Biancofiore fordert Verbot der STF.

Michaela Biancofiore (FI) soll sich in einer Anfrage an Innenminister Matteo Salvini (Lega) und Außenminister Enzo Moavero Milanesi nach deren Absicht erkundigt haben, die Süd-Tiroler Freiheit zu verbieten. Dies berichtet die Neue Südtiroler Tageszeitung. Wenn Sven Knoll und seine Bewegung lieber in Deutschland leben würden, sollten sie [dorthin] gehen, so die Südtiroler Parlamentarierin.

Anlass für Biancofiores Echauffement soll diesmal ein Beschlussantrag der STF im Landtag gewesen sein, mit dem die Partei die Wiedereinführung des Josefitags bei gleichzeitiger Abschaffung des Tags der italienischen Republik als Feiertag in Südtirol gefordert hatte.

Nicht nur als Sezessionist, sondern ganz allgemein als Demokrat finde ich Biancofiores — um die Aufforderung zur Auswanderung erweiterte — faschistoide Auffassung besorgniserregend. Umso mehr, als sie regionale Koordinatorin jener Partei ist

  • mit der die Südtiroler Volkspartei zur Europawahl antritt und
  • deren Vizepräsident erst vor wenigen Tagen durch die Verharmlosung von Benito Mussolini aufgefallen war.

Siehe auch:

Democrazia Faschismen Grundrechte Medien Nationalismus Politik Selbstbestimmung | Europawahl 2019 | Antonio Tajani Michaela Biancofiore Sven Knoll | TAZ | Italy Südtirol/o | Lega PDL&Co. STF Südtiroler Landtag SVP | Deutsch

Tajani: Wer ist der Weggefährte der SVP?

Der Obmann der Südtiroler Volkspartei gibt also an, dem EP-Präsidenten Antonio Tajani (FI) zu glauben, wenn der sich von seinen eigenen, den Faschismus verharmlosenden Aussagen über Diktator Benito Mussolini wieder distanziert. Man schätze Tajani sehr und halte seine Aussagen für »verwunderlich«, so Philipp Achammer laut TAZ.

Aber wer wird da von der SVP sosehr geschätzt und wie verwunderlich ist Tajanis Interview wirklich?

  • Schon als Jugendlicher soll der heutige EP-Präsident mit der extremen Rechten sympathisiert und sich an Straßenschlachten gegen Linke beteiligt haben.
  • Zudem hat er angeblich an Solidaritätsdemonstrationen für den Carabinieri-General und späteren MSI-Abgeordneten Giovanni De Lorenzo teilgenommen, als aufgeflogen war, dass der einen Putsch geplant hatte.
  • Tajani trat der monarchistischen Partei Stella e Corona bei, die dann in der neofaschistischen MSI aufging; zudem war er Mitglied der monarchistischen Vereine Gioventù Monarchica Italiana und (anschließend) Unione Monarchica Italiana. Von Anfang an und bis zuletzt setzte er sich für die Rückkehr der Mitglieder des italienischen Königshauses ein, obwohl die Monarchie einen wesentlichen Beitrag zu Aufstieg und Bestand des Faschismus geleistet hatte.
  • Noch vor wenigen Tagen (nach dem umstrittenen Interview mit Radio24!) behauptete Tajani, er könne als Monarchist gar kein Faschist sein, da es der König gewesen sei, der den Faschismus zu Fall gebracht habe. Allerdings tat der Monarch dies erst, als es zu spät war — und nicht, als Mussolini die Demokratie abschaffen oder die Rassengesetze beschließen ließ.
  • Am diesjährigen Gedenktag für die — italienischen — Opfer der Karsthöhlen sorgte Tajani in Basovizza/Bazovica (Triest) mit Aussagen für Aufsehen, die mit seiner Rolle als Präsident des Europäischen Parlaments nur schwer vereinbar sind:

    Viva Trieste, viva l’Istria italiana, viva la Dalmazia italiana, viva gli esuli italiani, viva gli eredi degli esuli italiani e viva coloro che, in ogni momento, indossando un’uniforme, difendano la patria, ma difendono soprattutto i valori della nostra Italia. Viva sempre la nostra patria, viva l’Italia.

    Hoch lebe Triest, hoch lebe das italienische Istrien, hoch lebe das italienische Dalmatien, hoch leben die italienischen Geflüchteten, hoch leben die Erben der italienischen Geflüchteten und hoch leben jene, die zu jedem Zeitpunkt, eine Uniform tragend, das Vaterland, aber vor allem die Werte unseres Italien verteidigen. Hoch lebe immer unser Vaterland, hoch lebe Italien.

    Übersetzung:

  • A propos Uniform: Tajani selbst hatte zunächst eine Karriere beim italienischen Militär begonnen und schaffte es bis zum Offizier der Luftstreitkräfte. Er zog dann aber den Journalistenberuf vor. Ab 1983 war er in der besonders weit rechts anzusiedelnden Hauptstadtredaktion des konservativen Giornale von Silvio Berlusconi tätig — deren Leitung er 1991 übernahm. Dort veröffentlichte er unter anderem Artikel gegen den Antimafiastaatsanwalt Giovanni Falcone.
  • In einer Aufstellung, die die European Parliament Intergroup on LGBTI Rights Anfang 2017 auf der Grundlage des Abstimmungsverhaltens im EU-Parlament erstellt und publik gemacht hat, erreichte Tajani nur einen von fünf Sternen, da er zu fünf LGBTIQA-Themen nur eines unterstützte, nämlich die Ächtung der Todesstrafe für Homosexuelle.
  • Im unmittelbaren Anschluss an das katalanische Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 ließ er wissen, welches (turbo-)nationalistische EU-Bild er hat:

    L’unità delle patrie nazionali è garanzia di stabilità, e senza stabilità non possiamo assicurare un futuro all’Europa. […] Non si difende la bandiera europea distruggendo quella nazionale.

    Die Einheit der nationalen Vaterländer ist eine Garantie für die Stabilität, und ohne Stabilität können wir Europa keine Zukunft sichern. […] Man verteidigt die Flagge Europas nicht, indem man die Nationalflagge zerstört.

    Übersetzung:

  • Im Oktober 2018 kritisierte Tajani das Bürgerinnengeld der 5SB und der blaugelben Regierung in Italien damit, dass das Geld in den Brieftaschen von Roma und Ausländerinnen landen werde.

Alles in allem scheint die Verharmlosung des italienischen Faschismus — die auch seinem politischen Ziehvater Silvio Berlusconi keineswegs fremd ist — in diesem biographischen Kontext nicht sehr »verwunderlich«. Nach der Koalition mit der Lega und dem Wahlbündnis mit Michaela Biancofiore werden die SVP-Wählerinnen nun aber schon auch diese Kröte schlucken.

Wer Herbert Dorfmann (SVP) wählen will, muss dann halt auch die Einheit der nationalen »Vaterländer« unterstützen.

Siehe auch:

Democrazia Faschismen LGBTQIA Medien Militär Nationalismus Politik Racism Recherche Roma+Sinti Transparenz | Europawahl 2019 Zitać | Antonio Tajani Herbert Dorfmann Michaela Biancofiore Philipp Achammer Silvio Berlusconi | l'Espresso TAZ | Europa Italy Südtirol/o | 5SB/M5S EU EVP Lega PDL&Co. SVP | Deutsch Italiano

Die Erfassung der Roma und der Proporz.

Michaela Biancofiore (FI) ist wirklich nichts zu dumm. Jetzt will sie auch noch aus der Ankündigung des rechtsradikalen Innenministers Matteo Salvini (Lega), Roma und Sinti polizeilich erfassen zu lassen, politisches Kleingeld schlagen, indem sie die rassistische Maßnahme mit dem Südtiroler Proporzsystem in Verbindung bringt.

Doch wie wir wissen, ist nicht alles ein Vergleich, was hinkt. Ganz besonders in diesem Fall, denn die (durchaus nicht über Kritik erhabene) Zugehörigkeits- bzw. Zuordnungserklärung zu einer Sprachgruppe in Südtirol

  • betrifft erstens alle Bürgerinnen, während Salvini eine Ad-Hoc-Maßnahme vorschwebt, die ziemlich unverhohlen gegen eine ohnehin schon diskriminierte Minderheit gerichtet ist;
  • ist zweitens frei, individuell und (weitgehend) geheim; sie wird auch keineswegs auf ihren Wahrheitsgehalt (Sprachkenntnis etc.) überprüft;
  • ist drittens Bestandteil eines komplexen Minderheitenschutzsystems, das konzipiert wurde, um die Sprachgemeinschaften vor Diskriminierung zu schützen — und nicht, um ihre Ausgrenzung zu betreiben.

Hätte Salvini erklärt, er möchte die Zahl von Roma und Sinti in Italien (geheim) erheben lassen, um ihnen proportional zu ihrer zahlenmäßigen Konsistenz öffentliche Stellen, Wohnungen und Fördergelder zukommen zu lassen, würde ihm sicher niemand rassistische Absichten unterstellen. Nachdem er die Erfassung jedoch mit Abschiebungen und pauschalisierenden Vorurteilen in Verbindung gebracht hat, sieht die Lage etwas anders aus.

Minderheitenschutz Politik Racism Roma+Sinti | Sprachgruppenproporz | Matteo Salvini Michaela Biancofiore | | | Lega PDL&Co. | Deutsch

Lega. Really, Pöder?

Der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder von der BürgerUnion (BU) empfiehlt also nicht wie die Freiheitlichen und die Süd-Tiroler Freiheit, am Sonntag weiß oder ungültig zu wählen, sondern: die Lega.

Dass der Südtiroler Pegida-Fan mit Salvinis Partei an sich kein Problem hat — geschenkt! Doch wer die Lega ankreuzt, wählt eine Koalition mit Silvio Berlusconi (Michaela Biancofiore) und dem Postfaschismus (Alessandro Urzì) gleich mit, die Südtirol immer schon an den Kragen wollte.

Mit Sovranità – prima gli italiani gab es sogar schon ein Bündnis zwischen Lega und der offen faschistischen CasaPound, dessen Wiederbelebung Salvini eigenen Aussagen zufolge nicht ausschließt, wenn sie ihm hilft, an die Macht zu kommen.

Wer das Symbol mit Alberto da Giussano ankreuzt, stimmt also nicht »nur« für die Eindämmung von Migration — was zumindest aus BU-Sicht noch verständlich erscheint —, sondern je nach Bündnispolitik auch für all das, wogegen einst die Südtirolautonomie erkämpft und umgesetzt wurde. Und nicht zuletzt für Renationalisierung,  EU- und Euro-Austritt.

Gewissermaßen ein Schuss ins eigene Knie.

Siehe auch:

Faschismen Migraziun Nationalismus | Parlamentswahl 2018 | Andreas Pöder Matteo Salvini Michaela Biancofiore | | | BürgerUnion EU Lega PDL&Co. | Deutsch

Nuff said.
Quotation 404

Wahnsinn. Das Vorgehen der Polizei gegen einfache Menschen mit erhobenen Händen erzeugt Gänsehaut. Das sind Szenen, die das gemeinsame Europa mit seinem Traum von Frieden, Wohlstand und Freiheit dachte, für immer ausgemerzt zu haben.

Die Südtiroler Parlamentarierin Michaela Biancofiore (Forza Italia), die für gewöhnlich nicht gerade für ihre Feinfühligkeit bekannt ist, verurteilt die Polizeigewalt in Katalonien entschieden. Die EU-Kommission und die Südtiroler Grünen tun das nicht. Mehr muss man nicht sagen.

Democrazia Grundrechte Politik Polizei Selbstbestimmung | Zitać | Michaela Biancofiore | | Catalunya | EU PDL&Co. Vërc | Deutsch

Ortsnamen: SWZ für Appeasement.
Chefredakteur Pfeifer weiß, was »das echte Südtirol« will

Seite eins der heute erschienenen Südtiroler Wirtschaftszeitung (SWZ Nr. 11/2017) füllen zwei Leitartikel, in denen Chefredakteur Christian Pfeifer (auf Italienisch) und sein Vorgänger Robert Weißensteiner (auf Deutsch) für eine Appeasementpolitik in der Ortsnamenfrage plädieren.

Cristian Kollmann (STF), den Moderator Massimo Giletti kürzlich in seine dümmliche Arena eingeladen hatte, um unter anderem mit Michaela Biancofiore (FI) und Alessandro Urzì (AAnC) über Toponomastik und faschistische Relikte zu diskutieren, stelle nicht die Südtiroler Mehrheitsmeinung dar. Er habe bei der letzten Landtagswahl ja auch nur 897 Vorzugsstimmen erhalten.

Und überhaupt: In der Ortsnamenfrage sei die Politik »Lichtjahre« von der Meinung der Bürgerinnen entfernt. Statt Provokateure wie Kollmann solle man lieber ihn — Christian Pfeifer — in eine Sendung einladen, biedert sich der Chefredakteur an, denn er könnte den Italienerinnen das »echte Südtirol« erklären.

Nun weiß ich nicht, was für Herrn Pfeifer das echte Südtirol ist. Aber das, was er in seinem Artikel (Titel: «Brutta figura») beschreibt, ist es ganz sicher nicht. Denn eins steht fest: Zur Haltung in der Ortsnamenfrage gibt es repräsentative Daten des Astat — und die sprechen nicht dafür, dass die Südtirolerinnen mehrheitlich an Tolomei festhalten möchten. Im Gegenteil: Nur 41,9% (und gar nur 28,6% der Deutschsprachigen) waren demnach im Erhebungsjahr 2014 dafür, dass Orts- und Flurnamen in Südtirol eine Übersetzung brauchen.

Klar ist: Im Namen der Südtirolerinnen sprechen kann niemand, außer sie selbst. Weder Provokateur Cristian Kollmann, noch Chefredakteur Christian Pfeifer.

Siehe auch:

Kohäsion+Inklusion Medien Ortsnamen Politik | | Alessandro Urzì Christian Pfeifer Cristian Kollmann Ettore Tolomei Michaela Biancofiore Robert Weißensteiner | Rai SWZ | Südtirol/o | Astat PDL&Co. STF | Deutsch

Ostentare le magliette.

Ancora una volta, oggi, l’A. Adige fa l’elenco delle supposte provocazioni etniche degli ultimi tempi, fra cui — oltre alla Convenzione «appaltata» alla «destra tedesca» o alla sostituzione del termine «altoatesini» — cita, ancora una volta «la maglietta della nazionale tedesca ostentata dall’Obmann Philipp Achammer» la sera della partita Italia-Germania.

Sembra che il quotidiano (che spesso e volentieri strizza l’occhio a CasaPound), con l’aiuto dei Verdi e di Francesco Palermo, stia costruendo una nuova campagna per disintegrare la convivenza.

In merito al «fallo» di Philipp Achammer mi piacerebbe però sapere: mentre non la si smette di criticare un ragazzo che da casa — in occasione di una partita — posta una foto su un social network, quale e di quale intensità  fu esattamente la critica mossa a quella deputata che usò le magliette della nazionale italiana per una campagna elettorale (e quindi a scopi direttamente politici)?

Oppure vogliamo ammettere che ci sono squadre che — in quanto rappresentative di una certa «nazione» — vanno bene e squadre che invece, anche nel tifo, non vanno bene affatto e la simpatia per le quali va dunque aggredita frontalmente?

Team Azzurro.

Da notare, fra parentesi, il bellissimo dettaglio della mano del fotografo.

Faschismen Kohäsion+Inklusion Medien Nationalismus Politik Sport | | Francesco Palermo Michaela Biancofiore | AA | Südtirol/o | PDL&Co. SVP Vërc | Italiano

Nazionalismo di sinistra.

È risaputo che la sinistra italiana, diversamente da quella di altri paesi europei, non si discosta molto dalla destra in quanto a nazionalismo. In Sudtirolo ne abbiamo un esempio lampante con Guido Margheri (SEL), che riesce a mettersi sempre in prima fila quando si tratta di far politica etnica sotto il mantello del plurilinguismo, dell’apertura mentale, del multiculturalismo.

  • Nel 2009 era stato lui a presentare un esposto alla magistratura per la questione della segnaletica di montagna. Incalzato sul monolinguismo di poste, ferrovie o polizia — mai oggetto del suo interessamento, né prima né dopo  — la sua reazione fu evasiva e di insofferenza.
  • Per quanto riguarda l’adunata degli Alpini (corpo dell’esercito italiano) a Bolzano, non solo non s’è udita alcuna nota critica da parte di Margheri. La sinistra pacifista dovrebbe avere qualche difficoltà con una manifestazione di questo tipo. Invece, commentando su facebook un articolo dedicato a una loro supposta «vittoria per tre a zero», scrisse perfino:

    …un buon pezzo…il campionato però è ancora da completare e vincere…

  • In occasione della manifestazione indipendentista di Merano, non sostenuta da , emise un comunicato stampa nel quale, insinuando contraddizioni inesistenti, affermò che

    O si è per lo Statuto, la convivenza, l’autonomia, la Costituzione, l’Europa dei popoli o si sta con chi ha manifestato a Merano. Tertium non datur.

Oggi sul quotidiano A. Adige è apparso un fondo di Margheri, nel quale chiede la cancellazione di norme fondamentali per la tutela delle minoranze nei confronti dello stato nazionale, senza alcuna proposta alternativa: superamento dell’articolo 19 dello statuto (educazione in lingua materna), eliminazione dei quattro anni di residenza, cancellazione della proporzionale, alla pari del «suo» deputato Florian Kronbichler. Posizioni indistinguibili da quelle di Urzì e Biancofiore. Come Kronbichler, inoltre, si compiace del mancato ritiro, da parte del governo centrale, dell’impugnazione nei confronti della legge sulla toponomastica, approvata dall’SVP e dal PD con l’astensione dei «cugini» verdi di SEL. Perché il mantenimento di quasi tutta la toponomastica di origine fascista non è sufficiente; come all’epoca della segnaletica di montagna, probabilmente, Margheri s’impegnerà per il mantenimento del prontuario tutto. Fino all’ultimo ruscello.

Faschismen Kunst+Cultura Medien Militär Nationalismus Ortsnamen Politik Zentralismus | Sprachgruppenproporz Zitać | Alessandro Urzì Florian Kronbichler Guido Margheri Michaela Biancofiore | AA | Südtirol/o | Alpini PD&Co. | Italiano