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Weihnachten ohne Wenter.

Die Meraner Mittelschule in der Karl-Wolf-Straße macht sich und uns allen ein schönes Weihnachtsgeschenk: Wie bereits seit längerem versprochen tilgt sie ihre Benennung nach dem nationalsozialistisch belasteten Burggräfler Schriftsteller Josef Wenter. Der Schulrat kommt damit einer langjährigen Forderung nach.

Zuletzt hatte die Antifaschistische Aktion Meran im Dezember letzten Jahres mit der Losung #wegmitwenter einen neuen Vorstoß gewagt. Direktorin Öttl kündigte daraufhin an, die Umbenennung umsetzen zu wollen.

Nachdem nun die Schulgremien Öttls Ansinnen absegneten, soll die Schule fortan den Namen von Karl Wolf tragen. Der Meraner Schriftsteller, nach dem auch die Straße benannt ist, in der sich die Schule befindet, hatte sich auf vielfältige Weise um seine Heimatstadt verdient gemacht.

Die Bestätigung der Namensänderung durch das Schulamt in Bozen gilt als Formalität.

begrüßt die Umbenennung und dankt der Meraner Antifa für ihr Engagement sowie den Verantwortlichen für die Entscheidung. Nachdem sich das Bozner Realgymnasium bereits vor rund 15 Jahren von seinem ehemaligen, ebenfalls einschlägig belasteten Namensgeber Raimund Klebelsberg getrennt hatte, müssen wir hoffentlich nicht erneut eineinhalb Jahrzehnte abwarten, bis weitere Entscheidungen gefällt werden.

Eine der nächsten Kandidatinnen für eine Umbenennung dürfte wohl die Aufschnaiter-Schule in Bozen sein, die nach wie vor einem SS-Angehörigen gewidmet ist.

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Die Geister, die sie riefen…

Nach dem Paukenschlag von vorgestern Abend, als Anna Pitarelli (SVP) unangekündigt die Regierungsmehrheit platzen ließ, schaffte es Bürgermeister Luigi Spagnolli gestern — kurz vor dem endgültigen Ablaufen der gesetzlichen Fristen und wohl nicht ganz ohne das Reglement aufs Äußerste auszureizen — im zweiten Anlauf, eine Mehrheit zu bilden: Im letzten Augenblick besannen sich die Grünen eines besseren und gewährten ihren ehemaligen Koalitionspartnern die externe Unterstützung. Bis auf Widerruf.

Im Rathaus der Landeshauptstadt, deren Eliten nicht selten ihre Überlegenheit gegenüber dem angeblich hinterwäldlerischen Rest des Landes (im Hauptstadt-Sprech: »Peripherie«) hervorstreichen, spielten sich indes Szenen ab, die man wohl eher in den 1920er Jahren ansiedeln würde. Dieter Steger (SVP) zögerte nicht, die Lage als »beängstigend« zu bezeichnen: Zuschauertribünen und Gänge des Rathauses waren fest in der Hand von Neo-Squadristen, die die Mitglieder der neuen Mehrheit wüst beschimpften.

Demnächst wird man in Bozen wohl froh sein müssen, wenn es überhaupt noch eine Mehrheit im Gemeinderat gibt, die sich demokratischen Grundwerten verpflichtet fühlt.

Spagnolli/CPI.
Quelle: Antifa Meran.

Die SVP, Spagnolli und die gesamte Mittelinkskoalition müssen sich aber auch den Vorwurf gefallen lassen, den Nährboden mit vorbereitet zu haben, auf dem Rechtsextremismus und -radikalismus in der Landeshauptstadt so prächtig gedeihen. Durch zweifelhafte Koalitionen im angrenzenden Leifers und in Meran, wo man mit denselben Ungustln (und ihren Freunden) im Boot sitzt, die sich nun in Bozen zu solch forschem Handeln ermutigt fühlen. Durch halbherzige Abgrenzung vom ideologischen und materiellen Erbe der Totalitarismen und von ultranationalistischen Medien. Durch unkritische Annahme und Perpetuierung nationalistischer Reflexe in ihren vielfältigen Ausprägungen. Oder gar durch aktive Förderung und Einbindung zweifelhafter Akteure und das stolze Mittragen militaristischer Veranstaltungen in einem so sensiblen und geschichtlich vorbelasteten Land wie dem unseren.

Schlussendlich sei auch die Frage erlaubt, ob die Zugehörigkeit zu einem Nationalstaat, zumal einem, der nicht für seinen kritischen Umgang mit den dunklen Seiten seiner Vergangenheit bekannt ist, überhaupt einen geeigneten Rahmen zur Überwindung des wieder aufflammenden Nationalismus darstellt — oder ob er national gesinnte Extremistinnen gar (in)direkt in ihrem Credo und ihren Absichten bestärkt.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/

Democrazia Faschismen Nationalismus Politik | SX di DX | Dieter Steger Luigi Spagnolli | | Südtirol/o | Antifa Meran Lega PD&Co. PDL&Co. SVP Vërc | Deutsch

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Politisch motivierte Gewalt: Raus!

Am Dienstag vergangener Woche wurden in der Landeshauptstadt drei linke Jugendliche von mindestens sechs Mitgliedern der neofaschistischen CasaPound Italia brutal zusammengeschlagen. Nachvollziehbare Gründe für die Aggression, die über die politische Zuordnung der Opfer hinaus gehen, scheint es nicht zu geben. Laut übereinstimmenden Medienberichten hätten die drei jungen Männer versucht, den Rechtsextremisten zu entkommen, ohne ihrerseits Gewalt anzuwenden.

CasaPound betreibt seit Jahren einen eigenen Sitz in der Südtiroler Landeshauptstadt, hat bereits mehrere Kundgebunden veranstaltet und mit mäßigem Erfolg an politischen Wahlen teilgenommen. Bei den anstehenden Bozner Gemeinderatswahlen wollten die Neofaschisten Bürgermeisterkandidat Giovanni Benussi unterstützen, der ebenfalls schon öfter durch rechtsextremistische Positionen aufgefallen war. Die Antifa Meran weist seit Jahren darauf hin, dass CasaPound in Bozen zu große Freiräume gewährt werden.

Ein wahrlicher Skandal ist zum Beispiel, dass diese extremistische Organisation, die außerhalb Südtirols (auch im benachbarten Trentino) schon zahlreiche Gewaltakte vollbracht hat, von Landesinstitutionen nicht nur nicht bekämpft, sondern auch noch mit öffentlichen Geldern unterstützt wird. Dies gilt insbesondere für die rechtsextremistische Buchhandlung CasaItalia, die CasaPound zuzuordnen ist und deren Sitz sogar vom Land Südtirol gefördert wird. Spätestens nach der jüngsten gewaltsamen Aggression an zwei linken Jugendlichen sollten den Verantwortlichen endlich die Augen aufgehen: Wir fordern, CasaItalia mit allen Mitteln den Wobi-Mietvertrag zu kündigen. Vereine wie diese bereiten dem Neofaschismus und politisch motivierter Gewalt in Südtirol den Nährboden.

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Ein bisschen Schmiss muss sein.

Die Schlacht ist geschlagen. Der heurige Akademikerball, der von der rechtspopulistischen FPÖ in der Wiener Hofburg veranstaltet wird, ist Geschichte. Zur Erleichterung vieler war “die Schlacht” in diesem Jahr weniger blutig als in den Jahren zuvor. Der Ball bietet nämlich den unterschiedlichsten Gruppierungen regelmäßig die Möglichkeit, ihre Perversionen auszuleben. Zum einen sind da linksanarchistische Berufschaoten, die unter dem Deckmantel des “Antifaschismus” liebend gerne Teile der Wiener Innenstadt in Schutt und Asche legen und einem wichtigen gesellschaftlichen Anliegen damit einen Bärendienst erweisen. Demgegenüber steht die Polizei, die unter dem Vorwand, für Recht, Ordnung und Sicherheit sorgen zu wollen, mit übertriebener Härte mitunter auch auf friedliche Demonstranten losgeht und somit den Verrückten immer wieder Bestätigung ihrer Vorurteile verschafft. Drinnen in der Hofburg geben sich von der Mensur mit Schmissen entstellte “Erwachsene” und andere dubiose Gestalten ein Stelldichein, die auch schon einmal geschichtlichen Revisionismus im Sinne der Wiederbetätigung als Meinungsfreiheit zu tarnen versuchen.

Ein Youtube-Video des Kanals “FPÖ-TV” zeigt, dass bei diesem illustren Spektakel heuer auch ein paar Südtiroler offenbar eine doch recht prominente Rolle spielten. Vorausgeschickt, dass selbstverständlich nicht jeder Besucher des Akademikerballs ein Rechtsextremer oder gar Nazi sein muss, so ist es doch erstaunlich, warum ausgerechnet Exponenten der Freiheitlichen, der Süd-Tiroler Freiheit und der Schützen diesen — was die Klientel betrifft — doch zumindest “verdächtigen” Ball besuchen.schützenSchützen beim Einmarsch in den Ballsaal

matthias hoferMatthias Hofer von der Süd-Tiroler Freiheit im Gespräch

10462921_10206023676261139_4578103896873809012_n Der ehemalige freiheitliche Generalsekretär Michael Demanega
Quelle: Antifa Meran

Wie dumm muss man sein, wenn man auf der einen Seite ständig bemüht ist, sich einmal mehr, einmal weniger glaubwürdig von rechtsradikalen und nazifaschistischen Gesinnungen und Personen zu distanzieren – ja sogar aktiv gegen den Italofaschismus auftritt, um sich dann auf der anderen Seite freiwillig in den Dunstkreis von pflichtschlagenden, protofaschistischen und als rechtsextrem eingestuften Burschenschaften wie Teutonia und Olympia zu begeben?

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Faschismen Feuilleton Geschichte Polizei | | | | | Antifa Meran Freiheitliche Schützen STF | Deutsch

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Weg mit Wenter!

Vor genau 50 Jahren war eine Meraner Schule nach dem Burggräfler Schriftsteller und Nazi-Kollaborateur Josef Wenter benannt worden. Jetzt wagt die Antifa einen erneuten — und hoffentlich erfolgreichen — Vorstoß zur Umbenennung. Lange Zeit wurde das Problem einfach kleingeredet oder ignoriert, dann argumentierte man, durch die Fusion mit einer anderen Schule würde der Name ohnehin wegfallen. Bis heute ist jedoch nichts geschehen.

Das Realgymnasium in Bozen hatte sich schon im Jahr 2000 vom einstigen Namensgeber Raimund Klebelsberg getrennt, der als Alpenvereinsvorsitzender im DÖAV und als Rektor der Universität Innsbruck massiv gegen Juden vorgegangen war.

Für die Losung #wegmitwenter zählt die Antifa zehn mitunter äußerst überzeugende Gründe auf, so etwa dass

  • der Schriftsteller nicht nur einfaches NSDAP-Mitglied — und somit ein Mitläufer — war, sondern »seine Überzeugung für das Gesamtdeutschtum, für die völkische Idee, für das Führerprinzip« auch wahrhaftig war, wie Hans Heiss darlegt;
  • Wenter von Hitler auf die kurze Liste der »unabkömmlichen Dichter« gesetzt wurde, die vom Wehrdienst freigestellt waren;
  • auch nach dem Weltkrieg noch antisemitische, rassistische Ausfälle von Wenter belegt sind, die auf das Verbot seiner Werke zurückzuführen sind: »Wien ist Juden- und Ausländerdomäne geworden, gegen die ich nicht aufkomme« und »Ich bin’s gewiss, dass dies eine Mache der Juden ist, die mir meinen Erfolge neideten.« Und auch in seinem Tagebuch wettert er gegen »jüdische Lügen« und die Rehabilitierung jüdischer SchriftstellerInnen nach dem Krieg.

Dass ein überzeugter und zudem unbelehrbarer Nationalsozialist ungeachtet seiner (vorhandenen oder nicht vorhandenen) künstlerischen Leistungen nicht zum Namensgeber für eine Bildungsinstitution taugt, dürfte jedem Demokraten einleuchten. Die- oder derjenige, nach der eine Schule benannt ist, hat in jeder Hinsicht ein Vorbild zu sein.

Dass Meran überdies die größte jüdische Gemeinschaft unseres Landes beherbergt und so womöglich Kinder jüdischen Glaubens auch die nach dem Judenhasser benannte Schule besuchen könnten, macht die Bezeichnung nur noch inakzeptabler.

Der Forderung nach Umbenennung der Meraner Mittelschule schließt sich Brennerbasisdemokratie uneingeschränkt an!

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Engagement Faschismen Geschichte | Geschichtsaufarbeitung | Hans Heiss | | Südtirol/o | Antifa Meran | Deutsch

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Meran: Polizei schützt Faschisten.

Dass die Staatspolizei viel zu wenig unternimmt, um Umtriebe italienischer Neofaschisten in Südtirol im Zaum zu halten, ist offensichtlich. Immer wieder konnten und können die Rechtsextremisten hierzulande unbehelligt aktiv werden, Mitglieder anwerben und Konzerte organisieren. Doch nun meldet die Antifa Meran einen skandalösen Vorfall, bei dem die ‘Ordnungshüter’ die Faschisten sogar aktiv geschützt und Gegendemonstranten eingeschüchtert haben sollen.

Mit einem Flashmob hatten AntifaschistInnen vor einigen Wochen mit friedlichen Mitteln dafür gesorgt, dass eine Unterschriftensammlung von Forza Nuova (FN) in Meran vorzeitig abgebrochen werden musste. Doch schon im Vorfeld eines weiteren Auftritts der Faschisten in der Passerstadt, so die Antifa, habe die Staatsmacht erneute Störaktionen mit zweifelhaften Methoden verhindern wollen: Den Antifaschistinnen sei offen mit Anzeigen gedroht worden, falls sie sich nur in die Nähe (!) des FN-Stands begeben hätten. Jeden einzelnen Gegendemonstranten würde man zudem ablichten und erfassen.

Doch nicht genug: Noch bevor es zu einer Missachtung der Auflagen hätte kommen können, hätten Digos-Beamte die AntifaschistInnen, die sich in einer Bar in der Altstadt getroffen hatten, um anschließend Flugblätter zu verteilen, einzuschüchtern verucht. Im Außenbereich der Bar habe ein Zivilbeamter versucht, die anwesenden Personen zu filmen und zu fotografieren. Zudem sei die Gruppe noch in der Bar dazu aufgefordert worden, sich aufzulösen — für die Flugblattaktion sollten jeweils nicht mehr als drei Personen zusammen auftreten.

Ein derartiges Vorgehen der Polizei, das den Faschistinnen Freiräume sichert und friedlichen Widerstand zu unterbinden versucht, ist völlig inakzeptabel. Der Landeshauptmann sollte seine Koordinierungsbefugnis im Bereich der öffentlichen Sicherheit ausreizen, um die Zuständigen zur Rede zu stellen und ein beherzteres Vorgehen gegen neofaschistische Umtriebe zu fordern.

spricht den Antifaschistinnen uneingeschränkte Solidarität aus. Für Südtirol ist es von kaum zu überschätzender Bedeutung, dass Menschen aktiv gegen Rechtsextremismus eintreten.

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Nazis im öffentlichen Raum

Laut Antifa Meran findet heute im Veranstaltungszentrum Black Box in Leifers ein Neonazi-Konzert statt. Einige der Akteure des heutigen Abends aus dem Dunstkreis der Blood & Honour-Bewegung sind bereits mit Szenegrößen wie Michael Regener (ehemaliger Sänger von Landser) gemeinsam auf der Bühne gestanden.

Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, dass derartigen Bands in Südtirol überhaupt eine Plattform geboten wird, erschreckt noch ein weiteres pikantes Detail: Die Black Box ist eine von der öffentlichen Hand finanzierte, sich im Besitz der Gemeinde Leifers befindliche Einrichtung. Verwaltet wird die Black Box von einem ehemaligen Gemeinderat der Lega Nord. Gleich angrenzend befindet sich ein Jugendzentrum.

Obwohl die Gemeinde die Verwaltung nicht selbst überhat, trägt sie nach wie vor Verantwortung, was in der Black Box passiert. Ein Nazi-Konzert darf dort nicht passieren.

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CPI geht, FN kommt.

Wenige Wochen, nachdem die erklärt faschistische Bewegung CasaPound (CPI) ihren Leiferer Sitz dichtmachen musste, kommt auch schon wieder Bewegung in die rechtsextremistische Szene: Roberto Fiore, Chef von Forza Nuova (FN), kündigte dieser Tage die Wiedereröffnung des Meraner Parteisitzes an, der erst vor wenigen Jahren (und nach dauerhaftem Widerstand der Antifa) Hals über Kopf verlassen wurde.

Donato Seppis Unitalia erweist sich dabei einmal mehr als parteipolitischer Dreh- und Angelpunkt des braunen Sumpfes: Hatten Seppis Mannen im Zuge der Parlamentswahl noch auf der (dann glücklicherweise kläglich gescheiterten) Liste von CPI Unterschlupf gefunden, bietet Fiore nun Unterstützung für Unitalia bei der anstehenden Landtagswahl an.

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