An exit strategy from patriarchy.

Speech given at the 29th EGP-Council. Berlin, 23rd of November 2018

by Brigitte Foppa (Vërc)

You asked me to speak about feminism.

So, I brought you something. What is this?

Usually this is simply a panty. But today it is not. Today, after that in an Irish court of justice was brought forward the argument that a woman who wears a thong is open for sexual encounters and therefore the claim of rape can be excluded, today this is an invitation to violence!

This is not the first time that something like this happens. In 1998 in Italy a judge sentenced that a young girl couldn’t be victim of a rape because she was wearing blue jeans. Now every year on May 27th women from all over the world remember this incredible fact wearing blue jeans on the “Denim day”.

Because we do not forget.

But we have to admit that times, they are not changing.

Now the question is: do we have to talk about violence when we speak about feminism? For many years I didn’t think so. I thought that there were other important issues I could work and fight for:

  • more female representation in politics.
  • equal pay, equal work, equal pension.
  • a gender quota in the boards of the companies.
  • more justice even in the language.

We can find all these topics in the Manifesto of the European Greens. They are so important, and we will continue fighting for them – always remembering that Green Parties are the only parties which are obviously and explicitly feminist. Which is not so easy, because usually ad-experts tell us that insisting on gender topics is the best way to lose elections. This is a problem. Gender politics are now the most revolutionary and unpopular politics when they really retold the capability to change the world, to change power structures, to change the distribution of welfare.

Within this capability we have potential and danger at the same time.

Danger? Yes. We observe actually a wave of hate against women. We usually try to explain this as the backlash of feminism, but I think there is more.

Because this wave of hate has a battle-field: our body.

There are different typologies of hatred:

When we (our bodies) are being laughed at.

When we (our bodies) are minimized.

When we (our bodies) are sexualized at all.

At last when we (our bodies) are destroyed.

Last year, in my small land in the Alps with half a million citizens, 4 women have been killed, in Italy 94, in Austria 16 – just because they were women! This is the reason why we have to speak about violence.

We can suppose that the origin of this hate lies in fear. There is always fear at the bottom of hate. In this case there is a lot of fear. Fear of losing the power. Fear of change.

In conclusion:

We have to keep working and fighting for gender politics.

But I think we need to go beyond and develop something bigger. We have now to start working on an EXIT STRATEGY FROM PATRIARCHY, from the power system which created submitted women and unhappy men.

Let’s think about it. Men and women together.

For more justice. For more respect. For a better world.

Thank you.

Feminæ Grundrechte Politik | | Brigitte Foppa | | Deutschland | Vërc | English

21-O: Kein Frauenlandtag.

Durch die Landtagswahl vom 21. Oktober ist der ohnehin geringe Frauenanteil im Südtiroler Landtag von 28,6% (10/35) auf 25,7% (9/35) gesunken.

Zum Vergleich: Im Innsbrucker Landtag sitzen derzeit 27,8% (10/36) und im Trentiner Landtag ebenfalls 25,7% (von 6/35 auf 9/35).

Der Frauenanteil in den einzelnen Fraktionen des Südtiroler Landtags:

  • STF 50% (1/2) – Myriam Atz Tammerle
  • Freiheitliche (1/2) – Ulli Mair
  • Grüne 33,3% (1/3) – Brigitte Foppa
  • SVP 26,7% (4/15) – Magdalena Amhof, Waltraud Deeg, Maria Hochgruber Kuenzer, Jasmin Ladurner
  • Lega 25% (1/4) – Rita Mattei
  • Team Köllensperger 16,7% (1/6) – Maria Elisabeth Rieder

Nur eine von neun Frauen — Rita Mattei — gehört der italienischen Sprachgruppe an.

ichfrau vom Frauenhaus Meran hat bei den einzelnen Parteien eine Umfrage zum Thema Feminismus und Gender durchgeführt. Eingegangen sind fünf Antworten von vier Parteien:

Die Aufgabe der Politik ist es, in Sachen Gender zu sensibilisieren, damit alte Rollenbilder aufgebrochen werden und so die Baggerfahrerin keine Exotin mehr ist — gleich wie der Kindergärtner keine Ausnahme mehr sein soll. Die Veränderung wird aber nicht die Politik allein schaffen; hier geht es um ein gesellschaftliches Umdenken, das nicht von einem Tag auf den anderen stattfinden wird.

– SVP (Parteizentrale)

Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Ressourcen unserer Provinz (sic) laut „Genderbudgeting“ organisiert werden; für die Anerkennung der Erziehungszeit der Kinder für die Rente neu aufgerollt und weitergebracht wird; Gleiche Löhne für gleiche Arbeit; Am Aufbau zum Schutz von Diskriminierungen, gegen Mobbing in allen Bereichen arbeiten.

– ‘Team Köllensperger’ (Frauengruppe)

Es braucht den Genderansatz in jeder politischen Aktion, wenn wir die Welt wirklich nachhaltig und gerecht umbauen wollen. Genderpolitik ist die bahnbrechendste und unbeliebteste Politik überhaupt.
Weitermachen in meiner leider immer noch Pioniersarbeit als feministische weibliche Politikerin in Südtirol, mit vielen Mitdenkerinnen und hoffentlich auch mehreren Mitstreiterinnen.

– Brigitte Foppa (‘Grüne’)

Feminismus ist die wichtigste Revolution des XX. Jahrhunderts. Und des 21. Jahrhunderts ebenso.
[…] In jedem Bereich des Lebens, der politischen Entscheidungen und ihren konkreten Folgen ungerechte (sexuellen) Rollenverteilungen in Frage zu stellen und sie zu korrigieren, im Sinne einer neuen egalitären Vision (und Kultur) der Beziehungen unter Geschlechtern.

– Riccardo Dello Sbarba (‘Grüne’)

Der Wert einer Frau sowie ihrer Leistung muss endlich gleichwertig, wie jener der Männer anerkannt werden. Frauen verdienen bei gleicher Arbeit rund 17% weniger als Männer, dies führt später häufiger zu Altersarmut bei Frauen. Deshalb braucht es in der Politik Frauen, die diese Werte und gesetzliche Gleichstellung anstreben.
Mit Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit werde ich mich weiterhin für die Anerkennung der Erziehungs- und Pflegejahre für die Rente einsetzen. Der Wert dieser wertvollen Arbeiten muss endlich gesetzlich anerkannt werden.

– Myriam Atz Tammerle (STF)

Laut Angaben von ichfrau wurden auch Lega, Freiheitliche, PD und 5SB befragt, ohne dass von diesen Parteien jedoch eine Antwort eingegangen wäre.

Siehe auch:

Comparatio Feminæ Kohäsion+Inklusion Politik | Landtagswahl 2018 Zitać | Brigitte Foppa Riccardo Dello Sbarba | | Euregio | Freiheitliche Lega PD&Co. STF SVP TK-5SB/M5S Vërc | Deutsch

Die Talfer hinter der Mauer.

von Brigitte Foppa*

Ich war im Gefängnis. Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, mit meinen Fraktionskollegen und dem Anwalt Fabio Valcanover, der sich seit Jahren für die Rechte von Gefängnisinsassen einsetzt, einen Lokalaugenschein in der Bozner Haftanstalt vorzunehmen. Es ist das Recht von Regionalratsabgeordneten, unangemeldet das Gefängnis aufzusuchen, um sich ein Bild zu machen.

Ich habe mir ein Bild gemacht. Viele Bilder.

Meine erste Assoziation: Es ist wirklich wie in einem Gefängnis. Aber nicht so, wie man das aus Filmen kennt, sondern eher so wie ich mir als Kind ein Gefängnis vorstellte. Also mit Gittern, die ein Wärter mit einem großen Schlüsselbund aufsperrt, mit Männern, die herumstehen, mit dunklen Gewölben, feuchten Mauern und mit hallenden Geräuschen.

Zweite Assoziation, als ich die Einzelzellen im Untergeschoss sehe: Es ist so ähnlich wie bei mir zu Hause der Heizraum — beengt, dunkel, abgefuckt. Unvorstellbar, dass jemand in so einem Raum Monate seines Lebens verbringen kann ohne durchzudrehen oder zu verschimmeln, wie meine Tochter sagen würde.

Die Direktorin Annarita Nuzzacci, eine resolute, schnelle, sympathische und sehr engagierte Frau, erklärt uns Abläufe und Organisation des Gefängnisses. 101 Insassen derzeit (damit ist man leicht unter der Kapazität von max. 105), alles Männer (die Frauen sitzen in Trient ein, sie machen insgesamt weltweit ca. 5% der Gefängnispopulation aus), viele sehr jung, 85% aus Nicht-EU-Ländern. Im Bozner Gefängnis sind Täter untergebracht, die Haftstrafen bis zu 5 Jahren absitzen müssen. Ein großes Manko ist das Fehlen von so genannten „Camere di sicurezza“ in allen Polizeistationen Südtirols, erklärt uns Nuzzacci. Dort, so ist es vom Gesetz vorgesehen, müssten all jene verweilen (bis zu 4 Tagen), die noch nicht laut einem richterlichen Beschluss im Gefängnis festgehalten werden. Weil diese Stätten fehlen, landet man in Südtirol direkt im Bozner Gefängnis. Die Direktorin spricht von ihrem Einsatz für Geldmittel, für mehr Personal. Es ist schwierig. Man wartet auf den neuen Bau in Bozen Süd, derweil vergammelt das alte Gefängnis mehr und mehr. Der Personalmangel ist besonders schwerwiegend, weil er insbesondere das pädagogische und begleitende Personal betrifft, allerdings fehlt es auch an Aufsichtspersonal.

Die Stimmung im Haus ist nicht unharmonisch. Aus dem chronischen Notstand hat man eine Tugend gemacht und es ist Solidarität unter den Menschen im Gefängnis spürbar.

„Il carcere si riconosce dal cortile“, sagt Nuzzacci, als sie uns in den Gefängnishof führt. Ein langer Asphaltstreifen mit einigen Steinbänken und einem Tischtennistisch. Vier Männer spielen gerade ein Doppel. Die Mauer ist gleich hoch wie der Streifen breit ist. Das einzig Schöne am Gefängnisbesuch ist das Rauschen der Talfer, das man hier deutlich vernimmt. Vier Stunden am Tag dürfen die Häftlinge im Hof verbringen.

Um 18 Uhr werden die Türen der Zellen geschlossen. Die Häftlinge sind dann hinter einer Gittertür eingesperrt. Die dicken Stahltüren mit Fensterguckloch bleiben in Bozen offen. In der lauen Frühsommerluft stelle ich die naive Frage: „Anche d’estate sono rinchiusi in cella alle 18?“ Frau Nuzzacci schaut mich entnervt an. „Che crede? Che d’estate possano stare fuori??“ Der Freigeist in mir, das Naturkind erstickt fast an dieser – logischen – Antwort. Ich stelle mir vor, wie lang die Abende sein müssen, wie stickig die Luft, wie zähflüssig die Zeit. Zu diesem Zeitpunkt habe ich die Zellen noch gar nicht gesehen.

Die allermeisten Häftlinge sind in 6er-Zellen untergebracht. Bei Tag sind die Gittertüren offen, wir können eintreten. Es ist Ramadan, folglich fordert uns Frau Nuzzacci auf, einen kleinen Sprung über den kleinen Teppich zu machen, der im Eingang der Zelle liegt. Auf engstem Raum leben sie hier. Drei Stockbetten, ein kleiner Tisch, drei Stühle, eine halbhohe Abtrennung und dahinter WC und Waschbecken — eine Ecke, in der auch gekocht wird. Drei der Männer liegen zusammengekauert auf ihren Betten. Es ist 11 Uhr vormittags, aber es gibt nichts zu tun. Es ist der Augenblick, in dem ich erahne, was es bedeutet, hier drin zu landen. Ich dachte immer, wenn man eingesperrt ist, dann wird einem der Raum genommen. Aber hier merke ich, es ist die Zeit. Das Gefängnis ist ein Ort ohne Zeit. Denn eine Zeit ohne Sinn ist keine Zeit.

Es geht um die Zeit, sie wird einem genommen, im Gefängnis. Nicht umsonst wird das Strafmaß in Zeiteinheiten angegeben. Die Verzweiflung und die Leere, ich sehe sie in den Gesichtern der Männer, die auf ihrem Bett liegen und warten, dass der Tag vorbei geht. Die Emotion überkommt mich. Für mich als dauernd Überbeschäftigte ist dies die schlimmste Vorstellung überhaupt.

Es gibt natürlich Angebote. Zwei der Männer arbeiten außerhalb des Gefängnisses, einige Arbeiten werden im Haus rotierend vergeben. Die begehrteste Arbeit ist jene in der Gefängnisküche. Die Direktorin sagt, die Küchenkräfte seien jene mit der geringsten Rezidivrate. Wer etwas lernt, hat am ehesten Chancen, draußen. Deshalb besuchen auch viele die Sprachkurse, oder sie holen die Mittelschulprüfung nach. Es gibt Alphabetisierungskurse und auch künstlerische Projekte.

Der Anteil der Drogenabhängigen und der Alkoholiker ist groß, über 60%. Viele Insassen haben keine gültige Aufenthaltsgenehmigung — auch das ist nicht ohne Ironie. In der ganzen Migrationsdebatte wird dieser Aspekt meist außen vor gelassen. Wer illegal ist, darf nicht arbeiten. Was bleibt, ist der Weg in Kriminalität, Prostitution, Drogenhandel.

Das Gefängnis ist einer der Terminals des nicht gelösten Migrationsproblems, gut versteckt hinter dicken Mauern.

Frau Nuzzacci begleitet uns zum Ausgang, vorbei an den Räumen, in denen die Aufnahme stattfindet, am trostlosen und doch wieder netten Besuchszimmer, in dem die Kinder und Frauen der Häftlinge über eine Seitentür herein kommen, wenn sie ihre Familienangehörigen besuchen. Ich stelle mir vor, wie diese Begegnungen ablaufen.

Hinter uns schließen sich die Türen des Gefängnisses. Ich habe viel verstanden an diesem Vormittag. Etwa, dass es praktisch unmöglich ist, aus einer solchen Anstalt „gesünder“ herauszukommen, als man nach einer Straftat hinein gegangen ist. Wer ins Gefängnis kommt, lässt einen Teil seines Lebens dort.

Der Weg zurück ins normale Leben, er führt durch Gitterstäbe und Stahltüren. Über die Mauer. Dort ist die Talfer, die fließt und nicht nur rauscht.

*) Brigitte Foppa ist grüne Abgeordnete zum Südtiroler Landtag und hat diesen Text auf Anregung von BBD verfasst

Gesundheit Recht Service Public Sicherheit Soziales und Arbeit | | Brigitte Foppa | | Südtirol/o | Vërc | Deutsch

Unsere Grünen in Schottland.

Die Tageszeitung (TAZ) berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass die Südtiroler Grünen Ende dieser Woche in Glasgow sein werden, wo sie sich bei einer Ratssitzung der Europäischen Grünen um eine Aufnahme in das internationale Parteibündnis bemühen wollen.

Zum Thema Sezession befragt, wird die Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa folgendermaßen zitiert:

Von einer allgemeinen Sezessionsfreudigkeit der Europäischen Grünen [kann] also keine Rede sein, okay ist es, Stichwort Schottland, nur in Ausnahmefällen.

Wäre interessant in Erfahrung zu bringen, worin ein solcher Ausnahmefall besteht. Um »kulturelle Unterdrückung sowie Verletzungen der Menschenrechte«, wie von Foppa vor einiger Zeit selbst postuliert, kann es sich kaum handeln. Um den Brexit auch nicht, denn die Scottish Greens waren schon 2014 für die Unabhängigkeit.

Bei der Ratssitzung in Glasgow wird (laut TAZ) auch die sezessionistische schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon (SNP) zu Gast sein, deren Exekutive von den schottischen Grünen unterstützt wird.

Siehe auch:

Medien Politik Selbstbestimmung | | Brigitte Foppa | TAZ | Scotland-Alba | SNP Vërc | Deutsch

Öl ins Feuer. · Olio gettato sul fuoco.

[DE] Im gestrigen A. Adige ist ein Kommentar der grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa erschienen, der seinerseits eines Kommentars bedarf.

Da es unserer, »wenngleich« wir Sezessionisten sind, antifaschistischen Grundhaltung widerspricht, mittels Leserbrief über ein Blatt zu antworten, welches kontinuierlich die faschistischen Umtriebe von CasaPound und Konsorten verharmlost, bleibt uns nur dieser Weg, um Feuerlöscher zu spielen.

[IT] Sull’A. Adige di ieri è apparso un commento della deputata verde alla dieta sudtirolese, Brigitte Foppa, che a sua volta — in quanto ci chiama in causa — rende necessario un nostro commento.

Siccome, «pur» essendo secessionisti, rispondere dalle righe di un quotidiano che attivamente contribuisce a sdoganare CasaPound contrasterebbe con le nostre convinzioni antifasciste, ci limitiamo a scrivere da qui.

Zum Text:

Passiamo al testo:

Cari secessionisti, vi scrivo. Vi devo scrivere, dopo i vostri ultimi due successi.

Primo, aver suscitato un dibattito reale. Aver suscitato nella nostra provincia un dibattito reale (ancora non ci posso credere) su una possibile squadra nazionale di calcio sudtirolese. E secondo, quello di essere riusciti a far eliminare la parola “altoatesini” da un testo di legge.

Da Foppa den politischen Gegner pauschal auf eines seiner Ziele reduziert, sei zunächst die Frage erlaubt, inwiefern eine Ersetzung des italienischen Begriffes »altoatesini« durch den italienischen Begriff »della Provincia di Bolzano« mit Sezessionismus zu tun hat.

Als weitere Frage drängt sich auf, warum die Forderung nach einer Mitgliedschaft Südtirols bei der FIFA und der UEFA derart abartig sei, dass man sie nicht glauben könne. Es ist eine völlig legitime und demokratische politische Forderung, deren Verwirklichung Vor- und Nachteile mit sich bringt und der man daher zustimmend oder ablehnend gegenüber stehen kann. Es sei denn, man hält die Abkehr von nationalpatriotischer Zugehörigkeit in Italien für ein Sakrileg.

Zuletzt sei noch erwähnt, dass die Süd-Tiroler Freiheit in keiner ihrer Aussendungen oder Beschlussanträge diesbezüglich das Wort Südtiroler »Nationalmannschaft« in den Mund genommen hat.

Visto che Foppa, generalizzando, riduce i suoi avversari a una sola delle loro posizioni, ci sia concesso domandare qual’è il legame fra il secessionismo e la sostituzione del termine italiano «altoatesini» col termine italiano «provincia di Bolzano».

Inoltre ci chiediamo perché rivendicare l’adesione del Sudtirolo alla UEFA e alla FIFA sarebbe talmente perverso da risultare incredibile. Si tratta di una richiesta politica assolutamente legittima e democratica, la cui realizzazione comporterebbe vantaggi e svantaggi e la quale, dunque, si può certamente assecondare o avversare. Eccetto se si ritiene un sacrilegio il solo pensiero di emanciparsi dall’appartenenza nazional-patriottica all’Italia.

Ad ogni modo, Süd-Tiroler Freiheit in nessuno dei suoi comunicati stampa né in alcuna mozione parla di squadra «nazionale» sudtirolese.

In entrambi i casi vi è venuta dietro la Volkspartei, ma, vabbè, questa è una questione di tattica politica (stanno perdendo consensi a vista, dopo aeroporto e chiusura del reparto nascite di Vipiteno).

Nach den vielen Erfahrungen der Vergangenheit ist es freilich naheliegend der SVP opportunistische, politische Taktik vorzuwerfen. Es könnte aber auch sein, dass die SVP mittlerweile zwischen dem Beschlussantragseinbringer und dessen Intentionen sowie der eigentlichen Sachfrage, über die es zu befinden gilt, zu unterscheiden vermag. Die Unfähigkeit, dies zu tun, hat dem Südtiroler Landtag nämlich einen der unrühmlichsten Tage seiner Geschichte beschert, als dieser mehrheitlich (mit den Stimmen der SVP, des PD und der Grünen) ein Bekenntnis zu einem Teil der Menschenrechte und zu friedlichen Lösungen von Minderheitenkonflikten ablehnte, nur weil der Antrag von der Süd-Tiroler Freiheit kam. Und selbst wenn die vermuteten Intentionen des Einbringers unlauter sind, kann man sich die Sachfrage zu eigen machen und im eigenen Sinne positiv gestalten.

Viste le esperienze del passato è comprensibile che si tenda a pensare che l’SVP operi per puro opportunismo politico. Non è da escludere, però, che nel frattempo anche il partito di raccolta abbia imparato a distinguere fra i proponenti di una mozione, le loro intenzioni e il contenuto della proposta. L’incapacità di fare questa distinzione qualche anno era stato alla base di uno dei giorni più bui della dieta sudtirolese, in quanto si arrivò (con i voti di SVP, PD e Verdi) a rifiutare una parte dei diritti umani e il principio di risoluzione pacifica dei conflitti etnici, solo perché la relativa mozione era stata presentata da Süd-Tiroler Freiheit. Anche quando le intenzioni dei proponenti fossero dubbie, è possbile far propria la questione connotandola in maniera positiva.

Sembra tutto incredibile. Siamo tra i più ricchi d’Italia e dell’Europa. Viviamo in un territorio baciato dalla fortuna. Bello, ricco di bellezze naturali di ogni tipo, invidiato da buona parte dell’Italia.

Zudem, dass man nicht versteht, was an den Forderungen so »unglaublich« ist, wird es jetzt richtig absurd. Worin der Zusammenhang zwischen dem Wohlstand und den natürlichen Reichtümern unserer Heimat und dem Willen nach politischer Veränderung sowie fortlaufender Weiterentwicklung (zumindest sind die Forderungen nach dem Dafürhalten der Einbringer eine solche) besteht, weiß wohl nur Foppa selbst. Die Position der Frau oder Homosexueller war wohl in der Geschichte der Menschheit auch noch nie besser als im Europa von heute. Dennoch ist es legitim sich für eine weitere Verbesserung hin zur echten Gleichstellung einzusetzen. Auch ist das Zentrum der neuseeländischen Nordinsel ein Naturparadies, das von vielen beneidet wird. Und dennoch engagieren sich die Maori dort für ihre Gemeinschaft. Überdies mutet es aus dem Munde einer Grünen befremdlich an, wenn materieller Wohlstand als Gradmesser für Zufriedenheit gelten soll. Demnach dürften auch die Menschen in Katar keinen Grund zur Klage haben.

Oltre a non essere chiaro che cosa sia talmente «incredibile», qui il discorso diventa veramente assurdo. Probabilmente solo Foppa sa qual’è il nesso fra il benessere e le ricchezze naturali della nostra terra e la volontà di cambiamento e di continua evoluzione (almeno per chi ha presentato la mozione è di questo che si tratta). Le donne o gli omosessuali in Europa non hanno mai avuto più diritti di oggi, ma ciononostante è legittimo che si continui a combattere per un ulteriore miglioramento sino all’eguaglianza totale. Il centro dell’isola settentrionale della Nuova Zelanda è un paradiso naturale invidiato da molti; eppure i maori, che vi abitano, s’impegnano per migliorare i diritti della propria comunità. Fa un certo effetto udire, dalla bocca di un’esponente dei Verdi, che il benessere economico sia un indicatore per la soddisfazione. Allora gli abitanti del Qatar non avrebbero ragione di lamentarsi.

Eppure, c’è chi, evidentemente qui si sente male. Ma non sono gli immigrati, i rifugiati, neanche gli italiani, che pure vivono concentrati nei punti meno esaltanti della provincia. Non sono nemmeno le donne, che comunque sono ancora in svantaggio su molte questioni. No, sono i tedeschi, spesso maschi, spesso giovani, di per sé predestinati a formare la classe dirigente della nostra terra, i protagonisti di questo nuovo malessere (non lo chiamo disagio per rispetto verso chi il disagio lo percepisce da tempo e per motivi più reali). In altre parti d’Europa forse le stesse persone vivono un malessere sociale che incanalano in un voto di destra xenofoba.

Vom Absurden zur Pauschalisierung: Die Migranten, Flüchtlinge (auch die, die die Landespolitik auf der Straße leben lässt) und Italiener (gemeint sind wohl die italienischsprachigen Südtiroler) fühlen sich hier wohl und genießen den Wohlstand und die Naturschönheiten. Die Deutschen jedoch (gemeint sind wohl wiederum die deutschsprachigen Südtiroler) sind trotz allem unzufrieden. Stereotyper geht’s wohl kaum. Das Schlimme daran ist, dass Foppa damit genau jene Vorurteile bedient und Generalisierungen betreibt, die das Zusammenleben in Südtirol so erschweren. Und das gleich in zweierlei Hinsicht:

So wie den Italienischsprachigen von der »Gegenseite« erklärt wird, dass ihr »disagio« unbegründet sei und auf Nichtigkeiten beruhe, so wird hier umgekehrt die Legitimation für ein Unbehagen abgesprochen. Das Unbehagen ist dennoch da und für die, die es fühlen, auch real begründet. Der Grund ist dabei in den seltensten Fällen ökonomischer Natur.

Zum Zweiten projiziert Foppa gewisse Ansichten auf eine ganze Sprachgruppe. »Die Deutschsprachigen sind unzufriedene Sezessionisten« ist ungefähr so präzise wie »die Italienischsprachigen sind im Ventennio stecken geblieben«. Es ist diese Art von Pauschalisierung, die das Klima im Land vergiftet, da sie die jeweils andere Seite als rückständig, hoffnungslos und dialogunfähig darstellt. Dass Foppa bezüglich Sezessionismus nicht differenziert und das kontraproduktive, ohnehin schon verfestigte und fast ausschließlich in Südtirol gängige Vorurteil befeuert, dass ein Unabhängigkeitswille notwendigerweise rechtsnational motiviert sein muss, macht ihre Aussagen noch schwerwiegender.

Qui si passa dall’assurdo al pregiudizio: gli immigrati, i profughi (anche quelli che vengono lasciati per strada) e gli italiani (probabilmente i sudtirolesi di lingua italiana) si sentono a loro agio e si godono le bellezze naturali e il benessere economico. I tedeschi (probabilmente s’intendono i sudtirolesi di lingua tedesca) invece, nonostante tutto, sono insoddisfatti. Stereotipi all’ennesima potenza. La cosa peggiore è che Foppa ripete gli stessi pregiudizi e opera le stesse generalizzazioni che rendono così difficile la convivenza in Sudtirolo. E lo fa in un senso doppio:

Così come spesso ai cittadini di lingua italiana dalla «controparte» viene spiegato che il loro «disagio» è ingiustificato e si basa su futilità, qui Foppa nega la legittimazione a sentire un malessere. Il malessere però esiste e per coloro che lo sentono è realmente motivato. E solo raramente le ragioni hanno radici economiche.

Inoltre Foppa proietta determinate opinioni su un intero gruppo linguistico. L’affermazione che i cittandini di lingua tedesca sono secessionisti insoddisfatti è tanto superficiale quanto quella che i cittadini italiani sono tutti rimasti fermi al ventennio. Questo tipo di generalizzazioni avvelena il clima della nostra terra perché rappresenta «gli altri» come retrogradi, senza speranze e incapaci al dialogo. Che Foppa non faccia alcuna differenza in merito alla secessione non facendo altro che sottolineare il pregiudizio secondo cui l’indipendentismo sarebbe per forza un’idea da attribuire alla destra nazionalista, rende il tutto ancor più preoccupante.

Nella nostra provincia invece questo malessere si articola in un disagio culturale, nutrito e amplificato da voi secessionisti. Spesso tirate in ballo la storia, ricordando le umiliazioni inflitte dal fascismo alla popolazione tedesca del Südtirol-Alto Adige. Fate bene a ricordare i tempi bui delle dittature fasciste, bisogna sempre tenere a mente quello che i nostri nonni hanno subí­to o fatto subire.

Ed è importante che ne siano consapevoli sia i nipoti di chi ha subí­to il torto che i nipoti di chi lo ha inflitto.

Zustimmung. Wobei sich das »kulturelle Unbehagen« durchaus auch in einem konsequenten Antinationalismus und Antifaschismus manifestieren kann (und die Ladiner in der Aufzählung der Opfer des Faschismus wieder einmal außen vor gelassen wurden).

D’accordo. Ma il «disagio culturale» può senz’altro manifestarsi anche sotto forma di un forte antinazionalismo e antifascismo (ancora una volta, inoltre, si è dimenticato di aggiungere i ladini all’elenco delle vittime del fascismo).

Questa consapevolezza potrebbe anche unirci, ma non è questo che cercate. Vi serve invece una nuova polarizzazione tra italiani e tedeschi e fate di tutto per aumentarla. Con continue provocazioni (la maglietta neutra per i nostri sportivi, l’inno di Hofer per l’Euregio, le polemiche se gli sportivi cantano l’inno italiano o portano la bandiera italiana, ecc. ecc.), con l’inquadramento ideologico delle giovani leve (che iniziano a pensare che in Italia non si può esser liberi o che chi usa un toponimo tolomeiano è fascista ecc. ecc.), con tutti i più stupidi clichè che vengono tenuti in vita (gli italiani che non sanno il tedesco perché “siamo in Italia”, gli italiani che non vogliono capire la terra in cui abitano, ecc. ecc.). E sempre più spesso anche con l’umiliazione. Perché imporre le parole agli altri è un segno di dominazione.

Man kann Foppa beipflichten, dass viele Aktionen der Süd-Tiroler Freiheit – sei es aus Kalkül, sei es aus Ungeschicklichkeit – nicht gerade zu einem gemeinsamen Geschichtsbewusstsein und gegenseitiger Verständigung beitragen. Potentiell einende Vorschläge aber pauschal als Provokationen abzutun, ohne ihren Kern zu hinterfragen, ist ebenso kontraproduktiv. Ob dies aus Kalkül oder Ungeschicktheit heraus passiert, wage ich nicht zu beurteilen.

  • ad neutrale Leibchen: Dieser Vorschlag schlägt in die gleiche Kerbe wie die Forderung nach einem eigenen Südtiroler Team. In ihrem Kern, ist diese Idee die einendste überhaupt, wenn man sich das Identifikationspotenzial des Sports vor Augen hält. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Südtiroler Sprachgruppen (die in ihrem Fanverhalten, anders als oft dargestellt, auch in sich nicht absolut homogen sind) in großen Teilen auf eine bestehende (National-)Mannschaft einigen können. So wie es für viele Deutschsprachige nicht denkbar ist, Italien die Daumen zu drücken, so hegen nur wenige Italienischsprachige im Lande Sympathien für österreichische oder deutsche Teams. Wenn wir alle vom Nationalismus abkehren und gemeinsam mit einer bunten, nicht nationalen Südtiroler Mannschaft mitfiebern könnten, wäre das ein großer Schritt in Richtung gesellschaftlicher Kohäsion.
  • ad Hofer-Hymne: »Zu Mantua in Banden« ist nach Ansicht von als Hymne für die Euregio unbrauchbar. Nicht, weil sie sich gegen die italienischsprachigen Bürgerinnen und Bürger richtet (das tut sie nämlich nicht, denn Andreas Hofer starb ein halbes Jahrhundert bevor Italien überhaupt existierte), sondern weil es ein durch und durch martialisches Lied ist, dass nicht zu einem Friedensprojekt wie der Euregio passt. Inwiefern aber eine Hymne über einen Mann, der zwar reaktionär aber des Italienischen mächtig war und in dessen Reihen Scharen italienischsprachiger Tiroler gegen Bayern und Franzosen gekämpft haben, eine spezifische Provokation gegenüber den italienischsprachigen Mitbürgern sein kann, ist schleierhaft.
  • ad Mameli-Hymne und Trikolore: Grundsätzlich sollte es den Sportlern überlassen bleiben, ob und mit welchen Symbolen sie ihre Erfolge feiern. Für Südtiroler Sportler besteht diesbezüglich jedoch ein immenser Druck und nicht selten wurden in der Vergangenheit absurde nationalpatriotische Bekenntnisse eingefordert. Im Übrigen ist »Fratelli d’Italia« neben der französischen »Marseillaise« und mehr noch als die Andreas-Hofer-Hymne eines der scheußlichsten und martialischsten Lieder überhaupt, das im völligen Widerspruch zu einem pazifistischen europäischen Geist steht.
  • ad Freiheit: Wiederum geht es hier nicht um die Extreme »frei« und »unfrei«, sondern um den Grad der Freiheit. Natürlich können alle Menschen in Südtirol freier leben als in Saudi Arabien. Auch sind wir alle in Europa heute freier als noch vor 60 Jahren. Das heißt dennoch nicht, dass es keine Luft nach oben gibt. Es ist ein Faktum, dass Italien – was Freiheitsrechte betrifft – in vielen Rankings im europäischen Vergleich hinterher hinkt.
  • ad Tolomei: Freilich ist nicht jeder, der tolomeische Namen verwendet, ein Faschist. Es ist auch nicht jeder, der »Neger« sagt, ein Rassist. Wir müssen aber verstehen, dass Wörter und Bezeichnungen – sogar solche die ursprünglich semantisch neutral waren – belastet und somit für andere verletztend sein können und dass konsequenter Antifaschismus/Antirassismus einen Verzicht auf solche Begriffe bedeutet.
  • ad Klischees: Nachdem Foppa kein Klischee über Deutschsprachige und Sezessionisten ausgelassen hat, beklagt sie nun, dass die Italienischsprachigen mit Klischees über sich zu kämpfen hätten. Inwiefern man bezüglich Sprachkenntnissen von einem Klischee sprechen kann, wenn in einem auf dem Papier durchgehend zweisprachigen Land laut Astat-Sprachbarometer ein Drittel der Italienischsprachigen aus welchen Gründen auch immer so gut wie kein Deutsch versteht, bleibt jedem Einzelnen überlassen. (Deutschsprachige, die kein bis rudimentär Italienisch verstehen gibt es rund 5 Prozent).

Foppa ha ragione, molte azioni di Süd-Tiroler Freiheit — per calcolo o per goffaggine — non contribuiscono esattamente a una visione condivisa della storia e alla comprensione reciproca. Altrettanto controproducente sarebbe classificare (per calcolo o per goffagine) come mere provocazioni tutte le loro proposte, anche quelle potenzialmente unificanti.

  • magliette neutre: Questa proposta va nella stessa direzione di una squadra indipendente. Nel suo nocciolo si tratta di un’idea assolutamente coesiva, se pensiamo al potenziale identificativo dello sport. È assai improbabile che tutti i gruppi linguistici (che anche al loro interno in tal senso, al contrario di quel che si dice, non sono certo omogenei) inizino a tifare congiuntamente una delle squadre (nazionali) esistenti. Così come per molti sudtirolesi di lingua tedesca sarebbe inimmaginabile tifare Italia, pochissimi sudtirolesi di lingua italiana hanno simpatie verso l’Austria o la Germania. Se tuttavia provassimo tutti ad allontanarci dai rispettivi nazionalismi e potessimo tifare una variopinta squadra sudtirolese, ciò sarebbe un passo importante verso la coesione sociale.
  • inno di Hofer: «A Mantova in catene» a giudizio di è inservibile come inno dell’Euregio. Non perché fosse un attacco ai concittadini di lingua italiana (Andreas Hofer perì mezzo secolo prima che esistesse uno stato italiano), ma perché si tratta di una canzone intrinsecamente marziale, inadatta a un progetto di pace come l’Euregio. Ma una canzone su un personaggio certamente reazionario, ma che parlava l’italiano e le cui truppe comprendevano un grande numero di tirolesi di lingua italiana, che con lui combatterono contro francesi e bavaresi, non può certo essere una provocazione specificamente indirizzata ai cittadini italofoni.
  • inno di Mameli e tricolore: Fondamentalmente gli atleti dovrebbero poter decidere se e con quali simboli festeggiare i loro successi. Gli sportivi sudtirolesi però si vedono confrontati con pressioni immense e non di rado in passato gli si è chiesto di dimostrare la loro appartenenza nazionalpatriottica all’Italia. Tra l’altro «Fratelli d’Italia» assieme alla «Marsigliese» (e più ancora dell’inno di Hofer) è una delle canzoni più marziali, totalmente incompatibile con uno spirito di pace europeo.
  • libertà: Qui non si tratta degli estremi «libero» o «non libero», bensì del grado di libertà. È chiaro che tutti in Sudtirolo possono vivere in maggiore libertà che non in Arabia Saudita. E in Europa oggi siamo tutti più liberi che 60 anni fa. Ma ciò non significa che non ci sia più alcun margine di miglioramento. Ed è un fatto che lo stato italiano in molte classifiche internazionali risulta in coda agli stati europei, anche per quanto riguarda la libertà.
  • Tolomei: Ovviamente non tutti coloro che usano i toponomi di Tolomei sono fascisti. Come non tutti quelli che usano la parola «negro» sono razzisti. Dobbiamo però capire che le parole e le denominazioni — perfino quelle che in origine erano semanticamente neutrali — possono essere compromesse o risultare offensive per altri e che un coerente antifascismo/antirazzismo richiede la rinuncia a una certa terminologia.
  • cliché: Foppa non ci risparmia alcun cliché sui sudtirolesi di lingua tedesca e sui secessionisti e poi si lamenta dei cliché sui sudtirolesi di lingua italiana. Ma che i dati confermati dal barometro linguistico dell’Astat, secondo cui un terzo dei cittadini di madrelingua italiana (ma solo il 5% dei cittadini di lingua tedesca) non parla l’altra lingua, difficilmente potrà essere chiamato un cliché.

Lo sanno bene i sudtirolesi. Per questo il piccolo gesto l’altro giorno in Consiglio, quando avete fatto togliere “altoatesino” dal testo italiano mi ha spaventata.

Dass die Forderung von der »falschen Seite« und mit »verdeckter Intention« kommt, tut in der Essenz nichts zur Sache. Es geht hier mehr um politische Korrektheit, denn um Aufoktroyierung. Man hätte der Forderung inhaltlich ja auch zustimmen und die eventuell andersgelagerten Motive dafür (politische Korrektheit, Antifaschismus) kommunizieren können. Somit hätte man den politischen Gegner entzaubert und gleichzeitig das – in einem internationalen Geiste – »Richtige« getan. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an einen Aufsatz, den die großartige Lidia Menapace für Politika 10 – Das Südtiroler Jahrbuch für Politik geschrieben hat, in dem sie erklärt, warum sie – wie im Übrigen auch die Verdi Grüne Vërc selbstkonsequent Sudtirolo und nicht Alto Adige verwendet.

Che la richiesta provenga dalla «parte sbagliata» e con «intenzioni mascherate» è essenzialmente ininfluente. Si tratta più di correttezza politica che di un’imposizione. Quindi si poteva aderire alla mozione comunicando le proprie motivazioni (correttezza politica, antifascismo), smascherando l’avversario politico ma facendo comunque la cosa «giusta». In questo contesto mi viene in mente un contributo della grandissima Lidia Menapace per l’annuario Politika 10, in cui spiegava le ragioni per cui — come anche i Verdi Grüne Vërc stessi — usava solo il termine Sudtirolo e mai Alto Adige.

Nachtrag:
Einen demokratischen Entscheid, der sich nur auf den amtlichen Gebrauch bezieht, mit dem Diktat eines totalitären Regimes zu vergleichen, das die historischen Ortsnamen und die deutsche Sprache in allen Lebensbereichen verbieten wollte (und großteils verboten hat) ist absurd. Sind folglich auch die Katalanen, Aostaner, Grönländer, Südafrikaner und australischen Aborigines Revanchisten und auf einer Stufe mit (Franko-)Faschismus und Kolonialismus, da sie genau das getan haben, was auch der Südtiroler Landtag mit seinem Beschluss gemacht hat?

Appendice:
È assurdo equiparare una decisione democratica, riferita al solo uso ufficiale di una denominazione, al dettato di un regime totalitario, che intendeva vietare i toponimi originali e la lingua tedesca in tutti gli ambiti (riuscendoci in gran parte). Quindi anche i catalani, gli aostani, i groenlandesi, i sudafricani e gli aborigeni australiani sono sullo stesso piano di (franco-)fascisti e colonialisti, perché hanno fatto la stessa identica cosa che ha fatto anche la dieta sudtirolese con la sua decisione di evitare il termine «altoatesino»?

Badate bene che ripagare le umiliazioni subí­te con ulteriori umiliazioni, non porta a nulla se non a nuovi conflitti.

Zustimmung. Aber wo ist die Erniedrigung?

D’accordo. Ma quale sarebbe l’umiliazione?

Vi serve probabilmente per accumulare consensi per il vostro progetto secessionista. Ma il prezzo che dobbiamo pagare noialtri, che vogliamo solo pacificamente vivere, capire, fruire la nostra composita e curiosa convivenza, è troppo alto.

Non voglio pagarlo.

Und ich möchte nicht den Preis dafür bezahlen, dass vermeintlich weltoffene Menschen, die von Klischees und Ignoranz geprägte Kampagnen einer Zeitung mittragen, indem sie Öl ins Feuer der Ewiggestrigen schütten.

E io non vorrei pagare il prezzo per chi, ritenendosi persona particolarmente aperta, sostiene le campagne basate su cliché e ignoranza di un certo giornale.

E non credo di essere sola in questo.

Der Text hat bestimmt dazu beigetragen, dass noch mehr Menschen ein undifferenziertes Bild haben und sich in ihrer Haltung bestätigt fühlen.

Il testo ha certamente contribuito a promuovere una visione superficiale delle cose e a confermare molte persone nei loro pregiudizi.

Siehe auch/Vedi anche:

Faschismen Föderal+Regional Geschichte Kohäsion+Inklusion Medien Nationalismus Ortsnamen Plurilinguismo Politik Selbstbestimmung Zentralismus | Sprachbarometer Zitać | Brigitte Foppa | AA | Euregio Südtirol/o | politika STF SVP Vërc | Deutsch Italiano

Grüne gegen falsche Doktoren.

Es ist eine Praxis, die mir jedesmal die Zornesröte ins Gesicht treibt. Nicht etwa, weil ich Titeln eine so große Bedeutung beimesse, sondern weil das Führen eines falschen Doktortitels unredlich, eine ungeheuerliche Anmaßung, eine Respektlosigkeit den echten Doktoren gegenüber und beileibe kein Kavaliersdelikt ist. Wie in den meisten anderen Ländern auch ist in Italien der Missbrauch akademischer Titel (laut Art. 498 des Strafgesetzbuches – Usurpazione di titoli o di onori) eine Straftat. Dabei macht es keinen Unterschied, ob ich mir als Nicht-Akademiker unrechtmäßig einen Titel zulege oder als Universitätsabsolvent aus meinem Master einen Doktor mache. Beides ist strafbarer Missbrauch und eine Vortäuschung falscher Tatsachen.

Dennoch schmücken sich auch hierzulande zahlreiche Menschen – vielfach auch Politiker – mit akademischen Lorbeeren, die sie niemals errungen haben. Man studiert in Österreich, schließt sein Studium als Master, Magister oder gar “nur” Bachelor ab, lässt sich den Titel in Italien als “dottore” anerkennen und schreibt dann genüsslich Dr. vor seinen Namen und lässt sich völlig schamlos als solcher ansprechen.

Dabei ist der (international umstrittene weil eben widersprüchliche) italienische Titel “dottore” (dott. bzw. dott.ssa) keinesfalls äquivalent zum deutschen “Doktor” (Dr.). Ein Doktortitel bzw. Ph.D. (Promotion) entspricht vielmehr dem italienischen “Dottore di ricerca” (Dott. Ric.). Gewöhnliche Studienabschlüsse wie Magister, Master oder Bachelor (Sponsion) müssten also entweder mit den entsprechenden deutschen Abkürzungen (Mag., M.A., B.A. usw.) gekennzeichnet oder als italienischer dott. geführt werden.

Auf der Webseite der Uni Bozen wird sogar explizit auf die Unrechtmäßigkeit der in Südtirol gängigen Praxis hingewiesen:

Zu beachten ist, dass der italienische Grad “dottore” (Dott.) in Deutsch nicht mit “Doktor” (Dr.) übersetzt werden darf. Der Grad “Doktor” steht nämlich nur den Absolventen eines Doktoratsstudiums (PhD) zu.

Laut TAZ möchten die Grünen dem Brennerdoktor nun glücklicherweise den Garaus machen. In einem Beschlussantrag fordern sie die längst überfällige intellektuelle Redlichkeit ein. Warum das nicht schon früher jemandem eingefallen ist, bleibt ein Rätsel (Ein Schelm …).

Wie selbstverständlich die Anmaßung und gleichzeitig unausgeprägt das Unrechtsbewusstsein diesbezüglich in Südtirol ist, mussten die Grünen bei ihrem Unterfangen am eigenen Leib erfahren. Der Beschlussantrag war nämlich unterzeichnet mit Dr. Heiss, Dr. Dello Sbarba, Dr.in Foppa. Der einzige, der jedoch tatsächlich promoviert hat, ist der Historiker Hans Heiss.

Darauf angesprochen meint dott.ssa Brigitte Foppa in der Tageszeitung:

Was soll ich sagen, ich habe schon so oft darum gebeten, dass man die Titel unter unseren Anträgen weglässt. Aber sogar auf den Türschildern schreibt man uns falsch.

Tatsächlich wird auf den Internetseiten der Landesregierung und des Landtages kein einziger der Politiker, die ein Studium abgeschlossen haben, mit einem niedrigeren Titel als Dr. geführt. In der Landtagsbiographie von Brigitte Foppa steht zu lesen, dass sie promoviert habe. Auf Nachfrage von berichtet Foppa von einem Kampf gegen Windmühlen:

Immer dieselbe Geschichte. Ich verwende seit Jahren meinen dottoressa-Titel, den ich in Italien erworben habe. Immer wieder wird das als Dr. wiedergegeben. Im Lande waren wir schon lang dazu übergegangen, dies in Selbstkorrektur zu ändern. aber es wird immer vom System “richtig gestellt”. Nichts zu machen.

Foppas Biographie ist mittlerweile korrigiert, wenngleich sie immer noch als L. Abg. Dr. Brigitte Foppa aufscheint. Der schleißige Umgang mit Titeln und Begrifflichkeiten zieht sich durch sämtliche Biographien der Landespolitiker. So liest man beispielsweise bei Veronika Stirner (SVP), sie habe anschließend an die Matura ein “Doktorat in Modernen Sprachen und Literatur” gemacht, obwohl sie laut italienischer Biographie “nur” eine Laurea zur dottoressa vorweisen kann.

Laut Wikipedia dürften sich nur zwei der derzeitigen 35 Landtagsabgeordneten als Doktor bezeichnen, während sich jedoch ganze 15 unrechtmäßig als solche ausgeben. In der Landesregierung sieht es – ebenfalls laut Wikipedia – nicht viel besser aus:

Seit 2014 führen sechs der acht Regierungsmitglieder in deutschsprachigen Texten Dr. und auf Italienisch dott. bzw. dott.ssa vor dem Namen. Darunter ist mit Martha Stocker eine Doktorin, die restlichen fünf führen den Dr. aufgrund italienischer Laureats- oder österreichischer Magisterabschlüsse.

Bleibt also zu hoffen, dass sich die Politiker auf Basis des grünen Antrages die Doktortitel endlich selbst aberkennen und dieser unwürdigen Praxis generell ein überfälliges Ende bereiten.

Bildung Medien Recht | Zitać | Brigitte Foppa Hans Heiss Riccardo Dello Sbarba | TAZ | | Freie Universität Bozen SVP Vërc | Deutsch

Landtag doch für Menschenrechte.

Nach über zwei Jahren hat sich der Südtiroler Landtag heute wieder mit dem Thema Selbstbestimmung befasst und dabei die Gelegenheit wahrgenommen, zwei skandalöse Fehlentscheidungen von damals zu korrigieren.

Dass die Abtrennung Südtirols von Österreich vor bald 100 Jahren ein Unrecht gewesen sei, hatten im Mai 2012 noch 22 (gegen zwölf) Abgeordnete abgelehnt, während dieser Aussage heute 31 Landtagsabgeordnete (also 97%) zustimmten. Allein der Postfaschist Urzì (wer sonst?) blieb bei seiner ablehnenden Haltung. Die Annexion unseres Landes war für unser Landesparlament also noch 94 Jahre nach Ende des ersten Weltkriegs rechtmäßig, 96 Jahre danach hingegen nicht mehr. Besser eine verspätete als gar keine Einsicht, möchte man sagen.

Spannender wird es beim Selbstbestimmungsrecht der Völker: Mit elf Ja- und 24 Gegenstimmen hatte der Landtag diesen in den Menschenrechtspakten enthaltenen Grundsatz vor zwei Jahren abgelehnt. Man muss es sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: Ein demokratisches Parlament lehnt ein Menschenrecht ab, und das nur, weil der Antrag von der »falschen« Partei kam. Heute besann man sich eines besseren und nahm auch diesen Punkt mit 26 Ja- und sechs Gegenstimmen an, womit eine schwarze Seite der Südtiroler Demokratie beendet wurde. Nun hebt sich unser Land sogar wieder von Nordkorea, China und Iran ab.

Gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker stimmten auch diesmal wieder die Südtiroler Grünen, die dies (Brigitte Foppa) unter anderem damit begründeten, dass sie den »Volks«-Begriff nicht mögen. Dann sind sie wohl auch gegen das Völkerrecht, Volksabstimmungen und fahren grundsätzlich keinen Volkswagen.

Wie vor zwei Jahren lehnte es der Südtiroler Landtag auch diesmal ab, das Selbstbestimmungsrecht auszuüben respektive mit dem italienischen Staat in entsprechende Verhandlungen zu treten. Dies sei nicht realistisch, verlautete es einmal mehr aus der SVP, die somit hierzulande jene Rolle einnimmt, die andernorts die Zentralstaaten übernehmen müssen. Philipp Achammer (SVP) sagte, für seine Partei sei die Autonomie nicht am Ende — nur: ob es auch die Südtirolerinnen und Südtiroler so sehen, will man offenbar erst gar nicht wissen.

Grundrechte Politik Recht Selbstbestimmung | Good News | Alessandro Urzì Brigitte Foppa Philipp Achammer | | Österreich Südtirol/o | BürgerUnion Freiheitliche PD&Co. PDL&Co. STF Südtiroler Landtag SVP TK-5SB/M5S Vërc | Deutsch