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Innere und äußere Kolonien.
Libyen, Eritrea, Sizilien und Südtirol

Auf Laying Claim, einen Text von Mia Fuller über den italienischen Kolonialismus, war ich schon vor einigen Jahren gestoßen. In Bezug auf die Unbeständigkeit natürlicher Grenzen — und die Ortsnamen von Ettore Tolomei — hatte ich daraus bereits im Mai 2019 kurz zitiert.

Aufschlussreich finde ich aber besonders die Überlegungen von Fuller über die externen und internen Kolonien, wobei sie zu letzteren im Fall von Italien neben Sizilien auch Südtirol zählt.

In Italien tendiere man dazu, die nach 1861 erfolgten Grenzänderungen nicht im Lichte der kolonialen Expansion zu betrachten, obschon die Einwohnerinnen in beiden Fällen die Oktroyierung der italienischen und das Verbot anderer Sprachen als eine Form kolonialer Unterjochung abgelehnt hätten.

Wie die Professorin am Department of Italian Studies an der University of California – Berkeley argumentiert, sollte man die »Konsolidierung« der italienischen Grenzen nicht nur im engeren Kontext der Staatswerdung, sondern auch im Lichte der imperialistischen Expansion des Landes betrachten. Die ab 1869, noch bevor Rom in den Staat eingegliedert wurde, diskutierte Eroberungspolitik sei ausdrücklich als Mittel des Nation Buildings gerechtfertigt worden. Demnach sollte der Kolonialismus einen einenden patriotischen Geist im Lande fördern und dem Regionalismus entgegenwirken. Kolonialistische Besetzungen in Afrika und und interne Einigung fanden nicht nur im selben Zeitraum statt, ihre Methoden waren dieselben, so Fuller.

Gewaltsame staatliche Kontrolle und Herabwürdigungen, wie sie für den Kolonialismus typisch sind, seien ab 1861 auf Sizilien und später in Venetien, Trentino oder Südtirol brutal auf diejenigen angewandt worden, die nicht dem Bild entsprachen, das die italienische Regierung von italienischen Staatsbürgerinnen hatte.

Gleichzeitig seien auch externe Kolonien wie Eritrea und Libyen oft in absichtlicher Aberkennung ihrer grundsätzlichen Andersheit bewusst als a priori italienisch dargestellt worden.

Auf Sizilien hätten sich Menschen vor allem in der Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung und auf eine Landreform Garibaldis Tausend angeschlossen — doch schon in den 1860ern sei dieser Optimismus verflogen, als Bauernaufstände gerade von den angeblichen Befreiern gewaltsam unterbunden wurden. Und während in Frankreich und Großbritannien die kolonisierten Völker Afrikas und Asiens studiert wurden, wähnte Italien seine eigenen »Primitiven« in den Gebirgsregionen von Abruzzen und Molise sowie auf Sardinien und Sizilien, also im Inneren des neu zusammengeflickten Landes.

Wie in Libyen habe Italien auch in Südtirol davon geträumt, ein historisches Kontinuum wiederherzustellen und dort anzusetzen, wo das Römische Reich aufgehört hatte. Als wäre die Geschichte in den dazwischenliegenden Jahrhunderten gestoppt worden. Eine räumliche und zeitliche Grenze sei gleichzeitig erfunden und erobert worden, um an eine glorreiche Vergangenheit anzuknüpfen und sich eine noch hellere Zukunft zu sichern.

Der Umgang mit Libyen und der mit Südtirol folgte in der Zwischenkriegszeit laut Fuller demselben Muster. Das Staatsgebiet wurde erweitert und die Anzahl von Italienerinnen innerhalb der neuen Grenzen nahm zu, weil die ursprünglichen Einwohnerinnen sowohl physisch als auch kulturell verdrängt wurden.

In 1939 sei die Agenda für beide Gebiete zusammengeflossen. Das bereits kolonisierte Libyen sei auch formell an Italien angegliedert und zu italienischem Festland erklärt worden. Über Nacht habe man so eine Kolonie zur italienischen Provinz gemacht. In Südtirol sollte die Option mehr Raum für eine zu intensivierende Italianisierung machen, die ohne den Zweiten Weltkrieg wohl ihr Ziel erreicht hätte. Die kulturelle Säuberung, die Italien in Südtirol umsetzte, sei viel detaillierter und mit Sicherheit wirksamer gewesen als jene in Libyen oder in jeder anderen externen Kolonie. Es habe sich nicht nur um eine Kolonisierung, sondern um eine radikale Auslöschung der Andersheit in der Gegenwart und in der Vergangenheit gehandelt.

Aus all den genannten Gründen sei im Falle von Italien die übliche historische Differenzierung zwischen Mutterland und Kolonien, wie sie etwa auf das französische und britische Empire Anwendung findet, nicht haltbar.

Die von Tolomei aufgezwungenen Ortsnamen sind bis heute gültig und — so Fuller — werden wohl die Grenze überleben, die Italien für ewig hielt. Während das Eis in den Alpen schmelze, erweise sich die nördliche Staatsgrenze aus dem kolonialistischen Blickwinkel als eine willkürlich gezogene Grenze statt als prädestinierte Markierung für alle Zeiten. Der Klimawandel bedrohe die symbolische Beständigkeit des Nationalstaats.

Mia Fullers Beitrag ist in A Moving Border: Alpine Cartographies of Climate Change (Hrsg. A. Bagnato, M. Ferrari, E. Pasqual – 2019) erschienen.

Siehe auch:

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Brancaglion (CPI) verurteilt.

In erster Instanz war er noch freigesprochen worden, das Bozner Berufungsgericht hat den Rechtsextremisten Davide Brancaglion (CPI) nun aber zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt. Demnach hat er im Jänner 2016 vor dem CPI-Sitz einen Jugendlichen tätlich angegriffen und verletzt, der auf seinem Handy das Partisanenlied Bella Ciao abgespielt haben soll.

Brancaglion, dem auch weitere Gewalttaten zur Last gelegt wurden, war bis zu seinem frühzeitigen Rücktritt im September 2016 Mitglied des Stadtviertelrats von Don Bosco. Zur Gemeindewahl 2020 trat er nicht mehr an.

Die nun verhängte Haftstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die Verteidigung will sich ans Kassationsgericht wenden.

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Katalanisches Parlament isoliert Vox.

Gestern ist das neugewählte katalanische Parlament erstmals zusammengetreten, um über die Wahl der Nachfolgerin von Präsident Quim Torra (JxC) zu debattieren.

Dabei haben die Fraktionen von JxC, ERC, CUP und En Comú Podem gemeinsam den Saal verlassen, als der Redner der rechtsradikalen Vox, Ignacio Garriga, aufgerufen wurde:

Gemeinsam mit der PSC hatten diese vier Fraktionen eine Vereinbarung getroffen, um Vox so weit möglich aus der gemeinsamen parlamentarischen Arbeit auszuschließen. Die gestrige Geste geht jedoch über die Vereinbarung hinaus und entspricht dem, was im sächsischen Landtag Usus war, als die NPD das Wort ergriff.

Die rechtsradikale Vox ist die spanische Schwesterpartei von Alessandro Urzìs Fratelli d’Italia. Im EU-Parlament gehören beide der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer an, deren Parteivorsitzende Giorgia Meloni (FdI) ist.

In Südtirol ist es leider nicht üblich, rechtsradikale oder gar rechtsextremistische Parteien zu isolieren. Selbst die offen faschistische CasaPound (CPI) war im Gemeinderat der Landeshauptstadt nie mit ähnlichen Maßnahmen konfrontiert, wie Vox in Katalonien. Im Gegenteil: mehrmals wurde sie sogar umworben, ihre Vorschläge angenommen und sie saß in der Ratskommission für Kultur, wo sie im Falle von Abwesenheiten Druck und Macht ausüben konnte. Darüberhinaus nahmen Mitglieder der gegenwärtigen Landesregierung schon gemeinsam mit CPI an Veranstaltungen teil.

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ANPI-Angriff: Bekennerschreiben aufgetaucht.

In der Nacht vom 23. auf den 24. März, dem Gedenktag des Massakers in den Ardeatinischen Höhlen, waren Vitrinen des italienischen Partisaninnenverbandes ANPI in Bozen beschmiert worden. Ob es ein reiner Vandalenakt oder eine politisch motivierte Einschüchterungsaktion war, blieb zunächst unklar.

Nun ist auf einem CPI nahestehenden neofaschistischen Onlineportal ein »anonymes« Bekennerschreiben erschienen. Demnach hätten Faschistinnen Fotos von Menschen an die Vitrinen kleben wollen, die angeblich von Partisaninnen getötet wurden. Wie das ANPI schon zuvor mitgeteilt hatte, seien die Täterinnen jedoch von einer heranrückenden Polizeistreife in die Flucht getrieben worden, bevor sie ihren Plan fertig umsetzen konnten.

Dem Bekennerschreiben zufolge sei die nächtliche Attacke als Reaktion auf eine Veranstaltung zu betrachten, die an der Siegessäule (vor dem gleichnamigen Denkmal) stattgefunden hat. Bestrafen wollten die Rechtsextremistinnen das ANPI demzufolge, weil es die faschistische Säule als »abzutragendes koloniales Relikt« bezeichnet haben soll.

Die Faschistinnen müssen sich in Südtirol sehr sicher fühlen, wenn sie »anonyme« Stellungnahmen auf ihren eigenen Onlineportalen veröffentlichen.

Siehe auch:

Arch+Raum Colonialismi Faschismen Geschichte Politik Polizei Symbolik Ungehorsam+Widerstand | Faschistische Relikte Geschichtsaufarbeitung | | | Südtirol/o | ANPI CPI | Deutsch

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Catalogna, «cordone sanitario» contro Vox.

Nelle ultime elezioni catalane, poco meno di un mese fa, la destra radicale di Vox ha ottenuto 11 seggi su 135. Ora, superando i confini tra separatismo e unionismo, ERC, JxC, CUP, En Comú Podem e PSC hanno concordato un decalogo per difendere «la democrazia, i diritti e la diversità» nel Parlamento, contenente i seguenti punti:

  1. Spazi d’intervento
    Usare gli spazi d’intervento del Parlamento per combattere il discorso dell’odio, difendendo i diritti umani e contrastando le false informazioni che possano indurre a discriminazioni e vulnerazione dei diritti umani.
  2. Presenza negli Organi di Governo del Parlamento
    Stabilire gli accordi necessari a impedire la presenza della destra radicale nella Presidenza del Parlamento, nelle presidenze delle commissioni, nel coordinamento degli intergruppi e nelle relazioni tra gruppi di lavoro. Inoltre, evitare che la presentazione di iniziative collegiali ricada su un qualsiasi diputato o diputata della destra radicale.
    Stabilire altresì gli accordi necessari per evitare, ove possibile, la presenza delle formazioni di destra radicale nelle nomine che il Parlamento della Catalogna, in ossequio al suo statuto o per legge, ha il diritto di fare. Ciò include la rappresentanza del Parlamento nelle rispettive sedi.
  3. Incontri con le entità
    Quando vengono organizzati incontri di lavoro tra i gruppi parlamentari ed entità [esterne] per affrontare tematiche concrete, i gruppi firmatari [del presente decalogo] informeranno le entità richiedenti che le formazioni di destra radicale non saranno convocate.
  4. Iniziative
    Non normalizzare né legittimare l’azione politica delle formazioni di destra radicale. A questo scopo, non sottoscrivere alcuna iniziativa parlamentare congiunta con tali formazioni ed evitare che le loro iniziative possano prosperare.
  5. Rafforzamento contro il discorso dell’odio
    Promuovere le modifiche legislative o altre azioni necessarie per: blindare il Parlamento nei confronti dei discorsi dell’odio e delle discriminazioni; rinforzare il Patto contro la discriminazione e le molestie con sanzioni in caso di mancata adesione; sostituire il requisito di unanimità per le Dichiarazioni Istituzionali con quello di una maggioranza qualificata.
  6. Calendario istituzionale
    Esortiamo la Presidenza del Parlamento a ratificare il calendario di commemorazioni istituzionali attuale che include, tra le altre, la commemorazione delle vittime dell’Olocausto, del genocidio del Popolo Gitano e del traffico transatlantico di persone africane schiavizzate.
  7. Manifestazioni di violenza nei confronti delle deputate
    Rigettare formalmente e unanimemente qualsiasi manifestazione di violenza verbale, fisica o psicologica verso le deputate in qualsiasi contesto dentro o fuori dal Parlamento della Catalogna per motivi di discriminazione di qualsiasi natura.
  8. Visibilizzazione dei femminicidi e del razzismo nel Parlamento
    Mantenere l’iniziativa di fare il conteggio delle morti nel Mediterraneo e dei femminicidi in occasione di ciascuna assemblea plenaria, come durante la XII legislatura. Promuovere la creazione di una Commissione di Studio sul Razzismo Istituzionale.
  9. Collaborazione tra Gruppi parlamentari
    Mantenere attivo uno spazio di lavoro congiunto tra i gruppi parlamentari firmatari [del presente decalogo] per la durata della legislatura per coordinare l’azione parlamentare e le risposte nei confronti di azioni concrete delle formazioni di destra radicale.
  10. Collaborazione con la società civile organizzata
    Formalizzare uno spazio di lavoro e coordinamento nei confronti della destra radicale che includa la società civile organizzata.

Traduzione mia.

Le forze che hanno aderito al patto (tutte tranne Cs, PP e ovviamente Vox) sono rappresentative di 115 deputate su un totale di 135.

In Sudtirolo, purtroppo, non è stato attivato alcun «cordone sanitario» nei confronti della destra radicale nel Landtag. Al contrario, una parte di essa è stata chiamata nel Governo.

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La Francia scioglie Génération Identitaire.

Il Consiglio dei ministri francese ha decretato lo scioglimento dell’organizzazione razzista e di estrema destra Génération Identitaire (GI). Lo ha annunciato mercoledì il ministro degli Interni Gérald Darmanin.

Da GI, a sua volta influenzata da CasaPound, sono nati vari movimenti identitari in Europa, tra cui Generazione Identitaria in Italia e Identitäre Bewegung in Austria e Germania.

Nel decreto di scioglimento si fa riferimento alla discriminazione, alla violenza e all’odio basato su teorie razziali e suprematiste. Inoltre viene fatta menzione esplicita del sostegno che GI — cui vengono attribuite anche le caratteristiche di una milizia privata — ha ricevuto dall’attentatore di Christchurch in Nuova Zelanda. Attentatore che, secondo quanto rivelava Libération in questi giorni, sarebbe stato addirittura «membro benefattore» di GI.

Il provvedimento nei confronti del sodalizio fondato nel 2012 a Lione avrebbe raccolto anche il sostegno del Presidente Emmanuel Macron.

Vedi anche:

Faschismen Medien Politik Racism | Good News | | | France | CPI | Italiano

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Ab wann ist Tolomei Geschichte?

In Zusammenhang mit der misslungenen, nun als Scherz deklarierten Tourismuskampagne von Klausen stellt Sylvia Rier (Grüne) auf Facebook folgende wie ich finde gute Frage:

Aber es darf auch gefragt werden, wie lange “Geschichte” nachwirkt? Wie lange sind Namen (wie hier) “tolomeisch”, und ab wann sind sie es nicht mehr? Weil wenn ich dieses Prinzip der ewig andauernden und fortwirkenden Geschichte auf ewig anwende, dann haben haben wir vor allem eins: ewig Krieg. Also: Ab welchem Punkt ist etwas Geschichte?

Ich nehme die Frage zum Anlass für eine Klärung aus meinem Blickwinkel. Natürlich ist Tolomei schon heute Geschichte, aber für die Nachwirkung gibt es kein Verfallsdatum. Wer sich zum Beispiel etwas mit Kolonialgeschichte befasst, merkt das sofort.

Es gibt nicht ein »ab wann« ist etwas (nur noch) Geschichte, sondern höchstens ein »ab wie«. Solange uns die Namen von Tolomei nach wie vor von außen aufgezwungen werden und ein im Innern demokratisch ausgehandelter Umgang damit nicht erlaubt wird, wirkt Tolomei fort.

Zur Erinnerung: Der Landtag hatte 2012 mit breiter sprachgruppenübergreifender Mehrheit (SVP und PD bei Enthaltung der Grünen) ein Ortsnamengesetz beschlossen. Aus meiner Sicht war es kein gutes Gesetz, aber es war eines, das aus der Verständigung im Land entstanden war. Es wurde jedoch von der Zentralregierung angefochten und aus diesem Grund schlussendlich vom Landtag wieder zurückgenommen. Hier wirkt der Geist von Tolomei fort.

Der Geist von Tolomei wirkt aber auch dann sehr konkret fort, wenn das Verfassungsgericht einer neu gegründeten ladinischen Gemeinde im Trentino einen unerwünschten italienischen Ortsnamen aufzwingt, obwohl man sich vor Ort auf einen ausschließlich ladinischen Namen verständigt hatte.

Ich kann also nicht sagen, »ab wann« Tolomei — zumindest für mich — nur noch Geschichte ist. Er wird es aber sein, falls wir irgendwann nicht mehr dazu gezwungen werden, all seine Namenskreationen beizubehalten, nur weil er sie sich (zum Zwecke der Entnationalisierung und Assimilierung) ausgedacht hat.

Es muss möglich sein, frei einen sprachgruppenübergreifenden Konsens auszuhandeln und dann auch umzusetzen. Dann wird auch die Möglichkeit bestehen, ursprünglich von Tolomei ersonnene Namen — falls gewollt — demokratisch zu bestätigen und somit zu »enttolomeisieren«.

Siehe auch:

Colonialismi Faschismen Geschichte Ortsnamen | Geschichtsaufarbeitung | Ettore Tolomei | Social Media | Italy Ladinia Südtirol/o Trentino | PD&Co. SVP Vërc Verfassungsgericht | Deutsch

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Red Land: Urzì will »Leugnung« melden.

Es ist eine verkehrte Welt, die sich in Italien inzwischen etabliert hat: Rechtsradikale zeigen Antifaschistinnen an, weil diese — angeblich — einen »Genozid« verleugneten. So kündigt Alessandro Urzì (FdI) via Facebook an, Sigrid Tribus von der Meraner SVP beim italienischen Innenministerium zu melden, weil sie in einer Pressemitteilung die Verbreitung von Red Land durch die Gemeinde kritisiert hat.

Auszüge aus dem FB-Eintrag

Dabei zieht der Rechtsaußen gekonnt eine Parallele zwischen dem Holocaust und den sogenannten Foibe, wie dies leider auch der Bozner Bürgermeister Renzo Caramaschi schon seit Jahren tut.

In der Pressemitteilung der SVP, die Urzì in seinem Eintrag zitiert, ist freilich von irgendeiner Geschichtsleugnung keine Spur. Hätten noch so aussichtslos erscheinende Initiativen des FdI-Abgeordneten während der letzten Jahre nicht doch immer wieder Erfolg gehabt, könnte man diesen Vorstoß als Hirngespinst abtun. Leider hat mich die Erfahrung gelehrt, dass die Verharmlosung des Faschismus kaum Grenzen kennt.

Siehe auch:

Faschismen Geschichte Politik | Geschichtsaufarbeitung Zitać | Alessandro Urzì Renzo Caramaschi | Social Media | Italy Südtirol/o | FdI PD&Co. SVP | Deutsch Italiano