Categories
BBD

Schottlandwahl 2021: Separatistische Rekordmehrheit.

Am vergangenen Donnerstag (6. Mai) haben die sechsten Wahlen zum Schottischen Parlament seit seiner Wiederherstellung im Jahr 1999 stattgefunden. Dabei werden 129 Abgeordnete gewählt, wovon 73 mit einem Mehrheitswahlsystem und 56 auf regionaler Basis nach einem Proporzwahlsystem.

Die SNP konnte dabei im Vergleich zur letzten Legislaturperiode einen Sitz hinzugewinnen. Mit 64 Abgeordneten fehlt ihr nur einer auf die absolute Mehrheit. Das ist für die Partei der Ersten Ministerin Nicola Sturgeon das zweitbeste Ergebnis nach jenem von 2011, als sie unter Alex Salmond 69 Abgeordnete erringen konnte.

Ihr bestes Ergebnis aller Zeiten erzielten diesmal hingegen die Schottischen Grünen, die fortan acht Sitze (+2) innehaben. Wie die SNP wollen auch sie ein unabhängiges Schottland und den Wiedereintritt in die EU.

In Summe ist dies mit 72 Abgeordneten die größte separatistische Mehrheit, die das Schottische Parlament je gesehen hat.

Keine unionistische Partei konnte hingegen Sitze hinzugewinnen: Während die konservativen Tories ihre bisherigen 31 Abgeordneten halten konnten, verloren die Liberaldemokraten einen (5→4) und Labour zwei Sitze (24→22).

Die neue Partei des ehemaligen SNP-Regierungschefs Alex Salmond, Alba, schaffte den Einzug ins Parlament nicht.

Eine Fortführung der bisherigen Zusammenarbeit von SNP und Grünen gilt als sicher, nachdem die SNP im Vorfeld der Wahl verkündet hatte, sie auch dann nicht aufkündigen zu wollen, wenn sie die absolute Sitzmehrheit errungen hätte.

Die alte und neue Regierungschefin Nicola Sturgeon interpretiert das Wahlergebnis als Auftrag zur Abhaltung eines zweiten Unabhängigkeitsreferendums nach jenem von 2014. Premier Boris Johnson (Tories), der davon bis dato nichts wissen will, richtete sie bereits aus, er müsse die Abhaltung einer derartigen Abstimmung wennschon gerichtlich stoppen lassen. Sie wolle nämlich an ihrem Plan auch ohne Zustimmung aus London festhalten.

Siehe auch:

Democrazia Politik Selbstbestimmung | Good News Indyref2 Wahlen | Alex Salmond Boris Johnson Nicola Sturgeon | | Scotland-Alba | EU SNP Vërc | Deutsch

Categories
BBD

Sparen an der Bildung.

Es ist eine sagenhafte Idee: sagenhaft dumm. Gerade im Coronajahr 2021 hat die Landesregierung angekündigt, die Mittel für Leihbücher (1. Grundschule bis 2. Oberschule) um 60% zu kürzen und die Bücherschecks (150,- Euro für die 3. bis 5. Oberschule) ganz zu streichen. Während also viele Menschen pandemiebedingt kein Einkommen mehr haben und stärker denn je auf wirtschaftliche Hilfe angewiesen sind, spart das Land gerade im Bildungsbereich. Das ist per se schon ein fatales Signal und könnte — insbesondere in der Oberschule, deren Besuch nicht vorgeschrieben ist — auch den Schulabbruch fördern.

Dass es sich bei Leihbüchern und Bücherschecks nicht um gezielte, sondern um Maßnahmen nach dem Gießkannenprinzip handelt, mag stimmen. Dann aber könnte nach der Pandemie eine entsprechende Reform angedacht werden, anstatt gerade jetzt — allen, auch den Bedürftigsten — eine unbürokratisch verfügbare und für die Bildung zweckgebundene Leistung zu streichen.

Was man sich dabei im Bildungsressort von Philipp Achammer (SVP) gedacht hat, versteht wohl niemand. Kaum verwunderlich also, dass die Maßnahme von so gut wie allen Parteien kritisiert wird. Den Anfang hatten TK und STF gemacht, in der Folge schlossen sich Grüne, F und PD an. Selbst Vertreterinnen der SVP äußerten sich besorgt.

Gegenwind kommt freilich auch vom Elternbeirat, von vielen Schulen, vom Südtiroler Jugendring und weiteren Organisationen.

Bildung Politik Scola Service Public Wirtschaft+Finanzen | Coronavirus | Philipp Achammer | | Südtirol/o | Freiheitliche Landesregierung PD&Co. STF SVP Team K. Vërc | Deutsch

Categories
BBD

Faschistengruß für Ramelli.

Rund 800 Neofaschistinnen haben sich vorgestern in die Mailänder via Paladini gepfercht, um dort wie jedes Jahr des 1975 ermordeten Neofaschisten Sergio Ramelli zu gedenken. Mehrmals beantworteten sie den namentlichen Aufruf von Ramelli mit dem faschistischen »Presente!« (Anwesend!) und erhoben die Hand zum römischen Gruß. In aller Öffentlichkeit. Masken waren Medienberichten zufolge wenige zu sehen.

© GEDI

Wie die Tageszeitung la Repubblica berichtete, waren auch diesmal Vertreterinnen von Urzìs Fratelli d’Italia und der Südtiroler Regierungspartei Lega anwesend.

Im Jahr 2014 brach der damals parteilose Bürgermeister Giuliano Pisapia (heute PD) ein Tabu, indem er am offiziellen Teil der Gedenkveranstaltung teilnahm, der an einem für Ramelli errichteten Denkmal stattfindet. Daraus entstand eine schauderhafte Tradition, die auch vom derzeitigen Bürgermeister Beppe Sala (Grüne) übernommen wurde. Jahr für Jahr gedenken also die Vertreterinnen der Institutionen fast Seite an Seite mit Faschistinnen eines ihrer Kameraden.

Siehe auch:

Faschismen Politik | | | la Repubblica | Italy Lombardia | FdI Landesregierung Lega MSI PD&Co. Vërc | Deutsch

Categories
BBD

Coronaopfer und der Südtiroler Weg.

Im Kontext der geplanten Einführung eines Südtiroler Grünpasses, der Geimpften, Genesenen und kürzlich Getesteten bestimmte Erleichterungen gestatten würde, ist es wieder zu Diskussionen über Erfolg und Misserfolg des sogenannten Südtiroler Weges gekommen. Insbesondere aufgrund der angekündigten Anfechtung dieses Passes durch die Zentralregierung hat sich etwa Grünen-Chef Felix von Wohlgemuth erneut zu scharfer Kritik gegen den Südtiroler Weg (O-Ton von Wohlgemuth: »Provinzliga«) hinreißen lassen.

Das habe ich zum Anlass genommen, die Daten zum Pandemieverlauf — konkret: die Anzahl der Verstorbenen — in Südtirol zu aktualisieren und erneut mit jenen der italienischen Regionen zu vergleichen:

Zum Vergrößern anklicken. Daten: Zivilschutz; Bevölkerungszahlen: ECDC.

Diesmal habe ich auch einzelne Zeiträume herausgefiltert, um die Aussagekraft zu erhöhen:

  • von Pandemiebeginn bis heute: Gesamtzahl der Coronatoten
  • staatlicher Weg: von Pandemiebeginn bis zwei Wochen nach Inkrafttreten des Landesgesetzes, auf dem die einschlägigen Verordnungen des Landeshauptmanns fußen
  • Südtiroler Weg: der gesamte Zeitraum von zwei Wochen nach Inkrattreten des Landesgesetzes bis heute
  • bis 31. Dezember und ab 1. Jänner für die Jahre 2020 und 2021

Bezüglich der Todeszahlen kann gesagt werden, dass Südtirol im Vergleich mit Norditalien insgesamt (von Pandemiebeginn bis heute) weiterhin besser dasteht. Sowohl im Zeitraum bis zum 23. Mai 2020, als nur Rom das Sagen hatte, als auch im Zeitraum ab dem 24. Mai 2020 (sogenannter Südtiroler Weg) liegt Südtirol im Vergleich an achter Stelle der Regionen. Wesentliche Unterschiede im Erfolg oder im Misserfolg bei der Pandemiebekämpfung zwischen der römischen und der Südtiroler Strategie lassen sich an den Todeszahlen nicht ablesen. Und dies obschon wir — wie von Wohlgemuth schreibt — »schlicht kein gesamtes Gesundheitsministerium im Rücken [haben], welches beratend zur Seite stehen und Öffnungskonzepte kritisch überprüfen könnte.«

Meines Wissens wurde in Südtirol aber mehr als im restlichen Italien darauf geachtet, die Schulen geöffnet zu halten. Ein diesbezüglicher Vergleich zwischen unserem Land und italienischen Regionen wäre interessant. Wenn nämlich die Schulen, möglicherweise aber auch Gastbetriebe und Geschäfte hierzulande wesentlich länger offen waren als auf dem Staatsgebiet, wären die trotzdem vergleichbaren (und im Vergleich mit Norditalien insgesamt niedrigeren) Todeszahlen eigentlich ein Erfolg.

Kritisieren kann man die Landesregierung für vieles. Bezüglich des Südtiroler Wegs müsste man aber wennschon anprangern, dass sie sich nicht noch viel stärker an Gebieten in Europa orientiert hat, die die Pandemie deutlich erfolgreicher als wir bekämpft haben — und nicht, dass sie die Autonomie genutzt hat, um sich vom ebenso erfolglosen römischen Weg loszusagen, um eine andere Herangehensweise zu versuchen.

Nachträgliche Bemerkungen:

  • Das Landesgesetz zur Pandemiebekämpfung ist am 9. Mai 2020 in Kraft getreten. Aus statistischer Sicht habe ich den Beginn des Südtiroler Wegs zwei Wochen später angesetzt, da dies der ungefähre Zeitpunkt ist, ab dem die Folgen der geänderten Maßnahmen statistisch ablesbar sein sollten.
  • Die Zentralregierung will den Südtiroler Grünpass nicht etwa aus inhaltlichen Gründen (Infektionschutz, Datenschutz, Ungleichbehandlung o. ä.) anfechten, sondern schlicht, weil das Ausscheren nicht geduldet wird.
  • Auch nur in einzelnen Disziplinen gleich gut wie (oder sogar mal schlechter als) der Zentralstaat zu sein scheint für viele in Südtirol nach wie vor inakzeptabel zu sein. Entweder wir sind in allem Weltklasse oder wir haben uns unterzuordnen. Wir sollten aber akzeptieren lernen, dass die Autonomie genauso gute oder schlechte Ergebnisse ermöglicht und dass dies noch lange keine Katastrophe sein muss.

Siehe auch:

Gesundheit Scola Umfrage+Statistik | Covid-Stats | Felix von Wohlgemuth | | Aoûta-Aosta Friaul-Friûl Italy Lombardia Sardigna Sicilia Südtirol/o Trentino Venetien-Vèneto | Landesregierung Vërc | Deutsch

Categories
BBD

Periodenarmut Thema im Landtag.

Gleich zwei Anträge zur sogenannten period poverty wurden heute im Landtag andiskutiert, dann jedoch aus Zeitmangel auf die Maisession vertagt. Die Vorlage der Grünen, die die Forderung enthielt, in allen Schulen und öffentlichen Gebäuden weibliche Hygieneartikel unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, wurde so abgeändert, dass zunächst im Rahmen der Sexualerziehung ein entsprechendes Pilotprojekt an allen Mittelschulen durchgeführt werden soll. Der Antrag wurde von Jasmin Ladurner (SVP), Sandro Repetto (PD), Magdalena Amhof (SVP) und Maria Elisabeth Rieder (TK) mitunterzeichnet.

Ein zweites Dokument war von Sandro Repetto eingereicht worden und enthielt die Forderungen

  • den Mehrwertsteuersatz auf weibliche Hygieneartikel zu senken;
  • eine Studie über die Periodenarmut in Südtirol durchzuführen und
  • in den Schulen Spender für kostenlose Damenbinden aufzustellen sowie Bildungsprojekte ins Leben zu rufen, um die Stigmatisierung der Menstruation sowie das darauf beruhende Mobbing zu bekämpfen.

Dieser Beschlussantrag wurde in einen Begehrensantrag umgewandelt, mit dem die Zentralregierung und das Parlament nur noch dazu aufgefordert werden sollen, die Mehrwertsteuer vom derzeit geltenden Regelsatz (22%) auf 4% zu senken. Diesen Vorstoß unterzeichneten Jasmin Ladurner (SVP), Brigitte Foppa (Grüne), Magdalena Amhof (SVP) und Maria Elisabeth Rieder (TK) mit.

Ob wenigstens diese abgeschwächten Fassungen der Anträge eine Mehrheit finden, wird sich nun also in einigen Wochen zeigen.

Siehe auch:

Feminæ Politik Scola Wirtschaft+Finanzen | Good News | Brigitte Foppa Magdalena Amhof Sandro Repetto | | Südtirol/o | PD&Co. Südtiroler Landtag SVP Team K. Vërc | Deutsch

Categories
BBD

I Verdi francesi per l’autodeterminazione della Catalogna.

Durante la sessione plenaria del loro Consiglio federale del 27/28 marzo scorsi, i Verdi francesi di Europe Écologie Les Verts (EELV) hanno approvato una mozione  chiara e forte con la quale chiedono l’amnistia per «i prigionieri politici» e «gli esiliati» catalani. Inoltre affermano che qualsiasi soluzione del conflitto catalano dev’essere politica e quindi non può passare per la giudizializzazione, o per quella che definiscono una «deriva autoritaria dello Stato spagnolo».

Ma ciò non basta: la mozione ribadisce che la difesa del pluralismo e il pieno rispetto per le minoranze, il diritto dei popoli ad autogovernarsi democraticamente e l’impegno per la costruzione di un’Europa federale fanno parte del DNA di EELV — per cui chiedono alle istituzioni europee di assumere un ruolo di mediazione tra la Spagna e la Catalogna.

Non è più accettabile che l’Unione Europea chiuda gli occhi dinanzi a un cosiddetto «problema interno alla Spagna».

– Europe Écologie Les Verts

Infine chiariscono che EELV difende una soluzione politica e pacifica che

passa necessariamente dal dialogo e l’accettazione da parte del Governo spagnolo di un referendum del popolo catalano sul suo futuro politico. EELV accetta l’eventualità che si crei una Catalogna indipendente e repubblicana in seno all’Unione Europea, se è la volontà della maggioranza dei Catalani espressa in tale votazione.

– Europe Écologie Les Verts

Traduzioni mie.

Vedi anche:

Föderal+Regional Minderheitenschutz Politik Repression Selbstbestimmung | Good News Zitać | | | Catalunya France Spanien | EU Vërc | Italiano

Categories
BBD

Ellbogen oder Quote.
Quotation 648

Wenn ich mich für ein politisches […] oder grundsätzlich ein Amt zur Verfügung stelle, dann muss ich das mit vollem Einsatz tun. Ich muss im Notfall auch ein bisschen den Ellbogen dazu nutzen.

— Andreas Schatzer (SVP), Präsident des Gemeindenverbands

Grundsätzlich Chapeau und auch danke, dass sich zum gestrigen Pro und Contra neben Brigitte Foppa (Grüne), die Sichtweise und Argumente des 21. Jahrhunderts vertreten hat, jemand zur Verfügung gestellt hat, um die Argumente des 13. Jahrhunderts zu vertreten. Natürlich war mir bewusst, dass sich diese archaische Sichtweise nicht bloß in die Gegenwart gerettet hat, sondern dass sie auch nach wie vor eine dominante Rolle spielt. Dass sie aber jemand so ungeniert öffentlich vertritt, ist — siehe oben — Goldes wert.

Warum? Sicher nicht, weil ich mir dieses unerträgliche Geschwafel (Stichwort: Fremdscham) gerne angehört habe. Sondern vielmehr, weil nach dieser Darbietung auch dem letzten Zweifler klar sein muss, dass wir verbindliche Geschlechterquoten brauchen.

Beim Rat der Gemeinden, um den es ja konkret ging, gibt es sogar schon eine Quote, laut der mindestens fünf Frauen hätten vertreten sein müssen. Weil die Nichterfüllung dieser Vorgabe jedoch nicht die Nichtigkeit der Wahl zur Folge hat, waren eben andere, teils ungeschriebene (und zufällig männliche) Quoten wichtiger: Bezirke, Gemeindegröße und Sprachgruppe.

Selber Schuld, wenn Frauen nicht wie ihre männlichen Kollegen mit dem Ellbogen arbeiten, sondern einfach darauf setzen, dass ihnen eine angemessene Berücksichtigung zusteht. Dass Frauen vielleicht auch deshalb in solche Gremien gehören, weil sie einen anderen Stil mitbringen, der zum Glück mit Ellbögen inkompatibel ist, kommt manchen Männern offenbar erst gar nicht in den Sinn. Sie sind wohl der Meinung, dass Frauen nur vertreten sein sollen, wenn sie die schlechten Eigenschaften ihrer männlichen Kollegen übermehmen.

Dass uns Herr Schatzer dies so großzügig vorgeführt hat, hat gemeinsam mit Frau Foppa, die stets punktgenau darauf hingewiesen hat, das gestrige Pro und Contra zu einem reinen Pro werden lassen: für die verbindliche Quote. Nur so ist offenbar sicherzustellen, dass Frauen zu ihrem Recht kommen.

Democrazia Feminæ Medien Politik | Quote | Brigitte Foppa | Rai | Südtirol/o | SVP Vërc | Deutsch

Categories
BBD

EU-Parlament hebt Immunität von Puigdemont, Ponsatí und Comín auf.

Sie werden von der spanischen Justiz verfolgt, weil sie für das katalanische Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 (mit-)verantwortlich sind: der ehemalige katalanische Präsident Carles Puigdemont und seine damaligen Ministerinnen Clara Ponsatí und Toni Comín (alle JxC). Alle drei sind inzwischen Mitglieder des EU-Parlaments und genießen deshalb parlamentarische Immunität. Jedenfalls war das bis gestern so, als das Plenum mehrheitlich für die Aufhebung dieses Schutzes stimmte.

Linke und Grüne sprachen sich dagegen aus — EVP, Sozialistinnen und Liberale befürworteten die Aufhebung der Immunität. Die Abstimmung selbst war aber geheim.

Vorangegangen war ein Verfahren, das das EU-Parlament noch einiges an Glaubwürdigkeit kosten könnte, da sich der zuständige Rechtsausschuss — in dem spanische Abgeordnete überrepräsentiert sind — mehrere grobe Unregelmäßigkeiten leistete: Unter anderem sickerten »geheime« Unterlagen des Berichterstatters und bulgarischen Rechtspopulisten Angel Dzhambazki vorzeitig an die Öffentlichkeit. Im Fall von Clara Ponsatí stimmte der Ausschuss sogar über falsche Tatbestände ab, die Unterlagen wurden nachträglich korrigiert. Und die Auffassung, wonach die Immunität nur für während der Amtszeit begangene Vergehen gelte, steht auch noch in klarem Widerspruch zu offiziellen Parlamentsgutachten ( S. 19f. und ).

Puigdemont, Ponsatí und Comín könnten nun eine Überprüfung des Verfahrens durch den EuGH beantragen.

Ohnehin ist eine Auslieferung der drei an Spanien alles andere als ausgemacht: darüber wird nun die Justiz in Belgien und Schottland zu befinden haben. Erstere hat bereits die Auslieferung von Lluís Puig abgelehnt und sich dabei unter anderem auf die UNO sowie auf die Verletzung der Unschuldsvermutung berufen. Die für Clara Ponsatí zuständige schottische Justiz ist seit dem Brexit erst gar nicht mehr an Europäische Haftbefehle gebunden. Dadurch wird die Prozedur erschwert.

Es ist und bleibt also spannend. Für die EU ist die Aufhebung der Immunität und die Art, wie sie erfolgt ist, aber ein abermaliges Armutszeugnis.

Siehe auch:

Grundrechte Politik Repression Selbstbestimmung | Brexit Referendum 1-O 2017 | Carles Puigdemont Clara Ponsatí | | Belgien Catalunya Europa Scotland-Alba Spanien | ALDE/Renew EU-Parlament EuGH EVP JxCat S&D Vërc | Deutsch