Moody’s stuft Südtirol herab.

Die Ratingagentur Moody’s hat jetzt auch Südtirols Kreditwürdigkeit deutlich (um drei Stufen) herabgesetzt. Die Aberkennung der Bestnote (Aaa) und Neueinstufung mit der Note Aa3 begründet das Institut damit, dass Italien herabgestuft wurde, und Südtirol — wie andere italienische Regionen und Banken auch — aufgrund seiner Mitgliedschaft im italienischen Staatsverband mit abgestuft werden müsse. Dies ist selbstverständlich, weil eine eventuelle Zahlungsunfähigkeit Italiens auch Südtirol mit in den Abgrund ziehen würde. Trotzdem bleibt Südtirols Bewertung vorerst besser, als die des Staates (A2).

Das Landespresseamt nimmt bislang nicht zur Neueinstufung Stellung.

Die neue Bewertung hat konkrete Folgen für das Land und seine Bürger, unter anderem wird die öffentliche Kreditbeschaffung teurer. Damit werden all jene Lügen gestraft, die stets behauptet hatten, das Mailänder Abkommen und das Autonomiestatut koppelten uns ausreichend von der Situation der italienischen Staatsfinanzen ab, da die Steuereinnahmen großteils im Lande blieben.

Genausowenig stimmt freilich, dass diesbezüglich, aufgrund der internationalen Wirtschaftsverflechtungen, kein Unterschied mehr zwischen einer autonomen Provinz und einem unabhängigen Land besteht. Ein souveränes Südtirol wäre nicht mit abgestuft worden.
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32 replies on “Moody’s stuft Südtirol herab.”

Stört es eigentlich niemanden, dass sich sogenannte „unabhängige“, von privaten interessen gesteuerte Rating Agenturen erlauben, nicht nur andere private Objekte/Subjekte zu beurteilen, sondern Staaten und soziale Gemeinschaften nach ihren pseudo-Kriterien einstufen und prekäre Wirtschafts-und Lebenssituation noch verschlimmern?

Es stört mich dieses Wirtschaftssystem, welches den privaten Agenturen (die grundsätzlich nichts anderes tun, als eine Meinung zu äußern) so viel Macht gegeben hat — angeblich haben ja die Staaten die Macht der Ratingagenturen noch während der ersten Wirtschaftskrise von 2007 mittels internationalen Abkommen (Basel-Veträge) gestärkt.

Was mich aber ebenso stört, ist dass manche nur zu stören scheint, dass diese Agenturen Italien herabstufen und gleichzeitig ausblenden, dass dieser Staat während der letzten Jahrzehnte tatsächlich enorme Schulden angehäuft hat, die allzu lange ignoriert wurden. Dass das eine tickende Zeitbombe war, wussten alle…

Es stört mich dieses Wirtschaftssystem, welches diesen privaten Agenturen (die grundsätzlich nichts anderes tun, als eine Meinung zu äußern) so viel Macht gegeben hat — angeblich haben ja die Staaten die Macht der Ratingagenturen noch während der ersten Wirtschaftskrise von 2007 mittels internationalen Abkommen (Basel-Veträge) gestärkt.

Es ist ausgesprochen problematisch, daß private Ratingagenturen eine dermaßen hohe Macht aufweisen und mit ihren Ratings/Meinungen ganze Staaten bzw. Staatensysteme beeinflussen können. Es ist übrigens kein Zufall, daß alle drei Ratingagenturen ihren Hauptsitz im englischsprachigen Raum haben und bes. jene mit Sitz in den USA eine große Macht besitzen. Die Kreise die unter anderem diese Agenturen mitbeeinflussen bzw. die mit ihnen verwoben sind, haben ein Interesse mit Ratings(oder besser mit zeitlicher Abstimmung der Downgrades) das Schicksal Europas mitzubeeinflussen. Interessant daß mit Ratings der Finanzbedarf per Zinsen der Schuldenstaaten erhöht wird, der IWF aber andererseits(zusammen mit EFSF/ESM) Europa Hilfe anbietet und Bonds auf dem Sekundärmarkt kaufen will. Siehe auch anderen Thread.
Übrigens, China hat längst seine eigene Ratingagentur gegründet und akzeptiert schon allein aus politischen Gründen keine Ratings aus den USA.
http://www.dagongcredit.com/dagongweb/english/index.php
Europa hat bei der Einführung des € leider versäumt ähnliche Strukturen zu schaffen. Keine Kriseninterventionsfonds, Keine rechtlich verbindlichen Wege wie bei Staatsschuldenkrisen vorgegangen wird, keine eigene Ratingagentur, kein „Finanzministerium“. Die werden nun erst nach und nach geschaffen und bis dahin bleiben wir von solchen Ratings abhängig.

Was mich aber ebenso stört, ist dass manche nur zu stören scheint, dass diese Agenturen Italien herabstufen und gleichzeitig ausblenden, dass dieser Staat während der letzten Jahrzehnte tatsächlich enorme Schulden angehäuft hat, die allzu lange ignoriert wurden. Dass das eine tickende Zeitbombe war, wussten alle…

Jede Ratingagentur würde Italien herabstufen bzw. I ein niedrigeres Rating als anderen Staaten geben. Die zeitlichen Abläufe sind interessant und bezeichnend. Übrigens, die Italienischen Probleme waren bereits bei der €Einführung bekannt, haben aber angesichts der EU- und vor allem Natomitgliedschaft des Landes Niemandem gestört. Man wollte einen € mit möglichst vielen Mitgliedern und er sollte auch die geostrategisch wichtigsten Mitglieder umfassen. Eine kleinere €Zone wurde damals politisch verhindert. keiner kann sich auf „Das habe ich nicht gewußt“ berufen. Es war bekannt. Ignoriert wurden sie aus politischen Gründen, die Lösung der Krise ist ebenfalls politisch wie ökonomisch. Sie endet weder am Brenner, noch in Salurn. ;)

MfG

[…] die Lösung der Krise ist ebenfalls politisch wie ökonomisch. Sie endet weder am Brenner, noch in Salurn.

Sie endet am Brenner zwar nicht, nimmt aber ein völlig anderes Ausmaß an — nämlich noch immer jenes eines Triple-A, um es mit den Maßstäben der Ratingagenturen auszurücken. Es ist klar, dass eine italienische Insolvenz alle Euroländer und darüberhinaus die gesamte Weltwirtschaft schwer treffen würde. Trotzdem wären die Auswirkungen dies- und jenseits des Brenners sehr unterschiedlich.

Sie endet am Brenner zwar nicht, nimmt aber ein völlig anderes Ausmaß an — nämlich noch immer jenes eines Triple-A, um es mit den Maßstäben der Ratingagenturen auszurücken.

Das Heilsame ist, daß Italien nun endlich zu Reformen gezwungen wird und die Hiobsbotschaften wohl das Ende der Ära Berlusconi einläuten, weil Italien nur von Außen zu Reformen gezwungen werden kann. Allerdings, mehr dazu im anderen Thread. Infolge des too connected to fail wird man weder eine Insolvenz eines großen Landes in der €Zone zulassen(bestenfalls einen Schuldenschnitt eines kleineren Landes wie bsw. Hellas was aber international einem default gleichkommt). Die Risiken werden in Zukunft gemeinsam sein. Besser noch, sie sind es bereits heute, über EFSF(in Zukunft ESM) und über die EZB die Staatsanleihen der Schuldenstaaten und giftige Assets aus der Subprimekrise hortet. Die Auswirkungen auf I bsw. im Vergleich zu D werden unterschiedlich sein, und da gebe ich Dir recht, allerdings geringer als ihr denkt. Man wird eher wie Obama in den USA auf Wachstumsimpulse und Reformen, weniger aufs reine Sparen setzen. aus den Fehlern, die seit mai 2010 in Hellas gemacht wurden, hat man gelernt.

MfG

@ Martin G.

Was soll man von einem Land halten, das erst spart, wenn es vom Ausland gezwungen wird (weil es riskiert, den ganzen Kontinent in seinen Sog zu ziehen)? Was soll man von einem Volk handeln, das einen Premier wie Berlusconi nicht selbst verjagt, sondern immer und immer wieder wählt? Ich will nicht bei einem Land bleiben, wo ich immer auf externe Zwänge hoffen muss (das war ja bei der Südtirol Autonomie auch der Fall!).

“Südtirol ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit bestechenden Vorzügen und ein sehr gutes Sprungbrett in den italienischen Markt; das haben zahlreiche Unternehmen aus dem Ausland bereits erkannt, die sich hier niedergelassen haben”, strich BLS-Direktor Ulrich Stofner den Standortvorteil Südtirols heraus.

Quelle.

„Trotz Unternehmergeist, Arbeitsmoral und Qualität unserer Wirtschaft haben wir demnach einen Nachteil gegenüber deutschen, österreichischen, Schweizer, oder insgesamt gegenüber mittel- und nordeuropäischen Konkurrenten, weil wir in das italienische Wirtschaftssystem eingebunden sind“, erklärt [Landesrat Thomas] Widmann.

Quelle.

Beide Nachrichten von heute.

Beide Nachrichten von heute.

Danke für den Hinweis.
Übrigens, es lohnt sich immer den ganzen verlinkten Artikel zu lesen, auch bei der zweiten Quelle. In Teilen widersprechen sich die beiden Artikel.

MfG

Was soll man von einem Land halten, das erst spart, wenn es vom Ausland gezwungen wird (weil es riskiert, den ganzen Kontinent in seinen Sog zu ziehen)? Was soll man von einem Volk handeln, das einen Premier wie Berlusconi nicht selbst verjagt, sondern immer und immer wieder wählt? Ich will nicht bei einem Land bleiben, wo ich immer auf externe Zwänge hoffen muss (das war ja bei der Südtirol Autonomie auch der Fall!).

Das ist derzeit leider so, wie oben. Das könnte aber dazu beitragen daß wir endlich den derzeitigen MP loswerden. Aber, alle Staaten unterliegen externen Zwängen und gerade auch die Deutschen mußten dies genau vor einer Woche feststellen, daß ihnen nämlich die Zustimmung zum EFSF II unterm Strich ihren Interessen dient. Wir sollten auch bedenken, daß wir in der Geschichte des letzten Jahrhunderts auch(wenigstens zweimal) großes Glück hatten. Die die damals unser Geschick bestimmt haben, standen unter hohen Druck und haben an und für sich eine gute Entscheidung getroffen.
Ich weis, ich werde mir hier jetzt damit keine Freunde machen. :(

STOL hat meiner Meinung nach erneut gezeigt wie manipulativ sie arbeiten.
Zuerst keine Meldung, dann wurde die Herunterstufung Südtirols im Artikel zur Herunterstufung Italienischer Grossbanken erwähnt, dann ca. zur Mittagszeit als eigener Artikel, aber als Nebenmeldung, nicht Hauptmeldung, die aber schnell Platz machte für die Meldung zur Herunterstufung der Volksbank und Sparkasse. Die Meldung zu Südtirol verschwand dann schnell aus der Homepage und man muss schon danach suchen.

Von der LPA ein ähnliches Spiel. Zuerst nichts, dann die Meldung von LR Widmann (und nicht der Landesregierung), welche natürlich auch schnell in „unter anderem“ verschwand und nicht auf der Startseite der LPA direkt verlinkt ist. Eine schnelle Suche nach „Rating“ bei der LPA bringt ans Tageslicht, dass die positiven Meldungen in den vergangenen Jahren gross und prominent verkündet und meist mit mehreren Mitteilungen gewürdigt wurden.

Schlechte Nachrichten dürfen nicht sein im Lande Südtirol. Neutrale Berichterstattung sieht anders aus.

@Martin G.
deine Meinung in Ehren aber es ist eben nur eine Meinung. Weder du noch irgendjemand kann vorhersehen was in einem Jahr sein wird. Ob diese Rettungsschirme funktionieren oder nicht usw. Den sogenannten Finanzexperten welche nach diesen Schirmen rufen werfe ich Eigeninteressen vor, sie wollen nur nicht für ihre Spekulationen zur Kasse gebeten werden. Wie 2008 soll der Steuerzahler für die Verfehlungen aufkommen und die Spekulanten verdienen fleissig mit da sie auch noch gegen uns wetten. Und vielleicht darf ich daran erinnern dass kaum einer dieser Experten die letzte Finanzkrise richtig vorausgesagt und eingeschätzt hat. Ausnahmen wie Dr. Max Otte bestätigen die Regel, vielleicht hast du gestern Monitor auf ARD verfolgt, ich denke mit seinen Einschätzungen liegt er wieder goldrichtig.
Tatsache ist dass die Grenze am Brenner eine grosse Auswirkung hat und haben wird, oder wurde nördlich des Brenners auch Sparpakete mit allen Folgen beschlossen? Wurde z.B. dort die MwSt. erhöht? Du bist blauäugig wenn du glaubst dass die Unterschiede bei den Auswirkungen gering sein werden.

@ anonym
genau. das kaffeesudlesen als wissenschaft zu verkaufen nervt. man kann meinungen haben und aufgrund dieser dann entscheidungen treffen. das ganze aber als „wahrheit“ zu verkaufen ist scharlatanerei. gleich wie eine nachträgliche beurteilung a la „das ist passiert, weil …“.

wie die unumstößlichen wahrheiten der finanzexperten kollabieren zeigt die geschichte von peter schiff, der verspottet wurde, weil er die finanzkrise präzise verausgesagt hat:

http://www.youtube.com/watch?v=2I0QN-FYkpw

@anonym

Weder du noch irgendjemand kann vorhersehen was in einem Jahr sein wird. Ob diese Rettungsschirme funktionieren oder nicht usw. Den sogenannten Finanzexperten welche nach diesen Schirmen rufen werfe ich Eigeninteressen vor, sie wollen nur nicht für ihre Spekulationen zur Kasse gebeten werden.

Wenn Du mir schon antwortest dann erwarte ich wenigstens ein Minimum an Redlichkeit. Sonst können wir es ja gleich bleiben lassen. Ich habe nie von Vorhersagen und wenn nur im Falle von vergleichs zwischen diversen Experten gesprochen, die ihre Vorhersagen(und nicht ich) vortragen. Ich habe immer von diversen möglichen Szenarien! gesprochen und da habe ich mir das wahrscheinlichste Szenario herausgesucht. „Wahrheiten“ verkaufe ich ebenfalls Keine. Du solltest nicht von Dir auf andere schließen, in Südtirol werden bereits zu viele „Wahrheiten“ verkauft, happern tut es dann bei der Realität.
Und nein, ich habe Monitor nicht gesehen und von Dr. Max Otte habe ich eine eigene Meinung. Daß der Dir gefällt wundert mich nicht wenn ich mir anschaue aus welcher Ecke er schreibt. ;)

Du bist blauäugig wenn du glaubst dass die Unterschiede bei den Auswirkungen gering sein werden.

In Österreich wurde bereits bsw. Kärnten als BL wegen seiner Haftungen bei der HGAA vor der Pleite gerettet.
Österreich hat gerade wegen der Verwicklungen seiner Banken(speziell auf dem Balkan und in Osteuropa) ohne Probleme dem erweiterten EFSF zugestimmt. Was der beinhaltet siehe Posts nebenan, und komme mir nicht mit Keine Zeit, ich habe auch nicht immer eine. ;)
Sparen werden Alle müssen, bei uns wird es einem als mehr Sparen kommen weil wir gegenüber jedem Ö-BL finanziell priviligiert waren(und heut‘ noch sind). Gerade die Österreicher wissen das und sie betreiben eine verantwortungsvolle und gute Politik, Spindelegger, Faymann und Fr. Fekter um nur drei zu nennen.

MfG

… immer wenn ich das wort Ratingagentur höre:

– frage ich mich warum man eigentlich erst seit der Finanzkriese von besagten Agenturen hört.

– erhärtet sich mein Verdacht, dass der Finanzmarkt mehr eine Religion ist, wo es Priester gibt die die Macht haben selbst erfüllende Prophezeiungen von sich zu geben.

– fällt mir immer wieder der Spruch ein „Vernunft ist wäre das Ende des Kapitalismus“.

– erinnere ich mich daran, dass doch da irgendwann mal die Banken Schuld waren, weil die sich verzockt haben. Die haben wir Steuerzahler dann gerettet, weil sie „Systemrelevant“ waren. Und nun soll Griechenland/Italien in einer Finanzkriese sein, weil sie Schulden bei eben diesen Banken haben ? Und der Steuerzahler finanziert wieder in Form der EU den Rettungsschirm. Letztenendes wird mit Griechenland und bald vielleicht auch Italien also indirekt wieder die Banken abermals gerettet ?

– fallen mir wieder die Worte von Erwin Pelzig ein „Parasiten vernichten niemals den Wirt, der sie ernährt.“

Gerade die Österreicher wissen das und sie betreiben eine verantwortungsvolle und gute Politik, Spindelegger, Faymann und Fr. Fekter um nur drei zu nennen.

ich bin österreicher und ich wälze mich gerade am boden vor lauter lachen. wenn österreich nur eine wüste hätte, in die wir die fekter schicken könnten!!!!

m.gruber
du liest meine gedanken :-)

@Lorena
Die Macht der Ratingagenturen ist eine Privatisierung des öffentlichen Interesses, Teil des angelsächsischen Finanzkapitalismus. Als Grundprinzip unakzeptabel.
Der angelsächsische Finanzkapitalismus versucht sich nun dadurch zu retten, indem das Feuer mit Benzin gelöscht wird. Das System soll durch neue Schulden gerettet werden. Die überschuldeten Banken sollen nach 2008 nun schon wieder mit Steuergeldern über Wasser gehalten werden. Das was wir derzeit erleben ist der größte Raubzug, die größte Negativ-Umverteilung der Geschichte.

Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass Italiens Schuldenberg ein Problem ist. Für diesen Schuldenberg ist die Politik etlicher Regierungen am Anfang der 70er Jahre mit nicht finanzierbaren Auswüchsen des Sozialstaates ebenso verantwortlich, wie neoliberale Strategen, die zwar den Abbau von Staatsschulden predigten, eigentlich den Abbau des Staates planten, letztendlich aber immer mehr Schulden hinterließen als ihre Vorgänger.
In Zukunft wird nur ein schuldenfreier Staat die Möglichkeiten haben, seine ureigenen Aufgaben wahrzunehmen, und das Primat der Politik vor Privatinteressen zu verteidigen. Die politische Linke, die einen starken Staat wünscht, muss in Zukunft für einen schuldenfreien Staat sorgen.
Für Südtirol als Teil Italiens, gilt das Motto „mitgefangen, mitgehangen“. Und das wird im Zeitalter des Schuldenabbaus eine neue bittere Erfahrung werden. Der lockere, etwas überhebliche Ausspruch unserer Unionisten „Uns geht es gut“, wird einer neuen Bewertung unterzogen werden.

Nel 2006 sempre il presidente attuale della camera Fini girava come un cricetino sulla ruota e borbottava cose tipo ‚ma chi sono queste.. chi li conosce? perchè non ha invitato quelli di S&P?‘, e cose del genere.Stavano parlando di Fitch….credo che da ieri sà  chi sono :-)

@Martin G.

…von Dr. Max Otte habe ich eine eigene Meinung. Daß der Dir gefällt wundert mich nicht wenn ich mir anschaue aus welcher Ecke er schreibt.

Soviel zur „Redlichkeit“!
Dann erklär doch bitte mal was du mit der „Ecke“ genau meinst in welche du mich und Prof. Dr. Otte stellst, da bin ich gespannt!
(und ich weiss an welcher Uni er arbeitet)

In Österreich wurde bereits bsw. Kärnten als BL wegen seiner Haftungen bei der HGAA vor der Pleite gerettet. …

Auf die Fakten dass diesseits der Grenze Steuererhöhungen und Sparpakete bereits Anwendung fanden antwortest du mit Bankenproblemen der Österreicher? Hatten die denn Steuererhöhungen zur Folge? Sparpakete? Ist die Staatverschuldung dort auch so hoch? Das ist ja eine tolle Argumentation!

Das ist ja eine tolle Argumentation!

Kontext, ich habe über dem EFSF gesprochen und den Fakt, daß ihm die Österreicher auch zugestimmt haben. Der neue EFSF ist ein Schritt in Richtung Vergemeinschaftung, siehe andere Beiträge. Dieses Problem war ein Bsp. für das too connected und wie Du oben siehst und in den zitierten Passagen unterschlägst, lobe ich ausdrücklich die Österreichische Politik.

Prof. Dr. Otte

Teile die Kritik von Prof. Dr. Otte an der mangelnden Regulierung des Finanzsystems und einigen Gebaren der Investmentbanken. Was ich nicht teile sind seine kulturpessimistischen Thesen zu der Entwicklung des Abendlandes, oder heute würde man besser sagen des Westens oder Westeuropas. Einige Ökonomische Thesen finde ich interessant, seine ökonomisch-politischen Thesen lassen ihn eher dem konservativen Lager zuordnen. Interessant ihn zu lesen, man sollte aber seine Thesen mit denen anderer Experten abgleichen.
Kulturpessimismus sehe ich auch hier in Südtirol, mehr wollte ich damit nicht sagen. Der Pessimismus wird meiner Ansicht nach von einigen polit. Gruppen gebraucht um Veränderungen in deren Sinne anzustoßen. Ist aber hier nicht topic und darüber zu diskutieren wird sich noch an anderer Stelle ergeben.
Derweil.

MfG

Wir versuchen immer mehr Kompetenzen zu bekommen und finanziell zu übernehmen damit wir möglichst unabhängig vom Gesamtstaat sind. Aber wir wissen auch, dass wir mit ihm eng verbunden sind.

Siegfried Brugger (SVP) im Interview mit focus.de

@pérvasion
Brugger sagt mehrere interessante Dinge und auch der Fragensteller von Fokus ist sehr gut informiert. Und immer den ganzen Artikel lesen, auch diesen wahren Passus.

Das Problem ist aber die Vernetzung der Wirtschaft. Ein Bankrott Italiens hätte auch weitreichende Folgen für starke Länder wie Deutschland.

http://www.focus.de/politik/ausland/vertrauensfrage-fuer-berlusconi-es-geht-vielen-ums-blanke-ueberleben_aid_674646.html
Wie hier und auf Südtirolnews auch Einige glauben mögen, es gibt kein Einfaches „weg“. Mehr noch, die Suche nach Stabilität und die Krise eines Staates(oder besser die Angst vor einer Verschärfung)könnten umgekehrt einem „nur weg hier“ auch im Wege stehen. Gerade Krisen verschärfen innerstaatliche bereits vorher vorhandene ethnische Probleme, siehe bsw. Spanien. Gerade in der Krise wird man(zum man später) peinlichst darauf achten daß solches Gären nicht in einem Zerfall des Staates mündet. Im Falle Spaniens, das gerade herabgestuft wurde, sind bsw. all jene Interessenten, die spanische Bonds halten bzw. nicht wollen daß Spanien durch seine inneren Probleme ein Europäisches Gesamtprojekt gefährdet.
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/neuer_schlag_fuer_spanien_1.12981596.html
Der Ausbau des EFSF schreitet voran und die neuen Schritte sind bereits angedacht: „Mr. Barroso’s words contain some code. His reference to the Treaty of Lisbon suggests that the idea that the EFSF could be turned into a bank and leveraged up is off the table.“
„Hence, the debate is concentrating on the idea of the EFSF as an insurer.“
„He said the EFSF must be large, but more than that, if it is to be turned into „an anti-run instrument.“ It also has to be used pre-emptively.“
„If it used as a last resort, it won’t be enough,“
http://online.wsj.com/article/SB10001424052970204002304576629080649358912.html

MfG

Beunruhigend: Laut Alto Adige wollte sich das Land bei den Banken Geld besorgen, um neue Züge anzuschaffen und den Bau von Wohnungen für’s Militär (sic) zu finanzieren. Während sich einheimische und auswärtige (ausländische) Kreditinstitute noch vor einem Jahr darum gerissen hatten, dem Land bestmögliche Konditionen anzubieten und sich den Auftrag zu sichern, erklärte sich diesmal keine einzige Bank dazu bereit, auch nur ein Angebot zu unterbreiten. Dies hänge mit der Herabstufung Südtirols von AAA auf Aa3 zusammen und zwinge das Land, sich das Geld (zu Lasten des Steuerzahlers) zu ungünstigeren Konditionen von der staatlichen Kreditbank CDP zu holen.

Die Banken haben — so Volksbank-Direktor Johannes Schneebacher — eine einfache Rechnung gemacht: Wenn die Wahrscheinlichkeit, dass der Staat bankrott geht, X beträgt, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass Südtirol bankrott geht, genauso X. Schließlich geht Südtirol mit dem Staat unter, wenn dieser zahlungsunfähig wird. Warum also sollten die Banken dem Land Geld für 3% und weniger leihen, wenn sie vom Staat bei gleichem Risiko 6% und mehr bekommen?

Die Überlegung ist bestechend einfach und zeigt, dass Südtirol de facto eine bessere Bewertung als die staatliche nix bringt. Das sollte die Landesregierung vielleicht auch berücksichtigen, wenn sie jetzt andenkt, Landesobligationen herauszugeben — die werden kaum einen geringeren »Spread« verzeichnen, als Staatspapiere (und den Steuerzahler somit viel Geld kosten).

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