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SSW schafft Sensation.

Bei der heutigen Bundestagswahl gelang dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit — zum ersten Mal seit 1949 — der Sprung ins Parlament. Die Partei der dänischen und friesischen Minderheit ist von der 5%-Hürde befreit, weshalb es reicht, dass sie die für einen Sitz notwendigen Stimmen auf sich vereint. Da dies nach 1949 nicht mehr gelang, trat das Bündnis seit 1961 nicht mehr zu Bundeswahlen an.

Sollte sich diesmal der Traum des Wiedereinzugs verwirklichen, will der SSW im Bundestag als Sprachrohr aller Minderheiten auftreten, um ihren Anliegen Sichtbarkeit zu verleihen.

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Gleichberechtigung für Gehörlose in Südtirol.
Gleichstellungsrätin

Am letzten Sonntag im September findet alljährlich der Tag der Gehörlosen statt. Dies nahm die Südtiroler Gleichstellungsrätin Michela Morandini nun zum Anlass, die Anerkennung der Gebärdensprache für deutschsprachige Menschen mit Hörschädigung zu fordern.

Die Pandemie habe in Südtirol bereits bestehende Barrieren verschärft. In manchen Phasen sei der Zugang zu Informationen für Menschen mit Hörschädigung erheblich erschwert gewesen, da sie teils nicht in Gebärdensprache angeboten worden seien. Die Einführung der Maskenpflicht habe ferner das Lippenlesen erschwert.

Am 19. Mai hatte Italien mit erheblicher Verspätung die italienische Gebärdensprache gesetzlich anerkannt. Darauf aufbauend gelte es nun in Südtirol auch die Anerkennung der Gebärdensprache der deutschsprachigen Menschen mit Hörschädigung anzugehen, um Barrieren zu beseitigen und Inklusion und Teilhabe zu gewährleisten, so Morandini.

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Puigdemont auf Sardinien festgenommen.
Repression

Der ehemalige katalanische Präsident und jetzige EU-Abgeordnete Carles Puigdemont (JxC) wurde gestern von der italienischen Polizei auf Sardinien verhaftet, kurz nachdem er am Flughafen von L’Alguer (Alghero) angekommen war. Er hätte in der katalanischen Stadt der Insel an einer Kulturveranstaltung teilnehmen sollen — geplant waren außerdem ein Treffen mit dem Bürgermeister und eines mit dem sardischen Präsidenten.

Erst kürzlich hatte der EuGH klargestellt, dass die Haftbefehle gegen Puigdemont, der von Spanien wegen des Unabhängigkeitsreferendums von 2017 gesucht wird, aufgehoben seien. Seitdem war der ehemalige Präsident unbehelligt in mehrere EU-Länder gereist.

In Italien aber ticken die Uhren wieder einmal anders. Puigdemont verbrachte die Nacht im Gefängnis, voraussichtlich heute wird er einer Richterin zur Haftprüfung vorgeführt. Sein Verteidiger, Menschenrechtsanwalt Gonzalo Boye, bezeichnete das Vorgehen der italienischen Behörden als illegal und besorgniserregend.

Nachtrag vom 24.09.2021: Puigdemont konnte das Gefängnis inzwischen wieder verlassen, muss aber am 4. Oktober vor Gericht erscheinen. Entgegen ersten Verlautbarungen muss er in der Zwischenzeit nicht auf Sardinien bleiben, sondern darf sich in der gesamten EU frei bewegen.
Bei seiner Haftentlassung waren der sardische Präsident und der Regionalratspräsident anwesend, die ihm so ihre Unterstützung zeigen wollten.

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Legaler Wahlbetrug.

Die italienische politische Kultur ist wieder um eine Facette reicher: Fake-Kandidaturen, Köderlisten und Parteiwechsel waren gestern. Die Zukunft gehört dem Spitznamen.

Der rechte Kunstkritiker und Selbstdarsteller (sowie Präsident des MART von Rovereto) Vittorio Sgarbi tritt zur anstehenden Gemeindewahl in Rom mit der eigenen Liste Rinascimento Sgarbi Michetti Sindaco Cambiamo Roma an, die zusammen mit Lega, FdI, FI und anderen den Bürgermeisterkandidaten Enrico Michetti unterstützt.

In jedem Bezirk wurde dabei je zwei Kandidatinnen der Spitzname Sgarbi bzw. Michetti verpasst, zum Beispiel im 8. Bezirk:

  • Ettore de Vito detto Sgarbi
  • Giampiero Leonardi detto Michetti

Der betrügerische Zweck ist durchsichtig: Viele Wählerinnen wissen nicht, dass Vittorio Sgarbi und Enrico Michetti in ihrem Municipio gar nicht antreten. Schreiben sie »Sgarbi« oder »Michetti« auf den Wahlzettel, werden nun die Vorzugsstimmen automatisch den in jedem Bezirk ad hoc Sgarbi und Michetti getauften Kandidatinnen auf Sgarbis Liste angerechnet.

In Italien werden Kandidaturen leider nicht streng überprüft und bei offensichtlicher Täuschungsabsicht von den Wahlen ausgeschlossen, wie dies in anderen Ländern geschieht.

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Toponomastica banale.

Nel suo libro sul nazionalismo banale, il professore emerito Michael Billig (University of Loughborough) descrive la sostituzione del Dinaro con la Kuna da parte della Croazia di Franjo Tudjman nel 1994. Il termine kuna in croato significa martora, la cui pelliccia veniva in passato utilizzata come merce di scambio. Tuttavia, anche la moneta della Croazia collaborazionista, dal 1941 al 1945, si chiamava Kuna. Billig sostiene che il mantenimento, o la reintroduzione, del nome Kuna equivale a una banalizzazione simbolica del passato e quindi anche delle vittime del nazismo.

In questo modo, la tradizione, inclusa l’eredità nazista, non viene né consciamente rimembrata né dimenticata, ma preservata nella vita quotidiana.

– Michael Billig

Traduzione mia

Ecco, analogamente quando in Sudtirolo si giustifica la permanenza dei toponimi inventati e imposti dal fascismo dicendo che chi oggi li usa non lo fa di solito pensando all’italianizzazione di questa terra, il problema a mio avviso è il medesimo: ci troviamo di fronte a una banalizzazione e conservazione più o meno inconsapevole di un’ingiustizia, che in assenza di un intervento risolutivo viene costantemente perpetuata.

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Chronische SaniBook-Malaise.

Leider muss ich auf das Thema zurückkommen, da wenige Tage nach meiner ärgerlichen SaniBook-Erfahrung auch meine Partnerin einen Termin vormerken musste. Bei der Einrichtung der App auf ihrem Handy wurde ihre ausländische Rufnummer (EU) zwar akzeptiert, eine Kurzmitteilung mit Bestätigungscode wollte aber partout nicht eintreffen. Sie musste schlussendlich auf meine +39-Nummer ausweichen, womit aber auch ihre Termininformationen bei mir eintreffen.

Weil mir ja ausdrücklich gesagt worden war, man freue sich über Feedback, meldete sie das Problem mit der dafür vorgesehenen App-Funktion und bat um eine Lösung.

Wenig später traf die Antwort von Saim (saim[at]sabes.it) ein, offenbar wieder vom selben Mitarbeiter, der auch mir geschrieben hatte (und den man angeblich sensibilisiert hatte): sie solle sich bitte unter der gebührenfreien Rufnummer 800 751 751 melden. Schade nur, dass man sich dort über diese Weiterleitung völlig erstaunt zeigte: Wie sich herausstellte (und wie wir nicht rechtzeitig von selbst  verstanden hatten), entspricht die 800 751 751 der Covid-Auskunft. Ein technisches Problem mit dem SaniBook könne man leider nicht beheben, wie die etwas Deutsch sprechende Mitarbeiterin mitteilte.

Damit aber leider nicht genug: sie bat meine Partnerin, es doch bitte unter der 0471 435700 zu versuchen — also wieder die Covid-Auskunft, diesmal aber die kostenpflichtige Nummer.

Das Problem wurde natürlich nicht behoben.

Hinweis an den Gesundheitsbetrieb: Dieser Bericht ist ausdrücklich nicht eine Genehmigung, sensible persönliche Daten zu veröffentlichen.

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Trotzdem für Sudtirolo.
Quotation 671

Das neue, das aufgeschlossene Südtirol italienischer Zunge spricht von Sudtirolo. Schade, dass wir noch nicht so weit sind, das auch amtlich anzuerkennen. Ich hätte trotzdem dafür gestimmt.

Arnold Tribus, Herausgeber der TAZ, früherer grün-alternativer Landtagsabgeordneter, in seinem heutigen Leitartikel (Kontext)

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Wird Neuseeland zu Aotearoa?

Die Māoripartei Te Pāti Māori hat vor wenigen Tagen eine Onlinepetition gestartet, um Neuseeland in Aotearoa umzubenennen und bis 2026 sämtliche noch nicht wiederhergestellten Māori-Ortsnamen im Land der langen weißen Wolke zu veramtlichen. Wir sind im 21. Jahrhundert, die Zeit dafür sei gekommen.

In nur 36 Stunden wurde die Petition laut Te Pāti Māori von 40.000 Menschen unterzeichnet, nach zwei Tagen waren es bereits 50.000.

Der Name Aotearoa findet bereits breite amtliche Anwendung, so zum Beispiel auch auf den kürzlich hier thematisierten Reisepässen (deren Sprachreihung von Englisch-Māori auf nunmehr Māori-Englisch geändert wurde) oder auf den Banknoten.

Eine Petition zur Umbenennung von Neuseeland bzw. zur Durchführung eines entsprechenden Referendums hatte 2019 etwas mehr als 6.000 Unterschriften erhalten und war im selben Jahr von den Grünen ins Parlament eingebracht worden. Sie blieb erfolglos.

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