Der alpine Kulturraum und seine Mehrsprachigkeit.

Verba Alpina heißt ein mehrsprachiges Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und mehrerer Kooperationspartner, die es sich schon seit 2014 zum Ziel gesetzt haben, den stark fragmentierten Sprachraum der Alpen zu erschließen und dabei endlich

die traditionelle Beschränkung auf im wesentlichen aktuelle politische Einheiten (Nationalstaaten)

zu überwinden. Gleichtzeitig sollen auch mehrere methodologische Ansätze — einschließlich Crowdsourcing — miteinander verbunden werden, um ein möglichst umfassendes Gesamtbild zu erstellen.

Es handelt sich somit um ein Instrument, das die reichhaltige sprachlich-kulturelle Vielfalt des Alpenraums erfassbar und anschließend Entwicklungen nachverfolgbar machen soll.

Über den Reiter Interaktive Karte lassen sich die bereits verfügbaren Daten georeferenziert anzeigen, während unter dem Menüpunkt Crowdsourcing die Möglichkeit besteht, die Datenbank mit Wörtern zu füttern.

Die Tatsache übrigens, dass man sich nie abschließend auf eine dolomitenladinische Standardsprache einigen konnte, rächt sich hier dadurch, dass die Homepage von Verba Alpina auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Slowenisch und Bündnerromanisch — jedoch nicht auf Ladinisch — verfügbar ist.

In der aktuellen Ausgabe (Nr. 29/2019) der Usc di Ladins ist ein kurzes Interview mit drei ladinischen Mitarbeiterinnen des Projekts erschienen.

Föderal+Regional Grenze Plurilinguismo Tech&Com Wissenschaft | Good News Zitać | | Usc di Ladins | Aoûta-Aosta Bayern Deutschland France Friaul-Friûl Grischun Italy Jura Koroška-Kärnten Ladinia Liechtenstein Lombardia Nord-/Osttirol Österreich Souramont Südtirol/o Svizra Ticino Trentino Venetien-Vèneto | | Deutsch

Belprahon e Sorvilier decidono.
Seguiranno Moutier verso il Canton Giura?

Il 18 giugno, in una votazione ufficiale, le cittadine del comune giurassiano di Moutier si erano dichiarate maggioritariamente favorevoli alla secessione dal loro cantone di appartenenza (Berna), per aderire al Canton Giura.

Ora sarà la volta dei comuni di Belprahon e Sorvilier, le cui aventi diritto a fine settembre (domenica 24) saranno chiamate a decidere se seguire le orme di Moutier oppure rimanere ancorate a Berna. In occasione della votazione del 24 novembre 2013, che avrebbe portato, in prospettiva, alla creazione di un nuovo cantone (fusione dell’odierno Canton Giura con l’intero Giura bernese), le cittadine di Belprahon si erano espresse favorevoli e contrarie in parti eguali — con 110 voti favorevoli e altrettanti contrari. A Sorvilier invece aveva prevalso il no (al 54%); ma ora, con Moutier avviata verso il Canton Giura, sono cambiate le premesse, per cui si è deciso di dare l’opportunità alla cittadinanza di esprimersi ancora una volta.

Se, contro ogni previsione, Sorvilier decidesse di lasciare il Canton Berna, si trasformerebbe in un’enclave, non confinando né con l’attuale Canton Giura, né (come invece Belprahon) con il territorio di Moutier. D’altronde le enclavi e le esclavi sia cantonali che comunali in Svizzera non sono rare.

Vedi anche:

Democrazia Grenze Politik Selbstbestimmung | Good News | | | Jura Svizra | | Italiano

Moutier wechselt Kanton — und Souramont?

von Thomas Benedikter

Am vergangenen Sonntag ist in der Schweiz ein lang andauernder territorialer Konflikt per Volksabstimmung gelöst worden. In der Gemeinde Moutier (7.700 Einwohner, Kanton Bern) stimmten 51,7% für die Abtrennung ihrer Gemeinde vom Kanton Bern und die Angliederung an den Kanton Jura. Damit wurde auf demokratischem Weg der Schlussstrich unter ein jahrzehntelanges politisches Tauziehen gezogen. Der französischsprachige Kanton Jura war nach heftigen, aber unblutigen Konflikten erst 1978 über eine Volksabstimmung geschaffen worden. Einige französischsprachige Gemeinden hatten sich damals zunächst für den Verbleib im Kanton Bern entschieden. 1989 und 2013 stimmten dann weitere Teile des Berner Jura über einen Wechsel zum Kanton Jura ab. In Moutier war die Frage besonders umstritten. Am 18. Juni 2017 hat dort zum fünften Mal und zwar definitiv das Volk entschieden. Nur mehr zwei kleine Ortschaften müssen heuer noch abstimmen, womit der Jura-Konflikt dann auch formell beendet sein wird.

So werden in der Schweiz territoriale Konflikte auf direktdemokratischem Weg ganz friedlich gelöst, während es in Italien aussichtslos erscheint, einen ganz eindeutigen Volksentscheid dreier Grenzgemeinden zu respektieren. So geschehen vor genau 10 Jahren, als sich 78% der Gemeinden La Pli, Col und Anpezo für die Rückgliederung zu Südtirol aussprachen. Die Minderheitenrechte werden in Venetien extrem vernachlässigt, in Südtirol könnten die Rechte der ladinischen Minderheit weit besser gewahrt werden. Eine ladinische Bezirksgemeinschaft innerhalb Südtirols, eine ladinische Kulturgemeinschaft innerhalb der Region gegründet werden.

Sowohl der Regionalrat Venetien als auch Luis Durnwalder hatten seinerzeit diesem demokratischen Wunsch der Buchensteiner schon zugestimmt. Im Unterschied zu weiteren 11 Gemeinden Venetiens, die sich für eine Angliederung an Trentino-Südtirol ausgesprochen haben, haben diese drei Gemeinden vor allem historisch-kulturelle Gründe für diesen Schritt geltend gemacht. Immerhin hat am 25. Februar 2013 selbst der Regionalrat von Venetien den Weg frei gegeben, damit das Parlament die gewünschte Angliederung gemäß Art. 132 der Verfassung umsetzen kann. Doch in der gesamten Legislaturperiode ist diesbezüglich nichts geschehen, seit 10 Jahren missachtet Rom den demokratischen Willen der Bevölkerung von Souramont.

Siehe auch:

Comparatio Democrazia Minderheitenschutz Mitbestimmung Politik Recht Selbstbestimmung | | Luis Durnwalder Thomas Benedikter | | Jura Ladinia Souramont Venetien-Vèneto | | Deutsch

Moutier hat entschieden.
Selbstbestimmung in der Schweiz

Ende 2013 hatten die BürgerInnen im schweizerischen Jura über eine mögliche Kantonsneugründung abgestimmt. Der 1978 durch Abspaltung von Bern entstandene Kanton Jura (Nordjura) und die bei Bern verbliebenen jurassischen Gemeinden hätten, bei einem positiven Entscheid, Verhandlungen über die Schaffung eines neuen, gemeinsamen Kantons begonnen. Am Ende hätte die Bevölkerung in einer zweiten Abstimmung erneut ihr Placet geben müssen, um das Ergebnis rechtswirksam zu machen.

Doch dazu kam es nicht: Während 2013 im Kanton Jura eine Mehrheit für die Einleitung des zweistufigen Verfahrens stimmte, entschied die Mehrheit der JurassiserInnen im Kanton Bern dagegen.

Damit ist in einem Land, das konsequent auf direkte Demokratie setzt, aber noch lange nicht Schluss: Mehrere Gemeinden des bernischen Jura kündigten damals an, den Kantonswechsel auf kommunaler Ebene in Angriff nehmen zu wollen. Darunter die größte Ortschaft des Jura bernois, Moutier.

Gestern nun votierten die BürgerInnen von Moutier tatsächlich dafür, Bern nach rund 200 Jahren zu verlassen und sich dem jungen jurassischen Kanton anzuschließen. Auch das Angstargument, dass die künftige Hauptstadt Delsberg das Krankenhaus von Moutier schließen könnte, da es vom nächsten Spital des Kantons nicht weit entfernt liegt, griff schlussendlich nicht.

Weitere Kommunen des bernischen Jura, die den Ausgang des gestrigen Entscheids ausdrücklich abgewartet hatten, könnten dem Beispiel von Moutier nun folgen und Bern den Rücken kehren.

Im zehnten Jahr nach der Abstimmung von Cortina, Col und Fodom, die der Angliederung an Südtirol 2007 breit zustimmten, zeigt uns die Schweiz, wie man es macht. Aussitzen ist dort sicher keine Lösung.

Siehe auch:

Comparatio Democrazia Föderal+Regional Mitbestimmung Politik Selbstbestimmung | Good News | | | Jura Svizra | |

Si può dire di tutto…
Quotation 307

So benissimo che essendo l’autodeterminazione — come dire? — una visione in questo momento immaginaria, anche se si può fare riferimento ad altri casi, si può dire che se si fa l’autodeterminazione si fa la scuola bilingue, non ci sarà più il censimento etnico, ci sarà la convivenza bellissima ecc. Si può dire di tutto… e anche il contrario di tutto. […]

— Riccardo Dello Sbarba (Vërc), Convenzione dei 33, 23.09.2016

Giusto. Ed è per questo che propone il «modello giurassiano», a più tappe, in modo che prima di prendere una decisione definitiva la popolazione possa

  • contribuire a elaborare, in maniera partecipata
  • leggere, studiare e valutare

la futura costituzione dell’eventuale Sudtirolo indipendente. Allo stesso modo i partiti darebbero la loro indicazione di voto sulla base di un testo definito e certo.

Vedi anche:

Democrazia Mitbestimmung Politik Selbstbestimmung | Südtirolkonvent Zitać | | | Jura | Vërc | Italiano

Dello Sbarba e il «modello giurassiano».

Durante l’ultima seduta della Convenzione dei 33 (K33), consacrata all’autodeterminazione, Wolfgang Niederhofer ha fatto riferimento al cosiddetto modello giurassiano, proponendolo come esempio per un processo di autodeterminazione «a tappe» e quindi più dolce e più «controllabile» dalla popolazione coinvolta.

Nel 2013 — ma il processo era iniziato negli anni precedenti — le cittadine e i cittadini del Giura bernese avevano avuto l’opportunità di decidere, in via referendaria, se avviare un processo di secessione dal Canton Berna e di unificazione con il Canton Giura. Al contempo, la stessa domanda fu posta alla cittadinanza di quest’ultimo cantone.

Se ci fosse stata una maggioranza interessata a mettere in moto questo processo — che però non ci fu — i due cantoni avrebbero dovuto iniziare le trattative per un eventuale passaggio di sovranità, mentre le popolazioni coinvolte avrebbero votato un’assemblea costituente con il compito di elaborare una nuova costituzione per il nuovo Canton Giura.

Solo alla fine di tale processo, a risultati definiti e a bocce ferme, le popolazioni coinvolte avrebbero deciso, in un secondo referendum, se accettarne le conseguenze (e quindi confermare la nascita del nuovo Canton Giura) oppure lasciare tutto com’era prima.

È evidente che un tale processo sia di una trasparenza e di una chiarezza irragiungibile con una secessione-riunificazione sancita tramite un unico referendum, ovvero in una sola tappa. Si eviterebbe inoltre di costringere la popolazione a «comprare a scatola chiusa».

Durante tutto il processo, dal primo al secondo referendum sino all’eventuale proclamazione del nuovo cantone sarebbe stata coinvolta solamente la popolazione del Giura bernese e del Canton Giura, ma non quella del restante Canton Berna. Perché? Semplicemente perché la secessione riguarda solamente le persone residenti nel Giura bernese, mentre il Canton Giura avrebbe dovuto approvare l’ampliamento del proprio territorio.

Riccardo Dello Sbarba (Verdi) ha ribattuto a Wolfgang Niederhofer che nel caso del Canton Giura fu l’intera popolazione svizzera ad esprimersi in un referendum — e che qui da noi nessuno vorrebbe far votare 60 milioni di italiani sulla secessione del Sudtirolo.

È vero, l’intera popolazione svizzera si espresse, ma non nel 2013 durante il processo di (eventuale) secessione-unificazione, bensì nel 1978, quando fu fondato l’attuale Canton Giura, anch’esso da una costola del Canton Berna. Ed è logico che così fosse: Se la popolazione giurassiana avesse voluto l’indipendenza dalla Svizzera il referendum avrebbe riguardato solo la popolazione giurassiana. Il nuovo Canton Giura invece voleva, contemporaneamente alla sua nascita, venire accolto dalla Confederazione elvetica come nuovo membro — ed è su questo che si espressero anche le cittadine ed i cittadini degli altri cantoni.

Esattamente come nel 2013 il Canton Giura poté esprimersi sull’eventuale accoglienza nei confronti del Giura bernese; o come il Landtag sudtirolese si esprime sull’eventuale annessione di comuni ora appartenenti al Veneto piuttosto che alla Lombardia.

Dunque, per analogia, se il Sudtirolo volesse secedere dall’Italia dovrebbero poter votare solo le ed i sudtirolesi (di tutti i gruppi linguistici, va da sé). Mentre se il Sudtirolo volesse diventare una nuova regione italiana o chiedere l’annessione ad un’altro stato esistente sarebbero anche questi stati a doversi esprimere.

Ma tutto questo a Riccardo Dello Sbarba interesserà relativamente, avendo già sentenziato (non si sa su che base) che

Tranquilli: non ci sarà alcuna Selbstbestimmung nel prossimo Statuto di autonomia.

Vedi anche:

Democrazia Föderal+Regional Mitbestimmung Politik Recht Selbstbestimmung | Südtirolkonvent | Riccardo Dello Sbarba | | Jura Svizra | Vërc | Italiano

Der Jura hat selbst bestimmt!

Wie bereits angekündigt fand heute im schweizerischen Jura — neben drei eidgenössichen Abstimmungen — ein ganz besonderer Volksentscheid statt: Die StimmbürgerInnen hatten darüber zu befinden, ob ein Verfahren zur Kantonsneugründung eingeleitet werden sollte.

Hintergrund war die 1979 erfolgte Abspaltung des katholischen Nordjura vom Kanton Bern (als neuer Kanton Jura), während sich der reformierte Südjura für den Verbleib entschied. Erst in jüngerer Zeit waren die Bestrebungen wieder erstarkt, den gesamten Jura in einem eventuell neuzugründenden Kanton zusammenzufassen — worauf die betroffenen Regierungen in Delémont und Bern mit der Einleitung erster Gespräche reagierten.

Die BürgerInnen beider Teile des gegebenenfalls wiederzuvereinigenden Jura äußerten sich heute widersprüchlich: Während der Nordjura die Aufnahme weiterführender Verhandlungen guthieß, lehnte dies der Südjura fast ebenso deutlich ab, womit die Initiative nicht weiterverfolgt wird. Eine Neugründung bedarf selbstverständlich des Einverständnisses aller betroffenen Gebiete. Offenbar sind die Südjurassier mit ihrer derzeitigen Situation zufrieden und wünschen keine Änderung des Istzustandes.

Was heute vorgelebt wurde ist echte demokratische Selbstbestimmung: Die EinwohnerInnen eines Gebiets durften in einer freien Abstimmung selbst über die Zukunft ihrer staatlichen Organisation entscheiden. Wichtig ist auch, dass nicht die BürgerInnen des gesamten Kantons Bern mitbestimmen durften, sondern nur die Bewohner der betroffenen Gemeinden. Das durch die Selbstbestimmung (Prozess) erreichte Ziel kann sowohl zur Abspaltung, als auch — wie in diesem Fall — zur Beibehaltung des Istzustandes führen.

Nur in Moutier wird die heutige Abstimmung wohl noch ein Nachspiel haben: In der zu Bern gehörenden Gemeinde haben sich die Stimmberechtigten mehrheitlich für eine Wiedervereinigung mit dem Nordjura ausgesprochen. Deshalb wird erwartet, dass nun auf kommunaler Ebene ein weiteres Referendum stattfinden wird, mittels dessen Moutier im Alleingang vom Kanton Bern zum Kanton Jura übertreten könnte.

Siehe auch:

Recht Selbstbestimmung | | | | Jura Svizra | |

Vertus du dialogue.
Quotation 112

Au Conseil de l’Europe, où j’ai représenté la Suisse de 1998 à 2011 à l’Assemblée des députés, nous avons eu affaire à de nombreuses situations de tensions ethnico-religieuses, que ce soit en Espagne avec le Pays Basque et la Catalogne, la France avec la Corse ou encore la Belgique, la Roumanie et bien sûr les Balkans. J’ai eu l’occasion d’apprendre ainsi que là où des solutions sont imposées par le haut, ça ne fonctionne jamais. Dans le Jura, on a donné la parole à la base. C’est un atout formidable. En Suisse, notre approche participative, par le dialogue et les scrutins populaires, permet de dédramatiser de tels conflits.

Ce modèle suisse de résolution des conflits est-il transposable à l’étranger, selon vous qui avez tant voyagé?
Il n’est pas transposable de 1 est à 1, mais il peut donner des idées à d’autres pays sur les vertus du dialogue. Trop souvent, on tend à penser que la démocratie, c’est la règle de la décision de la majorité. En Suisse, nous répondons que ce n’est pas tout à fait cela. La majorité doit certes être respectée, mais il faut des mécanismes pour que la minorité puisse l’être aussi. […]

Avant de bien connaître la situation, je me disais que l’on s’offrait peut-être là un «problème de luxe». Ce n’est pas une situation dramatique au sens de celles qu’on a connues dans les Balkans, par exemple. Cependant, si on l’avait ignoré, le problème jurassien aurait peut-être pu prendre d’autres proportions.

Dick Marty, interview avec Le Journal du Jura, édition spéciale septembre 2013

Soulignement par

Democrazia Medien Mitbestimmung Politik Religiun Selbstbestimmung | Zitać | | | Baskenland-Euskadi Catalunya Corsica Jura Svizra | | Français