Werbung geht, Kulturflatrate kommt.

Flattr ist eine sogenanntes Mikro-Bezahlsystem, ein alternativer Weg, um Internet-Inhalte mit kleinen Geldbeträgen freiwillig zu unterstützen. Seit heute ist die Brennerbasisdemokratie Teil dieses Experiments, das sich in letzter Zeit wie ein Lauffeuer im Internet verbreitet hat. Werbung hat sich auch im Falle dieses Blogs als schwerfälliges, störendes und letztendlich unnützes Mittel erwiesen, zumindest die Registrierungskosten für Adresse und Webspace zu decken — wenn man bedenkt, dass über Werbung in über drei Jahren ein Gesamtbetrag von bisher rund EUR 45,- zusammengekommen ist (Google AdSense zahlt Beträge erst ab EUR 70,- aus).

Wer — wie ich — Inhalte zum Flattern anbietet, verpflichtet sich automatisch auch, regelmäßig einen kleinen Fixbetrag (ab EUR 2,- mtl.) an andere Flattr-Nutzer zu vergeben. Das funktioniert so: Man beschließt beispielsweise, jeden Monat EUR 5,- abzugeben, um wertvolle Inhalte zu fördern. Klickt man in einem Monat 10mal einen Flattr-Button an, erhalten die Autoren der verknüpften Inhalte je 50ct. Klickt man 100 Buttons an, erhält jeder nur noch 5ct. — die fünf Euro werden zu gleichen Teilen unter allen geflatterten Urhebern aufgeteilt. Ich werde jetzt nach und nach die Werbung vom Blog entfernen und voll und ganz auf Flattr setzen. Ich denke nicht, dass ein kleines Blog wie dieses mit Flattr erwähnenswerte Geldsummen einbringen kann. Vielmehr handelt es sich wahrscheinlich um ein Nullsummenspiel (geben/nehmen), das sich zum Ziel setzt, guten Inhalt zu belohnen. Da ich diesen Ansatz aber sympathisch finde, will ich Flattr gerne ausprobieren.

Hier noch ein Video, welches das Konzept in aller Kürze zusammenfasst:

[youtube]9zrMlEEWBgY[/youtube]

Last but not least:

1. Der Flattr-Button befindet sich vorerst nur in der Seitenleiste direkt unter der Suchfunktion. Nach und nach werde ich eventuell auch einzelne Einträge mit Buttons versehen.

2. Da Flattr noch im Testbetrieb läuft, ist für die Einschreibung derzeit ein Invite-Code nötig. Jedes eingeschriebene Mitglied hat drei davon zur Verfügung. Ich würde meine Codes gerne verschenken, bevorzugt an Kommentatoren dieses Blogs oder an andere Blogger aus Südtirol. Einfach hier einen Kommentar (mit gültiger Emailadresse) posten und ich schicke euch die Einladung zu.

Update vom 12. August 2010: Heute ist Flattr von der closed zur open beta übergegangen, wodurch die umständliche Registrierung per Einladung ab sofort entfällt. Wer möchte kann sich also umgehend einschreiben und mit dem Schmeicheln (engl. to flatter) loslegen. (Hinweis von Seth80)

Presse: [1|2]

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4 replies on “Werbung geht, Kulturflatrate kommt.”

Ich sehe das Ganze unter dem Aspekt eines Experimentes. Nicht nur kleine Blogs, auch große Verlagshäuser können nicht genug Einnahmen aus dem Netz generieren. Ich finde den Ansatz jedenfalls interessant und werde ihn unterstützen, auch wenn ich glaube, dass nur sehr geringe Summen zusammenkommen. Der Ansatz der Freiwilligkeit ist jedenfalls viel besser als beispielsweise der Kopierschutzansatz der Musikindustrie. Hier mussten die meisten Musikverlage zurückrudern, da die Nutzer eine Knebelung bzw. eine Entrechtung der gekauften Inhalte ablehnen. Ich bin gespannt!

Ich sehe die Einbindung von Flattr ebenfalls als Experiment. Ich glaube kaum, dass ein kleines Blog wie dieses nennenswerte Summen erflattern kann. Ziemlich sicher werde ich mehr Geld verschenken als einnehmen — dazu bin ich aber auch durchaus bereit. Problematisch sehe ich höchstens die zu erwartende Umverteilung von unten nach oben.

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