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Ladenöffnungszwang.

Seit Montis Liberalisierungen hat das Land Südtirol bei den Ladenöffnungszeiten keine Handhabe mehr. Für eine Vorzeigeautonomie, wie sie genannt wird, ist das eine magere Leistung, schließlich entscheidet darüber jedes normale deutsche Bundesland selbst. Inzwischen hat das Land Verfassungsklage* erhoben, doch mindestens bis zu einem Entscheid gilt aufgezwungenes Recht und die Chancen auf einen Sieg sind sehr gering.

Was die Liberalisierung der Öffnungszeiten bedeutet, dafür gibt es jetzt ein Lehrbeispiel: In der Bozner Museumsstraße hat die schwedische Bekleidungskette H&M ihre Tore eröffnet und sogleich angekündigt, die Filiale auch an Sonntagen geöffnet zu lassen. Was für manchen Kunden bequem sein mag, zwingt jetzt die umliegenden Kleidergeschäfte nachzuziehen, um nicht Käufer an den Großkonzern zu verlieren. Die Kosten (für Personal, Strom, Heizung etc.) steigen dadurch unverhältnismäßig an, während die Einnahmen höchstens gleich hoch bleiben; schließlich verhindert man nur (teilweise), dass Kunden zu H&M abwandern. Kleinere Läden können sich diesen Kampf auf Dauer gar nicht leisten, auch weil häufig die Personaldecke nicht ausreicht, um genügend Schichten zu organisieren. Ohnehin mindert die Sonntagsarbeit die Lebensqualität der Angestellten.

Wo bleibt eigentlich der Protest von Linken und Grünen (Parteien) gegen Montis Liberalisierungen? Achja… protestiert wird nur gegen Maßnahmen des Landes.

* Die Verfassungsklagen, die sich in letzter Zeit häufen, verursachen übrigens hohe Kosten. Bekommt das Land recht, wird die staatliche Regelung nicht rückwirkend aufgehoben, sondern erst ab dem Zeitpunkt des Richterspruchs.

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Mit nach unten.

Aufgrund der massiven Streichungen, die der Zentralstaat am Südtiroler Landeshaushalt vorgenommen hat, ist angeblich die teilweise bereits begonnene Anpassung und Erweiterung des Landeszentralkrankenhauses in Bozen in Gefahr. Notfalls könnte auf ein ÖPP-Modell zurückgegriffen werden. Das wäre die erste konkret spürbare Folge der Sparmaßnahmen am Südtiroler Landeshaushalt. So wird ein Land in das schwarze Loch der wirtschaftlichen und sozialen Krise gesogen, das eigentlich immer solide gewirtschaftet hat. Ein weiterer Indikator dafür sind die steigenden Arbeitslosenzahlen und die schwächelnde Wirtschaft — während das Geschäft jenseits der angeblich inexistenten Brennergrenze boomt.

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Toponimi: Il PD si assuma le sue responsabilità.

Dice il segretario provinciale del Partito Democratico, Antonio Frena, che non c’è necessità di occuparsi della legge sulla toponomastica, perché in questo momento ci sono sfide più importanti, ad esempio il lavoro.

I politici sono pagati per assumersi le loro responsabilità e non per nascondersi dietro a un dito. È vero, la situazione sul mercato del lavoro è allarmante, ma — senza voler minimizzare — stando agli ultimi dati Eurostat siamo ancora la regione col tasso di disoccupazione più basso d’Europa. Inoltre, un ragionamento come quello di Frena ci indurrebbe ad ignorare anche i problemi del lavoro, almeno finché non si sarà eliminata la fame nel mondo. Di problemi più urgenti ce ne sono sempre, e infatti dal 1972 (entrata in vigore del secondo statuto d’autonomia) si sono sempre trovati.

È lo stesso PD, però, a smentire il suo segretario: Infatti, quando per la toponomastica c’è da salire sulle barricate, di problemi più importanti non ce ne sono mai. Lo stesso dicasi per il 150° anniversario dell’unità d’Italia o per l’adunata degli Alpini.

Insomma, da quando il governo romano minacciava di mandare l’esercito a sostituire i cartelli di montagna sono passati pochi mesi. E allora per la politica è venuto il momento di affrontare seriamente il problema, perché è inaccettabile che — per propria incapacità — si continui a delegare la questione alle associazioni private.

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Spracherwerb am Arbeitsplatz.

Am Arbeitsplatz werden in Südtirol — genauso wie im Alltag — in der Regel mehrere Sprachen gesprochen; viele Südtirolerinnen kommen erst durch den Beruf in direkten und regelmäßigen Kontakt mit Menschen, deren Muttersprache eine andere ist, als die eigene. Interessant ist diesbezüglich eine Studie1Sprachkompetenzen am Arbeitsmarkt, Bozen 2009, die von der Landesabteilung Arbeit veröffentlicht wurde. Unter anderem wurde erhoben, wer am Südtiroler Arbeitsmarkt welche Sprachen erlernt bzw. seine Sprachkenntnisse verbessert.

Rund 45% der Arbeitnehmerinnen italienischer Muttersprache geben an, ihre Deutschkenntnisse verbessert zu haben. Dagegen haben aber 72% der deutschsprachigen Arbeitnehmerinnen ihre Italienischkenntnisse am Arbeitsplatz verbessert. Die Ladinerinnen vertiefen zu 49% ihre Italienisch- und zu 52% ihre Deutschkenntnisse.

Arbeitnehmerinnen, die keine der drei Landessprachen zur Muttersprache haben (im weitesten Sinne Zugewanderte oder »neue Südtirolerinnen«) lernen nur zu 39% Deutsch am Arbeitsplatz. Mehr als doppelt so viele (86%) lernen Italienisch. Das ist, gemeinsam mit den gesetzlichen Vorschriften, welche allein die Staatssprache fördern, und den Zahlen zur Schulsprache von Zugewanderten, ein ernüchterndes Ergebnis für ein Land, wo die deutsche Sprache — wie man immer hört — angeblich eine erdrückende Position einnimmt. Vielmehr scheint an der öffentlichen Wahrnehmung vorbei genau das Gegenteil der Fall zu sein: Die nationalstaatliche Logik erfreut sich bester Gesundheit und hat massive Auswirkungen auf das Verhältnis der Sprachen in unserem Land.

Siehe auch 1/ 2/

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  • 1
    Sprachkompetenzen am Arbeitsmarkt, Bozen 2009
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Freistellung für Sprachkurse.

Gestern hat der Landtag einen interessanten Antrag von Riccardo Dello Sbarba (Grüne) angenommen, der auf eine Gleichstellung der drei Landessprachen in der Arbeitswelt abzielt. Die gesamtstaatlichen Arbeitsverträge sehen für Zuwanderer die Möglichkeit einer bezahlten Freistellung von 150 Stunden zum Erlernen der italienischen Sprache vor. In Südtirol gilt dies jedoch für den Besuch von Deutsch- und Ladinischkursen nicht: Wer nicht Italienisch lernen will, kann bislang nicht auf diese Vereinbarung zurückgreifen.

Mit dem verabschiedeten Antrag werden die Sozialpartner dazu ermuntert, für Südtirol nach demselben Muster Möglichkeiten der bezahlten Freistellung zur Erlernung aller Landessprachen zu verhandeln. Obwohl dies in der Debatte zunächst aufgekommen war, wurde eine ähnliche Regelung für ansässige Arbeiter, welche ihre Zweitsprachkenntnisse verbessern möchten, vorerst nicht in den Antrag aufgenommen.

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Führungspositionen.

Ich schalte mich nur ungern in eine Diskussion ein, die nur emotional geführt wird und deren Inhalt mich eigentlich gar nicht interessiert: Das ist zum Beispiel beim Geplärre italienischer Mitterechtsparteien der Fall, die seit Jahren von einem Vize-Syndrom als wesentlichen Bestandteil des »Unbehagens« sprechen. In Südtirol seien Italienerinnen an leitender Stelle unterrepräsentiert, und wennschon stehe ihnen lediglich ein Stellvertreterposten zu. Da diese angebliche Wahrheit jedoch seit Jahren immer wieder kursiert, und auch bei insistenter Wiederholung nicht wahrer wird, möchte ich mich nun dennoch einschalten — mit einer kleinen Auflistung, die man dem Geraunze bei Bedarf entgegenhalten kann.

Öffentliche (u. ä.) Führungspositionen der it. Sprachgruppe:

  • Dr. Carla Scoz | Regierungskommissariat | Kommissärin
  • Luisa Gnecchi | Landesregierung | Landesrätin f. Arbeit, Innovation, Forschung, Genossenschaften, Chancengleichheit, it. Berufsbildung
  • Dr. Barbara Repetto | Land – Arbeit, Innovation, Forschung, Genossenschaften, Chancengleichheit, it. Berufsbildung | Ressortdirektorin
  • Luigi Cigolla | Landesregierung | Landesrat f. Vermögen, Wohnungsbau, it. Kultur
  • DDr. Ing. Antonio Bacchin | Land – Vermögen, Wohnungsbau, it. Kultur | Ressortdirektor
  • Dr. Ing. Valentino Pagani | Land – Tiefbau | Abteilungsdirektor
  • Dr. Alfredo Jellici | Land – Personal, Tourismus, Mobilität | Ressortdirektor
  • Fernando Bettega | Land – Finanzen | Amtsdirektor Amt für Abgaben
  • Dr. Marco Balduzzo | Land – Finanzen | Koordinator KfZ-Steueramt
  • Roberto Morandi | Land – Finanzen | Amtsdirektor Amt für Einnahmen
  • Dr. Eros Magnago | Land – Finanzen | Amtsdirektor Amt für Ausgaben
  • Dr. Marco Dalnodar | Land – Finanzen | Koordinator Bereich Zahlungen
  • Renata Battisti Leita | Land – Finanzen | Amtsdirektorin Finanzaufsicht
  • Dr. Gilberto Odorizzi | Land – Finanzen | Amtsdirektor Amt für Industrie
  • Dr. Umberto Meneghelli | Land – Finanzen | Amtsdirektor Handel u. Dienstl.
  • Dr. Barbara Repetto | Land – Europaangelegenh. | Koordinatorin ESF-Dienststelle
  • Dr. Claudio Spadon | Land – Europaangelegenh. | Koordinator ESF-Programmierung
  • Lucia Baldassarre | Land – Europaangelegenh. | Koordinatorin ESF-Projektverwaltung
  • Dr. Riccardo Dello Sbarba | Südtiroler Landtag | Präsident
  • Bruna Rauzi | Südtiroler Schulamt | Leiterin
  • Luigi Spagnolli | Landeshauptstadt | Bürgermeister
  • Dr. Bruno Marcato | Betrieb für Sozialdienste Bozen | Generaldirektor
  • Ardelio Michielli | SASA | Direktor
  • Piero Maccioni | SAD | Direktor
  • Pietro Calò | Etschwerke | Präsident
  • L. Chissalè | Etschwerke | Präsident
  • S. Paltrinieri | Etschwerke | Leiter Hauptbereich Rechtsangelegenheiten
  • A. Bordonetti | Etschwerke | Leiter Hauptbereich Stromverteilung
  • P. Acuti | Etschwerke | Leiter Hauptbereich Handel u. Verwaltung
  • Paolo Berlanda | ECOcenter | Präsident des VR
  • Marco Palmitano | ECOcenter | Generaldirektor
  • Alberto Stenico | LegaCoopBund | Direktor
  • Dr. Umberto Tait | Gesundheitsbezirk Bozen | Direktor
  • Dr. Piero Innocenti | Staatspolizei | Quästor
  • General Luigi Finelli | Carabinieri | Kommandant
  • Carlo Corazzola | RAI Bozen | Generaldirektor (dt.-it.-lad.)
  • Marcello Soffritti | Eurac | Institutsleiter Fachkommunikation u. Mehrsprachigkeit
  • Francesco Palermo | Eurac | Institutsleiter Föderalismus- u. Regionalismusforschung
  • Flavio Ruffini | Eurac | Institutsleiter Regionalentwicklung u. Standortmanagement
  • Paolo Angelini | Eurac | Koordinator der Alpenkonvention
  • Fabio Degaudenz | Verbraucherzentrale | Vorsitzender
  • Lorenzo Sola | AGB CGIL | Generalsekretär
  • Toni Serafini | SGK UIL | Generalsekretär
  • RA. Dr. Maria Carmela Carriere | Rechtsanwaltskammer | Generalsekretärin
  • RA. Dr. Franco Biasi | Rechtsanwaltskammer | Schatzmeister
  • Dr. Ing. Giorgio Rossi | Ingenieurkammer | Schatzmeister
  • Dr. Arch. Luigi Scolari | Stiftung der Architektenkammer | Präsident
  • Dr. Archi. Matteo Scagnol | Architektenkammer | Schatzmeister

Stellvertreterposten wurden nicht beachtet. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Zuordnung zur italienischen Sprachgruppe wurde die (abstruse) Methodik der sprachlichen Beurteilung der Vor- und Zunamen verwandt, wie sie auch die Verfasser der bisher in Umlauf gebrachten Listen benützt haben.

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