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Covid: Abgelehntes Verwaltungspersonal.

Sabes-Sanitätsdirektor Pierpaolo Bertoli hat Salto eine Stellungnahme zum Beitrag Die 2-Tages Quarantäne geschickt. In seiner Replik schildert Christoph Franceschini, dass LH Arno Kompatscher (SVP) bereits im Frühsommer angeboten hatte, das Personal für die Kontaktverfolgung und die Verwaltung der Quarantänemaßnahmen aufzustocken. Der Generaldirektor der Landesverwaltung, Alexander Steiner, habe — so Franceschini — eine Liste von 100 Landesbeamtinnen erstellt, die dem Gesundheitsbetrieb zu diesem Zweck für einen bestimmten Zeitraum hätten zur Verfügung gestellt werden können. Zudem war ein Amtsdirektor zur Koordinierung dieses Teams vorgesehen.

Dieser Vorschlag wurde – nach meinen Informationen – von den zuständigen Stellen in der Sanität abgelehnt. Von den 100 Personen wurden am Ende genau 5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen.

— Christoph Franceschini

Sollte diese Darstellung zutreffen, wäre das immer wieder — auch hier: — dokumentierte Desaster bei der Verwaltung von Infektionen und Quarantänen unentschuldbar.

Siehe auch:

Gesundheit Politik Service Public | Coronavirus Zitać | Arno Kompatscher Christoph Franceschini | Salto | Südtirol/o | Sabes SVP | Deutsch

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Impfung: Schlusslicht Südtirol?

Da ich allein zwischen gestern und heute mehrmals gelesen habe, dass Südtirol auf Staatsebene Schlusslicht beim Impfen gegen Covid-19 sei, veröffentliche ich auch hier den gestern bereits bei Twitter publizierten Faktencheck:

Südtirol befindet sich (genauer gesagt: befand sich gestern) demnach nicht am Ende der »Impfwertung«, sondern irgendwo im Mittelfeld. Das macht es zwar nicht wirklich erträglich — ehrlich gesagt geht es auch mir (z.B. im Vergleich zum Trentino) viel zu langsam. Wir sind aber halt auch nicht die Letzten.

Wie kommt das Missverständnis zustande? Die italienische Regierung setzt die erfolgten Verabreichungen in ihren offiziellen Tabellen nicht in Relation zur Bevölkerung, sondern ausschließlich zur Anzahl der gelieferten Impfdosen. Da Südtirol im Vergleich zu anderen Regionen — im Verhältnis zur Einwohnerzahl — (deutlich) mehr »Stoff« bekommen hat, landet es in dieser staatlichen Aufstellung auf dem letzten Platz.

Siehe auch:

Faktencheck Gesundheit Umfrage+Statistik | Covid-Stats | | | Italy Südtirol/o Trentino | Sabes | Deutsch

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In dieser Zeit del Covid…

Die STF weist auf eine weitere sprachliche Glanzleistung des Gesundheitsbetriebs (Sabes) hin. In einer Mitteilung mit dem Titel Informationen [zu] COVID-19 steht:

In dieser Zeit del COVID-19-Notstands ist es wichtig, dass die Impfungen in einme sicheren Umfeld vorgenommen werden. Zu diesem Zweck hat unser Dienst eine Reihe von Maßnahmen eingeführt und wir bittne Sie[,] diese zu respektieren.

  • Es ist empfohlen, dass da Kind nur von einem Elternteil begleitet wird. Es müssen chirurgische Masken getragen werde (auch für Kinder ad 6 Jahren). Schals oder andere[s] Gewebe [sic] zum Schutz von Nase und Mund werden gemäß den ministeriellen Angaben nicht als ausreichend angesehen.
  • Das Kind un seine Begleitung müssen gesind sein. Falls das Kind an den dem Impftermin vorangegangenen Tagen auch mnur leichte Symptome wie Fieber, Husten, Halsschmerzen aufweist, bitten wir Sie[,] di ELVS (einheitliche Landesvormerkungsstelle für Vorsorge) zu kontaktieren, um einen neuen Impftermin zu vereinbaren.
  • Die Termine sind so aufeinander abgestimmt, dass ain längerer Aufenthalt im Wartebereich vermieden wird, weswegen wir um größtmögliche Pünktlichkeit bitten[.]
  • Der Wartebereich is reorganisiert worden, um den Klienten [sic] eine angemessene zwischenmenschliche Distanz zu garantieren. Man bittet [Deutsch: Es wird/Sie werden gebeten][,] den Mindestabstand von 1 m einzuhalten.

Des Weiteren macht man darauf aufmerkasm [Deutsch: wird darauf aufmerksam gemacht/machen wir Sie darauf aufmerksam], dass das diensthabende Personal [die] persönlichen Schutzausrüstungen (Nasen-Mundschutzmaske und Handschuhe) trägt und zwischen einme und dem nächsten Klienten [sic] die Oberflächen desinfiziert werden.

Transkription und Unterstreichungen:

Siehe auch:

Gesundheit Service Public Sprachpfusch | Coronavirus Italianizzazione | | | Südtirol/o | Sabes STF | Deutsch

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Die letzte (Impf-)Schlacht.

Die Inszenierung und Instrumentalisierung der Pandemie als Krieg wird unbeirrt fortgesetzt. Im Vergleich zu anderen Staaten hat Italien für den heutigen symbolischen Impfstart zwar deutlich weniger Dosen (pro Einwohnerin) gekauft — nämlich die gleiche Anzahl wie Österreich oder NRW.

Doch der symbolische Schwerpunkt wurde sowieso nicht auf den medizinischen Aspekt gelegt: Am historisch aufgeladenen Brenner wurde die Lieferung zu einer Fotosession am Grenzpfahl samt Trikolore (CPI sei Dank) von der Autobahn abgeleitet, um kurz danach mit Begleitschutz — Polizei und Carabinieri mit Blaulicht — wieder aufzufahren.

Der Impfstoff durfte auch nicht wie in Deutschland direkt an die Länder/Regionen geliefert werden, sondern musste den Umweg über Rom nehmen. Die nicht sehr unterschwellige Botschaft ist klar: die Heilung kommt nicht aus dem unscheinbaren flämischen Puurs, sondern von der Kapitale.

Nicht zu unterschätzen, besonders in einem Land wie Südtirol, ist die Wirkung — und die unbedingte Notwendigkeit — von Tarnanzügen und Alpinihüten im Kampf gegen das Virus: so ges(ch)ehen bei der Übergabe des spärlichen Vakzins an die Gesundheitsbehörden in Bozen.

Dem ceteros excoluimus könnten wir nun ideellerweise die Säuberung des »Volkskörpers« vom Virus hinzufügen.

Siehe auch:

Gesundheit Grenze Militär Nationalismus Politik Polizei Service Public Symbolik Wissenschaft Zentralismus | Coronavirus | | | Belgien Deutschland Italy Österreich Südtirol/o | Alpini Carabinieri Sabes Staatspolizei | Deutsch

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Corona im Gefängnis?

Die Landtagsabgeordnete Ulli Mair (F) hat am 27. November eine detaillierte Landtagsanfrage (1252/20) eingereicht, mit der sie die Covid-Lage im Bozner Gefängnis in Erfahrung bringen will. Sie erkundigt sich damit beim zuständigen LR Thomas Widmann (SVP) unter anderem nach der epidemiologischen Lage in der Haftanstalt, nach eventuellen Todesfällen bei Insassen und Wachpersonal, Testpraxis, medizinischer Versorgung, Verfügbarkeit von Schutzmaterialien, räumlichen Veraussetzungen, Bedingungen zur Aufnahme neuer Häftlinge und derzeit geltenden Besuchsregeln.

Da der Gesundheitsbetrieb, der auch für das Gefängnis zuständig ist, — soweit mir bekannt ist — bislang keine Daten über die dortige Lage veröffentlicht hat, war es höchst an der Zeit, dass diesbezüglich die Kontrollfunktion des Landtags ausgeübt wird.

Hier auf hatten wir schon im April auf die Gefahr verhängnisvoller Infektionen in der hoffnungslos veralteten Bozner Haftanstalt hingewiesen. Entsprechend ungeduldig warten wir auf eine hoffentlich rasche Beantwortung der Anfrage.

Siehe auch:

Gesundheit Politik Service Public Transparenz | Coronavirus | Thomas Widmann Ulli Mair | | Südtirol/o | Freiheitliche Sabes Südtiroler Landtag | Deutsch

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Warten auf den Corona-Brief.
Seit April

Am 23. April habe ich als Rückkehrer aus dem Ausland, der sich pflichtgemäß beim Gesundheitsbetrieb gemeldet hatte, folgenden Brief als PDF via E-Mail erhalten:

Mitteilung des Zeitraums des Treuhandaufenthalts [sic]

Gemäß der Verordnung des Gesundheitsministeriums vom 21.02.2020 “Weitere prophylaktische Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Infektionskrankheit COVID- 19”, die im Amtsblatt Nr. 44 vom 22.02.2020 veröffentlicht wurde, und basierend auf das [sic] Dekret des Landeshauptmannes vom 04.03.2020, mit der [sic] das Departement für Gesundheitsvorsorge des Südtiroler Sanitätsbetriebes beauftragt worden ist, die Maßnahme der Quarantäne, bzw. des treuhänderischen Hausaufenthaltes mit aktiver Aufsicht für die Dauer von 14 Tagen auf Personen anzuwenden, die engen Kontakt mit bestätigten Fällen von infektiöser diffuser [sic] Krankheit COVID-19 gehabt haben;

in Anbetracht der Tatsache, dass es gemäß des Dekrets des Ministeriums für Infrastrukturen und Transportwesen vom 17.03.2020 für alle Personen, die nach Italien eingereist sind, obligatorisch ist, diesen Umstand dem Depart[e]ment für Gesundheitsvorsorge der zuständigen territorialen Gesundheitsbehörde mitzuteilen;

unter Berücksichtigung der Mitteilung vom 23.04.2020 von dr.Rossi Anna* dell’indagine [???], mit der eine Verordnung für den treuhänderischen Hausaufenthalt vorgeschlagen wird;

die Dringlichkeit erkennt [sic], eine geeignete Maßnahme zum Schutz der Gesundheit zu ergreifen, in Übereinstimmung mit den oben genannten Bestimmungen;

[wird] verordnet[,]

dass Sie[,] CONSTANTINI SIMON, geb. am XXXXXXXXXX, vom 21.04.2020 bis zum 05.05.2020 dem treuhänderischen Hausaufenthalt mit aktiver Aufsicht unterworfen werden;

diese Information wird zur Kenntnis auch Ihrem Hausarzt/Kinderarzt freier Wahl für die Zwecke einer eventuellen INPS [NISF]-Bescheinigung für die Abwesenheit von der Arbeit mitgeteilt;

in Anbetracht der Tatsache, dass die Nichteinhaltung der Eindämmungsmaßnahmen, sofern es sich nicht um eine schwerere Straftat handelt, gemäß Artikel 650 des Strafgesetzbuches bestraft wird, wird [sic] diesbezüglich auch die Carabinieri für die Überwachung der Einhaltung der angeordneten Maßnahme informiert;

die während der Überwachungstätigkeit gesammelten persönlichen Daten werden vom Sanitätsbetrieb aus Gründen des öffentlichen Interesses gemäß Art. 9, Absatz 2) der EU-Verordnung 2016/679 verarbeitet und müssen 60 Tage nach ihrer Sammlung vernichtet werden, wenn kein Verdachtsfall aufgetreten ist.

Gegenständliche Maßnahme ist mit Rekurs innerhalb der Fallfrist von 60 Tagen ab dem Zeitpunkt, in [sic] dem der Betroffene volle Kenntnisnahme davon erlangt hat, vor dem Verwaltungsgericht – Autonome Sektion für die Provinz Bozen – anfechtbar.

Die Direktorin des Departements für Gesundheitsvorsorge
Dr. Dagmar Regele

Es folgt [ein] offizieller Einschreibebrief an [die] Wohnsitzadresse und [an den] Aufenthaltsort während [der] Quarantäne.

Dazu jetzt meine Frage: Soll ich auf das Einschreiben (es sollten ja sogar zwei sein, wenn ich das richtig verstehe) noch warten oder wird es doch eher nicht mehr kommen?

*) Name geändert

Siehe auch:

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Es ist vollbracht!
Teil 3: Chronik einer SARS-CoV-2-Infektion in Südtirol

Ich schulde euch noch das Ende der Geschichte. Wie berichtet, habe ich mich am 15. November nach 28 Tagen selbst aus der Quarantäne entlassen, da nach meiner neuerlichen positiven Testung am 7. November

  • weder der im Prozedere vorgesehene Anruf von Seiten des Sanitätsbetriebes, noch der eingeschriebene Brief kam;
  • die laut Protokoll vorgesehene Quarantäne somit nie ausgesprochen wurde;
  • meine Versuche, die zuständigen Stellen telefonisch zu erreichen (insgesamt rd. 100 Anrufversuche) erfolglos blieben;
  • zwei E-Mails und ein PEC-Mail bis heute unbeantwortet blieben;
  • jedoch die mindestens 21 Tage seit Symtombeginn sowie eine symptomfreie Zeit von 7 Tagen verstrichen waren.

Nachdem ich wieder im Dienst war, mir aber die notwendigen Dokumente für mein Fernbleiben die Woche zuvor fehlten, musste ich auch nach Beendigung meiner Quarantäne weiter versuchen, mit dem Departement Kontakt aufzunehmen. Auf Anraten meines Arbeitgebers verfasste ich ein E-Mail an scuolacorona@sabes.it (für Zweisprachigkeit hat es auch da nicht gereicht). Aber auch dieses Mail vom 19. November blieb bis heute unbeantwortet.

Da meine Frau dasselbe arbeitsrechtliche Problem hatte – wenn auch für einen kürzeren Zeitraum – schrieb auch sie am 24. November um halb elf Uhr vormittags ein E-Mail an coronavirus@sabes.it und scuolacorona@sabes.it. Exakt drei Stunden später erreichte sie ein Anruf aus Bozen (was bitte habe ich die ganze Zeit falsch gemacht?) einer freundlichen, deutschsprachigen Frau, die sich für die ganzen Unannehmlichkeiten entschuldigte und die Quarantäne für uns beide – nicht weniger als 16 Tage nachdem sie hätte ausgesprochen werden müssen und allein auf unsere Initiative hin – rückwirkend verlängerte.

Nebenbei bekam ich noch die Info, dass der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinnes keines jener Symptome sei, welches für die Verlängerung der Quarantäne relevant wäre. Einen Beleg für diese Aussage habe ich auf den Internetseiten des Sanitätsbetriebes nicht gefunden. Da steht nur, dass man symptomfrei sein müsse, um nach 21 Tagen auch mit positivem Test die Isolation verlassen zu können. Als Covid-Symptome sind aber unter anderen auch der Verlust des Geruchs- und des Geschmackssinnes angegeben. Entsprechend wird dies auch so bei den automatisierten Anrufen abgefragt.

Am selben Tag habe ich dann wieder meinen Hausarzt kontaktiert, da nur dieser die Meldung bei der INPS machen kann, wofür es eben die gerade erhaltene Quarantäneverordnung des Sanitätsbetriebes brauchte. Der Hausarzt konnte die entsprechende Meldung aber nicht durchführen, da das System ihn nicht rückwirkend über eine so lange Zeit eingreifen lässt. Er würde die Unterlagen an die INPS weiterleiten und ich solle nach einiger Zeit bei dieser nachfragen, ob nun alles seine Richtigkeit habe.

Glücklicherweise hat sich mein Arbeitgeber dann bereit erklärt, dies für mich zu übernehmen und sogar im Falle eines negativen Bescheides von Seiten der INPS für die Zeit meines Fernbleibens aufzukommen. Sie würden also für die Unfähigkeit des Sanitätsbetriebes geradestehen. Sollte das der Fall sein, werde ich jedoch nochmals aktiv werden und weitere Hebel in Bewegung setzen, damit das Departement seine Verantwortung übernimmt. Andernfalls aber endet nach beinahe sechs Wochen an dieser Stelle meine Corona-Trilogie.

Zum Glück genieße ich jetzt aller Wahrscheinlichkeit nach eine Zeit lang eine gewisse Immunität und mir bleibt eine Fortsetzung erspart.

Siehe auch:

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Gesundheitssystem im hinteren Mittelfeld.
+++ 5SB deckt auf +++

Die 5SB ist wieder einmal etwas ganz Großem auf der Spur: Dem italienischen Blatt ItaliaOggi zufolge liegt das Südtiroler Gesundheitssystem nur an 75. Stelle unter den 107 italienischen Provinzen. Ein wahres Desaster!

Gestriger FB-Eintrag der 5SB

Mehrere Kommentatorinnen unter dem Facebook-Eintrag haben auch schon die Hauptschuldige parat: die Zweisprachigkeitspflicht.

Die muss neuerdings auch im Trentino gelten, denn die Nachbarprovinz mit dem immer wieder als vorbildlich bezeichneten Gesundheitssystem landet laut… ähm… »Studie« von ItaliaOggi gar an letzter Stelle: 107. von 107.

Ob da vielleicht die Kriterien des Rankings etwas durcheinandergeraten sind? Aber nein, bitte nicht zu viel hinterfragen…

Siehe auch:

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