Lettera di Puigdemont a Rajoy.

In data odierna il presidente catalano Carles Puigdemont ha inviato la seguente lettera al primo ministro spagnolo, Mariano Rajoy:

Stimato Presidente,

come Le ho esposto personalmente e abbiamo ripetutamente espresso pubblicamente, il Governo della Generalitat ha la massima volontà di cercare una soluzione politica concordata che dia una risposta alla richiesta della cittadinanza catalana di poter decidere in merito al proprio futuro. Anche il Governo spagnolo ha riconosciuto che la questione catalana è un affare di Stato che necessita di massima attenzione. In questo senso, crediamo che sia arrivato il momento imprescindibile perché i due Governi si possano sedere a un tavolo per dialogare.

In questo senso le allego l’Accordo che il Governo della Generalitat ha approvato ieri, mediante il quale si sollecita il Governo spagnolo a iniziare i negoziati relativi ai termini e alle condizioni del referendum in cui le cittadine e i cittadini della Catalogna potranno decidere il futuro politico del paese con il proprio voto.

Le allego anche la Mozione che il Parlamento catalano ha approvato lo scorso 18 maggio, in cui viene ribadita la volontà  del Governo della Generalitat a celebrare questo referendum in maniera concordata con il Governo spagnolo e conformemente alle condizioni stabilite dalla Commissione di Venezia.

Rimaniamo in attesa della sua risposta per dare inizio quanto prima a questo dialogo.

Cordiali saluti

Carles Puigdemont i Casamajó

Traduzione:

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Hoppla, Rajoy weiß es auch nicht.

Ein größeres Geschenk hätte Spaniens Premierminister den UnabhängigkeitsbefürworterInnen in der Woche vor den plebiszitären Wahlen kaum machen können: Während eines Radiointerviews mit dem spanischen Sender Onda Cero, das direkt am Regierungssitz in Madrid (Moncloa) aufgenommen wurde, behauptete er, die KatalanInnen würden im Fall der Loslösung von Spanien ihre spanische und somit ihre europäische Staatsbürgerschaft verlieren. Auf den wohl unerwarteten Einwand des Moderators hin, der ihn darauf hinwies, dass spanische StaatsbürgerInnen ihren Pass nur dann verlieren, wenn sie ihn freiwillig aufgeben, wusste Rajoy nicht, was antworten. Zudem erkundigte er sich beim Moderator, wie es mit der europäischen Staatsbürgerschaft aussähe.

Hier der Ausschnitt aus dem Interview:

Und die Transkription:

Rajoy: Ein Katalane ist heute Katalane, Spanier und Europäer. Was manche verlangen, ist dass die Katalanen auf ihren Status als Spanier und Europäer verzichten, das ist doch Nonsense. Warum sollten sie ihre Rechte als Spanier und Europäer verlieren? Das geht doch gegen den Zeitgeist! Das ist, was wir zu verteidigen versuchen…

Journalist: Aber die spanische Staatsbürgerschaft würden sie sowieso nicht verlieren. Wir sprechen von dem Szenario der Unabhängigkeit Kataloniens, aber die spanische Staatsbürgerschaft würden die Bürger Kataloniens nicht verlieren.

Rajoy: Ich weiß nicht. Warum sollten sie sie nicht verlieren? Und die europäische auch nicht?

Journalist: Weil das Gesetz festlegt, dass der Bürger, der in Spanien geboren wurde seine Staatsbürgerschaft nicht verliert, auch wenn er im Ausland lebt, solange er sie [die Staatsbürgerschaft] behalten möchte.

Rajoy: Und… die europäische?

Journalist: Die europäische hat er, weil er die spanische Staatsbürgerschaft hat.

Rajoy: Ich habe den Eindruck, dass wir uns in einer Diskussion befinden, die nirgendwo hinführt.

Übersetzung:

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