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Unser Pöschtli.

Zum Thema Post hatte für Herbst eigentlich eine Aktion geplant. Damit war beabsichtigt, eine Qualitätsverbesserung sowie die Einhaltung der Zweisprachigkeitsvorschriften zu fordern sowie mehr Achtung für die ladinische Sprache zu erreichen. Nun ist die Landesregierung diesem Vorhaben zuvorgekommen, indem sie in Rom den Anspruch auf eine autonome Südtiroler Post erhoben hat. Dieses Bestreben entspricht nicht nur den Vorstellungen eines Gutteils der Bevölkerung, die nach funktionierenden öffentlichen Dienstleistungen geradezu lechzt (das hat die Vinschger Bahn unmissverständlich gezeigt) sondern offensichtlich auch dem Wunsch zahlreicher Postbediensteter, die sich einer Unterschriftensammlung des ASGB angeschlossen haben. Wahrscheinlich sind sie es unter anderem leid, als Sündenböcke für einen maroden Betrieb herhalten zu müssen, mit dem sie sich schon lange nicht mehr identifizieren.

Der ASGB vermisst in dieser Sache die Unterstützung der anderen konföderierten Gewerkschaften; dem schließt sich vorbehaltslos an. Es ist an der Zeit, den Bürgerinnen einen zeitgemäßen Dienst und den Arbeiterinnen bessere Bedingungen zu garantieren, anstatt zweifelhaften anachronistischen und zentralistischen Nostalgien nachzuhängen. Der Landesregierung wünschen wir viel Erfolg bei ihrem Bestreben und werden ihr im Falle eines »Übergangs« genau auf die Finger schauen, gerade auch was den Respekt sämtlicher Landessprachen betrifft.

Die geplante Aktion wird entsprechend angepasst und als Unterstützungskampagne noch im Herbst eingeleitet!

Siehe auch: 1/

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Burma day.

Der Verein Helfen ohne Grenzen organisiert am 30.09.06 in Bozen den »Burma day«. Detaillierte Informationen sind auf der eigens eingerichteten Internetseite verfügbar.

In Burma werden Menschenrechte mit Füßen getreten, Minderheiten brutalst mit Waffengewalt unterdrückt. Von Problemen wie jenen hier in Europa können die Menschen dort nur träumen. Solidarität ist dringend nötig und für demokratisch gesinnte Menschen unaufschiebbar.

Link: [Burma Indymedia]

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Ladinische Ortstafeln: Sëlva.

Heute morgen ist die erste Antwort auf die Anfragenserie [siehe] zu den ladinischen Ortstafeln eingegangen, und zwar vom Ambolt von Sëlva:

Selva.

Schwärzungen von uns

Siehe auch: 1/

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Codi Civil.

Gerne verlautbart unsere oberste Politikerkaste, wie autonom und unabhängig wir doch schon seien: Außer wenigen Details regelten wir doch schon alles selbst, Rom mische sich nur noch am Rande in unsere Belange ein. Doch stimmt das? Mitnichten! Es gibt eigentlich kaum einen Lebensbereich, in den sich die nationale Gesetzgebung nicht einmischt. Dies gilt auch und vor allem für das allgemeine Privatrecht, das vom staatlichen Zivilgesetzbuch geregelt wird. Über so wesentliche Bereiche wie die Rechtsbeziehungen zwischen Privatpersonen, Familienrecht, Erbrecht, Besitz und vieles mehr befindet ausschließlich Rom, das Land Südtirol regelt – wenn überhaupt – nur unwesentliche Details. Also in etwa das genaue Gegenteil von dem, was behauptet wird und landläufige Meinung ist. Maßgebend ist außerdem stets ausschließlich der italienische Wortlaut der Gesetze*. Das wird dann Vorzeigeautonomie genannt, oder etwa in blanker Selbstüberschätzung innere Selbstbestimmung.

Wie das anders geht, zeigt wieder einmal unser Paradebeispiel Katalonien (es wird schon fast langweilig). Der Codi Civil de Catalunya, das Bürgerliche Gesetzbuch Kataloniens, ist Ausdruck des tatsächlichen Ausmaßes an Eigenregierung, das die Katalanen im Gegensatz zu Südtirol bereits erlangt haben. Dieses Gesetzbuch regelt weite Teil des Privatrechts autonom vom spanischen Zentralstaat und kommt stets bevorzugt zur Anwendung, hat also gegenüber den staatlichen Vorschriften Vorrang.

Hier zur Vertiefung der Link zur digitalisierten Version des Codi Civil de Catalunya auf den Seiten der Universität von Girona.

Und zum Vergleich der LEXbrowser des Landes Südtirol.

Siehe auch: 1/

*) Dieser Grundsatz gilt im Übrigen auch für die Gesetze des Landes Südtirol. Art. 99 des Autonomiestatuts hält dazu fest: »Die deutsche Sprache ist in der Region der italienischen Sprache, welche die amtliche Staatssprache ist, gleichgestellt. In den Akten mit Gesetzeskraft und immer dann, wenn dieses Statut eine zweisprachige Fassung vorsieht, ist der italienische Wortlaut maßgebend.« Dies bedeutet, dass Normen, die großteils auf Deutsch ersonnen, besprochen und verabschiedet wurden, nur in ihrer italienischen Übersetzung Gültigkeit haben und interpretiert werden dürfen. Eine klare Herabwürdigung der deutschen Sprache, wie sie dem Katalanischen nicht zuteil wird.

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Schere raus.

Mit diesem Beitrag wird eine neue Kategorie eröffnet, die zur aktiven Beteiligung der Blogleserinnen aufruft. In dieser ersten Folge wird eine PDF-Datei zur Herstellung von Aufklebern zur Verfügung gestellt, um übers Internet hinaus bekannter zu machen.

Anleitung in sieben Schritten:

  1. Besorgt euch bedruckbares, selbstklebendes Papier im A4-Format, erhältlich im Papier- und Bürofachhandel. Dies ist dein finanzieller Beitrag zur Kausa.
  2. Ladet euch folgende PDF-Datei herunter.
  3. Öffnet die Datei mit einer geeigneten Anwendung (z.B. Acrobat Reader oder Vorschau). Das Ganze sieht dann in etwa so aus (Verkleinerung):
    Aufkleber Vorschau.
  4. Führt einen Probedruck aus und vergewissert euch, dass der Inhalt nicht über den bedruckbaren Bereich der Klebefolie hinausreicht. Passt ggf. die Ausgabegröße etwas an.
  5. Druckt nun so viele Bögen aus, wie ihr mögt – und wie ihr euch leisten könnt.
  6. Nehmt vozugsweise ein Tapetenmesser, andernfalls eine Schere zur Hand und schneidet die einzelnen Aufkleber aus. Achtet darauf, je zweimal – unmittelbar rechts und links der Trennlinie (s. Abb.) – zu schneiden, indem ihr einen weißen Bereich rund um den fetten Rahmen des Pickerls lasst. Andernfalls ist das Ergebnis schlampig.
    Sticker Ausschnitt.
  7. Geschafft. Erfahrungsgemäß sind die Aufkleber, mit einem herkömmlichen Tintenstrahldrucker hergestellt, mittelfristig wasserbeständig. Dies könnte jedoch von der Tintenart und vom Papier abhängen.

Vielen Dank!

Achtung wichtig: ist für missbräuchliche Nutzung und Schäden nicht verantwortlich.

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Vertiefung neu.

In der rechten Seitenleiste sind unter dem Titel »Vertiefung« ab sofort die Links zur italienischen und englischen Übersetzung des neuen katalanischen Autonomiestatuts [pdf] zu finden.

Obschon dieses neue Grundgesetz viel Neues beinhaltet — darunter einiges, wovon Südtirol nur träumen kann — ist die vorliegende, endgültige Fassung nur noch ein Abklatsch dessen, was das katalanische Parlament als Grundlage zur Diskussion mit dem spanischen Zentralstaat ausgearbeitet und mit überwältigender Mehrheit (rund 90%*) angenommen hatte. Hier und hier ein Vergleich zwischen der ursprünglichen und der in Madrid zurechtgestutzten Version: Verständlich, dass independentistische Parteien und Organisationen beim Referendum zum »Nein« aufgerufen haben.

*) Spaniens Premierminister José Luis Rodrà­guez Zapatero (PSOE) hatte dem Präsidenten der katalanischen Generalitat, seinem Parteigenossen Pasqual Maragall (PSC), bei einem Treffen in Barcelona immerhin öffentlich versprochen, eine Vorlage des Estatuts, sofern von einer breiten Mehrheit des katalanischen Parlaments verabschiedet, in Madrid ohne Abstriche zu beschließen.

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Ladinische Ortstafeln.

Folgende Anfrage haben wir an sämtliche Bürgermeister ladinischer Gemeinden in Südtirol versandt:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

im Laufe eines Vortrags in der Brixner Kusanus-Akademie hat Herr DDr. Karl Zeller, Parlamentarier der Volkspartei und seines Zeichens immerhin Verfassungsexperte jüngst festgestellt, die ladinischen Gemeinden unseres Landes könnten – anders als alle übrigen in Südtirol – eigenständig über ihre Ortstafeln befinden, sprich deutsche und italienische Exonyme, sowie Eindeutschungen und tolomeische Erfindungen abschaffen und nur noch den ladinischen Ortsnamen führen, wie dies etwa in Graubünden großteils der Fall ist.

Das wäre nicht nur eine klare Vereinfachung angesichts dreifach beschrifteter Ortsschilder, sondern vor allem ein klares Bekenntnis zur ladinischen Kultur und Siedlungsgeschichte. Andererseits würde dies wohl endlich den Missbrauch rein tolomeischer Ortsnamen, etwa zu touristischen Zwecken, unterbinden. Da in den ladinischen Gemeinden außerdem fast ausschließlich Ladiner leben, wäre diese Entscheidung wohl kaum – wie anderswo – mit Bedenken im Sinne des friedlichen Zusammenlebens verbunden.

Wir möchten hiermit in Erfahrung bringen, ob Sie über diese rechtlichen Möglichkeiten bereits informiert waren, sowie ob und wann Sie planen, diesbezüglich tätig zu werden. Was halten Sie zudem von der Möglichkeit, diese Entscheidung nach Schweizer Vorbild in Form einer Abstimmung der Bevölkerung zu überlassen?

Mit freundlichen Grüßen

Eingehende Antworten werden veröffentlicht.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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Podiumsdiskussion.

Diesen Samstag, 9. September 2006 findet in der Cusanus-Akademie zu Brixen eine Podiumsdiskussion zum Thema »60 Jahre Friedensvertrag – 60 Jahre verwehrtes Selbstbestimmungsrecht« statt. Ab 14.20 Uhr sprechen auf Einladung des Südtiroler Schützenbundes folgende Tiroler Politiker:

  • Dr. Eva Klotz (Union)
  • DDr. Karl Zeller (SVP)
  • Pius Leitner (F)
  • Dr. Hans Heiss (Grüne)
  • Alois Wechselberger (MAS – F)
  • DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ)
  • Bundesrat Dr. Helmut Kritzinger (ÖVP)

Moderation: Dr. Eberhard Daum

Infos: [SSB]

Rätselhaft ist, warum die Teilnahme auf die »deutschsprachigen Parteien« (Zitat Schützenbund) beschränkt wird. Dennoch ist die Diskussion mit Sicherheit eine Chance, die grundsätzliche Haltung der vertretenen Parteien zum Thema Selbstbestimmung unter die Lupe zu nehmen.

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