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Tag+Nacht: Herdenimmunität.

Wenn wir aber in ein, zwei Jahren keine Herdenimmunität erreichen und Gefahr laufen, erneut alles schließen zu müssen, wird die Regierung um eine allgemeine Impfpflicht nicht herumkommen. Denn sonst sind wir irgendwann bankrott.

Karl Zeller (SVP) in der heutigen TAZ

Eine Person steckt [mit der Delta-Variante] sechs Personen an, weswegen wir 85 Prozent der Menschen wirksam immunisieren müssen, damit die Kette gebrochen ist. Jedoch wirkt gegen Delta die Impfung ein bisschen schlechter. Die Wahrscheinlichkeit, nicht krank zu werden, liegt mit Astra bei 60 Prozent und mit den mRNA-Impfungen bei 88 Prozent, der Schutz vor Ansteckung ist etwas niedriger. Das heißt: Selbst wenn wir 100 Prozent der Bevölkerung impfen, kommen wir nicht auf die 85 Prozent, die wir bräuchten, um die Ansteckungskette zu unterbrechen. Das Thema Herdenimmunität ist vorbei. […] Jetzt geht es um individuellen Schutz.

Ulrich Elling, Molekularbiologe, Experte für Coronavirusmutationen, am 17. Juli in der Wiener Zeitung

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Anerkennung von Abschlüssen.
Österreich-Italien

Ab 1. August werden in Italien und somit auch in Südtirol 24 weitere österreichische Studienabschlüsse anerkannt. Dies teilt das Landespresseamt mit.

Erstmals seien auch Lehramtsabschlüsse laut neuer Studienordnung (Master of Education) betroffen, und zwar in Deutsch, Englisch, Französisch, Geschichte, Griechisch, Latein, Musikerziehung, Instrumentalmusikerziehung, Russisch und Spanisch.

Die gleichgestellten Bachelorstudien sind Biomedical Engineering, Biomedizin und Biotechnologie, Industrielogistik, Molekulare Medizin, Theater, Film- und Medienwissenschaften.

Bei den Masterstudien geht es um Biomedical Engineering, Industrielogistik, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, Medienwissenschaften, Materialwissenschaften, Molekulare Medizin, Phytomedizin, Religionspädagogik (Katholisch – Evangelisch – Orthodox) und Vergleichende Biomedizin.

An den Verhandlungen zwischen Österreich und Italien war auch das Land Südtirol mit zwei Vertreterinnen beteiligt.

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Das Wir-Gefühl der Fußball-EM.
Quotation 662

Liebe Hörerin, lieber Hörer, die Europameisterschaft im Herrenfußball beansprucht derzeit unsere gesamte Aufmerksamkeit und auch der Leo ist keine Ausnahme: »Lieber Ombudsmann, wieso sagt der Typ im Fernsehen immer ‘wir haben ein Tor geschossen’? Ich hab gar nix gemacht. Leo.« — Haha, lieber Leo, vielleicht hast du die Debatte um die Staatsbürgerschaft mitverfolgt, wo uns die Regierung wieder einmal vorgerechnet hat, was der Vorteil eines Wirgefühls ist, wenn man in einem reichen Land lebt… in deinem Reisepass ist deine Staatsbürgerschaft eingetragen und die verschafft dir Privilegien, die dich weit über den Großteil der restlichen Weltbevölkerung erheben und ein »Wir« gibt’s nur, wo es ein »Nicht-Wir« gibt, nur so lassen sich grausame Fremdengesetze verstehen und annehmen. Fernsehübertragungen von Fußballnationalmannschaften und ihrer Arbeitszeit gibt es keineswegs, weil es nix Interessanteres zu übertragen gäbe, im Gegenteil. Um den wohlhabenden Menschen der Erde aber — also die nahezu vollständig dazu neigen, ihren Wohlstand ihren persönlichen Fähigkeiten als herausragendes Individuum zuzuschreiben — in Erinnerung zu rufen, dass nur dieses »Wir« sie von den Anhaltelagern fernhält, wird es ab und zu auch im Fernseher betont, etwa wenn ein von ärmeren Menschen genähter Lederball nach einem Flächendurchtritt in den Maschen baumelt. Sei also nicht kindisch, spring, jubel vom Sofa wenn »wir« ein Tor geschossen haben, es fällt dir kein Stein aus der Krone. Und wenn doch: sei froh, dass du eine Krone hast und dass du es dir leisten kannst, den Stein wieder vom Juwelier fachkundig einsetzen zu lassen und dass du nicht stattdessen ausgepeitscht wirst, weil du versucht hast, ihn aus der Mine zu schmuggeln. Servus!

Transkription von mir

Der FM4-Ombudsmann vom 22. Juni 2021

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Kohäsion+Inklusion Migraziun Nationalismus Sport | Banal Nationalism Quote | | ORF | Österreich | | Deutsch

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7 Tage vs. 7 Jahre.
Steuerrückzahlungen nördlich und südlich des Brenners

2013 habe ich meine letzte Steuererklärung in Österreich (selber, kostenfrei, online in 15 Minuten) gemacht. Glücklicherweise ergab sich ein für meine Verhältnisse beträchtliches Steuerguthaben, dessen Auszahlung ich sogleich online beantragt habe. Innerhalb einer Woche war das Geld auf meinem Konto.

Seit 2014 mache ich meine Erklärungen – mit ungleich größerem Aufwand – in Italien. Zumindest gab es einen erfreulichen Einstand. Auch meine erste Steuererklärung im Stiefelstaat wies ein Guthaben aus. Vor lauter Freude habe ich die Auszahlung beantragt und mir vorgenommen, mit dem Geld gut Essen zu gehen.

Vor wenigen Tagen (wir schreiben mittlerweile Juni 2021) klingelte der Briefträger und übergab mir ein einsprachig italienisches Schreiben mit einem Scheck über den Betrag meines Steuerguthabens aus dem Jahr 2014, den ich wiederum bei der Post einlösen kann.

*Schwärzungen von mir

Ich wiederhole das jetzt noch einmal, damit man die Monstrosität dieser Prozedur voll und ganz genießen kann: Die Post bringt mir ein einsprachiges amtliches Schreiben mit einem Scheck, mit dem ich zur Post gehen muss, um mir im Juni 2021 eine Steuerrückzahlung auszahlen zu lassen, die mir 2014 zugesprochen wurde.

Mahlzeit!

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Bürokratismus Comparatio Grenze Lingaz Plurilinguismo Postdienst Service Public Tag+Nacht Verbraucherinnen Wirtschaft+Finanzen | Best Practices Bilinguismo negato Italianizzazione | | | Italy Nord-/Osttirol Österreich Südtirol/o | Staat Italien | Deutsch

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Steurer e la Feuernacht.
Quotation 658

Intervistato da Fabio Gobbato per Salto, lo storico Leopold Steurer afferma tra le altre cose:

Se i terroristi con la Feuernacht volevano arrivare a una guerra di liberazione partigiana che portasse a un plebiscito e non volevano in alcun modo il dialogo con lo stato coloniale italiano, come può essere dato a loro il merito della nascita di un organismo non paritario [la Commissione dei 19] che ufficializzava la questione sudtirolese come una questione interna all’Italia?

Fortunatamente il piano fallì perché altrimenti avremmo avuto una situazione come quella di Cipro e dell’Algeria.

Bisogna ricordare che il 1960 è stato l’anno in cui in Africa 18 Stati hanno raggiunto l’indipendenza.

Ovvio che il 95% dei sudtirolesi avrebbe votato a favore del ritorno all’Austria se ci fosse stato un plebiscito.

La prima affermazione mi pare illogica. Si può benissimo fallire nell’intento principale e, anche involontariamente, contribuire a qualcos’altro, no? Una cosa non mi pare affatto che escluda l’altra.

Del resto mi piacerebbe sapere se Steurer ritenga una sfortuna che l’Algeria e gli altri Stati africani abbiano ottenuto l’indipendenza — e in caso contrario perché la liberazione dal colonialismo sia da ritenere positiva in Algeria e in Sudtirolo no. A maggior ragione se è convinto che praticamente la totalità dei sudtirolesi avrebbe voluto il «ritorno all’Austria».

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Colonialismi Geschichte Medien Politik Selbstbestimmung | Geschichtsaufarbeitung Quote | | Salto | Afrika Österreich Südtirol/o | | Italiano

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Mehrsprachigkeit und Wert der Sprachen.
Quotation 655

Frühkindliche Fremdsprachenförderung ist angesagt. Aber es sollen doch bitte Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch sein. Chinesisch oder Russisch lassen sich vielleicht auch noch ob ihrer wirtschaftlichen Notwendigkeit argumentieren. Aber [T]ürkisch, [B]ulgarisch, arabische oder afrikanische Sprachen?

Die unterschiedlichen Sprachen werden unterschiedlich gewertet – analog zu den Kulturen, die mit ihnen assoziiert werden und zu ihrer vermeintlichen Notwendigkeit im globalen Wirtschaftsgeschehen. Doch egal um welche Sprache es sich handelt: mehrsprachig aufzuwachsen erzeugt im Gehirn neuronale Vernetzungen, die später für andere Lebensbereiche gebraucht werden. Allein fehlt vielfach ein quantitativ erkennbarer Nutzen, weshalb manche Eltern aus anderen Ländern ihren Kindern diese Herkunftssprachen gar nicht mehr beibringen wollen – teils aus Angst vor Ausgrenzung oder auch auf Grund des zeitlichen Aufwands, den die Beschäftigung mit der zusätzlichen Sprache und Kultur im Familienalltag bedeuten würde.

LinguistInnen fordern ein größeres Bewusstsein für den Wert jeder einzelnen Sprache, sowohl im Kinder- als auch im Erwachsenenalter. Englisch als Standardsprache allein reicht nicht aus. Denn auch wenn sich eine große Zahl an Menschen auf Englisch unterhalten kann, so fehlt vielen die emotionale Komponente, die sich erst dann erschließt, wenn man in die damit verbundene Lebenswelt eintaucht. Das bedeutet nicht, dass es notwendig ist, eine Fremdsprache grammatikalisch fehlerfrei und ohne fremdsprachigen Akzent zu sprechen. Denn selbst in unserer Muttersprache hat eine gewisse Schlampigkeit Platz, wie sie in unterschiedlichen Dialekten und im Alltagsjargon zutage treten kann.

Sprachliche Unebenheiten gehören dazu. Sowohl in der Muttersprache als auch im Spracherwerb.

aus der Beschreibung der Ö1-Sendung Radiokolleg – Ich verstehe! vom 6. Mai – Ein Plädoyer für die Mehrsprachigkeit (4) – Gestaltung: Margit Atzler

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Im Herbst kommt ORF Sport+.

Zwischen Herbst 2021 und Sommer 2022 wird die terrestrische Fernsehübertragung hierzulande auf den DVB-T2-Standard umgestellt. Aufgrund der effizienteren Kodierung kann die RAS dann auch ihr Angebot erweitern. Dies geht aus der Antwort von LR Thomas Widmann (SVP) auf eine entsprechende Anfrage der STF hervor. Demnach sei bereits geplant, ab Herbst 2021 das Fernsehprogramm ORF Sport+ in Südtirol zu verbreiten.

Damit wird die bestehende Palette öffentlich-rechtlicher TV-Sender ergänzt, die schon heute zehn deutschsprachige, ein italienischsprachiges (RSI-La1) und ein zweisprachig deutsch-französisches Programm (arte) umfasst. Die Umstellung auf DVB-T2 lässt in Zukunft noch einen weiteren Ausbau zu.

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Sommerreifen wider die Vernunft.

Der ÖAMTC gibt die aktuelle Empfehlung aus, nicht zu früh von Winter- auf Sommerreifen zu wechseln, denn »[die] Wetterlage ist wichtiger als das Datum«. Man solle

immer ein Auge auf den Wetterbericht haben, denn nur, wenn es konstant warm ist und Schnee und Eis sich endgültig zurückgezogen haben, sollte man wirklich wechseln. Sommerreifen haben auf winterlichen Fahrbahnen, unabhängig vom Datum, nichts verloren.

— ÖAMTC-Mitteilung

Speziell wer einen Ausflug in die Berge plant, solle nicht voreilig wechseln.

Klingt einleuchtend und logisch.

Anders jedoch in Südtirol, denn hier gilt die — mit Verlaub — bescheuerte italienische Sommerreifenpflicht. Seit dem gestrigen 15. April haben Autofahrerinnen genau einen Monat Zeit, um den Reifenwechsel zu vollziehen, woran auch das Land in einer Aussendung erinnert.

Obwohl wir hierzulande gar keinen »Ausflug in die Berge« planen müssen, um quasi immer wieder in gebirgigen Lagen unterwegs zu sein, gilt die Maxime, dass nur das Datum zählt und nicht die Wetterlage. Ob sich »Schnee und Eis endgültig zurückgezogen haben«, ist dem römischen Gesetzgeber wurscht. Und wenn »Sommerreifen auf winterlichen Fahrbahnen, unabhängig vom Datum, nichts verloren« haben, können wir frei entscheiden, ob wir lieber unsere Sicherheit gefährden oder den Geldbeutel: bei angedrohten 422,– bis 1.682,- € Strafe und möglichem Entzug des Fahrzeugscheins will dieser Schritt wohlüberlegt sein.

Welchen Sinn und welche Berechtigung haben Gesetze, die ihrem eigentlichen Zweck — der Verkehrssicherheit — so krass zuwiderlaufen?

Hinweis: Mir ist bekannt, dass die Regelung de iure keine Sommerreifenpflicht ist. Es ist aber de facto eine, da Winterreifen i. d. R. nicht den Eigenschaften entsprechen, die sie ab dem 15. Mai in Italien erfüllen müssten.

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