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Nationalstaaten für Roaminggebühren.

Der Plan der EU-Kommission, die Roaminggebühren für Handynutzung innerhalb der EU abzuschaffen, wurde vom EU-Rat abgelehnt; stattdessen soll ein Kontingent von 50 Minuten für Telefonate, 50 SMS und 100 MB Datennutzung zu Inlandskonditionen eingeführt werden. Die frühere EU-Justizkommissarin Viviane Reding und Kämpferin für die Abschaffung des Roamings sprach von einer »Schande«. Eigentlich müsste es einen Volksaufstand geben, meinte die konservative EU-Abgeordnete. In geheimen Brüsseler Ministerialrunden werde beschlossen, den Leuten weiter das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wieder einmal zeigt sich, dass die Kommission und das Parlament wesentlich weiter als der EU-Rat als Vertreter der nationalen Regierungen sind. Während mit den USA über ein Freihandelsabkommen verhandelt wird, wollen die Nationalstaaten ihre nationalen Regelungen behalten, um bei nächster Gelegenheit wieder auf die EU einzudreschen. Wie es um die Zukunft der Netzneutralität und des digitalen Binnenmarktes bestellt sein wird, kann sich jeder selbst ausmalen.

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10 replies on “Nationalstaaten für Roaminggebühren.”

Da bin ich aber neugierig, welche Parteien Du mir hierzu empfehlen würdest!

Das kann jeder für sich selbst entscheiden, ich wüsste wenn ich bei EU Wahlen wählen würde.

Als ob Du mit EU Wahlen den Rat zügeln könntest. Ich kapier Deinen Punkt nicht.

Das einzig undemokratische an der EU ist dieser nationalistische Rat!
Ich befürworte auch keinen solchen eingriff in den Markt, aber solange es keinen single market gibt, erscheint es mir wie eine gerechtfertigte Alternative. Das Problem ist aber auch den meisten Menschen ist es schlichtweg egal, sie regen sich mehr darüber auf wenn die Tarife teurer werden, deshalb wir es auch zu keinem “Aufstand” kommen, der durchschnittliche Europäer bleibt eben gern zuhause.

Ich war davon ausgegangen, dass die 50 Minuten/50 SMS/100 MB Datenverkehr ein Monatskontingent darstellen, habe jetzt aber erfahren, dass das ein Jahreskontingent sein soll. Meine Meinung: Das wäre pure Verarschung, dann sollen sie’s einfach gleich so lassen, wie es jetzt ist. Offenbar gibt es aber noch einen nicht ganz aussichtslosen Vorstoß Lettlands, das Roaming doch abzuschaffen… die Hoffnung bleibt also vorerst.

Eine gute Nachricht. Trotzdem, folgendes ist ein Hinweis darauf, dass die ganz großen Brötchen noch nicht gebacken wurden:

Das völlige Aus für die Extra-Gebühren bedeutet dies für die Verbraucher allerdings nicht: Anbieter dürfen Einschränkungen machen, wenn der Nutzer häufiger im EU-Ausland mobil telefoniert, surft oder SMS verschickt und nicht nur bei gelegentlichen Reisen, etwa im Urlaub. Zudem sollen die Anbieter entstandene höhere Kosten abrechnen können.

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