Neue Schubladisierung.
Work in progress

ist — auch — ein Archiv. Es gehört mit zu unseren größten Vorlieben, in der Vergangenheit zu stöbern und somit Entwicklungen aufzuzeigen oder auf Widersprüche aufmerksam zu machen.

Bislang wurden alle Blogbeiträge in sogenannte Kategorien eingeordnet, manche zusätzlich mit Schlagwörtern (Tags) versehen. Mit der Zeit wurde das System aber immer undurchsichtiger. Ein Beispiel: In einem Blogartikel genannte Parteien führten zu Kategorisierung*, erwähnte Medien hingegen zu Verschlagwortung**. Warum? Nur weil es sich so entwickelt hatte.

Ab sofort gibt es — unter jedem Eintrag in der Einzelansicht, die man durch Anklicken des Titels erreicht — mehrere Schubladen: Beiträge können, wo zutreffend und sinnvoll, Themen, Schlagwörter, Personen, Medien, Orte, Organisationen (Entities) und Sprachen zugeordnet werden. Das macht unsere Arbeit etwas aufwändiger (aber auch durchsichtiger), soll dann jedoch das Durchforsten unserer inzwischen über 4.300 Beiträge erleichtern.

Viele Informationen gibt es bereits: sie wurden einfach in die neuen Schubladen (Taxonomies) verschoben. Andere werden wir erst nach und nach hinzufügen, weshalb bis zum Abschluss dieses Prozesses Wochen, Monate oder Jahre vergehen können. Das Ansinnen ist aber klar: das -Archiv fortschreitend/fortwährend zu optimieren und das Durchstöbern für die Lerserinnen (zu denen wir uns ja auch selbst zählen) angenehmer und intuitiver zu machen.

Anregungen und sonstige Rückmeldungen jederzeit gerne.

*) Kategorien »SVP«, »Vërc« oder »PD&Co.«
**) Schlagwörter »Stol«, »Dolo« oder »Salto«

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Wir sind wieder da… fast.

Es ist unglaublich: Am 7. Dezember gab es bei unserem Hostinganbieter (5hosting.com) einen Datanbankserverausfall, was sich durch den »Fehler beim Aufbau einer Datenbankverbindung« bemerkbar machte. Doch noch am selben Abend waren sämtliche Inhalte wieder problemlos abrufbar. Beim Anbieter hatte man jedoch möglicherweise nicht bemerkt, dass zumindest einige Kundinnen wieder Zugriff auf ihre Datenbanken hatten und beging am 8. Dezember den folgenschweren Fehler, ein altes Backup (vom März 2017) aufzuspielen, womit sämtliche seitdem erstellten Datenbankinhalte (Blogeinträge) verlorengingen.

Für bedeutete dies den Verlust sämtlicher Blogeinträge seit dem 18. Juli 2017. Zu und mit diesem Datum hatten wir zuletzt ein manuelles, lokales Datenbankbackup gemacht. Völlig unverständlich ist jedoch, warum mit dem Datenbankserverausfall auch der Verlust der serverseitigen Backups einherging. Diese sollten sich nämlich — sowohl der Logik nach, als auch laut Angaben von 5hosting selbst — auf einem gesonderten Server befinden.

Wie dem auch sei: Seit dem 7. Dezember gibt es vom Hostinganbieter, der Informationen anderer Kundinnen zufolge schon seit Oktober insolvent sein soll, keinerlei individuelle Auskunft, sondern lediglich eine wenige Zeilen lange — völlig lapidare — Mitteilung. Somit ist für uns auch nach wie vor unklar, ob noch eine wenn auch kleine Chance besteht, dass der Zustand von nach dem Serverausfall und vor dem Aufspielen des März-Backups wiederhergestellt werden kann.

Inzwischen haben wir einen neuen Webspace angemietet und arbeiten manuell an der Rekonstruktion von . Wir haben jetzt unser Backup vom 18. Juli aktiviert und sämtliche Anhänge hochgeladen, die vollständig erhalten geblieben sind, da sie ja nicht in den Datenbanken abgelegt werden. Viele der Beiträge vom 19. Juli bis zum 7. Dezember konnten wir bereits aus den Tiefen des Internets zurückfischen und werden sie nach und nach wieder aufschalten.

Probleme gibt es hingegen noch mit der Zeichencodierung, wie an den Beiträgen erkennbar ist, die aus dem Backup eingespielt wurden. Hier werden Sonderzeichen nicht korrekt dargestellt. Außerdem könnte es schwierig werden, manuell wieder eingestellten Beiträgen den alten Permalink (die URL) zuzuweisen. Und nicht zuletzt sollen auch die nicht verlorengegangenen, da bei Disqus hinterlegten Kommentare den jeweiligen Artikeln zugeordnet werden.

Schwierigkeiten bereiten zudem noch das Layout sowie die WordPress-Plugins, an deren Wiederinbetriebnahme wir ebenfalls arbeiten.

Es liegt also noch sehr viel Arbeit vor uns, doch wir wollen uns nicht länger aufhalten lassen.

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Neue Kommentarfunktion.
In eigener Sache

hat vorerst für einen Testzeitraum eine neue Kommentarfunktion, die sowohl für die Kommentierenden, als auch für die Moderation vorteilhaft sein soll.

Vorgesehen ist ein Login direkt über Disqus (mit Email und Passwort), mit einem Facebook-, Twitter- oder Google-Account. Nur so sind für die Kommentierenden sämtliche Funktionen nutzbar.

Darüberhinaus ist es aber nach wie vor möglich, wie gewohnt als Gast (ohne Passwort und Account) an Diskussionen teilzunehmen. Dazu klickt man auf das Namensfeld des Eingabeformulars und dann auf »I’d rather post as a guest«.

Die bestehenden — mit der alten Funktion abgegebenen — Kommentare bleiben vorerst erhalten, können aber zu einem späteren Zeitpunkt ins neue System importiert werden. Genauso wie übrigens auch neue Diskussionen ins alte System übernommen werden können, falls wir am Ende des Testzeitraums entscheiden, Disqus nicht beizubehalten.

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»Ihr vom völkischen Lager…«

Mamma mia! Ihr vom völkischen Lager seid echt nicht mehr zu retten.

Maximilian Benedikter (Gründungsmitglied von Salto, Spitalsarzt, Mitglied im F100) mir gegenüber (hier). Einen Nazi — wenn auch verklausuliert, wie diesmal — hatte mich schon länger niemand genannt.

Was ist passiert? Ich hatte mich erdreistet, darauf hinzuweisen, dass die Ablehnung von Roland Langs Plakaten (»il Sudtirolo non è Italia«) durch den römischen Plakatierungsdienst aufgrund eines Maßstabs (nämlich mit der Begründung, dass der Inhalt falsch sei) erfolgt ist, bei dessen konsequenter Anwendung man wohl auch die meisten Werbekampagnen ablehnen müsste.

Dafür also das

Mamma mia! Ihr vom völkischen Lager seid echt nicht mehr zu retten.

Wenn ich mich gegen ein Burkaverbot ausspreche, bin ich dann wohl auch ein Islamist (oder gar Dschihadist). Schade, dass in Südtirol selbst — oder gerade — gebildeten Menschen die grundlegendste Abstraktions- und Differenzierungsfähigkeit abhanden kommt, wenn es im weitesten Sinn ums Thema »Selbstbestimmung« geht.

Wie sonst könnte man jemanden dem »völkischen Lager« zuordnen, der die Überwindung des Ethnizismus, die Multikulturalität, die Aufnahme von Flüchtlingen, die Gleichstellung von Homo- und Anderssexuellen (…) befürwortet?

Vielleicht sollten sich die Selbstgerechten auch mal fragen, ob ihr blindes Festhalten am Nationalstaat nicht eher etwas Völkisches an sich hat, als die Forderung nach seiner Überwindung.

Und: Nein, ich halte Langs Kampagne auch nicht für besonders hilfreich. Ihm deshalb das Recht auf freie Meinungsäußerung zu verwehren, ist aber mindestens (!) genauso schlimm.

Siehe auch:

Democrazia Discriminaziun Faschismen Grundrechte Interna Medien Nationalismus Politik Selbstbestimmung | Zitać | | Salto | | |

BBDs Abgrenzung von der Atomkraft.

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CC BY-SA 4.0 Emmelie Callewaert

Wenn man sich als Selbstbestimmungs- oder gar Unabhängigkeitsbefürworter outet, landet man in Südtirol (und wahrscheinlich nur in Südtirol) schneller als man “Blaubeerpfannkuchen” sagen kann im rechten Eck. Zumindest wird aber gefordert, dass man sich von den Freiheitlichen oder der Süd-Tiroler Freiheit abgrenzt.

Für alle, die immer noch nicht kapiert haben, dass ein Prozess und ein Ziel nicht dasselbe sind und dass ein und derselbe Prozess zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann, die nicht notwendigerweise etwas miteinander zu tun haben müssen, hab ich hier eine kleine Analogie.

Angenommen, die Menschen in einem Land möchten die Methoden ihrer Energiegewinnung hinterfragen und neu regeln (Selbstbestimmung). Viele sind mit der derzeitig vorherrschenden Form – nämlich der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen (Nationalstaatliches System) – nicht einverstanden. Die Vertreter der Atomenergie (Freiheitlicher “Freistaat”, Angliederung an Österreich) und die Vertreter erneuerbarer Energien – wie Wasser, Wind und Sonne (-Modell) sind freilich für die Abkehr von der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen in diesem Land. Nun gibt es aber auch Menschen, die aus Angst, dass die Atomenergie die Abstimmung darüber gewinnen könnte, eine solche um jeden Preis verhindern möchten. Sie beharren darauf, weiter auf fossile Brennstoffe zu setzen, da sie ja einen Mundschutz (Autonomie) tragen, ohne die erneuerbaren Energien auch nur in Betracht zu ziehen, geschweige denn, deren Vorteile hervorzustreichen. Mehr noch, sie schießen sich fortwährend auf die Atomkraft ein, die gefährlich und rückwärtsgewandt, ja noch schlimmer als die fossilen Brennstoffe sei, und behaupten, dass die erneuerbaren Energien genau das gleiche wären. Und wenn schon nicht genau das gleiche, dann sind sie zumindest dubios und müssten erstmal beweisen, dass sie mit Atomkraft nichts am Hut haben. In jedem Fall ist das Risiko, auf erneuerbare Energien zu setzen, zu groß. Ein gefährliches Experiment. Die Coolsten sind überhaupt jene, die einen Ausstieg aus der fossilen Energie zwar grundsätzlich befürworten, aber erst dann, wenn diese durch die Schadstoffbelastung derart großen Schaden angerichtet hat, dass die Menschen trotz Mundschutzes keine Luft mehr bekommen oder wenn man ihnen den Mundschutz ganz wegnimmt (SVP). Eine Alternative zu den fossilen Brennstoffen mit Mundschutz bieten besagte Kritiker dabei allerdings nicht an. Sie können sich ja nicht einmal mit dem Ausstiegsszenario anfreunden.

Kurz gesagt: Wind, Wasser und Solar werden mit Atomkraft in einen Topf geworfen und müssen sich von letzterer abgrenzen, sich distanzieren, sich für die Forderung nach einer Energiewende rechtfertigen. Der Ausstieg aus fossiler Energiegewinnung wird abgelehnt, weil ihn (auch) die Atomlobby fordert. Man beharrt auf einer Form der Energiegewinnung, von der man weiß, dass sie schädlich ist. Etwas Neues zu probieren ist aber ein zu großes Risiko und ein gefährliches Experiment. Jedenfalls sollte erst dann an einen Ausstieg gedacht werden, wenn die Schadstoffbelastung durch fossile Energieträger unerträglich wird.

Klingt alles recht absurd, oder? Doch genau das widerfährt uns auf nahezu tagtäglich. Exakt auf diesem Niveau wird in Südtirol die Diskussion zu Selbstbestimmung und Unabhängigkeit geführt – von Menschen, die sich selbst als vernunft- und reflexionsbegabt betrachten.

In diesem Sinne und ganz offiziell: distanziert sich von Atomkraft.

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