Riggertal: Antworten an BM Amort.

Am 9.12.2013 hat sich die Gemeinde Franzensfeste in einer Stellungnahme gegen das Projekt Riggertalschleife ausgesprochen.

Die Initiativgruppe für die Riggertalschleife bezieht mit diesem Dokument zu den Argumenten der Gemeinde Franzensfeste Stellung.

  1. Argument Gemeinde Franzensfeste:
    Durch organisatorische Verbesserungen ließe sich ein Teil der durch die Riggertalschleife angestrebten Zeitersparnis von 12 Minuten erreichen.
    Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:
    Im Projekt Riggertalschleife wird von einer Fahrzeitverkürzung von 15 Minuten ausgegangen. Auch organisatorische Verbesserungen ändern nichts an der Tatsache, dass durch den derzeitigen Trassenverlauf auf der Fahrt nach Brixen ein Umweg von ca. 5 km in Kauf genommen wird. Zusätzlich müssen die Züge in Franzensfeste in jedem Falle die Richtung wechseln. Beides führt auch bei bester Organisation zu einem Zeitverlust von mindestens 10 Minuten. Einige wenige Minuten Zeitgewinn durch organisatorische Verbesserungen bringen nichts, da dadurch die definierten Kantenzeiten (die Fahrzeit zwischen zwei Knotenpunkten bzw. Kreuzungspunkten) und das Taktgefüge im Pustertal nicht tiefgreifend geändert werden können, sodass keine Fahrzeitverbesserung umsetzbar ist. Für eine Verbesserung ist aufgrund der Kreuzungspunkte eine Fahrzeitverkürzung von 15 Minuten notwendig. Siehe auch Pkt. 2
    Im Übrigen müsste die Gemeinde Franzensfeste ausführen was unter »organisatorischen Maßnahmen« zu verstehen ist. Höhere Geschwindigkeiten, schnellerer Fahrgastwechsel oder nicht normkonforme Wendezeiten?
  2. Argument Gemeinde Franzensfeste:
    Größere Zeiteinsparungen sind durch die vorgegebenen Kreuzungspunkte nicht möglich.
    Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:
    Das Argument der Kreuzungspunkte wird von den Initiatoren der Riggertalschleife berücksichtigt.
    Um die Anpassungen im Bereich der Kreuzungspunkte in Grenzen zu halten oder weitgehend auszuschließen ist eine Zeitersparnis von 15 Minuten notwendig. Alles was auch nur minimal darunter liegt bringt innerhalb eines integrierten Fahrplanmodells wenig. Das Argument der Kreuzungspunkte und der Systemknotenpunkte (Bozen, Brixen, Bruneck, Sterzing usw.) ist ein Argument für eine großzügige Riggertalschleife und gegen einige symptomatische Verbesserungen in Franzensfeste, die zwar einige Minuten bringen, aber keinen Qualitätssprung im Bereich der gewünschten Kantenzeit zwischen zwei System-Knotenpunkten erwirken. Die Riggertalschleife verändert das Taktgefüge nicht.
  3. Argument Gemeinde Franzensfeste:
    Die Pendler und Studenten Richtung Norden (Sterzing, Brenner, Innsbruck) würden in Zukunft benachteiligt.
    Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:
    Fahrgäste aus dem Pusteral nach Innsbruck müssten in Brixen Umsteigen. Dort ergibt sich ein schlanker Umstieg Richtung Norden (Ankunft aus dem Pustertal zur Minute 25, ab nach Brenner zur Minuten 30-35. Die Fahrzeit nach Innsbruck würde sich um 15 Minuten erhöhen.
    Allerdings ist es dringend notwendig, dass die Züge in Zukunft nicht am Brenner enden, sondern bis nach Innsbruck durchgebunden werden. Das spart am Brenner ca. 6 Minuten. Bis nach Innsbruck verlängert sich für Fahrgäste nach Norden aus dem Pustertal die Fahrzeit deshalb lediglich um 9 Minuten, nicht um 15 Minuten. Bei Verkehrsflüssen, die zu ca. 75% Richtung Brixen/Bozen orientiert sind und lediglich zu 25% Richtung Sterzing/Innsbruck ist dies eine notwendige Anpassung an die Hauptverkehrsrichtung.
    Durch den von uns geforderten Erhalt der Bestandsstrecke zwischen Schabser Höhe über Aicha nach Franzensfeste können in Zukunft, bei entsprechendem politischen Willen, immer noch einige schnelle Direktzüge vom Pustertal über die Bestandsstrecke nach Sterzing und Innsbruck geführt werden.
  4. Argument Gemeinde Franzensfeste:
    Pendler aus dem Wipptal würden benachteiligt und das Wipptal hat die schlechtesten Zugverbindungen im ganzen Land.
    Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:
    Diese Behauptung ist schlichtweg falsch. Das Wipptal verfügt heute mit dem stündlichen Regionalzug nach Meran und dem Regionalexpresszug (RV) über einen Stundentakt mit zweistündlichem Verdichter, genauso wie das Eisacktal und der Vinschgau. Dieses Angebot soll und kann in Zukunft auf einen Halbstundentakt, insbesondere bis Sterzing, verdichtet werden.
    Das Wipptal und das Pustertal sollen in Zukunft gleichberechtigt einmal stündlich Direktverbindungen und einmal stündlich Verbindungen mit Umstieg in Brixen nach Bozen erhalten. Durch diese Verdichtung zum Halbstundentakt würde die gesamte östliche Landeshälfte, besonders das Wipptal, einschließlich Franzensfeste, profitieren.
  5. Argument Gemeinde Franzensfeste:
    Kostenfaktor
    Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:
    Im Gegensatz zu vielen Straßenbauprojekten, deren Sinn tatsächlich teils fragwürdig ist, ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Riggertalschleife als sehr hoch einzustufen, da dadurch für die gesamte östliche Landeshälfte im öffentlichen Personenverkehr ein Quantensprung mit entsprechenden Fahrgastzuwächsen erzielt wird. Durch keine vergleichbare Investition in die Verkehrsinfrastruktur werden auch nur annähernd 15 Minuten Zeit eingespart.
  6. Argument Gemeinde Franzensfeste:
    Technische Machbarkeit, Kreuzungspunkte und Einmündung in die Brennerstrecke werden ungenügend erklärt.
    Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:
    All diese Punkte werden innerhalb der Initiativgruppe diskutiert. Für alle diese Punkte gibt es sinnvolle technische Lösungen, die in den wesentlichen Eckpunkten auch geklärt sind. Im Detail müssen diese nun in einer Detailstudie dargestellt werden.
  7. Argument Gemeinde Franzensfeste:
    Laut BM Amort soll man die Auswirkungen auf Wirtschaft und Tourismus im Pustertal für die Zeit nach Fertigstellung des BBT berücksichtigen. »Man sollte sich Gedanken machen, das Pustertal optimal an den BBT anzubinden, da internationale Züge zwischen Innsbruck und Bozen nur mehr in Franzensfeste Halt machen werden. Eine funktionierende Verbindung an die in wenigen Jahren wichtigste Nord-Süd-Achse Berlin-Palermo sollte nicht versäumt werden«, erklärt der Bürgermeister. Die Fahrtdauer auf der Achse München-Franzensfeste werde ca. eine Stunde (!!) betragen.
    Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:
    Eine Fernverkehrsverbindung auf der Brennerbahn wird die Hauptknoten München, Innsbruck, Bozen, Trient und Verona verbinden. Über wichtige Knotenpunkte, wie Rosenheim und Wörgl, wird man diskutieren müssen, obwohl diese nicht mehr in das Konzept eines schnellen Hochgeschwindigkeitsverkehrs passen. Dies ist an den Entwicklungen auf den italienischen Hochgeschwindigkeitsstrecken, wie auch im österreichischen Modell mit wenigen RailJet-Halten ablesbar.
    Dieselbe Überlegung gilt für Brixen. Brixen ist wirtschaftlich und touristisch ein bedeutender Faktor. Durch die Bündelung des Bahnverkehrs aus dem Pustertal und Wipptal in Brixen steigt das Verhandlungsgewicht für einen Systemhalt im internationalen Fernverkehr.
    Bei nicht koordinierten Aktionen zwischen dem wirtschaftlich starken Brixen und Franzensfeste besteht das Risiko, dass keiner der beiden Halte vom Fernverkehr bedient wird, was für die gesamte östliche Landeshälfte nicht akzeptabel wäre. Touristen mit Zieldestination Pustertal/Eisacktal und auch Wipptal wären also gezwungen, ab Innsbruck oder Bozen den Regionalverkehr zu nutzen, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Akzeptanz. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein Fernverkehrshalt in Franzensfeste nur schwer vermittelbar ist.
    Die gesamte östliche Landeshälfte sollte sich für Brixen als Fernverkehrs-Systemhalt stark machen. Dies setzt eine Bündelung des Verkehrs voraus. Aus diesen Überlegungen wird nach Fertigstellung des BBT die Bedeutung der Riggertalschleife nochmals steigen, da Brixen dann zusammen mit dem Pustertal, Wipptal, Osttirol und der Region Anpezo über ein Einzugsgebiet von knapp 200.000 Einwohnern verfügen würde.
    Franzensfeste wird als Logistikpunkt für den Tunnelservice und die Instandhaltung an Bedeutung gewinnen. Durch Vorhaltung der entsprechenden Flächen kann Franzensfeste diese Funktion in Zukunft ausspielen.
    Die von der Gemeinde Franzensfeste postulierte Fahrzeit München-Franzensfeste von einer Stunde ist eine fehlerhafte Aussage. Realistisch ist nach Fertigstellung des BBT eine Fahrzeit von 2,5 Stunden zwischen München und Brixen.
    Bei entsprechendem Ausbau zwischen München und Innsbruck wäre eine Fahrzeit von etwas über zwei Stunden technisch möglich. Zeitnah geplant ist dieser Ausbau jedoch nicht.
    Was den Regionalverkehr für die Zeit nach der Fertigstellung des BBT betrifft, wurde von der Initiativgruppe ein interessantes Modell skizziert, das unter Umständen zu Verknüpfungen über Franzensfeste führt. Auch aus diesem Grund setzt sich die Inititiativgruppe dafür ein, dass die bestehende Trasse über Aicha nach Franzensfeste in Betrieb bleibt. Je nach Fahrplanmodell könnte die alte Trasse für den Regionalzugverkehr Richtung Innsbruck zusammen mit dem BBT eine interessante Perspektive bieten.
  8. Argument Franzensfeste:
    Fehlende Berücksichtigung von Natur und Umwelt
    Argument Initiativgruppe Riggertalschleife:
    Die Bahn ist das nachhaltigste und umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Das Projekt Riggertalschleife führt zu einer massiven Aufwertung des öffentlichen Personennahverkehrs in Südtirol. Besonders im Bereich der Mobilität können die Herausforderungen der Zukunft nur mit einer massiven Aufwertung der umweltfreundlichen Eisenbahn gelöst werden. Das Projekt Riggertalschleife ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Die Inititativgruppe Riggertalschleife ist für eine offene Diskussion bereit, appelliert aber an die Gemeinde Franzensfeste und an die politischen Vertreter des Wipptals hier nicht künstlich einzelne Landesteile und Gemeinden gegeneinander ausspielen zu wollen. Eine Aufwertung des Schienennahverkehrs ist ein Win-win-Spiel für alle Südtiroler Landesteile. Je mehr Menschen die Bahn benützen, desto leichter werden Angebotserweiterungen auf dem gesamten Schienennetz legitimiert. In diesem Sinne nützen die zu erwartenden Fahrgaststeigerungen durch die Riggertalschleife dem Schienenverkehr in ganz Südtirol.

Initiativgruppe Riggertalschleife 12. Dezember 2013

Siehe auch:
Ecologia Mobilität Politik Wirtschaft+Finanzen | | | | | |

5 replies on “Riggertal: Antworten an BM Amort.”

Zu 3.-ens immer noch konnte mir keiner erklären wieso ein genereller Ausbau der Pustertaler Bahnstrecke der ALLEN zugute kommen würde, hinter der Riggertaler Schleife ansteht?
Fakt ist mit dem gleichen, bzw. sogar weniger Geld lässt sich eine Fahrzeitverkürzung von 15min auf der Strecke Lienz-Innsbruck erreichen zieht man evt. Organisatorische Einsparungen hinzu lässt sich die Fahrzeit locker auf eine 1/2h reduzieren!
Diese Zeiteinsparungen machen es natürlich auch für die Züge die Direkt nach Meran fahren aus. Bei der richtigen Planung eben auch 15min!
Zum Thema 75% des Verkehres gehen nach Bozen, man schaue sich an weshalb das so ist, ganz klar weil die Bahn in Nordrichtung keine Konkurrenz zum Auto/Bus ist. Innsbruck/München/teilweise Lienz sind für die SüdtirolerInnen einfach viel Interessanter was Shopping & Co. angeht.
Die Fahrt nach Franzensfeste bedeutet für die Bozen Reisenden eine Verlängerung der Strecke um 5km, für Innsbruck Reisende würde eine Fahrt nach Brixen wohl deutlich umständlicher sein (Antwort der Initiatoren erbeten)!
Fakt ist der Bau der Riggertalerschleife beteudet folgendes:
-Fortschreiten der Italianisierung (Schneller in Rom, langsamer in Österreich/Deutschland)
-Bevorzugung gewisser Personenkreise (Beamte usw.)
-Gute Argumente für die Zentralisierung (siehe Bezirksgerichte)
-Abschwächung des Pustertales (eine Schande das so viele auswärts Arbeiten müssen)
-Unnötige Belastung der Umwelt/des Haushaltes
Ich trete ein führ einen generellen Ausbau der Pustertaler Bahn, mit 2h Takt Richtung Innsbruck/Bozen jeweils um eine halbe Stunde versetzt, das sich die Züge wie bisher Nahtlos verzahnen!

Zu 3.-ens immer noch konnte mir keiner erklären wieso ein Genereller Ausbau der Pustertaler Bahnstrecke der ALLEN zugute kommen würde, hinter der Riggertaler Schleife ansteht?
Fakt ist mit dem gleichen, bzw. sogar weniger Geld lässt sich eine Fahrzeitverkürzung von 15min auf der Strecke Lienz-Innsbruck erreichen zieht man evt. Organisatorische Einsparungen hinzu lässt sich die Fahrzeit locker auf eine 1/2h reduzieren!
Diese Zeiteinsparungen machen es natürlich auch für die Züge die Direkt nach Meran fahren aus. Bei der richtigen Planung eben auch 15min!

Da müßtest du aber auf der Bestandsstrecke einen ziemlich gewaltigen Ausbau vornehmen. Ausbau von großzügigen zweigleisigen Abschnitten, Begradigungen usw., wobei wir immer berücksichtigen müssen, dass wir innerhalb eines integrierten Taktfahrplans die 15 Minuten zwischen zwei System-Knotenpunkten einsparen müßten, nicht auf die Gesamtstrecke aufgeteilt, denn ansonsten nützt der Ausbau all denjenigen wenig, die Umsteigen müssen. (z.B. Gais – Bruneck Bhf. mit dem Bus und Bruneck – Brixen mit den Zug.

Zum Thema 75% des Verkehres gehen nach Bozen, man schaue sich an weshalb das so ist, ganz klar weil die Bahn in Nordrichtung keine Konkurrenz zum Auto/Bus ist.

Mittlerweile haben wir uns die Zahlen nochmals angeschaut. Tatsächlich sind es etwas mehr als 80% in Richtung Brixen/Bozen und lediglich knapp 20% in Nordrichtung. Die Verkehrsflüsse sprechen eine eindeutige Sprache. Die Riggertalschleife ist eine Anpassung an diese. Und bitte immer vergegenwärtigen. Ich erreiche mit der Riggertalschleife nicht nur Bozen um 15 Minuten rascher, sondern auch alle anderen westlichen Landesteile, einschließlich Brixen.

Die Fahrt nach Franzensfeste bedeutet für die Bozen Reisenden eine Verlängerung der Strecke um 5km, für Innsbruck Reisende würde eine Fahrt nach Brixen wohl deutlich umständlicher sein (Antwort der Initiatoren erbeten)!

Die Fahrt nach Innsbruck wird mit der Riggertalschleife und einem Umstieg in Brixen um 15 Minuten länger. Wenn man die Züge bis nach Innsbruck durchbindet und das Umsteigen am Brenner eliminiert, dann liegt der Zeitverlust bei 9 Minuten.
Nichtsdestotrotz bin ich der erste, der sich dafür stark macht, dass auch in Zukunft etliche Direktzüge von Lienz, über das Pustertal und auf der Bestandsstrecke von der Schabser Höhe über Aicha nach Franzensfeste, nach Innsbruck durchgebunden werden. Dass gestern der letzte Korridorzug durch das Pustertal gefahren ist, ist ein Armutszeugnis.

Fakt ist der Bau der Riggertalerschleife beteudet folgendes:
-Fortschreiten der Italianisierung (Schneller in Rom, langsamer in Österreich/Deutschland)
-Bevorzugung gewisser Personenkreise (Beamte usw.)
-Gute Argumente für die Zentralisierung (siehe Bezirksgerichte)
-Abschwächung des Pustertales (eine Schande das so viele auswärts Arbeiten müssen)

Ich kann diesen Argumenten einiges abgewinnen, allerdings sollten wir diese etwas losgelöst von der Riggertalschleife behandeln.
Die Fernverkehrsverbindungen Richtung Norden sind in der Tat skandalös. Das Land hat sich hierfür nie wirklich eingesetzt. Ich habe schon vor 4 bis 5 Jahren jährlich Verbesserungsvorschläge an das Mobilitätsressort gesandt, wie man mit einigen wenigen Regionalzügen zumindest am Tagesrand die Anbindung nach Innsbruck/München signifikant verbessern könnte. Bisher leider folgenlos.
Was in Südtirol nie diskutiert wird, sind die Auswirkungen des BBT auf unser Land. Wenn man z.B von Brixen in ca. 30 Minuten, von Bozen in 60 Minuten und von Bruneck in 1 Std., 15 Minuten Innsbruck erreicht, wird die gesamte Verkehrsstruktur auf den Kopf gestellt. Es ist danach durchaus attraktiv in Innsbruck zu arbeiten und in Südtirol zu wohnen oder umgekehrt. Dadurch könnte Nord- und Südtirol wesentlich enger zusammenwachsen als es alle Euregio Sonntagsreden jemals erreichen werden.
Die östliche Landeshälfte sollte sich aber so langsam darum kümmern, dass Brixen für sämtliche Züge des Personenfernverkehrs ohne Wenn und Aber Systemhalt wird. Derzeit ist dies nirgendwo festgeschrieben.
Durch die Öresund Brücke/Tunnel zwischen Kopenhagen und Malmö ist ein einheitlicher Wirtschaftsraum entstanden. Leute aus Malmö pendeln nach Kopenhagen und umgekehrt.

In Bozen wurde in den letzten Jahrzehnten ein Verwaltungs-Wasserkopf aufgebaut. Warum nicht bestimmte Landesämter zur Gänze in Mittelpunktzentren, wie Bruneck, Brixen, Meran, Sterzing oder Schlanders auslagern? Ein Landesstatistikamt könnte z.B. im Zeitalter der neuen Medien auch dort gut funktionieren. Die Uni hätte man ebenso zur Gänze in Brixen aufbauen können. Im Bereich der Verwaltungsreform im Gesundheitsbereich (Konzentration nach Bozen) soll auch so einiges schiefgelaufen sein. In Zukunft müssen Dezentralisierungen angedacht werden.

Was in Südtirol nie diskutiert wird, sind die Auswirkungen des BBT auf unser Land. Wenn man z.B von Brixen in ca. 30 Minuten, von Bozen in 60 Minuten und > von Bruneck in 1 Std., 15 Minuten Innsbruck erreicht, wird die gesamte Verkehrsstruktur auf den Kopf gestellt. Es ist danach durchaus attraktiv in Innsbruck zu arbeiten und in Südtirol zu wohnen oder umgekehrt.

Ich habe einmal gehört, dass nur der Güterverkehr durch den BBT geschickt wird und der Personenverkehr weiterhin über die bestehende Trasse abgewickelt werden soll. Bin ich hier richtig informiert? Falsch? Halbrichtig? Veraltetes Wissen?

Es gibt noch kein Betriebskonzept für den BBT, deshalb kann hier keine definitive Aussage gemacht werden. Ich würde aber mal davon ausgehen, dass stündlich Personenzüge verkehren. Das definitive Betriebskonzept des Gotthardtunnels ist auch erst kürzlich festgelegt worden. Die Frage wird man realistisch frühestens in 15 Jahren beantworten können, sollte der BBT jemals gebaut werden.

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