italienischen Reisepasses (Quelle: Italienische Staatsdruckerei)

Die Datenseite etwa ist auf Italienisch, Englisch und Französisch gehalten. Auf Seite 6 gibt es ein Glossar mit Übersetzungen aller Begriffe in die Amtssprachen der Europäischen Union.

Friaulisch, Sardisch, Ladinisch, Okzitanisch und andere kommen in dem Dokument gar nicht vor, geschweige denn in gleicher Größe oder gar erstgereiht.

Vorderseite des neuen neuseeländischen Reisepasses

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ | 5/ 6/

Comparatio Minderheitenschutz Plurilinguismo | affirmative action Best Practices Good News | | | Italy Oceania | | Deutsch

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Kanaky, le forze separatiste chiedono un ulteriore referendum.

Forte anche dei risultati elettorali ottenuti a febbraio, i partiti indipendentisti di Kanaky (Nuova Caledonia) hanno chiesto la convocazione di un ulteriore referendum sull’appartenenza alla Francia. Si tratterebbe della terza e ultima consultazione di questo tipo prevista dall’Accordo di Nouméa: in occasione della prima, tenutasi il 4 novembre 2018, il 56,7% dei partecipanti si erano espressi a favore dello status attuale, mentre nella seconda, del 4 ottobre 2020, tale percentuale si era ridotta al 53,3%.

Nelle elezioni di febbraio, per la prima volta dalla firma dell’Accordo di Nouméa, i partiti indipendentisti hanno poi raggiunto una maggioranza nel Governo di Kanaky, nel quale comunque — per legge — devono essere rappresentate forze unioniste e separatiste.

In seguito alla formalizzazione della richiesta di celebrare ancora un referendum, il primo ministro francese Jean Castex ha ora chiesto alle parti di venire a Parigi dal 25 maggio al 3 giugno per una sessione di lavoro.

Realisticamente, la nuova consultazione potrebbe poi venire fissata per settembre 2022.

Sinora, oltre ai due referendum celebrati sulla base dell’Accordo di Nouméa (2018, 2020), se ne era tenuto uno anche nel 1987.

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Frankreich und Neuseeland bekämpfen Periodenarmut.

Die französische Ministerin für Hochschulbildung, Forschung und Innovation, Frédérique Vidal, hat am 23. Februar angekündigt, dass Menstruationsprodukte für Studentinnen im Land schon bald kostenlos sein werden. Damit ist Frankreich das erste Land in Europa, das bei der Bekämpfung der sogenannten Periodenarmut dem schottischen Beispiel folgt.

Dort jedoch wurde die Maßnahme bereits auf alle Frauen ausgeweitet, die sich entsprechende Hygieneprodukte nicht leisten können, und ist nicht auf Studentinnen begrenzt.

Früher im Februar hatte bereits die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern verlautbart, ein millionenschweres Programm gegen Periodenarmut nach schottischem Vorbild auflegen zu wollen. Davon sollen ab Juni sämtliche Schulen des Inselstaates betroffen sein.

Anlässlich der Ankündigung der Maßnahme in Frankreich teilte Madame Vidal mit, ein Drittel der Personen in der Hochschulbildung hätten einer Studie zufolge finanzielle Unterstützung nötig, um Tampons und Binden kaufen zu können. Es gehe jedoch nicht an, dass Menschen zwischen Ernährung und Hygiene wählen müssten, so die Ministerin.

Die neuseeländische Regierung, die bereits ein vielversprechendes Pilotprojekt an 15 Schulen mit rund 3.200 Schülerinnen abgeschlossen hat, spricht von positiven Auswirkungen auf den Schulbesuch. Eine von zwölf Schülerinnen (über 8%) sei in Neuseeland bislang aufgrund von Periodenarmut dem Unterricht ferngeblieben.

Siehe auch: 1/

Bildung Feminæ Politik Scola Soziales Wirtschaft+Finanzen | Best Practices Good News | | | France Oceania Scotland-Alba | | Deutsch

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Kanaky: Separatistische Mehrheit.
Wahlergebnis

Bei der heutigen vorgezogenen Neuwahl wurde in Kanaky bzw. »Neukaledonien« erstmals eine Regierung mit separatistischer Mehrheit gewählt. Sechs von elf Ministerinnen gehören Parteien an, die die Loslösung von Frankreich fordern. Die Verfassung schreibt vor, dass die Exekutive — ähnlich wie in Nordirland — aus separatistischen und unionistischen Mitgliedern zusammengesetzt sein muss.

Alle sechzehn vorhergehenden Regierungen hatten eine unionistische Mehrheit.

Die heutige Wahl wurde nötig, weil die separatistischen Kräfte am 2. Februar das alte Kabinett zu Fall gebracht hatten, um den Verkauf einer strategisch wichtigen Nickelmine an private Investorinnen zu verhindern.

Neben der separatistischen Mehrheit kommt es wohl zu einer weiteren bedeutsamen Premiere: Obschon der Regierungschef noch nicht feststeht, ist die Wahl eines Nichtweißen in dieses Amt so gut wie sicher, da keiner der beiden aussichtsreichen Kandidaten weiß ist. Das war bisher noch nie der Fall.

Diese Neuerungen fallen just in den Zeitraum, in dem ein weiteres Unabhängigkeitsreferendum stattfinden soll. Nachdem die Option Eigenstaatlichkeit bereits bei der letzten Abstimmung deutlich besser abgeschnitten hat, als im Vorfeld erwartet worden war, stehen die Chancen für eine Abnabelung von Frankreich gut.

Zu Protesten gegen die neue Regierung kam es in der Hauptstadt Nouméa nicht wegen ihrer politischen Ausrichtung, sondern wegen der Zusammensetzung: unter den elf Mitgliedern befindet sich diesmal nämlich nur eine einzige Frau.

Siehe auch: 1/

Democrazia Feminæ Politik Selbstbestimmung | Good News Wahlen | | | France Nordirland Oceania | | Deutsch

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Non è un paese giovane.
Australia

Dal 1° gennaio l’Australia ha introdotto una leggera modifica al suo inno, perché la versione finora in vigore era ritenuta offensiva nei confronti della popolazione autoctona. Infatti, la seconda riga recitava:

For we are young and free
[Poiché siamo giovani e liberi]

Ma il paese poteva ritenersi «giovane» solo ignorando la storia precedente l’arrivo dei bianchi. E dunque, modificando una parola, la stessa riga

For we are one and free
[Poiché siamo uniti e liberi]

Traduzione ufficiale dell’inno

risulta ora più inclusiva e rispettosa verso gli aborigeni — e al contempo storicamente corretta.

Advance Australia Fair è ufficialmente l’inno nazionale australiano solo dal 1977, quando fu introdotto con referendum popolare. Tuttavia, fu composto quasi un secolo prima, nel 1878, e sin dall’inizio del 20° secolo fungeva uffiosamente da inno accanto a quello ufficiale (l’inglese God Save the Queen). Nel corso degli anni il testo di Advance Australia Fair è stato modificato più volte per adattarlo ai tempi e per renderlo più inclusivo. In particolare, le quattro strofe iniziali sono state ridotte a due.

(In Italia il Canto degli Italiani di Goffredo Mameli è stato confermato inno nazionale solo nel dicembre del 2017, nella versione sostanzialmente invariata del 1847. Si tratta di un inno maschilista, aggressivo, inneggiante alla guerra ed offensivo nei confronti di altri stati e popoli europei. Né prima né dopo la sua «introduzione ufficiale» è stato sottoposto a una rielaborazione critica.)

Vedi anche: 1/ 2/ 3/ 4/

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Ardern holt die Absolute.
Dankesrede auch auf Te Reo Māori

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern und ihre Labour Party haben bei den gestrigen Parlamentswahlen einen historischen Sieg eingefahren. Labour legte im Vergleich zu 2017 12,2 Prozentpunkte zu und erreichte 49,1 Prozent der Stimmen, während die schärfste Konkurrentin, die von Judith Collins geführte National Party, 17,6 Prozentpunkte verlor und mit 26,8 Prozent ein Debakel erlebte.

Erstmals seit der Wahlrechtsreform 1996 schaffte eine Partei damit die absolute Mandatsmehrheit und kann allein regieren. Zudem ist es das beste Labour-Ergebnis seit rund 50 Jahren.

Durch eine Koalition mit den Grünen (7,6 %, +1,3) und – überraschenderweise – der rechtspopulistischen “New Zealand First”-Partei von Winston Peters, der väterlicherseits maorischer Abstammung ist, konnte Ardern 2017 das Premierministeramt erringen. New Zealand First stürzte bei diesen Wahlen jedoch von 7,2 auf 2,66 Prozent ab und erreicht den Einzug ins Parlament nicht mehr.

Ardern hat sich in ihrer Amtszeit als hervorragende Krisenmanagerin gezeigt und Aotearoa mit viel Gespür und Empathie durch drei Ausnahmeereignisse geführt. Ihre Reaktionen auf das Christchurch-Massaker, bei dem ein Rechtsextremist im April 2019 51 Menschen in einer Moschee erschoss und auf den Ausbruch des Vulkans Whakaari (White Island), bei dem im Dezember 2019 21 Menschen den Tod fanden, wurden mehrheitlich als überaus angemessen wahrgenommen. Auch die Covid-19-Pandemie hat Neuseeland vergleichsweise weniger hart getroffen als die meisten anderen Staaten. Dank Arderns strikter Maßnahmen hat das Land der langen weißen Wolke nur 25 Tote bei fünf Millionen Einwohnern zu beklagen. Das sind fünf Todesopfer pro eine Million Einwohner. (Zum Vergleich: Österreich 99/1 Mio. – Deutschland 117/1 Mio. – Italien 604/1 Mio. – USA 676/1 Mio.). Von einer zweiten Welle ist im Pazifikstaat im Gegensatz zu Europa und den USA im Moment auch nichts zu spüren. Die Infektionszahlen sind stabil auf sehr niedrigem Niveau. Am Wahltag waren es gerade einmal drei Neuinfektionen. In Südtirol gab es gestern 155 positive Abstriche.

Arderns Anspruch einend zu wirken und eine Premierministerin für alle zu sein, manifestiert sich nicht nur in der absoluten Mandatsmehrheit, sondern auch in ihrem Umgang mit Aotearoas Erbe und Diversität. Die ersten Worte ihrer Dankesrede nach dem Wahlsieg äußerte die 40-Jährige auf Te Reo Māori, der Sprache der Ureinwohner.

Nachdem sie 2018 bereits ihre Tochter Neve Te Aroha genannt hat, ist dies ein weiteres Zeichen der Wertschätzung Arderns für Neuseelands Vielfalt.

Siehe auch:  

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Kanaky, das Ergebnis wird knapper.
Selbstbestimmung in Neukaledonien

Am gestrigen Sonntag nahm Kanaky (das sogenannte Neukaledonien) schon zum dritten Mal sein Recht auf Selbstbestimmung wahr. Gleichzeitig war es das zweite von drei Referenda dieser Art, die im Rahmen des Abkommens von Nouméa insgesamt vereinbart wurden.

Schon bei der letzten Abstimmung im November 2018 war die Mehrheit gegen die Eigenstaatlichkeit deutlich knapper ausgefallen, als zu vermuten gewesen wäre. Bei einer Beteiligung von über 80% hatten sich 43,3% der Teilnehmenden für die Sezession entschieden — fast 10 Punkte mehr, als die günstigsten Umfrageergebnisse im Vorfeld ergeben hatten.

Gestern konnte das Ziel der Eigenstaatlichkeit wieder nicht erreicht werden, doch das Ergebnis wurde noch einmal knapper: Nur noch 53,3% (-3,4) der Abstimmenden waren für die Beibehaltung des Status Quo, während 46,7% (+3,4) die Loslösung gewollt hätten.Von gut 13 Punkten schmolz der Vorsprung der Unionistinnen um die Hälfte auf unter sieben. Die Beteiligung kletterte auf über 85%.

Das dritte und letzte — bereits vereinbarte — Selbstbestimmungsreferendum, das 2022 stattfinden soll, darf demnach mit äußerster Spannung erwartet werden. Sollte die Eigenstaatlichkeitsoption erneut um 3,4 Punkte zulegen, wäre das eine äußerst knappe Mehrheit.

In fast allen Kommunen mit kanakischer Mehrheit siegte die Sezession schon diesmal. Doch insgesamt stellt die indigene Bevölkerung nur noch knapp 40% der Einwohnerinnen.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/

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