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15° compleanno del suffisso catalano.

Esattamente quindici anni — un decennio e mezzo — fa nasceva il suffisso internet che non poteva esistere: il punto cat per la Catalogna, o meglio, per la comunità catalanofona della rete. Presentata la candidatura all’autorità competente, l’ICANN, il 16 marzo 2004 col sostegno esplicito di 98 entità e associazioni, 2.615 imprese e 65.468 individui dall’associazione puntCAT, nonostante importanti pressioni politiche avverse, nell’aprile successivo si apriva ufficialmente una fase di trattativa — che il 16 settembre 2005 sfociava nella creazione del nuovo suffisso.

Il primo dedicato a una comunità regionale, ha poi fatto da apripista a moltissimi altri territori e città che nel frattempo si sono dotati di una propria identità in rete.

Non fa parte di questa comunità di «autonomie digitali» il Sudtirolo, che nonostante i diversi annunci non ha mai ufficialmente intrapreso la strada verso la creazione di un proprio dominio. Anzi, nel 2013 — a ormai quasi un decennio dall’attivazione del suffisso catalano — Tageszeitung dichiarava praticamente impossibile l’ottenimento di una identità telematica indipendente per la nostra terra.

Vedi anche:
Außendarstellung Föderal+Regional Tech&Com Vorzeigeautonomie | | | TAZ | Catalunya Südtirol/o | | Italiano

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CAI hat Eigenkreation Adesc Alt aufgegeben.

Vor bald zehn Jahren hatte ich den Bergrettungsdienst des CAI kritisiert, weil er im Ladinischen statt Südtirol/Sudtirol oder Tirol dl Sud konsequent die — laut Istitut Ladin Micurà de Rü — »sprachwissenschaftlich nicht akzeptable« Neuerfindung Adesc Alt verwendete.

Inzwischen scheint der CAI zwar noch immer nicht von A. Adige Abstand genommen zu haben, Adesc Alt ist aber aus dem Logo und vom Internetauftritt seiner Bergrettung verschwunden. Auf den Webseiten in ladinischer Sprache wird nun die Landesbezeichnung Südtirol verwendet.

Übrigens: Die Homepage des Bergrettungsdiensts (BRD) im AVS gibt es zwar auf Deutsch, Italienisch, Französisch und Englisch — nicht aber auf Ladinisch. Im Italienischen werden dort — einschließlich der Landesbezeichnung — konsequent die tolomeischen Erfindungen benutzt. Nix mit Sudtirolo. Dabei war der AVS doch Teil der Arbeitsgruppe für [die] Ortsnamensregelung.

Und während der CAI die URL bergrettung.org nutzt, ist es beim AVS bergrettung.it.

Siehe auch:
Minderheitenschutz Ortsnamen Plurilinguismo Tech&Com | Good News | Ettore Tolomei | | Ladinia Südtirol/o | AVS CAI | Deutsch

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Einsprachiges Messgerät im Landtag.

Am 27. Juli hatte der Landtagsabgeordnete Alessandro Urzì (FdI) eine Anfrage ans Landtagspräsidium gerichtet, mit der er sich erkundigte, wer das Fiebermessgerät am Eingang des Landtags aus welchem Grund nach der Montage umprogrammiert hat, sodass nun die akustischen Mitteilungen nur noch auf Deutsch (und nicht mehr wie bis dahin: nur auf Italienisch) ertönen.

Die Begründung von Generalsekretär Florian Zelger, der die Umstellung angeordnet und die Anfrage beantwortet hat, lautet: Auf dem Display des Messgeräts werde das Ergebnis der Messung farblich (rot oder grün) angezeigt. Das reiche. Die akustische Information könne nicht in mehreren Sprachen ausgegeben werden, weshalb man sich einerseits an der Erstsprache der Pförtnerinnen (Deutsch) orientiert habe, die das Display von ihrer Loge aus nicht einsehen können und somit akustisch informiert werden, ob die eintretenden Personen Fieber haben. Zudem seien die Mehrzahl der Landtagsabgeordneten und der Besucherinnen deutschsprachig.

Ich finde sowohl die Anfrage als auch die Antwort suboptimal.

  • Bei Urzì schwingt wieder einmal mit, dass ihm italienische Einsprachigkeit lieber wäre als deutsche Einsprachigkeit. Letzteres ließe sich aber zumindest sprachpolitisch mit dem Prinzip der positiven Diskriminierung (affirmative action) rechtfertigen, zum Beispiel aufgrund der allgemeinen sprachlichen Situation im Lande.
    Wennschon sollte die Frage also lauten, warum sich der Landtag vor Anschaffung eines derartigen Geräts nicht erkundigt hat, ob es fähig ist, die Ergebnisse in mehreren Sprachen parallel auszugeben.
  • Die Antwort von Zelger wiederum geht nicht von sprachpolitischen, sondern nur von quantitativen Überlegungen aus, die hier meiner Meinung nach wenig Sinn ergeben. Eine etwaige positive Diskriminierung müsste nämlich auch (und gerade!) dann gelten, wenn die Minderheitensprache von wenigen Besucherinnen gesprochen wird und die Staatssprache von vielen.
    Zudem blendet die Antwort aus, dass es sehbehinderte Menschen gibt, für die die akustische Information sehr wohl relevant (und nicht nur ein netter Zusatz) ist.

Ohne dafür einen Beweis zu haben gehe ich aber ohnehin eher davon aus, dass beim Ankauf des Gerätes geschlampt wurde. Anstatt eine wirklich mehrsprachige Messstation zu erwerben wurde eine ausgesucht, die entweder die eine oder die andere Sprache berücksichtigt.

Mit einer sorgfältigen Recherche hätte man unter Umständen vielleicht sogar ein Gerät mit frei programmierbarer Sprachausgabe finden können: dann hätte sogar Ladinisch berücksichtigt werden können — jene Sprache in Südtirol, die eine positive Diskriminierung am dringendsten nötig hätte.

Siehe auch:
Gesundheit Minderheitenschutz Plurilinguismo Politik Service Public Tech&Com | affirmative action Bilinguismo negato Coronavirus | Alessandro Urzì | | Südtirol/o | FdI Südtiroler Landtag | Deutsch

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Rai scheitert an mehrsprachiger Cookie-Info.

Die Nachrichtenseiten der Südtiroler Tagesschau sowie von Trail sind ins Internetportal der Rai-Regionalnachrichten (einsprachig italienisch: TGR) eingegliedert. Dieses ist wohl einsprachig konzipiert worden, weshalb die Cookie- und Werbeinformation auch auf den Seiten von Tagesschau und Trail ausschließlich auf Italienisch eingeblendet wird. Auch eigene Einstellungen lassen sich ohne gute Kenntnisse der Staatssprache nicht vornehmen.

Um es einzuordnen: Bei der deutsch- und ladinischsprachigen Rai handelt es sich um öffentlich-rechtliche Angebote, die auch dafür konzipiert wurden, dass Bürgerinnen, die die Staatssprache (noch) nicht oder nicht ausreichend beherrschen, mit grundlegenden Informationen versorgt werden können.

Gerade deshalb — aber auch angesichts der Summen, die das Land Südtirol in den staatlichen Rundfunk investiert — sollte es nicht zuviel verlangt sein, dass jene Rai-Webseiten, die sich ausdrücklich an die Minderheiten richten, auch vollumfänglich in den Minderheitensprachen verfügbar sind.

Im Übrigen bin ich aber ohnehin der Meinung, dass das eine Frage der Nutzerfreundlichkeit ist und die Forderung nach Mehrsprachigkeit normalerweise gar nicht besonders begründet werden müsste.

Siehe auch:
Datenschutz Discriminaziun Medien Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Service Public Sprachpfusch Tech&Com Zentralismus | Bilinguismo negato Italianizzazione Medienkritik | | Rai | Italy Ladinia Südtirol/o | Land Südtirol | Deutsch

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Connecting Europe: eTranslation.
Übersetzungsservice

Die Enterprise Europe Network (EEN) Servicestelle der Südtiroler Handelskammer weist auf ein maschinelles Online-Übersetzungsservice der EU hin, das unter anderem für Kleine- und mittlere Unternehmen (KMU), Hochschulen und öffentliche Verwaltungen gedacht ist.

Es ist kostenlos verfügbar und bietet laut Handelskammer eine hohe Sicherheit, da Daten für Außenstehende nicht einsehbar sind. Unterstützt werden sämtliche 24 Amtssprachen der EU (also keine Minderheitensprachen, die nicht Amtssprachen eines anderen EU-Landes sind), zudem Isländisch, Norwegisch, Russisch und Chinesisch.

Erreichbar ist der Dienst unter folgender Webadresse: https://webgate.ec.europa.eu/etranslation/public/welcome.html

Siehe auch:
Plurilinguismo Service Public Tech&Com Wirtschaft+Finanzen | Good News | | | Europa | EU Handelskammer | Deutsch

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Perimetro di Sicurezza Nazionale Cibernetica.
Quotation 622 // Nuovo confine digitale

Silvius Magnago, il padre nobile dell’Autonomia Sudtirolese, all’ingresso dell’Austria nell’area Schengen disse che oramai i “confini erano dei fili di seta” sottintendendo che a partire da quel momento la distanza dal Nord Tirolo sarebbe stata quasi nulla.

Altri fili sottilissimi e quasi invisibili stanno richiudendo quel confine: sono i file della fibra ottica che trasportano dati e non persone.

Infatti sta nascendo, devo dire senza grande enfasi, un nuovo confine fatto di fibre ottiche che prende il nome di Perimetro di Sicurezza Nazionale Cibernetica. CyberItalia per alcuni.

Un confine invisibile, ma netto, ben definito e presidiato con misure di sicurezza contro i cybercrime e per questo potenzialmente più insidioso e pericoloso del confine fisico al Brennero.

Dallo schema di DPCM emerge la volontà di creare degli Stati Digitali in chiave Cybersicurezza come per altro avviene in altri Paesi europei e con una connessione tra diversi Stati EU ancora in via di definizione completa. Inoltre non vi è traccia di alcun riferimento alle Regioni Autonome.

[P]enso che in questa fase di ritorno del centralismo nazionalista romano disinteressarsi della questione del Perimetro Digitale e della gestione degli incidenti informatici CSIRT un poco da sciocchi lo sia.

Da CyberItalia e le autonomie, articolo di Paolo Gasperi apparso sull‘A. Adige del 16 luglio 2020
Grenze Nationalismus Sicherheit Tech&Com Vorzeigeautonomie Zentralismus | Quote | | AA | Italy Nord-/Osttirol Österreich Südtirol/o | | Italiano

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Digitalianisierung: Zertifizierte E-Mail.

Weil ÖSDI, elektronische Rechnung, digitale Unterschrift und neue Registrierkassen noch nicht genug waren, zieht jetzt die zertifizierte E-Mail (PEC) nach:

Klar, Aruba ist ein privater Anbieter, doch erstens handelt es sich um den Platzhirsch und zweitens gibt es zum Beispiel in meinem Fall eine Konvention mit der Berufskammer, die einen Anbieterwechsel schmerzhaft machen würde. Zudem ist die PEC ein staatlich kodifiziertes und für viele Berufskategorien verbindlich vorgeschriebenes System.

Übrigens: Obwohl in der abgebildeten Mitteilung steht, dass die Sprache auf Englisch eingestellt würde, war es in Wirklichkeit Italienisch. Weiterhin unterstützt wird neben diesen beiden Sprachen sonderbarerweise ausschließlich Spanisch.

In jedem Fall kann das obige schon quasi als Symbolbild für den Zustand der Südtiroler Zweisprachigkeit im Kontext der Digitalisierung — und die Abwesenheit einer Südtiroler Sprachpolitik — betrachtet werden. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht und auch das Vorhaben der Landesregierung, die digitale Autonomie zu erlangen, scheint eher vor sich hin zu schlummern.

Siehe auch:
Discriminaziun Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Tech&Com | Bilinguismo negato Italianizzazione | | | Italy Südtirol/o | Land Südtirol | Deutsch

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Der Kassabon wird einsprachig.

Für viele unbemerkt wurde hierzulande wieder einmal eine technologische Änderung umgesetzt, die für viele Betriebe zunächst mit organisatorischem Aufwand und Ausgaben verbunden war: alle Registrierkassen, die nicht bereits dafür vorbereitet waren, mussten mit neuen Geräten ersetzt werden, die ihre Daten elektronisch mit der Einnahmenagentur austauschen können.

In diesem Zuge kam es de facto — wie so oft, wenn Neuerungen im digitalen Bereich eingeführt werden — zu einem deutlichen Schub weg von der Zweisprachigkeit und hin zur alleinigen Staatssprache.

Seit dieser kleinen Revolution halten wir nach einem Einkauf keine herkömmlichen Kassenbelege mehr in der Hand, sondern ein »Handelsdokument«, das »einen Verkauf oder eine Dienstleistung« bescheinigt. Große Teile dieses Dokuments — nämlich jene, die ich im obigen Beispiel rot hinterlegt habe — sind in der Praxis nur noch einsprachig. Jedenfalls habe ich seit der Umstellung noch kein Exemplar in die Hand bekommen, auf dem diese Angaben auch auf Deutsch angeführt gewesen wären.

Dabei ist es — wie bei der elektronischen Rechnung — relativ unerheblich, ob die neuerliche Italianisierung ausdrücklich ins Gesetz (oder in die technischen Spezifikationen für die Geräte) geschrieben wurde oder ob es sich »nur« um eine Nebenwirkung handelt. Das Ergebnis ist und bleibt, dass die Digitalisierung im Nationalstaat zur sprachlichen Homogenisierung führt. Ob ÖSDI, elektronische Rechnung, digitale Unterschrift oder jetzt die Vernetzung der Registrierkassen — bei diesen strukturellen Eingriffen von oben wird die staatliche lingua franca zum Nachteil der Minderheitensprachen gestärkt.

Siehe auch:
Discriminaziun Minderheitenschutz Nationalismus Plurilinguismo Tech&Com Verbraucherinnen Wirtschaft+Finanzen | Italianizzazione | | | Italy Südtirol/o | | Deutsch