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Autonomien der Welt.

Autonomie.

Am kommenden Dienstag, den 09.10.07 wird an der Eurac das Buch »Autonomien der Welt – Eine Einführung in die Regionalautonomien der Welt mit vergleichender Analyse« von Thomas Benedikter vorgestellt. Beginn ist um 18.30 Uhr.

Aus der offiziellen Einladung:

Der Autor begibt sich auf eine “Reise durch die Welt der funktionierenden Autonomiesysteme”, die heute in allen Kontinenten bestehen. Es werden die Grundzüge von Territorialautonomie in ihrer praktischen Anwendung verglichen, typische Elemente herausgearbeitet, Erfolgsfaktoren abgeleitet und Entwicklungsperspektiven aufgezeigt. Eine umfassende Analyse,
nicht nur für Fachleute.

Das Buch:

ISBN: 978-88-8266-479-4
Preis: 24.90 Euro
Verlage: Athesia, Bozen, und ANTHEM Press, London/Kalkutta

Comparatio Föderal+Regional Minderheitenschutz Publikationen Termin Wissenschaft | Autonomievergleich Zitać | Thomas Benedikter | Athesia | Südtirol/o | Eurac | Deutsch

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Beim TAR ricorso machen.

Darf ich vorstellen? Bistro — das ist Südtirol. Südtirol — das ist Bistro.

Seinem Selbstverständnis nach sollte Südtirol eine Vorreiterrolle bei Übersetzung und Vergleich internationaler Rechts-, Verwaltungs- und Wirtschaftssysteme einnehmen, wozu sowohl die inhaltliche als auch die sprachliche Komponente zählen. Die Wirklichkeit ist leider eine völlig andere: Über ehemalige Schulfreunde, die sich nun z.T. der Juristerei und ähnlichen Disziplinen widmen, bin ich mit einem furchtbaren Kauderwelsch (dem allseits verpönten Mischmasch) in Berührung geraten, dessen Ausmaße für einen Außenstehenden schlicht unvorstellbar sind.

Der Eindruck ist, dass auch in diesem Bereich der sogenannte »Schnittpunkt der Kulturen« in der ihm zugedachten Rolle versagt hat — und eher eine Degeneration zweier nicht kommunizierender Systeme darstellt, als die Diamantspitze ihrer gegenseitigen Befruchtung.

Die Eurac hat in diesem Bereich jedoch ein wichtiges Projekt umgesetzt, das unter dem Namen Bistro der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Vielleicht kann dieser Beitrag nützlich sein,

  • den Profis die Verfügbarkeit dieses Werkzeugs in Erinnerung zu rufen und sie dazu anzuspornen, die Fachterminologie korrekt anzuwenden;
  • auch Laien auf Bistro aufmerksam zu machen und ihnen so die Übersetzung komplexer Inhalte zu erleichtern.

Siehe:

Bildung Lingaz Minderheitenschutz Plurilinguismo Recht Wissenschaft | Italianizzazione | | | Südtirol/o | Eurac | Deutsch

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Call for paper (II).

Francesco Palermo, Direktor des Instituts für Föderalismus- und Regionalismusforschung an der Eurac, hat unseren Text auf Betreiben Étrangers durchgesehen und uns seine Stellungnahme mit einigen Verbesserungsvorschlägen zukommen lassen. Wir möchten sie hier einer öffentlichen Diskussion zugänglich machen:

il testo è bello e interessante, la diagnosi mi sembra molto centrata, e del resto sono cose ormai ampiamente acquisite, almeno tra i potenziali destinatari dell’iniziativa. Vengo alle proposte concrete di emendamento:

1) Tra “Ausweg” e “punto di fuga” c’è un abisso. Bene non tradurre letteralmente, ma forse occorre sapere a quale obiettivo puntare.

2) Non mi piace l’espressione “progetto di sovranità”, assolutamente troppo atecnico. Preferirei qualcosa come “riappropriazione e rielaborazione delle categorie identitarie”, forse un po’ cervellotico ma più vicino agli intendimenti.

3) Alla fine manca un pezzo. Si potrebbe aggiungere una frase che spieghi meglio l’obiettivo, ad es.: “Il ripensamento, anche provocatorio, delle categorie ormai obsolete di identità , appartenenza e nazione intende fornire il presupposto per la creazione di una nuova forma di identificazione condivisa con il territorio, responsabilizzando così maggiormente la popolazione a farsi padrona dei propri destini non già  per guardare ad antichi miti vetero-nazionalistici, ma per acquisire la consapevolezza della propria libertà”, o qualcosa del genere. Forse si può rendere ancora più concreto specificando che non ci sono intendimenti partitici, che l’obiettivo è intellettuale e il risultato intende essere un contributo ad una nuova cultura politica della responsabilità  (autodeterminazione) anziché della delega in bianco.

Insomma, con qualche ulteriore limatura mi pare che ci siamo. Sottopongo a te e a chi ritieni (questa mail non deve intendersi come confidenziale, quindi falla pure girare) queste proposte di emendamento e resto a disposizione per discutere i passi successivi, tra cui l’apertura delle sottoscrizioni. Lavorare attraverso il blog è interessante e moderno. Personalmente devo dire che non riesco a stare dietro a un blog e al tipo di comunicazione che impone, perché non sono tutto il giorno davanti al computer (il nostro lavoro secondo me viene ucciso dai computer: quando si legge? Io poi sono sempre in viaggio) e, quando ci sono, sono sommerso di mail ed altre sollecitazioni e il tempo per guardare un blog non c’è. Forse almeno in parallelo si può pensare a qualche forma più tradizionale come la carta?

Bald wird es also so weit sein, dass wir das call for paper veröffentlichen können. Wir danken Herrn Palermo für seine wertvolle Hilfe.

Interna Selbstbestimmung Wissenschaft | afk | Francesco Palermo | | Südtirol/o | Eurac | Deutsch Italiano

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Sträubnis.

Die Nachricht [i] hat in den letzten Tagen die Runde gemacht: Italienische Schüler aus Bozen schneiden mit ihren Deutschkenntnissen schlechter ab als ihre Kollegen in Trient. Eine Welle der Empörung geht mit unterschiedlichen Vorzeichen durch die Südtiroler Gesellschaft, als hätte man es nicht gewusst: Wir leben in einer ethnischen Scheinehe, die dann am besten funktioniert, wenn man sich möglichst wenig über den Weg läuft. Dies gilt besonders für die Landeshauptstadt, weil dort im Rahmen einer surrealen Realitätsferne die Gettisierung und Abschottung der Italiener am besten gegriffen hat: Man wähnt sich in einem Land, das es so nicht gibt, in einem Zustand, den es nie gegeben hat und mit einer Wunschvorstellung nationaler Homogenität, die es so nie [wieder] geben wird.

Wie konnte es dazu kommen? Die Autonomie, von ihren Machern ohne Rücksicht auf Verluste ein- und durchgeführt, musste tatsächlich vor allem eines: Deutsche und Ladiner vor dem Untergang bewahren. Der zweite Schritt, nämlich als Konsequenz der gescheiterten Assimilierungs- und Majorisierungspolitik des faschistischen Regimes eine neue Südtiroler Gesellschaft zu formen, wurde in der Hitze des Gefechtes nie oder bei weitem nicht im befriedigenden Ausmaß gewagt. Die einen wollten nicht mit den Nachkommen der Täter fraternisieren, ein Schemendenken, das dem Leid vieler regelrecht importierter Italiener nicht Rechnung trägt. Während die anderen nicht akzeptieren konnten, zugunsten »Fremder« auf ihre ehemaligen Privilegien verzichten zu müssen. Die notwendige positive Diskriminierung, wie sie heute in der Geschlechtergleichstellung (unzureichend) praktiziert wird, wurde mangels Einbindung von vielen fehlverstanden.

Nun war diese Trennung ob eines Jahrzehnte währenden Kräftemessens mitunter vonnöten. Einem ernsthaften Fortschritt dieser Gesellschaft jedoch kann sie nur noch im Wege stehn. Die Antwort auf die Eurac-Sprachstudie kann und darf demnach nicht erneut symptomorientiert sein. Nicht mehr und nicht besser muss der Deutschunterricht an italienischen Schulen vordergründig werden. Nichts anderes wäre das, als eine Verschärfung der gescheiterten Zwangsbeglückung. Das für ein zweisprachiges Modell beschämende Ergebnis – so partiell es auch sein mag – muss eine ernsthafte Auseinandersetzung mit seinen Ursachen zur Folge haben. Die Zeit ist reif für eine gemeinsame Aufarbeitung der getrennten Gegenwart und für eine entschiedene Einarbeitung sämtlicher Sprachgruppen in die spezielle und kulturautonome Realität dieses Landes. Das muss und darf nicht im Kniefall enden, sondern in der Einsicht, dass ein gemeinsames Bewusstsein für die Zukunft dieses Landes unerlässlich ist. Und das kann nicht in Rom und Wien ausgetragen werden, sondern im Hier und Jetzt der gemeinsamen Verantwortung für unsere Lebensbedingungen.

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