Dala prenotaziun ala vacanza.
Mehr Ladinisch im Tourismus

Unter dem Titel Dala prenotaziun ala vacanza (zu Deutsch: Von der Vormerkung [bis] zum Urlaub) hat die Uniun Ladins Val Badia (ULVB) einen neuen Leitfaden für den Gebrauch der ladinischen Sprache in der Gastronomie und in der Hotellerie herausgegeben. Die Publikation soll dazu beitragen, die Sprache der Talschaft auch im Tourismusbereich sichtbarer zu machen — wo sie bis dato ein eher kümmerliches Dasein fristet.

Zudem soll dem häufig nicht aus dem Sprachraum stammenden Personal mit dieser kleinen Fibel der Umgang mit Ladinisch erleichtert werden.

Schon vor rund dreieinhalb Jahren hatte die ULVB Dal ordin ala fatura herausgegeben, eine — vor allem an Handwerkerinnen gerichtete — Handreichung für Ladinisch als Geschäftssprache.

Siehe auch:

Außendarstellung Minderheitenschutz Plurilinguismo Publikationen Tourismus | Good News | | | Ladinia Südtirol/o | | Deutsch

Demokratieindex 2019.
Schelte für Spanien, Italien steigt weiter ab

The Economist Intelligence Unit (EIU) hat den neuen Demokratieindex für 2019 veröffentlicht. Diesmal wurden 22 der wiederum 167 analysierten Staaten als vollwertige Demokratien eingestuft, zwei mehr als vor einem Jahr. Es sind dies Norwegen, Island, Schweden, Neuseeland, Finnland, Irland, Dänemark, Kanada, Australien, Schweiz, Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Uruguay, Österreich, Spanien, Mauritius, Costa Rica, Frankreich, Chile und Portugal.

In der Spitzengruppe befinden sich 15 europäische und zwölf Staaten mit weniger als 10 Millionen Einwohnerinnen.

Obschon Spanien erneut als vollwertige Demokratie eingestuft wird, urteilt die Intelligence Unit:

In Spain, the sentencing by the Supreme Court in October 2019 of nine Catalan separatist leaders to prison terms of between nine and 13 years for their role in the region’s failed independence campaign in 2017 provoked widespread condemnation and mass demonstrations in Catalonia. The court acquitted all nine accused of the charge of violent rebellion but convicted them of charges of sedition, misuse of public funds and disobedience. Although the sentencing complied with the letter of the law, the long prison terms for elected politicians on charges such as sedition were not in the spirit of democracy. With their excessively legalistic response to dealing with the Catalan question the Spanish authorities have shown a lack of confidence in addressing the issue through political dialogue and open debate, weakening their democratic credentials in the process. These deficiencies were already captured in a decline in Spain’s score in 2017-18. The very modest improvement in its score in the 2019 Democracy Index reflects an improvement in relation to one question concerning local elections, which were held in May 2019 and were deemed to have been free and fair.

Hervorhebung von mir.

Das ist eine beeindruckende Schelte für die Judizialisierung der Selbstbestimmungsbestrebungen.

Italien wird weiterhin zu den unvollständigen Demokratien gezählt, steigt aber im Ranking — von Platz 33 auf 35 — weiter ab. Seit Erhebungsbeginn 2006 hatte das Land noch nie so wenige Punkte.

In Westeuropa fallen nur Malta, Belgien, Zypern und Griechenland ebenfalls in die Kategorie der unvollständigen Demokratien.

Siehe auch:

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Wehrmachtdeserteure in Südtirol.
Veranstaltungshinweis

Am Donnerstag, den 30. Jänner findet beim Meraner Ost-West-Club in der Passeirer Gasse mit Beginn um 20.00 Uhr der erste LiteraturCLUB des neuen Jahres statt. Es handelt sich um eine Lesung mit Johann Nikolussi und Matthias Breit zum Thema

Wehrmachtdeserteure in Südtirol

Außerdem findet ein Gespräch mit Martha Verdorfer und Leopold Steurer, Autorinnen des 1993 erschienenen Buches

Verfolgt – Verfemt – Vergessen

statt. Der Abend wird von Matthias Legner musikalisch begleitet.

Achtung: Einlass nur mit gültiger Mitgliedskarte 2020!

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Die Besetzung der Vergangenheit.
Veranstaltungshinweis

Im Konferenzsaal des Stadtarchivs Bozen wird Autor Michael Wedekind (Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München) diesen Freitag um 19.30 Uhr sein Buch

Die Besetzung der Vergangenheit – Archäologie, Frühgeschichte und NS-Herrschaftslegitimation im Alpen-Adria-Raum (1939-1945)

vorstellen und mit Gustavo Corni von der Universität Trient besprechen. Es moderiert Umberto Tecchiati von der Mailänder Università degli Studi.

Die Veranstaltung wird vom Verein Geschichte und Region organisiert.

Michael Wedekind legt hiermit erstmals eine Studie zum bislang wenig erforschten Einsatz österreichischer und deutscher Archäologen und Frühhistoriker im Alpen-Adria-Raum während der Zeit des Nationalsozialismus vor. Er zeigt anhand dieser Disziplinen, wie eng die Verflechtung von akademischen Eliten und Entscheidungsträgern des NS-Regimes war, und untersucht die Dynamiken des Beziehungsverhältnisses zwischen Wissenschaft und Politik im „Dritten Reich“. Nach 1945 lösten sich nur wenige österreichische Prähistoriker von nationalsozialistisch geprägten wissenschaftlichen Deutungsmustern und Fragestellungen. Dennoch setzte mit Beginn der 1950er-Jahre eine weitgehende Rehabilitierung belasteter Geisteswissenschaftler ein. Dem folgten bald persönliche Auszeichnungen und Ehrungen. Sie gingen an ein akademisches Milieu, dessen Wirken großenteils im Geistes- und Realisierungskontext von nationalsozialistischer Expansion und radikalem Bevölkerungsumbau gestanden hatte und dazu beitrug, den vormaligen kulturellen Kontaktraum zwischen Alpen und Adria vollends zu einem sozio-ethnischen Konfliktraum werden zu lassen.

– aus der offiziellen Veranstaltungsankündigung

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Hinter dem Ethnopluralismus.
Quotation 579

Die Idee des Ethnopluralismus ist eine Tarnstrategie. Wie man strategisch vorgeht, wird beispielsweise sehr gut in einem Beitrag aus dem Jahr 1973 in der Zeitung »LA-PLATA-RUF«, herausgegeben von Wilfried von Oven, dem ehemaligen Goebbels-Adjutanten, illustriert:

»Wir müssen unsere Aussagen so gestalten, dass sie nicht mehr ins Klischee des ›Ewig-Gestrigen‹ passen. Eine Werbeagentur muß sich auch nach dem Geschmack des Publikums richten und nicht nach dem eigenen. Und wenn Kariert Mode ist, dann darf man kein Produkt mit Pünktchen anpreisen. Der Sinn unserer Aussagen muß freilich der gleiche bleiben. Hier sind Zugeständnisse an die Mode zwecklos. In der Fremdarbeiter-Frage etwa erntet man mit der Argumentation ›Die sollen doch heimgehen‹ nur verständnisloses Grinsen. Aber welcher Linke würde nicht zustimmen, wenn man fordert: ›Dem Großkapital muß verboten werden, nur um des Profits willen ganze Völkerscharen in Europa zu verschieben.‹ Der Sinn bleibt der gleiche: Fremdarbeiter raus! Die Reaktion der Zuhörer aber wird grundverschieden sein.«

Das Identitäre Wir grölt heute nicht: »Ausländer raus!«, sondern entwirft ethnoplurale Konzepte. Die Verschiedenheit der Völker gelte es zu respektieren, deshalb solle man die Völker nicht entwurzeln. Grenzverwischungen seien zu vermeiden, die Unvereinbarkeit der Lebensweisen und Traditionen anzuerkennen. Zugrunde gelegt wird ein essentialistisches Kulturverständnis, in dem Kulturen als quasi-naturwüchsige Gebilde erscheinen, die man nur um den Preis der eigenen Identitätsaufgabe verändern könne. Der Begriff »Ethnopluralismus« soll den offensichtlichen Rassismus des Identitären Wir verdecken. Dazu dienen auch ethnoplurale Phrasen, so etwa »100% Identität – 0% Rassismus«.

aus Manemann, Jürgen, Demokratie und Emotion – Was ein demokratisches Wir von einem identitären Wir unterscheidet (S. 21f), transcript Verlag Bielefeld, 2019

Siehe auch:

Faschismen Migraziun Nationalismus Politik Publikationen Racism Wirtschaft+Finanzen | Quote | | | | | Deutsch

Rosmini: Die »ahnungslose« Uni.

Prof. Stefania Baroncelli, von Rektor Paolo Lugli ernannte Prorektorin für Bildungsbelange an der Uni Bozen, hätte heute um 9.30 Uhr den Vortrag »Europa der Regionen: eine Vorstellung von Europa, die noch aktuell ist?« halten sollen. Ich weiß nicht, ob es dazu kam.

Ganz so ahnungslos, wie sie sich laut Salto bezüglich dem organisierenden Rosmini-Institut und den Tagungsteilnehmerinnen gibt, dürfte die Akademikerin jedoch nicht sein. Erstens, weil das Programm keineswegs »bis heute neutral war«, wie sie sagt. Die geplante Anwesenheit des russischen Neofaschisten Alexander Dugin war schon länger bekannt. Und zweitens, weil Frau Baroncelli nicht zum ersten Mal mit dem dubiosen Verein kooperiert.

Auf ihrem vier Seiten umfassenden, öffentlich im Netz abrufbaren Curriculum findet das Institut fünfmal Erwähnung. Hier die entsprechenden Auszüge:

  • Responsibilities for organizing conferences and seminars in the last 13 years:
    • 47° International Conference of the International Institute of European Studies “A. Rosmini”, Bolzano. Title “Europa: Costituzione o Trattato per suo fondamento? Sul Trattato di Lisbona e i suoi sviluppi” (together with prof. Marcello Fracanzani)
  • Selected publications:
    • Books – Edited:
      • Fracanzani MM, Baroncelli S (a cura di) (2017). Le Università: fra autonomia, formazione e informazione. INSTITUT INTERNATIONAL D’ÉTUDES EUROPÉENNES ANTONIO ROSMINI, NAPOLI:Edizioni Scientifiche Italiane, ISBN: 978-88-495-3416-0
      • Fracanzani – Baroncelli (2015), L’Ethos dell’Europa, Institut International d’Etudes Européennes Antonio Rosmini, Edizioni Scientifiche Italiane, Napoli
      • Baroncelli S, Fracanzani M (a cura di) (2012). Quale lingua per l’Europa? Welche Sprache für Europa?Institut International D’Etudes Européennes Rosmini. p. 1- 138, NAPOLI:Edizioni Scientifiche Italiane, ISBN: 978-88-495-2434-5
    • Book Chapters:
      • Baroncelli S (2012). Quale multilinguismo per l’Unione europea? Il principio di parità della lingua nell’ordinamento giuridico europeo . In: (a cura di): Fracanzani M, Baroncelli S, Quale lingua per l’Europa? Welche Sprache für Europa?Institut International D’Etudes Européennes Rosmini. p. 81-106, NAPOLI:Edizioni Scientifiche Italiane, ISBN: 978-88-495-2434-5

Da kann einer rührigen Uniprofessorin doch nicht entgangen sein, mit wem sie es zu tun hatte? Wenn doch, wäre das natürlich kein so gutes Zeugnis.

Der ehemalige Dozent der Uni Bozen Marcello Maria Fracanzani, dessen Name in Baroncellis Curriculum 18 Mal (worunter die fünf oben wiedergegebenen Punkte) gefunden wird, ist übrigens offizielles Mitglied des Rosmini-Instituts.

Nachtrag: Es gibt auch ein Buch mit dem Titel »Quale religione per l’Europa?«, herausgegeben von Marcello M. Fracanzani und Stefania Baroncelli fürs Rosmini-Institut im Verlag Edizioni Scientifiche Italiane, Neapel (2014).

Die Autoren:

  • Franco Cardini: Historiker, Gast der Rosmini-Tagung von 2013, ehemaliges Mitglied der rechtsradikalen MSI und Jeune Europe.
  • Danilo Castellano: Mitglied des Rosmini-Instituts. Die italienische Verfassung sieht er als von einem teuflischen Prinzip (dem freien Willen) inspiriert, an dessen Wurzel nicht die Gerechtigkeit, sondern die Anarchie stehe. Die Säkularisierung habe die Menschenrechte an die Stelle der göttlichen Rechte gestellt.
  • János Frivaldszky: Gast der Rosmini-Tagung von 2013. In seinem Buchkapitel bezeichnet er das Recht auf Abtreibung, die gleichgeschlechtliche Ehe und die Sterbehilfe im Gegensatz zu den »naturrechtlichen« Menschenrechten als »unmenschliche« Rechte (S. 57).
  • Umberto Galeazzi: Gast der Rosmini-Tagung von 2013.
  • Jerzy Ochmann: Mitglied des Rosmini-Instituts.
  • Christophe Réveillard: Mitglied des Rosmini-Instituts, vorbestraft für das Attentat auf ein Kino.
  • Andrea Sandri
  • don Michele Tomasi: damaliger Generalvikar der Diözese Bozen-Brixen, inzwischen Bischof von Treviso. Gast der Rosmini-Tagung von 2013 in Vertretung von Bischof Ivo Muser.
  • Giovanni Turco
  • José Luis Widow Lira: Gast der Rosmini-Tagung von 2013 und 2014.

Der Titel dieser Publikation, die im Curriculum von Prof. Baroncelli nicht genannt wird, ist gleichlautend mit dem Titel der Tagung von 2013 des Rosmini-Instituts.

Bildung Faktencheck Faschismen LGBTQIA Politik Publikationen Recherche Religiun Wissenschaft | Zitać | | Salto | Südtirol/o | Freie Universität Bozen | Deutsch English

Tiroliban-Merkheft.

Ich will schon seit gestern irgendetwas Abfälliges über das neue Merkheft der Süd-Tiroler Freiheit (Südtiroler Trutzlied, »Süd-Tirol, viel zu schade für Italien«, »Unser Unterricht bleibt DEUTSCH!«…) schreiben, doch mein Hirn weigert sich beharrlich, sich mit soviel Schwachsinn auseinanderzusetzen. Wofür ich Verständnis habe.

Siehe auch:

Kohäsion+Inklusion Politik Publikationen Scola | CLIL/Immersion | | | Südtirol/o | STF | Deutsch

La qualità dei sistemi sanitari regionali.
Rapporto CREA 2019

A fine ottobre scorso, per la prima volta, mi ero occupato dello studio CREA sulla performance dei sistemi sanitari regionali, realizzato dall’omonimo consorzio di università Tor Vergata di Roma e FIMMG. Nel frattempo, a luglio, è stata presentata la nuova edizione del rapporto, relativa al 2019.

Si tratta di una ricerca multidimensionale basata su molteplici portatori di interessi. Le «dimensioni» prese in considerazione sono: esiti, sociale, appropriatezza, innovazione ed economico-finanziaria, mentre i gruppi di interesse che hanno partecipato sono riconducibili agli utenti, le istituzioni, le professioni sanitarie, il management aziendale e l’industria medicale.

Come nel 2018 la performance complessiva (63%) del sistema sanitario sudtirolese, se comparata alle altre realtà facenti parte dello stato italiano, è tra le migliori. Viene superata solo da quelle del vicino Trentino (70%) e della Toscana. Scrive CREA:

Tre realtà (P.A. di Trento, Toscana e P.A. di Bolzano) sembrano offrire un livello di opportunità ai propri residenti significativamente migliore delle altre (Performance tra il 63% ed il 70%); altre 6 (Lombardia, Friuli Venezia Giulia, Emilia Romagna, Umbria, Veneto e Piemonte) sono sempre parte dell’area dell’“eccellenza”: con una Performance compresa tra il 57% ed il 61%; 6 Regioni, Liguria, Valle d’Aosta, Marche, Lazio, Abruzzo e Molise, rimangono in una posizione “intermedia” con livelli di Performance abbastanza omogenei, compresi nel range 44-52%. In area “critica” si trovano 6 Regioni, Puglia, Sicilia, Basilicata, Calabria, Campania e Sardegna, con valori di Performance che scendono progressivamente fino ad arrivare al 31%.

Il panel dell’edizione attuale, di 98 personalità, risulta composto come segue:

  • 14 rappresentanti delle istituzioni: 8 statali e 6 regionali;
  • 12 rappresentanti degli utenti/cittadini: 11 presidenti/coordinatori a livello statale di associazioni dei pazienti e 1 direttore di media (testata giornalistica sanitaria);
  • 26 rappresentanti delle professioni sanitarie: 23 presidenti o segretari a livello statale di società scientifiche, 2 dell’università, 1 coordinatore regionale di aree cliniche specifiche;
  • 29 componenti del management sanitario: 23 direttori generali di aziende sanitarie, 5 direttori sanitari di aziende sanitarie, 1 presidente di fondazione attiva in sanità;
  • 17 rappresentanti dell’industria: 16 dirigenti di aziende medicali (farmaci e dispositivi medici) e 1 presidente di associazione di categoria.

Le dimensioni hanno contribuito alla performance, in ordine decrescente: gli esiti per il 31,2%, il sociale per il 21,5%, l’appropriatezza per il 20,2%, l’innovazione per il 14,6% e infine quella economico-finanziaria per il 12,4%.

Interessante notare, infine, come il Sudtirolo risulti

  • in terza posizione, dietro al Trentino e alla Toscana, anche nella classifica stilata dagli utenti;
  • in seconda posizione, dietro al solo Trentino, secondo il panel delle istituzioni;
  • in sesta posizione, dietro a Toscana, Trentino, Friuli VG, Umbria ed Emilia Romagna, secondo i rappresentanti delle professioni sanitarie;
  • in quarta posizione, dietro alla Toscana, al Trentino e all’Umbria per quanto riguarda la classifica del gruppo management aziendale;
  • in seconda posizione, dietro al Trentino, secondo il giudizio dell’industria medicale.

Vedi anche:

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